Blumen im Kopf

  • Opa Günther pflanzt gute Gedanken
  • Text & Idee von Lisa Wirth
  • Grafik & Design von Lisa Wirth
  • Verlag Stay Inspired!  Erstauflage 2022 www.stayinspired.de
  • Versand und Vertrieb durch Nova MD GmbH www.novamd.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 19 x 30 cm
  • 36 Seiten auf 150-g-Papier
  • 14,85 €
  • ISBN 978-3-98595-147-5
  • Bilderbuch ab 4 Jahren

Blumen im Kopf

LEBENSKUNST – NICHT NUR FÜR KINDER

Bilderbuchrezension von Ulrike Sokul ©

Opa Günther ist ein Lebenskünstler, der weiß, daß Dankbarkeit der Schlüssel zum Glück ist. Liebevoll pflegt er seinen Garten und freut sich über das wachsende Gras, den blauen Himmel, den Sonnenschein, die Blumen und auch die dazugehörigen Insekten, und er nimmt dabei ganz bewußt und dankbar wahr, wie glücklich er ist.

Seine kleine Enkelin Johanna besucht ihn und bedarf des Trostes. Weinend erzählt sie ihrem Opa, daß sie in der Schule von den anderen Kindern vom Spielen ausgeschlossen wurde, weil sie rote Haare habe. Ihre Stimmung wird im Buch zeichnerisch mit einer dunklen, tropfenden Regenwolke dargestellt, die über ihrem Kopf schwebt und gewissermaßen mit ihr weint.

Opa Günther umarmt seine Enkelin und sagt aufmunternd: »Lass uns ein paar bunte Blumen in deinen Kopf pflanzen.« Johanna weiß nicht, was ihr Opa damit meint. Sie ist jedoch neugierig und aufgeschlossen. Also erklärt ihr Opa Günther, daß alle Menschen einen schönen Garten im Kopf haben, doch manchmal werde der helle Sonnenschein in diesem Garten durch Trauerwolken oder Ärger verdunkelt. Regen oder sogar Sturm ziehen auf, und dann sei es hilfreich, sich daran zu erinnern, daß nach Regen auch immer wieder Sonnenschein folgen werde.

Doch zunächst solle sich Johanna ihren inneren Garten ganz nach ihren Wünschen vor-stellen. Johanna läßt sich darauf ein, und während sie Opa Günter begeistert ihren Garten beschreibt, keimt auch schon wieder ihr Lächeln auf. Dann regt Opa Günther sie an, täglich diesen Garten zu pflegen. Sie könne jedesmal, wenn sie sich freue und wenn sie für etwas dankbar sei, eine neue Blume dort einpflanzen – so werde der Garten ihrer Gedanken und Gefühle immer schöner und größer.

Johanna denkt darüber nach, wofür sie dankbar sein könne. Opa Günther zählt ihr einige zwar alltägliche, aber dennoch wertvolle Anlässe für Dankbarkeit auf, und nach und nach erkennt auch Johanna noch viele weitere Gründe für Dankbarkeit, z.B. erinnert sie sich daran, wie viele Menschen ihr stets liebevoll zugewandt sind.

Ergänzend fügt Opa Günther noch hinzu, daß, wenn sie anderen gegenüber achtsam, hilfsbereit, ermutigend und tröstlich handle, sie sogar bei anderen Menschen Blumen in deren Köpfe pflanzen könne. Denn genau dies hätte er heute auch mit ihr getan. Johanna strahlt und macht ihrem weisen Opa eine große Liebeserklärung und – schwubs – schon wächst eine neue Blume aus Opa Günthers Kopf.

Die überwiegend sonnigen Illustrationen geben dem Gespräch zwischen Opa und Enkelin eine stimmige Kulisse. Als besondere grafische Details sind der zentrierte Zeilenumbruch bemerkenswert sowie der Einsatz von zwei unterschiedlichen Typografien und Textfarben.

Das Bilderbuch „Blumen im Kopf“ zeigt Kindern einen konstruktiven Umgang mit den schattigen und sonnigen Gefühlen, die unser Leben unvermeidlich begleiten und prägen. Auch wenn sich nicht alle kindlichen Lebensprobleme und Verletzungen so leicht und einfach klären lassen, wie in dieser Geschichte, so sind die dort anschaulich und kindgemäß dargestellten Anregungen für Achtsamkeit, Dankbarkeit, Mitgefühl und Selbstfürsorge gleichwohl empfehlenswert, sinnvoll und lebensdienlich.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe:
https://www.stayinspired.de/produkt/blumen-im-kopf-opa-guenther-pflanzt-gute-gedanken/

Dem Bilderbuch liegt eine Infokarte bei mit einem QR-Code für das kostenlose Herunterladen eines Arbeitsheftes mit vielen Malvorlagen für Kitas, Kindergärten und Grundschulen.

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Heute kocht das kleine Känguru

  • Ein vegetarisches Jahres-Kochbuch für Kängurus und Kinder
  • Rezepte von Myriam Lang
  • Illustrationen von Kathrin Schärer
  • Atlantis Verlag  www.atlantis-verlag.ch
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 18 x 24 cm
  • 104 Seiten
  • 22,00 € (D), 22,70 € (A), 29,90 sFr.
  • ISBN 978-3-7152-836-7
  • Kochbuch für Kinder ab 6 Jahren

Heute kocht das kleine Kaenguru

A P P E T I T A N R E G U N G E N

Kinderkochbuchrezension von Ulrike Sokul ©

Mit dem sympathischen kleinen Känguru als Kochvorbild läßt sich Kindern das Kochen leicht schmackhaft machen. Manches kann das kleine Känguru schon alleine zubereiten, und etwas komplexere Gerichte kocht oder backt das Känguru zusammen mit Mama oder Papa, und auch Onkel Igel hilft beim Teigeinstechen gelegentlich gerne mit seinem Stachelkleid aus.

