Schneeglück verschenken

  • Text und Illustration von Heyjin Go
  • Atlantis Verlag, September 2020 www.atlantis-verlag.ch
  • Originaltitel: »Gift Box of Bear«
  • Deutsche Textfassung von Eva Roth und Hans ten Doornkaat
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • 44 Seiten
  • Format: 25 x 24 cm
  • 17,00 € (D), 17,50 € (A), 24,90 sFr.
  • ISBN 978-3-7152-0795-7
  • Bilderbuch ab 4 Jahren

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WENN EIN GESCHENK VOM WINTER IN DEN SOMMER REIST

Bilderbuchrezension von Ulrike Sokul ©

Herr Bär pflegt eine Freundschaft mit zwei Girlitzen. Im Herbst fliegen seine gefiederten Freunde in wärmere Gefilde. Herr Bär und die Girlitze winken sich noch einmal zu, und dann zieht sich Herr Bär in den Winterschlaf zurück.

Der Winter kommt und mit ihm eine Menge Schnee. Einige Waldtiere, die keinen Winter-schlaf halten, veranstalten an einem sonnigen Wintertag eine lustige und unüberhör- bare Schneeballschlacht. Herr Bär wird wach, schimpft über die Ruhestörung und marschiert ärgerlich hinaus. Doch draußen in der verschneiten Landschaft verfliegt sein Ärger, und er staunt über den verwandelten Wald, schmeckt Schneeflocken ab und springt und tanzt freudig umher – denn Schnee sieht er zum ersten Mal.

Herr Bär begegnet bei seiner Schnee-Erkundung einer Maus und erklärt ihr, daß er dieses Schneewunder gerne den Girlitzen zeigen möchte. Die Maus regt an, einen Schneemann zu bauen und diesen an die Girlitze zu schicken. Sie hilft auch eifrig mit, dafür Schneekugeln zu rollen, bis ihr die Pfötchen zu kalt werden und sie sich verab- schiedet. Der Bär bedankt sich und baut weiter an seinem Geschenkschneemann.

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Illustration von Heyjin Go © 2020 Atlantis Verlag, Zürich

Ein Hase kommt vorbei und spendiert eine schöne Möhre als Nase und zusätzlich einen seiner Wollhandschuhe. Sodann stellt Herr Bär den Schneemann in ein großes Einmach-glas und macht sich auf den Weg zur Post. Unterwegs trifft er einen Fuchs, der für die Ausstattung des Schneemanns einen Hut spendiert, und ein Schwein, das der Schnee-mannbekleidung noch einen roten Schal hinzufügt.

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Illustration von Heyjin Go © 2020 Atlantis, Zürich

Nun reist der Schneemann mit all seinen Accessoires per Postpaket vom Winter in den Sommer. Die Girlitze freuen sich sehr über das Paket von Herrn Bär. Bis zu seiner Ankunft hat sich das Schneegeschenk selbstverständlich sehr verändert. Der Schnee-mann ist geschmolzen, im Einmachglas schwimmt der Hut zusammen mit Schal und Handschuh auf dem Wasser.

Die Girlitze deuten Herrn Bärs Geschenk als Teich und den Hut als Boot, das ausge-polstert mit dem roten Schal ein komfortabeles Plätzchen für die Girlitze bietet. So  geht der Wunsch Herrn Bärs, seine Schneefreude mit den Girlitzen zu teilen, bei aller Verwandlung doch noch in Erfüllung.

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Illustration von Heyjin Go © 2020 Atlantis, Zürich

Die Illustrationen hat Heyjin Go in einer Kombination aus Buntstift- zeichnungen und digitaler Collage gestaltet. Die landschaftliche Kulisse erscheint bei den Szenen im Winterwald in gedeckten, winterlichen Farbschattierungen und hellem Schneeweiß, die Tierfiguren in natürlichen Fellfarben – eine witzige Ausnahme sind die Schweine, die hier keine borstigen Wildschweine sind, sondern rosige Hausschweine.

Vereinzelte Farbtupfer, wie beispielsweise die kupferorange Farbtönung der Fuchsfelle und der rote Wollschal heben sich vor diesem Hintergrund kontrastreich ab. Die sommerlichen Szenen bei den Girlitzen erstrahlen hingegen in warmen, grünen und sonnigen Farbtönen, die gut zur sonnen- gelben Färbung der Girlitze passen.

Die Autorin und Illustratorin Heyjin Go erzählt eine heitere, leichte und lebensbejahende Geschichte über die Freude des Schenkens. Herr Bär zeigt anschaulich seine Freude und Dankbarkeit angesichts einer neuen beglück- enden Erfahrung, und er ist sogleich davon erfüllt, diese Freude mit anderen zu teilen. Und auch die anderen Tiere, die freigiebig etwas zum Schneemanngeschenk beitragen, sind offensichtlich fähig und bereit zur Mitfreude.

„Schneeglück verschenken“ ist ein schönes Bilderbuch für alle kleinen und großen Freudenverteiler.

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
http://www.atlantisverlag.ch/heyjin-go-schneeglueck-verschenken/

Die Autorin & Illustratorin:

»HEYJIN GO lebt in Südkorea. Sie studierte Grafikdesign und liebt es, sich in ihren Büchern mit der Welt der Kinder und Naturthemen auseinanderzusetzen. Sie gewann die Silbermedaille des koreanischen Hans-Christian-Andersen-Preises 2015 mit ihrem Bilderbuch A Happy Fox. 2016 war sie für den Bologna Ragazzi Award nominiert, und 2017 gewann sie einen Preis des internationalen Bilderbuch-Illustrationswettbewerbs Nami Island.«

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Die tanzende Waldmaus

  • Text und Illustration von Pirkko-Liisa Surojegin
  • Originaltitel: »Metsähiiren tanssi«
  • Aus dem Finnischen von Peter Uhlmann
  • Verlag Urachhaus, Juli 2021 http://www.urachhaus.com
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 20 x 26,5 cm
  • 24 Seiten
  • 15,00 € (D), 15,50 € (A)
  • ISBN 978-3-8251-5209-3
  • Bilderbuch ab 4 Jahren

Die tanzende Waldmaus Titelbild

FRIEDE,  FREUDE,  PILZSUPPE !

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Die Tiere des Waldes (Bär, Wolf, Fuchs, Hase, Dachs, Eichhörnchen) haben einen großen Korb voller Pilze (Trompetenpifferlinge) gesammelt. Nur die kleine Waldmaus hat nicht mitgesammelt, da sie zu klein dafür ist. Schlecht gelaunt betrachtet sie den Berg von Pilzen und fühlt sich klein, schwach und ungenügend. Freundlich bietet der Dachs ihr an, daß sie doch gerne beim Pilzsuppekochen helfen könne, doch die Waldmaus ist trotzig und schimpft, daß ihr die Suppe ganz egal sei.

Während sich die anderen Tiere auf den Weg zu einer Lichtung machen, bleibt die Maus alleine im Wald zurück und fühlt sich noch winziger als zuvor. Schweren Herzens liegt die Waldmaus auf dem Waldboden, die herabfallenden Blätter wirbeln um sie herum und legen sich auf das kleine Mäusekörperchen. Wütend bekämpft sie die Blätter und versucht sie einzufangen. Doch nach und nach macht es ihr Spaß, den Blättern nach- zujagen und dabei hoch in die Luft zu hüpfen, freudig tanzt sie mit den Blättern im Wind.

Inzwischen haben die anderen Waldtiere die Suppe fertig gekocht und auch schon mit dem Essen begonnen. Der Hase, der die Maus zum Suppe-Essen abholen will, schaut bewundernd zu, wie anmutig und naturtalentiert die Waldmaus tanzt, und macht ihr entsprechende Komplimente.

Die tanzende Waldmaus Tafel

Illustration von Pirkko-Liisa Surojegin © Verlag Urachhaus 2021

Beglückt folgt sie dem Hasen zur Lichtung und bekommt einen duftenden Teller Suppe serviert. Der Hase erzählt den Tieren, wie schön die Waldmaus tanzen könne und führt anschaulich ihren Waldmaustanz vor. Schließlich tanzen Bär, Wolf, Fuchs, Hase, Dachs und Eichhörnchen ausgelassen mit. Die kleine Waldmaus schaut glücklich zu und futtert ihre Suppe.

Die tanzende Waldmaus Alle Tiere tanzen

Illustration von Pirkko-Liisa Surojegin © Verlag Urachhaus 2021

Pirkko-Liisa Surojegins ebenso naturalistische wie märchenhafte Illustrationen erschaffen eine stimmungsvolle, herbstliche Waldszenerie mit sehr ausdrucksvollen Tierfiguren, die über lebhafte Körpersprache und Mimik verfügen. Die anheimelnd-friedliche Atmosphäre des Miteinanders der Tiere sowie die feinen Details ihrer sozialen Interaktion dürften ihre lauschig-entspannende Wirkung auf die betrachtenden Kinder kaum verfehlen.

