Donnerwetter, nun schlaft mal schön!

  • Vierundzwanzigeinhalb Gutenachtgeschichten von Fuchs und Hase
  • Text und Illustrationen von Kristina Andres
  • Moritz Verlag, Februar 2022 www.moritzverlag.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 24,7 cm x 19,5 cm x 1,6 cm
  • 128 Seiten
  • ISBN 978-3-89565-421-3
  • Kinderbuch ab 6 Jahren

Donnerwetter, nun schlaft mal schön!
WIE  SICH  FUCHS  UND  HASE  GUTE  NACHT  SAGEN

Kinderbuchrezension von Ulrike Sokul ©

„Fuchs und Hase lebten weit weg, hinter den Maulwurfshügeln, in einem kleinen hellen Haus.“ (Seite 11)

Schon dieser erste Satz der ersten Geschichte führt uns in den überschaubaren kleinen Lebensraum von Fuchs und Hase ein. Die beiden Freunde sind einander sehr zugewandt und meistern gemeinsam ihren Alltag und die kleinen Probleme und Freuden, die das Leben so mit sich bringt. Einige benachbarte, mehr oder weniger nette Tiere, wie Elefant, Känguru, Oma Wolf und Pastor Kohlmeise sowie Lotte, die Schäferhündin mit ihren Schafen, ergänzen das tierische Geschichtenpersonal.

Fuchs und Hase spielen und essen gerne, und sie sind sehr experimentierfreudig. So überlegen sie sich alternative Formulierungen zum Gutenachtsagen und zum Schäfchen-zählen, hängen sich kopfüber in den Birnbaum, um die Schlafposition von Fledermäusen auszuprobieren, sie beißen in Wolken und veranstalten Abenteuernächte am Badesee, sie versuchen sich an Winterschlaf im Sommer und eröffnen einen erfolgreichen Gurkentauschhandel, sie gehen seltsame Umwege, um ins Haus zu kommen, und zu Weihnachten machen sie sich gegenseitig aufmerksame Geschenke.

Die Geschichten sind alle heiter und unaufgeregt aber auch etwas schräg und skurril. Der Erzählstil ist einfach, wartet gleichwohl wiederholt mit originellen Wortschöpfungen und schönen sprachspielerischen Passagen auf, die das kindliche Ausdrucksvermögen unterhaltsam erweitern.

Die farbigen, häufig ganz- und doppelseitigen Illustrationen bereichern die Geschichten um anschauliche Szenerien. Da hier Text und Illustration aus einer Hand stammen, korrespondieren die Bilder stets besonders gut mit der Erzählstimmung.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.moritzverlag.de/Alle-Buecher/Donnerwetter-nun-schlaft-mal-schoen.html

Die Autorin und Illustratorin:

»Kristina Andres, geboren 1971 in Greifswald, wuchs in Mecklenburg auf, wo sie heute wieder lebt. Sie studierte zunächst Kunstgeschichte und Literatur in Hamburg und wechselte dann an die dortige Hochschule für bildende Künste. Seit 2002 ist sie als freischaffende Künstlerin tätig. Ihre Kinderbücher erscheinen bei zahlreichen Verlagen.
Weil sich vor ihrer Haustüre Fuchs und Hase sprichwörtlich Gute Nacht sagen, kam sie auf die Idee, auch über sie einmal Geschichten zu schreiben.«

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Der Kinder Kalender 2023

  • Mit 53 Gedichten und Bildern aus der ganzen Welt
  • Wochenkalender
  • Herausgegeben und ausgewählt von
  • der Internationalen Jugendbibliothek, München www.ijb.de
  • Grafische Gestaltung von Max Bartholl
  • Moritz Verlag 2022 www.moritzverlag.de
  • Format: 33,8 x 30,6 x 1,3 cm
  • 60 Blätter
  • Spiralbindung
  • mehrsprachig
  • 22,00 €
  • ISBN 978-3-89565-973-7
  • ab 6 Jahren und für Kinder jeden Alters

KINDERKALENDER_2023 Titelbild

WELTREISEN  UNTER  DER  FLAGGE  DER  POESIE

Kalenderrezension von Ulrike Sokul ©

Da ist er wieder: Der bewährte Kinder Kalender, der Kindern poetisch und zeichnerisch
die große weite Welt aufblättert und eine Vielfalt von Sprachen und sehenswürdigen Schriften anschaulich ins Kinderzimmer „tapeziert“.

Die Internationale Jugendbibliothek* wählt alljährlich aus ihrem reichen internationalen Kinderbuchfundus Gedichte für den Kinder Kalender aus. Professionelle Übersetzer übertragen die Gedichte einfühlsam ins Deutsche. Der Grafiker Max Bartholl fügt das Originalgedicht, die Originalillustration, die Übersetzung und das Kalendarium zu einem farblich und grafisch attraktiven Layout zusammen.

Bisher erschien der Kinder Kalender im Verlag edition momente, inzwischen hat der ursprüngliche Verlag die lyrische Kalenderfahne einvernehmlich an den Moritz Verlag weitergereicht.

Von Kalenderblatt zu Kalenderblatt wird eine große Themen- und Stimmungsvielfalt  geboten: Man kalenderblättert von heiter bis wolkig, von schlicht bis nachdenklich, von albern bis geistreich, von aktiv bis meditativ, es gibt laute und leise Töne, alltägliche und schamanische Szenen, phantasievolle und abenteuerliche Episoden, zärtliche Augen-blicke, Rätsel, bemerkenswerte Wortspielgedichte und kindliche Verspieltheit.

