Petronella Apfelmus, Band 6

  • Schnattergans und Hexenhaus
  • von Sabine Städing
  • illustriert von Sabine Büchner
  • Boje Verlag, September 2018  www.boje-verlag.de
  • gebunden
  • mit LESEBÄNDCHEN
  • 208 Seiten
  • 13,00 €
  • ISBN 978-3-414-82514-8
  • Kinderbuch ab 8 Jahren zum Selberlesen
  • ab 5 Jahren zum Vorlesen

MILCHSTRASSENSTREUSEL  &  HEIDELBÄREN

Kinderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Die Zwillinge Lea und Luis Kuchenbrand haben ein zauberhaftes Geheimnis; seit sie mit ihren Eltern in das alte Müllerhaus mit dem schönen halbverwilderten Garten gezogen sind, pflegen sie eine außergewöhnliche Freundschaft mit Petronella Apfelmus, der Hüterin der alten Apfelbäume. (Siehe meine Besprechung des ersten Bandes: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/01/07/petronella-apfelmus/ )

Die Eltern halten Petronella für eine etwas schrullige Nachbarin; nur die Kinder wissen, daß Petronella eine Apfelhexe ist. Gerne besuchen sie Petronella und ihren Freund und Mitbewohner, den Hirschkäfer Lucius, in ihrem Wohnapfel. Mit Hilfe von Petronellas magischer Strickleiter wird man nämlich beim Hinaufklettern immer kleiner und paßt schließlich bequem in einen Apfelinnenraum, und beim Hinabklettern wächst man wieder in seine normale Größe zurück. Außerdem sind sie auch vertraut mit den kleinen ebenso fleißigen wie eigenwilligen Apfelmännchen, die Petronella bei der Pflege des großen Gartens helfen.

Illustration von Sabine Büchner © Boje Verlag 2018

Im vorliegenden Band berichten Lea und Luis Petronella freudestrahlend, daß sie in den Sommerferien Urlaub auf einem Bauernhof in der Heide machen werden. Da es schon bald losgeht, bitten sie Petronella, sich während ihrer Abwesenheit um ihre kleine Hühnerschar zu kümmern. Dies ist für Petronella eine leichte Übung, zumal sie mit allen Tieren sprechen kann. Für die Reise gibt sie den Kindern Milchstraßenstreusel mit, damit sie bei Bedarf den schnellsten Weg zur nächstgelegenen Hexe finden. Denn wie es der Zufall will, wohnt Petronellas Cousine Erika, raffiniert versteckt, in einem Hexen- häuschen in der Heide.

Lea und Luis fühlen sich auf dem Bauernhof schnell heimisch. Lea begeistert sich für die vielen Tiere und freundet sich besonders mit den beiden zutraulichen Gänsen Frida und Fritz an. Luis hofft, daß er einmal auf dem Traktor mitfahren darf, und der freundliche Sohn von Bauer Erdmann will dies für ihn arrangieren.

Alles wäre wunderbar, wenn da nicht die Ferienwohnungsnachbarn, die Familie Brumm-mund mit ihren beiden sehr nervigen Kindern, wären. Schon kurz nach der Ankunft auf dem Bauernhof machen Lea und Luis unangenehme Bekanntschaft mit Rita und Knut Brummmund, die nicht nur gerne andere Kinder ärgern, sondern sich auch bei den Tieren rücksichtslos austoben – wobei zu erwähnen ist, daß sich Lea und Luis durchaus zu wehren wissen.

Petronella kämpft derweil ihre eigenen Kämpfchen aus, denn sie hat für einige schwere-re Gartenarbeiten einen Gartenzwerg engagiert, und es bedarf einiger diplomatischer Verhandlungen, bis die dramatischen Mißverständnisse und unterschiedlichen gärt- nerischen Auffassungen zwischen Apfelmännchen und Zwerg harmonisiert sind.