Es ist eine durchaus empfehlenswerte Methode, schlechte Laune wegzutanzen. Was der kleinen Waldmaus in dieser Geschichte gelingt, wäre auch für kleine Kinder einen Versuch wert.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.urachhaus.de/Lesen-was-die-Welt-erzaehlt/Bilderbuch/Die-tanzende-Waldmaus.html

Die Autorin und Illustratorin:

»Pirkko-Liisa Surojegin, geboren 1950 in Kuopio, Finnland, studierte Grafikdesign an der Kunst und Designuniversität Helsinki und ist seit 1981 freiberufliche Illustratorin und Autorin. Für ihre stimmungsvollen, fein ausgearbeiteten Bilder in Lehrbüchern, Bilder- und Märchenbüchern sowie dem Nationalepos Kalevala ist sie in Finnland so berühmt wie beliebt. Im Verlag Urachhaus sind von ihr bereits Untu und das Geheimnis des Lichts und Von Fuchs, Wolf und Bär… Tiermärchen aus dem hohen Norden erschienen.«

Querverweis:

Hier entlang zu einem weiteren attraktiven von Pirkko-Liisa Surojegin illustrierten und von Nora Surojegin geschriebenen Buch: „Untu und das Geheimnis des Lichts“: Untu und das Geheimnis des Lichts
Diese märchenhafte Geschichte für Kinder ab 6 Jahren vermittelt eine faszinierende vorchristliche Weihnachts- bzw. Wintersonnenwendstimmung, die mit interessanten mythischen Charakteren, elementarer, wilder Naturkraft und lebhafter Lebensbejahung aufwartet.

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Füchse

  • Ein Portrait von Katrin Schumacher
  • Verlag Matthes & Seitz, 2020 http://www.matthes-seitz-berlin.de
  • NATURKUNDEN Nr. 60 www.naturkunden.de
  • Illustrationen: Falk Nordmann
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • 159 Seiten
  • Kleinoktav-Format: 12 x 18  cm
  • 20,00 € (D), 20,60 € (A)
  • ISBN 978-3-95757-855-6

F U C H S F A S Z I N A T I O N

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Katrin Schumacher umkreist den Fuchs, betrachtet ihn aus biologischer, literarischer, mythologischer und sozialer Sicht. So entsteht ein facettenreiches Bild, das den Fuchs nicht zähmt, sondern ihn in seiner natürlichen Wildheit respektiert und parallel dazu auch ein historisches und aktuelles Streiflicht menschlicher Projektionen auf den Fuchs wirft.

Bereits vor 15.000 Jahren wurden Füchse auf die Höhlenwände von Lascaux und Altamira gemalt und zahlreiche archäologische Fuchsknochenfunde weisen darauf hin, daß er auch als Opfertier für die Götter vewandt wurde.

Füchse sind Überlebenskünstler; sie sind sehr anpassungsfähig und finden als Nahrungsgeneralisten in fast allen Landschaftsgebieten Futter und Unterschlupf, was auch ihre weite Verbreitung erklärt sowie ihren Erfolg als Kulturfolger. Dabei ist zudem interessant, daß sich Stadtfüchse nicht mehr mit Landfüchsen paaren und Stadtfüchse weniger Scheu an den Tag legen.

Die sinnliche Wahrnehmungsspannbreite des Fuchses ist beeindruckend. „Ein Fuchs hört, wenn sich in anderthalb Kilometern Entfernung zwei Feldmäuse um einen Sonnen-blumensamen zanken, und er riecht detailliert die zwei Winter, die in dem alten Laub stecken, das vielleicht so alt ist wie er selbst.“ (Seite 29)

Der Fuchs lebt verborgen, und seine Finten und Raffinnessen, um Beute oder Jäger zu täuschen, sind legendär. Angeblich kann er sich totstellen, um sich gegebenenfalls bessere Flucht- oder Beutechancen zu verschaffen. Obwohl sich sein Fell in unseren Augen auffällig rötlich aus der Umgebung hervorhebt, bekommen wir ihn nur selten zu sehen.

Wieviele Füchse tatsächlich in Deutschland leben, ist nicht bekannt – sicher ist nur, daß pro Jagdsaison fast eine halbe Million Füchse getötet werden und daß im städtischen Raum etwa zehnmal mehr Füchse leben „als auf einer vergleichbaren Fläche im Wald“ (Seite 14). Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang, daß die Bejagung der Füchse zu einer erhöhten Anzahl von Fuchsjungen führt. Und auch in Hinsicht auf das vorhandene Nahrungsangebot reguliert der Fuchs seine Populationsdichte bedarfsgerecht durch Vermehrung oder Verminderung der Anzahl von Jungtieren pro Wurf selbst.

Die Autorin wagt eine beachtlich differenzierte, kulturgeschichtliche Darstellung zum Thema Fuchsfellverarbeitung und zum Kürschner-Handwerk. „Jedes Pelztragen ist ein schamanischer Akt. Eine unheimliche und fadenscheinige Simulation der Unsterblich- keit, die davon erzählt, dass das Leben immer schon mit dem Tod infiziert ist.“ (Seite 88) Inzwischen werden Fuchsfelle sogar biologisch gegerbt und als nachhaltiger „Stoff“ vermarktet, sogar ressourcen-schonendes Pelzrecycling liegt im Trend.

Nach einem kurzen Abstecher zum japanischen Fuchsgeisterglauben, der dem Fuchs übernatürliche Gaben und märchenhafte Verwandlungsfähigkeiten zuschreibt, folgen wir den Spuren der Fabelfüchse von Aeosop, Jean de La Fontaine, Leonardo da Vinci, Gellert und Lessing.

Die Spur des Fuchses reicht weiter bis ins Kinderlied und Kinderbuch. Erscheint er im Lied „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ von Ernst Anschütz und in den Geschichten von Selma Lagerlöf (Nils Holgerssohn) und Carlo Collodi (Pinocchio) listig, hinterhältig, als böses Hindernis und zu besiegender Feind, so wandelt sich seine Rolle mit dem Erschei-nen des Buches „Der kleine Prinz“ von Saint-Exupéry. In diesem Buch wird der Fuchs als kluger, philosophischer Gesprächspartner imaginiert und in der gegenwärtigen Kinder-literatur setzt sich diese charmante, freundlich-sympathisierende Vorstellung nachhaltig fort.

Die Kurzportraits verschiedener Fuchsarten mit sehr attraktiven, beinahe foto- realistischen Illustrationen von Falk Nordmann stellen folgende Füchse lexikalisch vor: Rotfuchs, Fennek (Wüstenfuchs), Polarfuchs (Eisfuchs), Schwarzsilberfuchs, Löffelfuchs, Korsak, Insel-Graufuchs, Marderhund (Obstfuchs), Bengalfuchs und Kapfuchs.

ROTFUCHS Illustration © Falk Nordmann, Verlag Matthes & Seitz 2020


Katrin Schumacher stellt den Fuchs ebenso als biologisch definierbares Lebewesen dar wie als mythologische Figur und poetische Projektion. Wir nähern uns dem Fuchs – und doch bekommen wir ihn nie ganz zu fassen. Der elegant-mäandernde Schreibstil der Autorin folgt gleichsam dem ungreifbaren, seltsam changierenden Wesen des Fuchses.

Und zum Abschluß kann ich hier wieder meinen lobeshymnischen Refrain zur buch- gestalterischen Materie der Reihe NATURKUNDEN singen. So ist auch der Band „Füchse“ (NATURKUNDEN Nr. 60) aus schmeichelgriffigem Papier für Einband, Vorsatzblätter und Buchseiten hergestellt. Die Typographie ist satt und lesefreundlich, der Kopfschnitt und die Fadenheftung in einem fuchsigen rotbraunrostorangenen Ton farblich fein abge- stimmt mit der Farbgebung des Bucheinbandes, und die zahlreichen alten und neuen Illustrationen sind ebenso schön wie aussagekräftig.

Hier finden wir den harmonischen Einklang zwischen substanzieller innerer und äußerer Buchqualität, wie sie für die von Judith Schalansky herausgegebene Reihe NATURKUNDEN Standard ist. Da kommt Sammellust auf!

