Natur – verbunden

  • Entdecke die Pflanzen, die dir gut tun
  • von Katrin und Frank Hecker
  • KOSMOS Verlag, Juni 2021  www.kosmos.de
  • Klappenbroschur
  • 245 Farbfotos
  • 27 Farbzeichnungen
  • 160 Seiten
  • Format: 241 x 172 x 15mm
  • 20,00 € (D)
  • ISBN 978-3-440-16876-9

Natur - verbunden

P F L A N Z E N   S C H M E C K E N

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

„Natur – verbunden“ ist ein übersichtliches Einsteigerbuch, das uns die nahrhafte Bekanntschaft mit 40 Wildpflanzen vermittelt. Sehr schöne, aussagekräftige Fotos und Zeichnungen sowie kurze botanische Beschreibungen werden ganzheitlich komplemen-tiert mit Rezepten für kulinarische und medizinische Verwendungen sowie Konservie-rungsmöglichkeiten durch die Herstellung von Tinkturen, Ölauszügen, Oxymelen, Salben und durch Trocknung. Auch die Handhabung von Räucherbündeln aus kombinierten Wildpflanzen wird dargestellt.

Der naturverbundene Lektüre-Spaziergang führt durch die Standorte Wald, Hecken & Waldsäume, Wiesen & Wege, Ödland & Magerwiese sowie Bäche, Flüsse & Seen. Jedes Pflanzenportrait umfaßt 4 bis 6 Seiten mit Hinweisen auf typische botanische Merk- male, Sammelzeit, wichtige Wirkstoffe und Anwendungsmöglichkeiten.

Vorgestellt werden u.a. Baldrian, Birke, Brennessel, Brunnenkresse, Fichte, Gunder-mann, Hollunder, Johanniskraut, Kamille, Königskerze, Nachtkerze, Sanddorn, Schaf-garbe, Spitzwegerich, Thymian, Waldmeister, Weide, Weißdorn, Wildrose und Wilder Dost.
 
Wiederholt wird darauf hingewiesen, mit Pflanzen achtsam umzugehen, beim Sammeln in der Natur nicht zu viele Blüten, Blätter, Beeren und Wurzeln zu nehmen, nichts zu verschwenden und – wenn möglich – Samen oder Ableger zu ernten, um die Wild- pflanzen im eigenen Garten anzusiedeln.

Besonders ansprechend ist der sinnlich-lebendige Schreibstil, der uns Wildpflanzen leicht näher bringt und als naturverführerische Nebenwirkung dazu animiert, gleich nach der Lektüre in die Natur zu gehen und das Erlesene mit praktischer Erfahrung zu vertiefen.

Ich streifte jedenfalls sogleich durch mein Gärtlein und konnte mich kaum entscheiden, mit welcher Pflanze ich anfangen sollte: Ein Tee aus den Blüten des Wilden Dosts, ein Holunderblüten-Wasser mit einer der noch am Strauch nachzüglerisch verbliebenen Blütendolden, ein Königkerzenblütentrunk, Brennesselsamen als Nahrungsergänzungs-mittel, eine Beifuß-Räucherung oder Knoblauchsraukensamen als Pfefferalternative …

„Natur – verbunden“ macht uns die Natur und ihre lebenswertvollen Wildpflanzen- schätze in Wort und Bild schmackhaft. Wer sich Wissen über Wildpflanzen und ihre Heil- und Nährwirkungen aneignet, sich dafür zudem hinaus in die Natur begibt und mit den Pflanzen buchstäblichen Kontakt aufnimmt, dessen naturbezogenes Wissen weht nicht nur abstrakt durch den Kopf, sondern es wurzelt schließlich im Herzen.

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.kosmos.de/buecher/ratgeber-naturfuehrer/natur/baeume/11611/naturverbunden

Die Autoren:

»Katrin Hecker und Frank Hecker leben und arbeiten gemeinsam als Naturfotografen und Autoren auf ihrem Wildwuchs-Grundstück in Schleswig-Holstein. Im Rhythmus mit der Natur heimische Kräuter, Wurzeln und Früchte zu sammeln gehört zu ihrem Leben eben-so selbstverständlich dazu wie ihre beiden Kinder, eine Schar Hühner, Schafe und Hunde. Begeistert geben die beiden Biologen ihr über viele Jahre gewachsenes und erprobtes Wissen an ihre Leserinnen und Leser weiter. Ihre an die 50 Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, ihre Fotos escheinen regelmäßig in Zeitschriften und Sachbüchern. Kontakt:  www.naturfoto-hecker.de
www.facebook.com/katrinundfrank.hecker 

Querverweis:

Zur Wissenserweiterung bietet sich zudem noch folgendes Buch von Katrin und Frank Hecker an: „Kann ich das essen – oder bringt mich das um? Essbare und giftige Wildpflanzen erkennen“ 
Hier entlang zur Buchbesprechung:
Kann ich das essen oder bringt mich das um?

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Sophie Scholl: Es reut mich nichts

  • Portrait einer Widerständigen
  • von Robert M. Zoske
  • Propyläen Verlag, November 2020 www.ullstein.de
  • gebunden, mit Schutzumschlag
  • 448 Seiten
  • 24,00 € (D), 24,70 € (A)
  • ISBN 978-3-549-10018-9


LICHTGESTALT  AUS  FLEISCH  UND  BLUT

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Heute, am 9. Mai 2021, jährt sich Sophie Scholls 100. Geburtstag.

Wegen Widerstandes, Wehrkraftzersetzung, Feindbegünstigung und Hochverrats gegen den NS-Staat wurden Sophie Scholl, ihr Bruder Hans Scholl und weitere Mitstreiter zum Tode verurteilt. Sophie Scholl starb am 22. Februar 1943 mit nur 21 Jahren durch das Fallbeil.

Sophie Scholl war aktiv beteiligt an der Finanzierung, Materialbeschaffung und Her-stellung der regimekritischen Flugblätter der Münchner Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ und hatte mehrfach bei der Versendung und Verteilung dieser Flugblätter mitge- wirkt. Sophie und Hans Scholl waren dabei erwischt worden, wie sie Flugblätter im Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität München abwarfen, wenig später wurden sie verhaftet.

Die vorliegende Biografie von Robert M. Zoske zeichnet einfühlsam-nachspürend Sophie Scholls Lebensweg, ihre emotionale und geistige Entwicklung nach sowie ihre Wandlung vom regimekonformen BDM-Mädchen hin zur bedingungslosen Widerstandkämpferin.

Gleich zu Beginn zitiert der Autor ausführlich aus der Anklageschrift des Reichsanwalts Albert Weyersberg, wodurch ihm eine gute Einstimmung in den damals vorherrschen- den Zeitgeist gelingt. Erst danach folgt eine chronologische Nacherzählung von Sophie Scholls Leben: Familie, Kindheit, Schulzeit, Freundschaften, Liebschaften und Schwärme- reien, unzählige BDM-Pflichten und Arbeitsdienststunden für das Räderwerk von Diktatur und Propaganda, Ausbildung zur Kindergärtnerin, rege Briefwechsel, Beginn des Studiums von Philosophie und Naturwissenschaften und schließlich der intellek- tuelle Widerstandskampf durch aufklärerische Flugblätter.

Beiläufig vermittelt das in dieser Biografie ausführlich und detailreich dargestellte All-tagsleben unter der nationalsozialistischen Diktatur einen erschreckend lebhaften Ein-druck der umfassend durchstrukturierten systematischen Inanspruchnahme jedes Ein-zelnen sowohl in praktisch tätiger als auch propagandistisch organisatorischer Hinsicht.

Sophie Scholl erscheint facettenreich, komplex, widersprüchlich, ebenso empfindsam wie tapfer, verspielt und tiefernst, begeisterungsfähig und todessehnsüchtig, unkonven- tionell und angepaßt, stark und schwach, asketisch und hingebungsvoll, christlich und mythisch-naturverbunden. Sie legte großen Wert auf Freiheit und Selbstverantwortung, schwankte in Beziehungen zwischen zärtlicher Anhänglichkeit und distanzierter Unab-hängigkeit. Sie war sehr musikalisch, sang gerne und spielte Blockflöte, Gitarre und Klavier und interessierte sich auch für Malerei und Poesie. Eines ihrer Lieblingsbücher war Rainer Maria Rilkes „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“.

Sehr beeindruckend ist das hohe Maß an Selbstreflektion, die Ernsthaftigkeit der religiösen und ethischen Auseinandersetzung und Suche. Ihre niveauvollen schriftlichen Selbstzeugnisse sind auch in Anbetracht ihres zarten Alters erstaunlich.

Robert M. Zoske beschreibt Sophie Scholls Lebenslauf präzise und bietet eine plastische Darstellung mit vielen Einzelheiten; der Anhang mit Anmerkungen und Quelldokumen- ten ist 139 Seiten lang. Er interpretiert und deutet Charaktereigenschaften und Zusammenhänge nur mit achtsamer Zurückhaltung. Stattdessen läßt er Sophie Scholl häufig selbst zu Wort kommen.

Dank dieser zahlreichen Originalzitate aus Tagebüchern, Briefen und Aufsätzen erzeugt der Autor eine große zwischenmenschliche Nähe zu Sophie Scholl. Es ist manchmal fast so, als schauten wir ihr leibhaftig beim Schreiben über die Schulter. So wird die Heldin des Widerstands zu einem nahbaren Menschen. Sie begegnet uns auf Augenhöhe und kann uns Heutigen – ohne ikonografischen Idealisierungsheiligenschein – viel wirksamer ein Beispiel sein für Freiheit, Gerechtigkeitssinn, Selbstverantwortung, Widerstand und Zivilcourage.

