Der literarische Katzenkalender 2018

  • Herausgegeben von Julia Bachstein
  • Wochenkalender
  • 56 Blatt
  • Format: 24 x 32 cm
  • Spiralbindung
  • Verlag Schöffling & Co.  http://www.schoeffling.de
  • 22,95 € (D/A)
  • ISBN: 978-3-89561-752-2

JAHRESRUNDE   KATZENKUNDE

Kalenderbesprechung von Ulrike Sokul ©

In Ermangelung einer echten Katze tröste ich mich seit Jahren mit dem Literarischen Katzenkalender über das Fehlen samtpfotiger Mitbewohner hinweg. Beim Besuch bekatzter Freunde und Freundinnen wird mir indes die eine oder andere Katzenstreicheleinheit gewährt, und während dieser langen Augenblicke harmonischer Anschmiegsamkeit und aufmerksamer Betrachtung begreife ich stets, daß diese eigenwilligen Wesen der fotografischen und literarischen Inspiration formvollendet dienen können.

So bündeln sich im Literarischen Katzenkalender schon seit über zweiundzwanzig Jahren immer wieder neue, fein gewählte, katzen- kennerische Zitate, die von der Herausgeberin Julia Bachstein mit „sprechenden“ Schwarz-weiß-Fotografien von Katzen überaus trefflich kombiniert werden. Woche für Woche blättert sich uns eine neue Katze nebst ihrer literarischen Huldigung auf.

Gleichermaßen erstaunt und erfreut immer wieder die Variationsbreite der Katzenkörpersprache, die sich auf den Fotos zeigt, sowie die hingebungs- volle Wortfindigkeit der Schriftsteller beim Beschreiben der Katzen- persönlichkeiten. Kater und Katzen sind offensichtlich gleichermaßen Meister der Muße wie meisterhafte Musen.

Die fotografischen und textlichen Stimmungen sind abwechslungsreich. Da gibt es Anmut und Eleganz, Gelassenheit und Wildheit, Konzentration und Spiel, Anhänglichkeit und Distanz, Bewegung und Ruhe, Kratzbürstiges und Niedlichkeiten …

Dieser Wochenkalender zeichnet sich außerdem durch sein klares, unverwechselbares Markendesign aus: Cremeweißes Papier, deutliche Kalenderziffern in schwarzer Tinte für normale Wochentage, graue Ziffern für Feiertage und rote Ziffern für die Sonntage. Die typographische Gestaltung der Texte greift die Farbgebung der Kalenderziffern auf, und die rote Spiralbindung rundet das Katzengesamtkunstwerk blickfängerisch vorzüglich ab.

Wer mehr als Wandschmuck sucht, findet beim Verlag Schöffling & Co. zudem noch weitere Katzenwürdigungswerke, z.B. einen Katzentaschenkalender, literarische Katzenkarten, ein Katzenlexikon und verschiedene literarisch-fotografische und zeichnerische Katzenbücher.

Wenn Sie hinter diesen Link linsen, finden Sie mehr: http://www.schoeffling.de/buecher/katzen

Hier entlang zum Kalender auf der Verlagswebseite:
https://www.schoeffling.de/buecher/k-k/der-literarische-katzenkalender-2018/kalender
Hier entlang zur Leseblätterprobe:
https://www.schoeffling.de/book2look/813

Foto: Sonja Krebs © Verlag Schöffling & Co. 2017

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Der literarische Katzenkalender 2017

  • Herausgegeben von Julia Bachstein
  • Wochenkalender
  • erschienen im Verlag Schöffling & Co.   http://www.schoeffling.de
  • 56 Blätter
  • Spiralbindung
  • Format: 24 x 32 cm
  • 22,95 € (D/A)
  • ISBN 978-3-89561-751-5
    der-literarische-katzenkalender-2017

KATZENKINO  MIT  LITERARISCHEN  UNTERTITELN

Kalenderbesprechung von Ulrike Sokul ©

Beim literarischen Katzenkalender führen eindeutig Katzen die Regie. Es gibt da zwar eine zweibeinige Herausgeberin, aber seien wir doch mal ehrlich: Ohne uns Katzen könnte sie gar nichts machen!

Na gut, da gab es menschliche Fotografen und schriftstellerisch begabte Katzenliebhaber und -Liebhaberinnen, die uns bewundert, beschrieben, besungen, bedacht und bedichtet haben; aber gäbe es uns Katzen nicht, schauten Sie jetzt auf leere Kalenderseiten, und Ihre Zeitplanung fände ohne Katzeninspiration statt.

Doch – *SCHNURR SCHNURR SCHNURR* – ich will gnädig sein, ein kleines bißchen an diesem Kalender ist – ganz im Dienste der Katzenhuldigung – doch Menschenwerk.

Also übergebe ich der Rezensentin, die mich soeben mit schmeichelndem Streicheln und Luxusleckerlis von der Tastatur weglockt, das weitere Wort; aber ich werde streng und mit gezückter Kralle korrekturlesen …

Es geht doch nichts über das unbestechliche Urteil einer Katze, also werde ich mich hüten, ihr zu widersprechen.

Der literarische Katzenkalender aus dem Verlag Schöffling  & Co. ist ein Klassiker und kann schon auf mehr als 20 Jahre erfolgreiche katzenkundige Tradition zurückblicken. Einen Klassiker erkennt man daran, daß man ihn nicht nachmachen kann. Zwar gibt es zahllose (mehr oder weniger dreiste) Nachahmungsversuche, aber sie bemühen sich –jedenfalls in meinen Katzenaugen – vergeblich.

Hervorragende Katzenfotos in Schwarzweiß werden Blatt für Blatt mit kurzen, konzentrierten literarischen Texten über Katzen kombiniert. Die Stimmungspalette der Bilder und Zitate ist breitgefächert: anschmiegsam, philosophisch, niedlich, kratzbürstig, schelmisch, kabarettistisch, skurril, selbstgefällig, ernst, heiter, frech, meditativ, poetisch, verspielt, anmutig, charmant und hoheitsvoll.

