Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

  • Ein somnambules Märchen aus Zamonien
  • von Hildegunst von Mythenmetz
  • Aus dem Zamonischen übertragen von Walter Moers
  • und illustriert von Lydia Rode
  • Roman
  • Knaus Verlag August 2017        www.knaus-verlag.de
  • gebunden, mit Schutzumschlag
  • mit hellviolettem Kopfschnitt und LESEBÄNDCHEN
  • Format: 17,0 x 24,0 cm
  • 344 Seiten
  • 24,99 € (D), 25,70 € (A), 33,90 sFr.
  • ISBN 978-3-8135-0785-0

TRAUMWANDLERISCHE  TRAUMTRUNKENHEIT

Buchbesprechung  von Ulrike Sokul ©

 

 

»Wenn die Minuten durch die Jahre rufen
Erhebt sich der ewige Träumer
Über seine irdische Last
Und reist mitten hinein
Ins dunkle Herz der Nacht«

Anonym

 

„Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“ fabuliert eine kuriose Exkursion in eine schlaflose Nacht mit hellwachen Träumen – abenteuerlustig, humorvoll, spannend, phantasiegesättigt, gedankenbunt, wortverspielt und sprachverliebt und sogar ein bißchen romantisch und wehmütig.

Prinzessin Dylia, die unter chronischer, periodischer Schlaflosigkeit leidet, bezeichnet sich selbstironisch als Prinzessin Insomnia. Sie stellt sich tapfer ihrer Krankheit nebst deren unangenehmen Begleiterscheinungen und kultiviert eine ebenso selbstreflexive wie phantasievolle philosophische Perspektive. Langeweile ist ein Fremdwort für ihren regen Geist, sie ist empfindsam, kapriziös, neugierig, musikalisch, sprachbegabt, synästhetisch, tagträumerisch, wißbegierig, aber auch Weltmeisterin im Verdrängen unangenehmer Erfahrungen und Gedanken.

Ihre Strategien, sich von der Schlaflosigkeit abzulenken, sind höchst kreativ. So denkt sie sich beispielsweise neue Traumfarben von A bis Z aus,  sie nimmt ausgiebige Mondlichtbäder, die ihr Mondlichtekstasen bescheren, und sie entspannt sich durch ridikülisierendes Anagrammieren – so wird aus Blutdruck Drutbluck und aus Zuckerspiegel Spuckerziegel …

Jeden Morgen wählt Dylia aus dem Zamonischen Wörterbuch dreizehn neue Lieblings-wörter aus, die sogenannten Pfauenwörter, und sie macht es sich zur Aufgabe, diese schillernden Vokabeln im Verlaufe des Tages sinnvoll unterzubringen. Versuchen Sie einmal nach achtzehn schlaflosen Nächten Worte wie „Amygdala, Hoyotojokomeshi, Linguamundivagant, Mamihlapinatapaai, Niemalsweh, Quoggonophobie, Pisanzapra“ usw. sinnvoll in einen Tagesablauf zu integrieren – das schafft nur Prinzessin Dylia.

Eines Nachts wird ihre kreative Nichtschlafroutine durch einen überraschenden Besucher unterbrochen: Havarius Opal, ein versierter Nachtmahr, stellt sich unverblümt-selbstgefällig vor und erklärt ihr nonchalant, daß er gekommen sei, um sie in den Wahnsinn zu treiben.

Dylia vermutet zunächst einen Scherz des Hofnarren oder einen neuen Therapieversuch des Hofalchemisten, aber der kleinwüchsige Gnom mit der vielfarbig-changierenden Mosaikschuppenhaut ist echt und auch kein Traum, wie er ihr greifbar-handgreiflich versichert.

Gönnerhaft bietet er Prinzessin Dylia jedoch an, zuvor mit ihr eine Reise nach Amygdala, ins dunkle Herz der Nacht, zu unternehmen. Das ist eine Versuchung, der die entdecker-freudige Dylia nicht widerstehen kann, und so reisen die beiden nach Innen, in Dylias Gehirn.

Der Weg führt von der Großhirnrinde in der Höhe des Scheitellappens über den Cortex cerebri zum Thalamus, von dort geht es von der Stria terminalis über den Nucleus accumbens bis nach Amygdala. Das klingt jetzt etwas neurologisch, aber keine Angst, es wird wirklich abenteuerlustig, und diversen Ängsten werden wir auch unvermeidlich begegnen.

