Der Bücherdrache

  • von Walter Moers
  • Ein Roman aus Zamonien von
  • Hildegunst von Mythenmetz
  • Aus dem Zamonischen übertragen
  • und illustriert von Walter Moers
  • PENGUIN Verlag März 2019 www.penguin-verlag.de
  • gebunden mit Schutzumschlag
  • Format: 17 x 24 cm
  • 192 Seiten
  • mit LESEBÄNDCHEN
  • ISBN 978-3-328-600064-0
  • 20,00 € (D), 20,60 (A), 28,90 sFr.

VON BUCHLINGEN, ORMLINGEN UND DRACHEN

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Um auch den noch nicht mit der faszinierenden Welt Zamoniens vertrauten Lesern das Verständnis dieser Buchbesprechung zu erleichtern, erkläre ich zunächst einige zamo-nische Spezialitäten.

Zamonien zeichnet sich durch vielschichtig-abwechslungsreiche ober- und unterirdische Lebenswelten und noch vielfältigere botanische, zoologische und märchenhafte Daseinsformen aus. Einige dieser Daseinsformen sind der Literatur in besonderer Weise zugeneigt, und zwar die Lindwürmer, zu denen Hildegunst von Mythenmetz gehört, und die Buchlinge, die in den Katakomben von Buchhaim leben.

Hildegunst stammt von der Lindwurmfeste und lernt bei einem Besuch der Katakomben unter der Stadt Buchhaim unfreiwillig einen Teil der zamonischen Untenwelt kennen – dies wird im vierten Zamonien-Roman „Die Stadt der träumenden Bücher“ ausführlich ausgemalt.

Die Buchlinge sind kleine, kluge, kultivierte und friedliebende Zyklopen, die in einem gut verborgenen Teil der Katakomben von Buchhaim, in der Ledernen Grotte, zu Hause sind. Sie leben buchstäblich vom Lesen und brauchen ansonsten nur noch Wasser, sauerstoff-arme Luft und Kerzenlicht. Jeder Buchling sucht sich einen lebenden oder toten Schrift-steller aus, lernt dessen Werke auswendig und nimmt unwillkürlich auch ein wenig die Charakterzüge des von ihm verinnerlichten Schriftstellers an.

Als Hildegunst von Mythenmetz einst in den Katakomben unterwegs war, fand er bei den freundlichen Buchlingen Zuflucht und Gastfreundschaft. Eines Tages präsentierten sie ihm einen kleinen Nachwuchsbuchling, der gerne Hildegunstens Werke auswendig lernen wollte – ein Angebot, das Hildegunst zutiefst anrührte, zumal er zu diesem Zeit- punkt noch garkein Buch geschrieben hatte, aber die Buchlinge waren damals schon von seinem Schreibtalent überzeugt.

„Der Bücherdrache“ handelt nun von einem Abenteuer, welches dem Buchling, Hilde- gunst Zwei, in seiner Jugend widerfahren ist. In der Buchlingsschule wurde Hildegunst Zwei während der Katakombenmythologiestunde über die Legende von Nathaviel, dem Bücherdrachen, unterrichtet. Nathaviel, der in anagrammischer Variation auch Eliva- than, Thanaviel, Levanthia oder Ilathevan genannt wird, solle seit Jahrhunderten im Ormsumpf hausen.

Im Ormsumpf sind durch den Untenweltfluß Magmoss unzählige alte, wertvolle Bücher gestrandet bzw. versumpft. Der riesige Drache, der einst auf der Flucht vor drachen-jagenden Rittern Schutz im Ormsumpf gefunden hatte, legte sich zum Schlafen also unvermeidlich auf einen Untergrund aus Büchern, und diese blieben nach und nach in seiner Schuppenhaut hängen und wuchsen dort fest.

Zunächst vergrößerte diese ganzkörperliche Bücherverschalung nur Umfang und Gewicht des Drachens, doch im Laufe der Jahre drangen die Sprache, das Wissen, der Geist und das Orm (das Orm ist ein zamonischer Fachbegriff für die substanzielle Inspirationsqualität eines literarischen Werkes) dieser Bücher in den Blutkreislauf des Drachen, und er konnte plötzlich denken und lesen.