Alljährlich kann man nur immer wieder staunen, daß der Kalender- herausgeberin Julia Bachstein und ihrer redaktionellen Mitarbeiterin Lea Petrenz weder die gelungenen Fotos noch die katzenkennerischen Zitate ausgehen, ganz zu schweigen vom katzensinnigen Feingefühl, mit dem die Bilder und Texte zusammengestellt werden.

Dieser Kalender zeichnet sich außerdem durch sein klares, unverwechsel- bares Design aus: Cremeweißes Papier, deutliche Kalenderziffern in schwarzer Tinte für normale Wochentage, graue Ziffern für Feiertage und rote Ziffern für die Sonntage. Die typographische Gestaltung der Texte greift die Farbgebung der Kalenderziffern auf, und die rote Spiralbindung rundet das Katzengesamtkunstwerk blickfängerisch vorzüglich ab.

Was will man mehr?

Vielleicht noch eine echte Katze, denn nach einem Jahr in Begleitung des literarischen Katzenkalenders beschleicht einen das Gefühl, ohne katzenartige Lebensgefährten etwas Wesentliches zu verpassen.

Ja, z.B. Katzenhaare an allen möglichen und unmöglichen Stellen… (Ich wurde mit gezückter Kralle dazu überredet, den vorletzten Satz zu schreiben und die Katzenhaarpassage durchzustreichen.)

Wenn Katzen korrekturlesen, macht man was mit. 😉

literarischer-katzenkalender-2017-januarblatt-mit-nietzsche-zitat

Foto: Oliver Arnold © Verlag Schöffling Co.

 

Hier können Sie ein wenig im Kalender blättern:
http://www.schoeffling.de/book2look/773

Wer mehr als Wandschmuck sucht, findet beim Verlag Schöffling & Co. noch weitere Katzenwürdigungswerke, z.B. einen Katzentaschenkalender, literarische Katzenkarten, ein Katzenlexikon und verschiedene literarisch-fotografische und zeichnerische Katzenbücher.
Wenn Sie hinter diesen Link linsen, finden Sie mehr: http://www.schoeffling.de/buecher/katzen

 

 

 

 

Henriettes Heim für schüchterne und ängstliche Katzen

  • Bilderbuch
  • Text von Alicia Potter
  • Bilder von Birgitta Sif
  • Aus dem Englischen von Ulli und Herbert Günther
  • Gerstenberg Verlag Januar 2015     http://www.gerstenberg-verlag.de
  • Format: 20 x 28 cm
  • gebunden, Fadenheftung
  • 40 Seiten
  • durchgehend farbig illustriert
  • 12,95 € (D), 13,40 € (A), 16,90 sFr.
  • ISBN 978-3-8369-5888-2
  • ab 4 Jahren
    Hernriettes Heim Titelbild

LÖWENMUT  AUF  KATZENPFÖTCHEN

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Dieses Bilderbuch nähert sich den Themen Angst, Schüchternheit und Mut auf ebenso humorvolle wie einfühlsame Weise.

Henriette hat ein großes Herz für Katzen und eröffnet ein Tierheim für eine ganz besondere Sorte von Katzen. Auf dem Schild vor ihrem gemütlich-verwunschenen Häuschen am Waldrand steht: „Henriettes Heim für schüchterne und ängstliche Katzen“.

Henriettes Heim Katzenauflistung

Illustration von Birgitta Sif © Gerstenberg Verlag 2016

(Anklicken vergrößert die Bilderansicht)

An Nachfrage fehlt es nicht; es werden viele große und kleine Katzen bei Henriette abgegeben. Eine Katze flüchtet vor Mäusen, eine andere fürchtet sich vor Vögeln, wieder andere können nicht auf Bäume klettern, weigern sich zu schnurren oder haben einfach Angst vor fast allem, z.B. vor Besen. Auch herrenlose Streunerkatzen werden von Henriette gütig aufgenommen. So kommt auch ein sehr, sehr ängstlicher Kater ins Haus geschlichen. Da er sich immer versteckt und der kleinste von allen ist, nennt Henriette ihn Krümel.

Henriettes Heim Wohnstube mit Klavierbegleitung

Illustration von Birgitta Sif © Gerstenberg Verlag 2016

Henriette gibt den Katzen Unterricht und trainiert mit ihnen katzenspezifische körperliche Fähigkeiten: Sie üben, wie man den Schwanz aufrecht hält, einen Buckel macht, tüchtig springt und auf Bäume hinauf- und wieder herunterklettert. Es gibt außerdem Nachhilfeunterricht im Freundschaft-Schließen und den Rat, immer an etwas Schönes zu denken, um Ängste zu überwinden oder wenigstens aushalten zu können.

Henriettes Heim Krümel unterm Bett

Illustration von Birgitta Sif © Gerstenberg Verlag 2016

Manche Katzen sehen dem Unterricht nur zu, aber das ist bei Henriette erlaubt. Auch Krümel schaut aus seinen versteckten, dunklen Eckchen aufmerksam zu. Gerne liegt er unter Henriettes Bett, und eines Abends gesteht sie ihm, daß sie ihn dafür bewundert, keine Angst vor dunklen Ecken zu haben. Sie selbst habe Angst vor Dunkelheit, vor Pilzen und vor Eulen.

Eines Nachmittags macht sich Henriette mit zwei Eimern auf den Weg, um neue Milch zu holen. Doch auf dem Rückweg stolpert sie, verstaucht sich ihren Knöchel und fällt in einen Graben. Es wird dunkel … Henriette versucht, an etwas Schönes zu denken und die Eulenrufe zu überhören.

Zu Hause sitzen die Katzen ratlos vor leeren Milchnäpfchen und fragen sich ängstlich, was sie nun tun sollen. Da faßt ausgerechnet der kleine Krümel großen Mut, stellt sich ins Mondlicht, hält den Schwanz aufrecht, macht einen Buckel und fordert die anderen Katzen auf, ihm zu folgen und Henriette zu suchen.

Henriettes Heim Nachtweg

Illustration von Birgitta Sif © Gerstenberg Verlag 2016

Als Bewaffnung nehmen sie den alten Besen mit und ihren plötzlich erwachenden Rettermut. Unterwegs schüchtern sie giftige Pilze ein, überschnurren die Eulenrufe, springen tapfer durch die Dunkelheit, finden Henriette, helfen ihr aus dem Graben heraus und geleiten sie nach Hause.