In den Gehirnwindungen wimmelt es von unglaublichen Lebens- und Gedankenformen: seifenblasenzarthäutige Geistgeister und Zwielichtzwerge, Ideenschmetterlinge, Zweifelspfützen, Gehirnschnecken, bürokratische Egozetten und systematische Thalamiten, Gedankenblitze, Gedankenfalten, Gedankenfäden, Gedankensplitter, Grillos, Ideennebel, rationale und irrationale Geome, Irrschatten und nicht zu vergessen die vielgestaltigen, verfressenen Zergesser und der Subconsciounelle Sumpf, in den abzustürzen weniger empfehlenswert ist.

Gedankenendlosschleifen und kognitive Teufelskreise sind noch das Harmloseste, was einem im eigenen Gehirn passieren kann – da ist beispielsweise der hypnotische Zwangsoptimismus viel bedrohlicher.

Auch den hirnjuristischen Verwaltungsapparat sollte man nicht unterschätzen. Havarius Opal und Prinzessin Dylia müssen einiges an amtsbürokratischer Willkür-Logik ertragen, als sie im Großraumbüro des Thalamus eine Durchreisegenehmigung zur Amygdala nebst Eigenrisikobescheinigung beantragen und von einer gnadenlos-sachlichen Egozette einer Befragung unterzogen werden. So etwas Nervenaufreibendes haben Sie noch nie zuvor erlesen …

Walter Moers beginnt dieses Märchen zunächst gemächlich mit der ausführlichen, detailreichen Ausmalung von Prinzessin Dylias Charakter und ihren Lebensumständen. Mit dem Erscheinen des täuschend-trügerischen, seltsam-sympathischen, launisch-unberechenbaren Nachtmahrs Havarius Opal bekommt Dylias beschauliches Leben aufregenden Gegenwind. Havarius Opal ist ein ambivalenter Mentor, ein unterhaltsamer Reisebegleiter, ein irritierend-irisierender Schelm und Meister traumhafter Täuschungsmanöver. Er funktioniert gewissermaßen „spiegelverkehrt und gegen den Uhrzeigersinn …“ (Seite 212)

Der Autor verbindet die neckische Beziehungsdynamik des ungleichen Paares, ihre gehirngeographischen Erkundungen und traumphilo- sophischen Diskussionen, die erlesenen Gedankenspiele und die phantasievollen Requisiten zu einer raffinierten epischen Dramaturgie, die uns ein traumsinniges Lesevergnügen bereitet.

Der ausgeprägte Sinn für geistreich-sprachspielerischen Humor, der alle Werke Walter Moers‘ aus- und kennzeichnet, kommt besonders in der Figur Prinzessin Dylias zu Wort. Diesmal wortschöpft Moers wahrlich aus dem vollen und erfindet solch köstliche Pfauenwörter, daß ich es kaum erwarten kann, wenigstens ein paar davon in den Duden einwandern zu sehen. Er ist einfach unübertrefflich „linguamundivagant“ …

Die zahlreichen Bilder, die den Text stimmungsvoll schmücken, stammen diesmal nicht vom Autor selbst, sondern von Lydia Rode. Ihre bunten Aquarellzeichnungen illustrieren das märchenhaft-neurologisch-zamonische Panoptikum ganz vortrefflich und bereichern die Geschichte um lebhaften Formenreichtum und feminine Farbenfreude.

In einer Nachbemerkung berichtet Walter Moers, wie Lydia Rode, die von der Krankheit Chronisches Fatiguesyndrom (CFS) betroffen ist, brieflich in Kontakt zu ihm aufnahm und ihn wissen ließ, wie sehr ihr seine Zamonienromane beim Ertragen ihrer Schlaf- losigkeitsphasen geholfen hätten. Aus der gemeinsamen Korrespondenz entstand die Idee zu einer zamonischen Erzählung, die Lydia Rode gerne illustrieren wollte. Dieser Inspirationskeim wuchs sich dann zu vorliegendem traumiversellen Roman aus.

Mit dem siebten Zamonien-Roman beschert uns Maestro Moers von Mythenmetz also nicht die Fortsetzung von „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“, sondern ein originäres zamonisches Märchen: eine regenbogenbunte Traumreise mit neuen eigenwilligen, unvergeßlichen Charakteren und mit einer Gebrauchsanweisung für Nachtmahre, die Sie sich nicht hätten träumen lassen.