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.matthes-seitz-berlin.de/buch/fuechse.html?lid=3

 

Die Autorin:

»Katrin Schumacher, 1974 in Lemgo geboren, ist Literaturwissenschaftlerin und Journalistin. Sie lebte in Bamberg, Antwerpen, Hamburg, ist derzeit in Halle/Saale zu Hause und Redaktionsleiterin beim MDR Kultur. «


 

Querverweis:

Ergänzend bietet sich das ausführlich fotografisch bebilderte Buch von Silje Elin Matnisdal und Leiv Magnus Grøtte „Ayla. Meine ungewöhnliche Freundschaft mit einem Fuchs“ an, das vom vergeblichen Versuch handelt, einen Fuchs zu zähmen.
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2019/10/17/ayla/

Zusätzlich nun noch eine kleine Auswahl von Kinderbüchern mit sympathischen Fuchsfiguren:

»Nur ein Tag«
von Martin Baltscheidt (Text) und Wiebke Rauers (Illustration)
Die Geschichte vom warmherzigen Wildschwein und vom feschen Fuchs, die eine kleine, lebensfrohe Eintagsfliege mit einer Notlüge über die kurze Dauer ihres Daseins hinweg-täuschen, führt an einem einzigen Tag durch ein ganzes Leben.
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/10/13/nur-ein-tag/

»Der Tod auf dem Apfelbaum«
von Katrin Schärer (Text & Illustration)
„Der Tod auf dem Apfelbaum“ ist ein Bilderbuch, das zu Herzen geht und tief berührt. Es ist von einer sanftmütigen Intensität und ruhigen Klarheit, die leise lächelnd dem natürlichen Kreislauf von Leben und Tod die Ehre gibt.
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/03/20/der-tod-auf-dem-apfelbaum/

»Kleiner Fuchs großer Himmel«
von Brigitte Werner (Text) und Claudia Burmeister (Illustration)
Das Bilderbuch „Kleiner Fuchs Großer Himmel“ ist erfüllt von einer tiefen, zärtlichen Lebenszugewandtheit und heiteren Demut. Mit dieser Flügelspannweite gelingt hier das Kunststück, die kleine Endlichkeit tröstlich mit der großen Unendlichkeit zu verbinden. So gehören wir dem Leben, ohne es zu besitzen. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/11/23/kleiner-fuchs-grosser-himmel/

»Der kleine Prinz – Bilderbuch«
von Agnès de Lestrade
(Text & Illustration)
„Der kleine Prinz“ erlebt eine Form der bibliophilen Reinkarnation, die sich in unter- schiedlichen Nacherzählungen und/oder Fortsetzungen manifestiert. Die hier nun vorliegende Nacherzählung von Agnès de Lestrade wendet sich an Kinder, denen vorgelesen wird. Die Autorin hat Antoine de Saint-Exupérys Klassiker kindgerecht abgekürzt und vereinfacht, ohne dabei den weiten Herzenshorizont und die emotionale Vielschichtigkeit von Saint-Exupérys Vorlage zu vernachlässigen. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2019/11/27/der-kleine-prinz-bilderbuch/


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Ein Mädchen namens Willow

  • von Sabine Bohlmann
  • mit Illustrationen von Simona Ceccarelli
  • PLANET! Verlag, Januar 2020 www.planet-verlag.de
  • gebunden
  • 256 Seiten
  • Format: 148 x 210 mm
  • 13,00 € (D), 13,40 € (A), 19,50 sFr.
  • ISBN 978-3-522-50664-9
  • Kinderbuch ab 10 Jahren

VON  HEXE  ZU  HEXE

Kinderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Dieses Kinderbuch wahrt eine zauberhafte Balance zwischen Magie und Wirklichkeit und vermittelt eine positive Vorstellung von Hexen als weisen und heilkundigen Frauen. Naturbeziehungsfähigkeit und elementare Zauberkräfte gehen hier Hand in Hand mit kindlicher Lebensfreude, Entdeckungslust, Freundschaftsfindung und Humor.

Das Mädchen Willow zieht mit ihrem Vater in ein altes Haus, das er von seiner Tante Alwina geerbt hat. Willow hatte schon als kleines Kind in diesem Haus gelebt; doch nach dem plötzlichen Unfalltod ihrer Mutter zog es der Vater vor, an anderen Orten zu leben, da ihn dieser heimatliche Ort auf Schritt und Tritt an seine verstorbene Frau erinnerte. Die Arbeit als Auslandskorrespondent brachte es mit sich, daß er und Willow häufig den Wohnort wechselten. Nun will er jedoch an diesen vertrauten Ort zurückkehren und der inzwischen elfjährigen Willow ein beständiges Zuhause bieten.

Tante Alwina hat den zum Haus gehörigen Wald ausdrücklich ihrer Nichte Willow vererbt, und diese erkundet mit aufgeschlossenem Herzen für die Schönheit der Natur ihr neues Reich. Unterwegs bemerkt sie einen Fuchs, der sie neugierig beobachtet. Nach und nach erinnert sie sich auch wieder an ihre Tante, an bestimmte Bäume und an ihre kindlichen Spiele in diesem Zauberreich. Am nächsten Tag setzt Willow die Inspektion ihres Erbes fort und begegnet wieder dem zutraulichen Fuchs. Diesmal führt er sie zu einem verborgenen, von Efeu und Heckenrosen umrankten kleinen Holzhaus.

In diesem malerischen Hexenhäuschen findet Willow u.a. geheimnisvolle alte Bücher, die sich unerklärlicherweise nicht öffnen lassen, und ein Foto, das ihre noch junge Tante zusammen mit drei weiteren jungen Frauen zeigt, sowie eine kleine abgeschlossene Holztruhe, in die Willows Name hineingeschnitzt wurde.

Im Inneren der Truhe liegt ein dickes, ledergebundenes Buch, das auf seiner Buch-deckelmitte ein Muster aus ineinander verwobenen Spiralen trägt und in den vier Ecken des Buchdeckels vier unterschiedliche Symbole für die vier Elemente. Die Truhe enthält außerdem eine Glaskugel, eine Kupferschale, einen Flacon und vier Ketten mit Amu- letten, die vier Symbole zeigen, welche denen vom Dekor des Buches entsprechen. Die größte Überraschung ist für Alwina allerdings der an sie adressierte Brief ihrer Tante.

Aus diesem Brief erfährt Willow, daß sie die Hexenkraft ihrer Tante geerbt habe. Der Brief enthält präzise und liebevoll formulierte Anweisungen, wie diese Kraft – sofern Willow willens ist, sie anzunehmen und konstruktiv zu nutzen – auf sie übertragen werden kann. Als zuverlässiger Ratgeber fungiert das Buch mit den Symbolen. Dieses Buch mit dem Namen „Grimmoor“ beschriftet sich selbst – in federleichter Schönschrift – und beantwortet auf diese buchstäbliche Weise Willows Fragen, gibt Hinweise auf die nächsten magischen Schritte, erklärt Rituale und gemahnt freundlich und bestimmt, immer wieder daran, daß Willow für Problemlösungen, Beurteilungen und Entschei- dungen aufmerksam ihr Herz befragen solle.

So erfährt Willow beim Hexenkraftübertragungsritual, daß ihr Element das Feuer ist und ihr Krafttier der Fuchs. Um die volle Hexenkraft zu erreichen, muß sie drei weitere Mäd-chen finden, die ebenfalls über eine familiäre Hexenbegabung verfügen und die den drei Elementen Luft, Wasser und Erde zugehörig sind.

Die Suche nach diesen Hexenmädchen führt zu einigen Mißverständnissen, da Willow anfangs noch allzu vordergründig und naiv vorgeht. Doch sie lernt aus den Fehlern und Komplikationen und findet nach und nach die richtigen Hexentalente: Die luftige Valentina ist die erste Verbündete, dann folgt Gretchen, die das Wasser beherrscht, und schließlich Lotti, die für das Element Erde zuständig ist. Von Vollmondritual zu Voll- mondritual wachsen die vier Elemente zusammen, und auch die Freundschaft und Vertrautheit zwischen den Mädchen vertieft sich. 

Die Bündelung der Kräfte kommt genau zur rechten Zeit, denn geschäftstüchtige Immobilieninvestoren wollen Willows Vater das Waldgrundstück abkaufen und den Wald abholzen, um dort ein Einkaufszentrum zu bauen. Doch dank Hexenbuchweisheit und vereinter Hexenkraft wachsen in Willows Wald gleich vier seltene und gefährdete Pflanzen, die auf der Roten Liste stehen. Somit wird der Wald zu einem privaten Naturschutzgebiet, und ein Verkauf und eine Abholzung kommen keinesfalls mehr in Frage. Diese gute Nachricht nehmen die Junghexen sogleich zum Anlaß, ein kleines Freudenfest mit Mondlicht-Picknick zu feiern.

Sabine Bohlmann erzählt eine spannende und herzerwärmende Geschichte über Freundschaft, Naturverbundenheit und Magie. Sie wartet ebenso mit phantasievollen Details und attraktiven Zauberrequisiten auf wie mit scha- manischen Anfängerkenntnissen, Mondphasen- und Heilpflanzenwissen.  

Die verwendeten Anrufungen, Hexensprüche und Zauberformeln erscheinen in einfachen Reimen. Auch wenn das Versmaß manchmal etwas hinkt und stolpert, so trägt die Reimform dennoch wesentlich zu einer magischeren Sprachklangebene bei.

Die Illustrationen von Simona Ceccarelli geben den Charakteren und ele- mentaren Saiten der vier Hexenmädchen, den magischen Requisiten und den Krafttieren anschaulich Gestalt. Bemerkenswert sind zudem die illustrierten Buchseiten mit den nächtlichen Szenen, auf denen der Text weiß auf schwarz gedruckt ist, und deren „Lichteffekte“ ganz besonders geheimnisvoll wirken.

Der rote Faden dieser Geschichte ist keineswegs die aggressive Machtaus- übung mit Hilfe von Magie, sondern zwischenmenschliches sowie natur- verbundenes Feingefühl und Miteinander und eine ausgeprägte Herzens- orientierung, die das Werkzeug Magie gleichermaßen in den Dienst des persönlichen menschlichen Lebens wie in den des umfassenderen natürlichen Lebens stellt.