So haben nun alle eine großartige Gelegenheit gehabt, sich ihrer Angst zu stellen und ihren Mut zu erproben. Und als alle wieder behaglich im Wohnzimmer versammelt sind, hält Henriette eine kurze Dankesrede für ihre löwenmutigen Retter und bemerkt sehr treffend: „ … euren Mut werde ich nie vergessen.“

Und ich glaube, die Katzen werden auch nicht mehr vergessen, wie es sich anfühlt, mutig zu sein und etwas zu wagen. Und über Solidarität haben sie beiläufig auch noch einiges gelernt.

Die Illustrationen von Birgitta Sif geben den Katzencharakteren auf eine sanft-schräge Weise mimische und gestische Lebhaftigkeit. Ihre Darstellung der Katzenkörpersprache ist überaus gelungen und schwungvoll. Als roter Faden dient die Figur von Krümel, den man auf fast jeder Seite suchen und neu entdecken kann.

„Henriettes Heim für schüchterne und ängstliche Katzen“ illustriert in Wort und Bild, daß man den konstruktiven Umgang mit Ängsten und Schwächen lernen und üben kann. Außerdem zeigt es überaus glaubwürdig und identifikations-stiftend, wie unverhoffter Mut daraus erwachsen kann, daß man jemand anderem helfen will. Man wird gewissermaßen aus Zuneigung für jemanden mutiger, als man nur für sich alleine mutig gewesen wäre.

Diese ermutigende Lektion wird von der Autorin Alicia Potter mit katzenanschmiegsamer Kindgerechtigkeit wunderbar herzensklug und herzenswarm erzählt.

Henriettes Heim Sofakatzenkuschelknäuel

Illustration von Birgitta Sif © Gerstenberg Verlag 2016

( Anklicken vergrößert die Bilderansicht )

Meinen Solinger Leseabonnenten kann ich zudem erfreut kundtun, daß dieses katzenvolle Bilderbuch in der Buchhandlung „Die Schatzinsel“ STAPELWEISE vorrätig ist und  ganz und gar nicht ängstlich oder schüchtern auf begeisterte Abnehmer wartet:

 Die Schatzinsel
Buch & Meer
Forststr. 1
42697 Solingen
Tel: 0212 – 38 32 95 10
Fax: 0212 – 38 32 95 11
http://www.schatzinsel-solingen.de

 

Die Autorin:

»Alicia Potter lebt als freischaffende Kinderbuchautorin und Rezensentin in Boston. Sie hat bereits mehrere Bilderbücher veröffentlicht – und als Tierschützerin schon so mancher Katze aus der Patsche geholfen.«

Die Illustratorin:

»Birgitta Sif wurde in Reykjavik geboren und verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Skandinavien und Amerika. Heute lebt sie mit ihrer Familie in England und wurde für ihre Bilderbücher bereits mehrfach ausgezeichnet.«

 

 

PS:
Die Künstlerin Petra Pawlowsky hat auf ihrer Webseite „da sein im Netz“ https://pawlo.wordpress.com/ das Projekt KINDER IM AUFWIND initiiert. In ihren eigenen Worten:

»Fragt Ihr Euch auch manchmal, wie unsere Kinder all das verkraften, was an Nachrichten auf sie einstürzt?  Wie sie mit dem anspruchsvollem Leistungsdruck, der Hetze im Alltag, den Medien, den stumpfen Blicken vieler Erwachsener um sie herum zurechtkommen? Wie wir ihnen eine Basis geben können, gelassen, selbstsicher und hoffnungsvoll zu leben und in die Zukunft zu schauen? Eben im Aufwind zu bleiben…«

https://pawlo.wordpress.com/2016/08/18/kinder-im-aufwindchildren-upwind/

Sie lädt weitere Blogger dazu ein, thematisch passende Texte, Bilder, Fotos, Musik, Gemälde, digitale Kunst, Gedichte, Lieder, Zitate usw. per Linkhinweis ergänzend hinzuzufügen.

Da ich der kindheitsselbsterfahrenen Überzeugung bin, daß gute Kinderbücher Kinderherzen stärken und ermutigen können, habe ich mich für das obig besprochene Bilderbuch entschieden, das sich ausdrücklich dem konstruktiven Umgang mit Angst und Schüchternheit widmet.

 

Der literarische Katzenkalender 2016

  • Herausgegeben von Julia Bachstein
  • Wochenkalender
  • 56 Blatt, zweifarbig
  • Spiralbindung
  • Format: 24 x 32 cm
  • Verlag Schöffling & Co.    http://www.schoeffling.de
  • 21,95 € (D/A)
  • ISBN 978-3-89561-750-8
    Der literarische Katzenkalender

KATZEN  WÜRDEN  SCHÖFFLING  SCHNURREN

Kalenderbesprechung von Ulrike Sokul ©

Wie die Zeit vergeht – nun gibt es den formidablen literarischen Katzenkalender aus dem Schöffling Verlag schon seit 20 Jahren! Dieses unübertreffliche Original wird zwar gerne von Wettbewerbern nachgeahmt, aber diese mickerigen Fälschungen können uns den Katzenbuckel runterrutschen.

Der literarische Katzenkalender präsentiert Woche für Woche einen fotografisch eingefangenen Katzenaugenblick und kombiniert diesen mit einem fügsamen literarischen Zitat. Es sind feine Schwarz-weiß-Fotografien, die Texte sind variabel schwarz auf weiß oder weiß auf schwarz gedruckt, und diese durchgängigen Schwarz-weiß-Kontraste werden mit dezenten Rotakzenten (für die sonntägliche Kalenderzahl und einzelne Worte, sowie die rote Spiralbindung) abgerundet. So sieht ein Markenkalender aus!

Es ist ein unerklärliches Wunder (bzw. wahrscheinlich eine unendliche Recherchefleißarbeit), daß jedes Jahr wieder so viele gelungene Fotos von katzenzwischenmenschlicher Kommunikation entstehen und ihren Weg in die herausgeberischen Hände von Julia Bachstein finden. In Kombination mit trefflichen Zitaten werden wir wöchentlich zu einer amüsiert-staunenden, frech-philosophischen, vorbildlich-entspannten, majestätisch-schweigsamen,konzentriert-lebendigen, zärtlich-anschmiegsamen, geistreich-gelassenen und anmutig-raubtierhaften Katzenkontemplation eingeladen.