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© Joseph Brodsky & Igor Oleynikov, Übersetzung von Andreas Tretner, Moritz Verlag 2022

Es gibt Gedichte von und mit Apfelbäumen, bunten Elefanten, Pinguinen, Löwen, Drachen, Zauberern, Piratengesängen, Regenmusik, lächelnden Skeletten, märchen-haften Verwandlungen, Schneeflocken sowie von einem Gürteltier mit Hosenträgern, einem Ausritt mit dem Staubsauger und einer buchstäblichen Schlangengurke …

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© Dorota Kassjanowicz & Paulina Daniluk, Übersetzung von Esther Kinsky, Moritz Verlag 2022

Mit den wöchentlichen Kalenderblättern läßt sich Kindern spielerisch Sprachfreude und Entdeckungslust vermitteln. Herzensbildung und Horizonterweiterung verbinden sich beim Kinder Kalender ebenso harmonisch wie vergnüglich. Die abwechslungsreiche Ausdrucksvielfalt der Sprachen und Schriftbilder sowie die stilistische Variationsbreite der Illustrationen bieten Kindern geistige und emotionale Nahrung sowie sprachfantasievolle Anregungen.

Dazu fügt sich ergänzend, daß der Kinder Kalender stets ein Blanco-Kalenderblatt enthält, das die Kinder selber „bedichten“ und bemalen können. Dieses selbstgestaltete Kalenderblatt kann bis zum 15. November 2023 an die Internationale Jugendbibliothek* gesandt werden, welche die fünf schönsten Blätter auswählt und mit einem Kinder Kalender 2024 honoriert.

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© Refik Durbas & Maria Brzozowska, Übersetzung von Hartmut Mau Moritz Verlag 2022

Zum Abschluß noch eine Anregung zur nachhaltigen Weiternutzung des Kalenders: Nach Jahresablauf können die Kalenderblätter, die man nicht sammeln oder einrahmen möchte, hervorragend als Geschenkpapier, Briefpapier, Collagen- oder Bastelmaterial wiederverwertet und „weitergesagt“ werden.



Hier entlang zum Kalender und zur Leseblätterprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.moritzverlag.de/Alle-Buecher/Der-Kinder-Kalender-2023.html

* »Die Internationale Jugendbibliothek, die ihren Sitz im Schloss Blutenburg in München hat, ist die weltweit größte und renommierteste Bibliothek für internationale Kinder- und Jugendliteratur. Sie wurde 1949 von der deutsch-jüdischen Emigrantin Jella Lepman** gegründet, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht hatte, mit Kinderbüchern Brücken zwischen den Völkern und Kulturen zu bauen. Bücher sollten die Fantasie der deutschen Nachkriegskinder anregen und ihnen eine offene Weltsicht vermitteln.
Die Idee des interkulturellen Dialogs und die Liebe zu guter Literatur bestimmen seit mehr als 60 Jahren die Arbeit der Internationalen Jugendbibliothek. Sie ist ein Ort, an dem die Literaturver- mittlung einen hohen Stellenwert hat und an dem mit Kindern und Erwachsenen der Diskurs über Bücher, Autoren, Illustratoren und Themen gesucht wird.« Weitere Informationen:  https://www.ijb.de/home

Wer Mitglied im »Verein Freunde und Förderer der Internationalen Jugendbibliothek« wird, der bekommt u.a. im ersten Jahr den Kinder Kalender als Begrüßungsgeschenk. https://www.ijb.de/ueber-uns/freundeskreis/

Wer gerne mehr über **Jella Lepmans Leben und Wirken wissen möchte, kann sich ergänzend meine Rezension ihres autobiografischen Buches „Die Kinderbuchbrücke“ durchlesen. Die Kinderbuchbrücke

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Als Papas Haare Ferien machten

  • Text und Illustrationen von Jörg Mühle
  • Moritz Verlag, Februar 2022 www.moritzverlag.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 15 x 21,8 cm
  • 72 Seiten
  • 9,95 € (D), 10,30 € (A)
  • ISBN 978-3-89565-427-5
  • Kinderbuch ab 7 Jahren

UNFREIWILLIGE  ENTHAARUNG

Kinderbuchrezension von Ulrike Sokul ©

Der Autor und Illustrator Jörg Mühle ist hier schon mit seinen putzigen Hasenkind-Pappbilderbüchern  Tupfst du noch die Tränen ab? von mir vorgestellt worden und mit seinem sehr amüsanten Bilderbuch zum Thema Verteilungsgerechtigkeit  Zwei für mich, einer für dich sowie mit seinen Illustrationen zu Megumi Iwasas Kinderbuchreihe  Viele Grüße, deine Giraffe .

Beim  vorliegenden Kinderbuch „Als Papas Haare Ferien machten“ hat sich Jörg Mühle mit einem erzählenden Erstlesebuch kreativ ausgetobt.

Papas Haare machen sich eines Tages selbständig und verlassen einfach Papas Haupt. Zunächst schwirren und wirbeln sie im Badezimmer umher, und sie werden äußerst energisch von Papa gejagt, gescheucht und sogar angefleht. Doch sie lassen sich nicht überreden, an ihrem angestammten Ort zu bleiben, sondern entfleuchen durch die Badezimmertüre nach draußen.

Text und Illustration von Jörg Mühle © Moritz Verlag 2022

Papa saust hinterher, bewaffnet mit einem Schmetterlings-Kescher. Die Verfolgungsjagd führt in den Garten, in die Stadt, in ein Restaurant, durch verschiedene Geschäfte bis in den Zoo. Dort sind die Haare ziemlich gut getarnt, bis Papa einen seltsamen Stachelbär erspäht. Der Tierpfleger wässert zufällig gerade dessen Gehege, und als der Wasser- strahl die angeblichen Stacheln trifft, fließen Papas Haare vom Bären ab und weiter in den Gulli.