Neben den Rezepten und Lebensmittelzubereitungen werden auch Themen wie Hände-waschen, Aufräumen, Spülen und praktische Küchentipps wie beispielsweise das Warm-halten von Pfannkuchen zwischen zwei Tellern, die Lagerung von Plätzchen in Dosen usw. angesprochen.

Bemerkenswerterweise wird zudem auf die richtige Fingerhaltung beim Schneiden mit dem Küchenmesser hingewiesen. Die Finger, die das Schnittgut festhalten, sollen vor der Klingenschneide nicht ausgestreckt, sondern weggekrümmt werden – diese Haltung vermindert die Schnittverletzungsgefahr.

Munter kocht und backt sich das kleine Känguru vorbildlich vegetarisch mit Apfel-schnecken, Birnenkompott, Bratäpfeln, Haferplätzchen, Kartoffel-Lauch-Kuchen, Kraut-salat mit Zwetschgen, Honigkarotten mit Oliven, Makkaroni-Gemüsesuppe, Pistazien-plätzchen, Sommerpizza, Schokoladenkuchen mit Konfetti, Zitronensahnesauce und diversen Pastasoßen durch das Jahr und die jahreszeitlichen Festanlässe.

Die ebenso vergnüglichen wie anschaulichen Illustrationen zeigen das springlebendige Kängurukind alleine und im familiären Miteinander beim Erbsenpulen, Gemüseputzen, Kräuterwiegen, Mixen, Pastaschneiden, Plätzchenausstechen, Portionieren, Rühren, Salatsoßenschütteln, Teigkneten und natürlich beim unvermeidlichen Naschen.


Alle Rezepte sind klar strukturiert und geben anschauliche, kindgemäße Anweisungen und bei Bedarf ergänzende Zusatzerklärungen oder Variationsanregungen. Zwei alphabetische Register – eines nach Rezeptnamen und eines nach Zutaten – helfen beim schnellen Wiederfinden der Rezepte.

„Heute kocht das kleine Känguru“ kann mit seiner sinnesfrohen, familiär-warmherzigen und appetitlichen Darstellungsweise bei Kindern durchaus Lust und Neugier auf vegetarische Rezepte und vegetarisches Essen wecken.


Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.atlantisverlag.ch/myriam-lang-und-kathrin-schaerer-heute-kocht-das-kleine-kaenguru/

Die Autorin:

»Myriam Lang hat in einem kleinen italienischen Restaurant regelmäßig gekocht und bereits mehrere Kochbücher herausgegeben, u.a. La Grande Cucina Vegetariana bei Jacoby & Stuart. Sie lebt in Zürich. Wenn sie nicht am Herd steht, arbeitet sie für den Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband.«

Die Illustratorin:

»Kathrin Schärer, geboren 1969 in Basel, studierte Zeichen- und Werklehrerin an der Hochschule für Gestaltung Basel. Sie unterrichtet an einer Sprachheilschule und arbeitet als Illustratorin. Wiederholt hat sie eigene Texte illustriert und in langjähriger Zusam-menarbeit und mit großem Erfolg Geschichten von Lorenz Pauli. Für ihr Gesamtwerk war Kathrin Schärer für den Hans-Christian-Andersen-Preis 2012 und für den Astrid Lindgren Award 2014 nominiert. Bereits zweimal wurde Kathrin Schärer mit dem Schweizer Kinder- und Jugendmedienpreis ausgezeichnet: 2011 für Johanna im Zug“ (2009, Atlantis) und 2017 mit Rigo und Rosa“ (2016, Atlantis, Text von Lorenz Pauli). www.kathrinschaerer.ch «

Das Taschenmesser-Schnitzbuch

  • Über 30 Ideen zum Schnitzen & Basteln
  • von Sonja und Arne Schirdewahn
  • Illustrationen von Arno Kolb und Thomas Müller
  • mit zahlreichen Fotos
  • moses Verlag, 7. Auflage 2022 www.moses-verlag.de
  • 96 Seiten
  • Format: 17,3 cm x 22 cm
  • gedruckt auf FSC®-zertifiziertem Papier
  • Spiralbindung mit Gummiband zum Verschließen
  • 12, 95 € (D), 13,40 € (A)
  • ISBN 978-3-89777-894-8
  • Kindersachbuch ab 8 Jahren

Das Taschenmesser-Schnitzbuch

ANALOGE  ANIMATION

Kinderbuchrezension von Ulrike Sokul

„Das Taschenmesser-Schnitzbuch“ wartet mit anregenden Anleitungen zum Schnitzen und zu Basteleien aus Naturmaterialien auf. Mit beiläufiger Selbstverständlich werden Kinder damit auch zum Aufenthalt in der Natur verlockt.

Zunächst werden einige Baumarten (Ahorn, Hasel, Linde, Weide) vorgestellt, deren Holz sich besonders gut zum Schnitzen eignen. Zum Schnitzen werden wahlweise klassische Taschenmesser oder spezielle Schnitzmesser verwendet, und als Ausgangsmaterial dient Frisch- oder Totholz.

Die zehn wichtigsten Schnitzregeln verdeutlichen kindgemäß und einleuchtend wichtige Sicherheitsvorkehrungen zum möglichst achtsamen Umgang mit Messern. Dem folgen Hinweise zur richtigen Messerhaltung und -Pflege sowie einige grundlegende Schnitz-techniken.

Ergänzende Hilfsmittel wie wasserfeste Filzstifte, Schleifpapier, Pflanzenöl, Lappen, Kordel, Holzbohrer usw. werden nach Bedarf aufgelistet.

Geschnitzt werden u.a. Buttermesser, ein Türschild, Schlüsselanhänger, Wanderstäbe, Kleiderhaken, Löffel, Lagerfeuergarstöcke, Kletterhaken, eine Steinschleuder, Party-spieße, Pfeil und Bogen sowie Zielring.

Außerdem gibt es Anleitungen zum Basteln von Dosenlupen, Wiesenkeschern, Ohren-kneiferhotels, Nisthilfen für Wildbienen, kleinen Flechtzäunen für Beetabgrenzungen  sowie zur Herstellung von tierischen Spurenabdrücken aus Gips nebst einer kurzen Spurenkunde.