Das lasse ich mir mit dem größten, ja, mit dem katzenköniglichsten Vergnügen gefallen.

Hier können Sie genüßlich im Kalender blättern:
http://www.schoeffling.de/book2look/681

Wer mehr als Wandschmuck sucht, findet beim Verlag Schöffling & Co. noch weitere Katzenwürdigungswerke, z.B. einen Katzentaschenkalender, Literarische Katzenkarten, ein Katzenlexikon und verschiedene literarisch-fotografische und zeichnerische Katzenbücher.
Wenn Sie hinter diesen Link linsen, finden Sie mehr:
http://www.schoeffling.de/buecher/katzen

 

Der goldene Schlüssel Nr. 2

Der goldene Schlüssel Nr. 2

  • Illustriert von Käthi Bhend
  • Nord Süd Verlag, September 2014         www.nord-sued.com
  • gebunden, Fadenheftung
  • 32 Seiten
  • Format: 27 x 18,60 cm
  • 15,99 € (D), 22,90 sFr.
  • ISBN 973-3-314-10252-3
  • ab 5 Jahren aufwärts
    cov_978-3-314-10252-3.indd

V E R S T E C K S P I E L E R I S C H

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Der goldene Schlüssel Nr. 2“ ist ein rätselhaftes Bilderbuch, das sich nur dem geduldigen und verweilenden Betrachter erschließt. Dann jedoch entfaltet es seinen eigenwilligen, wildromantischen Reiz und versteckspielerischen Tiefsinn.

Das letzte Märchen in der Sammlung der Gebrüder Grimm hat ein offenes Ende. Dieses Märchen heißt „Der goldene Schlüssel“, und es handelt von einem armen Jungen, der einen goldenen Schlüssel findet und dazu auch ein eisernes Kästchen, in das der Schlüssel paßt. Das Märchen endet damit, daß der Junge den Schlüssel einmal herumdreht und wir mit der Bemerkung zurückgelassen werden, daß wir warten müßten, bis er den Deckel geöffnet habe, um zu erfahren, „was für wunderbare Sachen in dem Kästchen lagen“.

Nun bleibt es der eigenen Imagination überlassen, was sich in solch einem Zauberkästchen wohl oder übel befinden mag. Die Illustratorin Käthi Bhend zeigt uns in ihrem Bilderbuch, was sie darin gefunden hat. Öffnen wir also – anstelle des Kästchens – das Buch:

Auf den ersten Seiten betreten wir eine herbstblättrige, neblige Landschaft.

Zur Herbstzeit, als alles im Nebel versunken lag, wollte die kleine alte Frau mit ihrer großen grauen Katze die Sonne suchen. Sie schloss das Haus ab und versteckte den Schlüssel unter dem Blumentopf. Auf dem Weg wollte sie Frau Flora besuchen im Schloss.“

Diesen drei einleitenden Sätzen folgen doppelseitige Panoramabilder, die ganz ohne Worte auskommen und vielschichtige Deutungsspielräume eröffnen.

Wir sehen, wie die alte Frau im Schloß freundlich von Frau Flora empfangen wird und einen goldenen Schlüssel überreicht bekommt. Ein Tor öffnet sich, und die alte Frau tritt hinaus. Frau Flora, die eine Fee zu sein scheint, schwingt lächelnd ihren Zauberstab, und die alte Frau verwandelt sich in ein junges Mädchen.

Auf den folgenden Seiten durchschreitet sie, begleitet von ihrer großen grauen Katze, eine geheimnisvolle Landschaft, trifft auf einige wegweisende Tiere und findet in einer stürmischen Nacht ein leuchtend buntes, zeltförmiges Kästchen. Sie schließt das Kästchen mit dem goldenen Schlüssel auf, und zauberhaft erweitert es sich zu einem großen, hellerleuchtete Zelt, in dem sie und ihre Weggefährten festlich miteinander speisen. Frau Flora ist auch dabei und schwingt diesmal einen Kochlöffel.

Das Mädchen tritt aus dem gastlichen Zelt hinaus in eine verschneite Landschaft, sie trägt ein Kästchen mit sich, das wie ein Globus auf drei Sputnikbeinchen aussieht. Zum Abschied dreht sie sich winkend nach Frau Flora um, und diese schwingt wieder ihren Zauberstab. So wird das Mädchen wieder zur kleinen alten Frau, die schließlich wieder im Schloß bei Frau Flora ankommt, den goldenen Schlüssel zurückgibt und gemütlich bei Kaffee (oder Tee?) und Kuchen von ihrer Reise erzählt.

Anschließend macht sich die kleine alte Frau mit Katze und Kästchen wieder auf den Weg durch den Schnee nach Hause. Vielleicht geht sie aber auch in den Himmel, und läßt das Kästchen im Schnee liegen, damit es von dem Jungen aus dem Märchen der Gebrüder Grimm wiedergefunden werde – das bleibt ein offenes Geheimnis.

Die Illustrationen von Käthi Bhend sind von großer naturmagischer Anziehungskraft. Ich bin vollkommen hingerissen von den geheimnisvollen Pflanzendickichten, verborgenen Gesichtern, durchscheinenden, ineinander verwobenen imaginativen Bildern und winzigen Details, die erst beim wiederholten Betrachten in Erscheinung treten.

Zu diesem sichtbar-unsichtbaren zeichnerischen Versteckspiel paßt gut, daß über die Buchseiten, die Buchstaben eines von Dorothea Viehmann* überlieferten Liedanfangs verstreut sind, die, wenn man sie gefunden und eingesammelt hat, das Märchen um einen stimmigen Ausklangsvers ergänzen.

Nein – ich nehme Ihnen die Sucharbeit und die Findefreude jetzt nicht ab: Wer es wissen will, darf mit eigenen Augen schauen und lesen sowie offenen Herzens eigenen Deutungsregungen nachspüren.