Von dort gehen sie den üblichen Weg des Wassers, vom Abflußrohr in die Kanalisation, dann in die Kläranlage, von dort in einen Bach, vom Bach in den Fluß, der schließlich im Meer mündet.

Text und Illustration von Jörg Mühle © Moritz Verlag 2022

Papa ist nun kahl, und außer seinen Bart-, Ohren- und Nasenhaaren wachsen ihm auch keine Haare mehr nach. Seine „ausgerissenen“ Haare machen derweil eine muntere Weltreise und schicken regelmäßig Ansichtskarten aus Haargentinien, der Anthaarktis, der Sahaara, Haarakesh …

Doch während eines gewittrigen Familienspaziergangs kehren die Haare, transportiert  von einer Regenwolke, wieder zurück und regnen aufs Papas Kopf. Sie sind in der Zwischenzeit zwar ganz schön gewachsen, aber das stört Papa kein bißchen.

Jörg Mühle erzählt eine skurrile, lustige Geschichte, mit abwechslungs- reichen Szenen, die er mit sehr dynamisch-bewegten Illustrationen unter- malt. Die Darstellung von Körpersprache und Mimik ist lebhaft und witzig. Der Textanteil ist übersichtlich, die Sätze und Formulierungen sind ange- messen kurz, klar und folgerichtig und dabei gleichwohl sehr wortschatz- reich. Das ist leichte, unkonventionelle Lesekost für Leseanfänger, gewürzt mit vielen haarigen Wortspielen, die Kindern bestimmt Spaß machen.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.moritzverlag.de/Alle-Buecher/Neuerscheinungen/Als-Papas-Haare-Ferien-machten.html

Der Autor & Illustrator:

»Jörg Mühle, geboren 1973 in Frankfurt am Main, studierte Illustration in Offenbach und Paris. Seit 2000 ist er Diplom-Designer und illustriert Bücher und Magazine. Er ist Mitglied der Frankfurter Ateliergemeinschaft labor, hat eine Tochter im besten Kinderbuchalter und wohnt fußläufig zum Moritz Verlag. Seine Pappbilderbücher übers Hasenkind erfreuen Kinder von Stockholm bis Tokio.«

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Das kleine Museum

  • Ausgabe in sechs Sprachen:
  • Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch, Türkisch
  • Herausgegeben von
  • Alain Le Saux und Grégoire Solotareff
  • Moritz Verlag Neuauflage 2013  http://www.moritzverlag.de
  • 312 Seiten
  • Format: 16,4 x 16,6 cm
  • Fadenheftung
  • 16,80 € (D)
  • ISBN 978-3-89565-171-7
  • Bildwörterbuch ab 4 Jahren

B L I C K W I N K E L

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Bildwörterbücher für Kinder – auch mehrsprachige – gibt es viele, die meisten sind mit einem fröhlich-bunten, eher flächig-plakativen Malstil und einer thematischen Grup- pierung ausgestattet, die dem Spracherwerb und der Wortschatzerweiterung dienen soll.

Das vorliegende Bildwörterbuch zeigt nun keine ausdrücklich kindgemäß-stilisierten Ab-bildungen, sondern Ausschnitte aus echten Gemälden. Da es sich stets um gegenständ-liche Malerei handelt, wird dem Wiedererkennungseffekt nichts im Wege stehen. Und es ist gewiß eine Erweiterung des Wahrnehmungshorizontes, dem kindlichen Auge anschauliche Kostproben künstlerischer Darstellungsmöglichkeiten anzubieten.

Das Sachbilderbuch „Das kleine Museum“ ordnet 149 Begriffen 149 Bildausschnitte aus Gemälden zu. So finden wir u.a. gemalte Äpfel und Bananen, einen Bart, ein Brot, ein Buch, ein Cello, einen Dämon, ein Eichhörnchen, eine Eule, Feigen, Feuer, einen Flöten- spieler, ein Gesicht, ein Glas, Haare, Helm und Himmel, Kirschen, einen kleinen Jungen und ein kleines Mädchen, einen Kuchen, einen Knopf und einen Kuß, einen Mond, eine Maus, eine Muschel, ein Ohr, ein Pferd, ein Picknick, eine Schere, einen Spiegel, See- rosen, ein Segelboot und einen Schmetterling, Tiger, Tisch, Teller und Treppe, Weg und Welle, Zitronen und schließlich einen Zylinderhut. Die Malerpalette umfaßt u.a. Giovanni Bellini, Hieronymus Bosch, Paul Cézanne, Pieter Claesz, Eugène Delacoix, Albrecht Dürer, Vincent van Gogh, Katsushika Hokusai, Edward Hopper, Claude Monet, Piero della Francesca, Henri Rousseau …

Die Bildausschnitte stammen von Gemälden, deren Entstehungszeitraum vom 13. bis 20. Jahrhundert reicht. Jede Doppelseite zeigt auf der rechten Seite den Bildausschnitt, der den Begriff, der auf der linken Seite steht, illustriert. Der Begriff wird in sechs Sprachen und in großen Lettern aufgelistet; außerdem wird der Maler nebst Lebensdaten, der Titel des Bildes, und der Standort des Gemäldes (Museum, Privatsammlung etc.) genannt.

Solcherart kann man bei Kindern spielerisch und unaufdringlich Interesse an bildender Kunst, an unterschiedlichen Malstilen und an anderen Sprachen wecken. Gewiß machen die Bildhäppchen auch neugierig darauf, außer dem Ausschnitt noch das ganze Bild zu sehen – was unvermeidlich weiteren Kunstbuchkonsum provoziert. Dem kunstge- schichtlich gebildeteten Erwachsenen bietet dieses Bilderbuch beiläufig die Gelegenheit kennerisch, den einen oder anderen Bildausschnitt einem bestimmten Gemälde zuordnen zu können, ohne die entsprechende Information abzulesen.