„Ich bin nach wie vor der Meinung, das Beste getan zu haben, was ich gerade jetzt für mein Volk tun konnte. Ich bereue deshalb meine Handlungsweise nicht und will die Folgen, die mir aus meiner Handlungsweise erwachsen, auf mich nehmen.“
(Sophie-Scholl-Zitat aus dem Gestapo-Vernehmungsprotokoll vom 20. Februar 1943)

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/sophie-scholl-es-reut-mich-nichts-9783549100189.html

Der Autor:

»Robert M. Zoske, geboren 1952 in Schleswig-Holstein, ist evangelischer Theologe und Historiker der Widerstandsgruppe »Weiße Rose«. Bis 2017 arbeitete er als Pastor der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Er hat über Hans Scholl promoviert, 2018 erschien die viel beachtete Biografie Flamme sein! Hans Scholl und die Weiße Rose. Robert M. Zoske lebt mit seiner Frau in Hamburg.«

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Respekt geht anders

  • Betrachtungen über unser zerstrittenes Land
  • von Gabriele Krone-Schmalz
  • C.H. Beck Verlag, Oktober 2020  www.chbeck.de
  • Klappenbroschur
  • 176 Seiten
  • ISBN 978-3-406-75486-9
  • 14,95 € (D), 15,40 € (A)


DIALOG  STATT  DIFFAMIERUNG!

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Eine gelungene Diskussion erweitert den Horizont, läßt wechselseitig tiefer blicken und vermittelt, daß unterschiedliche Perspektiven eine ergänzende Bereicherung sind und daß Differenzen nicht absolut unüberbrückbar sein müssen und somit Kompromisse möglich sind. Eine echte und respektvolle Streitkultur könnte zudem für unterschied- liche Lebenswirklichkeiten und anders geartete  Anliegen, Bedürfnisse und Interessen sensibilisieren.

Leider ist das Miteinanderreden häufig zu einem unduldsamen Gegeneinanderreden verkommen. Pauschalisierende Ausgrenzung, Rechthaberei, Besserwisserhaltung, moralisierende Selbstherrlichkeit und unselbständige, aber bequeme Mitläufer- meinungen sind sowohl massenmedial als auch privat weitverbreitet.

Gabriele Krone-Schmalz geht differenziert und gelassen auf einige aktuelle Themen ein, die sich seit einiger Zeit auf absolute Entweder-oder-Positionen reduzieren. Streiflich- ternd betrachtet sie u.a. diktatorische Gender-Sternchen-Auswüchse, die deutsche Schuld, die Flüchtlingskrise, Antisemitismus, Populismus, Klimawandel, alte und neue Ost-West-Konfrontation, den inszenierten und aufgebauschten Generationenkonflikt, die mehr als fragwürdige Neigung der Massenmedien zu skandalisierender und polari- sierender Zuspitzung und volkserzieherischer Berichterstattung, ideologischer Konfor- mität und moralischer Manipulation einschließlich eines neuerlichen journalistischen Selbstverständnisses als haltungsstarker «Meinungskämpfer» für die einzig gültige Wahrheit.

Sie kritisiert die gängigen Methoden, Andersdenkende – egal welcher Couleur –  mit pauschalisierenden Schimpf- oder Schlagworten abzuwerten, ohne sachlich-inhaltlich  hinzuhören und sich zumindest gedankenspielerisch auf eine fremde oder abgelehnte Perspektive einzulassen. Hätten wir wirklich noch einen weiten, erkenntnisoffenen Debattenraum, statt eines engstirnigen Debattentunnels, wäre der Austausch von Argumenten und Erfahrungswerten eigentlich selbstverständlich. Zu häufig ersetzen inzwischen Vorteile, grobe Vereinfachungen und scheinbare moralische Überlegenheit  (die richtige „Haltung“) eine mündige und selbsterfahrene sowie selbsterarbeitete Urteilsbildung.

Eine dialogbreite demokratische Debattenkultur ist unbequem, sie verlangt vielmehr eigenes Nachdenken und Nachforschen, den Willen und den Mut, für den eigenen Stand-punkt Argumente und Informationen parat zu haben und die Fähigkeit, andere Welt- bilder und Meinungen schlicht und einfach auszuhalten und nicht aus der Diskussion auszuschließen. 

„Wenn «andere Gedanken» wahlweise als Majestätsbeleidigung oder psychische Defor-mation desjenigen, der sie äußert, empfunden werden, wenn Abwehrschlachten nur mit ausgrenzenden Etiketten wie Nazi, Rassist, Sexist, Volksverräter, Klimaleugner etc. stattfinden, dann führt das sowohl dazu, dass Menschen nicht mehr miteinander reden, als auch dazu, dass man sich sehr genau überlegt, was man in wessen Anwesenheit sagt. Beides hat in unserem politischen und gesellschaftlichen System nichts zu suchen.“ (Seite 125)

Meinungsvielfalt und -Freiheit lassen sich am besten verteidigen, wenn bei der Entschei-dung zwischen verbalem Florett oder Säbel eher das Florett gewählt und der Gegner nicht entwürdigt wird.

Die Leitmedien, die auch „Aufmerksamkeitshändler“ sind und um Einschaltquoten, Auf-lagenstärke und Klicks ringen, um sich durch Werbeeinnahmen querzufinanzieren, haben durch entsprechend aufmerksamkeitsheischende, konfliktbetonte, konfronta- tive Berichterstattungen ebenfalls Teil an gesellschaftlicher Spaltung sowie politischer und thematischer Polarisierung und Ausgrenzung.

„Ich würde mir manchmal etwas mehr Realismus wünschen und etwas weniger Pathos.“ (Seite 67)

„Respekt geht anders“ bietet eine ausgewogene kritische Analyse der deutschen Medienlandschaft und empfehlenswerte Anregungen für eine konstruktive Gesprächs- und Streitkultur. Besonders hervorheben möchte ich das Kapitel „Die Würde des Andersdenkenden“, dessen Lektüre ich nur jedem ans Herz bzw. an die Vernunft legen kann.

Mir sei als Anmerkung gestattet, daß die Autorin im Hinblick auf das Thema Armutsrisiko die Grenze zur Verharmlosung aus meiner Sicht überschritten hat.

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.chbeck.de/krone-schmalz-hysterikerland/product/30917921

Die Autorin:

»Gabriele Krone-Schmalz war von 1987 bis 1991 Russland-Korrespondentin der ARD und moderierte anschließend bis 1997 den ARD-Kulturweltspiegel. Seit 2011 ist sie Professorin für TV und Journalistik an der Hochschule Iserlohn. Bei C.H. Beck sind von ihr erschienen „Russland verstehen“ (2017)
https://www.chbeck.de/krone-schmalz-russland-verstehen/product/14291912
und „Eiszeit“ (2018) https://www.chbeck.de/krone-schmalz-eiszeit/product/20530822 «

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Grüner geht’s nicht

Grüner geht’s nicht

  • Nachhaltig gärtnern auf dem Balkon
  • von Melanie Öhlenbach
  • KOSMOS Verlag 2021 www.kosmos.de
  • Klappenbroschur
  • Fadenheftung
  • 128 Seiten
  • 215 Fotos
  • Format: 240 x 170 x 14 mm
  • 18,00 € (D)
  • ISBN 978-3-440-17110-3

BALKON-BIOTOP

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Melanie Öhlenbachs Balkongartenratgeber leitet zusammenhängend und detailliert zum nachhaltigen Gärtnern auf kleinem Raum an. Von der Ausstattung mit Pflanz- gefäßen und Pflanzenerde, Gartenwerkzeugen, Bio-Saatgut, Pflanzenarten, Pflege- hinweisen und biologischem Pflanzenschutz bis hin zu tier- und insektenfreundlichen Gestaltungsmöglichkeiten orientieren sich alle vorgestellten gärtnerischen Materialien und Arbeitsschritte an Nachhaltigkeit und Ökologie.

Beim Gärtnern auf dem Balkon sind zunächst allerlei Gefäße für die Pflanzen erforder- lich. Es muß nicht alles neu sein, auch gebrauchte Pflanzgefäße, umfunktionierte Kochtöpfe und Küchensiebe, Obststiegen, Weinkisten, Weidenkörbe, Pflanztaschen aus gefilzter Jute, Dosen, ja, sogar angeschlagene Tassen und ausgediente Suppenkellen lassen sich bepflanzen. Tontöpfe und -Unterteller sind gut geeignet und atmungsaktiv. Aus gebrauchten Paletten lassen sich mehrstöckige Pflanzregale bauen …

Es versteht sich von selbst, daß Plastiktöpfe vermieden werden sollten. Doch wenn man sie beispielsweise beim Kauf  von Pflanzen zwangsläufig miterworben hat, kann man sie immerhin noch als Anzuchttöpfchen oder Ablegerverschenktöpfen weiternutzen, anstatt sie nach einmaliger Nutzung in den Plastikmüll zu geben.

Pflanzenerde sollte an die Bedürfnisse der Pflanzen angepaßt werfen: Schwachzehrer (Salate, Kräuter, Hülsenfrüchte) kommen beispielsweise mit „verbrauchter“ Erde zurecht, während Starkzehrer (Tomate, Zucchini) besser in frischer, nährstoffreicher Erde gedeihen. Alte Erde läßt sich zudem durch Hinzufügung von Feinkompost und Gesteinsmehl reanimieren.

