Das geheime Leben der Bäume

  • Was sie fühlen, wie sie kommunizieren –
  • die Entdeckung einer verborgenen Welt
  • von Peter Wohlleben
  • Hörbuch
  • gelesen von Roman Roth und Peter Wohlleben
  • vollständige Lesung
  • Produktion: der Hörverlag 2015/16
  • erschienen im Hörverlag Oktober 2016   www.hoerverlag.de
  • Buchvorlage: Ludwig Verlag
  • 6 CDs in Pappschachtel
  • Laufzeit: ca. 6 Stunden, 54 Minuten
  • 19,99 € (D), 22,50 € (A), 28,50 sFr.
  • ISBN 978-3-8445-2477-2
    Das geheime Leben der Baeume von Peter Wohlleben

B A U M S C H U L E

Hörbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Peter Wohlleben führt uns mit Gefühl, Verstand und Sinnlichkeit durch den Wald und lehrt uns das Staunen. Er doziert nicht, er erzählt!

Aktuelle naturwissenschaftliche Erkenntnisse werden von ihm sehr eingängig- komprimiert wiedergegeben und um seine langjährigen persönlichen Erfahrungen als Förster kurzweilig ergänzt.

Hätten Sie gewußt, daß Buchen gerne kuscheln? Ja, auch wenn sie sehr nahe beieinanderstehen, konkurrieren sie keineswegs miteinander um Nährstoffe, Licht und Wasser, sondern bei Bedarf füttern sie sich wechselseitig – über das komplexe unterirdische Wurzel- und Pilzfädchensystem – mit Glucoselösung. Buchenkinder stehen sehr lange im Schatten ihrer Mutter, weshalb sie nur langsam wachsen können. Doch diese „Erziehung durch Lichtdrosselung“ führt zu wesentlich stabilerem Wachstum und somit auf lange Sicht zu überlebenstüchtigeren Buchen.

Bäume kommunizieren über Duftstoffe und über chemische sowie elektrische Signal-übertragungen miteinander. Werden beispielsweise die Blätter eines Baumes von Raupen angefressen, so teilt der befallene Baum dies seiner Nachbarschaft über Duftsignale mit. Sowohl der befallene Baum wie auch die benachbarten verändern daraufhin die chemische Zusammensetzung des Pflanzensafts in ihren Blättern – was von Bitterstoffen bis hin zu  insektenspezifischen Giftstoffen reicht. Darüber hinaus verfügen Bäume auch über besondere Rettungslockdüfte, um natürliche Freßfeinde der angreifenden Insekten herbeizurufen.

Auch unterirdisch wird lebhaft kommuniziert. Ein Teelöffel Waldboden enthält mehrere Kiometer Pilzhypen. Der Vergleich dieser Pilzfäden mit der Glasfaservernetzung des Internets liegt nahe. Tatsächlich spricht man inzwischen schon vom „woodwideweb“.

Peter Wohlleben beschreibt die Bäume mithin nicht als isolierte Einzelwesen, sondern als Teil einer Lebensgemeinschaft. Dazu gehören auch Waldtiere, konkurrierende sowie kooperative Verhältnisse zwischen Bäumen und anderen Pflanzen sowie der erst zu einem kleinen Teil erforschte Mikrokosmos des Waldbodens. Die Mikroorganismen, die an der „Schnittstelle von Werden und Vergehen“ ihre wertvolle, unsichtbare Arbeit verrichten, werden ebenso gewürdigt wie Klimarelevanz, Luftfilterwirkung, Wasser- und CO₂-Speicherkapazität der Bäume.

Schädliche menschliche Eingriffe in den Gleichgewichtsorganismus Wald werden fundiert kritisiert und sinnvollen Maßnahmen zur ökologischen Bewirtschaftung, zum Schutz, Erhalt und zur Reanimierung heimischer Urwälder gegenübergestellt.