Aus unterschiedlichen Naturfundsachen (Totholzästen, Rindenstücken, Holzscheiben, Federn, leeren Schneckenhäusern, Muscheln, Steinen usw.) werden u.a. dekorative Traumfänger, kleine Segelschiffe, Zauberstäbe, Collagenbilder, Ketten, Armbänder und Haarschmuck gestaltet.

Übersichtliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit zahlreichen Zeichnungen und an-sprechenden „pfadfinderischen“ Fotos regen Kinder anschaulich und systematisch zum Schnitzen und Basteln an. In Verbindung mit den interessanten naturkundlichen Informationen wird Kindern in diesem Schnitzbuch ebenso der sinnliche Reiz praktisch-haptischen Machens sowie spannender Naturentdeckungen vermittelt.  

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.moses-verlag.de/Expedition-Natur-Das-Taschenmesser-Schnitzbuch/108948

Die Autoren:

»Sonja Schirdewahn ist Biologin und führt zusammen mit ihrem Mann Arne Schirdewahn, Bildhauer, seit 15 Jahren das Naturerlebnisunternehmen bonnattours in Bonn. Gemeinsam veranstalten sie Schnitzkurse für Kinder und Erwachsene, Ausflüge und Ferienprogramme. Im Mittelpunkt aller Veranstaltungen steht das Motto: Entdecken, Erleben und Erfahren der Natur mit allen Sinnen.
Auf ihrer Internetseite www.bonnatours.de können sich Interessierte über aktuelle Termine und Kurs-Angebote informieren.«

Querverweis:

Als schön illustrierte, biophile und bibliophile naturkundliche Ergänzung empfiehlt sich zudem „Die kleine Waldfibel“ von Linda Wolfsgruber: Die kleine Waldfibel
Ebenfalls empfehlenswert sind die Schnitzanleitungsbücher von Astrid Schulte: „Meine Schnitzwerkstatt“ Band 1 (mit OPINEL-Kinderschnitzmesser) und Band 2 Meine Schnitzwerkstatt

Die schlafenden Geister des Lake Superior

  • Eine Kimberley Reynolds Story
  • von Ben Aaronovitch
  • Originaltitel: »Winter‘s Gifts«
  • Deutsch von Christine Blum
  • Krimi mit magischen Elementen
  • DTV Verlag, April 2023 www.dtv.de
  • Taschenbuch
  • 240 Seiten
  • 11,95 € (D), 12,30 € (A), 16,50 sFr.
  • ISBN 978—3-423-21877-1

Die schlafenden Geister des Lake Superior jpg
G R U S E L W E T T E R

Rezension von Ulrike Sokul ©

Ben Aaronovitch hat bereits mehrere kurze Abzweigungen der Peter-Grant-Serie verfaßt und dabei anderen Charakteren als Peter Grant die Hauptrolle gegeben. Diesmal spielt die FBI-Agentin Kimberley Reynolds diese Rolle. Sie hat – wenn ich mich recht entsinne – Peter im sechsten Band Der Galgen von Tyburn bei Ermittlungen unterstützt, in die abtrünnige amerikanische Möchtegernmagier verwickelt waren.

Wer mit den übersinnlich-magischen Rahmenbedingungen der Serie noch nicht vertraut ist, kann sich unter dem nachfolgenden Link zum ersten Band der Peter-Grant-Serie kundig lesen: DIE FLÜSSE VON LONDON Die Flüsse von London

Special Agent Kimberley Reynolds ist beim FBI für magieverdächtige Kriminalfälle zuständig. Henderson, ein ehemaliger, frühpensionierter FBI-Kollege, der sich nach Nord-Wisconsin, an den Lake Superior, in den kleinen Ort Eloise zurückgezogen hat, bittet telefonisch dringend um professionelle Einschätzung eines gefährlichen lokalen Phäno-mens der Kategorie UC (ungewöhnliche Charakteristika). Obwohl seine Nachricht kryptisch ist, macht sich Kimberley auf den Weg.

Wegen des extrem starken Schneefalls kommt Kimberley mit großer Verspätung in Eloise an und trifft als ersten Ansprechpartner William Boyd, einen attraktiven örtlichen Meteorologen indianischer Abstammung. Gemeinsam betrachten sie die Überreste des einstigen Gemeindezentrums, das am frühen Morgen von einem Eistornado pulverisiert worden ist. Boyd erklärt ihr fachmännisch, daß es für diesen Tornado keine natur- wissenschaftliche Erklärung gebe, und Kimberley ahnt, daß sie es an diesem Ort mit einer sehr geballten magischen Energie zu tun haben wird.

Doch zunächst will sie mit Henderson sprechen, der ja bereits mehr über diese Ange-legenheit weiß. Leider trifft Kimberley keinen Henderson an, und die Durchsuchung seines Hauses zeigt Spuren eines Kampfes sowie auch seltsame Spuren, von denen Vestigia (magisch-atmosphärische Abdrücke magischer Handlungen oder Wesen) aus-strahlen.

Da die Hintertüre geöffnet ist, vermutet Kimberley dort den Fluchtweg und folgt den Spuren im Schnee, bis sie nicht mehr zu erkennen sind. So findet sie immerhin eine Nachbarin, die Hendersons Entführung beobachtet hat. Diese Augenzeugin meint zwar, sie habe das Gesehene geträumt, da die Gestalten, die Henderson aus dem Haus schleppten, dermaßen albtraummäßig aussahen, daß sie unmöglich echt gewesen sein könnten, doch Kimberley weiß es berufserfahrungsgemäß besser.

Nach und nach zeigt sich, daß diese sich plötzlich häufenden magischen Angriffe mit einer verschollenen Expedition in Zusammenhang stehen, die 1843 im Bereich des Lake Superior nach einer „Abscheulichkeit“ suchte. Ein junger Indianerkrieger kam damals ins Expeditionslager und bot an, die weißen Männer über den zugefrorenen See zum Schlupfwinkel dieser Kreatur zu führen. Keiner der Teilnehmer kehrte jemals zurück.