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Illustration von Käthi Bhend ©

SF1 SCHLUESSE

Illustration von Käthi Bhend ©

(Anklicken vergrößert die Bilderansicht)

Die Illustratorin:

»Käthi Bhend, geboren 1942 in Olten. Sie wurde u.a. mit dem Premio Grafico der Internationalen Kinderbuchmesse Bologna ausgezeichnet und erhielt im selben Jahr den Schweizer Jugendbuchpreis. Mit »Einer, der nichts merkte« ist der Künstlerin eine hochgelobte Walser-Interpretation gelungen.
Käthi Bhends Leidenschaft gilt der Literatur, Kunst und Musik und nicht zuletzt der Gartenarbeit. Heute lebt sie in Heiden

PS:
* »Dorothea Viehmann (geborene Katharina Dorothea Pierson, * 8. November 1755 in Rengershausen, heute ein Stadtteil von Baunatal;17. November 1815) war eine der wichtigsten Quellen für die Märchensammlungen der Brüder Grimm. Dorothea Viehmanns Erzählungen veröffentlichten die Brüder Grimm vor allem im zweiten Band ihrer Kinder- und Hausmärchen.« ( aus Wikipedia : http://de.wikipedia.org/wiki/Dorothea_Viehmann )

 

 

Glitzerkatze und Stinkmaus

  • von Andreas Steinhöfel
  • Hörbuch
  • ungekürzte Autorenlesung
  • 1 CD, 56 Min.
  • 7,99 €
  • Silberfisch   http://www.silberfisch-hoerbuch.de
  • im Hörbuch Hamburg Verlag, August 2014
  • ISBN 978-3-86742-171-3
  • ab 8 Jahren
    9783867421713.jpg Glitzerkatze und Stinkmaus

DUFTE  FREUNDINNEN

Hörbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Freundschaft zwischen Außenseitern ist ein dankbares Thema für Kinderbücher, so auch in dieser Geschichte.

Pellegrine gehört zur Gattung der Glitzerkatzen, d.h. eigentlich sollte sie glitzern wie ein weihnachtsbaumlich geschmücktes Silvesterfeuerwerk, doch Pellegrine schlägt aus der Art und glitzert leider kein bißchen. Deshalb wird sie von ihrem mistkerligen Herrchen, Herrn Fischer, im zarten Alter von drei Monaten bei strömendem Regen gnadenlos vor die Tür gesetzt.

Einsam und frierend macht sich Pellegrine auf den Weg durch die nächtlichen Straßen der Stadt und trifft an einer Bushaltestelle auf eine Maus, die sich mit dem Namen Odoretta vorstellt. Die Maus gehört zur Gattung der Stinkmäuse, die normalerweise nur namentlich stinken, aber nicht wirklich. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: Odoretta stinkt, sie stinkt täglich anders, mal nach totem Fisch, mal nach Kloreiniger, mal nach Käsefüßen – nur wenn sie sich ganz dolle freut, dann duftet sie nach Vanillepudding. Stinkende Stinkmäuse werden von ihrer eigenen Familie ausgestoßen, und das ist noch viel schmerzlicher, als von einem Mistkerl auf die Straße gesetzt zu werden.

Freundlich bietet Odoretta an, mit Pellegrine ihr geheimes, trockenes Schlafplätzchen in einer alten Scheune zu teilen. Pellegrine ist zunächst etwas mißtrauisch, doch schließlich kuscheln sich die beiden gemütlich ins warme Heu und versichern sich gegenseitig ihrer Freundschaft und wechselseitigen Toleranz gegenüber Glitzermangel und Miefnote.

Die beiden Aussetzlinge vertragen sich gut, sie pflegen ihre Freundschaft mit kleinen, aufmerksamen Geschenken und Trostspenden, sie unternehmen einige Ausflüge, bestehen einige Gefahren, und sie retten sogar eine Spatzmeise vor dem Hungertod. Aus der Genesungsgeschichte, die sich Pellegrine für Odoretta ausdenkt, lernen wir ganz nebenbei auch, warum Elefanten so lange Nasen haben.

Indes hat Pellegrine immer wieder Minderwertigkeitsgefühle, weil sie nicht glitzern kann. Als sie eines Nachts sogar angesichts des funkelnden Sternenhimmels traurig wird und tränenreich in Selbstmitleid versinkt, beschließt Odoretta, daß ein energischer Therapieschritt notwendig ist. Kurzentschlossen überredet sie Pellegrine, zu Herrn Fischer zu gehen und ihn zur Rede zu stellen. Dieser herzlose Mensch wiederholt jedoch sein abwertendes Urteil über Pellegrine und bezieht auch noch Odoretta mit ein.

Nun wird Pellegrine sehr wütend und widerspricht dem häßlichen Urteil des Herrn Fischer; Odoretta produziert in gerechter Empörung eine kleine, grüne, allerstinkigste Stinkwolke, die dem Mistkerl eine passende Duftmarke verpaßt.

Nach dieser Aktion hat sich Pellegrine von Glitzerbedürfnissen emanzipiert, sie schaut mit neuen Augen in die schöne, schimmernde Welt und sagt dankbar und zufrieden zu ihrer weltbesten Freundin Odoretta:

Wie schön das alles glitzert“, flüsterte sie , „und wie schön ich nicht glitzere.“ 

Andreas Steinhöfel erzählt die Geschichte von Glitzerkatze und Stinkmaus mit viel sprachspielerischem Wortwitz – besonders in Hinsicht auf diverse muffige und dufte Gefühlszustände – und in souverän-spielerischer Dramaturgie mit leichtfüßiger Situationskomik.

Der Autor hat eine angenehm lauschige Stimme, mit der er seinen eigenen Text ganz hervorragend inszeniert. Er findet für jede Figur und alle Gefühlsfacetten einen authentischen Tonfall, bei dem der basso continuo von großer Warmherzigkeit und Empathie ist.