Die Betrachtung dieses Bildwörterbuches dürfte bei Kindern ebenso den Sinn für unter-schiedliche Bild- und Farbsprachen und Malstile anregen wie für die Ausdrucksvarianten anderer Sprachen. Kinder, die ohnehin mehrsprachig aufwachsen, werden sich hier wohl besonders angesprochen fühlen.

Bei entsprechender musischer Aufgeschlossenheit, kann man dieses Bilderbuch auch schon jüngeren Kindern anbieten, denn „Das kleine Museum“ bietet mit seinen über- sichtlichen, malerischen Blickwinkeln einen unaufgeregten, kontemplativen Zugang zu Kunst und Weltwahrnehmung.

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.moritzverlag.de/Alle-Buecher/Sachbilderbuecher/Das-kleine-Museum-oxid.html

 

Die Herausgeber:

»Alain Le Saux wurde, wie sein Zwillingsbruder Philippe Corentin, in Paris (Frankreich) geboren. Dort studierte er an der Kunstgewerbeschule und arbeitete bald als Illustrator für Werbeagenturen und Zeitschriften. Seit Anfang der 80er-Jahre beschäftigt er sich mit Büchern für Kinder.«

»Grégoire Solotareff wurde 1953 in Alexandria (Ägypten) geboren. Sein libanesischer Vater arbeitete dort als Arzt des ägyptischen Kronprinzen und zahlreicher Würdenträger. Die Mutter, gebürtige Russin, war Malerin und brachte ihre Kinder schon früh mit Kunst in Berührung.
Seit Mitte der 80er-Jahre entstanden mehr als 120 Bücher, die in aller Welt übersetzt und gelesen werden. Das Spektrum seines Schaffens ist immens: Vom Badewannenbuch für ganz kleine Kinder über das Bilderbuch bis hin zum Roman ist alles vertreten.«

Querverweis:

Ergänzend bietet sich das Wimmelsachbuch „Wie kommt die Kunst ins Museum“ von Ondřej Chrobák, Rostislav Koryčánek und Martin Vaněk und dem Illustrator David Böhm an. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/07/22/wie-kommt-die-kunst-ins-museum/
Dieses anschaulich-großformatige Sachbilderbuch, vermittelt Kindern lebhaft, wie ein Museum funktioniert und wie interessant, bereichernd, kommunikativ und begegnungsvielseitig ein Museumsbesuch sein kann.

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Viele Grüße vom Kap der Wale

  • von Megumi Iwasa
  • aus dem Japanischen von Ursula Gräfe
  • Originaltitel: »Watashi wa Kujira-Misaki ni Sumu Kujira to Iimasu«
  • mit Illustrationen von Jörg Mühle
  • Moritz Verlag  Juli 2018   www.moritzverlag.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • 112 Seiten
  • Format: 15 x 21,8 cm
  • 10,95 € (D), 11,30 € (A)
  • ISBN 978-3-89565-368-1
  • Kinderbuch ab 6 Jahren

NÄHE  &  FERNE

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Der kluge, alte Walprofessor lebt sehr einsam am Kap der Wale. Pinguin, sein letzter, ehemaliger Schüler, hat inzwischen in einiger Entfernung auf der Pinguininsel selber eine Schule gegründet.

Im vorhergehenden Band (siehe: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/04/04/viele-gruesse-deine-giraffe/ ) hatte Pinguin eine Brieffreundschaft mit einer Giraffe gepflegt und dadurch nicht nur seinen Horizont erweitert und eine interessante neue Freund- schaft geschlossen, sondern auch das Postwesen aktiv belebt. Robbe und Pelikan fungieren seitdem als eifrige Postboten.

Der Walprofessor hat ebenfalls viele Briefe verschickt. Während er nun sehnsüchtig auf Antwort wartet, schaut er ins Blaue und erinnert sich an seine Jugendzeit, in der noch viele Wale mit ihm zusammen in der Walsee lebten. Damals veranstalteten sie alljähr- lich Olympische Spiele im Wettschwimmen und Fontäneblasen und hatten viel Spaß dabei.

Endlich erhält der Walprofessor einen Brief von einem ganz jungen Wal namens Waldo. Dieser berichtet, daß sein verstorbener Großvater vom Kap der Wale stamme und bei den dortigen Olympischen Spielen stets eine Silbermedaille gewonnen habe. Einige andere Wale kommen als Reaktion auf die Briefe des Walprofessors direkt zu Besuch zum zum Kap der Wale, und auch der kleine Waldo taucht dort schließlich auf.

Die Wiedersehensfreude ist groß, und die versammelten Wale beschließen, wieder eine Olympiade zu organisieren. Die Wale, einige Robben und viele Pinguine helfen begeistert bei den Vorbereitungen, und so gibt es ein Wettschwimmen der Robben, ein Wettlaufen der Pinguine und ein Fontäne-Wettblasen der Wale. Sogar Giraffe reist extra aus Afrika an und vergrößert das Publikum.

Sehr erfreulich ist, daß der Wettbewerb heiter und keineswegs konkurrenzbetont abläuft und viel Raum für wechselseitige Unterstützung läßt. Es gibt zwar eine Sieger- ehrung mit Medaillen, gleichwohl ist das wesentliche Element das heitere Miteinander der tierischen Teilnehmer.