Sehr einleuchtend und praxisnah ist der Hinweis, die Pflanzerde für kalkliebende Kräuter wie Borretsch, Lavendel, Thymian und Salbei mit fein zerstoßenen Eierschalen zu mischen oder wahlweise sehr fein gemahlene Eierschalen dem Gießwasser hinzu- zufügen.

Kaffee-, Teereste und abgestandenes Bier sind – mit Wasser verdünnt – natürliche Düngemittel. Auch Kaffeesatz kann gut getrocknet in die Erde eingearbeitet werden, allerdings maßvoll, um die Erde nicht zu übersäuern. Kleine Reste aus Milchflaschen oder Joghurtgläsern können mit Wasser ausgeschwenkt werden und ebenfalls als Flüssigdünger dienen.

Dieser Ratgeber vermittelt auf eingängige Weise Wissen über die angemessene Stand- ortwahl für Pflanzen, die Vermehrung über Teilung, Stecklinge und Samenernte, Tipps und Hilfsmittel zum nachhaltigen Bewässern und Gießen, diverse Mini-Kompostier- varianten (Bokashi, Wurmkomposter), Nützlinge und Insektennisthilfen sowie Wasser- tankstellen für Insekten und Vögel, selbstangesetzte Pflanzenbrühen aus Acker- schachtelhalm, Efeu, Knoblauch usw.

Kurzportraits zeigen in Wort und Bild eine überschaubare Pflanzenauswahl zum Kennenlernen: Die 12 ertragreichsten Balkongemüse, 8 Beerensorten, 10 Kräuter und      10 Bienenweideblumen nebst einer Auflistung von 12 hübschen balkontauglichen Wildpflanzen.

Hinweise auf samenfestes biologisches Saatgut, analoge und digitale Samentausch-börsen, diverse Adressen und Links zu Bio-Saatgut, Gefäßen, Gartengeräten, Alten Sorten, Mulch, Bewässerungshilfen, Bio-Dünger und Bio-Pflanzenschutzmitteln, Nisthilfen und Vogelfutter runden den Kursus in nachhaltigem Balkongärtnern weiterführend ab.

„Grüner geht‘s nicht“ bietet anschauliche balkongärtnerische Anleitungen, übersichtliche, sinnvoll abgestufte botanische Informationen und prak- tische Anregungen zur Wiederverwertung- und zum Selbermachen. Die zahlreichen schönen Fotos wecken Pflanzlust und Blütenvorfreude.

Eine nachhaltige Balkongestaltung und –Bepflanzung, wie sie Melanie Öhlenbach in ihrem Buch so animierend und inspirierend vorstellt,  belohnt uns mit ebenso köstlichem wie attraktivem natürlichen Mehrwert!

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.kosmos.de/buecher/ratgeber-naturfuehrer/garten/balkon-terrasse-zimmer/11634/gruener-geht-s-nicht

Die Autorin:

»Melanie Öhlenbach hat ihren tristen Stadtbalkon in einen bunten Mini-Garten ver-wandelt. Auf sechs Quadratmetern baut sie rund 50 unterschiedliche Sorten an Gemüse, Kräutern, Obst, Blumen und Wildpflanzen an. Nachhaltiges Gärtnern auf kleinem Raum vermittelt die Bremer Garten-Journalistin auf ihrem Blog KISTENGRÜN https://www.kistengruen.de, in Seminaren und nun auch in diesem Buch. Durch die Radiosendung „Grüner wird’s nicht“ auf Bremen Eins ist sie auch einem breiten Publikum in Norddeutschland bekannt.«

Querverweis:

Ergänzend bietet sich zudem noch das Sachbuch „Wilde Kübel – unkompliziert, naturnah und insektenfreundlich“ von Simone Kern an: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2020/07/02/wilde-kuebel/

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Die Kinderbuchbrücke

  • von Jella Lepman
  • Herausgegeben von der Internationalen Jugendbibliothek http://www.ijb.de
  • unter Mitarbeit von Anna Becchi
  • Neuausgabe Verlag Antje Kunstmann, September 2020 www.kunstmann.de
  • 25,00 € (D), 25,70 € (A)
  • gebunden
  • 303 Seiten
  • mit zahlreichen Fotos
  • 25,00 € (D), 25,70 € (A)
  • ISBN 978-3-95614-392-2

VON  KINDERBÜCHERN,  KINDERHERZEN  UND  WELTVERBUNDENHEIT

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

In diesem autobiografischen Buch lernen wir eine eigenwillige, emanzipierte Frau kennen, die es verdient, mehr ins historische Bewußtsein gehoben zu werden. Jella Lepmans Engagement und Begeisterung für Kinder- und Jugendbücher sowie ihrem versöhnlich-ausgleichenden Umgang mit dem besiegten Nachkriegsdeutschland verdanken wir die Gründung der Internationalen Jugendbibliothek (http://www.ijb.de).

Jella Lepman war in Deutschland aufgewachsen. Als Jüdin durfte sie im nationalsoziali-stischen Deutschland ihren journalistischen Beruf nicht mehr ausüben und emigrierte 1936 über Italien nach London. Sie war früh verwitwet und alleinerziehende Mutter zweier Kinder.

1945 wird Jella Lepman gebeten, als „Adviser“ bzw. „Berater für die kulturellen und erzieherischen Belange der Frauen und Kinder in der amerikanischen Besatzungszone“ zu arbeiten. Der amerikanischen Besatzungsmacht schien es wohl angeraten, für die „Umerziehung der Deutschen“ und eine kulturelle Neuausrichtung auch eine mütter- lich-familiäre, weibliche Perspektive einzubeziehen. Nach einer aufwühlenden Bedenk- zeit überwiegt bei Jella Lepman das Mitgefühl mit den Kindern, und sie sagt ihre Mitarbeit zu.

Jella Lepman beschreibt die deutsche Nachkriegssituation und die damaligen zwischen-menschlichen Gestimmtheiten sehr differenziert, und ebenso differenziert betrachtet sie die amerikanische Einflußdominanz auf die deutsche Gesellschaft. Es herrscht Woh- nungsnot, es mangelt an Nahrung, Heizmaterial, Kleidung und Kinderbetreuungsmög- lichkeiten. Sie trifft auf ehrlich Reumütige, Ewiggestrige, echte und unechte „Wider- standskämpfer“ und die übliche Melange der Mitläufer in jede Richtung.

Neben dem leiblichen Hunger gibt es jedoch auch Lesehunger und kindlichen Wissensdurst. Zwölf Jahre Diktatur, Zensur und Bücherverbrennungen sowie die massiven Ausbombungen haben den Kinderbuchfundus deutscher Kinder drastisch reduziert. Nach und nach reift in Jella Lepman die Idee, eine Wanderausstellung der besten internationalen Kinder- und Jugendbücher zu organisieren und so den deutschen Kindern die weite Welt aus Kinderbuchperspektive näherzubringen.

Zwei Jungen in der Stuttgarter Ausstellung 1946 © Stiftung Internationale Jugendbibliothek

Sie schreibt Bittbriefe an diplomatische Vertretungen, Ministerien und Verlage. Neben erzählerischen Werken bittet sie um Bilderbücher, weil diese eine geringere Sprach-barriere bedeuten, und um Kinderzeichnungen und Kinderbilder, weil Kinder auf diesem Wege unabhängig von Fremdsprachenkenntnissen miteinander kommunizieren können. Die internationale Resonanz ist sehr gut, die Bücherspenden fließen großzügig.

Am 3. Juli 1946 eröffnet schließlich die „Internationale Jugendbuchausstellung“ im Haus der Kunst in München und zieht mehr als eine Million Besucher an. Die Ausstellung wandert – soweit sich passende Räumlichkeiten finden lassen – weiter nach Stuttgart, Frankfurt, Hamburg und Berlin. Das rege Interesse der deutschen Bevölkerung und die lebhafte Aufgeschlossenheit der Kinder bestätigen Jella Lepman darin, aus dieser Ausstellung eine dauerhafte Internationale Jugendbibliothek hervorgehen zu lassen.

Mit bewundernswerter Hartnäckigkeit, Zielstrebigkeit und Charme überwindet Jella Lepmann unzählige bürokratische und finanzielle Hürden, findet Mitstreiter, Sponsoren und prominente Befürworter, u.a. Theodor Heuss, Erich Kästner, Eleanor Roosevelt, die Rockefeller Foundation und die ALA, die „American Library Association“.

Am 14. September 1949 kann die „Internationale Jugendbibliothek“ zunächst in einer Villa in der Kaulbachstraße in München eröffnet werden. Von Anfang an werden dort neben Büchern auch Buchdiskussions- und Theaterspielgruppen, Puppentheaterauf-führungen, Elternabende, Sprachkurse und ein Malatelier angeboten. Außerdem dürfen die Kinder selbst Buchkritiken schreiben, die zum Teil sogar im Jugendfunk gesendet werden.

Kinder in der neueröffneten Internationalen Jugenbibliothek am 14. September 1949 © Stiftung Internationale Jugendbibliothek Foto: Otfried Schmidt

Jella Lepmans ausdrückliche Wertschätzung von Kinderliteratur als „Lebensmittel“ zur Herzensbildung und ihre Bemühungen, Kinderbücher als Boten von Fantasie, Freiheit, Frieden, Mitmenschlichkeit, Toleranz und Vielfalt einzusetzen, regten einen lebhaften internationalen Bücheraustausch an und entsprechende wechselseitige Übersetzungen, wie sie uns heutzutage selbstverständlich erscheinen.