Egal welchem Detail sich der Autor widmet, stets ist seine Darstellung faszinierend, anschaulich und geradezu spannend, und stets fügen sich die Einzelheiten zu einer ganzheitlich Einheit.

Peter Wohllebens Buch „Das geheime Leben der Bäume“ ist ein wahrer Lichtblick in der Vermittlung von Wissen über Wald und Bäume. Seine einfühlsame, naturliebhaberische Haltung ist in jeder Zeile zu spüren und dürfte vielen Lesern/Hörern eine lebensdienliche Baumperspektive eröffnen.

Die Hörbuchversion enthält eine Bonus-CD, auf der Peter Wohlleben von seinem beruflichen Werdegang erzählt. Dies ist eine interessante Zugabe – im O-Ton -, die sehr authentisch davon berichtet, wie ein Mensch seiner Berufung folgt und nicht damit aufhört, von den Bäumen zu lernen.

Hier geht es zum Hörbuch und zur Hörprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.randomhouse.de/Hoerbuch/Das-geheime-Leben-der-Baeume/Peter-Wohlleben/der-Hoerverlag/e514159.rhd

Das geheime Leben der Baeume von Peter WohllebenDie Buchausgabe ist im Mai 2015 beim Ludwig Verlag erschienen: Das geheime Leben der Bäume
Was sie fühlen, wie sie kommunizieren –
die Entdeckung einer verborgenen Welt
von Peter Wohlleben
gebunden, mit Schutzumschlag, 224 Seiten
19,99 € (D), 20,60 € (A), 26,90 sFr.
ISBN 978-3-453-28067-0
Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe:
https://www.randomhouse.de/Buch/Das-geheime-Leben-der-Baeume/Peter-Wohlleben/Ludwig/e478046.rhd
Seit Oktober 2016 gibt es das Buch zusätzlich als Bildband: https://www.randomhouse.de/Buch/Das-geheime-Leben-der-Baeume/Peter-Wohlleben/Ludwig/e502460.rhd

 

Der Autor:

»Peter Wohlleben, Jahrgang 1964, wollte schon als kleines Kind Naturschützer werden. Er studierte Forstwirtschaft und war über zwanzig Jahre lang Beamter der Landesforstverwaltung. Um seine ökologischen Vorstellungen umzusetzen, kündigte er und leitet heute einen umweltfreundlichen Forstbetrieb in der Eifel, den er zu einem urwaldähnlichen Laubwald zurückgeführt hat. Er ist Gast in zahlreichen TV-Sendungen, hält Vorträge und Seminare und ist Autor von Büchern zu Themen rund um den Wald und den Naturschutz. Im Ludwig Verlag erschien 2016 sein Bestseller „Das Seelenleben der Tiere“.«

Der Vorleser:

»Roman Roth, geboren 1980 in Frankfurt am Main, hat über Umwege zu seiner jetzigen Tätigkeit als Schauspieler und Sprecher gefunden. Nach dem Abitur absolvierte er zunächst eine Lehre als Bankkaufmann. Nach ersten Erfahrungen als Schauspieler entschied er sich 2006 für eine Ausbildung an der Westfälischen Schauspielschule Bochum. Er übernimmt regelmäßig Rollen in Theater, Film und Fernsehen, spielte u.a.    in dem Spielfilm Der letzte Zug. Seit 2012 lebt er als freischaffender Schauspieler in Berlin.«

Querverweis:

Hier entlang zu Peter Wohllebens Buch „Das Seelenleben der Tiere“:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/01/30/das-seelenleben-der-tiere/
und zu Christopher D. Stones Klassiker des Umweltrechts „Haben Bäume Rechte?“:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/06/18/haben-baume-rechte/

 

PS:
Schon mein Leben lang habe ich ein inniges Verhältnis zu Bäumen. Was dabei herauskommen kann, wenn man Bäumen zuhört, mag ein Poem illustrieren, das ich meiner alten Lieblingsbuche abgelauscht habe:

 

BAUMSCHULE

 

Ich sehe was
was Du nicht siehst
sagt mir der Baum
mit einer Hand in der Erde
mit der Anderen im Himmel
aus meinem Holz
sind Türen gemacht
die sich nur nach innen öffnen
komm näher Menschlein
hier lernst Du was fürs Leben
verlier ruhig ein bißchen
den Verstand
und laß Dich ein
sieh nur
hör nur
spüre
und vergiß es nie
auch in Deinem Körper
schlägt das Herz der Erde

 

Ulrike Sokul©
10/ 1995

 

 

 

 

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72 Kommentare zu “Das geheime Leben der Bäume

  1. Liebe Ulrike, auch von mir nachträglich alles Liebe und Gute zum Geburtstag ! Auf ein wunderschönes neues Lebensjahr für dich mit magischen [Buch- und Baum-] Momenten und vieler anderer schöner Dinge mehr 🙂 Das ‚bodenständige‘ Buch von Peter Wohlleben zusammen mit deiner Liebe für die Bäume läßt den Funken überspringen, dieses Buch – und so manchen Baum – lesen zu wollen !! Dein Baumgedicht ist wunderschön ! Auch mir liegen die Bäume am Herzen und ich grüße gerne alte Bekannte 🙂 Nun muß ich bald mal los, mir eins oder gar beide Bücher zu besorgen. Die Bäume locken – und ich danke dir für die wieder einmal gelungene und herzerwärmende Buchbesprechung ! Liebe Grüße, Almuth

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  2. Gerade gelesen, dass du Geburtstag hattest. Alles Gute nachträglich 🙂 und wunderschönes Gedicht übrigens!

    Interessant im Bereich der Ökologie sind die Werke von Gregory Bateson (den leider fast niemand kennt). Als früher Systemtheoretiker verbindet er unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen miteinander – eine der Erkenntnisse, die er erlangt, ist unser falsches Verständnis unserer Umwelt. Für ihn ist eine Religiösität, die eine reine Verbundenheit zur Natur ausdrückt sogar erstrebenswert. Auf jeden Fall spannend.

    Schöne Grüße 🙂

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    • Lieben Dank für Deine nachträglichen Geburtstagsglückwünsche, Dein Gefallen an meinem Baumpoem und für Deine ergänzende Info zu Greory Bateson, der für mich auch noch unbelesenes Neuland ist.
      Eine WIRKlich naturverbundene Religiösität wäre mir jedensfalls sehr sympathisch und wesensnah!
      Herzensgruß von mir zu Dir 🙂

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  3. Mir sprach eine Buche von einem magischen Tag, liebe Ulrike, und da fiel mir sofort wieder Dein Geburtstag ein!
    Da er aber nun schon einen Tag zurückliegt, wünsche ich Dir heute nachträglich all das, was ich Dir gestern schon wünschen wollte *g*
    Gesundheit in großen Mengen und im Gedränge aller Geschenke für Dich sollte auf jeden Fall ein Einfall dabei liegen, wunderbunt verpackt mit einer riesigen grünen Schleife drumherum, für ein feines neues Gedicht von Dir, denn das wünsche ich MIR 🙂
    Da ich aber weiß, es ist noch nicht meiner, sondern Deiner, wünsche ich Dir die Erfüllung der Wünsche, die Du so ganz im geheimen hast und nie jemandem erzählst.