Die Bauernhof-Feriengäste nehmen an einer typischen Heidekutschfahrt teil und pflücken bei dieser Gelegenheit an der Rast- und Picknickstelle eifrig Heidelbeeren. Rita und Knut spielen mit einem Brennglas und entfachen auf dem trockenen Waldboden ein Feuer, das mit den vereinten Kräften der Familie Kuchenbrand und der Kutscher gerade noch gelöscht werden kann. Lea und Luis sind empört, zumal die kleinen Brandstifter trotz der elterlichen Strafpredigt keineswegs Reue erkennen lassen.

Nach der Rückkehr zum Bauernhof beäugt Lea mißtrauisch das weitere Verhalten der nachbarlichen Quälgeister. Alle haben in diversen Gefäßen Heidelbeeren mitgebracht, und die Quälgeist-Geschwister haben u.a. eine kleine Bonbondose mit Heidelbeeren auf ihrer Terrasse liegengelassen. Lea bemerkt, daß sich diese Dose bewegt. Als sie heimlich mit Hilfe ihres wohlweislich mitgebrachten Feensteins in diese Dose schaut, zeigt sich ihr ein kleines dickliches, blaues Wesen. Gemeinsam mit Luis beschließt sie, daß nun guter Hexenrat gefragt ist.

In der Nacht finden die Kinder dank Petronellas Milchstraßenstreusel auf geheimnis- vollen Pfaden Cousine Erika, und diese verhilft den Kindern zu einem informativen, zauberhaft kabellosen Telefongespräch mit Petronella. So erfahren sie, daß ein echter Heidelbär also ein Heidelbeeren-Pflanzenschutzgeist in die Sammeldose geraten ist. Nun müssen Lea und Luis einen Plan aushecken, um diesen Heidelbären zu retten.

Illustration von Sabine Büchner © Boje Verlag 2018

Da die schrecklichen Feriennachbarn mit den Vorbereitungen für ihre Abreise sehr abge-lenkt sind, gelingt es Lea und Luis, die Dose mit dem Heidelbären zu entwenden. Doch kurz vor der Abfahrt kaufen die Brummmunds zwei Gänse vom Hof, die Herr Brumm-mund für seine Jubiläumsfeier als Gänsebraten haben möchte. Ausgerechnet Rita und Knut dürfen diese Gänse auswählen, und sie entscheiden sich hämisch für die beiden Gänse, mit denen sich Lea und Luis angefreundet haben.

Doch da haben die Fieslinge die Rechnung ohne Petronella Apfelmus gemacht, deren hexenbesengeschwinde Interventionen ebenso den Heidelbären wieder zu seinen Heidelbeersträuchern expediert, wie sie die Gänse dazu überredet, zum Müllerhaus und zum dazugehörigen Mühlteich zu fliegen, um dem Schicksal als Gänsebraten erfolgreich zu entfleuchen.

Als die Kuchenbrands gut erholt aus dem Urlaub zurückkehren, staunen die Eltern über die beiden Gänse, die sich in ihrem Garten niedergelassen haben, und Lea und Luis freuen sich mitwisserisch und dankbar über dieses lebendige Andenken an ihren Urlaub auf dem Bauernhof.

Die Autorin Sabine Städing erzählt auch den sechsten Band von Petronella Apfelmus in leichtem, heiterem Tonfall mit spielerischem Tiefsinn, an- schaulicher Dramaturgie und großer Warmherzigkeit. Phantasievolle Details und lustige gereimte Zaubersprüche runden das Lese- und Vorlesevergnügen apfelmusisch ab.

Die knuffigen Schwarz-weiß-Illustrationen von Sabine Büchner greifen den heiteren Tonfall auf und übertragen ihn in spannende und märchenhafte Szenerien mit detailgetreuen amüsanten Charakterzeichnungen.

Beiläufig vermittelt jedes Petronella-Abenteuer zudem Achtsamkeit und Respekt für die Natur und ihre sichtbaren und unsichtbaren Gaben. Alle Probleme werden mit kommunikativer Kompetenz, Einfühlungsvermögen und Zivilcourage sowie einigen Prisen magischer Nachhilfe gemeistert.

