Was wird aus uns?

  • Nachdenken über die Natur
  • von Antje Damm
  • Moritz Verlag 2018    www.moritzverlag.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 17,1 x 17,1 cm
  • 144 Seiten
  • 18,00 € (D), 18,50 € (A)
  • ISBN 978-3-89565-356-8
  • Kinderbuch ab 6 Jahren

NATÜRLICHE  GEDANKENGÄNGE

Kinderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Ähnlich wie schon in ihrem Buch „Frag mich! 118 Fragen, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen“  https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/07/13/frag-mich/ kombiniert Antje Damm in „Was wird aus uns?“ auf jeder Doppelseite eine Frage mit ein bis zwei Fotos oder Illustrationen, welche die gestellte Frage motivisch begleiten und dadurch zu vielerlei Assoziationen anregen.

So wird beispielsweise die Frage „Kann Löwenzahn wütend werden?“ mit Fotos eines Löwenzahns, der am Bordsteinrand wächst, illustriert. Auf der einen Seite wächst der Löwenzahn einfach aus einer Ritze zwischen Pflastersteinen in die Welt, auf der anderen Seite ist der gleiche Löwenzahn umzingelt von Zigarettenkippen und Verpackungsmüll.

Fragen Sie sich einfach einmal selbst, wie Sie die Löwenzahnfrage beantworten würden – oder auch eine der nachfolgenden Fragen:
 
Haben Pflanzen Rechte?
Verstehen uns Tiere?
Welche Fragen würdest du gerne einem Tier stellen?
Was würdest du gerne können, was nur ein Tier kann?
Was können wir von der Natur lernen?

Wie wäre es, für immer in der Wildnis zu leben?
Können sich Steine an ihre Geschichte erinnern?
Kann man mit einer Topfpflanze befreundet sein?
Haben Tomaten Angst vor uns?
Woher kennen die Kraniche ihren Weg?
Woran erkennt man, ob etwas lebt?
Wozu inspiriert dich Natur?

Dieses Buch offeriert über sechzig bedenkenswerte Fragen zur Natur, die, wenn Sie es gemeinsam mit Ihrem Kind durchblättern, gewiß auf vielfältige Weise beantwortet werden können. Sofern Kinder bereits lesefähig sind, kann es auch einfach Kinder untereinander zu einem lebhaften Erfahrungs- und Gedankenaustausch zum Thema Naturfragen animieren.

„Was wird aus uns?“ ist in Wort und Bild ein feinsinniger Wegweiser zu interessanten Perspektivwechseln, philosophischen Überlegungen und Gedankenspielen über unsere Natur und zugleich auch ein Impulsgeber für die Wahrnehmung und Benennung natürlicher Phänomene und unser menschliches Verhältnis zur Natur.

Aus den anschaulich gestalteten Fragestellungen erwächst hier gleichsam organisch ein Gespür für die Rolle der Natur in unser aller Leben und dafür, wie vertraut oder fremd wir ihr gegenübertreten, obwohl wir tatsächlich selbst ein verkörperter Teil von ihr sind.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.moritzverlag.de/Alle-Buecher/Was-wird-aus-uns.html

 

Nachfolgend noch weitere lesens- und sehenswerte Bücher von
Antje Damm:

Der Besuch
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/05/06/der-besuch/
Frag mich! 118 Fragen, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/07/13/frag-mich/
Hasenbrote
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/07/17/hasenbrote/
Regenwurmtage
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/05/10/regenwurmtage/
Was ist das? Ein Spiel und Ratebuch
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/08/13/was-ist-das/

Die Autorin und Illustratorin:

»Antje Damm, 1965 in Wiesbaden geboren, ging nach dem Abitur zunächst als Aupair-Mädchen nach Italien, bevor sie in Darmstadt Architektur studierte. Dies führte sie erneut nach Italien, denn in Florenz verbrachte sie ein Auslandsemester. Danach arbeitete sie mehrere Jahre freiberuflich für diverse Architekturbüros. Seit ihre Töchter auf der Welt sind, schreibt und illustriert sie Kinderbücher. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in einem alten Fachwerkhaus in der Nähe von Gießen.«

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Hochsensibel ist mehr als zartbesaitet

