Ein Mädchen namens Willow

  • von Sabine Bohlmann
  • mit Illustrationen von Simona Ceccarelli
  • PLANET! Verlag, Januar 2020 www.planet-verlag.de
  • gebunden
  • 256 Seiten
  • Format: 148 x 210 mm
  • 13,00 € (D), 13,40 € (A), 19,50 sFr.
  • ISBN 978-3-522-50664-9
  • Kinderbuch ab 10 Jahren

VON  HEXE  ZU  HEXE

Kinderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Dieses Kinderbuch wahrt eine zauberhafte Balance zwischen Magie und Wirklichkeit und vermittelt eine positive Vorstellung von Hexen als weisen und heilkundigen Frauen. Naturbeziehungsfähigkeit und elementare Zauberkräfte gehen hier Hand in Hand mit kindlicher Lebensfreude, Entdeckungslust, Freundschaftsfindung und Humor.

Das Mädchen Willow zieht mit ihrem Vater in ein altes Haus, das er von seiner Tante Alwina geerbt hat. Willow hatte schon als kleines Kind in diesem Haus gelebt; doch nach dem plötzlichen Unfalltod ihrer Mutter zog es der Vater vor, an anderen Orten zu leben, da ihn dieser heimatliche Ort auf Schritt und Tritt an seine verstorbene Frau erinnerte. Die Arbeit als Auslandskorrespondent brachte es mit sich, daß er und Willow häufig den Wohnort wechselten. Nun will er jedoch an diesen vertrauten Ort zurückkehren und der inzwischen elfjährigen Willow ein beständiges Zuhause bieten.

Tante Alwina hat den zum Haus gehörigen Wald ausdrücklich ihrer Nichte Willow vererbt, und diese erkundet mit aufgeschlossenem Herzen für die Schönheit der Natur ihr neues Reich. Unterwegs bemerkt sie einen Fuchs, der sie neugierig beobachtet. Nach und nach erinnert sie sich auch wieder an ihre Tante, an bestimmte Bäume und an ihre kindlichen Spiele in diesem Zauberreich. Am nächsten Tag setzt Willow die Inspektion ihres Erbes fort und begegnet wieder dem zutraulichen Fuchs. Diesmal führt er sie zu einem verborgenen, von Efeu und Heckenrosen umrankten kleinen Holzhaus.

In diesem malerischen Hexenhäuschen findet Willow u.a. geheimnisvolle alte Bücher, die sich unerklärlicherweise nicht öffnen lassen, und ein Foto, das ihre noch junge Tante zusammen mit drei weiteren jungen Frauen zeigt, sowie eine kleine abgeschlossene Holztruhe, in die Willows Name hineingeschnitzt wurde.

Im Inneren der Truhe liegt ein dickes, ledergebundenes Buch, das auf seiner Buch-deckelmitte ein Muster aus ineinander verwobenen Spiralen trägt und in den vier Ecken des Buchdeckels vier unterschiedliche Symbole für die vier Elemente. Die Truhe enthält außerdem eine Glaskugel, eine Kupferschale, einen Flacon und vier Ketten mit Amu- letten, die vier Symbole zeigen, welche denen vom Dekor des Buches entsprechen. Die größte Überraschung ist für Alwina allerdings der an sie adressierte Brief ihrer Tante.

Aus diesem Brief erfährt Willow, daß sie die Hexenkraft ihrer Tante geerbt habe. Der Brief enthält präzise und liebevoll formulierte Anweisungen, wie diese Kraft – sofern Willow willens ist, sie anzunehmen und konstruktiv zu nutzen – auf sie übertragen werden kann. Als zuverlässiger Ratgeber fungiert das Buch mit den Symbolen. Dieses Buch mit dem Namen „Grimmoor“ beschriftet sich selbst – in federleichter Schönschrift – und beantwortet auf diese buchstäbliche Weise Willows Fragen, gibt Hinweise auf die nächsten magischen Schritte, erklärt Rituale und gemahnt freundlich und bestimmt, immer wieder daran, daß Willow für Problemlösungen, Beurteilungen und Entschei- dungen aufmerksam ihr Herz befragen solle.

So erfährt Willow beim Hexenkraftübertragungsritual, daß ihr Element das Feuer ist und ihr Krafttier der Fuchs. Um die volle Hexenkraft zu erreichen, muß sie drei weitere Mäd-chen finden, die ebenfalls über eine familiäre Hexenbegabung verfügen und die den drei Elementen Luft, Wasser und Erde zugehörig sind.

Die Suche nach diesen Hexenmädchen führt zu einigen Mißverständnissen, da Willow anfangs noch allzu vordergründig und naiv vorgeht. Doch sie lernt aus den Fehlern und Komplikationen und findet nach und nach die richtigen Hexentalente: Die luftige Valentina ist die erste Verbündete, dann folgt Gretchen, die das Wasser beherrscht, und schließlich Lotti, die für das Element Erde zuständig ist. Von Vollmondritual zu Voll- mondritual wachsen die vier Elemente zusammen, und auch die Freundschaft und Vertrautheit zwischen den Mädchen vertieft sich. 

Die Bündelung der Kräfte kommt genau zur rechten Zeit, denn geschäftstüchtige Immobilieninvestoren wollen Willows Vater das Waldgrundstück abkaufen und den Wald abholzen, um dort ein Einkaufszentrum zu bauen. Doch dank Hexenbuchweisheit und vereinter Hexenkraft wachsen in Willows Wald gleich vier seltene und gefährdete Pflanzen, die auf der Roten Liste stehen. Somit wird der Wald zu einem privaten Naturschutzgebiet, und ein Verkauf und eine Abholzung kommen keinesfalls mehr in Frage. Diese gute Nachricht nehmen die Junghexen sogleich zum Anlaß, ein kleines Freudenfest mit Mondlicht-Picknick zu feiern.

Sabine Bohlmann erzählt eine spannende und herzerwärmende Geschichte über Freundschaft, Naturverbundenheit und Magie. Sie wartet ebenso mit phantasievollen Details und attraktiven Zauberrequisiten auf wie mit scha- manischen Anfängerkenntnissen, Mondphasen- und Heilpflanzenwissen.  

Die verwendeten Anrufungen, Hexensprüche und Zauberformeln erscheinen in einfachen Reimen. Auch wenn das Versmaß manchmal etwas hinkt und stolpert, so trägt die Reimform dennoch wesentlich zu einer magischeren Sprachklangebene bei.

Die Illustrationen von Simona Ceccarelli geben den Charakteren und ele- mentaren Saiten der vier Hexenmädchen, den magischen Requisiten und den Krafttieren anschaulich Gestalt. Bemerkenswert sind zudem die illustrierten Buchseiten mit den nächtlichen Szenen, auf denen der Text weiß auf schwarz gedruckt ist, und deren „Lichteffekte“ ganz besonders geheimnisvoll wirken.

Der rote Faden dieser Geschichte ist keineswegs die aggressive Machtaus- übung mit Hilfe von Magie, sondern zwischenmenschliches sowie natur- verbundenes Feingefühl und Miteinander und eine ausgeprägte Herzens- orientierung, die das Werkzeug Magie gleichermaßen in den Dienst des persönlichen menschlichen Lebens wie in den des umfassenderen natürlichen Lebens stellt.

 

»Es gibt Wissende, Unwissende, glaubende Wissende und wissende Wissende, und dann sind da noch die hoffenden Unwissenden, Scharlatane und Möchtegern-Magier, aber die echten, wissenden wissenden Magier, die Hexen, Hexer, Zauberer und Zauberinnen, arbeiten alle mit der Energie der Erde.« (Seite 173)

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.thienemann-esslinger.de/planet/buecher/buchdetailseite/ein-maedchen-namens-willow-isbn-978-3-522-50664-9/

 

Die Autorin:

»Geboren wurde Sabine Bohlmann in München, der schönsten Stadt der Welt. Als Kind wollte sie immer Prinzessin werden. Stattdessen wurde sie (nachdem sie keinen Prinzen finden konnte und der Realität ins Auge blicken musste) Schauspielerin, Synchronsprecherin und Autorin und durfte so zumindest ab und zu mal eine Prinzessin spielen, sprechen oder über eine schreiben. Geschichten fliegen ihr zu wie Schmetterlinge. Überall und zu allen Tages- und Nachtzeiten (dann eher wie Nachtfalter). Sabine Bohlmann kann sich nirgendwo verstecken, die Geschichten finden sie überall. Und sie ist sehr glücklich, endlich alles aus ihrem Kopf rausschreiben zu dürfen. Auf ein blitzeblankes, weißes – äh- Computerdokument. Und das Erste, was sie tut, wenn ein neues Buch in der Post liegt: Sie steckt ihre Nase ganz tief hinein und genießt diesen wunderbaren Buchduft.«
https://www.sabinebohlmann.com/