Die Petronella-Apfelmus-Buchreihe ist einfach buchstäblich und illustra- torisch apfelrundherum gelungen und vermittelt Kindern zauberhaft-vergnügliche, naturverbundene und lebenswertvolle Herzensbildung.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.luebbe.de/boje/buecher/kinderbuecher/petronella-apfelmus/id_6434114

Hier entlang zum Hörbuch und zur HÖRPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.luebbe.de/luebbe-audio/hoerbuecher/kinderbuecher/petronella-apfelmus-schnattergans-und-hexenhaus/id_6434174

 

Illustration von Sabine Büchner © Boje Verlag 2018

Hier finden Sie zum ersten Band von Petronella Apfelmus:
Verhext und festgeklebt

https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/01/07/petronella-apfelmus/
Hier zum zweiten Band:
Zauberschlaf und Knallfroschchaos

https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/03/25/petronella-apfelmus-band-2/
Zum dritten Band:
Schneeballschlacht und Wichtelstreiche

https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/12/11/petronella-apfelmus-band-3/
Zum vierten Band:
Zauberhut und Bienenstich

https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/06/04/petronella-apfelmus-band-4/
Zum fünften Band:
Hexenbuch und Schnüffelnase
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/10/03/petronella-apfelmus-band-5/

Sowie zum apfelmusigen weihnachtlichen Back- und Bastelbuch mit Petronella:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/12/06/petronella-apfelmus-mein-weihnachtliches-back-und-bastelbuch/

 

Die Autorin:

»Sabine Städing wurde 1965 in Hamburg geboren und hat sich schon als Kind gerne Geschichten ausgedacht. Nach ihren drei Büchern rund um das Mädchen Magnolia Steel, das herausfindet, dass sie eine Hexe ist, schreibt sie inzwischen Bücher für jüngere Kinder. Auch in ihrer aktuellen Buchreihe steht mit Petronella Apfelmus wieder eine Hexe im Mittelpunkt.« http://www.sabinestaeding.de/

Die Illustratorin:

»Sabine Büchner, geb. 1964, studierte Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Illustration in Wuppertal und Animation an der HFF in Babelsberg. 2006 erhielt sie das Troisdorfer Bilderbuchstipendium und ist seitdem als freie Illustratorin für verschiedene Verlage tätig. Mit ihren so liebevollen wie witzigen Bildern hat sie Petronella Apfelmus und ihrer Welt vom ersten Band an einen ganz eigenen Zauber verschafft.«

 

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Geister auf der Metropolitan Line

  • Eine Peter-Grant-Story
  • von Ben Aaronovitch
  • Originaltitel: »The Furthest Station«
  • Deutsch von Christine Blum
  • Krimi mit magischen Elementen
  • DTV Verlag   Mai 2018   www.dtv.de
  • 176 Seiten
  • 8,95 € (D), 9,20 € (A)
  • ISBN 978-3-423-21733-0

GESPENSTISCHES  INTERMEZZO

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Dieses neue Peter-Grant-Buch tanzt aus der Reihe und buchstabiert die Freuden und Leiden magischer kriminalistischer Ermittlungsarbeit auf nur 176 Seiten, weshalb die Geschichte diesmal als Kurzroman firmiert und nicht als der zu erwartende 7. Band. „Geister auf der Metropolitan Line“ ist ein amüsant-spannender Leseimbiß, der wie eine harmlose Vorspeise zu einem später zu servierenden dramatischen Hauptgericht wirkt.

Für den Peter-Grant-Leseneuling genügt vorab die Information, daß es bei der Metro- politan Police von London eine geheime Ermittlungsabteilung für Kriminalfälle mit übersinnlichen Elementen gibt. Police Constable Peter Grant erwies sich vor einiger Zeit als magisch begabt, und dies beförderte ihn umgehend ins Folly, den Wohn- und Studiensitz der Abteilung „Spezielle Analysen“, und unter die distinguierten Fittiche von Detective Chief Inspector Thomas Nightingale, seines Zeichens letzter lebender Zaubermeister von England.