Nathaviel verwandelte sich vom instinktgesteuerten Tier zu einem literarisch, philo-sophisch und wissenschaftlich hochgebildeten, polyglotten, weisen und gütigen Drachen, der keine sprechenden Lebewesen mehr fraß und auf jede Frage ein Antwort wußte. Zwar neigte er dazu, diese Fragen auf etwas kryptisch-orakelhafte Weise zu beantworten, doch dies mehrte nur seinen Ruhm bei den zahlreichen Ratsuchenden.

Der Lehrer weist seine Buchlingsschüler schließlich darauf hin, daß der Bücherdrache selbstverständlich nur eine Metapher für den Wunsch sei, alles Wissen ohne die Mühen des Lernens, wiederholten Übens, Memorierens und Schlußfolgerns zu erlangen. Als Hausaufgabe gibt er den Buchlingen gleichwohl auf, sich eine gute Frage für den Bücherdrachen auszudenken.

Hildegunst Zwei unterhält sich nach dem Unterricht mit einigen älteren Mitschülern, der sogenannten „Klassikerbande“, denn diese sechs Buchlinge tragen die Namen antiker Klassiker: Estrakos, Arkaneon, Eliastrotes, Eideprius, Steraphasion und Klosophes.

Beiläufig erwähnt Hildegunst Zwei, daß er eine gute Frage für den Bücherdrachen wisse. Estrakos hört sich aufmerksam diese Frage an und ist beeindruckt, und auch die anderen Klassiker bescheinigen Hildegunst Zwei eine erstaunliche Geistesreife. Deshalb weihen sie ihn in ihren Geheimbund der „Ormlinge“ ein und erzählen ihm, daß es den Bücherdrachen wirklich gebe und daß sie ihn selbst schon gesehen hätten.

Als Aufnahmeprüfung in den Bund der „Ormlinge“ soll Hildegunst Zwei den Bücherdra-chen im Ormsumpf aufsuchen, ihm seine Frage stellen und eines der ormgetränkten Schuppenbücher mitbringen. Sie geben ihm noch eine vage Wegbeschreibung mit, und dann überlassen sie den zukünftigen Ormling seinem Schicksal.

Als Leser merkt man selbstverständlich, daß die Klassiker den naiv-unerfahrenen Hildegunst Zwei veräppeln, aber jeder Buchling muß seine eigenen Erfahrungen machen – da können wir als Lesezeugen dem Jungbuchling nur die Daumen drücken.

Hildegunst Zwei macht sich tapfer auf den Weg in den Ormsumpf, und alleine dieses Bio-bibliotop mit seinem morastigen Boden, seinen seltsamen Gewächsen, seinen Bücher-blätterkompostschichten, gefräßigen Bücherwürmern und vielbeinigen größeren und kleineren Insekten und seinem die Weitsicht begrenzenden Bodennebel bietet mehr als genug Gefahren und Fallen für wenig wehrhafte Geschöpfe, wie Buchlinge es von ihrer schöngeistigen Wesensart her sind.

Nach einer stundenlangen mühsamen und zähflüssigen Wanderung, kurz bevor Hilde-gunst Zwei in Erwägung zieht, besser den Rückweg anzutreten, trifft er auf den Bücher-drachen Nathaviel. Dieser beginnt die launige Konversation mit dem unerwarteten Besucher zunächst einmal mit einem Diskurs zur Abstammung der Drachen von Vögeln.

Hildegunst empfindet angesichts des Bücherdrachens tatsächlich mehr Respekt als Angst, und das Gespräch zwischen Buchling und Drachen entwickelt sich recht ange- nehm. Der Bücherdrache ist wirklich enorm groß: Walter Moers verteilt die anschau- liche Illustration des langen Drachenleibes auf dreizehn Buchseiten hintereinander (Seite 93 – 106)!

Nathaviel erzählt Hildegunst Zwei bereitwillig seine Lebensgeschichte und reichert sie mit spannenden Details und amüsanten, persönlichen Drachenbefindlichkeiten an. Wir erfahr-en von der Verehrung und Verfolgung, die ihm wechselweise im Verlauf der zamonischen Historie widerfahren sind, sowie von den durchaus verständlichen Gründen für seine drastischen Selbstverteidigungsmaßnahmen gegen Bücherschuppen- räuber und seinem sich daran anschließenden Rückzug ins ungestörte – aber auch einsame – Reich der Legende.