Die Illustratorin:

»Nach einem halben Leben als Medizinalchemikerin hat Simona Ceccarelli den Laborkittel gegen den Bleistift eingetauscht, um ihrem Kindheitstraum nachzugehen. Ausgerüstet mit einem Diplom in Illustration und Concept Art der Academy of Arts University in San Francisco illustriert sie seit 2016 Bücher, Spiele und andere Produkte für Kinder. Simona Ceccarelli lebt mit ihrem Mann, zwei Kindern, drei Nationalitäten und vier Sprachen in Basel.«

 

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Giesbert und der Gluckerbach

  • Text und Illustration von Daniela Drescher
  • Band 3 mit Giesbert dem Regenrinnenwicht
  • Verlag Urachhaus, Juni 2020  www.urachhaus.com
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 17 x 24 cm
  • 96 Seiten
  • durchgehend farbig illustriert
  • 18,00 € (D), 18,50 (A)
  • ISBN 978-3-8251-5248-2
  • Kinderbuch ab 5 Jahren

NEUES  VOM  REGENRINNENWICHT

Kinderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Giesbert der Regenrinnenwicht, der bei der Autorin und Illustratorin Daniela Drescher im Garten und in der Regentonne lebt, hat wieder einige neue Erfahrungen gemacht, die uns Daniela Drescher nun lebhaft erzählt und ermalt.

So hat Giesbert sogar den Garten zum ersten Mal verlassen, weil er einer Entenmutter mit ihren Küken zum nahegelegenen (nur für Menschenfüße nahegelegen, für Wichtel-füße ist es schon eine ganz ordentliche Wegstrecke) Gluckerbach gefolgt ist. Während die Entenmutter noch nach einer flachen Stelle sucht, um den Schwimmunterricht mit den Küken zu beginnen, fällt ein Küken plötzlich in den Bach und wird von der Strömung mitgerissen. Giesbert springt sofort hinterher – immerhin ist Wasser sein Element -, um das Küken zu retten. Doch das Fließgewässer ist auch für Giesbert eine Herausforde-rung, und es gelingt ihm erst nach einer ganzen Weile, sich gemeinsam mit dem Küken und mit Hilfe eines überragenden Astes aus der Strömung zu ziehen.

Auf dem Weg nach Hause treffen sie einen freundlichen Biber, der sie zu einem leckeren Brunnenkresse-Frühstück in seinen Biberbau einlädt. Nun sind die Beiden gestärkt und gehen frohen Mutes weiter. Sie begegnen einem Eisvogel, einem Frosch, einer Ringel-natter und einer Wasseramsel, und sie bewundern eine Gruppe Libellen, die übers Wasser tanzen; aber der Weg zum heimischen Garten wird Giesbert doch recht lang.

Zum Glück naht da schon Giesberts Freund, der alte Kater Munz, der sich auf die Suche nach Giesbert gemacht hatte, da er nicht wie sonst üblich zum Frühstück erschienen war. Giesbert und das Küken steigen auf den Rücken des Katers. So kommen sie deutlich schneller voran und werden zu Hause freudig empfangen.

Illustration von Daniela Drescher © Verlag Urachhaus 2020

Im heimischen Garten kümmern sich neben Giesbert allerlei Krautwichte und Wichte- linen und Elfen um das Gedeihen der Pflanzen. Giesbert inspiziert alltäglich die Beete, plaudert hier und da und dort mit der Wichtelnachbarschaft und mit allerlei Tieren. Mal braucht ein Gartenschläfer zauberhafte Unterstützung beim Nestbau, mal lernt er eine verirrte Schild kröte kennen und mal hilft er einem Igel beim Laubsammeln für sein Winternest.

Illustration von Daniela Drescher © Verlag Urachhaus 2020

Manchmal braucht Giesbert Hilfe von der Autorin. Bei Bauchweh bittet er sie nämlich, ihm einen Fencheltee zu kochen. Daniela Drescher näht ihm sogar noch ein sanft wärmendes Kirschkernkissen – bei solcher Pflege wird der Wicht schnell wieder gesund und munter. Und einen kleinen Reim gibt es als Nebenwirkung ebenfalls:

»Tut dir mal das Bäuchlein weh,
trinke etwas Fencheltee.

Und rumpelt es in deinem Bauch,
hilft ein Kirschkernkissen auch.«

(Seite 75)

 

Illustration von Daniela Drescher © Verlag Urachhaus 2020

Illustration von Daniela Drescher © Verlag Urachhaus 2020

In einer sommerlichen Sternschnuppennacht zeigt sich Giesberts glückliche Genüg- samkeit. Nach der zweiten Sternschnuppe fällt ihm gar kein Wunsch mehr für sich selbst ein, und so sammelt er bei den Gartentieren Wünsche und schickt bei den nachfolgenden Sternschnuppensichtungen freudig diese Wünsche ins Weltall.

Illustration von Daniela Drescher © Verlag Urachhaus 2020

Als kleine Zugabe für kindliche Giesbert-Kenner beantwortet die Autorin im Anschluß an die Geschichten noch drei häufig gestellte Kinderfragen zu Giesbert. Wir erfahren, ob Giesbert überhaupt Haare unter seinem Hut hat, von welcher Pflanze sein Blätterhut ist und ob er wirklich bei Daniela Drescher wohnt.

Ich bin zwar schon erwachsen, gleichwohl hoffe ich, daß Giesbert noch lange bei Daniela Drescher verweilt und natürlich-märchenhaften Stoff für weitere Geschichten liefert.

Giesbert ist ein sehr sympathisches Wesen, er ist naturverbunden, mitfühlend, lebens- bejahend, entdeckungsfreudig, verspielt, hilfsbereit, heiter und zugewandt, ja, einfach unwiderstehlich wichtelig.

Daniela Drescher erzählt feinsinnig, vielschichtig und warmherzig, mit augenzwinkerndem Humor. Die Episoden haben eine übersichtliche Länge, sie sind durchgehend farbig illustriert – oft ganzseitig – und begleiten das schelmische Lese- und Vorlesevergnügen mit atmosphärischen Bühnen- bildern. Die Illustrationen sind botanisch und zoologisch ebenso präzise wie märchenhaft-stimmungsvoll.

Daniela Drescher gelingt es wieder und wieder, in Wort und Bild Alltäg- liches und Natürliches ins poetische Licht zu rücken und konstruktiv-kommunikatives Miteinander gefühlsecht darzustellen – so werden die kindliche Phantasie bereichert, Herzensbildung gefördert und magische Naturverbundenheit sanft vermittelt.

 

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.urachhaus.de/Lesen-was-die-Welt-erzaehlt/Daniela-Drescher/Giesbert-und-der-Gluckerbach.html

 

Hier entlang zum ersten Band „Giesbert in der Regentonne“:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/11/10/giesbert-in-der-regentonne/
und zum zweiten Band „Giesbert hört das Gras wachsen“:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/10/10/giesbert-hoert-das-gras-wachsen/

Die Autorin & Illustratorin:

»Daniela Drescher, geboren 1966, ist eine international gefeierte Illustratorin und Autorin. Ihre Bilderbücher und illustrierten Kinderbücher bestechen durch einen Stil, der Kinder wie Erwachsene weltweit anspricht. In ihren mittlerweile über 40 Büchern ver-mittelt sie ihren jungen Lesern einen unmittelbaren Zugang zur Natur sowie zu sozialen Themen. Darüber hinaus setzt sie sich regelmäßig für Naturschutzorganisationen ein. «

Illustration von Daniela Drescher © Verlag Urachhaus 2020

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Kann ich das essen – oder bringt mich das um?

  • Essbare und giftige Wildpflanzen erkennen
  • von Katrin und Frank Hecker
  • Kosmos Verlag 2020   www.kosmos.de
  • Klappenbroschur
  • Format: 216 x 186 x 14 mm
  • 144 Seiten
  • 300 Farbfotos
  • 17,00 €
  • ISBN 978-3-440-16326-9

AUGEN  AUF  BEI  DER  WILDPFLANZENERNTE

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Mit diesem Buch können botanische Anfänger eine beachtliche Anzahl von eßbaren und nicht eßbaren Wildpflanzen kennen und erkennen lernen. Sehr anschaulich wird ver-mittelt, wie man die genießbaren Pflanzen von ähnlich aussehenden giftigen Doppel-gängern unterscheidet. Im Zweifelsfalle – so raten die Autoren wiederholt – läßt man einfach die Finger von einer Pflanze, die man nicht sicher einordnen kann, denn leichtsinnige Kostproben könnten lebensgefährlich werden.