Nach dem Ende der Olympischen Spiele bedanken sich die Wale für die schöne gemein-same Zeit und reisen wieder zurück in ihre jeweiligen Meeresgebiete. Doch der kleine Waldo und eine nette, etwas kokette Waldame namens Waltraut bleiben gerne beim Walprofessor am Kap der Wale …

„Viele Grüße vom Kap der Wale“ erzählt einfühlsam und spielerisch von der Über- windung der Einsamkeit und vom Wert freundschaftlichen Miteinanders. Der in einfachen Worten und kurzen Sätzen erzählte Fließtext wird durch handschriftliche Briefe und lebhafte Dialoge abwechslungsreich aufgelockert. Megumi Iwasa verleiht den Tierfiguren stimmungsvoll Charakter, und die zahlreichen lustigen Illustrationen von Jörg Mühle geben den Figuren und der Handlungskulisse anschauliche Gestalt.

Kindliche Lese- und Briefschreibeanfänger finden in diesem Buch eine warmherzige Geschichte mit amüsanten Details und feine kommunikative Anregungen.

 

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.moritzverlag.de/Alle-Buecher/Erstlesebuecher/Viele-Gruesse-vom-Kap-der-Wale.html

Hier entlang zum ersten Band „Viele Grüße, Deine Giraffe“:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/04/04/viele-gruesse-deine-giraffe/

 

Die Autorin:

»Megumi Iwasa wurde 1958 geboren. Sie studierte Grafikdesign an der Kunsthochschule in Tokio, an der sie nach ihrem Diplom auch arbeitete. Megumi Iwasa lebt auch heute noch in Japans Hauptstadt. Die Geschichte zu Viele Grüße, Deine Giraffe hatte sie zunächst geträumt und dann aufgeschrieben. «

Der Illustrator:

»Jörg Mühle, geboren 1973 in Frankfurt am Main, studierte Illustration in Offenbach und Paris. Seit 2000 ist er Diplom-Designer und illustriert Bücher und Magazine. Er ist Mitglied der Frankfurter Ateliergemeinschaft labor, hat eine Tochter im besten Kinderbuchalter und wohnt fußläufig zum Moritz Verlag. Seine Pappbilderbücher übers Hasenkind (siehe: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/08/29/tupfst-du-noch-die-traenen-ab/ ) erfreuen Kinder von Stockholm bis Tokio.«

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Was wird aus uns?

  • Nachdenken über die Natur
  • von Antje Damm
  • Moritz Verlag 2018    www.moritzverlag.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 17,1 x 17,1 cm
  • 144 Seiten
  • 18,00 € (D), 18,50 € (A)
  • ISBN 978-3-89565-356-8
  • Kinderbuch ab 6 Jahren

NATÜRLICHE  GEDANKENGÄNGE

Kinderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Ähnlich wie schon in ihrem Buch „Frag mich! 118 Fragen, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen“  https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/07/13/frag-mich/ kombiniert Antje Damm in „Was wird aus uns?“ auf jeder Doppelseite eine Frage mit ein bis zwei Fotos oder Illustrationen, welche die gestellte Frage motivisch begleiten und dadurch zu vielerlei Assoziationen anregen.

So wird beispielsweise die Frage „Kann Löwenzahn wütend werden?“ mit Fotos eines Löwenzahns, der am Bordsteinrand wächst, illustriert. Auf der einen Seite wächst der Löwenzahn einfach aus einer Ritze zwischen Pflastersteinen in die Welt, auf der anderen Seite ist der gleiche Löwenzahn umzingelt von Zigarettenkippen und Verpackungsmüll.

Fragen Sie sich einfach einmal selbst, wie Sie die Löwenzahnfrage beantworten würden – oder auch eine der nachfolgenden Fragen:
 
Haben Pflanzen Rechte?
Verstehen uns Tiere?
Welche Fragen würdest du gerne einem Tier stellen?
Was würdest du gerne können, was nur ein Tier kann?
Was können wir von der Natur lernen?

Wie wäre es, für immer in der Wildnis zu leben?
Können sich Steine an ihre Geschichte erinnern?
Kann man mit einer Topfpflanze befreundet sein?
Haben Tomaten Angst vor uns?
Woher kennen die Kraniche ihren Weg?
Woran erkennt man, ob etwas lebt?
Wozu inspiriert dich Natur?

Dieses Buch offeriert über sechzig bedenkenswerte Fragen zur Natur, die, wenn Sie es gemeinsam mit Ihrem Kind durchblättern, gewiß auf vielfältige Weise beantwortet werden können. Sofern Kinder bereits lesefähig sind, kann es auch einfach Kinder untereinander zu einem lebhaften Erfahrungs- und Gedankenaustausch zum Thema Naturfragen animieren.

„Was wird aus uns?“ ist in Wort und Bild ein feinsinniger Wegweiser zu interessanten Perspektivwechseln, philosophischen Überlegungen und Gedankenspielen über unsere Natur und zugleich auch ein Impulsgeber für die Wahrnehmung und Benennung natürlicher Phänomene und unser menschliches Verhältnis zur Natur.