Er beantwortet sehr weise und selbsterkenntnisfördernd die Frage des Buchlings, warum er selber kein Buch schreibe, und schwadroniert eloquent über die mühselige Arbeit, ängstliche Besorgnisse und inspirationsbedingte Schlafstörungen des Schrift- stellerdaseins im Vergleich zum unbeschwerten, freudig-gemütlichen Genuß des Lesers. Die Liebe des Bücherdrachens zur Sprache und zu kostbaren Wortschätzen ist dem Buchling (und der Rezensentin) höchst sympathisch und vertraut.

Doch nun weiß unser kleiner Buchling zuviel über die Stärken und Schwächen des Bücherdrachens, und Nathaviel kündigt an – nicht ohne ehrliches Bedauern –, Hildegunst Zwei leider töten zu müssen, denn er könne nicht riskieren, wieder von Scharen von Bücher- und Drachenjägern belästigt zu werden, wenn sich herumspräche, daß es den Ormdrachen wirklich gäbe.

Eine kurze Gnadenfrist bleibt Hildegunst Zwei, weil der Bücherdrache zunächst dringend ein Nickerchen machen muß. Damit der Buchling nicht fliehen kann, sperrt der Drache ihn einfach in seinem großen Maul ein. Er legt den Kopf auf den Boden, damit Hildegunst Zwei nicht in den Drachenmagen herabrutscht, und zieht die Lefzen hoch, damit der kleine Gefangene Luft bekommt.

Da sitzt also Hildegunst Zwei hinter einem Zahngitter, während der Drache seelenruhig und selbstgewiß seinem Drachenschlaf frönt. Indes, Rettung naht, denn die Klassiker-bande hat sich nach dem Verschwinden von Hildegunst Zwei fürsorglich und mit Gewissensbissen auf die Suche nach ihrem Klassenkameraden gemacht.

Wie und ob und mit welchen Folgen es den kleinen Helden gelingt, dem Bücherdrachen und dem Ormsumpf zu entkommen, werde ich jedoch nicht verraten …

Hildegunst von Mythenmetz beschert uns mit „Der Bücherdrache“ einen sprachverlieb- ten, spannenden, phantasievollen, geistreich-unterhaltsamen Roman, mit sehr leben- digen Charakteren, wohldurchkomponierter Handlungsdramaturgie und meisterhafter Dialogroutine. Schelmische literarische Anspielungen und selbstreferenzielle Zitate aus vorhergehenden Zamonienromanen zeigen Hildegunst von Mythenmetz ganz auf der Höhe seines ebenso ruhmreichen wie einfallsreichen und bücherliebhaberischen Könnens.

Dank Maestro Moers‘/Mythemetz‘ Doppelbegabung als Schriftsteller und Zeichner ist dieses Buch mit vielen filigranen, detailreichen Schwarz-weiß-Zeichnungen geschmückt. Jeder Kapitelanfang wird von einer feinen Initiale eingeleitet und mit einer Vignette abgeschlossen. Die Vorsatzblätter wimmeln vor vielgemusterten Bücherschuppen, daß dem Betrachter die Augen flimmern, und die ersten zehn Seiten des Romans sind als Graphik-Novelle gestaltet, sozusagen als Geschichte in der Geschichte, die nur ein Traum in einem Traum oder ein Buch in einem Buch ist …

Köstlich sind auch wieder die von Moers formulierten Anagramme berühmter Schrift-steller. Während sich die Mitglieder der Klassikerbande leicht entschlüsseln lassen: Estrakos ist Sokrates, Arkaneon ist Anakreon, Eliastrotes ist Aristoteles, Eideprius ist Euripides, Steraphasion ist Aristophanes und Klosophes ist Sophokles, verlangt die Buchstabenrekombinatorik angesichts einiger anderer erwähnter Schriftsteller etwas mehr Tüftelei. Oder wissen Sie auf Anhieb, wer sich hinter „Dölerich Hirnfiedler“, Ojann Golgo van Fontheweg“ und „Perla La Gadeon“ verbirgt ???