 

Hier entlang zum Hörbuch und zur HÖRPROBE auf der Verlagswebseite:
http://www.hoerbuch-hamburg.de/hoerbuecher/steinhoefel-glitzerkatze-und-stinkmaus-2667/

Querverweis:

Die Buchausgabe von „Glitzerkatze und Stinkmaus“ mit Illustrationen von Ole Könnecke ist zeitgleich im Carlsen Verlag erschienen.
Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite: https://www.carlsen.de/taschenbuch/glitzerkatze-und-stinkmaus/49144

  • Taschenbuch
  • 96 Seiten
  • 4,99 €
  • ISBN 978-3-551-31352-2
  • ab 8 Jahren

 

 

Der Autor:

»Andreas Steinhöfel gehört seit Bestsellern wie  Paul Vier und die Schröders  und  Die Mitte der Welt  zu den bekanntesten deutschsprachigen Autoren. Einige seiner Werke wurden zudem verfilmt, zuletzt lief  Rico, Oskar und die Tieferschatten  in den Kinos.
Insbesondere für seine Kinderbücher, die er oftmals selbst fürs Hörbuch liest, wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit der Corine, dem Deutschen Jugendliteraturpreis sowie dem Erich Kästner Preis für Literatur. Daneben arbeitet er als Übersetzer, Rezensent und Drehbuchautor.«

Wie der Kater und die Maus trotzdem Freunde wurden

  • von Luis Sepúlveda
  • Aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen
  • Mit farbigen Bildern von Sabine Wilharm
  • gebunden, Fadenheftung
  • 96 Seiten
  • Februar 2014, Fischer KJB Verlag                 http://www.fischerverlage.de
  • 12,99 € (D), 13,40 € (A), sFr.19,50
  • ISBN 978-3-596-85628-2
  • ab 8 Jahren zum Selbsterlesen
  • und ansonsten für jedes Alter
    u1_978-3-596-85628-2.jpg Wie der Kater und die Maus

MAX,   MIX   UND  MEX

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Man könnte sagen, dass Mix der Kater von Max ist; aber auch, dass Max der Mensch von Mix ist. Da das Leben uns jedoch lehrt, dass es nicht recht ist, als Mensch Besitzer eines anderen Menschen oder eines Tieres zu sein, sagen wir also, dass Max und Mix, oder Mix und Max einander mögen.“ (Seite 7)

„Wie der Kater und die Maus trotzdem Freunde wurden“ begeistert schon mit diesen einleitenden Sätzen, und ich kann Ihnen versprechen, daß die Begeisterung bis zum Schluß hält.

Max bekommt als kleiner Junge einen kleinen Kater, den er Mix nennt. Die beiden werden dicke Freunde und wachsen gemeinsam auf. Wechselseitige Fürsorge und Anteilnahme sind die Basis ihres Miteinanders. Naturgemäß ist Kater Mix schon ein alter Kater, als er zusammen mit dem inzwischen zum jungen Studenten herangewachsenen Max in eine Studentenwohnung umzieht.

Während Max eifrig studiert und wissensdurstig Bücher wälzt, erkundet Mix über eine Leiter, die zur Dachluke führt, die Dächer der Umgebung und genießt bei der Rückkehr von seinen Ausflügen die vertraute wohngemeinschaftliche Zweisamkeit mit „seinem“ Menschen.

Die Kommunikation zwischen Max und Mix ist eine rührende Kombination aus körpersprachlichen Gesten und sensibler gegenseitiger Einfühlung.

Doch Mix wird müder und träger, und eines Tages läuft er vor eine herumstehende Bücherkiste. Besorgt bringt Max den Kater zum Tierarzt, und dieser diagnostiziert, daß der Kater erblindet sei.

Max hält daraufhin strikt die für den Kater gewohnte Anordnung der Möbel bei, denn mit seinem Gedächtnis und seinem intakten Geruchssinn kann sich Mix immer noch gut in der Wohnung bewegen und orientieren. Außerdem verfeinert sich sein Gehörsinn, und er lauscht mit Vergnügen den Geigenübungen einer benachbarten Musikstudentin und den Stimmen und Gesprächen anderer Hausbewohner.

So erfährt Mix auch, daß den Nachbarskindern die mexikanischen Mäuse entlaufen sind, doch das beschäftigt ihn nicht sonderlich. Gemütlich liegt er unter der Heizung und betrachtet seine Erinnerungen. Doch in die Erinnerungsbilder trippeln ganz leise Pfötchenschritte, und als die Schritte nahe genug herangekommen sind, greift Mix mit flinker Tatze zu und fängt eine Maus.

Diese Maus ist vorwitzig und behauptet, sie sei eine eklige Nacktschnecke und überhaupt nicht bekömmlich. Amüsiert und nachsichtig entgegnet der Kater, er habe noch nie eine Schnecke „mit Ohren, Schnurrbart und Schwanz“ erlebt. Kleinlaut gesteht die Maus daraufhin, daß sie eine der Gefangenschaft entlaufene mexikanische Maus sei und sich bloß ein paar Müslikrümel einverleiben wolle.

Der gutmütige Kater läßt die Maus frei, gibt ihr den Namen Mex, und die beiden freunden sich an. Mix schickt Mex auf die Fensterbank und läßt sich ausführlich beschreiben, was auf der Straße passiert, und dafür schubst Mix sogar eine Schachtel köstliche Haferflocken aus dem Speisekammerregal auf den Boden.

Max entdeckt die Haferflockenbescherung, und Mix zeigt Max das Schlafnest von Mex (im Bücherregal hinter einem dicken Roman von Jules Verne). Einfühlsam schlußfolgert Max, daß er nun ein zweites Haustier zu versorgen habe, und stellt neben das Schälchen mit Katzenfutter für Mix ein kleineres Futterschälchen mit Haferflocken für Mex hin.

Einmal schlagen Mix und Mex sogar sehr raffiniert und supermäuschenmutig einen Einbrecher in die Flucht. Schließlich wagt sich Mix – navigiert von Mex – wieder über die Leiter aufs Dach. Jeden Tag erfahren die ungleichen Freunde die Ermutigung und freudige Lebendigkeit wahrer Freundschaft.