    Sehr herzlich Bruni, mit den feinsten nachträglichen Geburtstsgsgrüßen für Dich

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  4. Liebe Ulrike, Du hast dieses Baumbuch so spannend beschrieben, dass ich es unbedingt Schwarz auf Weiß immer wieder anschauen möchte! Und zwar mit so bunten, bezaubernden Bildern, wie ich sie mir bereits angesehen habe! Dann werde ich wohl einiges, was ich über Bäume ahne und erfahre, bestätigt bekommen und Neues erfahren! 🙂 Bäume gehören für mich eh zu den faszinierendsten Gegebenheiten! Dein ansprechendes Baumpoem verlangt nach mehr!? Wo hast Du denn Deine anderen Gedichte versteckt, liebe Bücherfee? ?
    Immer wieder bin ich erstaunt, wie lebendig es hier auf Deiner Seite zugeht und wieviel Zeit Du auch den Antworten widmest! Hab auch lieben Dank für Deinen langen Spaziergang und Deine netten Spuren auf meinen Seiten! 🌻🌻🌻

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    • Liebe Petra,
      Herzensdank für Deinen enthusiastischen Kommentar, über den ich mich sehr freue. Es tut mir wohl, so viele Baumliebhaberinnen in meinem Lesepublikum zu haben.
      Meine Gedichte habe ich unter folgendem Link versteckt: https://leselebenszeichen.wordpress.com/lyrik/ und meine HAIKUS:
      https://leselebenszeichen.wordpress.com/haiku/
      Ich habe eine sogenannte Unterseite dafür ausgewählt, da ich gegenwärtig nur Buchbesprechungen schreibe, und dies das Hauptthema meiner Websaite ist.
      Die charmante, lebhafte und substanzielle Kommentarkultur hier bei mir finde ich auch immernoch erstaunlich, sehr bereichernd und beglückend.

      Gerne habe ich einen Augenspaziergang durch Deine schönen, feinen Bilder unternommen. Wenn ich nach und nach ALLE sehen will, habe ich noch viel zu sehen, zu klicken und Sternchen zu streuen … 🙂

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      • Lieben Dank für dieses schöne Kompliment! Ich werde also mal Deine Lyrik und Haikus anschauen, so nach einander. Ich erinnere mich jetzt. So ganz am Anfang , als ich dich noch gar nicht kannte, habe ich mal bei vielem vorbeigeschaut. Ein Überblickbekommenschauen…Danke für die Links! 💛

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  5. Liebe Ulrike, es muß ein sehr lesenswertes Buch sein, so wie immer, wenn Du eines vorstellst, ich lese eher, als daß ich höre *g*…
    Ein Autor, der Bäume und ihren natürlichen Lebensraum liebt; was für eine gute Grundlage, für ein solch magisches Buch, denn um ein solches muß es sich hier handeln.

    Dein Gedicht gefällt mir sehr und ich frage mich, ob die Buche es schon kennt und wenn nicht, dann wird es höchste Zeit *g*.
    Sie haben es mir auch angetan, die Bäume und es gibt so einiges, was ich mit ihnen im Laufe der Jahre *veranstaltet* habe
    http://wortbehagen.de/index.php/gedichte/2014/februar/ein_baum

    Herzliche Abendgrüße von Bruni an Dich

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    • Liebe Bruni,
      das Buch von Peter Wohlleben ist ganz buchstäblich bodenständig – magisch würde ich es nicht nennen, auch wenn viel Liebe zu Bäumen darin mitschwingt.
      Es freut mich, daß Dir mein Baumpoem zusagt, und ich danke Dir herzlich für den lesenswerten Link zu Deinem feinen Baumgedicht.
      Baumverbundende Grüße von mir zu Dir 🙂

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  6. Ich hab das Buch schon etwas länger und lese es etappenweise. Muss das Gelesene immer verdauen. Unglaubliche Beobachtungen. Gleichwohl steht Wohlleben allerdings auch in der (wissenschaftlichen) Kritik. Da müsste man mehr nachforschen. Übrigens kann man den Mann auch buchen und mit ihm durch sein Revier streifen! 🙂

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    • Peter Wohlleben schreibt seine Bücher mit Herzblut und hat einen gefühlsbetonten Sprachgebrauch. Dies stört mögerlicherweise manche kopfbetonten Wissenschaftler, während ich gerade diese einFÜHLsame Wertschätzung der natürlichen Mitgeschöpfe, wie sie Peter Wohlleben praktiziert, besonders lebensdienlich finde.