Zudem initiierte sie den Deutschen Jugendliteraturpreis und den Hans Christian Andersen Preis, und sie regte die Gründung des „IBBY“, des International Board on Books für Young People, eines internationalen Kuratoriums für das Jugendbuch, an, was den gesell-schaftlichen Stellenwert und die positive öffentliche Wahrnehmung von Kinder- und Jugendbüchern erhöhte.

Es ist bewundernswert, mit welcher Unermüdlichkeit und welch großen Idealismus Jella Lepman die deutschen Kinder der Nachkriegszeit mit konstruktiver geistiger Nahrung versorgte. Die nachhaltige Wirkung und internationale Anerkennung, die mit der Institution der Internationalen Jugendbibliothek nach wie vor erreicht wird, bestätigen ihr Wirken.

Jella Lepman (links), Elisabeth Ekström (Geschäftsleiterin des Arbeitskreises für Jugendliteratur in München), Astrid Lindgren und die Bibliothekarin Elsa Olenius auf dem IBBY Kongress in Stockholm 1956 © Foto: privat Familie Lepman-Mortara

„Die Kinderbuchbrücke“ ist ein bemerkenswertes Dokument der Versöhnung, Hoffnung und unerschütterlichen Zielstrebigkeit. Jella Lepman schreibt mit weitem Herzen, gro- ßem Weitblick, scharfer Beobachtungsgabe und Humor. Einfühlsam schildert sie ihre Erfahrungen in Deutschland von der Trümmerzeit bis zur Wirtschaftswunderzeit, freut sich daran, wie aus hohlen Kinderwangen wieder runde Bäckchen werden, und beschreibt anrührende Szenen kindlich-begeisterter Reaktionen auf Bücher. Bei all ihrer organisatorischen und argumentativen Arbeit fand sie sogar noch die Muße, für Erich Kästners Kinderbuch „Die Konferenz der Tiere“ Ideen beizusteuern.

Die Neuausgabe der „Kinderbuchbrücke“ wird um ausführliche Anmerkungen ergänzt, die personelle und historische Zusammenhänge erläutern, sowie um eine Kurzbiografie von Anna Becchi, welche Jella Lepmans Lebensstationen jenseits ihres Engagements für die Internationale Jugendbibliothek nachzeichnet. Zahlreiche Fotos der Autorin und ihrer hilfreichen Wegbegleiter sowie hingebungsvoll in Bücher vertiefter Kinder ergänzen und bereichern Jella Lepmans Bericht um anschauliche, anrührende und aussagekräftige Zeitzeugnisse.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.kunstmann.de/buch/jella_lepman-die_kinderbuchbruecke-9783956143922/t-2/

 

Die Autorin:

»Jella Lepman (1891–1970) wuchs in Stuttgart auf. Die jüdische Journalistin und Kinderbuch- autorin emigrierte 1936 nach England und wurde 1945 von der amerikanischen Militär- regierung als Beraterin für den Wiederaufbau nach Deutschland geholt. 1949 gründete sie die Internationale Jugendbibliothek in München, die weltweit größte Spezialbibliothek für inter- nationale Kinder- und Jugendliteratur, sowie 1951 IBBY (International Board on Books for Young People), eine internationale Organisation zur Förderung der Kinder- und Jugendliteratur.«

Querverweis:

Alljährlich erscheint im Verlag edition momente „Der Kinder Kalender“, herausgegeben von der Internationalen Jugendbibliothek. Für diesen Kalender treffen die Bibliotheks-Lektoren aus dem Kinderbuchfundus eine Auswahl von Kindergedichten, die in ihrer jeweiligen Landes- sprache und -Schrift, der dazugehörigen Illustration und einer deutschen Übersetzung jeweils ein Kalenderwochenblatt füllen. So wird Jella Lepmans Idee der Völkerverständigung von Kind zu Kind auf poetische Weise fortgesetzt und in deutsche Kinderzimmer transportiert und weitergesagt.
Den Kinder Kalender für das laufende Jahr (2021) können Sie unter nachfolgendem Link gerne besichtigen: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2020/11/12/der-kinder-kalender-2021/

 

 

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Füchse

  • Ein Portrait von Katrin Schumacher
  • Verlag Matthes & Seitz, 2020 http://www.matthes-seitz-berlin.de
  • NATURKUNDEN Nr. 60 www.naturkunden.de
  • Illustrationen: Falk Nordmann
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • 159 Seiten
  • Kleinoktav-Format: 12 x 18  cm
  • 20,00 € (D), 20,60 € (A)
  • ISBN 978-3-95757-855-6

F U C H S F A S Z I N A T I O N

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Katrin Schumacher umkreist den Fuchs, betrachtet ihn aus biologischer, literarischer, mythologischer und sozialer Sicht. So entsteht ein facettenreiches Bild, das den Fuchs nicht zähmt, sondern ihn in seiner natürlichen Wildheit respektiert und parallel dazu auch ein historisches und aktuelles Streiflicht menschlicher Projektionen auf den Fuchs wirft.

Bereits vor 15.000 Jahren wurden Füchse auf die Höhlenwände von Lascaux und Altamira gemalt und zahlreiche archäologische Fuchsknochenfunde weisen darauf hin, daß er auch als Opfertier für die Götter vewandt wurde.

Füchse sind Überlebenskünstler; sie sind sehr anpassungsfähig und finden als Nahrungsgeneralisten in fast allen Landschaftsgebieten Futter und Unterschlupf, was auch ihre weite Verbreitung erklärt sowie ihren Erfolg als Kulturfolger. Dabei ist zudem interessant, daß sich Stadtfüchse nicht mehr mit Landfüchsen paaren und Stadtfüchse weniger Scheu an den Tag legen.

Die sinnliche Wahrnehmungsspannbreite des Fuchses ist beeindruckend. „Ein Fuchs hört, wenn sich in anderthalb Kilometern Entfernung zwei Feldmäuse um einen Sonnen-blumensamen zanken, und er riecht detailliert die zwei Winter, die in dem alten Laub stecken, das vielleicht so alt ist wie er selbst.“ (Seite 29)

Der Fuchs lebt verborgen, und seine Finten und Raffinnessen, um Beute oder Jäger zu täuschen, sind legendär. Angeblich kann er sich totstellen, um sich gegebenenfalls bessere Flucht- oder Beutechancen zu verschaffen. Obwohl sich sein Fell in unseren Augen auffällig rötlich aus der Umgebung hervorhebt, bekommen wir ihn nur selten zu sehen.

Wieviele Füchse tatsächlich in Deutschland leben, ist nicht bekannt – sicher ist nur, daß pro Jagdsaison fast eine halbe Million Füchse getötet werden und daß im städtischen Raum etwa zehnmal mehr Füchse leben „als auf einer vergleichbaren Fläche im Wald“ (Seite 14). Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang, daß die Bejagung der Füchse zu einer erhöhten Anzahl von Fuchsjungen führt. Und auch in Hinsicht auf das vorhandene Nahrungsangebot reguliert der Fuchs seine Populationsdichte bedarfsgerecht durch Vermehrung oder Verminderung der Anzahl von Jungtieren pro Wurf selbst.

Die Autorin wagt eine beachtlich differenzierte, kulturgeschichtliche Darstellung zum Thema Fuchsfellverarbeitung und zum Kürschner-Handwerk. „Jedes Pelztragen ist ein schamanischer Akt. Eine unheimliche und fadenscheinige Simulation der Unsterblich- keit, die davon erzählt, dass das Leben immer schon mit dem Tod infiziert ist.“ (Seite 88) Inzwischen werden Fuchsfelle sogar biologisch gegerbt und als nachhaltiger „Stoff“ vermarktet, sogar ressourcen-schonendes Pelzrecycling liegt im Trend.

Nach einem kurzen Abstecher zum japanischen Fuchsgeisterglauben, der dem Fuchs übernatürliche Gaben und märchenhafte Verwandlungsfähigkeiten zuschreibt, folgen wir den Spuren der Fabelfüchse von Aeosop, Jean de La Fontaine, Leonardo da Vinci, Gellert und Lessing.

Die Spur des Fuchses reicht weiter bis ins Kinderlied und Kinderbuch. Erscheint er im Lied „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ von Ernst Anschütz und in den Geschichten von Selma Lagerlöf (Nils Holgerssohn) und Carlo Collodi (Pinocchio) listig, hinterhältig, als böses Hindernis und zu besiegender Feind, so wandelt sich seine Rolle mit dem Erschei-nen des Buches „Der kleine Prinz“ von Saint-Exupéry. In diesem Buch wird der Fuchs als kluger, philosophischer Gesprächspartner imaginiert und in der gegenwärtigen Kinder-literatur setzt sich diese charmante, freundlich-sympathisierende Vorstellung nachhaltig fort.

Die Kurzportraits verschiedener Fuchsarten mit sehr attraktiven, beinahe foto- realistischen Illustrationen von Falk Nordmann stellen folgende Füchse lexikalisch vor: Rotfuchs, Fennek (Wüstenfuchs), Polarfuchs (Eisfuchs), Schwarzsilberfuchs, Löffelfuchs, Korsak, Insel-Graufuchs, Marderhund (Obstfuchs), Bengalfuchs und Kapfuchs.

ROTFUCHS Illustration © Falk Nordmann, Verlag Matthes & Seitz 2020


Katrin Schumacher stellt den Fuchs ebenso als biologisch definierbares Lebewesen dar wie als mythologische Figur und poetische Projektion. Wir nähern uns dem Fuchs – und doch bekommen wir ihn nie ganz zu fassen. Der elegant-mäandernde Schreibstil der Autorin folgt gleichsam dem ungreifbaren, seltsam changierenden Wesen des Fuchses.