»Es gibt Wissende, Unwissende, glaubende Wissende und wissende Wissende, und dann sind da noch die hoffenden Unwissenden, Scharlatane und Möchtegern-Magier, aber die echten, wissenden wissenden Magier, die Hexen, Hexer, Zauberer und Zauberinnen, arbeiten alle mit der Energie der Erde.« (Seite 173)

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.thienemann-esslinger.de/planet/buecher/buchdetailseite/ein-maedchen-namens-willow-isbn-978-3-522-50664-9/

Die Autorin:

»Geboren wurde Sabine Bohlmann in München, der schönsten Stadt der Welt. Als Kind wollte sie immer Prinzessin werden. Stattdessen wurde sie (nachdem sie keinen Prinzen finden konnte und der Realität ins Auge blicken musste) Schauspielerin, Synchronsprecherin und Autorin und durfte so zumindest ab und zu mal eine Prinzessin spielen, sprechen oder über eine schreiben. Geschichten fliegen ihr zu wie Schmetterlinge. Überall und zu allen Tages- und Nachtzeiten (dann eher wie Nachtfalter). Sabine Bohlmann kann sich nirgendwo verstecken, die Geschichten finden sie überall. Und sie ist sehr glücklich, endlich alles aus ihrem Kopf rausschreiben zu dürfen. Auf ein blitzeblankes, weißes – äh- Computerdokument. Und das Erste, was sie tut, wenn ein neues Buch in der Post liegt: Sie steckt ihre Nase ganz tief hinein und genießt diesen wunderbaren Buchduft.« https://www.sabinebohlmann.com/

Die Illustratorin:

»Nach einem halben Leben als Medizinalchemikerin hat Simona Ceccarelli den Laborkittel gegen den Bleistift eingetauscht, um ihrem Kindheitstraum nachzugehen. Ausgerüstet mit einem Diplom in Illustration und Concept Art der Academy of Arts University in San Francisco illustriert sie seit 2016 Bücher, Spiele und andere Produkte für Kinder. Simona Ceccarelli lebt mit ihrem Mann, zwei Kindern, drei Nationalitäten und vier Sprachen in Basel.« https://www.smceccarelli.com

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Der kleine Prinz Bilderbuch

  • Der kleine Prinz
  • Nacherzählt von Agnès de Lestrade
  • Übersetzt von Anna Taube
  • Illustriert von Valeria Docampo
  • MIXTVISION Verlag, Juli 2019 www.mixtvision.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • 56 Seiten
  • durchgehend farbig illustriert
  • 15,00 € (D), 15,50 € (A)
  • ISBN 978-3-958454-141-2
  • Bilderbuch ab 3 Jahren (laut Verlag)
  • ab 5 Jahren (nach meiner Einschätzung)

K I N D E R G R Ö S S E

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

„Der kleine Prinz“ erlebt eine Form der bibliophilen Reinkarnation, die sich in unter- schiedlichen Nacherzählungen und/oder Fortsetzungen manifestiert. So erschien voriges Jahr eine einfühlsame Fortsetzung dieser Geschichte von Martin Baltscheit „Der kleine Prinz feiert Weihnachten“: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/12/12/der-kleine-prinz-feiert-weihnachten/

Die hier nun vorliegende Nacherzählung von Agnès de Lestrade wendet sich an Kinder, denen vorgelesen wird. Die Autorin hat Antoine de Saint-Exupérys Klassiker kindgerecht abgekürzt und vereinfacht, ohne dabei den weiten Herzenshorizont und die emotionale Vielschichtigkeit von Saint-Exupérys Vorlage zu vernachlässigen.

Der kleine Prinz trifft in der Wüste Sahara auf den notgelandeten Piloten. Dieser malt ihm das gewünschte Schaf in einer Holzkiste, und der kleine Prinz berichtet dem Piloten von seiner Reise von Planet zu Planet sowie von den eigenartigen Charakteren, denen er dort begegnet ist. Selbstverständlich wird auch von der kapriziösen Rose erzählt und von der freundschaftlichen Zähmung des Fuchses. Der unvermeidliche Abschieds- schmerz am Ende wird mit dem Trost des himmlischen Sternenfunkelns gelindert.

Illustration von Valeria Docampo © MIXTVISION Verlag 2019

Agnès de Lestrades Erzählton ist behutsam, ja, geradezu zärtlich, und die Illustrationen von Valeria Docampo übersetzen den Text mit sanfter Farbpalette in märchenhafte, verträumte Bilder, die zugleich auch den zwischenzeiligen, lebensphilosophischen und mitmenschlichen Perspektiven verspielten Ausdruck geben.

Illustration von Valeria Docampo © MIXTVISION Verlag 2019

Agnès de Lestrade und Valeria Docampo ist eine kindgemäß-ansprechende und poetische Bilderbuchversion des kleinen Prinzen gelungen. Die Altersempfehlung des Verlages (ab drei Jahren) ist allerdings nicht angemessen, dafür ist die lebensphiloso-phische Substanz zu anspruchsvoll. Im Alter von fünf Jahren – so schätze ich – haben Kinder einen besseren Zugang zu den emotionalen Schattierungen und gedanklichen Tiefen dieser Geschichte.

Mehr als peinlich erscheint mir jedoch, daß in diesem Bilderbuch dem Autor des Originals noch nicht einmal durch Nennung seines Namens die ihm gebührende Achtung und Ehre erwiesen wurde.

PS:
Wie ich soeben vom MIXIVISION-Verlag erfahren habe, ist die fehlende Erwähnung Antoine de Saint-Exupérys ein Versehen, das in der nächsten Auflage korrigiert wird. Also wollen wir bitte mit Nachsicht darüber hinwegsehen – Fehler können geschehen. 😉

Hier entlang zum Buch auf der  Verlagswebseite:

Der kleine Prinz

 

Die Autorin:

»Agnès de Lestrade schreibt Bücher, erfindet Gesellschaftsspiele und dichtet Lieder. Seit ihrem Debüt 2003 erschienen zahlreiche erfolgreiche Bücher in französischer Sprache.«

Die Illustratorin:

»Valeria Docampo findet die Inspiration für ihre Illustrationen im Alltag. Geboren wurde sie in Buenos Aires, Argentinien, wo sie auch ihr Diplom in Grafikdesign machte. Seit 2003 widmet sie sich ganz der Illustration von Kinderbüchern.«

Querverweis:

Hier entlang zum bisher bekanntesten Bilderbuch von Agnès de Lestrade und
Valeria Docampo: „Die große Wörterfabrik“: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/07/08/die-grose-worterfabrik/

Und noch zwei feine Werke aus der bewährten Kooperation von Agnès de Lestrade und Valeria Docampo:
Der Bär und das Wörterglitzern“ https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/10/04/der-baer-und-das-woerterglitzern/
Die Schneiderin des Nebels
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/11/13/die-schneiderin-des-nebels/

Sowie noch ein Weihnachtsmärchenklassiker-Bilderbuch, mit Illustrationen von Valeria Docampo: „Der Nußknacker“ https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/12/18/der-nussknacker/

 

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AYLA

  • Meine ungewöhnliche Freundschaft mit einem jungen Fuchs
  • von Silje Elin Matnisdal und Leiv Magnus Grøtte
  • Originaltitel: »Ayla the Fox – Reven som sjarmerte en hel verden«
  • übersetzt aus dem Norwegischen von Ulrike Strerath-Bolz
  • Knaur Verlag April 2019 www.droemer-knaur.de
  • gebunden mit Schutzumschlag
  • Fadenheftung
  • 120 farbige Abbildungen
  • 19,99 € (D), 20,60 € (A)
  • ISBN 978-3-426-21452-7

U N G E Z Ä H M T

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Silje Elin Matnisdal kauft einen Fuchswelpen aus einer Pelztierfarm frei und gewährt ihm dadurch ein Leben in größerer, wenn auch nicht gänzlich freier Freiheit. Sie nimmt den Fuchswelpen schon im zarten Alter von fünf Wochen zu sich, damit das Tier eine Bindung zu ihr entwickeln kann, und stellt ihr Leben weitgehend auf die Bedürfnisse des kleinen Wildfangs ein. Sie nennt die Füchsin Ayla, nach der Titelheldin der AYLA-Stein- zeitsaga von Jean M. Auel. Ayla ist eine Goldfüchsin – eine Mischung aus Rot- und Silberfuchs.

Silje zeigt von Anfang an Fotos von Ayla auf Instagram und erzeugt mit dieser foto-grafischen Niedlichkeitsoffensive eine unerwartet große Resonanz. Es folgen Zeitungs- berichte, Fernsehreportagen und YouTube-Kurzvideos. Die Faszination speist sich gleichermaßen aus den eindrucksvollen Fotos und Nahaufnahmen und der Geschichte des Zusammenlebens eines Menschen mit einem Fuchs. Nach wenigen Wochen ist Ayla weltberühmt.

Im vorliegenden Buch werden wir durch zahlreiche Fotos und erläuternde Texte Zeugen von Aylas Aufwachsen in menschlicher Obhut. Anfangs sorgt Alya für schlaflose Nächte, da sie ständig körperlichen Kontakt und Streicheleinheiten braucht, um sich sicher zu fühlen. Silje trägt den Welpen viel mit sich herum und läßt ihn nahe bei sich in einer ausgepolsterten Schachtel schlafen.