Peter Grant ist noch in der Ausbildung, denn die gewöhnliche kriminalistische Kompe- tenz wird durch praktische und theoretische Magie, Sprachstudien in Latein und Alt- griechisch, Zaubersprüche und sehr übungsintensive, äußerste Präzision erfordernde magische Erkennungs- und Verteidigungstechniken ergänzt. Wer es detaillierter wissen möchte, möge sich bitte zu meiner Besprechung des ersten und zweiten Bandes bemühen: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2013/08/14/die-flusse-von-london/
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2013/08/21/schwarzer-mond-uber-soho/

Versüßt wird Peter Grants harte Arbeit immerhin durch angenehme Bekanntschaften mit sehr attraktiven personalisierten Londoner Flußgöttinnen, die – wenn es im Interesse ihrer kapriziösen naturgeistigen Belange ist – gelegentlich auch bei den Ermittlungen mitwirken oder ihre Kontakte zu diversen magischen Wesen spielen lassen.

Peter Grant ist an harte Kaliber magischer Gegner gewöhnt, und ein bißchen U-Bahn- Fahren, um den gehäuft eingehenden Meldungen von Geisterbegegnungen in der Metropolitan Line nachzugehen, fällt eher unter Kinderspiel. Zwar wurden einige Fahr- gäste von den Geistern beleidigt, aber es gab keine ernsthaften Angriffe. Seltsamer- weise konnten sich die Zeugen schon kurze Zeit nach dem Vorfall an keine Details mehr erinnern und sagten nur aus, daß der Geist sich einfach in Luft aufgelöst habe.

Während Peter U-Bahn fährt, um selbst einem solchen Geist zu begegnen, analysiert seine vorwitzige Cousine Abigail, die auch bereits eine verdächtige Magiebegabung erkennen läßt und zudem auch noch bessere Fortschritte in Latein macht als er selbst, die Standorte der Geistervorkommnisse, die Streckenführung usw., um ein eventuelles Bewegungsmuster der Geister herauszufinden.

Mit etwas Geduld und guter Fügung entdeckt Peter ein Geisterkind in der U-Bahn und kann es befragen. Das viktorianisch gekleidete Mädchen erklärt ihm bereitwillig, daß es vom Palastmeister des Glaspalastes ausgeschickt worden sei, um mit einem Polizisten zu sprechen und ihm eine Geschichte zu erzählen.

Diese Geschichte ist etwas blumig und märchenhaft, aber Peter schlußfolgert, daß es sich um eine aktuelle, unentdeckte Entführung handelt. Das Geistermädchen betont noch einmal, wie wichtig es sei, die „Prinzessin“ aus dem Kerker zu retten, der genau neben dem Glaspalast liege, und daß schon mehrere Geisterboten ausgeschickt worden seien, die sich aber wohl verirrt und ihren Auftrag nicht erfüllt hätten, – und dann löst sich die kleine Informantin in Luft auf.

Nachforschungen in der Magischen Bibliothek des Folly führen zu George Buckland, Esquire, einem magischen Praktizierenden aus dem 18. Jahrhundert, der Geister in „Rosenglas“ fangen und aufbewahren konnte. Entließ man diese Geister in die Freiheit, zerfielen sie nach kurzer Zeit. Das Pfarrhaus, in dem er einst lebte, gibt es immer noch.

Keine Frage, daß es wirklich eine Entführung gab, und keine Frage, daß ganz normale polizeiliche Ermittlungsarbeit, gewürzt mit ein paar zauberhaften Nachhilfeschubsern, nun zur erfolgreichen Rettung und Aufklärung führen.

Das ist wirklich einmal ein recht entspannter Fall mit glimpflichem Ausgang. Der Autor erzählt diese Geschichte in lockerem Plauderton und mit lebhaften Dialogen. Wie in den Vorgängerbänden ergeht er sich zudem in selbstironischen Randbemerkungen zu polizeilicher Kundenorientierung und in knackig formulierter Kritik an unansehnlichen architektonischen Verirrungen der Gegenwart.