Ich bin absolut begeistgeistert!

 

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.randomhouse.de/Buch/Prinzessin-Insomnia-&-der-alptraumfarbene-Nachtmahr/Walter-Moers/Knaus/e529505.rhd

 

Der Autor:

»Walter Moers ist der Schöpfer vieler erfolgreicher Welten und Charaktere. Von ihm stammen unter anderem die Comicwelten um „Das kleine Arschloch“ und dem „Alten Sack“, „Adolf, die Nazisau“ und die Figur des Käpt`n Blaubär. Seit fast 20 Jahren schreibt er fantastische Romane, die auf dem Kontinent Zamonien spielen. Dazu gehören unter anderem die internationalen Bestseller „Die 13 ½ Leben des Käpt`n Blaubär“, „Die Stadt der Träumenden Bücher“ und zuletzt „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“. „Prinzessin Insomnia“ ist der siebte Zamonienroman.«
http://www.zamonien.de/

Die Illustratorin:

»Lydia Rode lebt, malt und zeichnet in Berlin. Ihre Aquarelle für „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“ sind ihre ersten veröffentlichten Illustrationen.«

 

Zum dazugehörigen Hörbuch:

„Prinzessin Insomnia  & der alptraumfarbene Nachtmahr“ gibt es auch kongenial vertont in vollständiger szenischer Vorlesung von Andreas Fröhlich.

 

Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
von Walter Moers
Gelesen von Andreas Fröhlich
Produktion: der Hörverlag  August 2017 www.hoerverlag.de
1mp3-Cd
Laufzeit: ca. 11 Stunden, 23 Minuten
Pappschuber
Begleitheft mit Romantextschnipseln
und Zeichnungen von Lydia Rode
ISBN: 978-3-8445-2809-1
24,99 € (D), 28,10 € (A), 35,50 sFr.

 

Andreas Fröhlich erweist sich erneut als virtuoser Vorleser der moeresken Vielstimmigkeit und verleiht den Charakteren munter und nuancenreich mit einfühlsamer Dramaturgie akustische und emotionale Gestalt. Er spricht fließend Anagrammisch, Bürokratisch, Drehsilbisch, Nachtmarisch und Prinzessisch sowie Traumtrunkisch.

Summa summarum: Eine Hörgelegenheit, die Sie nicht verträumen sollten!

 

Hier entlang zum Hörbuch und zur Hörprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.randomhouse.de/Hoerbuch-MP3/Prinzessin-Insomnia-&-der-alptraumfarbene-Nachtmahr/Walter-Moers/der-Hoerverlag/e530083.rhd

Der Sprecher:

»Andreas Fröhlich, geboren 1965, wurde im Alter von sieben Jahren im Kinderchor des SFB entdeckt. Mittlerweile ist er als „Hörspieler“ Interpret unzähliger Hörbücher und erhielt 2010 nach drei Nominierungen den Deutschen Hörbuchpreis als bester Interpret für den Titel „Doppler“, der in seiner eigenen Hörbuchreihe „Edition Handverlesen“ erschien. Für den Hörverlag übernahm er unter anderem Rollen in den Hörspielen von Alexandre Dumas „Die drei Musketiere“, den „Wallander“-Hörspielen, der „Otherland“-Saga, sowie „Das Geheimnis der Großen Schwerter“ von Tad Williams. Darüber hinaus liest er den Bestseller „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“ von Walter Moers. Andreas Fröhlich zählt zu den bekanntesten Synchronsprechern Deutschlands und leiht u.a. John Cusack und Edward Norton seine Stimme. Zudem ist er als Dialogbuchautor und Dialogregisseur tätig und u.a. für die deutsche Synchronfassung der „Herr der Ringe“-Trilogie verantwortlich, in der er auch die Rolle des Gollum übernahm.«

Hier gibt es noch ein amüsantes Interview mit Andreas Fröhlich zur Hörbucharbeit an „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“:
https://www.randomhouse.de/Interview-mit-Hoerbuch-Sprecher-Andreas-Froehlich-Hoerverlag/Das-Interview/aid76953_14612.rhd

Querverweis:

Hier entlang zum ersten Zamonienroman: Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2013/12/25/die-13½-leben-des-kaptn-blaubar/
und zum zweiten: Ensel & Krete
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/02/05/ensel-und-krete/
sowie zum dritten: RUMO
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/05/28/rumo/

 

 

Advertisements

48 Kommentare zu “Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

    • Herzensdank für Deine harmonische und ebenso begeistgeisterte Bestätigung meiner zamonischen Buchempfehlung! :mrgreen:
      Ja, die Hintergundgeschichte fand ich auch berührend. Es ist schön, daß echte zwischenmenschliche Begegnungen den Keim für einen Roman bilden können.