ACHTUNG!!! Jetzt gibt es hier ein GEWINNSPIEL:

Also, welche berühmten Schriftsteller verbergen sich hinter „Dölerich Hirnfiedler“, „Ojann Golgo van Fontheweg“ und „Perla La Gadeon“ ??? Wer diese drei Anagramme oder wenigstens eines davon löst, kann seine Gripsfindigkeit gerne in der Kommentarsektion kundtun und dabei sogar etwas gewinnen. Leider kann ich keine Bücherdrachenschuppen zur Belohnung verteilen, aber der PENGUIN Verlag war so großzügig, mir ein Verlosungsexemplar des „Bücherdrachens“ sowie drei Buchlings-Broschen zur Verfügung zu stellen. Wem es also gelingt, alle drei Anagramme zu lösen, der bekommt den Roman, und wer nur eine Anagrammlösung schafft, bekommt als Trostpreis eine Buchlings-Brosche. Bei mehreren richtigen Antworten, werde ich unter ormonös-notarieller Aufsicht, die Gewinner auslosen.

Ich werde die korrekte Lösung 48 Stunden nach der Publizierung meiner Rezension bekannt geben.

Nun ist es soweit und die richtige Lösung lautet:

  • Dölerich Hirnfiedler ist Friedrich Hölderlin
  • Ojann Golgo van Fontheweg ist Johann Wolfgang von Goethe
  • Perla La Gadeon ist Edgar Allen Poe

Die glückliche Gewinnerin wurde durch unbestechliches Auslosen ermittelt, und ich werde sie auf dem Kommentarwege benachrichtigen.

»Eine gute Frage erkennt man daran, dass sie das Rätsel erkannt hat, welches einer befriedigenden Erklärung bedarf.« (Seite 27)

Möge das Orm mit Ihnen sein!

 

Hier entlang zum Buch und zum Buchtrailer auf der Verlagswebseite:
https://www.randomhouse.de/Buch/Der-Buecherdrache/Walter-Moers/Penguin/e541770.rhd

 

„Der Bücherdrache“ empfiehlt sich auch vorzüglich als Auditüre! Der Sprecher Andreas Fröhlich erweist sich auch im Ormsumpf als virtuoser Interpret von Hildegunst von Mythenmetz und verstimmlicht den kleinen Buchling Hildegunst Zwei, die Mitglieder der Klassikerbande und den belesenen und kommunikativen Bücherdrachen mit ebenso viel spielerischem Tiefsinn wie mit einfühlsamen und feinsinnig-schelmischen Klangnuancen einschließlich ausgesprochen überzeugender drachenspezifischer Atemakustik.

Der Bücherdrache
von Walter Moers
Gelesen von Andras Fröhlich
Produktion: Der Hörverlag März 2019 http://www.hoerverlag.de
Vollständige Lesung
Laufzeit: 4 Stunden, 25 Min.
4 CDs im Pappklappschachtel
ISBN 987-3-8445-3323-1
20,00 € (D), 20,60 € (A), 28,90 sFr.

Hier entlang zum Hörbuch und zur HÖRPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.randomhouse.de/Hoerbuch/Der-Buecherdrache/Walter-Moers/der-Hoerverlag/e553301.rhd

 

Hier entlang zur Zamonien-Webseite: http://www.zamonien.de/

 

Der Autor:

»Der Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz ist der bedeutendste Großschriftsteller Zamoniens. Berühmt wurde er durch seine 25-bändige Autobiographie «Reiseerinnerungen eines sentimentalen Dinosauriers», ein literarischer Bericht über seine Abenteuer in ganz Zamonien und vor allem in der Bücherstadt Buchhaim.
Sein Schöpfer Walter Moers hat sich mit seinen phantastischen Romanen weit über die Grenzen des deutschen Sprachraums hinaus in die Herzen der Leser und Kritiker geschrieben. Alle seine Romane wie «Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär», «Die Stadt der Träumenden Bücher», «Der Schrecksenmeister» und zuletzt «Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr» sowie «Weihnachten auf der Lindwurmfeste» waren Bestseller.«

 

Der Vorleser:

»Andreas Fröhlich wurde 1965 geboren und hatte bereits mit sechs Jahren seinen ersten Hörspielauftritt. Seine wohl bekannteste Rolle ist die des Bob Andrews für die Hörspiel-serie „Die drei Fragezeichen“. Andreas Fröhlich lebt in Berlin und arbeitet als Schau-spieler, Synchron- und Hörspielsprecher, Synchronregisseur sowie Dialogbuchautor.«

 

Querverweis:

Hier entlang zu meinen vorhergehenden Moers-Mythenmetz Rezensionshuldigungen:

Zum ersten Zamonien-Roman: Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2013/12/25/die-13½-leben-des-kaptn-blaubar/
zum zweiten: Ensel & Krete
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/02/05/ensel-und-krete/
zum dritten: RUMO
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/05/28/rumo/
sowie zum siebten Streich: Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/11/01/prinzessin-insomnia-der-alptraumfarbene-nachtmahr/
zum achten Lesehäppchen: Weihnachten auf der Lindwurmfeste
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/12/22/weihnachten-auf-der-lindwurmfeste/

 

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/
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48 Kommentare zu “Der Bücherdrache

  1. Friedrich Hölderlin und Johann Wolfgang von Goethe, nur Perla müsste ich googlen 😉 Ich kann es kaum erwarten, das Buch bald endlich selbst zu verschlingen, um danach wie ein vollgestopfter Buchling in der Ecke zu liegen 😀 ❤ Danach werde ich Deine Besprechung auch nochmal in Ruhe lesen. Ich habe zwar beim Überfliegen dankbar festgestellt, dass Du nichts Entscheidendes verrätst, aber ich will mich soweit es geht überraschen lassen!

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    • Liebe Buchlingsbegeisterte,
      herzlichen Dank für Dein ausdrückliches Entzücken! :mrgreen:
      Leider sind die Würfel bezüglich der Verlosung unter den richtigen Anagrammlösungen schon gefallen, da die 48-Stunden-Frist für die Beantwortung abgelaufen ist.
      Gerne schicke ich Dir jedoch als Trostpreis eine Buchlingsbrosche, wenn Du mir per E-Post Deine Postanschrift mitteilst.

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      • Das kommt davon, wenn man den Artikel nur überfliegt 😄 Hatte es mir auch schon fast gedacht, weil er ja schon länger online war… Ich freue mich aber sehr, dass Du mir eine Brosche geben möchtest, das ist wirklich sehr, sehr lieb ❤️ Ich schicke Dir heute Abend oder spätestens morgen vormittag meine Adresse per Mail! Danke nochmal & Wissen ist Nacht!

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  2. Die ausführliche Buchbeschreibung macht Laune auf den Bücherdrachen. Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär habe ich geliebt, Ensel und Krete und der Schrecksenmeister gefielen mir auch gut. Rumo fand ich noch besser und ich konnte richtig in die Welt eintauchen und mitfiebern, auch wenn es stellenweise doch sehr brutal zuging. Die Stadt der träumenden Bücher war hingegen so gar nicht meins. Ich kann mit Hildegunst von Mythenmetz irgendwie gar nichts anfangen. Das und die Tatsache der teilweise recht ernüchternden Rezensionen der folgenden Bücher hatte mich dann abgeschreckt, noch weitere von Moers zu lesen. Aber die Rezension macht neugierig und es klingt und nach einem spannenden Buch. Friedrich Hölderlin, Johann Wolfgang von Goethe und Edgar Allen Poe sind die gesuchten Schriftsteller.
    Viele Grüße
    Sandra

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    • Es freut mich, liebe Sandra,
      daß Dich meine Besprechung zur Lektüre des „Bücherdrachens“ verführt. Da Du mit der Figur des Hildegunst von Mythenmetz nicht so recht warm werden kannst, wird es Dir entgegenkommen, daß er im Bücherdrachen nur eine bescheidene Nebenrolle spielt.
      Dank Deiner richtigen Anagammlösungen bist Du nun auch im Auslosetöpfchen.
      Nachtaktive Grüße von mir an Dich