  • Die 100 häufigsten Fragen und Antworten
  • von Sylvia Harke
  • Verlag Via Nova   März 2016  www.verlag-vianova.de
  • kartoniert
  • 286 Seiten
  • Format: 15,5 x 22 cm
  • 18,95 € (D), 19,50 € (A)
  • ISBN 978-3-86616-356-0

ENDLICH  HOCHGESCHÄTZT: HOCHSENSIBILTÄT

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Zum Thema Hochsensibilität gibt es noch reichlich aufklärerischen Bedarf, sowohl für Menschen, die mit dieser neurologisch bedingten Gabe ausge- stattet sind, als auch für die sogenannten Normalsensiblen – schließlich müssen wir alle miteinander auskommen, und gegenseitiges Verständnis ist hilfreich, erleichtert die Kommunikation und das Zusammenleben.

Hochsensibilität ist nicht ansteckend, denn sie ist keineswegs eine Krank- heit, Neurose oder Heulsusigkeit, sondern ein angeborenes Persönlichkeits- merkmal, das bei ungefähr 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung auftritt. Hochsensible Menschen HABEN nicht Hochsensibilität, sondern sie SIND hochsensibel!

Hochsensible verfügen über eine sehr differenzierte Wahrnehmung und ausgeprägte Empathie. Sie denken in größeren Zusammenhängen, sie neigen zu Reflexion, zu Verantwortungsbewußtsein und Sorgfalt, zu schöngeistigen Interessen und zu Naturverbundenheit. Meist sind sie empfindsame Idealisten, denen Wettbewerbs-mentalität fremd ist und die Wahrheitsliebe und Gerechtigkeitssinn wertschätzen. Tiefsinnige Gespräche und Qualitätsbeziehungen liegen ihnen deutlich näher als oberflächlicher „Smalltalk“ und flüchtige Bekanntschaften.

Oft interessieren sie sich schon in der Kindheit für metaphysische und philosophische Fragen und haben Freude an künstlerischem Selbstausdruck. Phantasie, Intuition und Selbstgenügsamkeit sind vertraute und zuverlässige Begleiter hochsensibler Menschen, sofern man ihnen diese Begabungen nicht „aberzieht“.

Die kognitive und sensorische Wahrnehmung ist bei Hochsensiblen intensiver und detailreicher. Dies führt einerseits zu einer wesentlich tieferen und komplexeren neurologischen Informationsverarbeitung und zu einem sehr guten Gedächtnis; andererseits ist der Punkt der Reizüberflutung schneller erreicht. Daher rührt u.a. die Abneigung Hochsensibler gegenüber Lärm, Hektik, Menschenmassen und Gewalt (etwa Gewaltszenen in Filmen und Büchern).

Wenn alle  Erfahrungen einen langen und nachhaltigen, emotionalen Nachgeschmack hinterlassen, ist es ratsam, die Reizmenge zu dosieren und für ausreichenden Entspannungsausgleich zu sorgen.  Die kommerzialisierte, laute, naturentfremdete, stumpfherzige und konkurrenzbetonte neoliberale Arbeits- und Lebenswelt ist für Hochsensible besonders belastend. Es gelingt nicht jedem, sich gegenüber ungesunden Normierungen abzugrenzen, und die Anpassung an wesensfremde Bedingungen kann auf die Dauer zu Chronischer Erschöpfung, Depression und Burn-out führen.

Das vorliegende Buch bietet eine eingängige Einführung in die Hochsensibilität und gibt gezielt und komprimiert Antwort auf 100 Einzelfragen. Die Fragen sind nach sinnvollen Oberbegriffen geordnet und erlauben ein direktes Nachschlagen bei den Themen, die den jeweiligen Leser besonders ansprechen. Es werden die Lebensbereiche Beruf, Partnerschaft, Kindheit, Streßverarbeitung, Gesundheit, Gesellschaft und Spiritualität aufgegriffen. Jedes Kapitel klingt mit einer Liste konstruktiver Affirmationen aus.

Im Kapitel „Hochsensible und ihr Gefühlsleben“ findet sich zudem eine bemerkenswert klare und einleuchtende tabellarische Darstellung der wissenswerten Unterschiede zwischen emotionaler Intensität (Hochsensibilität) und emotionaler Instabilität (Bipolare Störung, Borderline, Folgen komplexer Traumatisierungen und anderer Persönlichkeitsstörungen).