      Gefällt 1 Person

    • Fieber ist eine passende Zugabe zur Lektüre von „Prinzessin Insomnia“, welche die Dramatik sinnlich steigert. 😉
      Gleichwohl solltest Du auch noch frischen Ingwerwurzeltee verabreichen …
      Möge beide Zutaten munter munden
      und Dein Töchterlein geschwind gesunden! :mrgreen:

      Gefällt mir

  1. Tochter Nr. 1 ist Moers-Fan seit einigen Jahren schon und dann drückte sie mir den Käpt’n Blaubär in die Hand und meinte, ich solle es doch endlcih mal probieren *g*. Das tat ich und legte ihn wieder weg, den Käpt’n. Ich wurde einfach nicht warm mit ihm.
    Jetzt lese ich Deine enthusiastische Rezension, die fasziniert und neugierig macht, liebe Ulrike,
    und ich denke, ich sollte es doch mal wieder probieren, denn seine Wortschöpfungen sprechen mich doch sehr an. Wo sonst gibt es einen alptraumfarbenen Nachtmahr und die traumwandlerische Traumtrunkenheit hilft dem November bestimmt hell und freundlich zu bleiben 🙂 Also auf zu einem neuen Anlauf!
    Liebe Grüße von Bruni

    Gefällt 2 Personen

    • Liebe Bruni,
      verbindlichen Dank für Deine ausführliche und aufgeschlossene Resonanz. Das Phänomen, das Leser mit dem Käpt’n Blaubär nicht warm werden, ist mir schon öfter begegnet – u.a. auch hier im Kommentarschweif -, umso mehr freut es mich, daß Dich nun meine begeistgeisterte Rezension zu einem neuen Leseanlauf animiert. Da klopf ich mir doch gleich mal selbst auf meine zarten Feenschultern. 😉
      Noch eine funkelbunte Prise Bücherfeenstaub rüberwedelnd, grüßt Dich herzlich Ulrike 🙂

      Gefällt 1 Person

      • Das dauert jetzt ein paar Minütchen, denn ich muß ja erst den Bücherstaub in Feenstaub verwandeln …*mit Feenstab in meiner Bibliothek herumwirbele und schwirre sowie geheimnisvolle Formeln murmele* … so – da wedele ich Dir sogleich einen guten Teelöffel voll funkelbuntem Bücherfeenstaub herüber … *generösgrinse*

        Gefällt 1 Person

      • Ich weiß Deine Großzügigkeit sehr zu würdigen, liebe Ulrike – Bücherfee, die natürlich des Zauberns mächtig ist 🙂
        Hier kommt er eben an und ich niese ihm ein herzliches Willkommen
        Schmunzelige Grüße von Bruni

        Gefällt 1 Person

  2. Um die Bücher von Walter Moers schleiche ich schon seit Jahren herum, nehme sie in die Hand, lese rein und lege sie dann doch wieder zurück – schlichtweg unsicher, ob ich mit diesem „Zamonien“-Zyklus warm werde. Der Humor ist schon arg speziell, das Beschriebene ziemlich skurril. Und ich geb es ganz ehrlich zu: Ich konnte schon mit Terry Pratchett nicht die Bohne anfangen.

    Trotzdem locken mich diese, ja auch optisch, ansehnlichen Werke. Und auch du machst mir wieder den Mund wässrig. Vielleicht sollte ich dem „Blaubär“ einfach mal ne Chance geben.

    Gefällt 1 Person

    • Lieber Stefan,
      vielen Dank für Deine differenzierte Rückmeldung.
      Die Zamonien-Bücher sind keine Nebenbeilektüre. Sie entfalten ihren geheimmnisvollen Reiz wesentlich besser, wenn man sich mit Muße auf sie einläßt. Du kannst ja vorher noch einmal meine Rezension des „Blaubären“ lesen. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2013/12/25/die-13½-leben-des-kaptn-blaubar/

      Ich habe erst ein Buch von Terry Pratchett („Total verhext“) gelesen, bin also keine Kennerin. Allerdings finde ich, daß der häufig gezogene Vergleich zwischen Prachett und Moers arg hinkt.