Aus den anschaulich gestalteten Fragestellungen erwächst hier gleichsam organisch ein Gespür für die Rolle der Natur in unser aller Leben und dafür, wie vertraut oder fremd wir ihr gegenübertreten, obwohl wir tatsächlich selbst ein verkörperter Teil von ihr sind.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.moritzverlag.de/Alle-Buecher/Was-wird-aus-uns.html

 

Nachfolgend noch weitere lesens- und sehenswerte Bücher von
Antje Damm:

Der Besuch
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/05/06/der-besuch/
Frag mich! 118 Fragen, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/07/13/frag-mich/
Hasenbrote
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/07/17/hasenbrote/
Regenwurmtage
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/05/10/regenwurmtage/
Was ist das? Ein Spiel und Ratebuch
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/08/13/was-ist-das/

Die Autorin und Illustratorin:

»Antje Damm, 1965 in Wiesbaden geboren, ging nach dem Abitur zunächst als Aupair-Mädchen nach Italien, bevor sie in Darmstadt Architektur studierte. Dies führte sie erneut nach Italien, denn in Florenz verbrachte sie ein Auslandsemester. Danach arbeitete sie mehrere Jahre freiberuflich für diverse Architekturbüros. Seit ihre Töchter auf der Welt sind, schreibt und illustriert sie Kinderbücher. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in einem alten Fachwerkhaus in der Nähe von Gießen.«

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Zwei für mich, einer für dich

  • Text und Illustration von Jörg Mühle
  • Moritz Verlag 2018  www.moritzverlag.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 17,5 x 24,5 cm
  • 32 Seiten
  • ISBN 978-3-89565-357-5
  • 12,95 € (D), 13,40 € (A)
  • Bilderbuch ab 4 Jahren

V E R T E I L U N G S G E R E C H T I G K E I T

Bilderbuchbesprechung  von Ulrike Sokul ©

Gerechtes Teilen ist ein kindliches Alltagsthema, das durch eine abstandnehmende Betrachtung eine gewisse Entspannung erfahren kann. In Jörg Mühles Bilderbuch „Zwei für mich, einer für dich“ wird die Auseinandersetzung um gerechte Verteilung von Bär und Wiesel anschaulich und witzig vorgeführt.

Der Bär findet im Wald drei Pilze und trägt sie nach Hause. Dort nimmt das Wiesel die Pilze vorfreudig in Empfang und brät sie mit Gewürzen und Petersilie in der Pfanne.

Dann setzen sich die beiden an den tischtuchkarierten Tisch. Der Bär teilt dem Wiesel einen Pilz zu und sich selbst zwei, da er groß sei und viel essen müsse. Das Wiesel findet diese Aufteilung ungerecht und argumentiert, daß es mehr Pilze brauche, weil es klein sei und noch wachsen müsse.

Text und Illustration von Jörg Mühle © Moritz Verlag 2018

Beide finden immer neue und subjektiv durchaus plausible Argumente dafür, daß sie den gerechtfertigteren Anspruch auf die größere Pilzportion haben. Das lebhafte Argumente-Ping-Pong eskaliert, die beiden Freunde schreien sich wütend an, spießen abwechselnd den dritten Pilz auf ihre kampfbereiten Gabeln und bemerken dabei nicht, daß sich ein Fuchs anschleicht. Gerade als das Wiesel dem Bären die Freundschaft kündigen will, schnappt sich der Fuchs den dritten Pilz, verspeist ihn einfach und zieht sich winkend zurück.

Text und Illustration von Jörg Mühle © Moritz Verlag 2018

Empört schauen Bär und Wiesel dem Fuchs nach, kommen zur Besinnung, wünschen sich guten Appetit und lassen sich die beiden verbliebenen Pilze wohlschmecken.

Dann holt das Wiesel sogar noch Nachtisch: Drei leibspeisenverdächtige Walderdbeeren sind aufzuteilen …

Das Buch läßt offen, ob die beiden inzwischen gelernt haben, wirklich zu teilen, oder ob der Gerechtigkeitswettkampf nun wieder von vorne losgeht. Dies eröffnet dem Kind und dem Vorleser interessanten Gesprächsstoff und die Frage nach Ideen, wie man denn drei angemessen durch zwei teilen könnte.

Dieses Bilderbuch bietet reichlich familiären, kinderalltagstauglichen Identifikationsstoff und läßt Kinder mit heiterer Distanz auf einen Streit schauen. Als unbeteiligter Zuschauer ist solch eine Auseinandersetzung lustig und kann kindliche Betrachter durchaus zur Selbstreflexion animieren und konstruktive Lösungen finden lassen.

Die Argumentationsdialoge zwischen Bär und Wiesel sind wahrlich köstlich und ausgesprochen lebensnah, die Zeichnungen spiegeln ebenso die Streit- dynamik wie auch das wiederhergestellte harmonische Einvernehmen der beiden Freunde mit lebhaftem körpersprachlichen Ausdruck. Selten war es so vergnüglich, Lesezeuge eines Streits zu werden.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.moritzverlag.de/Alle-Buecher/Buecher-um-mit-Kindern-ins-Gespraech-zu-kommen/Zwei-fuer-mich-einer-fuer-dich.html

 

 

Der Autor und Illustrator:

»Jörg Mühle, geboren 1973 in Frankfurt am Main, studierte Illustration in Offenbach und Paris. Seit 2000 ist er Diplom-Designer und illustriert Bücher und Magazine. Er ist Mitglied der Frankfurter Ateliergemeinschaft labor, hat eine Tochter im besten Kinderbuchalter und wohnt fußläufig zum Moritz Verlag. Seine Pappbilderbücher übers Hasenkind erfreuen Kinder von Stockholm bis Tokio.«

Querverweis:

Hier entlang zu den putzigen Hasenkind-Pappbilderbüchern von Jörg Mühle:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/08/29/tupfst-du-noch-die-traenen-ab/

Und nachfolgend zu Megumi Iwasas Kinderbuch „Viele Grüße, deine Giraffe“, welches den Deutschen Jugendliteraturpreis 2018 erhalten hat und von Jörg Mühle illustriert wurde.
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/04/04/viele-gruesse-deine-giraffe/

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/

 

 

Viele Grüße, Deine Giraffe

  • Text von Megumi Iwasa
  • Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe
  • Originaltitel: »Boku wa Africa ni Sumu Kirin to Iimasu«
  • Illustrationen von Jörg Mühle
  • Moritz Verlag   Februar 2017  www.moritzverlag.de
  • gebunden, Fadenheftung
  • 112 Seiten
  • Format: 15 x 21,6 cm
  • 10,95 € (D), 11,30 (A)
  • ISBN 978-389565-337-7
  • Kinderbuch ab 6 Jahren

HINTER  DEN  HORIZONT  SCHREIBEN

Kinderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Giraffe futtert Akazienblätter und schaut gelangweilt dem Sonnenuntergang in der Savanne zu. Sie sehnt sich nach Abwechslung, und ihr fällt ein, daß Pelikan kürzlich einen Postdienst eröffnet hat.