Im Kapitel „Hochsensible Kinder“ listet eine ebenfalls sehr stringente tabellarische Darstellung die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen ADHS und Hochsensibi- lität auf. Dies sind wichtige Informationen, die ein Kind vor Fehldiagnosen bewahren können.

Dieses Buch entstand als Fortsetzung zu Sylvia Harkes erstem Buch „Hochsensibel – Was tun?“ (erschienen 2014 beim Verlag Via Nova:
https://www.verlag-vianova.de/hochsensibel-was-tun.html).

Die Autorin hat die vielen neuen und zum Teil auch provokanten Fragen zum Thema Hochsensibilität, die im Verlauf ihrer Seminar– und Vortragstätigkeit an sie gestellt wurden, gesammelt und im vorliegenden, sehr praxisbezogenen Buch schlüssig und lösungsorientiert beantwortet.

„Hochsensibel ist mehr als zartbesaitet“ informiert umfassend über das Phänomen der Hochsensibilität, erklärt kompetent viele Detailfragen und erfreut durch lebensnahe Anregungen zum konstruktiven Umgang mit feinfühligen „Antennen“ und filterloser Wahrnehmung. Die Autorin ermutigt Hochsensible zu Selbsterkenntnis und zur Selbstwertschätzung ihrer hochsensiblen Eigenschaften sowie zur Selbstrücksichtnahme auf die persönlichen, empfindsamen Bedürfnisse.

Hochsensibilität birgt ein reiches Bündel achtsamer, empathischer, harmonisierender, idealistischer, kommunikativer, musischer, sozial- kompetenter und zwischenmenschlicher Fähigkeiten, die für jede Gesellschaft bereichernd und im Idealfall wegweisend sind.

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.verlag-vianova.de/hochsensibel-ist-mehr-als-zartbesaitet.html

Die Autorin:

»Sylvia Harke ist Diplom-Psychologin und selbst hochsensibel. Sie lebt in Süddeutschland und gründete mit ihrem Mann Arno die hsp academy. Gemeinsam halten sie Vorträge und Seminare zur Hochsensibilität. Die Autorin ist Expertin in den Bereichen HSP Coaching, Kreativitätsförderung und Kinderpsychologie.«  mehr unter: www.hsp-academy.de

Querverweis:

Ein weiteres leselohnendes Buch über Hochsensibilität habe ich voriges Jahr rezensiert.
»Hochsensibel. Wie Sie Ihre Stärken erkennen und Ihr wirkliches Potenzial entfalten«
von Eliane Reichardt: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/06/20/hochsensibel/
Das Thema hat SEHR große Publikumsresonanz und einen ellenlangen Kommentarschweif (da fanden sich viele Hochsensible) ausgelöst …

Musikalischer Querverweis:

Die Stuttgarter Sängerin und Liedermacherin Rebekka Adam kann sogar ein Lied von Hochsensibilität singen: https://beckyadam.wordpress.com/2013/10/17/13/

Weiterführende Webseiten zur Hochsensibilität:

Informations- und Forschungsverbund Hochsensibilität,
IFHS e.V. in Deutschland, Österreich und der Schweiz:
www.hochsensibel.org
www.zartbesaitet.net
www.ifhs.ch

(Berufs-)verband pro Sensitivität und Empathie im Beruf,  VSEB e.V.: www.vseb.org

Hilfe für hochsensible Kinder und Jugendliche: www.hochsensiblehilfe.de

Wer gerne wissen möchte, ob er hochsensibel ist, kann den nachfolgenden kleinen Test absolvieren. HSP-Test-Fragebogen: http://www.zartbesaitet.net/survey/site.php?a=su_onepage&su_id=1

Wer mag, kann mir seine hochsensible Punktezahl in der Kommentarsektion kundtun.
Ich habe 282 ……………………………………………………………………………………………………………………….