      Ich empfinde Moers als abenteuerklassisch „europäischer“, seine Charaktere sind wirklich originell, seine epische Präzision ist, besonders angesichts der Komplexität seiner Geschichten, bewundernswert, und in seine geistreich-amüsante, kultivierte Wortverspieltheit und seine unerschöpfliche Phantasie bin ich unwiderstehlich leseverliebt.
      Schwärmerische Grüße von mir zu Dir :mrgreen:

      Gefällt mir

      • Ich habe zu danken für Deine ausführliche Einschätzung zu Moers, bei dem es mir in der Tat schwer fällt, ihn irgendwie zuzuordnen. Dank Dir kriege ich da jetzt zumindest eine Ahnung, in welche Richtung es geht. – Da ich niemand bin, der ein Buch einfach nur wie Fastfood verschlingt, würde ich durchaus mit Muße an die Sache herangehen. Es wäre dann in der Tat entscheidend, ob ich dieser Wortverspieltheit ebenso viel Zuneigung entgegen bringe, wie du. Aber das weiß ich wohl nur, wenn ich einfach mal ins kalte Wasser springe. Insbesondere die ersten vier Bände werden doch zu euphorisch besprochen (bzw. auch im Freundeskreis gelobt), als dass ich sie ewig links liegen lassen kann.

        Deine Rezension habe ich nochmal gelesen. Im nächsten Monat werd ich mir den „Blaubär“ gönnen. Hoffe, dass die HC-Ausgabe dann wieder erhältlich ist, denn ein Buch mit solcher Aufmachung ist mir als TB dann irgendwie auch zu schade.

        Herzliche Grüße zurück
        Stefan

        Gefällt 1 Person

      • Deine Formulierung „ins kalte Wasser springen“ paßt hervorragend zum Leseeinstieg in Käpt’n Blaubär. Dieser schwimmt gleich zu Beginn der Geschichte in einer Nußschale im Ozean, wird von Zwergpiraten gerettet und lernt u.a. 723 verschiedene Seemannsknoten (Klabauterfessel, den doppelten Gordischen Knoten, die achtschlaufige Oktopusschlinge …), von zwei Tratschwellen lernt er das Sprechen …
        Nur ungern bremse ich mich, aber allzu unendlich lang will ich meinen Kommentar hier nicht ausschwärmen lassen.

        Ich empfehle Dir unbedingt die gebundene Ausgabe mit den farbigen Illustrationen – das ist Lesen mit Bühnenbild. Vielleicht kannst Du sie Dir auch zu Weihnachten wünschen, falls es mit der Neuauflage noch etwas dauert.

        Mit verbindlicher Empfehlung und herzlichen Grüßen
        Ulrike

        Gefällt mir

  3. Liebe Ulrike,
    wieder ist es Dir mit Deiner Besprechung gelungen, mich in Erstaunen zu versetzen, und mir das Gefühl zu vermitteln, nur über einen klitzekleinen deutschen Wortschatz zu verfügen. Um diesen zu erweitern und zu verfeinern muß ich deshalb unbedingt dieses Buch lesen. 😊
    Herzliche Grüße,
    Tanja

    Gefällt 2 Personen

  4. Hier scheinen die Segel der Phantasie nun tatsächlich die von dir gewünschte Grenzenlosigkeit aufzuweisen. 🙂 Bereits der liebevoll farbgestaltete Titel der Rezension deutet an, dass wir uns hier auf ein besonderes Leseliebeszeichen gefasst machen dürfen. Und es ist richtig. Die Bücherfee denkt nicht daran, aus ihrem Herzen eine Mördergrube zu machen. Folgerichtig teilt sie mit uns ihre überschäumende Lesefreude, indem sie uns selbige in wohlformuliert-begeisterten Wendungen mitteilt. 😉
    Mich konfrontiert diese Buchbesprechung einmal mehr mit dem rätselhaften Phänomen meiner bisherigen Moers-Resistenz. Tatsächlich habe ich bisher – trotz mehrfachem Leselob von deiner Seite – noch nicht ein einziges Buch von Walter Moers gelesen. Ein Rätsel. Ob es sich wohl lösen lässt? Oder ist vielleicht das heute von dir vorgestellte Buch die Premiere, die das Rätsel ungelöst aber nicht unerlöst ins Reich der Irrelevanz wandern lässt?