      Außerdem kritisiert er Tierversuche und die Forstarbeit mit schweren Maschinen, die den Boden und die Mikroorganismen darin in negativer Nachhaltigkeit schädigen. Solche Kritik ruft auch immer wieder „gekaufte“ Wissenschaftler auf den Plan, die den Kritker in der Öffentlichkeit diskreditieren sollen.

      Ich lese auch viele andere populärwissenschaftliche Bücher zu Naturthemen (z.B. die Bücher des Hummelforschers Dave Goulson: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/08/09/und-sie-fliegt-doch/ ) und vieles was Peter Wohlleben beschreibt, findet sich auch in diesen Büchern.

      Bei sogenannter wissenschaftlicher Kritik an engagierten Naturschützern, muß man sich immer fragen: Wem nützt es? Dient es der Industrie, den Chemiekonzernen, der konventionellen Land- und Forstwirtschaft, der Gewohnheit, der Verwaltungsbequemlichkeit oder dient es einem ENKELTAUGLICHEN Umgang mit den Gaben der Natur.

      Es gibt auch gelernte Wissenschaftler, die gefühlvolle und sogar poetische Bücher schreiben z.B. Andreas Weber: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/10/01/alles-fuhlt-neuausgabe/
      Naturverbundene Herzensgrüße von mir zu Dir 🙂

      PS:
      An eine Exkursion mit Peter Wohlleben habe ich auch schon gedacht, schließlich ist es von meinem Wohnort (Solingen) aus nicht allzu weit bis in die Eifel … :mrgreen:

      Gefällt 3 Personen

      • Ja, da hast Du recht. Man muss ständig hinterfragen, welche Interessen sich hinter Studien und Aussagen verbergen. Nicht einfach. Naturschutz steht nun mal in Konkurrenz zu Forst- und Landwirtschaft, Jägern und anderen Ressorts. Oft wägen andere Belange dann schwerer oder es ist ein Konsens auf niedrigem Niveau. Bei der Bodenverdichtung mit schwerem Gerät ist es die Zeitersparnis/ Ökonomie. Aber man darf nicht vergessen auch arbeitsschutzrechtliche Belange derjenigen, die diesen gefährlichen Job sonst per Hand verrichten. Die ökologischen Erkenntnisse sind dann zwar da, aber ….
        Ich finde wie Du beides wichtig: Fakten ohne das Gefühl für unsere Natur zu verlieren. Das schafft Wohlleben gut. Und wenn der bei Dir um die Ecke wohnt: Worauf warten? 🙂
        Ebenfalls naturverbundene Grüße zurück!

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  7. Ich bin immer noch nicht dazu gekommen, es zu lesen. gekauft habe ich es immerhin schon (letztes jahr), weil ich es ebenfalls sehr interessant finde. danke für dein dran-erinnern und das gedicht gefällt mir auch sehr. liebe grüße und schönen abend dir.

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  8. Das hast du sehr geschickt eingefädelt, liebe Bücherfee. Statt dem guten Herrn Wohlleben nach der letzten Rezension Lebewohl zu sagen, hast du die Gunst der Stunde genutzt und hier gleich ein verwandtes Thema aufgegriffen. Denn das Wohlleben von Bäumen und Tieren beruht ja in verschiedener Hinsicht auf Gegenseitigkeit. Und das gilt selbst dann, wenn sie vordergründig gegeneinander zu arbeiten scheinen, wie in der von dir beschriebenen Abwehr von Raupen. 🙂
    Dass gleich zwei Bücher von Peter Wohlleben nacheinander besprochen werden, hat für mich noch einen praktischen Vorteil. Einer Eingebung folgend habe ich auf der Webseite der regionalen Leihbücherei nachgeforscht – und meiner Eingabe folgend wurden beide Titel als „verfügbar“ angezeigt. Da habe ich natürlich gleich meine Krallen ausgefahren. 😉
    Denn, um es kurz zu sagen, hier hast du erneut eines meiner Herzensthemen aufgegriffen. Und die Aussicht ist verlockend, mit spannenden und wissenswerten Fakten sattgefüttert die Waldwunderwelt noch etwas bewusster zu erleben.
    Dein Baumpoem lässt nicht nur auf berührende Weise den Geist der Bäume sprechen – es zeigt auch, dass bei einem Gedicht die FORM durchaus wesentlich sein kann. 🙂