 

 

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Fährten lesen und Spuren suchen

  • Das Handbuch
  • von Nick Baker
  • Originaltitel: »The Nature Tracker’s Handbook«
  • Übersetzung aus dem Englischen:
  • SAW Communications: Dr. Wolfgang Hensel
  • Haupt Verlag September 2014   http://www.haupt.ch
  • 288 Seiten
  • durchgehend farbige Abbildungen
  • Flexibroschur, Fadenheftung
  • Format: 14,8 x 21 cm
  • 24,90 € (D), 25,60 € (A), 33,90 sFr.
  • ISBN 978-3-258-07854-0
    9783258078540.jpg Fährten lesen Spuren suchen

DAS  ABC  DER  SINNE

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

„Wer sich ernsthaft um Spurensuche bemüht, lernt neu zu lesen, aber in einem Buch, dessen Seiten herausgerissen und vom Winde zerstreut wurden.“   (Seite 6)

Bei dem vorliegenden Buch „Fährten lesen und Spuren suchen“ sind die Seiten zum Glück nicht herausgerissen, sondern fadengeheftet und nach Art der Fundspuren geordnet, so daß es sowohl beim bloßen Durchlesen als auch beim Unterwegssein und Nachblättern gut strukturierte Kenntnisse über alltägliche und besondere Tierspuren vermittelt.

Wir lernen z.B. die unterschiedlichen Trittsiegel verschiedener Tiere (Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien) kennen, und die anschauliche Darstellung durch Photos, Zeichnungen und Beschreibungen wird ergänzt durch Informationen über die artty- pischen Bewegungsformen und Verhaltensmuster der jeweiligen Tiere. Diese biolo- gischen Zusatzinformationen ermöglichen eine ganzheitlichere Wahrnehmung und Einordnung der gefundenen Spuren.

Unterschiedliche Fraßspuren an Pflanzen, Früchten, Nüssen, Wurzeln, Pilzen, Rinden und Zapfen offenbaren nicht nur, daß man den Futterplatz eines Tieres entdeckt hat, der geübte Spurenfinder kann dort auch ablesen, welches Tier hier gepicknickt hat.

So nagt ein Eichhörnchen eine Kerbe in eine Nuß und spaltet sie sauber in zwei Hälfen, während eine Maus ein Loch in die Nußschale nagt; und je nach Mäuseart unter- scheiden sich auch die Aufnagetechniken und die Zahnspuren an den Nußschalen.

Die Vielfalt der möglichen Spuren ist groß und faszinierend: Nester, Höhlen und Gänge von Vögeln, Säugetieren und Gliederfüßern werden gezeigt, diverse Kotspuren, Gewölle und Überreste (Federn, Fell, Häute, Knochen, Eierschalen, Kokons), Maulwurfshügel, Regenwurmkothäufchen, vom Fledermausabfallhaufen bis zu den winzigen Exkremen- ten von Insekten, von Kratzspuren an Baumstämmen und Ästen über die Bißbreite verschiedener Tierarten bis zur maximalen Weidehöhe diverser Hirsch- und Reharten.

Wir lernen den Unterschied zwischen Sohlengängern und Zehengängern, und, wer es ganz genau wissen will, bekommt zudem eine ausführliche Anleitung zum Ausmessen von Trittsiegeln, zur Herstellung von Gipsabdrücken zur Katalogisierung sowie eine Auflistung nützlicher Werkzeuge und Hilfsmittel für Aufzeichnungen, Dokumentationen und Probenentnahmen.

Die Darstellung der Spuren im Zusammenhang mit der jeweiligen Lebens- und Verhaltensweise des Tieres sowie seinen anatomischen Besonderheiten ermöglicht eine sinnlich-einfühlende Nähe zum Verursacher der Spuren. Die sehr anschaulich und biologisch fundierten Erklärungen dieses Hand- buches können dem interessierten Leser dabei helfen, sich besser in ein Tier hineinzudenken und somit – ganz natürlich – die Fährten und Spuren, die ein Tier hinterläßt, zu entziffern und schlußfolgernd zu deuten.

So führt dieses informative Buch über den Umweg des Verstandes zu einer Vertiefung der sinnlichen Wahrnehmung!

Dank des umfänglichen Registers und der umfassenden photographischen Dokumente dient „Fährten lesen und Spuren suchen“ zugleich als prak- tisches Nachschlagewerk für Einzelfragen sowie als zusammenhängende Schule des Spurenlesens.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.haupt.ch/Verlag/Buecher/Natur/Naturfuehrer/Faehrten-lesen-und-Spuren-suchen.html

Der Autor:

»Nick Baker ist ein bekannter englischer Biologe und Fernsehmoderator, unter anderem von „Die seltsamen Kreaturen“ („Weird Creatures“). Seine zahlreichen Publikationen reichen von Sach- und Kinderbüchern bis zu Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln.«

 

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