Foto: Silje Elin Matnisdal © Knaur Verlag 2019

Später wird Ayla selbständiger, folgt Silje bei Spaziergängen und erkundet aufmerksam Hof und Garten. Das Wohnzimmer wird fuchsgerecht leergeräumt, da nichts vor den scharfen Zähnen und der Neugier Aylas sicher ist; außerdem markiert sie lückenlos alles mit ihrem Urin.

Aylas Bewegungsradius wird größer, doch sie kehrt stets zurück zu Silje. Als Ayla einen großen Hund aus der Nachbarschaft „provoziert“, zäunt Silje einen großen Bereich als Freigehege für Ayla ein.

Ayla ist zutraulich, läßt sich streicheln und von Hand füttern, gleichwohl macht Silje mehrfach schmerzhafte Bekanntschaft mit Aylas messerscharfen Raubtierzähnen. Silje gewöhnt Ayla sanft an weitere Menschen, aber die kleine Füchsin ist eigenwillig und nicht so anpassungsfähig wie ein Hund; sie folgt auf Ruf, wenn sie es will.

Foto: Silje Elin Matnisdal © Knaur Verlag 2019

Als Ayla größer geworden ist, nimmt Silje sie auf ausgedehnte Wanderungen mit und zeltet auch mit ihr, wobei Ayla schnell herausfindet, wie man die Zeltheringe heraus- zieht und das Zelt zu Fall bringt. Ayla kommt problemlos mit ein oder zwei zusätzlichen menschlichen Begleitpersonen und sogar mit deren Hunden zurecht, aber nicht mit großen Menschenansammlungen. Ayla ist eine ebenso schelmische wie unberechenbare Persönlichkeit, die auch von Silje Anpassungsfähigkeit verlangt.

Silje leint Ayla bei solchen Ausflügen mit einer sehr langen Schleppleine an, um nicht völlig die Kontrolle über die Füchsin zu verlieren, die in der freien Natur ganz in ihren Instinkten aufgeht und ausgelassen Mäuse jagt oder mit den befreundeten Hunden spielt.

Foto: Silje Elin Matnisdal © Knaur Verlag 2019

Bei einer Wanderung kurz vor Drucklegung des vorliegenden Buches entwischt Ayla mitsamt der Schleppleine. Wochenlang geht Silje die Wanderstrecke entlang und sucht unermüdlich nach Ayla, sie legt Futterköder aus und bittet über Facebook und Insta- gram um Hilfe. Doch trotz Suchplakaten, zahllosen freiwilligen Helfern und über- regionaler Berichterstattung und Anteilnahme bleibt Ayla verschwunden.

Vier Wochen nach ihrem Verschwinden findet ein Wanderer die tote Füchsin unter einem Wacholderbusch. Ayla hatte sich von ihrer langen Leine befreit und sich dennoch in ihr verheddert und dadurch stranguliert.

Das Buch dokumentiert Aylas Leben mit faszinierenden und anrührenden Fotos sowie Erfahrungsberichten und Anekdoten. Sachinformationen über Füchse und ihre Lebens- bedürfnisse sowie über die Grenzen der Zähmbarkeit eines Wildtiers runden Aylas Lebensgeschichte ab.

Es bleibt eine ethisch strittige Frage, ob man ein Wildtier als Haustier halten sollte. Ayla hatte bei Silje auf jeden Fall ein besseres und längeres Leben, als sie es in der Pelztier-farm gehabt hätte.

Silje partizipiert über die innige Verbundenheit und Nähe zu Ayla an deren Wildheit und instinktiver Wahrnehmung. Sie vertieft über den Tierkontakt gewissermaßen ihr eignes Naturerleben. Silje betont oft, wie sehr ihr Gefühl von Freiheit, Lebendigkeit und Natur-verbundenheit durch die Anwesenheit Aylas erweitert wurde. Wir können nicht wissen, wie Ayla die Anwesenheit von Silje empfunden hat. Auf den Fotos erscheint Ayla als Welpe anschmiegsam, verletzlich und schutzbedürftig und als ausgewachsene Füchsin ebenso verspielt und zugeneigt wie wild und ungezähmt – nur die Leine, die manchmal sichtbar ist, erscheint als Fremdkörper.

Es ist nicht leicht, Tierliebe von menschlicher Selbstfürsorge und Selbstbezogenheit zu trennen. Wer die Freiheit anleint, muß offenbar noch loslassen lernen!

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.droemer-knaur.de/buch/silje-elin-matnisdal-leiv-magnus-groette-ayla-meine-ungewoehnliche-freundschaft-mit-einem-jungen-fuchs-9783426214527

 

Die Halterin von Ayla:

»Silje Elin Matnisdal lebt auf einem Bauernhof unweit von Stavanger in südwestnorwegen und arbeitet als Logistikerin bei einem großen Maschinenbauunternehmen. Sie ist eine große Naturliebhaberin und Tierfreundin.«

Der Autor:

»Leiv Magnus Grøtte lebt in Hundvåg bei Stavanger und arbeitet in einer Werbeagentur. Er hat Silje und Ayla über Monate hinweg mit seiner Kamera begleitet.«

Querverweis:

Das Fotobuch von Cameron Bloom und Bradley Trevor GreivePenguin Bloom. Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete“ illustriert in Wort und Bild, daß die Rettung eines Wildtiers auch dann ein Menschenleben bereichern und heilsam ergänzen kann, wenn man dem liebgewonnenen Tier nach einer Phase der Schutzbedürftigkeit und Pflege die Freiheit läßt, wiederzukommen oder fernzubleiben. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/10/15/penguin-bloom/

 

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Der Tierigent

  • Text von Cornelia Boese
  • Illustrationen von Manuela Olten
  • Gerstenberg Verlag Juni 2019 www.gerstenberg-verlag.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 25 x 27 cm
  • 32 Seiten
  • durchgehend farbig
  • 14,00 € (D), 14,40 € (A), 19,50 sFr.
  • ISBN 978-3-8369-6025-0
  • Bilderbuch ab 4 Jahren

EIN  PLATZ  FÜR  DEN  SPATZ

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

„Der Tierigent“ zeigt Kindern in heiteren Bildern und – dank des gelungenen vers-förmigen Begleittextes von Cornelia Boese – auch sprachmelodisch, die Vielsaitigkeit von Musikinstrumenten. Der Hauptcharakter, ein niedlicher Spatz mit einem festlichen Zylinder auf dem Köpfchen, weckt spontan Sympathie und Empathie, und man wünscht ihm unwillkürlich, daß sein unermüdlicher musikalischer Eifer zum Ziel führen möge.

Im Stadtpark auf der Freilichtbühne probt eine Schar von Tieren für ein Konzert. Der Spatz möchte gerne mitmusizieren, aber egal bei welchem Tier er nachfragt: keines traut ihm ein Instrument zu.

Bei den Streichern wird ihm gesagt, er sei zu klein, für die Holzblasinstrumente fehlten ihm die Tatzen, für die Blechblasinstrumente fehlte ihm der lange Atem, das Schlagzeug ist dem Spatz zu laut, und auch ein zartes Schnabelzupfen an der Harfe führt nicht zum gewünschten Erfolg. Und von seinem Spatzentschilp-Gesang wollen die Musikantentiere auch nichts hören.

Inzwischen hat sich ein kunterbuntes Publikum eingefunden, und der betrübte Spatz setzt sich ganz still dazu.

Illustration von Manuela Olten © Gerstenberg Verlag 2019

Das Konzert beginnt, doch von Wohlklang und Harmonie ist es weit entfernt. Alle spielen durcheinander und versuchen sich zu übertönen. Da hat der Fuchs ein weises Einsehen, bittet um Ruhe und erklärt, daß sie einen Leiter brauchten, der über Einsatz, Rhythmus, Ton und Takt bestimmt, und er wüßte da auch schon:

 „ein künstlerisch begabtes Tier,
 das alle Instrumente kennt.
 Herr Spatz, sei du der Dirigent!“

Hochmotiviert betritt der Spatz die Bühne, verbeugt sich und dirigiert als wahres Natur-talent mit beflügeltem Rhythmus die Vielfalt der Instrumente und Musiker zu einem harmonisch-klangvollen und fröhlichen Miteinander.

Illustration: Manuela Olten © Text: Corneilia Boese © Gerstenberg Verlag 2019

Im Anschluß an die Geschichte werden die beanspruchten vierzehn Musikinstrumente (Tuba, Horn, Trompete, Posaune, Fagott, Klarinette, Oboe, Querflöte, Schlagzeug, Harfe, Geige, Bratsche, Cello, Kontrabaß) auf einer Doppelseite noch einmal solo in Wort und Bild dargestellt.

Illustration von Manuela Olten © Gerstenberg Verlag 2019

Die Illustrationen von Manuela Olten geben der Handlung ein farbenfrohes und dynamisches Bilderbuchbühnenbild mit abwechslungsreichen, lustigen Tiercharakteren.

Diese tierisch musikalische Geschichte wird von Cornelia Boese in heiteren Reimen und Dialogen erzählt, so daß die Sprache selbst – sofern der geneigte Vorleser redlich mitmacht – auch als Instrument erklingen kann.