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  3. Ich muss gestehen, dass ich vom Bücherdrachen irgendwie enttäuscht war. Mich hat die Geschichte einfach nicht gepackt, ich fand sie irgendwie langatmig und der Spannungsbogen war auch eher so meh… vor allem das Ende hat mich enttäuscht. Keine Ahnung, für mich hat Moers mit der Stadt der träumenden Bücher die Messlatte so derart hoch gelegt, dass er sie seitdem selbst nicht mehr erreichen konnte 🙈 Was mich allerdings durchaus wieder hoffen ließ, war die Leseprobe vom nächsten Roman (Insel der 1000 Leuchttürme) – die hatte für mich gefühlt dreimal mehr Atmosphäre als der Bücherdrache und klang gewohnt bizarr-abenteuerlich-phantastisch-amüsant-einfallsreich-mythenmetzisch. Ich hoffe der Rest des Buches wird genauso, dann hat mich das Duo Mythenmoers wieder im Sack! 😁

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    • Da kann man doch mal wieder sehen, wie unterschiedlich Lektüren wahrgenommen werden, und ich danke Dir für Deine ehrliche Resonanz.
      Ich hatte viel Vergnügen mit dem Bücherdrachen und fand ihn keineswegs langatmig, allenfalls hätte die Geschichte ruhig noch etwas länger sein können.
      Tatsächlich lasse ich mich zunächst auf jedes Zamonien-Buch als Einzelwerk ein und hege keine Erwartung, daß es wieder so wird wie der Blaubär oder Die Stadt der träumenden Bücher, denn ich mag einfach grundsätzlich schon Moers/Mythenmetz‘ Stil und ergötze mich gerne an seinem Wortwitz.
      Immerhin bist Du nach wie vor aufgeschlossen für Mythenmoers und vorfreust Dich – Dank der Leseprobe im Anschluß an den Bücherdrachen – auf das angekündigte neue Buch „Die Insel der 1000 Leuchttürme“. 🙂

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  4. Eine liebevolle Buchbesprechung, wie das Buch selber zauberhaft ist! Liebe Ulrike, ich bin ganz sicher, dass sich diese Fabelwesen ebenfalls in unserer Familienbibliothek herumtreiben, denn immerhin stehen dort uralte Bücher, über Klassiker, bis hin zur Science Fiction im 10.000er Umfang. 😉 Kerzenlicht gibt es dort freilich nur selten, aber dafür werden die kleinen Racker sicher selbst sorgen. 🙂

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    • Herzensdank, lieber Arno,
      für Dein Wohlgefallen an meiner Buchbesprechung und am Bücherdrachen
      selbst.
      Es wäre gewiß eine märchenhafte Bereicherung, wenn in Eurer Familien- bibliothek Buchlinge den einen oder anderen Leseimbiß verkosten würden. Schau doch einfach mal nachts heimlich nach, ob Kerzenlicht flackert und ob es nach Steinpilzen, Leder, Rosmarin, uraltem Papier und Bittermandel riecht, denn dies ist der typische Duft der Buchlinge. Vielleicht hörst Du dann auch, wie sie gekonnt aus Deinen Bücherschätzen rezitieren … :mrgreen:

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  5. Jetzt bloß nicht zuerst die Kommentare lesen, lieber erst einmal rätseln, ich komme auf Johann Wolfgang von Goethe, Dölerich Hirnfiedler lässt sich in Friedrich Hölderlin verwandeln, bliebe noch Perla La Gadeon … das war der schwierigste Name, ich komme auf Edgar Allen Poe – das war doch jetzt eine schöne Hirnakrobatik am frühen Morgen!
    Liebe Grüße
    Ulli

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  6. Da ist sie also, die heißersehnte Fortsetzung! Dir habe ich meine Bekanntschaft mit und Begeisterung (mit der Einschränkung, daß mir manche Kapitel etwas zu langatmig sind) für Zamonien und Hildegunst zu verdanken. Ich bin allerdings nur durch die Stadt und das Labyrinth der träumenden Bücher gewatet. Erscheint Hildegunst auch in den vorherigen Bänden, oder geht es dort um andere, mit Zamonien verbundene Protagonisten?

    Ich bin auch neugierig zu erfahren, ob Du einen Lieblingsband in der Reihe hast.

    Gefällt 2 Personen

    • Es freut mich sehr, liebe Tanja,
      daß ich Dir die lohnende Lesebekanntschaft mit Hildegunst von Mythenmetz vermitteln konnte.