»Der vorläufige Tiefpunkt ist ein ungeschlachtes Einkaufszentrum aus rotem Backstein schräg gegenüber vom Bahnhof, das sehr geschickt einen kompletten Mangel an Ästhetik mit völliger Nichtbeachtung eines praktischen Daseinszwecks verbindet.«
(Seite 69)

Ben Aaronovitch serviert eine schriftstellerische magische Mischung, in der sich Überraschungs-, Gänsehaut- und Schmunzeleffekte angenehm abwechseln. Lassen Sie sich beGEISTERN … !

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.dtv.de/buch/ben-aaronovitch-geister-auf-der-metropolitan-line-21733/

Hier entlang zur interessanten und informativen DTV-Webseite zur Peter-Grant-Serie:
https://www.dtv.de/special-ben-aaronovitch-urban-fantasy/startseite/c-184

Und hier geht es zu den vorhergehenden magieverdächtigen Fällen von Peter Grant:

Band 1: DIE FLÜSSE VON LONDON
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2013/08/14/die-flusse-von-london/
Band 2: SCHWARZER MOND ÜBER SOHO
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2013/08/21/schwarzer-mond-uber-soho/
Band 3: EIN WISPERN UNTER BAKER STREET
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2013/08/28/ein-wispern-unter-baker-street/
Band 4: DER BÖSE ORT
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/04/30/der-bose-ort/
Band 5: FINGERHUT-SOMMER
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/09/14/fingerhut-sommer/
Band 6: DER GALGEN VON TYBURN
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/07/27/der-galgen-von-tyburn/

Der Autor:

»Ben Aaronovitch wuchs in einer politisch engagierten, diskussionsfreudigen Familie in Nordlondon auf. Er hat Drehbücher für viele TV-Serien, darunter „Doctor Who“, ge- schrieben und als Buchhändler gearbeitet. Seine Urban-Fantasy-Serie um Peter Grant ist nicht nur in Großbritannien, sondern auch in Deutschland sensationell erfolgreich und führt regelmäßig die Bestsellerlisten an. Inzwischen widmet sich Ben Aaronovitch ganz dem Schreiben, zur Freude seiner zahlreichen Fans. Er lebt nach wie vor in London.«

 

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Petronella Apfelmus, Band 3

  • Schneeballschlacht und Wichtelstreiche
  • von Sabine Städing
  • Mit Illustrationen von SaBine Büchner
  • Boje Verlag    November 2015   www.boje-verlag.de
  • 208 Seiten
  • gebunden
  • laminierter Pappband
  • mit zartfliederfarbenem LESEBÄNDCHEN
  • 13,00 € (D), 13,40 € (A), 18,90 sFr.
  • ISBN: 978-3-414-82427-1
  • ab 8 Jahren
    Petronella Apfelmus, Band 3 Titelbild

W I C H T E L W I R R E N

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Die Zwillinge Lea und Luis freuen sich schon sehr auf das Weihnachtsfest. Die Kinder wohnen in einem alten Müllerhaus, und ihre Eltern betreiben in der Mühle eine Backstube nebst einem sehr beliebten Café. Der weitläufige Garten der Mühle beherbergt viele alte Apfelbäume und Petronella Apfelmus, eine Apfelhexe.

Daß Petronella eine Hexe ist, wissen allerdings nur Lea und Luis, und selbstverständlich hüten sie das Geheimnis um ihre hilfreiche und zauberhafte Freundin, die sich dank einer magischen Strickleiter so klein schrumpfen kann, daß sie – standesgemäß – ihr Zuhause in einem Apfel eingerichtet hat. Die Strickleiter funktioniert so, daß man beim Aufwärtsklettern kleiner wird und beim Abwärtsklettern wieder auf normal-menschliches Maß „heranwächst“.

Petronella ist mit dem Auskurieren ihrer Erkältung und den Vorbereitungen für den weihnachtlichen Besuch ihrer drei Schwestern – allesamt Wetterhexen – beschäftigt. Lea und Luis stehen am Fenster und schauen in den dunklen, verregneten Garten und überlegen gerade, ob sie Petronella bitten können, dafür zu sorgen, daß es endlich anfängt zu schneien, da beobachten sie eine Sternschnuppe, die geradewegs in den Garten fällt. Neugierig gehen die Kinder in den Garten, finden jedoch keine Spur von der Sternschnuppe.