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.gerstenberg-verlag.de/Kinderbuch/Bilderbuch/Der-Tierigent.html?noloc=1

Die Autorin:

»Cornelia Boese, geboren 1970 in Würzburg, studierte an der Hochschule für Musik und arbeitete als Opernsouffleuse, Bühnenmusikerin und Kinderkonzertmoderatorin. Seit 2015 lebt sie als freischaffende Dichterin. Der Tierigent ist ihr drittes Buch bei Gerstenberg.« http://www.boesesouffleuse.de/

Die Illustratorin:

»Manuela Olten, geboren 1970, ist Fotografin und Diplom-Designerin. Sie studierte Illustration an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, wo sie heute noch lebt. Manuela Olten wurde mit dem Troisdorfer Bilderbuchstipendium und dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet und war für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.«

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Zwei für mich, einer für dich

  • Text und Illustration von Jörg Mühle
  • Moritz Verlag 2018  www.moritzverlag.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 17,5 x 24,5 cm
  • 32 Seiten
  • ISBN 978-3-89565-357-5
  • 12,95 € (D), 13,40 € (A)
  • Bilderbuch ab 4 Jahren

V E R T E I L U N G S G E R E C H T I G K E I T

Bilderbuchbesprechung  von Ulrike Sokul ©

Gerechtes Teilen ist ein kindliches Alltagsthema, das durch eine abstandnehmende Betrachtung eine gewisse Entspannung erfahren kann. In Jörg Mühles Bilderbuch „Zwei für mich, einer für dich“ wird die Auseinandersetzung um gerechte Verteilung von Bär und Wiesel anschaulich und witzig vorgeführt.

Der Bär findet im Wald drei Pilze und trägt sie nach Hause. Dort nimmt das Wiesel die Pilze vorfreudig in Empfang und brät sie mit Gewürzen und Petersilie in der Pfanne.

Dann setzen sich die beiden an den tischtuchkarierten Tisch. Der Bär teilt dem Wiesel einen Pilz zu und sich selbst zwei, da er groß sei und viel essen müsse. Das Wiesel findet diese Aufteilung ungerecht und argumentiert, daß es mehr Pilze brauche, weil es klein sei und noch wachsen müsse.

Text und Illustration von Jörg Mühle © Moritz Verlag 2018

Beide finden immer neue und subjektiv durchaus plausible Argumente dafür, daß sie den gerechtfertigteren Anspruch auf die größere Pilzportion haben. Das lebhafte Argumente-Ping-Pong eskaliert, die beiden Freunde schreien sich wütend an, spießen abwechselnd den dritten Pilz auf ihre kampfbereiten Gabeln und bemerken dabei nicht, daß sich ein Fuchs anschleicht. Gerade als das Wiesel dem Bären die Freundschaft kündigen will, schnappt sich der Fuchs den dritten Pilz, verspeist ihn einfach und zieht sich winkend zurück.

Text und Illustration von Jörg Mühle © Moritz Verlag 2018

Empört schauen Bär und Wiesel dem Fuchs nach, kommen zur Besinnung, wünschen sich guten Appetit und lassen sich die beiden verbliebenen Pilze wohlschmecken.

Dann holt das Wiesel sogar noch Nachtisch: Drei leibspeisenverdächtige Walderdbeeren sind aufzuteilen …

Das Buch läßt offen, ob die beiden inzwischen gelernt haben, wirklich zu teilen, oder ob der Gerechtigkeitswettkampf nun wieder von vorne losgeht. Dies eröffnet dem Kind und dem Vorleser interessanten Gesprächsstoff und die Frage nach Ideen, wie man denn drei angemessen durch zwei teilen könnte.

Dieses Bilderbuch bietet reichlich familiären, kinderalltagstauglichen Identifikationsstoff und läßt Kinder mit heiterer Distanz auf einen Streit schauen. Als unbeteiligter Zuschauer ist solch eine Auseinandersetzung lustig und kann kindliche Betrachter durchaus zur Selbstreflexion animieren und konstruktive Lösungen finden lassen.

Die Argumentationsdialoge zwischen Bär und Wiesel sind wahrlich köstlich und ausgesprochen lebensnah, die Zeichnungen spiegeln ebenso die Streit- dynamik wie auch das wiederhergestellte harmonische Einvernehmen der beiden Freunde mit lebhaftem körpersprachlichen Ausdruck. Selten war es so vergnüglich, Lesezeuge eines Streits zu werden.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.moritzverlag.de/Alle-Buecher/Buecher-um-mit-Kindern-ins-Gespraech-zu-kommen/Zwei-fuer-mich-einer-fuer-dich.html

 

 

Der Autor und Illustrator:

»Jörg Mühle, geboren 1973 in Frankfurt am Main, studierte Illustration in Offenbach und Paris. Seit 2000 ist er Diplom-Designer und illustriert Bücher und Magazine. Er ist Mitglied der Frankfurter Ateliergemeinschaft labor, hat eine Tochter im besten Kinderbuchalter und wohnt fußläufig zum Moritz Verlag. Seine Pappbilderbücher übers Hasenkind erfreuen Kinder von Stockholm bis Tokio.«

Querverweis:

Hier entlang zu den putzigen Hasenkind-Pappbilderbüchern von Jörg Mühle:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/08/29/tupfst-du-noch-die-traenen-ab/

Und nachfolgend zu Megumi Iwasas Kinderbuch „Viele Grüße, deine Giraffe“, welches den Deutschen Jugendliteraturpreis 2018 erhalten hat und von Jörg Mühle illustriert wurde.
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/04/04/viele-gruesse-deine-giraffe/

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Das Seelenleben der Tiere

  • Liebe, Trauer, Mitgefühl – erstaunliche Einblicke in eine verborgene Welt
  • von Peter Wohlleben
  • Hörbuch
  • Gelesen von Peter Kaempfe
  • Produktion: Der Hörverlag 2016    http://www.hoerverlag.de
  • vollständige Lesung
  • Buchvorlage: Ludwig Verlag
  • 1 mp3-CD
  • Laufzeit: ca. 5 Stunden, 47 Minuten
  • 19,99 € (D), 22,50 € (A), 28,50 sFr.
  • ISBN 978-3-8445-2339-3
    Das Seelenleben der Tiere von Peter Wohlleben

T I E R F Ü H L S A M

Hörbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Peter Wohllebens Buch „Das Seelenleben der Tiere“ ist anschaulich, einfühlsam, informativ, kompetent, naturnah, spannend, sehr wissenswert und voller Respekt für alle zwei-, vier-, sechs- und achtbeinigen Lebewesen.

Dieses Hörbuch öffnet uns Augen, Ohren und Herz für den Empfindungsreichtum und die Glücks- und Leidensfähigkeit der Tiere. Peter Wohlleben, der 2015 mit seinem Buch „Das geheime Leben der Bäume“ die Spiegel-Bestsellerliste erobert hat, führt uns in seinem neuen Buch durch Wald und Flur, Weide und Stall, Haus und Hof sowie Stadt und Land.

Sogenannte zwischenmenschliche Qualitäten wie Liebe, Mitgefühl, Fürsorge, Altruismus und Dankbarkeit finden sich im Tierreich ebenso wie das gesamte Spektrum der Gefühle, das wir für uns als Zweibeiner gerne beanspruchen.

Der Autor erwähnt und zitiert zahlreiche wissenschaftliche Studien, die inzwischen beweisen, daß Tiere Schmerz, Angst und Trauer, Lust, Liebe und Freude fühlen, daß sie träumen und spielen sowie vorausschauend planen können.

Neben aktuellen Forschungserkenntnissen berichtet er lebhaft von den umfänglichen  persönlichen Beobachtungen und Erfahrungen, die er mit seinen eigenen Haus- und Hoftieren (Hunden, Hühnern, Ziegen, Pferden und Bienen…) und den Wildtieren (Eichhörnchen, Füchsen, Igeln, Rabenkrähen, Mardern, Rehen, Hirschen, Waldmäusen, Wildschweinen, Waldameisen…) seines  Forstreviers gesammelt hat.

Wir erfahren von aufopferungsvoller Mutterliebe bei Eichhörnchen, treuer Bindungs- liebe bei Raben, vom Reinlichkeitsbedürfnis von Haus- und Wildschweinen, von lügenden Hähnen, heimlich flirtenden Elstermännchen, flunkernden Kohlmeisen, Scham, Reue und Dankbarkeit bei Hunden, Gerechtigkeitsempfinden bei Pferden, individuellen Denkprozessen und Träumen bei schwarmintelligenten Bienen, tierischer Kindererziehung und Abstillung, von ausgeprägter Empathie bei Waldmäusen sowie von außergewöhnlichen artenübergreifenden Adoptionen.

Aus der Vielzahl der beschriebenen wilden Tiere picke ich hier nur exemplarisch die Rabenvögel auf. Kolkraben gehen nicht nur lebenslängliche Partnerschaften ein, sie haben auch ein Repertoire von über achtzig verschiedenen Ruftönen bzw. Raben- vokalen, und sie verfügen über einen Namen, d.h. einen speziellen Erkennungsruf, mit dem sie sich ankündigen und der zur Begrüßung erwidert wird. Dazu paßt, daß diese Vögel auch problemlos den Spiegeltest bestehen und sich selbstbewußt im Spiegelbild erkennen.