Zwar riechen und schmecken viele Giftpflanzen unangenehm, wie beispielsweise der Gefleckte Schierling, dessen Blüten, wenn man sie zerreibt, nach Mäuseurin riechen, andere hingegen, etwa die schwarzen Beeren der Tollkirsche und die roten Beeren des Aronstabs, schmecken süßlich und schauen auch recht appetitlich aus, sind aber für Menschen giftig.

Doch hinsichtlich der eßbaren Wildpflanzen ist Achtsamkeit ebenfalls wichtig. Wild-pflanzen sollen nur eine Ergänzung zu unserem Speiseplan sein und nicht die Haupt-nahrungsquelle. Also pflücke man nur kleine Mengen und verschwende nichts.

Die Autoren ordnen die vorgestellten Wildpflanzen systematisch nach Jahreszeitenvor-kommen – differenziert nach eßbaren Blüten, Wurzeln, Samen und Früchten. Wir er-fahren,  welche Pflanzenteile besser frisch und roh, welche besser gekocht oder getrock-net zu nutzen sind. Es gibt Rezepte für die Zubereitung von Marmeladen, Chutneys, Kräuter- und Blütensalzen sowie Hinweise zum Einlegen in Öl, Essig und Alkohol und Anleitungen für Teezubereitungen und Wurzelkaffees.

Viele Wildpflanzen verfügen zudem über heilsame Substanzen, die man sich neben dem kulinarischen Genuß ebenfalls einverleiben kann.
 
So lernen wir etwa, daß vom Gänseblümchen alle oberirdischen Pflanzenteile eßbar sind und sich die Blüten nicht nur als dekorative und schmackhafte Salat- und Suppenzutat eignen, sondern sich zudem in Form von Teeaufguß oder Ölauszug als Heilmittel zur bronchialen Schleimlösung, als Kräftigungsmittel für die Magen- und Darmschleimhaut sowie als äußeres Heilmittel bei Hautverletzungen und Ekzemen anbieten. Die Brennes- sel ist ein reichhaltiger Nährstofflieferant, und Scharbockskraut bietet viel Vitamin-C usw…

Nach den Frühjahrspflanzen (Wiesen-Schaumkraut, Hirtentäschel, Gundermann, Vogel- miere, Wald-Sauerklee, Knoblauchsrauke, Giersch, Spitzwegerich, Löwenzahn, Weg- warte, Schnittlauch, Waldmeister, Bärlauch sowie diversen eßbaren Blättern von Bäu- men und Büschen) folgen die Sommerpflanzen (Schwarzer Holunder, Echte Kamille, Nelkenwurz, Wasserminze, Johanniskraut, Mädesüß, Wilder Dost, Brunnenkresse, Sauerampfer, Beifuß, Queller, Wiesen-Pastinak, Rot-Klee, Feld-Thymian, Schafgarbe, Wilde Möhre, Nachtkerze, Königskerze) und diverse weitere eßbare Blüten, Wurzeln und Samen.

Sodann folgt ein bunter Reigen giftiger Pflanzen, die in bebilderten Kurzsteckbriefen mit sinnlichen Details zur Unterscheidung von ähnlich aussehenden eßbaren Pflanzen be-schrieben werden.

Für den Spätsommer und Herbst gibt es eine ausführliche Lektion über eßbare Beeren, Wildfrüchte und Nüsse, gefolgt  von Kurzsteckbriefen über giftige Beeren und Früchte. Auch hier wird detailliert auf Verwechslungsmöglichkeiten mit eßbaren Früchten hingewiesen.

Ein alphabetisches Register der vorgestellten Pflanzenarten und Rezepte hilft beim gezielten Nachschlagen. Hinweise auf weiterführende und ergänzende Literatur sowie Adressen von Vergiftungs-Informationszentralen runden das Wissensangebot sinnvoll ab.  

„Kann ich das essen – oder bringt mich das um?“ wartet mit anwendungs- freundlich-aussagekräftigen Bestimmungsfotos und eingängigen bota- nischen Beschreibungstexten auf. Die Informationen sind ganzheitlich-vielfältig, ohne zu überfrachten. Die Darstellung ist in Wort und Bild sinnlich ansprechend und animierend – so macht Pflanzenlernen Freude! Das Risiko, sich zu vergiften, dürfte nach der aufmerksamen Lektüre dieses Buches verschwindend gering sein.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.kosmos.de/buecher/ratgeber-naturfuehrer/natur/pflanzen/11098/kann-ich-das-essen-oder-bringt-mich-das-um

 

Die Autoren:

»Katrin und Frank Hecker sind Diplom-Biologen mit den Schwerpunkten Botanik, Zoologie und Meeresbiologie. Gemeinsam leben und arbeiten sie als Naturfotografen und Autoren auf ihrem Wildwuchs-Grundstück mit Wald, Bach und Wiesen im schleswig-holsteinischen Panten. Im Rhythmus der Natur heimische Kräuter, Wurzeln und Früchte zu sammeln gehört zu ihrem Leben ebenso selbstverständlich dazu wie ihre zwei Kinder, eine Schar Hühner, Schafe und Hunde. Liebend gern geben sie ihr über viele Jahre gewachsenes Wissen über die kostbaren Naturschätze an ihre Leserinnen und Leser weiter. Ihre an die 50 verschiedenen Sachbücher für Kinder und Erwachsene wurden in viele  verschiedene Sprachen übersetzt und die Naturfotos aus ihrem umfangreichen Bildarchiv erscheinen regelmäßig in namhaften Zeitschriften und Sachbüchern.«
Kontaktadressen:  www.naturfoto-hecker.de
www.facebook.com/katrinundfrank.hecker: „naturverbunden“

 

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Pflanzen für Schmetterlinge

  • Wie Sie in Ihrem Garten ein Flattern erzeugen
  • von Jane Moore
  • Originaltitel: »Planting for Butterflies«
  • Übersetzung aus dem Englischen von Anke Wagner-Wolff
  • illustriert von James Weston Lewis
  • Gerstenberg Verlag, Mai 2020 www.gerstenberg-verlag.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • 144 Seiten
  • Format: 13,5 x 18,5 cm
  • 18,00 € (D), 18,50 €(A), 24,50 sFr.
  • ISBN 978-3-8369-2170-1

S C H M E T T E R L I N G E  F Ü T T E R N

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Wer dem dramatischen Verlust natürlicher Lebensräume und Artenvielfalt entgegen-wirken möchte, kann damit tatsächlich im eigenen Garten, ja, sogar auf dem Balkon anfangen. Es ist leicht, Pflanzen für Schmetterlinge und auch für Raupen im Garten oder auch in Pflanztöpfen anzusiedeln. Man muß nur wissen, welche Pflanzen sich dafür eignen. „Pflanzen für Schmetterlinge“ bietet einen übersichtlichen Einstieg in die Gestal-tung eines schmetterlingseinladenden Lebensraumes.

Einleitend werden uns dort Grundzüge zur Biologie der Schmetterlinge und ihrem faszinierenden Entwicklungszyklus von der Raupe über die Verpuppung bis zum Schmetterling vermittelt. Es überrascht vielleicht, daß von den rund 3700 einheimischen Schmetterlingsarten nur rund 190 zu den Tagfaltern gehören. Die Mehrheit der Falter gehört also zu den Nachtschwärmern und ist dadurch zumindest für den Laien etwas schwieriger zu beobachten. Dennoch lohnt sich beispielsweise die Anpflanzung von Nachtkerzen, die sich auf die Bestäubung durch Nachtfalter spezialisiert haben und dementsprechend auch erst zur Abenddämmerung ihre Blüten öffnen.

 

Illustration von James Weston Lewis © Gerstenberg Verlag 2020

Eine kleine Anatomie des Schmetterlings wird ergänzt um zehn wichtige Fakten über diese Falter. Beispielsweise lernen wir hier, daß Schmetterlinge mit den Füßen schmecken, daß sie kurzsichtig sind und die Farben Rosa, Lila, Gelb und Weiß bevor-zugen.

Während die Raupen meist nur ein oder zwei Futterpflanzen verspeisen, trinken Schmetterlinge den Nektar diverser Blüten. Gutes Raupenfutter bieten beispielsweise Efeu, Kapuzinerkresse, Stechpalme, Veilchen, Nachtviolen, Sauerampfer, Borretsch, Brennesseln und Brombeersträucher.