    Gefällt 5 Personen

    • Angesichts Deiner charmanten Resonanz hüpft mein Bücherfeenherz.
      Besonders wohlgefällt mir Deine wörtertanzende Formulierung „Leseliebeszeichen“! 🙂
      Du hast genau erkannt, daß ich diese Buchbesprechung mit großer Leseliebe und Begeisterung geschrieben habe.

      Ich hatte auch eine lange Zeit der Moers-Resistenz und habe mich erst verhältnismäßig spät auf diese Lesebekanntschaft eingelassen. Inzwischen – einmal infiziert – bin ich eine leseanhängliche Moersgetreue und warte stets sehnsüchtig auf sein neuestes Werk.

      „Prinzessin Insomnia“ ist bisher der einzige ZAMONIEN-Roman, den man auch gut schmökern kann, ohne die vorhergehenden Bände zu kennen. Ich kann Dir diesen phantastischen Roman also nur wärmstens ans Herz legen. 🙂

      Gefällt 2 Personen

      • Ja, es ist vom Fleck weg klar und deutlich erkennbar, dass sich die Leseliebe hier deutlich über den (ohnehin schon bemerkenswerten) leselebenszeichnerischen Durchschnitt erhebt. Daher der Ausdruck Leseliebeszeichen. 🙂
        Gut zu wissen, dass die „Prinzessin“ auch ohne zamonische Vorbildung genossen werden kann. Denn das ist ja oft eine Zwickmühle: man hätte eine taufrisch geweckte Lust auf das neueste, rezensierte Buch und muss auf der anderen Seite einsehen, dass es klüger wäre, mit den „alten“ Titeln zu starten. Das Problem stellt sich ja hier schon mal nicht. 😀

        Gefällt 3 Personen

      • Verbindlichen Dank für Dein großzügig wiederholtes Lob meiner Leseliebeszeichen! 🙂
        Vielleicht wird Dich die „Prinzessin“ für das moerssche Biblioversum lesewachküssen.
        Nachtschwärmerische, sternenfunkelnde Gutenachtgrüße von mir zu Dir 🌠🌠🌠

        Gefällt 1 Person

  5. könnte jemand diesem phantastischenwortendenozeanium widerstehen wollen ?
    ich spüre den flutendenwellengangpuzzelnderworttropfen wie sie mitreissend durchs erleben tragen
    genüsslichgeniessend bereits die einleitenden worte oben …
    luise

    Gefällt 2 Personen

  6. Ich musste jetzt lachen, das ganze Wochenende war ich beschäftigt, meinen Sohn bei seiner Seminararbeit zur atembedingten Insomnie zu unterstützen. Und dann lese ich deinen Beitrag und denk: das ist ein Belohnungsgeschenk, wenn er sie am Dienstag abgegeben hat, diese schwere Geburt einer Arbeit! Danke!

    Gefällt 5 Personen

    • So ein schöner Zufall, das freut mich sehr!
      Gewiß ist dieser Roman eine gelungene Belohnung und spielerische Abwechslung für eine vollbrachte Seminararbeit zum Thema „Insomnie“.
      Vielen Dank für Deine persönliche Rückmeldung!

      Gefällt 2 Personen

  7. Mein Sohn hat mir Ensel & Krete so sehr ans Herz gelegt, und ich habe wiederholt den Anfang gemacht, mich einzulesen. Ich werde es noch einmal versuchen, weil ich den Geschmack meines Sohnes im Grunde nach oft teile. Ich nehme diesen Beitrag dankbar als Erinnerung an mein Vorhaben.
    😉

    Gefällt 1 Person

    • Der Einstieg in die ZAMONIEN-Welt ist „Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär“, „Ensel & Krete“ ist der zweite Band.
      Du kannst gerne bei den unter der Rezension verlinkten Besprechungen dieser ersten beiden ZAMONIEN-Romane in die Hörprobe lauschen.
      „Ensel & Krete“ leselohnt sich ebenso wie alle anderen Romane von Walter Moers.
      Lieben Dank für Dein Echo! 🙂

      Gefällt mir

Sie dürfen gerne ein Wörtchen mitreden, wenn's konveniert!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s