Und zum Abschluß kann ich hier wieder meinen lobeshymnischen Refrain zur buch- gestalterischen Materie der Reihe NATURKUNDEN singen. So ist auch der Band „Füchse“ (NATURKUNDEN Nr. 60) aus schmeichelgriffigem Papier für Einband, Vorsatzblätter und Buchseiten hergestellt. Die Typographie ist satt und lesefreundlich, der Kopfschnitt und die Fadenheftung in einem fuchsigen rotbraunrostorangenen Ton farblich fein abge- stimmt mit der Farbgebung des Bucheinbandes, und die zahlreichen alten und neuen Illustrationen sind ebenso schön wie aussagekräftig.

Hier finden wir den harmonischen Einklang zwischen substanzieller innerer und äußerer Buchqualität, wie sie für die von Judith Schalansky herausgegebene Reihe NATURKUNDEN Standard ist. Da kommt Sammellust auf!

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.matthes-seitz-berlin.de/buch/fuechse.html?lid=3

 

Die Autorin:

»Katrin Schumacher, 1974 in Lemgo geboren, ist Literaturwissenschaftlerin und Journalistin. Sie lebte in Bamberg, Antwerpen, Hamburg, ist derzeit in Halle/Saale zu Hause und Redaktionsleiterin beim MDR Kultur. «


 

Querverweis:

Ergänzend bietet sich das ausführlich fotografisch bebilderte Buch von Silje Elin Matnisdal und Leiv Magnus Grøtte „Ayla. Meine ungewöhnliche Freundschaft mit einem Fuchs“ an, das vom vergeblichen Versuch handelt, einen Fuchs zu zähmen.
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2019/10/17/ayla/

Zusätzlich nun noch eine kleine Auswahl von Kinderbüchern mit sympathischen Fuchsfiguren:

»Nur ein Tag«
von Martin Baltscheidt (Text) und Wiebke Rauers (Illustration)
Die Geschichte vom warmherzigen Wildschwein und vom feschen Fuchs, die eine kleine, lebensfrohe Eintagsfliege mit einer Notlüge über die kurze Dauer ihres Daseins hinweg-täuschen, führt an einem einzigen Tag durch ein ganzes Leben.
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/10/13/nur-ein-tag/

»Der Tod auf dem Apfelbaum«
von Katrin Schärer (Text & Illustration)
„Der Tod auf dem Apfelbaum“ ist ein Bilderbuch, das zu Herzen geht und tief berührt. Es ist von einer sanftmütigen Intensität und ruhigen Klarheit, die leise lächelnd dem natürlichen Kreislauf von Leben und Tod die Ehre gibt.
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/03/20/der-tod-auf-dem-apfelbaum/

»Kleiner Fuchs großer Himmel«
von Brigitte Werner (Text) und Claudia Burmeister (Illustration)
Das Bilderbuch „Kleiner Fuchs Großer Himmel“ ist erfüllt von einer tiefen, zärtlichen Lebenszugewandtheit und heiteren Demut. Mit dieser Flügelspannweite gelingt hier das Kunststück, die kleine Endlichkeit tröstlich mit der großen Unendlichkeit zu verbinden. So gehören wir dem Leben, ohne es zu besitzen. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/11/23/kleiner-fuchs-grosser-himmel/

»Der kleine Prinz – Bilderbuch«
von Agnès de Lestrade
(Text & Illustration)
„Der kleine Prinz“ erlebt eine Form der bibliophilen Reinkarnation, die sich in unter- schiedlichen Nacherzählungen und/oder Fortsetzungen manifestiert. Die hier nun vorliegende Nacherzählung von Agnès de Lestrade wendet sich an Kinder, denen vorgelesen wird. Die Autorin hat Antoine de Saint-Exupérys Klassiker kindgerecht abgekürzt und vereinfacht, ohne dabei den weiten Herzenshorizont und die emotionale Vielschichtigkeit von Saint-Exupérys Vorlage zu vernachlässigen. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2019/11/27/der-kleine-prinz-bilderbuch/


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Tierspuren – lebensgroß

  • Text und Fotografien von Frank Hecker
  • Illustrationen von Kay Elzner
  • KOSMOS Verlag 2018 www.kosmos.de
  • Klappenbroschur
  • Format: 194 x 134 x 12mm
  • 112 Seiten
  • mit zahlreichen Fotos und Zeichnungen
  • 12,99 € (D)
  • ISBN 978-3-440-15818-0

AUF  SCHRITT  UND  TRITT

Sachbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Es macht Freude, Tiere in der freien Natur zu beobachten. Doch meist verstecken sich Wildtiere vor Menschen, oder sie sind nachtaktiv und man kann ihre Anwesenheit nur noch nachträglich an den Lebensspuren ablesen, die sie hinterlassen.

„Tierspuren – lebensgroß“ zeigt eine übersichtliche Anzahl solcher Spuren (Trittsiegel, Fährten, Bauten und Nester, Fraßspuren, Gewölle und Losung) und vermittelt Grund-wissen, um Tierspuren richtig zu entziffern und einzuordnen.

Einführend werden die Unterschiede zwischen Sohlengängern (Dachs, Igel, Bär, Wasch- bär), Zehengängern (Fuchs, Fischotter, Katze, Marder) und Zehenspitzengängern (Reh) sowie der Aufbau des Vogelfußes erklärt und mit anatomischen Zeichnungen ergänzt.

65 Tierportraits von ein- bis sechsseitiger Länge stellen jedes Tier in Wort und Bild vor.
Angaben zu Körpergröße und Gewicht, Nahrungsbedürfnissen, Verhaltens- und Fort- bewegungsweisen sowie Lebensraumansprüchen ergänzen die detaillierte Beschreibung der Tierspuren. Anschauliche Fotos der Tiere und ihrer Bauten, Höhlen, Nester, Fraß- spuren usw. und Zeichnungen der arttypischen Trittsiegel schulen auf animierende Weise den Blick.

Frank Hecker, Tierspuren lebensgroß, © KOSMOS Verlag, Illustration Kay Elzner

Die Innenseite der vorderen Buchklappe zeigt eine Übersicht der gezeichneten Tritt- siegel, nebst Seitenzahlangabe zum dazugehörigen Tierportrait, sowie eine einfache Anleitung zur Anfertigung eines Trittsiegel-Gipsabdrucks. Die Innenseite der hinteren Buchklappe zeigt eine fotografische Übersicht verschiedener Gewölle.

Ein Glossar erklärt die notwendigen Fachausdrücke, ein alphabetisches Register hilft beim schnellen Nachschlagen, und Hinweise auf weiterführende Literatur werden ebenfalls gegeben.

Ich fand in diesem Buch endlich auch eine Erklärung für einen „zugetöpferten“ Baum-höhleneingang, den ich einmal entdeckt hatte. Kleiber, deren Name sich tatsächlich von Kleber ableitet, verkleinern (verkleben) nämlich die Eingangslöcher zu ihren von größeren Vögeln übernommenen Bruthöhlen mit Lehm auf den für sie gemäßen Einstiegsdurchmesser.

Frank Hecker, Tierspuren lebensgroß, © KOSMOS Verlag, Illustration Kay Elzner

Von Goethe ist der Satz überliefert „Man sieht nur, was man weiß.“ Hinsichtlich der Spurenwahrnehmung in der Natur gilt dies auf jeden Fall. Hat man Fotos und gute Zeichnungen typischer Tierspuren aufmerksam betrachtet, führt dies beim nächsten Aufenthalt im Garten oder in freier Natur unweigerlich zu interessanten Wiedererkennungseffekten. Dank des handlichen Formats lohnt es sich zudem, dieses Buch bei Ausflügen mitzunehmen, um Theorie und Praxis lebhaft zu verbinden und mit den Details der Spurenlesung noch besser vertraut zu werden.

„Tierspuren – lebensgroß“ bietet konzentrierte Textinformation, sehr gute und schöne Fotografien und sehr sorgfältige und anschauliche Zeichnungen, die uns Augen und Herz für unsere tierischen Mitgeschöpfe öffnen und zudem natursinnliche Entdeckungslust wecken.