Illustration von James Weston Lewis © Gerstenberg Verlag 2020

Eine kleine Auswahl häufiger Tag- und Nachtfalter mit den jeweilig bevorzugten Raupen- und Schmetterlingsfutterpflanzen werden in Kurzportraits dargestellt. Danach folgen Portraits beliebter Schmetterlingspflanzen: Schmetterlingsflieder, Fetthenne, Skabiosen und Knautien, Patagonisches Eisenkraut, Astern, Spornblumen, Goldlack, Dost, Lavendel und Disteln.

Ergänzend sind klassische Küchenkräuter (Rosmarin, Schnittlauch, Thymian, Minze, Zitronenverbene) förderlich und – je nach Standortbedingungen – Kletterpflanzen wie Efeu, Geißblatt und Hopfen. Wer viel Platz zur Verfügung hat, kann eine Wildblumen-wiese anlegen oder zumindest einige Wildblumen (Schafgarbe, Kornblume, Schlüssel-blume, Veilchen) ins Staudenbeet integrieren oder sogar eine blühende Hecke aus Weißdorn, Brombeeren u.a. Wildsträuchern pflanzen.

Illustration von James Weston Lewis © Gerstenberg Verlag 2020

Hinweise und Adressen zu weiterführenden und vertiefenden Informationen, Literatur-empfehlungen, Unterrichtsmaterial zum Natur- und Schmetterlingsschutz und Bezugs-quellen für Schmetterlingspflanzen runden den Wissenshorizont sinnvoll ab.

Die hübschen Illustrationen von James Weston Lewis geben Schmetterlinge und Pflan- zen in einer graphisch stilisierten und farblich reduzierten Weise wieder, was den Wiedererkennungseffekt für Anfänger leider mindert.

Gleichwohl finden sich in diesem Buch viele anschaulich-praktische Anregungen für ein ebenso ökologisch-nützliches wie ästhetisch-ansprechendes Schmetterlingsbüfett.

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.gerstenberg-verlag.de/index.php?id=detailansicht&url_ISBN=9783836921701&highlight=schmetterlinge

 

Die Autorin:

»Jane Moore ist seit 30 Jahren engagierte Gärtnerin. Einst beaufsichtigte sie den Garten einer Benediktinerabtei, später wurde sie Autorin für Gartenmagazine und Redakteurin für Gartensendungen der BBC. Moore verfügt über ein erstaunliches Pflanzenwissen, das sie mit Begeisterung an andere weitergibt.«

Querverweis:

Wer mehr Schmetterlinge nebst ihren bevorzugten Nahrungspflanzen kennenlernen möchte, möge sich in das ausführliche Buch „Wie Schmetterlinge leben“ von Elke Zippel (Text) und Johann Brandstetter (Illustrationen) vertiefen.
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2020/07/09/wie-schmetterlinge-leben/

 

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Wie Schmetterlinge leben

  • Wundersame Verwandlungen,
  • raffinierte Täuschungen und prächtige Farbspiele
  • Text von Elke Zippel
  • Illustrationen von Johann Brandstetter
  • Haupt Verlag 2019  http://www.haupt.ch
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 19 x 25 cm
  • 224 Seiten
  • 58 Bildtafeln und 250 Abbildungen
  • 34,00 € (D), 35 € (A), 39,00 sFr.
  • ISBN 978-3-258-08143-4

S C H M E T T E R L I N G S K U N S T

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

„Wie Schmetterlinge leben“ eröffnet uns ein anschauliches und informatives Panorama von Schmetterlingsarten mit ihren spezifischen Lebensbedürfnissen, Verhaltensweisen und Entwicklungsphasen. Zunächst werden unterschiedliche Lebensräume (Magerrasen, Hochmoore, Feuchtwiesen, Hochgebirge, Auwald, Tundra und Regenwald) mit den dazu-gehörigen typischen Schmetterlingen und einigen ausgewählten Futterpflanzen vorge- stellt.

Die Besonderheiten der jeweiligen Biotope und die Bedrohung dieser Refugien durch Zersiedelung, industrielle Landwirtschaft mit ihren sterilen Monokulturen sowie Gift- und Gülleeinträgen werden ebenfalls deutlich benannt. Angesichts der filigranen wech- selseitigen Abhängigkeitsbeziehungen zwischen bestimmten Pflanzen und Schmetter- lingen und der teilweise bis zu drei Jahre langen Puppenruhe bis zum Schlupf des ausge- wachsenen Schmetterlings wird greifbar, wie wichtig ungestörte Wildnisbereiche mit natürlicher Pflanzenvielfalt sind und daß eine zu aufgeräumte Landschaft (auch im eigenen Garten) für den Entwicklungszyklus von der Raupe zum Schmetterling kontraproduktiv ist.

(Bläulinge) Illustration © Johann Brandstetter

Auf die Beschreibung der Lebensräume folgt eine ausführliche Darstellung der zahl- reichen Schmetterlingsfamilien. Es gibt Gruppenportraits, die von einer gebündelten Texterklärung begleitet werden, sowie Einzelportraits mit den dazugehörigen Futter-
pflanzen wie beispielsweise der Eisenhut-Goldeule, die sich auf den Blauen Eisenhut spezialisiert hat und dessen hochgiftige Alkaloide zur Selbstverteidigung nutzt, oder dem Seerosenzünsler, dessen Raupen sich in einem luftgefüllten Köcher unter der Wasseroberfläche verstecken und später dort verpuppen. Auch der komplexe Entwicklungszyklus des Wiesenknopf-Ameisenbläulings, dem es durch Dufttarnung gelingt, seine Raupen von Ameisen durchfüttern zu lassen, wird in Wort und Bild anschaulich vorgeführt.

(Eisenhut-Goldeule) Illustration © Johann Brandstetter

Schmetterlinge sind Meister der Tarnung, Täuschung, Mimikry und Mimese, und zwar sowohl in optischer und olfaktorischer als auch in akustischer Hinsicht. So ahmt der Gebänderte Wollbär die Ultraschallaute anderer ungenießbarer, giftiger Nachtfalter nach und täuscht auf diese Weise Fledermäuse darüber hinweg, daß er eigentlich ungiftig und genießbar wäre.

Die Sachtexte von Elke Zippel vermitteln wohlportioniertes, spannend formuliertes Wissen über biologische Details und ökologische Zusammenhänge des Schmetterlings-lebens und geben dabei zahlreiche nützliche Hinweise, wie sich eine schmetterlings-freundliche Garten- und Kulturlandschaft gestalten läßt.

(Bärenspinner) Illustration © Johann Brandstetter

Ein alphabetisches Register der Pflanzen- und Falterarten sowie der Systematik der im Buch vorgestellten Arten hilft bei der gezielten Suche nach bestimmten Arten. Eine Literaturliste mit einer Auswahl empfehlenswerter Schmetterlingsbestimmungsbücher bietet weiterführende Hinweise zur thematischen Vertiefung.

Angesichts nur allzu offensichtlich schwindsüchtiger Schmetterlingsvorkommen zeigt uns dieses Buch, welche Schätze die Natur heute noch bietet und wie groß der Verlust ist, der uns droht, wenn nicht endlich wesentlich mehr Rücksicht auf die komplexen Lebensbedürfnisse von Schmetterlingen genommen wird.

(Großer Schillerfalter) Illustration © Johann Brandstetter

Johann Brandstetter fängt die natürliche Schönheit und Anmut der Schmetterlinge illustratorisch so meisterlich ein, als hätte er sie mit ihrem eigenen Flügelstaub gemalt. Die Farben wirken dank der speziellen Lasur- technik, die Johann Brandstetter verwendet, erstaunlich lebensecht. So verbindet sich zeichnerische, biologische Präzision mit Poesie und bietet uns faszinierende Schmetterlingsportraits, die wir in der vorhandenen Restnatur nur noch selten bewundern können.

Der Respekt vor der Kunstfertigkeit des Illustrators verschmilzt beim Betrachten und Eintauchen in dessen Bilder mit der Achtung vor der Natur, die eine solche Farben-, Formen- und Lebensfülle entstehen läßt.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.haupt.ch/Verlag/Buecher/Natur/Tiere/Wie-Schmetterlinge-leben.html?cur=1

 

Ergänzend gibt es zudem ein Postkartenbuch mit Illustrationen aus vorliegendem Buch – so lassen sich liebe Grüße auf Schmetterlingsflügeln versenden.