    Gefällt 4 Personen

    • Das hast Du schön formuliert: „das Wohlleben von Bäumen und Tieren
      beruht … auf Gegenseitigkeit.“ 🙂
      Wie wunderbar die Natur alle Kräfte miteinander ausbalancieren kann, ist eine von vielen Lektionen, die dieses Buch bereithält.
      Da Du Dir nun schon beide Bücher gekrallt hast, erwarten Dich – Blatt für Blatt – erlesene und wissensbereichernde Schmökerstunden… 🙂
      Ich kann bestätigen, daß Peter Wohllebens Bücher das Waldwelterlebnis mit Gefühl, Verstand und Sinnlichkeit vertiefen.

      Es war mir eine freudige Ehre, mit meinem Gedicht „BAUMSCHULE“ den Geist der Bäume bestpoetischmöglichst zu übersetzen; die FORM ergab sich als Zufallszugabe beim Formatieren. Weil ich mich durch die Baumerfahrung so ZENTRIERT fühlte, wählte ich spielerisch die Textformatierung „zentriert“ und es OFFENBARTE sich eine Baumsilhouette.
      Herzensdank für Deine harmonisch-zugeneigte Resonanz. :mrgreen:

      Gefällt 3 Personen

      • 🙂
        Auf diese Lektüre freue ich mich ganz besonders. Sie kommt mir auch deshalb sehr gelegen, weil sie sich wunderbar fürs Slalomlesen eignet. Tut man doch gut daran, solche üppigen Wissensmahlzeiten nicht gleichsam in einem Bissen hinunterzuschlingen.
        Die Entstehungsgeschichte des Baumschulpoems ist sehr aufschlussreich (ich hätte darauf gewettet, dass die Form das Resultat längerer Feinfeilarbeit sei). So aber zeigt sich, dass einem, wenn man mit aufmerksamer Hingabe eine Sache (in diesem Fall den Text) besonders gut macht, andere Dinge im Sinne einer glücklichen Fügung dazugegeben werden. Die Voraussetzung „zentriert“ ist dabei sozusagen das Singvögelchen in der Baumkrone. 😉

        Gefällt 3 Personen

  9. Liebste Bücherfee, herzlichen Dank für Deine lebendige begeisternde Hörbuchvorstellung! Ein außerordentlich wichtiges und spannendes Thema! Es inspiriert, sich stärker mit Mutter Natur zu verbinden. Es selbst zu erleben. Sich darauf zu besinnen, dass wir Teil eines großen, liebenden Organismus sind und uns auch so zu verhalten. Ich habe gestern „meine“ zwei Birken besucht und mich in ihre Obhut begeben. Sie haben mir so viel Liebe, Klarheit und stärkende Energie geschenkt, ohne Worte. Respekt vor diesen einzigartigen Wesen zu entwickeln und ihnen ebenso respektvoll und dankbar zu begegnen würde schon vieles auf unserem Planeten harmonisieren. Danke für Dein herzberührendes Gedicht. Liebste zart- blätterrauschende Grüße von mir zu Dir 🍃😘