Peter Wohlleben stellt die menschlichen Kategorien der Einteilung von Tieren in soge- nannte Nützlinge und Schädlinge immer wieder in Frage und fragt zu Recht, wo wir uns als Menschen denn wohl einzuordnen hätten. Er kritisiert die gegenwärtige grausame Massentierhaltung und die Ignoranz von Politik, konventionellen Bauernverbänden und Konsumenten gegenüber der Schmerzempfindlichkeit und Leidensfähigkeit von Tieren. So dürfen beispielsweise Ferkel noch bis zum Jahr 2019 ohne Betäubung kastriert und Schalentiere lebend in kochendes Wasser geworfen werden, so daß sie einen minuten- langen qualvollen Tod erleiden.

In Anbetracht jahrtausendelanger menschlicher Jagdtraditionen ist es nicht verwun- derlich, daß Wildtiere unsere Nähe scheuen. Sie haben gelernt, daß wir eine tödliche Gefahr für sie sind, und sie verstecken sich vor uns. So sind beispielsweise Rehe, Hirsche und Wildschweine deshalb nachtaktiv, weil Menschen nachts nicht jagen.

Doch da in besiedelten Gebieten nicht gejagt (geschossen) werden darf, entdecken zugleich immer mehr Wildtiere die Stadtlandschaft als Lebensraum, zumal inzwischen die pflanzliche Biodiversität in Städten teilweise größer ist als in den industriell bewirtschafteten öden Monokulturen auf dem Lande. Beispielhaft sei hier nur die zunehmend erfolgreiche Stadtimkerei genannt.

Lehrreich sind im Gegenzug seine Erläuterungen zu den übertriebenen Ängsten, die Stadtmenschen vor Wildtieren hegen. Taucht ein Fuchs im Garten oder Park auf, fürchten die Menschen eine Infizierung mit dem Fuchsbandwurm. Tatsächlich kommt der Fuchsbandwurm in der Natur gar nicht so häufig vor.

Die Infektionskette funktioniert folgendermaßen: Mäuse dienen dem Fuchsbandwurm als Zwischenwirt, befallene Mäuse bewegen sich langsamer und werden leichter vom Fuchs gefangen und gefressen, und ein befallener Fuchs scheidet später mit dem Kot eine beträchtliche Masse Bandwurmeier aus. Es gibt indes auch viele Hunde, die Mäuse fangen und fressen, und diese scheiden dann ebenfalls Wurmeier aus. Somit geht  von Hunden – wenn sie nicht regelmäßig entwurmt werden – eine viel größere Ansteckungsgefahr aus.

Reflexionen über menschliche Liebe zu Tieren und tierische Liebe zu Menschen, über die Art und Weise der Nutzung und Züchtung von Tieren als Arbeitskräfte, Nahrungsmittel-lieferanten und Schmusetier sowie die Infragestellung der niedrigeren Bewertung von instinktivem Handeln im Vergleich zu bewußtem Handeln runden „Das Seelenleben der Tiere“ ab.

Der Hörbuchvorleser Peter Kaempfe trägt den Text mit seiner sonoren Stimme wohlakzentuiert, gekonnt und angenehm eingängig vor.

Anschaulich verbindet Peter Wohlleben viele interessante Einzelheiten zu einer sinnvollen ganzheitlichen Perspektive auf das faszinierende, facettenreiche und anrührende Empfindungsspektrum unserer Mitge- schöpfe. Mit seinen empathischen Erklärungen und Beschreibungen gelingt es dem Autor vorzüglich, den erfahrungsweltlichen Abstand zwischen Menschen und Tieren zu verringern und uns daran zu erinnern, wie innig unsere menschliche Entwicklungsgeschichte mit den Tieren verbunden ist.

Dieses Buch gehört für Leser/Hörer, denen die Daseinsbedürfnisse und Lebensrechte von Tieren etwas bedeuten, zweifellos zu den Nützlingen auf dem Buchmarkt. Daß sich dieses Buch und auch sein Vorgänger „Das geheime Leben der Bäume“ zu Langzeitbestsellern entwickelt haben, erfüllt mich mit Freude. Damit haben mich meine menschlichen Artgenossen endlich einmal positiv überrascht. Ich hoffe sehr, daß eine solche Lektüre/Auditüre einen nachhaltigen Einfluß auf empathisches Empfinden und Verhalten gegenüber Tieren haben wird.

 

Hier geht es zum Hörbuch und zur Hörprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.randomhouse.de/Hoerbuch-MP3/Das-Seelenleben-der-Tiere/Peter-Wohlleben/der-Hoerverlag/e508148.rhd

 

Das Seelenleben der Tiere von Peter WohllebenDie Buchausgabe ist im Juni 2016 im Ludwig Verlag erschienen:
Das Seelenleben der Tiere
Liebe, Trauer, Mitgefühl –
erstaunliche Einblicke in eine verborgene Welt
von Peter Wohlleben
gebunden, mit Schutzumschlag
240 Seiten
19,99 € (D), 20,60 € (A), 26,90 sFr.
ISBN 978-3-453-28082-3
Hier geht es zur Buchausgabe und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.randomhouse.de/Buch/Das-Seelenleben-der-Tiere/Peter-Wohlleben/Ludwig/e498201.rhd

Der Autor:

»Peter Wohlleben, Jahrgang 1964, wollte schon als kleines Kind Naturschützer werden. Er studierte Forstwirtschaft und war über zwanzig Jahre lang Beamter der Landesforstverwaltung. Um seine ökologischen Vorstellungen umzusetzen, kündigte er und leitet heute einen umweltfreundlichen Forstbetrieb in der Eifel, den er zu einem urwaldähnlichen Laubwald zurückgeführt hat. Er ist Gast in zahlreichen TV-Sendungen, hält Vorträge und Seminare und ist Autor von Büchern zu Themen rund um den Wald und den Naturschutz. Im Ludwig Verlag erschien 2015 sein Bestseller „Das geheime Leben der Bäume“. «  http://www.wohllebens-waldakademie.de

Der Vorleser:

»Peter Kaempfe ist seit 43 Jahren erfolgreicher Theater- und Filmschauspieler. Seine ausdrucksstarke Stimme ließ ihn zum erfolgreichen Kommentarsprecher in mehr als 800 Fernsehdokumentationen für alle deutschen Sendeanstalten werden. Außerdem ist er in über 300 Hörspielen und Hörbüchern zu hören und dazu immer wieder in vielen Live-Lesungen und Solo-Programmen zu erleben.«

Querverweis:

Ergänzend kann ich jedem noch das naturphilosophische, biopoetische Sachbuch „Alles fühlt“ von Andreas Weber sehr ans Herz legen: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/10/01/alles-fuhlt-neuausgabe/

Wer es mit den Tierrechten ethisch noch genauer nehmen möchte, befasse sich mit dem Buch von Hilal Sezgin: „Artgerecht ist nur die Freiheit“: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/03/19/artgerecht-ist-nur-die-freiheit/

Und für eine faszinierende und gelungene speziesübergreifende Perspektive empfehle ich den Roman „Die Bienen“ von Laline Paul: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/05/16/die-bienen/

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Nur ein Tag

  • Eine Geschichte von Martin Baltscheit
  • mit Bildern von Wiebke Rauers
  • nach einer Idee von Anna Gabbert
  • Dressler Verlag, Januar 2016   http://www.dressler-verlag.de
  • gebunden, Fadenheftung
  • 105 Seiten
  • durchgehend farbig illustriert
  • 12,99 € (D), 13,40 € (A)
  • ISBN 978-3-7915-2702-4
  • Kinderbuch ab 6 Jahren
    nur-ein-tag-titelbild-9783791527024

CARPE  DIEM!

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Die Geschichte vom warmherzigen Wildschwein und vom feschen Fuchs, die eine kleine, lebensfrohe Eintagsfliege mit einer Notlüge über die kurze Dauer ihres Daseins hinwegtäuschen, führt an einem einzigen Tag durch ein ganzes Leben.

Im Mai, zur Zeit der Morgendämmerung, sitzen Fuchs und Wildschwein auf ihren Klapp- stühlen am Ufer ihres Sees. Sie frühstücken genüßlich mit Tee und Trüffelpuffern und warten darauf, daß eine Eintagsfliege schlüpft. Das Wildschwein wendet ein, daß es die neue Eintagsfliege lieber nicht kennenlernen möchte, weil es schmerze, sie liebzuge- winnen, und wenn sie stürbe, müsse er wieder weinen. Der Fuchs sieht das pragma- tischer und meint: »Der Tod ist wie das Leben – unvermeidbar. Niemand weint über das Leben und deshalb sollte auch keiner über den Tod weinen.« (Seite 12)

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Illustration Wiebke Rauers © Dressler Verlag 2016

Also bleiben sie und schauen zu, wie aus einer Larve an einem Uferhalm eine Eintags- fliege schlüpft und ihre neugeborenen Flügel entfaltet. Es  ist ein wunderschönes Eintagsfliegenmädchen, mit rundem Gesicht und grünen Haaren, und das Wildschwein will sich schon wieder zurückziehen, um sich nicht sogleich zu verlieben. Doch dazu ist es zu spät.