  • Schmetterlinge                                  
  • Das Postkartenbuch
  • von Johann Brandstetter
  • Haupt Verlag Oktober 2019
  • 40 Postkarten
  • Format: 12 x 16,5 cm
  • 19,90 € (D/A), 22,00 sFr.
  • ISBN 978-3-258-08144-1

Hier entlang zum Postkartenbuch und zur BETRACHTUNGSPROBE auf der Verlagswebseite: https://www.haupt.ch/Verlag/Buecher/Natur/Tiere/Schmetterlinge-Das-Postkartenbuch.html?cur=1

 

Die Autorin:

»Dr. Elke Zippel ist Kustodin der Dahlemer Saatgutbank am Botanischen Garten Berlin. Sie ist u.a. für die Sammlung und Sicherung von Wildpflanzensamen sowie für Wiederan-siedlungen seltener Pflanzenarten verantwortlich. Elke Zippel studierte an der Freien Universität Berlin Biologie mit den Schwerpunkten systematische Botanik und Zoologie, Geobotanik und Ökologie und promovierte anschließend über Moose der Kanarischen Lorbeerwälder.«

Der Illustrator:

»Johann Brandstetter, Künstler und Illustrator, wurde schon mehrfach für seine Werke ausgezeichnet. Seit 2014 zählt er zu den „200 Best Illustrators Worldwide“. Er ist spezialisiert auf Naturthemen. Schmetterlingen gilt sein besonderes Interesse – einige Schmetterling wurden nach ihm benannt. Das 2017 gemeinsam mit Josef H. Reichholf herausgegebene Werk „Symbiosen“ wurde von Bild der Wissenschaft zum „Schönsten Wissensbuch 2017“ ernannt.«

 

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Wilde Kübel

  • unkompliziert
  • naturnah
  • insektenfreundlich
  • von Simone Kern
  • Kosmos Verlag 2020  www.kosmos.de
  • Klappenbroschur
  • Format: 241 x 171 x 13mm
  • 144 Seiten
  • 212 Farbfotos
  • 17,00 €
  • ISBN 978-3-440-16717-5

K U N T E R B U N T E   K Ü B E L K U N D E     

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

„Jedes Gebäude, jede noch so kleine Nische und Fuge kann zum Lebensraum werden – falls wir es zulassen. Pflanzen und Tiere sind dankbare Bewohner, wenn wir ihnen die richtige Umgebung anbieten.“ (Seite 10)

Das vorliegende Buch blättert uns vielfältige Anregungen und praktische Anleitungen zur nachhaltig-naturnahen Gestaltung von Kübelbepflanzungen auf. Anstelle von saisonweise nachzukaufenden, meist künstlich überzüchteten einjährigen Blühpflanzen werden einheimische, mehrjährige Wildpflanzen und Kräuter sowie eine kleine ergän- zende Auswahl nektar- und pollenreicher Kulturpflanzen empfohlen, die problemlos überwintern können und sich durch Samen und Ableger vermehren und reproduzieren lassen.

Nach einer einleitenden Erklärung des ökologischen Werts und Sinns einer solchen nachhaltigen Bepflanzung folgt eine kurze Kübelkunde, die verschiedene Werkstoffe (Ton, Terrakotta, Naturstein, Beton- und Kunststein, Holz, Metall und – mit Einschrän- kung – auch Kunststoff in Hinsicht) auf ihre jeweiligen Qualitätsmerkmale und ihre Zweckmäßigkeit darstellt. Auch ausgediente Emaille-Kochtöpfe, Zinkwannen, Weiden- körbe, Holzkisten, Paletten usw. lassen sich gut zu Pflanzgefäßen umfunktionieren; man sollte nur den Boden durchlöchern, damit Wasser abfließen kann, denn Staunässe muß grundsätzlich vermieden werden.

Einheimische Wildpflanzen sind Hungerkünstler und kommen mit mageren Böden zurecht; sie müssen auch deutlich weniger gegossen werden, meist vertragen sie Trockenheit besser als Nässe. Dünger – selbstverständlich nur organischer wie Horn-späne, Hornmehl oder selbstangesetzte Kräuterjauche aus Beinwell oder Brennessel – sollte sehr sparsam und nur vom späten Frühling bis frühen Sommer zum Einsatz kommen.

Abgestimmt auf sonnige und schattige Standorte gibt die Autorin Empfehlungen zum Mischungsverhältnis von Kompost, Erde, Blähton, Sand und Kies, mit denen die Kübel befüllt werden.

Aufgeteilt nach unterschiedlichen Standortbedingungen (heiß und trocken, sonnig, schattig, windig) und verschiedenen Pflanzgefäßen (große und kleine Töpfe sowie Kübel, Hängeampeln und Balkonkästen) werden anschaulich in Wort und Bild schöne Gestal-tungsbeispiele geboten. Thematisiert werden zudem vertikale Bepflanzungen, Sicht-schutzwände mit Kletterpflanzen, Kleingehölze, Stauden und Zwiebelpflanzen sowie Wasserstellen, Vogeltränken und Miniteiche sowie Sumpfbeete in Zinkwannen.
 
Die Kübel werden meist überaus reizvoll mit Kombinationen aus verschiedenen Pflanzen befüllt. So finden wir beispielsweise einen Balkonkasten mit den sieben Kräutern der berühmten „Frankfurter Grünen Soße“ (Seite 82) oder eine Wiese im Topf mit bis zu 35 Blumenarten (Seite77). Kleine Gehölze vertragen sich gut mit einer Unter- bepflanzung aus niedrig wachsenden Stauden, die den „nackten Fuß“ bedecken und natürlich beschatten. Stets werden praktische Gestaltungshinweise zur passenden Kombination und Komposition verschiedener Pflanzen gegeben, gleichwohl aber auch Pflanzen dargestellt, die als eher als Solitär im Topf zur Geltung und Entfaltung kommen.

Kurzportraits besonders geeigneter Pflanzen mit ihren Wuchseigenschaften, Standort-bedürfnissen, Substratansprüchen und ihrer Insektendienlichkeit (für Wildbienen und Schmetterlinge) bieten lebhafte Anregungen für eine erste Auswahl. Eine übersichtliche Liste mit Bezugsquellen für Blumen, Saatgut und Naturschutzprodukte sowie Organisa-tionen, die Informationen zum naturgemäßen Gärtnern zur Verfügung stellen, rundet die lebendige Wissensvermittlung ab.

„Wilde Kübel“ ist eine ebenso ganzheitlich-praktische wie ästhetisch-inspirierende Anleitung zum nachhaltigen Gärtnern mit Kübeln. Dank der lebendigen, sehr animierenden Wissensvermittlung und der Augenweiden- fotos wird hier ganz unmittelbar Lust auf praktisches, naturschützliches Tun geweckt.  Indem man auch auf kleinem Raum Insekten Nahrungs- und Lebensraum anbietet, gibt man der Natur sozusagen ein Stück Natur zurück. Finden sich an einem Ort viele solcher Lebensoasen, können sie ein Mosaik bilden, das dem Verlust der Artenvielfalt entgegenwirkt.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.kosmos.de/buecher/ratgeber-naturfuehrer/garten/gartenpraxis/10814/wilde-kuebel

 

Hier entlang zu zwei weiteren empfehlenswerten Büchern von Simone Kern:

Der antiautoritäre Garten
Gärten, die sich selbst gestalten:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2019/05/26/der-antiautoritaere-garten/
Mein Garten summt
Ein Platz für Bienen, Schmetterlinge und Hummeln

https://www.kosmos.de/buecher/ratgeber-naturfuehrer/garten/gartengestaltung/8183/mein-garten-summt

 

Die Autorin:

»Simone Kern studierte Landschaftsarchitektur und hat im Allgäu ihr eigenes Planungs-büro. Schwerpunkt ihrer vielfältigen Projekte sind naturnahe Anlagen. Ein besonderes Anliegen ist ihr dabei die Schaffung von Gärten, in denen sich Menschen wohl und geborgen fühlen. Aber vor allem auch Pflanzen und Tiere sollen darin neue Lebensräume finden. Viel draußen in der Natur und im eigenen Garten sein, beobachten, Landschaften erfahren – hier holt sie sich ihre Inspiration.
Darüber hinaus engagiert sich Simone Kern seit langem im Rahmen des überregionalen „Netzwerks Blühende Landschaft“ ( https://bluehende-landschaft.de/ ) mit konkreten Projekten, insbesondere für den Schutz von Insekten. Ihr praktisches wie theoretisches Wissen gibt sie gerne in Workshops, durch Fachvorträge und Veröffentlichungen weiter.«

 