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    • Liebste Klangfee,
      herzlichen Dank für Deine harmonische Resonanz und Zustimmung!
      Ich hatte mein Leben lang immer Baumfreunde, als Kind einen Kirschbaum, als Jugendliche die Eberesche, die vor meinem Zimmerfenster wuchs, später dann die Eberesche, die ich in meinem Garten gepflanzt habe und hier in meiner näheren Umgebung die besagte alte Buche und noch einige weitere feine Baumwesen …
      Das Baumgedicht habe ich wirklich im Herzen „gehört“ als ich auf den Wurzeln meiner Buche saß, und dabei habe ich einfach nur mitgeschrieben und später noch ein bißchen den Text formatiert.
      Baumberauschte Grüße von mir an Dich 🙂

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      • Liebste Baumfee :-), das klingt sehr wundervoll! Diese Baumwesen können vieles schenken, eben auch tiefe Einsichten. Ebereschen tragen doch diese kleinen roten Beeren als Frucht, oder? Ich kann Deine Erfahrung, wie das Baumgedicht zu Dir gekommen ist völlig nachvollziehen. Bäume „sprechen“ mit uns, wenn wir mit dem Herzen lauschen. Das ist so tief berührend und so weise! Meine liebsten Baumfreunde waren in meiner Kindheit ein Apfelbaum und eine Trauerweide. Jetzt eine Hängebuche und Birken. Im Prinzip jeder Baum der eine Begegnung mit mir wünscht. Hier im Allgäu saß ich an den Wurzeln einer ca. 2000-jährigen Eibe. Das war ein Erlebnis, das bis jetzt nachwirkt. Danke, dass Du eine Deiner zauberhaften Begegnungen mit uns teilst :-)! Baumsingende Grüße von mir zu Dir 🙂

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      • Liebste Klangfee,
        die Eberesche trägt kleine rote Beeren, die gerne von Vögeln geerntet werden, deshalb heißt sie volkstümlich auch Vogelbeerbaum.
        Ich habe die Erfahrung gemacht, daß Bäume offen oder verschlossen mir gegenüber sein können – jede NAHE Begegnung nehme ich dankbar als Geschenk an.
        An den Wurzeln einer solch alten Eibe zu sitzen ist bestimmt ein besonderes Erlebnis. Eiben wachsen hier auch, aber sie sind nicht so alt.
        In meinem Garten hat sich glaube ich eine Eibe angesiedelt, aber sie ist noch ganz winzig klein…
        Baumvertraute Grüße von mir zu Dir :mrgreen:

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      • Guten Morgen liebste Bücherfee, oh ja der Vogelbeerbaum. Wunderhübsch! Wie schön, dass sich eine Eibe bei Dir im Garten angesiedelt hat! Pflanzen suchen sich doch oftmals selbst ihr Umfeld aus, in dem sie wirken. Wie sie das wohl machen, auf einmal sind sie da :-). Ich wünsche Dir einen baumverzauberten Tag und sende Dir liebste Grüße, Deine Klangfee 🍃🍃🍃

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      • Eibensamen werden durch Vögel verbreitet. Da meine Eberesche von vielen Vögeln besucht wird, haben sie mit ihren Ausscheidungen wohl den einen oder anderen Eibensamen in meinem Garten fallengelassen…
        Und die Entscheidung dann auch auszukeimen, trifft dann wohl der Eibengeist.
        Ich wünsche Dir einen seelenvollen Tag und sende Dir schneeglöckchenklingende Grüße 🙂

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      • Wie wunderschön :-). Hier strecken sie ihre samtigen Köpfchen auch schon aus den Ästen :-). Leider wachsen sie allesamt zu weit oben, da komme ich nicht hin zum Streicheln ;-). Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass irgendjemand flieht, wenn er in den Genuss Deiner Streicheleinheiten kommen darf 😉 🙂

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      • *lächel*
        Die vielen Singvögel, die ich den ganzen Winter in meinem Garten durchfüttere, lassen mich zwar ziemlich nahe an sie heran kommen, aber anfassen und streicheln gelingt leider nicht. Ich respektiere das und freue mich daran, sie aus geringer Distanz beim Futtern und Badeflattern beobachten zu dürfen.
        Menschen sind mir und meinen Streichelimplusen gegenüber meist wesentlich zutraulicher …*ggg*