Petronella Apfelmus 3, Wichtel

Illustration von SaBine Büchner © Boje Verlag 2015

Enttäuscht kehren sie ins Haus zurück, heimlich gefolgt von dem, was sie für eine Sternschnuppe gehalten haben. Die Sternschnuppe ist nämlich ein frecher Weihnachts- wichtel, der den Weihnachtsmann bei einem Rentierschlitten-Probeflug so geärgert hat, daß dieser ihn ausgesetze, damit er auf dem langen Fußweg in den Norden Gelegenheit hat, über seine bösen Streiche nachzudenken und sich zu besinnen.

Nisse, der Weihnachtswichtel, denkt zunächst nur daran, sich ein warmes und behag- liches Plätzchen zu suchen, da kommt ihm eine Backstube gerade recht. Und aus lauter Trotz gegen seine Bestrafung und weil die Kinder ihm ahnungslos die Tür vor der Nase zugeschlagen haben, spielt er den Kindern in den nächsten Tagen einige Streiche. Er verknotet ein Schlafanzughosenbein von Luis, futtert die Schokolade aus Leas Advents- kalender usw. Da sich die Geschwister gegenseitig verdächtigen, ist die Vorweihnachts- stimmung ziemlich getrübt.

Petronella Apfelmus 3, Hinzens Heinzelleute

Illustration von SaBine Büchner © Boje Verlag 2015


Währenddessen ist Petronellas Apfelwohnung unter der tatkräftigen Hilfe von „Hinzels Haushaltsheinzel GmbH“ blitzeblank geputzt und feierlich aufgeräumt worden, die ersten Schneeflocken fallen vom Himmel und die Wetterhexen treffen ein.

Nach ein paar Tagen mit dicker Luft zwischen den Zwillingsgeschwistern sieht Luis, als er nachts zur Toilette geht, den Wichtel. Er weckt Lea, und gemeinsam verfolgen sie seine Spuren und vertragen sich wieder miteinander.

Petronella Apfelmus 3, Kuchenbalance

Illustration von SaBine Büchner © Boje Verlag 2015

Nach mißlungenen Einfangversuchen mit einer magischen Koboldfalle, veräppelten Apfelmännchen, diversen Mißverständnissen, weiteren Streichen und Schabernacken sowie amüsant-gewöhnungsbedürftigen Hexenauftritten im Café droht jedoch wirkliches Unheil, als die Kerzen des Adventskranzes unbeaufsichtigt niederbrennen – da jedoch besinnt sich Nisse, weckt die Kinder und verhindert erfolgreich eine Ausbreitung des Feuers.

Lea und Luis bedanken sich bei Nisse, der ganz zerknirscht auf der Fensterbank im Kinderzimmer hockt und den Kindern tatsächlich vom Weihnachtsmann erzählt und von seiner eigenen Untauglichkeit als Weihnachtswichtel.

Petronella legt nach der guten Tat des Wichtels per Eiskristalleitung beim Weihnachts- mann ein gutes Wort für Nisse ein, und der Weihnachtsmann holt ihn – mit allem Schlitten- und Rentierzubehör persönlich ab. Zuvor bekommen Lea und Luis selbst- verständlich noch ein echtes Wichtelgeschenk überreicht. Nun ist Weihnachten für alle gerettet.

Im dritten Band von Petronella Apfelmus menschelt, hexelt und wichtelt es ganz ordentlich, gleichwohl bewegen sich die dargestellten Gefühle und zwischenwichtel- menschlichen Reaktionen im Spektrum heiterer Spannung. Der Wichtel ist zwar frech, aber keineswegs bösartig, und gelegentlichen Streit zwischen Geschwistern, hätte es auch ohne die Nachhilfe des Wichtels geben können.