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Der stille Stein

  • Text und  Illustration von Brendan Wenzel
  • Originaltitel: »A Stone Sat Still«
  • Übersetzung aus dem Englischen von Thomas Bodmer
  • NordSüd Verlag, August 2019 www.nord-sued.com
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 28 cm x 23 cm
  • 56 Seiten
  • 16,00 € (D), 16,50 € (A), 20,90 sFr.
  • ISBN 978-3-34-10501-2
  • Bilderbuch ab 5 Jahren

S T E I N A L T

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Ein Stein liegt still in der Landschaft, in der Nähe eines Gewässers. Eine Schnecke kriecht langsam über ihn hinweg, Vögel überfliegen ihn schnell, eine Schlange nutzt den Stein als sonnige Aufwärmterrasse; Tag und Nacht und der Wandel der Jahreszeiten verändern das farbliche Erscheinungs- bild des Steins. Für einen großen Elch ist der Stein nur ein Kiesel, für ein winziges Insekt hingegen ein riesiger Berg. Tiere hinterlassen ablesbare Duftspuren auf dem Stein, Pflanzen überwuchern ihn, kleine Nagetiere nutzen ihn als Zufluchtsort, für eine Grille bietet er die passende Freilichtbühne zum Zirpen …

Illustration aus „Der stille Stein“ von Brendan Wenzel © 2019 NordSüd Verlag AG, Zürich/ Schweiz

Das Wasser steigt, und der Stein wird zur Insel, wird überflutet und setzt sein Dasein unter Wasser fort, mit Wasserpflanzen, Seeschnecken, Fischen und Seepocken …

Mit wenigen langsamen Worten erzählt Brendan Wenzel, wer und was dem stillen Stein begegnet.

Die abwechslungsreichen Bilder sind in einer Kombination aus verschie- denen Maltechniken und Collagenelementen gestaltet und illustrieren mit überwiegend gedeckter Farbpalette Jahreszeiten- und Lichtwechsel und das Wachstum der Pflanzen in der Nachbarschaft des Steins sowie die tierischen Besucher mit ihren Wahrnehmungsperspektiven und ihren unterschied- lichen Interaktionen mit dem Stein.

„Der stille Stein“ ist ein meditatives Bilderbuch, das dem Betrachter viel Raum läßt und die Sinne für alltägliche Naturerscheinungen öffnet. Dieses Bilderbuch eignet sich hervorragend, um sich gleichsam zu erden, um einfach zu SEIN und sich dem Atem zeitloser Zeit hinzugeben. Es empfiehlt sich in dieser Hinsicht für Kinder ebenso wie für Erwachsene.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://nord-sued.com/programm/der-stille-stein/

Illustration aus „Der stille Stein“ von Brendan Wenzel © 2019 NordSüd Verlag AG, Zürich/ Schweiz

Der Autor & Illustrator:

»Brendan Wenzel studierte am New Yorker Pratt Institute. Seine besondere Vorliebe gilt der Darstellung von Tieren. Er arbeitet mit verschiedenen Magazinen und Umweltorga-nisationen zusammen. 2017 gelang ihm der internationale Durchbruch mit dem Buch »They All Saw a Cat«, das im Frühjahr 2018 bei NordSüd erschienen ist und in diesem Jahr in die Ehrenliste der Caldecott-Medaille aufgenommen wurde. Brendan Wenzel lebt im Bundesstaat New York.«

Querverweis:

Hier entlang zu Brendan Wenzels Bilderbuch „Alle sehen eine Katze“, in dem er ebenso abwechslungsreich wie anschaulich illustiert, daß die menschliche Sichtweise nur eine von vielen möglichen ist, und er dem Betrachter buchstäblich die Augen für tierische Wahrnehmungsmöglichkeiten und Sichtweisen öffnet. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2019/07/04/alle-sehen-eine-katze/

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Das geheime Band zwischen Mensch und Natur

  • Erstaunliche Erkenntnisse über die 7 Sinne des Menschen,
  • den Herzschlag der Bäume und die Frage, ob Pflanzen ein Bewusstsein haben
  • von Peter Wohlleben
  • Hörbuch
  • Buchvorlage: Ludwig Verlag
  • gelesen von Peter Kaempfe
  • gekürzte Lesung
  • Produktion: der Hörverlag, August 2019 www.hoerverlag.de
  • 5 CDs in Pappschachtel
  • Gesamtlaufzeit ca. 6 Stunden, 9 Minuten
  • 22,00 € (D), 24,70 € (A), 30,90 sFr.
  • ISBN 978-3-8445-3524-2

L E B E N S W U R Z E L N

Hörbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Peter Wohllebens neues Buch „Das geheime Band zwischen Mensch und Natur“ ist ein ebenso faszinierender wie wissenswertvoller Wegweiser zur inneren und äußeren Natur. Viele Bedingungen des modernen menschlichen Daseins haben den Menschen zwar von der Natur distanziert, das heißt jedoch nicht, daß eine Wiederannäherung an die Natur unmöglich wäre. Denn wir Menschen sind alleine schon durch unsere Kör- perlichkeit ebenso sehr Natur wie ein Baum, ein Vogel, ein Fuchs oder eine Flechte.

So beginnt die Exkursion mit unseren sinnlichen Wahrnehmungsfähigkeiten. Vom Hörtest mit dem Gesang des Wintergoldhähnchens, vom evolutionären Sinn unserer Fähigkeit, die Farben Rot und Grün zu unterscheiden, bis zum Sehen mit den Händen beim Abtasten von Rindenstrukturen erschließt uns der Autor, daß die menschlichen Sinne oft nur einer gewissen Übungspraxis bedürfen, um in einer natürlichen Umgebung erstaunlich präzise zu funktionieren.

Der Autor räumt sachlich und zugleich auf unterhaltsame Weise unangemessene Wald-ängste aus dem Weg. Beispielsweise droht eine Ansteckung mit dem Fuchsbandwurm wesentlich eher bei nicht entwurmten Haustieren wie Hund und Katze, und aggressive  Wildschweine – jeder kennt die Mär von der angeblich angriffslustigen Bache mit ihren Frischlingen – sind im Wald ebenfalls nicht zu befürchten, denn die scheuen Tiere fliehen den Menschen.

Auch das immer noch häufig mißverstandene und mißbräuchlich instrumentalisierte  „Survial of the Fittest“ von Charles Darwin stellt er endlich einmal richtig. Dieses Zitat bedeutet eben nicht, daß sich die stärkste, größte oder aggressivste Art durchsetzt, sondern diejenige Art, die sich am besten an die gegebenen oder die sich verändernden Umweltbedingungen anpassen kann (von englischen to fit – passen, einfügen).

Peter Wohlleben beschreibt die kulturhistorische Verbindung des Menschen mit Bäu- men, die Nutzung von Holz und die Beherrschung des Feuers. Der einst sogar kultischen Verehrung der Bäume, der bis heute gültigen Liebe zu Bäumen und dem menschlichen Bedürfnis nach Kontakt, ja sogar Kommunikation mit Bäumen wird aufmerksam nach- gegangen. In diesem Zusammenhang bekommen wir zudem faszinierende Einblicke in die Pflanzenneurobiologie. Inzwischen ist naturwissenschaftlich erwiesen, daß Pflanzen hören können, wo Wasser fließt, und daß sie dementsprechend ihre Wurzeln ausrichten. Auch ein – sehr langsamer – Herzschlag oder eine Art Schlafrhythmus der Bäume wurde bereits entdeckt.

Sehr deutlich betont der Autor, daß unsere einheimischen Forste noch viel zu häufig reine kurzlebige Holzplantagen sind und daß wir dringend mehr wilde Wälder und Urwald wachsen lassen sollten, um die Artenvielfalt zu erhalten und um dem Klima- wandel angemessener zu begegnen. Das Beispiel der vom Aussterben bedrohten Wolfsflechte mag die Bedeutung, die alte, zeitlose Wälder haben, illustrieren. Die Wolfsflechte wächst ausschließlich auf den abgestorbenen, über lange Jahre hinweg rissig gewordenen Stämmen mehrhundertjähriger Kiefern. Holzplantagenbetreiber arbeiten nicht mit einem solch geduldigen Zeithorizont.

Weitere Abzweigungen befassen sich mit den Themen Waldbaden und Naturapotheke, den Auswirkungen durch globale Warenströme und Tourismus eingeschleppter Arten auf bestehende Ökosysteme, dem Engagement lokaler und internationaler Wald- schützer …

Der Autor bewahrt stets eine souveräne Balance zwischen lebensdienlichem Naturschutzappell, fundierter Kritik an konventioneller Forstwirtschaft, Jagd und politischen Fehlentscheidungen und sehr konstruktiven Hand- lungsimpulsen für eine natürlichere Waldpflege. Seine Achtung und sein ausdrücklicher Respekt vor der Natur sind beispielhaft.