      Ich mag alle Zamonien-Romane, die ich gelesen habe, nur der Schrecksenmeister hat mich bisher noch abgeschreckt.

      Am liebsten habe ich den ersten Band „Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär“, den zweiten Band „Ensel & Krete“ und „Die Stadt der träumenden Bücher“. Doch wenn ich erst einmal auf Lesereise in Zamonien unterwegs bin, gefällt mir alles, und ich finde kein Kapitel langatmig oder zuviel.

      Hildegunst erscheint zum ersten Mal in „Ensel & Krete“ und zeigt sich dort – metafiktiv – sogleich von seiner schriftstellerisch-selbstherrlichen Art und lästert köstlich über Literaturkritiker ab.

      Im Blaubär gibt es Rettungsflugsaurier, aber die haben keine literarischen Neigungen wie die Lindwürmer. Außerdem gibt es ein faszinierendes Panoptikum von Daseinsformen: Tratschwellen, hochintelligente mehrgehirnige Eydeeten, unzuverlässige Stollentrolle, wehrhafte Wolpertinger, nomadisierende Gimpel, niedliche Fhernhachen Halbzwerge, vorwitzige Tabakhütchen, die unvergeßliche 16 U usw. usf.
      Meiner Ansicht nach gehören die Zamonien-Bücher zur seltenen und eigenwilligen Gattung der PHANTASIA KOMPLEXIENSIS.

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      • Herzlichen Dank für die tiefergehenden Erklärungen, liebe Ulrike. Vielleicht muß ich mich Käpt’n Blaubär und Ensel&Krete doch noch bekanntmachen, aber wahrscheinlich wird das noch eine Weile dauern. Den Bücherdrachen werde ich mir aber nicht vorenthalten.

        Mir gefallen der Erzählstil und die wunderbaren, skurrilen Details und Beschreibungen auch, aber im letzten Band gab es für meinen Geschmack zu viele Einzelheiten über den Puppetismus, was ich mit langatmig meinte. Aber das ist natürlich Geschmacksache.

        Ich freue mich jedenfalls sehr darauf, mir den Folgeband beim nächsten Deutschlandaufenthalt selbst zu schenken.

        Lang lebe die Gattung PHANTASIA KOMPLEXIENSIS.

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      • Gern geschehen, liebe Tanja.
        Diverse Rezensionen, die ich zum „Labyrinth der träumenden Bücher“ gelesen habe, kritisieren die ausschweifenden Einzelheiten zum Puppetismus und die Tatsache, daß Passagen aus der „Stadt der träumenden Bücher“ in diesem Zusammenhang noch einmal nacherzählt werden. Aber das ist, wie Du schon sagtest, Geschmackssache.

        Lang lebe die moerseske PHANTASIA KOMPLEXIENSIS!

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  7. Wortes Laerm hat wirklich eine besondere Begabung. Die ausgesprochen seltene Fähigkeit, Texte aus dem Zamonischen zu übertragen und zeichnerisches Talent. Dieses neue Mythenmetzsche Werk hat offensichtlich wirklich vieles zu bieten, was ein leselustiges Erlebnis fördert. Eine schön gestrickte Geschichte und originell-liebenswürdige Protagonisten. Man muss hier durchaus nicht zwischen den Zeilen lesen, um deine Lesefreude klar und deutlich wahrzunehmen. 😀
    Bei aller Wortverspieltheit besteht bei diesem Buch auch bestimmt eine gute Chance, dass sich einiges erst beim Wiederlesen erschließt.
    Das Gewinnspiel habe ich übrigens – aus Gründen, die ich hier nicht erörtern möchte – abgeschrieben. 😉

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    • Ha, das ist eine wortköstliche Idee von Dir Walter Moers zu anagrammieren – Wortes Laerm!! 😀 Ich bin entzückt! Nun, muß ich mir wohl noch einen Sonderpreis für Dich ausdenken … 😉
      Ja, meine Lesefreude angesichts des Bücherdrachens ist wohl nicht zu übersehen, und ich kann bestätigen, daß Relektüren von Zamonien-Romanen das Lesevergnügen tatsächlich vertiefen.
      Wortes Laerms epische Präzision und die phantasievoll-einfallsreichen Details seiner Zamonien-Romane sind bewundernswert.
      Verbindlichen Dank für Deine stimmige und wortspielerische Resonanz! :mrgreen:

      Gefällt 5 Personen

  8. Was für eine schöne Besprechung, die mir jetzt richtig Lust auf den neuen Mythenmetz gemacht hat, nachdem mich die Besprechungen zu den letzten Werken eher abschreckten.