 

Hier entlang um Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.kosmos.de/buecher/ratgeber-naturfuehrer/natur/tiere/9782/tierspuren-lebensgross

 

Der Autor und Fotograf:

»Frank Hecker ist Diplom-Biologe, seit über 25 Jahren hauptberuflicher Naturfotograf und Autor  von Natur-Sachbüchern. Seine Leidenschaft – und damit auch sein umfangreiches Naturfoto-Archiv – umfasst die gesamte europäische Natur: von Pflanzen bis zu Tieren und von ganz klein bis groß.
Seit vielen Jahren sind Frank Heckers Bilder aus den unterschiedlichsten Büchern, die bei KOSMOS und in anderen Verlagen erschienen sind, nicht mehr wegzudenken. Vielfach stammen auch die Texte aus seiner Feder. Seine Veröffentlichungen erreichen viele Zielgruppen, angefangen von Kindern, deren unglaubliche Neugier auf Natur manchmal nur schwer zu befriedigen ist, bis hin zu ambitionierten Naturfreunden. Eine besondere Passion gilt den Spuren der unterschiedlichsten Tiere. Nicht zuletzt weil es diese Spuren sind, die ihn zu seinen gelungensten Fotos führen.«  www.naturfoto-hecker.com

Der Zeichner:

»Der Illustrator und Maler Kay Elzner illustriert schon seit über zwanzig Jahren Natur- und Sachbücher mit breitem Repertoire für den KOSMOS Verlag. Der passionierte Naturfreund hat hier schon viele Bücher mit Themen wie Angeln, Jagd, Hund, Schlangen und Spinnen mit seinen Zeichnungen gestaltet. Zudem hat er sich in Belletristik und Jugendbuch mit seinen Illustrationen in Titeln von Mittelalter-Literatur bis Fantasy einen Namen gemacht. Hier sind besonders seine Zeichnungen in Bücher über Hobbits (Halblinge) erfolgreich. Das Spektrum seiner Arbeiten reicht bis hin zu Spielen und Filmen und nicht zuletzt zu sehr begehrten Bildern mit maritimen Motiven. Dabei liegen ihm besonders Szenen aus der Zeit der Wikinger am Herzen.
Kay Elzners gestalterisches Schaffen wurde bereits zweimal mit dem Kulturpreis und dem „Blauen Herz für Kinderfreundschaft“ geehrt.«  www.kayelzner.de

Querverweis:

Ergänzend und zur weiteren Vertiefung empfehle ich außerdem das ausgezeichnete Handbuch „Fährten lesen und Spuren suchen“ von Nick Baker. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/01/31/fahrten-lesen-und-spuren-suchen/

 

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Das Leben der Eichhörnchen

  • von Josef H. Reichholf
  • mit Illustrationen von Johann Brandstetter
  • Carl Hanser Verlag 2019 www.hanser-literaturverlage.de
  • gebunden
  • mit Schutzumschlag
  • 224 Seiten
  • 20,00 € (D), 20,60 € (A)
  • ISBN 978-3-446-26407-6

EICHHÖRNCHEN – EINFACH UNWIDERSTEHLICH!

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Josef H. Reichholf hat bereits vor zehn Jahren mit seinem bekannten Buch „Raben-schwarze Intelligenz. Was wir von Krähen lernen können“ https://www.piper.de/buecher/rabenschwarze-intelligenz-isbn-978-3-492-25915-6 mein Wissen über Rabenvögel erweitert und meine Zuneigung zu ihnen beflügelt. Mit seinem neuen Buch „Das Leben der Eichhörnchen“ bietet er nun eine ganzheitlich Darstellung der Lebensbedingungen, Bedürfnisse und Verhaltensweisen von Eichhörnchen.

Der erste Teil des Buches widmet sich der Biologie des Eichhörnchens, seinen körper- lichen Gegebenheiten und Fähigkeiten, der extremen Beweglichkeit, dem Energie- haushalt, der Tarnung, dem Nestbau und der Reproduktion, der Flexibilität hinsichtlich geeigneter Lebensräume (Eichhörnchen sind sehr erfolgreiche Kulturfolger), seiner Nahrung und Vorratshaltung sowie seinem Spielverhalten.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Eichhörnchen nicht grünfellig oder grünbraun-camouflagefarben sind? Wären sie als Baumbewohner dann nicht besser getarnt? Tja, das ist die anthropozentrische Betrachtungsfalle: Wir Menschen sehen Farben anders als die meisten Säugetiere, die nämlich häufig rotgrünblind sind und für die rote und grüne Farbtöne als Abstufungen von grau und/oder braun erscheinen. Hinsichtlich des natürlichen Hauptfeinds des Eichhörnchens, dem Baummarder, sind also – seiner Rotgrünblindheit wegen – unsere rotbraunen Eichhörnchen farblich optimal getarnt.

Im zweiten Teil wendet sich der Autor verschiedenen Eichhörnchenarten und Hamstern, Mäusen, Ratten, Siebenschläfern, Bibern, Murmeltieren und weiteren europäischen Nagetieren zu. Herbei werden vergleichend Gemeinsamkeiten und Unterschiede der körperlichen Spezialisierung sowie der Ernährung, Anpassungsfähigkeit, Überlebens-strategie und notwendigen ökologischen Mitweltbedingungen dargestellt.

Im  dritten Teil folgt ein berührender, persönlicher Bericht des Autors über die Aufzucht eines Siebenschläfers. Reichholf war noch Zoologiestudent, als bei ihm zu Hause zwei winzige Siebenschläferbabys abgegeben wurden. Es gelang ihm, eines der Jungtiere zu retten, und es bekam den Namen „Schmurski“. Schmurski lebte viele Jahre einträchtig mit Reichholfs Familie zusammen, war stubenrein, neugierig, zutraulich, kommunikativ und verspielt und eine lebhafte Bereicherung für alle. Erst im dritten Winter futterte er sich genug Fett an, um in den arttypischen Winterschlaf zu fallen. Sein Schlafkästchen wurde in einen ungeheizten Raum gestellt, und so konnte Schmurski seinem natür- lichen Jahresrhythmus folgen und den ganzen Winter verschlafen. Die possierlichen und amüsanten Erfahrungen und Szenen, von denen der Autor berichtet, zeugen vom wechselseitigen Wert solcher Nahbeziehungen zwischen Mensch und Tier.

Derartige Rettungsbemühungen sind heutzutage genehmigungspflichtig. Eine arten-schutzrechtliche Ausnahmegenehmigung ist ein bürokratischer Aufwand, den nur wenige Menschen auf sich nehmen. Artenschutz ist wichtig, und es sollten selbst- verständlich keine Tiere willkürlich aus Nestern entnommen werden. Aber es sollte willigen Naturfreunden erlaubt sein, verwaiste Wildtiere zu retten. Der Autor kritisiert, daß beispielsweise die Aufzucht eines verwaisten Eichhörnchens einer Genehmigung bedarf, während die Forstwirtschaft bei der Holzernte genehmigungsfrei ganze „Nester mit den kleinen Jungen darin vernichten“ darf. Offensichtlich ist für wirklich sinnvolle Arten- und Naturschutzregelungen noch reichlich Nachbesserungsbedarf.

„Das Leben der Eichhörnchen“ bietet eine animierende Kombination aus interesseweckender Wissensvermittlung und persönlichem Naturerleben. Der Autor versteht es, naturwissenschaftliche Details und komplexe Zusammenhänge eingängig zu beschreiben und wichtige, ja, notwendige Denkanstöße hinsichtlich einer wesentlich größeren Achtsamkeit und komplexeren Betrachtungsweise gegenüber der Natur und ihren Geschöpfen zu geben.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/das-leben-der-eichhoernchen/978-3-446-26407-6

Eine weitere Besprechung findet sich auf Jargs Blog:
Das Leben der Eichhörnchen : mit Illustrationen von Johann Brandstetter / Josef H. Reichholf

 

Der Autor:

»Prof. Dr. Josef H. Reichholf, 1945 in Niederbayern geboren, Evolutionsbiologe, war bis April 2010 Leiter der Wirbeltierabteilung der Zoologischen Staatssammlung München und Professor für Ökologie und Naturschutz an der Technischen Universität München. Er ist Träger der „Treviranus-Medaille“, der höchsten Auszeichnung der Deutschen Biologen, und des Grüter-Preises für Wissenschaftsvermittlung. 2007 wurde er zudem mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet. 2010 wurde sein Bestseller „Rabenschwarze Intelligenz“ als „Wissenschaftsbuch des Jahres“ prämiert. Zuletzt erschienen von ihm „Evolution – Eine kurze Geschichte von Mensch und Natur“ (2016), der als Wissensbuch des Jahres ausgezeichnete Band „Symbiosen“ und „Haustiere“ (beide 2017 in der Reihe Naturkunden), Schmetterlinge – Warum sie verschwinden und was das für uns bedeutet (2018) sowie Das Leben der Eichhörnchen (2019).«

Querverweis:

Für alle Eichhörnchenliebhaber empfehle ich ergänzend sehr gerne noch die entzückend lebendigen und warmherzigen HERR-EICHHORN-Bilderbücher von Sebastian Meschenmoser:

HERR EICHHORN UND DER MOND
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/08/19/herr-eichhorn-und-der-mond/
HERR EICHHORN UND DER ERSTE SCHNEE
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/08/21/herr-eichhorn-und-der-erste-schnee/
HERR EICHHORN UND DER BESUCHER VOM BLAUEN PLANETEN
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/08/28/herr-eichhorn-und-der-besucher-vom-blauen-planeten/
HERR EICHHORN WEISS DEN WEG ZUM GLÜCK
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/08/26/herr-eichhorn-weis-den-weg-zum-gluck/
HERR EICHHORN UND DER KÖNIG DES WALDES
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/09/22/herr-eichhorn-und-der-koenig-des-waldes/

 

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Glaube wenig – Hinterfrage alles – Denke selbst

  • Wie man Manipulationen durchschaut
  • von Albrecht Müller
  • WESTEND Verlag 2019 www.westendverlag.de
  • 9. Auflage 2020
  • Klappenbroschur
  • 144 Seiten
  • 14,00 € (D), 14,40 € (A)
  • ISBN 978-3-86489-218-9

GEISTIGE  IMMUNSTÄRKUNG

Buchbeipackzettel von Ulrike Sokul ©

 

 Was ist  das Buch „Glaube wenig – Hinterfrage alles – Denke selbst“ und wie wird es angewendet?

„Glaube wenig – Hinterfrage alles – Denke selbst“ ist ein Mittel zur Belebung, Förderung und Unterstützung und – in manchen Fällen – sogar der Reanimierung der geistigen Immunstärke und Gedankenfreiheit gegenüber weitverbreiteten medialen Manipu- lationsmethoden, strategischer Meinungsmache, Kampagnenjournalismus, PR-Gefälligkeiten und Propagandapraktiken.