Peter Wohlleben gelingt es, naturwissenschaftliche Erkenntnisse und seine persönliche langjährige Erfahrung als Förster und Naturschützer anschau- lich zu verknüpfen und beim Leser/Hörer sozusagen immergrünes Interesse und lebhafte Anteilnahme zu wecken. So tragen seine Sachbücher lebendig und wirkungsvoll dazu bei, einen wesentlich enkeltauglicheren und sensib- leren Umgang mit der Natur in das Bewußtsein und Handeln der Menschen zu pflanzen.

Der Vorleser Peter Kaempfe liest mit einer sonoren Warmherzigkeit und ausdrucksvollen Gelassenheit, die sehr gut zu den im erzählerischen Ton formulierten Sachtexten von Peter Wohlleben passen.

 

Hier entlang zum Hörbuch und zur HÖRPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.randomhouse.de/Hoerbuch/Das-geheime-Band/Peter-Wohlleben/der-Hoerverlag/e562095.rhd

Hier entlang zur BUCHAUSGABE und LESEPORBE auf der Verlagswebseite:
https://www.randomhouse.de/Buch/Das-geheime-Band-zwischen-Mensch-und-Natur/Peter-Wohlleben/Ludwig/e515827.rhd

Peter Wohlleben           

Das geheime Band
Erstaunliche Erkenntnisse
über die 7 Sinne des Menschen,
den Herzschlag der Bäume und die Frage,
ob Pflanzen ein Bewusstsein haben
LUDWIG Verlag, August 2019
Gebunden
Format: 12,5 cm x 20 cm
240 Seiten
22,00 € (D), 22,70 € (A), 30,90 sFr.
ISBN 978-3-453-28095-3

 

Querverweis zu vier weiteren wissenswerten Werken von Peter Wohlleben:

Das geheime Leben der Bäume https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/02/06/das-geheime-leben-der-baeume/
Das geheime Netzwerk der Natur https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/01/13/das-geheime-netzwerk-der-natur/
Die Geheimnisse der Natur https://leselebenszeichen.wordpress.com/2019/01/20/geheimnisse-der-natur/
Das Seelenleben der Tiere https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/01/30/das-seelenleben-der-tiere/

Der Autor:

»Peter Wohlleben, Jahrgang 1964, wollte schon als kleines Kind Naturschützer werden. Er studierte Forstwirtschaft und war über zwanzig Jahre lang Beamter der Landesforstverwaltung. Um seine ökologischen Vorstellungen umzusetzen, kündigte er und leitet heute einen umweltfreundlichen Forstbetrieb in der Eifel. Außerdem hat er Wohllebens Waldakademie gegründet, um den Gedanken des Waldschutzes und der nachhaltigen Waldnutzung weiter zu verbreiten (Informationen und Projekte unter www.waldakademie-huemmel.de ). Peter Wohlleben ist aber auch Autor von Büchern rund um Wald und Naturschutz: Mit seinen Bestsellern „Das geheime Leben der Bäume“, „Das Seelenleben der Tiere“ und „Das geheime Netzwerk der Natur“ hat er Menschen auf der ganzen Welt begeistert.« https://www.wohllebens-waldakademie.de/

Der Sprecher:

»Peter Kaempfe, seit 43 Jahren erfolgreicher Theater- und Filmschauspieler, startete seine Karriere mit Engagements in Tübingen, München und Hamburg. Er war Gründungsmitglied der Bremer Shakespeare Company und erhielt mit dem Wintermärchen den Förderpreis der Akademie der Künste, Berlin. Seine ausdrucksstarke Stimme ließ ihn zum erfolgreichen Kommentarsprecher in mehr als 800 Fernsehdokumentationen für alle deutschen Sendeanstalten werden. Außerdem ist er zu hören in über 300 Hörspielen und Hörbüchern, dazu immer wieder in vielen Live-Lesungen und Solo-Programmen.«

 

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Der antiautoritäre Garten

  • Gärten, die sich selbst gestalten
  • von Simone Kern
  • KOSMOS Verlag Januar 2019  http://www.kosmos.de
  • Klappenbroschur
  • Fadenheftung
  • Format: 254 x 191 x 12mm (LxBxH)
  • 128 Seiten
  • 192 Farbfotos
  • 12 Farbzeichnungen von Monika Klars
  • 19,99 €
  • ISBN 978-3-440-16218-7

W A C H S T U M S F R E I H E I T

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Wer den Pflanzen in seinem Garten keinen strengen Gestaltungswillen aufzwingen will, ist mit „Der antiautoritäre Garten“ gut beraten. Wenn man versamende Pflanzen im Garten hat und aufmerksam hinschaut, kann man erkennen, daß sich viele Pflanzen von alleine an dem für sie optimalen Standort ansiedeln und an unpassenden Stellen ent- weder verkümmern oder garnicht aufkeimen. Darf eine Pflanze standortgerecht wachsen, bedarf sie deutlich weniger Pflege und muß meist auch keine oder kaum Gießnachhilfe bekommen.

Angesichts des Klimawandels sind natürliche, wilde Pflanzenarten unkomplizierte, widerstandsfähige und pflegeleichte Gartengenossen, die mit Trockenheitsphasen besser zurechtkommen und uns auch noch den Gefallen tun, sich selbständig zu vermehren. „Lebendige und dynamische Pflanzenverwendung setzt einen Kreislauf voraus. Die Pflanzen, mit denen wir uns in diesem Buch beschäftigen, funktionieren nur in dieser Vernetzung: passender Standort – Blüten – Insekten – Bestäubung – Samenbildung –  Verbreitung durch Vögel und andere Tiere.“ (Seite 10)

Eine kurze anschauliche Darstellung führt in die unterschiedlichen pflanzlichen Ausbrei-tungsstrategien ein: vom Samen (Licht-, Dunkel- und Kaltkeimer), von ober- und unter-irdischen Ausläufern sowie Zwiebeln und Knollen bis zum Vegetationszyklus ein- und zweijähriger Pflanzen.

Eine sinnlich-praktische Bodenkunde läßt uns sehen und ertasten, ob wir über Sand- und Schlufboden oder Lehm- und Tonboden verfügen.

Simone Kern zeigt Gestaltungsideen und Pflanzkombinationen für klassische Stauden-beete, sonnige Terrassen, Kies- und Steingärten (Selbstverständlich ohne Plastikfolien-versiegelung!), Steinmauern, Gehwegplatten, Kräutergärten, Vorgärten, Gehölzränder und Dachbegrünung sowie Wildblumenwiesen.

Zahlreiche malerische Fotos illustrieren die Gestaltungsanleitungen und bieten eine ani-mierende Augenweide farbenfroher Gartenansichten. Nicht unerwähnt bleiben sollen die höchst anschaulichen botanischen Illustrationen von Monika Klars. Steckbriefe aus-gewählter Blühpflanzen mit ihren jeweiligen Standortvorlieben sowie eine ergänzende tabellarische Liste mit weiteren geeigneten Pflanzen, ihren Blühzeiten und Wuchshöhen lassen uns viel Spielraum, nach eigenen Farb- und Formvorlieben und Standortbeding-ungen auszuwählen.

Ein solcher antiautoritärer Garten ist nicht statisch, sondern dank der vagabundieren- den Pflanzen dynamisch und abwechslungsreich. Pflanzt man initial Wildpflanzen (Akelei, Engelwurz, Fingerhut, Frauenmantel, Katzenminze, Königskerze, Natternkopf, Ringelblume, Schafgarbe, Spornblume, Stockrose, Vergißmeinnicht, Weidenröschen, Zimbelkraut u.v.a.m.) und läßt bereits vorhandene Wildpflanzen wachsen, so werden sie sich naturgemäß ausbreiten und – beispielsweise im Falle der Akelei – sogar zahlreiche Farb- und Blütenformenvarianten entwickeln.

Das heißt nicht, daß man nicht die eine oder andere Pflanze entfernt, wenn sie im Wege ist oder wenn sie zu dominant wird, aber man bezieht das natürliche Wachstum sowie die lebendige Mischung und Verteilung der Pflanzenvielfalt in die Gartenpflege ein und läßt die Pflanzen gleichsam „mitreden“.