Um diese wiedererwachte rachsüchtige „Malignität“ unbestimmter Herkunft unschäd- lich zu machen, muß sich Kimberley mit viel Eis und Schnee und Stromausfällen herum-schlagen, ihre Thermounterwäsche bei dramatischen Fluchten vor ungelenken Schnee-monsterchimären durchschwitzen, bei einem freundlichen Genius Loci ein indianisches Frühstück nebst magischer Ratschläge genießen und die zuverlässige sowie sehr willkommene charmante Hilfe William Boyds annehmen.

Peter Grant kommt in diesem Kurzroman nur kurz während eines Telefonats zu Wort; dafür stellt sich Kimberley im Verlauf der Handlung häufig und mit unterhaltsamer Selbstironie vor, was Peter in bestimmten Situationen sagen oder wie er reagieren würde.

„Die schlafenden Geister des Lake Superior“ müssen wegen des amerikanisch-ländlichen Handlungsortes auf das gewohnte und beliebte London-Lokalkolorit verzichten und warten stattdessen mit lebhaftem Holzfällercharme und – für meinen Geschmack – viel zuviel sinnlosem Schußwaffengebrauch auf. Dieser Kurzroman eignet sich als spannen- der Leseimbiß – indes: so richtig satt wird man davon nicht. Dafür müssen wir wohl erst auf den 10. Peter-Grant-Band warten …

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.dtv.de/buch/die-schlafenden-geister-des-lake-superior-21877

Der Autor:

»Ben Aaronovitch wuchs in einer politisch engagierten, diskussionsfreudigen Familie in Nordlondon auf. Er hat Drehbücher für viele TV-Serien, darunter ›Doctor Who‹, geschrieben und als Buchhändler gearbeitet. Inzwischen widmet er sich ganz dem Schreiben. Er lebt nach wie vor in London. Seine Fantasy-Reihe um den Londoner Polizisten Peter Grant mit übersinnlichen Kräften eroberte die internationalen Bestsellerlisten im Sturm.«

Hier entlang zu den Vorgängerbänden:

Band 1: DIE FLÜSSE VON LONDON Die Flüsse von London
Band 2: SCHWARZER MOND ÜBER SOHO Schwarzer Mond über Soho
Band 3: EIN WISPERN UNTER BAKER STREET Ein Wispern über Baker Street
Band 4: DER BÖSE ORT Der böse Ort
Band 5: FINGERHUT-SOMMER Fingerhut-Sommer
Band 6: DER GALGEN VON TYBORN Der Galgen von Tyborn
Band 7: DIE GLOCKE VON WHITECHAPEL Die Glocke von Whitechapel
Band 8: EIN WEISSER SCHWAN IN TABERNACLE STREET Ein weisser Schwan in Tabernacle Street
Band 9: DIE SILBERKAMMER IN DER CHANCERY-LANE Die Silberkammer in der Chancary-Lane

Hier entlang zu einer kurzen Peter-Grant-Geschichte, etwas außerhalb der Reihe:
GEISTER AUF DER METROPOLITAN LINE/Eine Peter-Grant-Story Geister auf der Metropolitan Line
Hier entlang zu Ben Aaronovitchs Schreibausflug in deutsche Gefilde:
DER OKTOBERMANN/Eine Tobi-Winter-Story  Der Oktobermann
Hier entlang zu einer Peter-Grant-Kurzgeschichten-Sammlung: 
DER GEIST IN DER BRITISH LIBRARY UND ANDERE GESCHICHTEN AUS DEM FOLLY Der Geist in der British Library
Hier entlang zu einer Abzweigungsgeschichte mit Peter Grants magisch hochbegabter Cousine Abigail und vielen sprechenden Füchsen:
DIE FÜCHSE VON HAMPSTEAD HEATH/Eine Abigail-Kamara-Story
Die Füchse von Hampstead Heath

Tagträumer

  • Text von Daniela Drescher
  • Illustrationen von Sophia Drescher
  • Verlag Urachhaus, Februar 2023 www.urachhaus.de
  • 12 Seiten mit abgerundeten Ecken
  • Format: 19 x 17 cm
  • 12,00 € (D), 12,4 € (A)
  • ISBN 978-3-8251-5346-5
  • Pappbilderbuch ab 2 Jahren

Tagträumer Titelbild
E I N S C H L A F E I N S T I M M U N G

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

„Tagträumer“ ist nach „Wer träumt im großen Ozean“ https://www.urachhaus.de/Lesen-was-die-Welt-erzaehlt/Daniela-Drescher/Wer-traeumt-im-grossen-Ozean.html das zweite Bilderbuch, welches die bekannte Illustratorin und Autorin Daniela Drescher zusammen mit ihrer Tochter Sophia Drescher gestaltet hat. Mutter Drescher hat die Gutenacht- verse geschrieben und Tochter Drescher die Texte illustriert.

Auf jeder Doppelseite wird ein nachtaktives Tier in seinem nächtlichen Tun und anschließenden Ruhen vorgestellt. Die Tagträumer sind Fuchs, Fledermaus, Kröte, Eule und Gartenschläfer.

Tagträumer Gartenschläfer

Illustration von Sophia Drescher © Verlag Urachhaus 2023

Sophia Dreschers Illustrationen eröffnen einen schönen, märchenhaften und sehr naturpoetischen Betrachtungsraum mit vielen liebevollen Details. Die Darstellung der gemütlichen Schlafnester und die leichtfüßigen, zärtlich-suggestiven Verse verbinden sich zu einer warmherzigen Einstimmung ins kindliche Einschlafen und nächtliche Träumen.