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Illustration Wiebke Rauers © Dressler Verlag 2016

Die kleine Fliege spricht die beiden großen Tiere munter und neugierig an und erzählt ihnen, welch vollen Terminkalender sie habe. Beiläufig flirtet sie mit dem gar nicht abgeneigten Fuchs. Gerührt lauschen Fuchs und Wildschwein den hoffnungsvollen Lebenslaufplänen der kleinen Fliege und bringen es nicht übers Herz, ihr zu sagen, daß sie nur die Spanne eines einzigen Tages zur Verfügung habe.

Dementsprechend traurig schauen sie aus, und als das Eintagsfliegenmädchen sie fragt, warum sie solche Trauerklöße seien, behauptet das Wildschwein als spontane Ausrede, der Fuchs habe nur noch einen Tag zu leben.

Voller Mitgefühl vergießt die kleine Fliege einige Tränen und beschließt dann, unerschütterlich tätigkeitsfroh dabei zu helfen, diesen letzten Tag für den Fuchs zu einem besonders beglückenden Tag zu machen.

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Illustration Wiebke Rauers © Dressler Verlag 2016

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Illustration Wiebke Rauers © Dressler Verlag 2016

Das Wildschwein hat Bedenken, aber die gute Laune und heitere Verspieltheit der kleinen Fliege sind nicht aufzuhalten. Gewissermaßen im Zeitraffer wird der Fuchs von der Eintagsfliege eingeschult und lernt Rechnen, bis er Muskelkater im Kopf hat. Zum Ausgleich darf er eine Runde Hühner jagen – aber nur jagen, nicht fressen -, das bittet sich die friedliebende Eintagsfliege aus.

Sie spielen einen ganzen Lebenszyklus durch: »Der Stundenplan der Lebens füllt sich von selbst. Babys werden groß, Erwachsene werden kleinlich. Kinder machen sich lustig. Erwachsene machen sich Sorgen. Die Jugend hat ein Ziel, die Alten wandern. Alles passt in ein Leben, alles Leben passt in einen Tag und manchmal gibt eine kleine Fliege das Tempo vor.« (Seite 69)

Der Tag ist schon weit fortgeschritten, als sich der Fuchs verplappert und die kleine Fliege begreift, daß der Fuchs gar nicht sterben wird, sondern daß sie ihren ein und einzigen Tag mit zwei „Lügensäcken“ verplempert hat. Sie schwirrt wütend fort und trifft auf eine andere Eintagsfliege, die den ganzen Tag über nur düster die vergehende Zeit rückwärts zählend aufsagt und vor lauter Todesangst kein Fünkchen Freude im Leben sehen kann.

Während des Gesprächs mit der trübsinnigen Zeitansage-Düsterfliege erkennt die kleine Fliege, daß es Fuchs und Wildschwein nur gut mit ihr gemeint haben und daß sie einen wunderschönen, lebenslänglichen Tag mit den beiden verbracht hat. Außerdem fällt ihr noch ein wichtiger Sinn und Zweck ihres Daseins ein, um den sie sich umgehend kümmert …

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Illustration Wiebke Rauers © Dressler Verlag 2016

Am späten Abend treffen sich schließlich Wildschwein, Fuchs und Eintagsfliege versöhnlich am Ufer des Sees wieder. Fuchs und Wildschwein versprechen der kleinen Fliege feierlich, auf das Ei aufzupassen, das sie inzwischen in den See gelegt hat. Zum Abschied singen die beiden der Eintagsfliege ein Einschlaflied und bleiben bis zum endgültigen Ende bei ihr.

»Man nimmt Platz und sieht die Sonne hinter den Bergen einen rosaroten Himmel malen. Es ist der letzte Vorhang für die allerliebenswerteste Eintagsfliege, die sie je in ihrem Leben kennengelernt haben.« (Seite 91)

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Illustration Wiebke Rauers © Dressler Verlag 2016

Es ist eine Kunst, ernste Themen für Kinder mit heiterem Tiefsinn zu erzählen. Dies ist dem Autor hier wunderbar gelungen; die Dialoge sind ebenso amüsant wie gefühlvoll, die dramaturgische Abfolge der Erzähl- szenen ist flüssig und spannend, die Beziehungsdynamik psychologisch stimmig, der Humor feinsinnig und die Herzen der drei Hauptcharaktere sind sehr groß. Die Sprache ist auf leichte Weise anspruchsvoll und zugleich auf niveauvolle Weise einfach, gelegentliche Fremdwörter werden im Verlaufe der Erzählung jedoch immer beiläufig erklärt, und poetische Passagen kommen auch zu Wort.

Der Traumberuf der kleinen Eintagsfliege ist Dompteuse für fleisch- fressende Pflanzen. Solche einfallsreichen Details zeugen von origineller und einfühlsamer Phantasie und erfreuen das kindliche Gemüt.

Ein erwähnenswertes buchgestalterisches Detail ist die Farbgebung des Textes. Sämtliche Sprech- und Denktexte der Eintagsfliege sind in grüner Farbe gedruckt, und die Wortbeiträge der trübseligen Eintagsfliege erscheinen in dunkelblauer Farbe.

Die durchgehend farbenfrohen Illustrationen von Wiebke Rauers geben Wildschwein, Fuchs und Eintagsfliege lebhafte Gestalt. Sie sind ausdrucks- voll, witzig, gefühlsecht in Körpersprache und Mimik, und die kleine Ein- tagsfliege ist ihr wirklich sehr niedlich und „allerliebenswertest“ gelungen.

Die Lebensbegeisterung und Daseinsintensität der kleinen Eintagsfliege sind überaus anrührend, die Großzügigkeit, mit der sie sich dem Leben, der Freundschaft und dem Beglücken hingibt, ist geradezu vorbildlich, und zwar ebenso für kleine Kinder wie für große Kinder und für Erwachsene.

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.oetinger.de/buch/nur-ein-tag/9783791527024

Der Autor:

»Martin Baltscheit ist ein ganz und gar erstaunlicher Fuchs: er schreibt Bücher, Theaterstücke, Hörbücher und macht Filme für Kinder und Jugendliche. Für seine Arbeiten hat er viele Preise erhalten, darunter alle deutschen Staatspreise, wie den Deutschen Jugendliteraturpreis, den Deutschen Kurzfilmpreis und den Deutschen Jugendtheaterpreis. Jetzt liegt sein erfolgreichstes Kindertheaterstück, »Nur ein Tag«, endlich in Buchform vor. Martin Baltscheit lebt mit seiner Familie in Düsseldorf.«  http://www.baltscheit.de/

Die Illustratorin:

»Wiebke Rauers, geboren 1986, studierte Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Illustration in Düsseldorf. Nach ihrem Diplom 2011 zog sie nach Berlin und arbeitete fünf Jahre als Charakterdesignerin in einem Animationsfilmstudio. Seit 2015 ist sie Freiberuflerin in Berlin und arbeitet an Apps, Ausstellungen und allem, was mit Illustrieren zu tun hat. »Nur ein Tag« ist das erste Kinderbuch, das sie illustriert hat.«

»Für die Coverillustration des Buches „Nur ein Tag“ (Dressler) von Martin Baltscheit wurde die Illustratorin Wiebke Rauers mit dem Carl-Buch-Preis 2016 ausgezeichnet. Zum zweiten Mal wurde der Preis im Rahmen des Hamburger Lesefestes „Seiteneinsteiger“ für die beste Kinderbuch-Coverillustration verliehen. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und wurde am 13. Oktober 2016 beim Empfang des „Seiteneinsteiger“-Lesefestes an die Illustratorin Wiebke Rauers überreicht.
http://www.dressler-verlag.de/startseite/newsdetailseite/vonseite/501/artikel/carl-buch-preis-2016-geht-an-wiebke-rauers.html
Aus der Jurybegründung:
„Eine mit interessanten Charakteren und großartigen Farben komponierte Coverillustration, die sowohl Erwachsene als auch Kinder anspricht.“«

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Illustration Wiebke Rauers © Dressler Verlag 2016

Querverweise:

Hier folgen ergänzende Links zu weiteren Kinderbüchern zu den Themen: Abschied, Tod und Trauer:

Ente, Tod und Tulpe
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/06/13/ente-tod-und-tulpe/
Erik und das Opa-Gespenst

https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/12/05/erik-und-das-opa-gespenst/
Kleiner Fuchs Großer Himmel
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/11/23/kleiner-fuchs-grosser-himmel/
Oma trinkt im Himmel Tee
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/11/26/oma-trinkt-im-himmel-tee/
Opa Meume und ich 
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2013/02/20/opa-meume-und-ich/
Der Tod auf dem Apfelbaum
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/03/20/der-tod-auf-dem-apfelbaum/
Überall & Nirgends / Gedichte über Tod und Trauer
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/07/03/ueberall-nirgends/
Wie lange dauert Traurigsein?
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/12/03/wie-lange-dauert-traurigsein/

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