Ohne Jäten unerwünschter Eindringlinge kommt auch der antiautoritäre Garten nicht aus. Auf der hinteren Buchinnenklappe sind die gängigsten und durchsetzungsfrechsten Wildpflanzen wie Giersch, Ackerwinde, Kriechender Hahnenfuß, Indisches Springkraut, Ackerkratzdistel, Löwenzahn, Quecke u.a. abgebildet, die man frühzeitig entfernen sollte. Auch bei Gehölzkeimlingen sollte man nicht zimperlich sein, da sie schnell eine tiefe Wurzel ausbilden.

Hinweise zur Ernte und Lagerung von Samen aus dem eigenen Garten sowie gute Adressen für den Bezug von biologischem Saatgut schließen den Kreis nachhaltigen Gärtnerns mit der Natur.

„Der antiautoritäre Garten“ bietet eine praxiserprobte, methodisch-übersichtliche und detailreiche Anleitung für diverse Gartengestaltungen mit selbstaussamenden Pflanzen und nützlichem Wildwuchs. So findet der geneigte naturgemäße Gärtner zu einer entspannten Symbiose aus achtsam-regulierenden Pflegemaßnahmen und ökologisch-sinnvoller Wildnishütung.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.kosmos.de/buecher/ratgeber/garten/gartengestaltung/10127/der-antiautoritaere-garten

Die Autorin:

»Simone Kern ist selbständige Garten- und Landschaftsarchitektin. Ihr Spezialgebiet ist die Gestaltung naturnaher und pflegeleichter Gärten. Sie schreibt für Gartenmagazine, hält Vorträge rund um die Themen Bienen und Garten und engagiert sich im „Netzwerk blühende Landschaften“.«

Querverweis:

Eine gute Ergänzung ist Dave Goulsons Buch „Wildlife Gardening. Die Kunst, im eigenen Garten die Welt zu retten“
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2019/05/21/wildlife-gardening/
und Bärbel Oftrings Ratgeber „Wird das was – oder kann das weg? Erwünschte & unerwünschte Gartenpflanzen erkennen“ https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/05/08/wird-das-was-oder-kann-das-weg/
Und natürlich Wolf-Dieter Storls Buch: „Die Unkräuter in meinem Garten“
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/06/11/die-unkraeuter-in-meinem-garten/

 

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Pflanzen für Honigbienen

  • Wie Sie Ihren Garten zum Summen bringen
  • von Sarah Wyndham Lewis
  • Originalausgabe: »Planting for Honeybees«
  • Aus dem Englischen von Julia Paiva Nunes
  • mit Illustrationen von James Lewis Weston
  • Gerstenberg Verlag Juni 2018 http://www.gerstenberg-verlag.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 14 x 19 cm
  • 144 Seiten, durchgehend farbig
  • ISBN 978-3-8369-2152-7
  • 16,95 € (D), 17,50 € (A), 21,90 sFr.

BIENEN-BÜFETT

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Man kann es garnicht oft genug wiederholen: Wirklich jeder kann etwas dafür tun, daß Bienen in unserer Mitwelt genug nektarspendable Blühpflanzen vorfinden. Sarah Wynd-ham Lewis serviert zur Einführung in ihr Buch „Pflanzen für Honigbienen“ zunächst einige nahrhafte, wohlportionierte Wissenshäppchen über Honigbienen und Wild- bienen, Nektar, Pollen, Bienenwachs, Honig und Propolis, die Koevolution von Bienen und Blüten sowie über die Notwendigkeit eines vielfältigen, möglichst alle vier Jahres- zeiten berücksichtigenden Pflanzenangebots.

Sie rät dringend dazu, einheimische, biologisch angebaute Pflanzen, Zwiebeln, Samen und Blumenerde zu bevorzugen, da nur diese ohne schädliche „Mitgift“ auskommen, und selbstverständlich sollte man auch selbst ökologisch gärtnern.

Vom Allgemeinen kommt sie dann zum Speziellen und empfiehlt Pflanzen für verschie-dene Örtlichkeiten: Fenstersims und kleiner Balkon, Innenhof, Veranda, Terrasse, kleine Gärten, große Gärten, Dachterrassen, begrünte Dächer und vertikale Gärten. Nach vier Jahreszeiten strukturiert, listet sie passende Pflanzen auf, die wiederum in die Katego- rien Blumen, Kletterpflanzen, Sträucher und Bäume sowie eßbare Pflanzen eingeteilt werden.

Illustration von James Lewis Weston © Gerstenberg Verlag 2018

Zusätzlich gibt sie Hinweise für Bienenpflanzen, die sich für feuchte Böden und Teich-ränder eignen, und für Naschgärten mit Kräutern, Gemüse, Weinreben, Obststräuchern sowie Obst- und Nußbäumen. Bei den Anregungen für einen wilden Rasen listet die Autorin natürlich auch einige nützliche und ausdauernde Wildblumen auf.

Für ungeduldige Leser, die sofort mit dem Pflanzen loslegen wollen, gibt es im Anschluß an den Fließtext eine tabellarische Pflanzenliste in der bewährten Aufteilung nach Blumen, Kletterpflanzen, Sträuchern, Bäumen und Blühzeiten.

Ein Kapitel widmet die Autorin bewundernswerten Fakten über Honigbienen, die uns ihre immense Bedeutung für die Bestäubung zahlreicher Nahrungspflanzen und die faszinierend-komplexen Fähigkeiten der freundlich-fleißigen Bienen noch einmal ganz deutlich vor Augen führen. So besuchen Honigbienen etwa für ein 450g-Honigglas „über zwei Millionen Blüten und fliegen etwa 80.000 Kilometer.“ (Seite 112)

 

Illustration von James Lewis Weston © Gerstenberg Verlag 2018

Ein alphabetisches Register der Pflanzen mit deutscher und lateinischer Bezeichnung, ein ausführliches Quellenverzeichnis mit nützlichen Literaturhinweisen und Internet-Adressen zum Thema Bienen und Imkern, Bezugsquellen für bienenfreundliche Pflanzen, Beratung zur Dachbegrünung und für vertikale Gärten sowie Hinweise auf bienenfreundliche Schaugärten in Deutschland runden diesen Ratgeber erfreulich ganzheitlich ab.   

Die charmanten Illustrationen von James Lewis Weston sind zwar farblich nicht naturge-treu, sondern dekorativ-graphisch stilisiert, dennoch haben die Abbildungen zumindest in Bezug auf die Pflanzenwuchs-, Blatt- und Blütenformen echten Wiedererkennungs- wert.

Sarah Wyndham Lewis‘ Buch ist sehr übersichtlich und systematisch aufgebaut. Es infor-miert klar, konzentriert und praxisnah. Mit den Anregungen aus „Pflanzen für Honigbie-nen“ können Anfänger ebenso wie erfahrene Gärtner ein Schlaraffenland für Bienen gestalten.

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
http://www.gerstenberg-verlag.de/index.php?id=detailansicht&url_ISBN=9783836921527

 

Die Autorin:

»Sarah Wyndham Lewis schreibt seit über 30 Jahren als freiberufliche Autorin und Jour-nalistin über verschiedene Themen. Seit 2007 führt sie zusammen mit ihrem Ehemann Dale Gibson den nachhaltigen Bienenzucht- und Imkerbetrieb »Bermondsey Street Bees« Die beiden leben in London und Suffolk, wo Sarah ihr Projekt eines bienenfreundlichen Gartens weiterhin fortführt. In London arbeiten sie mit gemeinnützigen Vereinen und Geschäftsleuten zusammen, um öffentliche Plätze mit Pflanzen für Honigbienen zu begrünen.
Als Insektenallergikerin ist Sarah zwar ein eher ungewöhnlicher Bienenfan, aber die vielen Jahre des engen Zusammenlebens mit Bienen, das Lernen, Schreiben und das Verkosten von Honig hat aus ihr eine leidenschaftliche Fürsprecherin für die Bedürfnisse dieses sanften, fleißigen Insekts gemacht.«

Querverweis:

Eine bienensummende Ergänzung zu „Pflanzen für Honigbienen“ ist das Buch „Die Stadtbienen“ von Erika Mayr. Dort wird dem geneigten Leser auch das Imkerhandwerk animierend schmackhaft gemacht. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/04/25/die-stadtbienen/

Außerdem lege ich Ihnen gerne und nachdrücklich Almuths bienenfleißige Webseite „Natur auf dem Balkon“ ans Herz. Dort finden sich viele praktikable Anregungen für (wild)bienenförderliche Lebensbedingungen, zu denen jeder etwas beitragen kann. Feine Fotos und liebevoll-informative Texte bieten jede Menge wissenswerte Nachhilfe in Hinsicht auf die Gestaltung eines bienenfreundlichen Balkon-Ambientes. https://naturaufdembalkon.wordpress.com/

 

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