    Die Anagramme habe ich schon immer bei der Stadt der träumenden Bücher geliebt und eifrig gerätselt. Manche erkennt man sofort: Fontheweg ist Johann Wolfgang von Goethe und Hirnfiedler ist Friedrich Hölderlin. La Gadeon gehört schon in die schwierigere Kategorie – dabei verbirgt sich dahinter einer meiner Lieblingsautoren, nämlich Edgar Allan Poe.

    So, und nun möchte ich noch viel mehr Anagramme entdecken 😀

    Gefällt 3 Personen

    • Vielen Dank für Dein löbliches Wohlgefallen an meiner Besprechung.
      Ich sehe schon, da spricht eine zamonisch-eingeweihte Leserin.
      Jedenfalls bist Du nun im Lostöpfchen!
      Und als Zugabe-Anagramm kannst Du Dich gerne noch an „Nathaviel“ austoben. 😀

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      • Das ist der Leviathan. 😀 Ich hab schon zu viel Zeit in Buchhaim verbracht. Leider ist die letzte Reise dorthin schon wieder zu lang her.

        Ich finde es aber auch sehr gut, dass Moers wieder selbst gezeichnet hat. Mir haben die Illustrationen von Lydia Rode an sich zwar gefallen, aber sie passen nicht zu allen Zamoniengeschichten (und schon gar nicht zu einem so markanten Erzähler wie Mythenmetz und den engen Gassen oder Katakomben Buchhaims).

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      • Leviathan ist richtig! 😀
        Tja, mehr Anagramme habe ich nun nicht griffbereit, aber Du hast Dein Können hier schon gut genug bewiesen.

        Die Illustrationen von Lydia Rode sind einfach bunter und femininer. Ich finde auch, daß sich die Scharz-weiß-Illustrationen von Maestro Moers besser ins Ambiente von Buchhaim fügen.

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      • Liebe Kathrin,
        das LOS fiel auf Dich.
        Meinen buchlingsherzlichen Glückwusch!
        Deine Postanschrift entnehme ich Deinem Blog-Impressum, und nächste Woche lasse ich den Bücherdrachen zu Dir fliegen.
        Nachtaktive Grüße von
        Ulrike

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      • Oh, liebe Ulrike, das ist eine ganz tolle Neuigkeit zum Wochenende! 🙂 Damit habe ich jetzt tatsächlich nicht gerechnet bei so vielen talentierten Anagramm-Lösern – und eigentlich hatte ich auch nur aus Spaß am Rätseln mitgemacht. Aber damit hast du mir nun den richtigen Lesestoff für die Ostertage beschert. Wie sehr freue ich mich auf das Wiedersehen mit den liebenswerten Buchlingen!
        Aber bevor ich mich hier noch in mythenmetzschen Abschweifungen verliere, sage ich einfach von Herzen DANKE und wünsche dir einen zauberhaften Sonntag!
        Liebe Grüße
        Kathrin

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  9. Also bei Fontheweg würde ich’s Ufer Theodor Fontane tippen, aber bei den anderen bin ich raus.😂😂
    Aber vielen Dank für die Rezi. Ich war schon am Überlegen, ob ich nicht doch wieder einsteige in die Welt von Zamonien. Ich hatte aufgehört, da ich vom Labyrinth der träumenden Bücher echt enttäuscht war. Vielleicht sollte ich doch wieder… 😉

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      • Anagramme sind nicht meine Stärke, weswegen sich mir nur der werte Goethe direkt vor meinen Augen entfaltete. Für die beiden anderen zog ich bequemerweise das Zamonien-Wiki zu Rate … *hust*
        Es liegt mir eher, Namen spielerisch zu umschreiben, was durchaus die eine oder andere Eigenschaft der Person hervorzuheben vermag (Jan Hus beispielsweise mit „doppelgesichtige Gans“ oder Christian von Aster mit „Calvino Asterion“).

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