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite: https://www.urachhaus.de/Lesen-was-die-Welt-erzaehlt/Pappbilderbuch/Tagtraeumer.html

Die Autorin:

»Daniela Drescher, geboren 1966, ist eine international gefeierte Illustratorin und Autorin. Ihre Bilderbücher und illustrierten Kinderbücher bestechen durch einen Stil, der Kinder wie Erwachsene weltweit anspricht. In ihren mittlerweile über 40 Büchern vermittelt sie ihren jungen Lesern einen unmittelbaren Zugang zur Natur sowie zu sozialen Themen. Darüber hinaus setzt sie sich regelmäßig für Naturschutzorganisationen ein. www.danieladrescher.de «

Die Illustratorin:

»Sophia Drescher, geboren 1993, studierte Biodiversität und Ökologie. Seit ihrer Kindheit begeistert sie sich für die Natur und ihre unterschiedlichsten Bewohner. Auf zahlreichen Exkursionen in aller Welt hat sie sich mit der Vielfalt unseres Planeten beschäftigt. Sophia Drescher lebt mit ihrem Partner und vielen Zimmerpflanzen in der Nähe des Bodensees. www.sophiadrescher.com «

Das Lied des Stars

  • Text und Illustration von Octavie Wolters
  • Originaltitel:»Het lied van de spreeuw«
  • Aus dem Niederländischen von Eva Schweikart
  • Verlag Freies Geistesleben, Februar 2023 www.geistesleben.com
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 33,7 x 24,2 cm
  • 32 Seiten
  • 20,00 € (D), 20,600 € (A)
  • ISBN 978-3-7725-3117-0
  • Bilderbuch ab 5 Jahren und darüber hinaus für jedes weitere Alter

Das Lied des Stars Titelbild 2
N A T U R G E S A N G

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Das Bilderbuch „Das Lied des Stars“ beginnt mit dem Flug eines Stars und seiner Perspektive auf das Land. Er ist von Freude erfüllt über die vielfältige Schönheit der Landschaftsformen, Elemente und Naturerscheinungen, und er beschließt, ein Lied über seine Wahrnehmungen zu singen – und zwar „ein Lied, wie schön alles ist, wenn man so hinschaut wie ich“.

Er trifft verschiedene Tiere und erzählt ihnen von seinem  Vorhaben. Jedes Tier erinnert ihn an weitere Naturschönheiten, die er ebenfalls in sein Lied aufnehmen solle. Der Specht erwähnt die Bäume, die Eule die vielfarbige Dunkelheit der Nacht, der Eisvogel spricht vom Wasser, das Rotkehlchen von den Blüten und ihren Stimmen, die anderen Stare schwärmen vom Einssein im Schwarm usw.

Das Lied des Stars Innenabbildung mit Eule

Illustration von Octavie Wolters © Verlag Freies Geistesleben 2023

Schließlich fügt der Star seine eigenen Empfindungen und die Anregungen der anderen Mitgeschöpfe zu einem Lied zusammen und singt dieses Lied – auch für uns, wenn wir lauschen wollen oder vielleicht sogar mitsingen.

Dieses Bilderbuch besingt in Wort und Bild die Natur und das Leben. Octavie Wolters‘ Text ist leise und doch eindringlich. Mit wenigen naturpoetischen Zeilen erzeugt sie eine Stimmung zärtlicher Naturbetrachtung und dankbarer Würdigung. Ihre kunstvollen Linoldruck-Illustrationen heben durch die grafischen Schwarz-weiß-Kontraste die Formschönheit der einzelnen Tiere und Pflanzen besonders hervor.

Das Lied des Stars Innenabbildung

Illustration von Octavie Wolters © Verlag Freies Geistesleben 2023

„Das Lied des Stars“ ist ein meditatives Bilderbuch, das poetisch-naturverbundene Kinder ansprechen wird, aber es ist auch eine Lese- und Betrachtungseinladung für Erwachsene, die sich gerne auf die lebendige Schönheit der Natur zurückbesinnen mögen.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.geistesleben.de/Buecher-die-mitwachsen/Bilderbuch/Das-Lied-des-Stars.html
Und hier bekommen wir ein kleinen sehenswerten Einblick in Octavie Wolters Handwerkskunst: https://www.youtube.com/watch?v=8Un6Bqx7oxc

Die Autorin und Illustration:

»Octavie Wolters wurde 1977 in Sint Odiliënberg in der niederländischen Provinz Limburg geboren und studierte Rechtswissenschaften, Niederländische Sprache und Literatur. Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin (ihr Romandebüt ›Voorland‹ erschien 2016) arbeitet sie als bildende Künstlerin und liebt hierbei den Linol- und Holzschnitt und das Illustrieren von Natureindrücken. Ihr Buch ›Het lied van de spreeuw‹ / ›Das Lied des Stars‹ stand auf der Longlist des World Illustration Award 2022, gewann einen Silbernen Pinsel und war für den Jan Wolkers-Preis 2022 für das beste Naturbuch der Niederlande nominiert. www.octaviewolters.nl«

Die Übersetzerin:

»Eva Schweikart absolvierte eine Übersetzerausbildung und arbeitete zunächst etliche Jahre im Lektorat eines Verlages, bevor sie sich 1997 als Literaturübersetzerin aus dem Niederländischen und Englischen selbstständig machte. Seither hat sie über 100 Bücher aus den Bereichen Belletristik, Kinder- und Jugendliteratur sowie Sachbuch übersetzt. 2010 war sie mit ›Chatroom-Falle‹ (Loewe-Verlag) zum Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert, für ihre Übersetzung von ›Emilia und der Junge aus dem Meer‹ (Thienemann Verlag) erhielt sie 2019 den Christoph Martin Wieland-Übersetzerpreis. Eva Schweikart lebt in Hannover. www.eva-schweikart.de «

Anders? Genau Richtig!