Sabine Städing schreibt in einem familiären, einfühlsam-augenzwinkernden und wortspielerischen Stil, mit anschaulicher Dramaturgie und phantasie- vollen Details. Außerdem denkt sie sich pfiffig-gereimte Zaubersprüche aus, die möglicherweise von den lesenden Kindern aufgegriffen und angewendet werden …

Bei folgendem Zauberspruch: »Nicht erst morgen, sondern heute ruf ich
Hinzens Heinzelleute!« komme ich gar selber in Versuchung …

Die knuffigen Illustrationen von SaBine Büchner übertragen den Erzähltext in humorvoll-warmherzige Bilder mit lebhafter Situationskomik und stimmungsharmonischen Charakterzeichnungen.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.luebbe.de/boje/buecher/kinderbuecher/petronella-apfelmus/id_5101659

 

Querverweis:

Hier finden Sie zum ersten Band von Petronella Apfelmus: Verhext und zugeklebt
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/01/07/petronella-apfelmus/
Und hier zum zweiten Band: Zauberschlaf und Knallfroschchaos
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/03/25/petronella-apfelmus-band-2/
Hier zum vierten Band: Zauberhut und Bienenstich
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/06/04/petronella-apfelmus-band-4/
Zum fünften Band: Hexenbuch und Schnüffelnase
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/10/03/petronella-apfelmus-band-5/
Zum sechsten Band: Schnattergans und Hexenhaus
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2019/10/30/petronella-apfelmus-band-6/

Die Autorin:

»Sabine Städing wurde 1965 in Hamburg geboren und hat sich schon als Kind gerne Geschichten ausgedacht. Nach ihren drei Büchern rund um das Hexenmädchen Magnolia hat sie mit „Petronella Apfelmus“ eine neue Hexenfigur für jüngere Leser geschaffen. Nach „Petronella Apfelmus – Verhext und festgeklebt“ und „Zauberschlaf und Knallfroschchaos“ ist dies bereits der dritte Band rund um die kleine Hexe und ihre Freunde. Das nächste Abenteuer ist in Vorbereitung.«

Die Illustratorin:

»SaBine Büchner, geboren 1964 in Wuppertal, arbeitete als Sozialpädagogin in einem Kinderheim, bevor sie Kommunikationsdesign in Wuppertal und Animation an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg studierte. Sie hat zahlreiche Bücher illustriert und auch eigene Bilderbücher veröffentlicht. Ihre Arbeiten wurden bereits mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. «

Auch den dritten Band von „Petronella Apfelmus“ gibt es parallel als Hörbuch:
Gelesen von Nana Spier
Lübbe Audio
Hörbuch, bearbeitet
2 CDs ,148 Minuten
13,00 € (D)
ISBN: 978-3-7857-5185-5

Hier finden Sie u.a. eine Hörkostprobe:
https://www.luebbe.de/luebbe-audio/hoerbuecher/kinderbuecher/petronella-apfelmus/id_5342866

Und als E-Buch gibt es das Buch ebenfalls:
https://www.luebbe.de/bastei-entertainment/ebooks/kinderbuecher/petronella-apfelmus/id_5445598

PS:
Auf dem Buch befindet sich ein Aufkleber, der auf die vom Verlag initiierte, einmalige GELD-ZURÜCK-GARANTIE-Aktion für das vorliegende Buch hinweist.
Wenn Ihnen oder Ihrem Kind das Buch nicht gefallen hat, können Sie es zusammen mit einer kurzen Mißfallensbegründung sowie der Angabe von Name und Kontoverbindung an den Verlag zurückschicken und sich den Ladenpreis des Buches erstatten lassen. Diese Aktion ist gültig bis September 2016.

Da muß ich doch einmal verwundert eine Augenbraue heben!

Wieso sollte ein schlichter Umtausch in ein anderes Buch nicht genügen? Ich finde diese Form der ökonomisierten Kundenbindung weder ange- messen noch erzieherisch wünschenswert! Diese GELD-ZURÜCK-MANIE habe ich noch nie verstanden und dort, wo ich selber als Kunde agiere, auch noch nie praktiziert.

Vermutlich dient diese Aktion ohnehin nur Marktforschungszwecken sowie einer Konsumentenlaunenmessung und sonstigen Datenerhebungsunerheblichkeiten; Statistiker wollen schließlich beschäftigt sein 😉

 

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