In der Zeit, die Kater und Maus zusammen verbrachten – egal, wie kurz oder lang sie war, denn das Leben bemisst sich nach der Intensität, mit der es gelebt wird – sah Mix mit den Augen seines kleinen Freundes, und Mex wurde stark durch die Kraft, die von seinem großen Freund ausging.
Und beide waren glücklich, da sie wussten, dass wahre Freunde das Beste teilen, was sie besitzen
.“
(Seite 93)

Der weise-witzige, ja geradezu zärtlich-charmante Erzählton von Luis Sepúlveda wird von der Illustratorin Sabine Wilharm in stimmige heiter-augenzwinkernde, lebhafte Bilder übersetzt.

Wie der Kater und die Maus trotzdem Freunde wurden“ ist eine warmherzige Geschichte für große und kleine Leser sowie Vorleser, Betrachter und Zuhörer. Es ist ein altersloses Loblied auf den Wert wahrer Freundschaft und Verbundenheit – und dank der harmonisch begleitenden Illustrationen eine Bereicherung für Herz und  Auge.

 

Der Autor:

»Luis Sepúvelda, geboren 1949 in Nordchile, ging nach politischem Engagement in der Studenten- und Gewerkschaftsbewegung ins Exil nach Ecuador, gründete Theatergruppen in Peru, Ecuador und Kolumbien, arbeitete als Journalist. Er lebt heute in Spanien. Luis Sepúlveda schreibt Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Hörspiele und Essays. Sein Werk wurde mit mehreren literarischen Preisen ausgezeichnet.«

Die Illustratorin:

»Sabine Wilharm, geboren 1954, studierte Illustration an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg und arbeitet als freie Illustratorin vorwiegend für Kinderbuchverlage.
Für Fischer hat sie u.a. auch Luis Sepúlvedas Kinderroman „Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte“ illustriert.«

Der Übersetzer:

»Willi Zurbrüggen, geboren 1949 in Borghorst, Westfalen, absolvierte eine Sparkassenlehre und arbeitete bei einer Investmentbank in Frankfurt am Main. Er bereiste den Maghreb und den Vorderen Orient, bevor er zwei Jahre in Mexiko und Mittelamerika lebte .Seit 1980 ist er freier Literaturüber-setzer aus dem Spanischen. Für seine Übersetzungen wurde er mehrfach ausgezeichnet.«

Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte

  • von Luis Sepúlveda
  • Aus dem Spanischen von Willi Zurbrügge
  • Mit Bildern von Sabine Wilharm
  • deutsche Erstausgabe: Fischer Taschenbuchverlag 1997
  • Neuausgabe: Fischer Verlag, November 2009      http://www.fischerverlage.de
  • 144 Seiten
  • 8,95 € (D), 9,20 € (A), sFr. 13,50
  • ISBN 978-3-596-80919-6
  • zum Selbsterlesen ab 8 Jahren
  • ansonsten jedoch eine vollkommen alterslose Geschichte
    978-3-596-80919-6.325854.jpg Wie Kater Zorbas

KATZENPERSPEKTIVE  UND  VOGELPERSPEKTIVE

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Der dicke, schwarze Kater Zorbas lebt in Hamburg, im Hafenviertel, und er ist mit einigen interessanten Katerpersönlichkeiten gut verkumpelt und befreundet. Er lebt bei dem freundlichen Jungen, der ihm einst das Leben gerettet hat, in einer Wohnung mit Balkon und schöner Aussicht auf den Hamburger Hafen.

Es sind Sommerferien, und der Junge ist mit seiner Familie verreist; einmal am Tag kommt ein Freund der Familie in die Wohnung, wechselt die Streu im Katzenklo aus, stellt Katzenfutter bereit, und nach einer kurzen Streicheleinheit ist Kater Zorbas wieder allein. Das ist ihm ganz recht, denn Kater gehen gerne eigenwillige Wege, und Menschen sind da manchmal hinderlich.

Zorbas nimmt gerade ein behagliches Sonnenbad auf seinem Balkon, als eine Möwe mit ölverklebtem Gefieder genau auf dem Balkon notlandet. Hilfsbereit will sich Zorbas gleich auf den Weg machen, um Rat und Hilfe von seinen Katerfreunden zu holen. Doch die Möwe weiß, daß ihr nicht mehr viel Lebenszeit bleibt, und hat einen ganz anderen Wunsch – sie will noch ein Ei legen und nimmt dem Kater drei Versprechen ab:

1.das Ei nicht aufzuessen,
2. das Ei auszubrüten,
3. dem geschlüpften Möwenküken das Fliegen beizubringen.

Kater Zorbas, der von edler Gesinnung ist, gibt der Möwe aus Mitgefühl und bei seiner Katerehre alle drei Versprechen und sucht sodann seine Katerkumpel auf: Colonello und Secretario sind „Untermieter“ eines italienischen Restaurants, Schlaumeier wohnt in einem riesigen Trödelbazar, und er ist sehr belesen, und dann ist da noch Hein Reling, ein Schiffskater, der in einem herrlichen maritimen Jargon miaut.

In Zorbas Abwesenheit legt die Möwe ihr Ei und stirbt. Die Kater begraben und betrauern die Möwe angemessen – eine Silbermöwe übrigens, wie der Schlaumeier kundzutun weiß. Dann beginnt für Zorbas eine anstrengende Zeit des Eibebrütens; doch Katerehrenwort ist Katerehrenwort und wird gehalten.

Nachdem das niedliche Küken geschlüpft ist und Zorbas mit Mama anspricht, wird es von der Katergemeinschaft feierlich auf den Namen „Afortunada“ getauft und in den weitläufigen Räumlichkeiten des Bazars versteckt, fürsorglich gefüttert und großgezogen. Bloß mit dem Flugunterricht hapert es. Schlaumeiers Vorlesungen zur Aerodynamik führen leider nicht zum gewünschten Erfolg.

Nach diversen mißglückten Flugversuchen bittet Zorbas darum, die Hilfe eines Menschen in Anspruch nehmen zu dürfen. Dazu muß er das Tabu – niemals in Menschensprache zu miauen – brechen. Dies ist ein großes Risiko, da die Menschen intelligente Tiere durch alberne Kunststückchen demütigen oder grausame und dumme Experimente mit ihnen machen.

Nach langer Beratung und sorgfältiger Überprüfung einiger in Frage kommender Menschen schlägt Zorbas einen Menschen vor, der Dichter ist undder mit seinen Wörtern fliegen kann.