  • Text von Sven Gerhardt
  • Illustrationen von Nikolai Renger
  • Verlag PENGUIN Junior, Januar 2022 www.penguin-junior.de
  • Format: 23 x 17  cm
  • 16 Seiten mit abgerundeten Ecken
  • 11,00 € (D), 11,40 € (A), 15,90 sFr.
  • ISBN 978-3-328-30117-2
  • Pappbilderbuch ab 2 Jahren

Anders Genau richtig von Sven Gerhardt

LOB  DER  UNGLEICHFÖRMIGKEIT

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Im Bilderbuch „Anders? Genau richtig!“ werden eigenwillige, von der üblichen Norm abweichende Erscheinungsformen positiv dargestellt. So finden wir hier einen kleinen leichtfüßigen Elefanten, zwei entschleunigte Affen, drei verschiedene Löwenmähnen-frisuren, vier freundlich lächelnde Haifische, fünf gepunktete Zebras und sechs salopp-bunt gekleidete Pinguine.

Auf jeder Doppelseite befindet sich eine Gruppe einer Tierart, die sowohl illustratorisch als auch textlich in ihrer gängigen Erscheinungsform gezeigt und beschrieben wird, und innerhalb dieser Gruppe gibt es eine oder mehrere Ausnahmen von der Regel.

Der zweizeilige gereimte Text fordert die Bilderbuchbetrachter dazu auf,  die Abweichler zwischen den Normalen zu finden. Nebenbei kann auch das Zählen bis Sechs einstudiert werden, da sich die Varianten von Seite zu Seite stets um eine Zahl vermehren.
 
Die Illustrationen von Nikolai Renger sind sehr witzig und abwechslungsreich. Als kleine Nebenhandlung schwirren noch ein Frosch und eine Biene durchs Bilderbuchbühnen- bild. Dies kommt der kindlichen Entdeckerfreude zusätzlich entgegen.

Für den erwachsenen Leser ist der hier vermittelte kunterbunte Vielfalts- und Toleranz-Appell offensichtlich. Kinder werden sich wohl eher mit unbefangenem Vergnügen den illustratorisch dargestellten Verschiedenheiten sowie der Such- und Zählaufgabe widmen.

Ob ein Kind durch ein solches Bilderbuch tatsächlich zum Abweichen von Gruppen-normen ermutigt wird, sei einmal dahingestellt. Vielleicht kann es für Kinder, denen wenig Individualität erlaubt wird oder die irgendeine Art von Anderssein in sich spüren, hilfreich sein, wenn ihnen eine solche bilderbuchvorbildliche „Erlaubnis“ für das Abweichen von der Norm spielerisch vermittelt wird.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.penguinrandomhouse.de/Buch/Anders-Genau-richtig/Sven-Gerhardt/Penguin-Junior/e591857.rhd

Der Autor:

»Sven Gerhardt hat nach seiner Ausbildung zum Mediengestalter einige Jahre als Grafiker und Illustrator in der Werbebranche und für Verlage gearbeitet. Über seine Begeisterung zum Zeichnen hat er schließlich seine »Erzählstimme« gefunden, obwohl man ihn als Kind durchaus als Lesemuffel bezeichnen konnte. Heute arbeitet er als freiberuflicher Autor und hat es mit den Abenteuern rund um die »Heuhaufen-Halunken« auf die Kinderbuch-Bestsellerliste geschafft. Er lebt mit seiner Familie in Marburg.«

Der Illustrator:

»Nikolai Renger ist in Karlsruhe geboren und studierte Visuelle Kommunikation an der HFG in Pforzheim. Er ist als freiberuflicher Illustrator für verschiedene Verlage und Agenturen tätig und arbeitet seit 2013 im Atelier Remise in Karlsruhe.«

Wie man bis eins zählt

  • (Und fang erst gar nicht mit größeren Zahlen an!)
  • Text von Caspar Salmon
  • Illustrationen von Matt Hunt
  • Originaltitel: »How to Count to One«
  • Aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn
  • Kunstmann Verlag, März 2022 www.kunstmann.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 27,7 x 27,7 cm
  • 32 Seiten
  • ISBN 978-3-95614-491-2
  • 16,00 € (D), 16,50 € (A)
  • Bilderbuch ab 5 Jahren

Wie man bis eins zählt Titelbild
ABWECHSLUNGSREICHES  EINSERLEI

Bilderbuchrezension von Ulrike Sokul ©

Dieses einmalige Bilderbuch eröffnet Kindern einen höchst amüsanten und unkon- ventionellen Einstieg ins Zählen! Mit der Aufforderung, nur bis eins zu zählen, werden Kinder zu der Reaktion provoziert: „Das ist ja einfach!“. Und je weiter wir durch dieses Bilderbuch blättern und egal wie viele Objekte oder Subjekte sich auf den Seiten tummeln, es bleibt bei der einen und einzigen Aufgabe, immer nur bis eins zu zählen.

Ja, manchmal ist die Versuchung groß, einfach heimlich doch noch weiter zu zählen. Denn es bieten sich auf jeder Seite buchstäblich zahlreiche Möglichkeiten dafür an; aber brave Kinder halten sich selbstverständlich an die ihnen vom Bilderbuchautor und vom Vorleser gestellte Aufgabe.

Die Zählung bis eins fängt zunächst ganz einfach mit einem Apfel an, dann folgt ein Elefant.

Auf der sich daran anschließenden Doppelseite schwimmen zwar zwei Wale, doch die Frage lautet nicht, wie viele Wale zu sehen sind, sondern wie viele Würstchen. Und tatsächlich balanciert nur ein Würstchen auf der Wasserfontäne eines Wals.

Weiter geht es mit drei Suppen, aber nur in einer Suppe befindet sich eine Fliege und nur diese eine Fliege zählt.

Nach diesem Muster geht es heiter weiter. Die Seiten füllen sich mit immer mehr Zähl-barkeiten, aber es gilt, stets ein Einzelteil oder Einzelsubjekt zu suchen, zu finden und zu zählen.