Dieses Buch schärft den Blick und das Bewußtsein für den Wert von Demokratie, Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit, Meinungsvielfalt, Respekt und unabhängiger Presse. Die demokratiewirksamen Informationsbestandteile und die entlarvenden Medienanalyen sensibilisieren für die sprachlichen und inszenatorischen Werkzeuge der massen- medialen Meinungsbeeinflussung und der von Machtinteressen gelenkten Irreführung und dienen der Aufklärung, Achtsamkeit, Vernunft und Selbstbestimmung.

Die Einnahme erfolgt buchstäblich durch aufmerksames Lesen, begleitendes Nach- und Mitdenken sowie persönliche Reflektion.

 

Wie ist das Buch zu lesen?

Für Erstleser empfehlen wir eine Lektüre im individuellen Lesetempo, mit wenigstens 50 Seiten täglich, so daß eine komplette Einnahme innerhalb von drei Tagen erfolgt.

Selbstverständlich wird diese Lektüre keineswegs verordnet, sondern sie geschieht absolut freiwillig und eigenverantwortlich

Zur geistigen Verarbeitung der aufklärenden Informationen zu bleibendem Wissen und zur vertiefenden neuronalen Verankerung ist eine zwei- bis dreimalige Wiederholung der Lektüre – gerne mit persönlichen Lesehaftzettelchen oder Textmarkierungen – sinnvoll.

Eine Leseüberdosis ist unbedenklich, außer wenn Ihnen die zahlreichen Erkenntnisse über massive Propagandapraktiken sowie ihre tatsächlichen Auswirkungen auf die Gestaltung gesellschaftlicher und wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen den Schlaf rauben.

Wir weisen darauf hin, daß diese Lektüre bei besonderer Denkeigenwilligkeit und bereits geübter medialer Mündigkeit besonders schnell und nachhaltig wirkt und das konstruktiv-kritische Urteilsvermögen gnadenlos schärft.

 

Woraus besteht „Glaube wenig Hinterfrage alles Denke selbst“?

Albrecht Müller, der Autor dieses Buches, diagnostiziert übersichtlich und komprimiert siebzehn gängige Methoden der Manipulation. Dazu gehören diverse Sprachregelungen und Sprachformeln – so werden Regierungen, die dem Westen mißfallen, bevorzugt als Diktaturen oder Regimes bezeichnet und die entsprechenden Regierungschefs wahl- weise Autokraten, Diktatoren, Machthaber oder Schlächter genannt.

Gerne kommen auch permanent wiederholte wertende Etikettierungsbegriffe zur Anwendung, die entweder positiv besetzt sind, wie beispielsweise Menschenrechte, Reformen, Wachstum, Exportüberschüsse, Zivilgesellschaft oder negativ geladene wie beispielsweise Reformitis, Populist, Linkspopulist, Rechtspopulist oder Querfront. Die einen Begriffe dienen der Seligsprechung, die anderen der Diffamierung. Und mit einer vorschußlorbeerigen, politisch-fürsorglichen Formulierung wie das „Gute-KiTa-Gesetz“ versteht dann auch noch der Dümmste, wie ein solches Gesetz zumindest theoretisch gemeint ist.

Weitere Methoden sind u.a. Verschweigen, Wiederholen, Übertreiben, die gleiche Botschaft aus verschiedenen Ecken aussenden, öffentliche Gesprächsrunden, in denen Meinungseintönigkeit vorherrscht, der Wippschaukeleffekt, Andeutungen und Halb- wahrheiten zur Wahrheit stilisieren, NGOs gründen und benutzen, Experten und Expertisen präsentieren, die eine erwünschte einseitige (alternativlose!) Ausrichtung vertreten und bestätigen, Personen willkürlich miteinander verknüpfen, um eine bestimmte Kontextualisierung, (Ab)Wertung und Stigmatisierung zu erzeugen, Konflikte zur Meinungsmache ausnutzen, aufbauschen oder inszenieren, der gezielte Einsatz von Emotionen und Angst … usw.

Der Methodendarstellung folgen anschauliche Beispiele für aktuelle und historische Fälle von Meinungsmache, Kampagnenjournalismus und rücksichtslose Irreführung im Interesse kommerzieller Kreise. Im Folgenden nun streiflichternd einige Musterexem-plare: Die medialen Kampagnen zur Senkung der Lohnnebenkosten, um angeblich mehr Arbeitsplätze zu schaffen, der endlos sowohl von öffentlich-rechtlichen als auch privaten Medien wiedergekäute demographische Wandel als Hauptargument für die Demontage und systematische Schwächung der solidarischen Gesetzlichen Renten- versicherung zugunsten privatwirtschaftlicher Versicherungskonzerne, die Umdeutung und Umformulierung der Finanzkrise von 2008 in eine Staatsschuldenkrise, für die der Steuerzahler brav aufkommen darf … usw.

Und hochaktuell: Die völlig gedankenlos-fortschrittsgläubige und verantwortungslose Forcierung der Digitalisierung von Kindheit und Bildung. Dieses fatale Bildungsexperi- ment mit kindlichen Versuchskaninchen steht im massiven Interesse kommerzieller Profiteure und keineswegs im Interesse kindlicher Bildungsförderung. Entsprechende warnende Stimmen von Neurologen und Psychologen werden jedoch sowohl von der Politik als auch von den Hauptmedien größtenteils ignoriert.

Dramatisch ist auch der westliche Konfrontationskurs gegenüber Russland. Hinsichtlich dieses politischen und medialen Feindbildaufbaus sollte uns die aktuelle Wiederbe- lebung bzw. Aufrüstung der Sprachformeln „Abschreckung“ und „Politik der Stärke“ eine deutliche Warnung sein.

Diese Meinungsbeeinflussungen und Denklenkungen geschehen vor dem Hintergrund starker Medienkonzentrationen sowie unter dem Einfluß diverser Journalisten und Chefredakteuere, die der NATO tief verbunden sind und dementsprechend ihre Wertungen vornehmen und verkünden. (Für wissenswerte Details dazu siehe: DIE ANSTALT vom 29.4.2014   https://www.youtube.com/watch?v=nX3urDVrwTE , ab Minute 36:10)

Die häufige Einseitigkeit und Unausgewogenheit massenmedialer Berichterstattung zeigt sich auch darin, daß der sich extrem vergrößernde Abstand zwischen Arm und Reich für die reichen Zeitungskonzerne und Medienhäuser allenfalls ein Nischenthema ist – so verengt sich der Artikulationsspielraum für die vielen einkommensschwachen Mitbürger und die faire Repräsentanz ihrer Anliegen.

»Wir haben Klassen-Medien und Klassen-Historiker – das zu erkennen ist ein wichtiger Lernschritt auf dem Weg zum Ziel, selbst zu denken.« (Seite 89)

»Diese Verschiebung verschärft eine immer schon erkennbare Schlagseite der demo-kratischen Meinungsbildung und politischen Entscheidungsfindung: Wer über viel Geld oder publizistische Macht verfügt, kann in viel größerem Maße als die normalen Menschen Einfluss nehmen. Diese Einflussnahme bezieht sich auf die Bildung der öffentlichen Meinung und auch schon auf die Bildung der veröffentlichten Meinung, also die Meinung der Medienmacher.« (Seite 18)

 

Was müssen Sie vor Einlesung des Buches beachten?

„Glaube wenig – Hinterfrage alles – Denke selbst“ sollte besser nicht eingenommen werden bei akuter Denkfaulheit und chronischer Leichtgläubigkeit, obwohl es gerade in solchen Fällen zu großen Erkenntnissprüngen kommen könnte.

Bei ängstlicher Überempfindlichkeit angesichts von fundierter Gesellschaftskritik und gegebenenfalls deutlichem Widerspruch zu den Narrativen der sogenannten Leitmedien kann es gelegentlich zu Kopfschmerzen, Übelkeit bis hin zu Ohnmachtsanfällen kommen.

Menschen, die gewohnheitsmäßig oder suchtartig nur seditativ-zerstreuende Unter-haltungsmedien und eintönige „Talkshows“ einnehmen, werden die hier enthaltenen unbequemen Denk- und Hinterfrageaufforderungen sowie die desillusionierenden aktuellen und historischen Medienanalysen schwer bekömmlich oder viel zu ernüchternd finden, um sich ernsthaft damit zu beschäftigen.

Bequemlichkeit, Engstirnigkeit, Ignoranz, Konformitätsbedürftigkeit und Untertanen- mentalität verhindern zudem ein Überschreiten der Geist-Hirn-Schranke und lassen keine ungewollten Erkenntnisse ins Bewußtsein dringen oder führen im Falle spurenelementarer Durchdringung zu kognitiver Dissonanz.

Besondere Vorsicht ist geboten bei Kapitalismusgläubigkeit und ausgeprägtem neo-liberalem Welt- und Menschenbild sowie naiver ÖRR-Hörigkeit; hier können drastische Intoleranzen, Klassenkampfallergien, das neuartige »Ein-Schimpfwort-Verschwörungs-theoretiker-Tourette-Syndrom« und Bluthochdruck auftreten bis hin zu lesensgefähr-lichen Entzündungen. In freiwilligen Leseversuchen kam es jedoch nur in sehr, sehr seltenen Fällen (1:100.000) zu Buchverbrennungen.

 

Zu Risiken und Nebenwirkungen:

Plötzliche Geistesblitze sind nicht ausgeschlossen, aber unbedenklich!