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      • 🙂 Da hast Du die Latte aber sehr hoch gelegt! Wildvögel, die wohl sehr nahe an Dich heran kommen und Dir vertrauen – das ist kommt dem Streicheln schon sehr nahe ;-)! Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass jedes Wesen, bei dem der Fluchtimpuls nicht das Überleben sichert, wie Menschen,, Haustiere, Bäume, Blumen usw. deinen Streichelimpulsen wohlwollend aufgeschlossen ist 😉 🙂

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  10. Boah, wie spannend!!! Ausgerechnet jetzt, wo ich diesen verlockenden Happen von Dir so appetitanregend vorgelegt bekomme, sind meine häufigen und langen Autofahrten nicht mehr notwendig :))). Dennoch freue ich mich schon darauf, mir das Hörbuch zu Gemüte zu führen!! Vielen Dank, auch für das wunderbare, kunstvoll baumförmige Gedicht!!! Liebe Grüße, Wanja

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  11. Liebe Ulrike,

    ich kann mich dir nur anschließen! Ein ganz großartiges (Hör-)Buch. Ich fürchtete erst, dass mir ein solches Sachbuch in der Hörversion zu nüchtern werden könnte und meine Gedanken womöglich abschweifen. Aber im Gegenteil: Ganz gebannt lauschte ich den Ausflügen in die Baumwelt und obwohl mir manches schon bekannt war (z.B. die Kommunikation über Botenstoffe), staunte ich doch immer wieder, wie Bäume auf ihre Umwelt reagieren und wie sie sich um einander kümmern – oder in erbitterter Konkurrenz leben. Jedes Mal, wenn ich nach einer Lauschstunde in die Natur blickte oder spazierenging, konnte ich nicht anders als mir vorzustellen, was sich wohl alles gerade in ebenjenen Bäumen abspielt. Peter Wohlleben macht uns wieder zu kleinen Kindern, die – ähnlich wie bei Peter Lustig – ihre Umwelt entdecken und erforschen. Und Roman Roth hat das alles hervorragend gelesen – ein passend sachlicher, neutraler Ton, aber mit einer feinen Nuance an Faszination und „erkenntnisleitender“ Betonung.

    Lieben Dank für deine eigene poetische Zugabe zur Besprechung – das Gedicht passt wirklich perfekt zum Hörbuch. So schließen sich manchmal die Kreise, die man vor vielen Jahren geöffnet hat. 🙂

    Viele Grüße
    Kathrin

    Gefällt 2 Personen

    • Liebe Kathrin,
      herzlichen Dank für Deinen ausführlichen und bestätigenden Kommentar. Ja, ich finde auch, daß Peter Wohlleben unser kindliches Staunen animiert. Obwohl ich sehr naturverbunden bin und mit vielen Pflanzen vertraut, hat sich mein Horizont besonders auch in Bezug auf die unterirdischen Baumtätigkeiten und Kooperationen deutlich vertieft.
      Auch Deinen Bemerkungen zu Roman Roths Vorlesestil kann ich mich nur anschließen.
      Es freut mich, daß Dir mein Baumgedicht ebenfalls „gemundet“ hat.
      Harmonische Grüße 🙂

      Gefällt 2 Personen

  12. Liebste buchflüsternde Ulrike, und wieder hast Du ein besonderes Buch gefunden, das zudem noch mit einem Deiner wundervollen, respektvollen, lebendigen Gedichte gekrönt wurde. Ich wusste das meiste (natürlich!) nicht, weiss nur, dass wegen mir, kein Weihnachtsbaum mehr geschlagen wird! Abgeschnittene Blumen mochte ich eh nie! Blumen- und Baumzuhörende Grüße, Ann

    Gefällt 3 Personen

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