Der Text nimmt die Versuchung der Kinder, weiter als bis eins zu zählen, mit metafiktiver direkter Ansprache der Kinder vorweg und gemahnt die Kinder, immer wieder freundlich-selbstironisch nicht die vielen anderen Tiere oder Sachen zu zählen. Nur einmal unterläuft dem Autor ein kleiner Fehler bei den beiden Goldfischen … aber unter uns gesagt, ist dies nur ein netter Trick, um die Kinder in ihrer Fähigkeit, doch schon weiter als bis eins zählen zu können, zu bestätigen. Und deshalb gibt es auf der letzten Seite auch einen Preispokal für die kleinen Zählerchen.

Die bunten Illustrationen warten mit diversen verspielten Einzelheiten auf, die sich, wenn das Kind mit dem Zählen bis eins nicht mehr ausgelastet ist, ebenfalls zählen lassen.

Mit diesem humorvollen Bilderbuch läßt sich ausgezeichnet kindliche Zahlen- und Zählbegeisterung wecken. Wenn es Kinder reizen sollte, weiter als  bis eins zu zählen, bietet ihnen das Bilderbuch dafür reichlich Gelegenheit.

Hier entlang zum Buch und zur großzügigen Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.kunstmann.de/buch/caspar_salmon-wie_man_bis_eins_zaehlt-9783956144912/t-2/

Der Autor:

»Caspar Salmon, geboren 1981 in England, aufgewachsen in Frankreich, arbeitet als Autor für den Guardian und die BBC. Sein besonderes Interesse gilt Arthouse-Filmen und LGBTQ-Themen. Salmon lebt mit seinem Partner und zwei Kindern in London.«

Der Illustrator:

»Matt Hunt, geboren 1988, studierte an der Birmingham School of Art und hat bereits mehrere erfolgreiche Kinderbücher illustriert. Er lebt mit seiner Frau und zwei Katzen in Worcestershire. «

Die Ameise und der Frosch

  • Text von Selim Özdogan
  • Illustrationen von Clara Sophie Klein
  • Südpol Verlag, März 2022   www.suedpol-verlag.de
  • Format: 18 x 18 cm
  • 22 Seiten mit abgerundeten Ecken
  • 10,00 € (D), 10,30 € (A)
  • ISBN 978-3-96594-85-7
  • Pappbilderbuch ab 2 Jahren

Die Ameise und der Frosch Titelbild

A M E I S E N F R O S C H

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Eine kontaktfreudige Ameise spricht einen Frosch an, der sich am Seeufer auf einem Stein sonnt. Sie begrüßt den Frosch und fragt ihn, ob er eine Ameise sei. Der Frosch verneint und weist darauf hin, daß er doch viel größer sei als eine Ameise.

Doch die Ameise meint, er sei dann eben eine große Ameise. Darauf entgegnet der Frosch, er sei doch im Gegensatz zur Ameise grünfarben. Doch auch diesen Unterschied deutet die Ameise zu einer großen, grünen Ameise um.

Die Ameise und der Frosch Innenseite grün

Text von Selim Özdogan, Illustration von Clara Sophie Klein © Südpol Verlag 2022

Und egal, welche offensichtlichen froschtypischen Merkmale der Frosch aufzählt – sei es die Anzahl der Beine, die Fähigkeit zu springen und zu schwimmen oder die lange Jagd- zunge – : Alle Eigenschaften fügt die Ameise in ihre Aufzählung eines Ameisenfroschs ein.

Die Ameise und der Frosch Innenseite Zunge

Text von Selim Özdogan, Illustration von Clara Sophie Klein © Südpol Verlag 2022

Der Frosch schwimmt daraufhin eine Runde im See und kehrt danach zum Ufer zurück, wo die Ameise traurig auf einem Stein sitzt. Der Frosch erkundigt sich nach dem Grund der Ameisentraurigkeit. Die Ameise antwortet, sie glaube, sie beide könnten nur Freunde werden, wenn er eine Ameise sei.

Da lächelt der Frosch und meint, sie könnten doch trotz ihrer Unterschiedlichkeit einfach so – als Frosch und Ameise – Freunde werden, und er lädt die Ameise ein, auf seinen Rücken zu klettern und mit ihm auf den See hinauszuschwimmen. Auf dem letzten Bilderbuchbild sieht man, wie sich Frosch und Ameise einträchtig lächelnd nebeneinander auf einem Stein sonnen.

Das Bilderbuch „Die Ameise und der Frosch“ inszeniert auf Textebene humorvoll die Unterschiede des Erscheinungsbildes der beiden Tiere und fügt sie dramaturgisch im Stil einer Ich-packe-meinen-Koffer-Aufzählung in die Handlung ein. Der harmonische Aus-klang der Geschichte zeigt, daß solche Verschiedenartigkeiten kein Hinderungsgrund für die Entstehung einer Freundschaft sein müssen.

Illustratorisch sehen wir hier eine übersichtliche Bildkomposition, welche sich in erster Linie auf die beiden Charaktere konzentriert und deren Empfindungen über ausdrucks-volle Mimik und Körpersprache anschaulich macht.   

Kleine Menschenkinder sind meist begegnungsoffen und können das ameisige Freund-schaftsbedürfnis ebenso leicht mitempfinden wie das unkomplizierte Freundschaftsan-gebot des Froschs. So werden Kinder in ihrer natürlichen Unbefangenheit bestätigt.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.suedpol-verlag.de/pappbilderbuecher-2/die-ameise-und-der-frosch.html?attribute_buchvarianten=14

Der Autor:

»Selim Özdogan wurde 1971 in Köln geboren. Schon als Kind wollte er Schriftsteller werden. Seit 1995 veröffentlicht er Romane, Erzählungen, Hörbücher und hat zahlreiche Preise und Stipendien bekommen. „Die Ameise und der Frosch“ ist sein erstes Kinderbuch.«

Die Illustratorin:

»Clara Sophie Klein (Jahrgang 1995) ist in Kopenhagen groß und in Bonn größer geworden. Sie studierte an der FH Münster Design mit dem Schwerpunkt Illustration und arbeitet seitdem freischaffend. Teilzeit-Barkeeperin, Hobby-Cellistin, Vollzeit-Illustratorin mit den Schwerpunkten Buchillustration und Editiorial.«

Mein WABI SABI Garten

  • respektvoll gestalten, achtsam genießen
  • von Annette Lepple
  • Ulmer Verlag, Januar 2020 www.ulmer.de
  • Flexbroschur
  • Fadenheftung
  • 144 Seiten
  • 165 Farbfotos
  • 25,00 €
  • ISBN 978-3-8186-0943-6

Mein WABI SABI Garten

LEBENSPHILOSOPHISCHE  GARTENMEDITATION

Rezension von Ulrike Sokul ©

Annette Lepple beginnt ihren Gartenratgeber mit einer Einführung in das ästhetische Konzept des WABI SABI. Der Begriff WABI SABI 侘寂 stammt aus dem Japanischen und wurzelt im Zen-Buddhismus.