Also entscheidet sie sich, spontan einen Brief zu schreiben, einfach so ins Blaue bzw. an das erstbeste Tier, das dem Pelikan hinter dem Horizont begegnen würde. Pelikan, der sich auch schon gelangweilt hatte, freut sich über den ersten Postauftrag und macht sich aufgeregt auf den Luftpostweg.

Die Strecke ist viel weiter, als er vermutet hatte, und den Horizont hat er auch nicht erreicht, aber immerhin das Ufer des Meeres. Dort begegnet er einer freundlichen Robbe, die ebenfalls als Briefträgerin unterwegs ist. Sie übernimmt den Brief und transportiert ihn auf dem Wasserwege zu Pinguin.

Pinguin lebt in der Walsee und geht beim großkopfigen Professor Wal in die Schule. Neugierig liest Pinguin Giraffes Brief und wundert sich, denn Giraffe schreibt, sie habe einen langen Hals, und weder Pinguin noch Wal können sich unter einem Hals etwas vorstellen.

So entfaltet sich – trotz der sehr unterschiedlichen Lebenswelten – ein reger Brief-wechsel, der voller lustiger Mißverständnisse bezüglich der äußeren Erscheinung des jeweiligen Brieffreundes ist.

Schließlich will Giraffe Pinguin besuchen und sich als Zeichen besonderen Entgegen-kommens sogar als Pinguin verkleiden. In die freudig-spekulativen Vorbereitungen zur Verkleidung und zur Reise werden Pelikan, Robbe und Wal miteinbezogen, und dann kommt es zur aufschlußreichen Begegnung von Angesicht zu Angesicht. Die Überraschung ist groß und löst sich in heiteres Gelächter auf. Das gemeinsame Vergnügen vertieft  die Freundschaft …

Dieser kindliche Briefroman skizziert einfühlsam die tierischen Charaktere, und Megumi Iwasa läßt sie in einfacher – gleichwohl schmunzelanspielungsreicher – Sprache zu Wort kommen.

Die Korrespondenz zwischen Giraffe und Pinguin wird in zwei unterschied- lichen, gut lesbaren „Handschriften“ graphisch dargestellt. Die durchgehend farbigen Illustrationen von Jörg Mühle geben den Figuren warmherzig und humorvoll Gestalt und eine entsprechende Kulisse.

„Viele Grüße, Deine Giraffe“ eignet sich gut als Leseanfängerbuch und bietet Kindern zudem eine anregende, verspielte Ermutigung zum Briefeschreiben sowie die erlesene Erfahrung, daß Brieffreundschaften Langeweile vertreiben und den Horizont erweitern.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.moritzverlag.de/Alle-Buecher/Erstlesebuecher/Viele-Gruesse-Deine-Giraffe.html

Hier entlang zur Fortsetzung „Viele Grüße vom Kap der Wale“:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2019/03/05/viele-gruesse-vom-kap-der-wale/

Die Autorin:

»Megumi Iwasa wurde 1958 geboren. Sie studierte Grafikdesign an der Kunsthochschule in Tokio, an der sie nach ihrem Diplom auch arbeitete. Megumi Iwasa lebt in Tokio. Die Geschichte zu Viele Grüße, Deine Giraffe hat sie zunächst geträumt und dann aufgeschrieben. «

Der Illustrator:

»Jörg Mühle, geboren 1973 in Frankfurt am Main, studierte Illustration in Offenbach und Paris. Er ist Mitglied der Ateliergemeinschaft labor und hat seine Fähigkeit, Pinguine zu zeichnen, bereits in  An der Arche um Acht  unter Beweis gestellt.«

 

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Tupfst du noch die Tränen ab?

  • Pappbilderbuch
  • Text und Illustration von Jörg Mühle
  • Moritz Verlag   Februar 2017  www.moritzverlag.de
  • Format: 17 x 17
  • 22 Seiten
  • 8,95 € (D), 9,20 € (A)
  • ISBN 978-3-89656-340-7
  • ab 2 Jahren

ERSTE  HILFE

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Das dritte interaktive Hasenkind-Bilderbuch von Jörg Mühle inszeniert, wie seine Vorgänger, eine familiäre Alltagssituation, mit der sich kleine Kinder sofort identifizieren können.

Das Hasenkind hat sich beim Hinfallen wehgetan und schaut weinend aus der Bilderbuchseite heraus. Was wir da tun können? Na, dreimal pusten, was denn sonst?

Gesagt getan! Doch das Hasenkind braucht noch etwas mehr, denn die kleine Wunde blutet. Also kleben wir ein lustiges Pflaster auf.

Nach einem kurzen, gereimten Heilungsspruch, einer liebevollen Streicheleinheit und etwas Dreck abklopfen können wir dem Hasenkind das Näschen putzen und sehen, wie es wieder putzmunter und gutgelaunt herumhüpft.