Zorbas miaut den Dichter in Menschensprache an, und dieser ist nach anfänglicher Irritation sehr kooperativ. Er hat eine ebenso poetische wie praktische Idee, wie man der kleinen Möwe ihr luftiges Element schmackhaft machen könne …

Der besondere Reiz dieser Geschichte liegt in der vogel-und katzenperspektivischen Welt- und Menschensicht. Beispielsweise erinnert sich die ölverseuchte Möwe an kleine Schiffe, die in den Farben des Regenbogens bemalt waren und die große Schiffe daran hinderten, ihre Öltanks ins offene Meer auszuleeren – eine schöne „tierische“ Hommage an Greenpeace.

Luis Sepúlveda beschreibt die unterschiedlichen Katzenpersönlichkeiten wunderbar lebendig; und in Verbindung mit den ausgesprochen charakterstarken Illustrationen von Sabine Wilharm bekommen wir hier eine ganz außergewöhnliche Inszenierung von Text und Bild geboten.

„Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte“ ist eine heiter-tiefsinnige, sehr warmherzige Geschichte, deren eigenwilliger Charme kindliche und erwachsene Leser gleichermaßen anspricht. Es ist eines dieser seltenheitswertigen Bücher, die man immer wieder zur Hand nimmt und die sich kein bißchen abnutzen!

Und dieses Buch mit seinen herrlichen Katzencharakterzeichnungen ist auch ein geeignetes Geschenk für alle Katzenliebhaber- und Liebhaberinnen.

Der Autor:

»Luis Sepúvelda, geboren 1949 in Nordchile, ging nach politischem Engagement in der Studenten- und Gewerkschaftsbewegung ins Exil nach Ecuador, gründete Theatergruppen in Peru, Ecuador und Kolumbien, arbeitete als Journalist. Er lebt heute in Spanien. Luis Sepúlveda schreibt Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Hörspiele und Essays. Sein Werk wurde mit mehreren literarischen Preisen ausgezeichnet.«

Die Illustratorin:

»Sabine Wilharm, geboren 1954, studierte Illustration an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg und arbeitet als freie Illustratorin vorwiegend für Kinderbuchverlage.
Für Fischer hat sie u.a. auch Luis Sepúlvedas KInderbuch „Wie der Kater und die Maus trotzdem Freunde wurden“ illustriert.«

Der Übersetzer:

»Willi Zurbrüggen, geboren 1949 in Borghorst, Westfalen, absolvierte eine Sparkassenlehre und arbeitete bei einer Investmentbank in Frankfurt am Main. Er bereiste den Maghreb und den Vorderen Orient, bevor er zwei Jahre in Mexiko und Mittelamerika lebte .Seit 1980 ist er freier Literaturüber-setzer aus dem Spanischen. Für seine Übersetzungen wurde er mehrfach ausgezeichnet.«

 

 

Käptn Katz

  • Text und Illustration von Inga Moore
  • Aus dem Englischen von Michael Stehle
  • Verlag Urachhaus, März 2014                              http://www.urachhaus.de
  • Bilderbuch
  • 48 Seiten, gebunden
  • Format: 24 x 28,8 cm
  • 15,90 €
  • ISBN 978-3-8251-7885-7
  • ab 5 Jahren
    Käptn Katz

K  A  T  Z  E  N  Z  I  N  S  E  N

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Der Handelskapitän in dieser Geschichte ist nicht sehr geschäftstüchtig. Eigentlich möchte er lieber ferne Länder bereisen und die Welt entdecken, anstatt immer nur Häfen zu sehen und mit Waren zu handeln. Außerdem liebt er Katzen und tauscht oft wertvolle Waren gegen Katzen ein, weshalb ihn seine Matrosen und seine Kapitänskollegen „Käptn Katz“ nennen.

Eines Morgens beschließt er spontan, einfach ins Blaue zu segeln. Sein Schiff gerät in einen Sturm, und er landet mit Schiff, Matrosen und zahlreichen Katzen in fremden Gewässern. Dort finden sie eine unbekannte, aber bewohnte Insel.

Die Königin der Insel ist hocherfreut über die Abwechslung, heißt die ganze Mannschaft und Katzenschaft herzlich auf ihrer Insel willkommen und lädt sie zu einem Festmahl ein.

Leider gibt es auf der Insel eine Rattenplage, und die Ratten verderben mit ihrem dreisten Appetit beinahe das Festgelage. Doch die Katzen von Käptn Katz erledigen dieses Problem auf natürliche Weise.

Zum Dank für die Befreiung von der Rattenplage und im Austausch für die Katzen, die auf der Insel bleiben sollen und wollen, darf sich Käptn Katz aus der wohlgefüllten Schatzkammer der Königin so viele Diamanten, Perlen und Rubine nehmen, wie er will.

Als wohlhabender Kapitän kehrt er in seinen Heimathafen zurück und alle Händler staunen, daß er im Tausch für die Katzen solche Reichtümer erhalten hat. Sogleich machen sich einige Händler auf den Weg, um ihre kostbaren Waren auf der Insel zum Tausch anzubieten. Denn wenn Käptn Katz „wertlose“ Katzen gegen solche Schätze eintauschen konnte, dann würden sie doch sicher noch viel reicher belohnt werden.

Nun – die Rechnung der Berechnenden geht nicht ganz so auf, wie sie gehofft haben…

Nachdem Käptn Katz indessen die Welt zur Genüge erkundet hat, kehrt er gerne wieder zu der unbekannten Insel zurück und lebt dort glücklich und zufrieden und katzenreich.

Die Illustratorin Inga Moore übersetzt ihre Geschichte in behagliche, schelmische und warmherzige Bilder, wobei ihr die vielfältigen Katzen ganz besonders lebhaft gelungen sind.

 

Die Autorin und Illustratorin:

»Inga Moore ist eine bekannte Größe der englischen Kinderbuch-Illustration. Mit ihren einfühlsamen und preisgekrönten Versionen zahlreicher klassischer und moderner Kinderbücher sowie mit eigenen Geschichten verzaubert sie seit Jahrzehnten nicht nur die Herzen ihrer jungen Leserschaft.«