Die nachfolgend zitierten Prinzipien des WABI SABI (»Alles ist vergänglich. Nichts ist jemals fertig. Nichts ist vollkommen.« Seite 12) bedingen eine entspannte, gelassene Vorstellung von Schönheit, die das Unvollkommene, natürlich Schlichte, Einfache, Flüchtige, ja, sogar den Verfall wertschätzt.

Übertragen auf die Gestaltung des Gartens bedeutet dies, demütig und dankbar von der natürlichen Harmonie der Natur zu lernen, geschehen zu lassen und nur maßvoll und achtsam sowie mit nachhaltigen, ökologischen Methoden einzugreifen.

Dazu gehört beispielsweise die Verwendung von Naturmaterialien wie Tontöpfen, die gerne Patina ansetzen dürfen, oder von Gestaltungselementen aus Natursteinen und Totholz, die, bewachsen mit Flechten und Moosen, einerseits natürliche und veränder- liche Schönheit repräsentieren und andererseits einen Mikrolebensraum für zahlreiche Mitlebewesen bieten.

Zur WABI-SABI-Ästhetik gehört auch die Wertschätzung kunsthandwerklich herge- stellten dekorativen und funktionellen Zubehörs sowie die Weiternutzung oder Umfunktionierung alter, verwitterter Gegenstände – wobei Gegenstände selbstver- ständlich nur eine sehr bescheidene und vereinzelte Nebenrolle spielen, die Hauptrolle spielt Mutter Natur.

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Foto von Annette Lepple © Ulmer Verlag 2020

Ein WABI-SABI-Garten ist das Gegenteil eines sterilen, akribisch aufgeräumten, natur-entfremdeten Folien-Kies-Gartens, aber er ist auch kein verwilderter Garten. Die Natur wird durchaus kultiviert, aber eben nicht gewaltsam unterdrückt, sondern der WABI-SABI-Gärtner kooperiert, ja, kommuniziert mit der Natur. Dies vereinfacht viele Pflege-maßnahmen. So läßt sich z.B. durch Mulchen und standortgemäße Pflanzen der Auf- wand fürs Gießen reduzieren. Da keine Perfektion angestrebt wird, ist es in Ordnung, daß der Garten niemals fertig ist, sondern stets im Werden begriffen. Weniger Kontrollzwang im Garten führt als wünschenswerte Nebenwirkung zu mehr gartengenießerischer Muße und befriedigender Naturverbundenheit.  

»Im Idealfall entwickelt sich ein guter Garten langsam mit einem selbst.«

Im WABI-SABI-Garten wird es begrüßt, wenn sich Pflanzen selbst ihren Standort aus-suchen und nur wenn sie zu viel Raum einnehmen oder andere erwünschte Pflanzen bedrängen, werden sie reduziert oder entfernt. Der Zauber des Zufalls choreografiert ein veränderliches Erscheinungsbild des Gartens und gibt anmutigen, natürlichen Pflanzenkompositionen Raum.

_MG_9112-0390 WABI SABI innen

Foto von Annette Lepple © Ulmer Verlag 2020

Die Veränderlichkeit des pflanzlichen Erscheinungsbildes im Wechsel der Jahreszeiten wird beachtet und gewürdigt. Also bleiben z.B. Samenstände über den Winter stehen, zeigen ihre eigene Schönheit der Vergänglichkeit und stellen eine ökologisch wertvolle Überwinterungsmöglichkeit für Insekten und eine Futtervorratskammer für Vögel zur Verfügung. Mit WABI-SABI verbinden sich ökologisch-nachhaltige gärtnerische Methoden mit natureinfühlsamen gestalterischen und strukturellen Elementen.  

Die Autorin thematisiert u.a. unterschiedliche Möglichkeiten, den Garten mit Wasser (Teich, Brunnen, Wasserspiel, Minikübelteich, Wasserfall) zu bereichern, Lebens- und Nisträume für Tiere zu schaffen, aus Bambus, alten Ästen, Schwemmholz oder Weiden-ruten Zäune und Rankhilfen zu basteln, Gartenwege mit Rindenmulch, Kies oder Natur-steinplatten zu belegen und Trockenmauern zu installieren.

Passende Pflanzenlisten und bebilderte Einzelportraits von Blumen, Stauden, Sträuchern, Gräsern und Bäumen zeigen ein weites Gestaltungsspektrum.

Zahlreiche sehr schöne Fotos von Gartenszenerien vermitteln einen anschaulichen und inspirierenden Eindruck des meditativen und naturpoetischen Erscheinungsbildes des WABI-SABI-Gartenstils.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.ulmer.de/usd-6279691/mein-wabi-sabi-garten-.html

Die Autorin:

»Annette Lepple studierte Gartendesign in London und hat sich als Fotografin, Journalistin und Autorin einen Namen gemacht. Sie lebt in der Schweiz und in Frankreich, wo sie unter erschwerten klimatischen Bedingungen zauberhafte Gärten gestaltet. Nachhaltiges und genussvolles Gärtnern ist ihr ein großes Anliegen.« Sehenswerte Einblicke in Annette Lepples eigenes Gartenparadies gewährt ihre Webseite: http://www.personaleden.wordpress.com