Kurzfristige leichte bis schwerere Verstimmungen angesichts der unvermeidlich schmerzlichen Enttäuschung über die häufige strategisch-meinungsmanipulierende Ausrichtung der Leitmedien, die vielen finanz- und machtinteressensgebundenen „Experten“ und den Ausverkauf von Demokratie und Gemeinwohl treten mit großer Wahrscheinlichkeit auf. Langfristig sollte diese Desillusionierung jedoch zu mehr geistiger Wachheit, lebhafter Diskussionsbereitschaft und zu unheilbarer staats- bürgerlicher Mündigkeit führen.

Eine häufige Nebenwirkung ist eine zunehmende Abneigung gegen die erdreisteten Rundfunkgebühren des Öffentlich-Rechthaberischen-Rundfunks und die mehr als berechtigte Frage, in welch eklatantem Mißverhältnis hier Preis und Demokratie- leistung bzw. vorgeblich solidarisch-demokratisch-pluralistischer Anspruch und faktisch überwiegend mediale Eintönigkeit und Denklenkungsberieselung stehen.

Wer den häufigen und beabsichtigten Etikettenschwindel massenmedialer Manipulation durchschaut und hinterfragt, unterwirft sich nicht mehr in stillem Gehorsam der Deutungshoheit und Bevormundung der Hauptmedien und entwickelt chronische Wahrheitsliebe.

Eine Überdosis geistiger Immunstärke ist nur in Diktaturen lebensgefährlich!

Erhellende Wechselwirkungen mit anderen Büchern und bereits vorhandenem gesell-schafts- und medienkritischem Bewußtsein sind wahrscheinlich, ja, sogar wünschens- wert, da dies dem Anspruch und der erhofften Wirkungsweise von „Glaube wenig – Hinterfrage alles – Denke Selbst“ ausdrücklich entspricht.

 

Dauer der Anwendung:

Grundsätzlich kann dieses Buch unbegrenzt konsumiert werden, ja, Sie dürfen es auch gerne anderen Menschen leihen, schenken oder Lieblingspassagen daraus vorlesen. Beim Auftreten akuter Begeisterungssymptome, gesteigerter Denkeigenwilligkeit und beflügeltem Aufklärungsgeist sowie zur aktualisierenden Ergänzung empfehlen wir außerdem unbedingt die Webseite des Autors:
„NachDenkSeiten“
https://www.nachdenkseiten.de/

 

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.westendverlag.de/buch/glaube-wenig-hinterfrage-alles-denke-selbst/

 

Der Autor:

»Albrecht Müller, 1938 in Heidelberg geboren, ist Diplom-Volkswirt, Bestsellerautor, Publizist, Initiator und Herausgeber der NachDenkSeiten. Müller leitete Willy Brandts Wahlkampf 1972 und die Planungsabteilungen unter den Kanzlern Brandt und Schmidt. Von 1987 bis 1994 war er für die SPD Mitglied des Deutschen Bundestages. Zu seinen Büchern zählen „Die Reformlüge“, „Machtwahn“ und „Brandt aktuell“.«

 

 

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Kann ich das essen – oder bringt mich das um?

  • Essbare und giftige Wildpflanzen erkennen
  • von Katrin und Frank Hecker
  • Kosmos Verlag 2020   www.kosmos.de
  • Klappenbroschur
  • Format: 216 x 186 x 14 mm
  • 144 Seiten
  • 300 Farbfotos
  • 17,00 €
  • ISBN 978-3-440-16326-9

AUGEN  AUF  BEI  DER  WILDPFLANZENERNTE

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Mit diesem Buch können botanische Anfänger eine beachtliche Anzahl von eßbaren und nicht eßbaren Wildpflanzen kennen und erkennen lernen. Sehr anschaulich wird ver-mittelt, wie man die genießbaren Pflanzen von ähnlich aussehenden giftigen Doppel-gängern unterscheidet. Im Zweifelsfalle – so raten die Autoren wiederholt – läßt man einfach die Finger von einer Pflanze, die man nicht sicher einordnen kann, denn leichtsinnige Kostproben könnten lebensgefährlich werden.

Zwar riechen und schmecken viele Giftpflanzen unangenehm, wie beispielsweise der Gefleckte Schierling, dessen Blüten, wenn man sie zerreibt, nach Mäuseurin riechen, andere hingegen, etwa die schwarzen Beeren der Tollkirsche und die roten Beeren des Aronstabs, schmecken süßlich und schauen auch recht appetitlich aus, sind aber für Menschen giftig.

Doch hinsichtlich der eßbaren Wildpflanzen ist Achtsamkeit ebenfalls wichtig. Wild-pflanzen sollen nur eine Ergänzung zu unserem Speiseplan sein und nicht die Haupt-nahrungsquelle. Also pflücke man nur kleine Mengen und verschwende nichts.

Die Autoren ordnen die vorgestellten Wildpflanzen systematisch nach Jahreszeitenvor-kommen – differenziert nach eßbaren Blüten, Wurzeln, Samen und Früchten. Wir er-fahren,  welche Pflanzenteile besser frisch und roh, welche besser gekocht oder getrock-net zu nutzen sind. Es gibt Rezepte für die Zubereitung von Marmeladen, Chutneys, Kräuter- und Blütensalzen sowie Hinweise zum Einlegen in Öl, Essig und Alkohol und Anleitungen für Teezubereitungen und Wurzelkaffees.

Viele Wildpflanzen verfügen zudem über heilsame Substanzen, die man sich neben dem kulinarischen Genuß ebenfalls einverleiben kann.
 
So lernen wir etwa, daß vom Gänseblümchen alle oberirdischen Pflanzenteile eßbar sind und sich die Blüten nicht nur als dekorative und schmackhafte Salat- und Suppenzutat eignen, sondern sich zudem in Form von Teeaufguß oder Ölauszug als Heilmittel zur bronchialen Schleimlösung, als Kräftigungsmittel für die Magen- und Darmschleimhaut sowie als äußeres Heilmittel bei Hautverletzungen und Ekzemen anbieten. Die Brennes- sel ist ein reichhaltiger Nährstofflieferant, und Scharbockskraut bietet viel Vitamin-C usw…

Nach den Frühjahrspflanzen (Wiesen-Schaumkraut, Hirtentäschel, Gundermann, Vogel- miere, Wald-Sauerklee, Knoblauchsrauke, Giersch, Spitzwegerich, Löwenzahn, Weg- warte, Schnittlauch, Waldmeister, Bärlauch sowie diversen eßbaren Blättern von Bäu- men und Büschen) folgen die Sommerpflanzen (Schwarzer Holunder, Echte Kamille, Nelkenwurz, Wasserminze, Johanniskraut, Mädesüß, Wilder Dost, Brunnenkresse, Sauerampfer, Beifuß, Queller, Wiesen-Pastinak, Rot-Klee, Feld-Thymian, Schafgarbe, Wilde Möhre, Nachtkerze, Königskerze) und diverse weitere eßbare Blüten, Wurzeln und Samen.

Sodann folgt ein bunter Reigen giftiger Pflanzen, die in bebilderten Kurzsteckbriefen mit sinnlichen Details zur Unterscheidung von ähnlich aussehenden eßbaren Pflanzen be-schrieben werden.

Für den Spätsommer und Herbst gibt es eine ausführliche Lektion über eßbare Beeren, Wildfrüchte und Nüsse, gefolgt  von Kurzsteckbriefen über giftige Beeren und Früchte. Auch hier wird detailliert auf Verwechslungsmöglichkeiten mit eßbaren Früchten hingewiesen.

Ein alphabetisches Register der vorgestellten Pflanzenarten und Rezepte hilft beim gezielten Nachschlagen. Hinweise auf weiterführende und ergänzende Literatur sowie Adressen von Vergiftungs-Informationszentralen runden das Wissensangebot sinnvoll ab.  

„Kann ich das essen – oder bringt mich das um?“ wartet mit anwendungs- freundlich-aussagekräftigen Bestimmungsfotos und eingängigen bota- nischen Beschreibungstexten auf. Die Informationen sind ganzheitlich-vielfältig, ohne zu überfrachten. Die Darstellung ist in Wort und Bild sinnlich ansprechend und animierend – so macht Pflanzenlernen Freude! Das Risiko, sich zu vergiften, dürfte nach der aufmerksamen Lektüre dieses Buches verschwindend gering sein.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.kosmos.de/buecher/ratgeber-naturfuehrer/natur/pflanzen/11098/kann-ich-das-essen-oder-bringt-mich-das-um

 

Die Autoren:

»Katrin und Frank Hecker sind Diplom-Biologen mit den Schwerpunkten Botanik, Zoologie und Meeresbiologie. Gemeinsam leben und arbeiten sie als Naturfotografen und Autoren auf ihrem Wildwuchs-Grundstück mit Wald, Bach und Wiesen im schleswig-holsteinischen Panten. Im Rhythmus der Natur heimische Kräuter, Wurzeln und Früchte zu sammeln gehört zu ihrem Leben ebenso selbstverständlich dazu wie ihre zwei Kinder, eine Schar Hühner, Schafe und Hunde. Liebend gern geben sie ihr über viele Jahre gewachsenes Wissen über die kostbaren Naturschätze an ihre Leserinnen und Leser weiter. Ihre an die 50 verschiedenen Sachbücher für Kinder und Erwachsene wurden in viele  verschiedene Sprachen übersetzt und die Naturfotos aus ihrem umfangreichen Bildarchiv erscheinen regelmäßig in namhaften Zeitschriften und Sachbüchern.«
Kontaktadressen:  www.naturfoto-hecker.de
www.facebook.com/katrinundfrank.hecker: „naturverbunden“

 

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