Das Besondere an dieser Geschichtengestaltung ist, daß das Kind wortwörtlich eingeladen wird, etwas für das Hasenkind zu tun. Und wenn das Kind auf der jeweiligen Bilderbuchseite gepustet, bepflastert, gestreichelt, geklopft usw. hat, dann sieht es auf der Folgeseite die Wirkung, seines Tuns auf das gezeichnete Hasenkind. So übt es „papieruell“ das Trösten.

Die lustigen und im Gefühlsausdruck sehr deutlichen Zeichnungen, die in einfachen, warmen Worten erzählte Handlung und die Aufforderungen zum Mitmachen lassen Kinder spielerisch erkennen, daß sie nicht nur selber manchmal Trost brauchen, sondern auch Trost spenden können.

Nach ein paar Vorlesedurchgängen mit diesem Mitspielbilderbuch können Kinder auch gut ganz alleine mit dem Hasenkind spielen …

 

Hier entlang zum Bilderbuch auf der Verlagswebseite:
https://www.moritzverlag.de/Alle-Buecher/Neuerscheinungen/Tupfst-du-noch-die-Traenen-ab.html

 

Der Erste Band dieser erfolgreichen Reihe handelt von Einschlafritualen und heißt:
Nur noch kurz die Ohren kraulen
https://www.moritzverlag.de/Alle-Buecher/Pappbilderbuecher/Nur-noch-kurz-die-Ohren-kraulen.html

Und im zweiten Band geht es ums Baden: Badetag für Hasenkind
https://www.moritzverlag.de/Alle-Buecher/Pappbilderbuecher/Badetag-fuer-Hasenkind.html

 


Hasenkind und ich sind übrigens schon gespannt, wie die Reihe weiterhüpfen wird.

Der Autor & Illustrator:

«Jörg Mühle, geboren 1973 in Frankfurt am Main, studierte Illustration in Offenbach und Paris. Seit 2000 ist er Diplom-Designer und illustriert Bücher und Magazine. Er ist Mitglied der Frankfurter Ateliergemeinschaft labor. Er hat eine Tochter im besten Bilderbuchalter und wohnt fußläufig zum Moritz Verlag.»

 

 

Hasenbrote

  • von Antje Damm
  • Moritz Verlag 2012     http://www.moritzverlag.de
  • gebunden, Fadenheftung
  • farbig illustriert
  • 52 Seiten
  • 9,95 € (D), 10,30 € (A)
  • ISBN 978-3-89565-243-1
  • ab 7 Jahren zum Selbsterlesen

Hasenbrote Titelbild

G E S C H M A C K S S A C H E N

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Wie schon in ihrem sehr ansprechenden Kinderbuch „Regenwurmtage“
( https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/05/10/regenwurmtage/ ‎) erzählt Antje Damm auch in „Hasenbrote“ eine Begebenheit aus ihrer Kindheit.

Die kleine Antje, die schon in die zweite Grundschulklasse geht, freut sich riesig auf den nahenden Besuch ihres Großvaters. Da dieser „am anderen Ende der Welt“ wohnt, nimmt er sich stets Proviantbrote für unterwegs mit. Von diesen Butterbroten schmiert er so viele, daß immer einige übrig bleiben, und diese „Hasenbrote“ sind wegen ihres köstlichen, „weitgereisten“ Abenteuergeschmacks bei den Enkelkindern äußerst beliebt.

Die Mutter putzteufelt unterdessen durchs ganze Haus, der Vater wird zum Großeinkauf geschickt, und die beiden kleinen Brüder erlauben sich allerlei Dummheiten und Frechheiten. Doch Antjes Opavorfreude ist durch nichts zu trüben, und sie bereitet sich auf ihre Weise darauf vor, den großväterlichen Aufenthalt für ihn und für sich so schön und angenehm wie nur möglich zu gestalten.

Zwar findet ihre Blumentischdekoration inklusive Raupen und Ohrenkneifer bei der Mutter nicht die erhoffte Anerkennung; doch als der Großvater endlich eintrifft, spielen die vorangegangenen Mißverständnisse und kleinen familiären Pannen keine Rolle mehr, und alle freuen sich über den Besucher und seine großzügig mitgebrachten Hasenbrote.

In dieser Geschichte setzt Antje Damm die unterschiedliche erwachsene und kindliche Lebensperspektive treffend in Szene. Es gibt spannende und lustige Reibungspunkte bezüglich der kulinarischen Vorlieben, Beschäftigungsprioritäten, Ordnungsprinzipien sowie der Zeit- und Raumwahrnehmung.

In einem Tonfall zwischenmenschlicher Unmittelbarkeit erzählt und mit den gekonnt-kindlichen Illustrationen der Autorin höchstselbst gefühlsecht geschmückt, legt Antje Damm auch mit diesem Leseanfängerbuch eine schöne, herzhafte Kindheitsepisode vor.

Dieses Kinderbuch ist inzwischen vergriffen. Sie können es nur noch antiquarisch aufstöbern …

Die Autorin und Illustratorin:

»Antje Damm, geboren 1965 in Wiesbaden, studierte Architektur in Darmstadt und Florenz und lebt als Autorin von Kinderbüchern mit ihrem Mann und ihren vier Töchtern in der Nähe von Gießen.
Für das Kinderbuch Hasenbrote erhielt Antje Damm 2012 den Kinderbuchpreis des Landes Nordrhein-Westfalen.«

Querverweis:

Hier sind weitere Kinder- und Bilderbücher von Antje Damm zu bewundern:

Der Besuch
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/05/06/der-besuch/
Frag mich! 118 Fragen an Kinder, um miteinander ins Gespräch zu kommen
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/07/13/frag-mich/
Regenwurmtage
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/05/10/regenwurmtage/
Was ist das?
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/08/13/was-ist-das/