Der literarische Katzenkalender 2019

  • Wochenkalender
  • Herausgegeben von Julia Bachstein
  • Verlag Schöffling & Co.  www.schoeffling.de
  • 56 Blätter
  • Format: 24 x 32 cm
  • Spiralbindung
  • 22,95 €
  • ISBN 978-3-89561-753-9

K A T Z E N K O N Z E N T R A T

Kalenderbesprechung von Ulrike Sokul ©

Katzen werden viele Eigenschaften nachgesagt – eine buchstäblich ansehnliche Anzahl davon findet sich trefflich in diesem Kalender fotografisch eingefangen und vortrefflich literarisch beschrieben. Diese Kombination macht den „Literarischen Katzenkalender“ zum unübertrefflichen Klassiker.

Die ausgesucht gelungenen schwarzweißen Katzenfotos und die feinköstlich-wortfindigen hinzugefügten Zitate sind ein anregender, amüsanter Augenschmaus und bieten Woche für Woche eine geistreiche Katzenkontemplation.

Die stilvolle typografische Gestaltung der Texte mit schwarzen, weißen und roten Lettern auf cremeweißem Papier in – von Blatt zu Blatt – unterschiedlichen Schriftarten und Schriftgrößen offeriert eine anschauliche und abwechslungsreiche Lektüreeinladung.  

Die Katzencharaktervielfalt kommt in den Fotografien ausdrucksvoll zur Geltung. Da finden wir Anmutige und Tapsige, Jäger und Musen, Gelassene und Genüßliche, Wache und Verträumte, Strenge und Anschmiegsame, Unnahbare und Verspielte, Stolze und Unwiderstehliche, Niedliche und Elegante, Gemütliche und Königliche, Schelmische und Meditative …

Der literarische Katzenkalender dient somit nicht nur dem menschlichen Betrachtungsvergnügen, sondern durchaus auch der Förderung der katzenzwischenmenschlichen Kommunikation.

Hier entlang zum Kalender und zur Leseblätterprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.schoeffling.de/buecher/julia-bachstein/der-literarische-katzenkalender-2019

Foto: Chris Meier © Literarischer Katzenkalender 2019, Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung GmbH.

Wenn jetzt jemand mit der beliebten Ausrede um die Ecke kommt, er habe nicht genug freie Wände für einen Wandkalender, kann ich ihm alternativ als Schreibtischkalender, den „Literarischen Katzen Wochenplaner 2019“ ans katzengeneigte Herz legen. Dieser Kalender setzt die bewährte Kombination von Katzenfoto und Katzenzitat im spiralge-bundenen Querformat 10,5 cm x 30 cm fort und bietet im wöchentlichen Kalendarium Raum für Termineinträge.

Der literarische Katzen Wochenplaner 2019
Zweifarbiger Tischkalender
Herausgegeben von Julia Bachstein
128 Seiten
Spiralbindung
Format: 10,5 x 30 cm
12,95 €
ISBN 978-3-89561-715-7

Hier entlang zum Katzen Wochenplaner 2019 und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite: https://www.schoeffling.de/buecher/julia-bachstein/der-literarische-katzen-wochenplaner-2019

Und einen Katzen Taschen Kalender 2019 gibt es auch noch:

Katzen Taschen Kalender 2019
Herausgegeben von Julia Bachstein
Format: 9,5 x 14,9 cm
Schön gebunden, mit Lesebändchen
14,95 €
ISBN: 978-3-89561-778-2

Hier entlang zum Taschen Kalender und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.schoeffling.de/buecher/julia-bachstein/katzen-taschenkalender-2019

 

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Das Buch

  • Eine Hommage
  • von Burkhard Spinnen
  • Mit Illustrationen von Line Hoven
  • Verlag Schöffling & Co.  2016    www.schoeffling.de
  • gebunden, mit Schutzumschlag
  • schwarzes LESEBÄNDCHEN
  • 144 Seiten
  • ISBN 978-3-89561-046-2
  • 15 € (D), 15,50 € (A)

BUCHBESINNUNGEN

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Als bibliophiler Mensch hält man es für unmöglich und undenkbar, daß gedruckte Bücher jemals aussterben könnten. Burkhard Spinnen serviert dem geneigten Leser jedoch schon gleich zu Beginn seines Bücherbuches einen bedenkenswerten, spannenden historischen Vergleich. Einst waren Pferde und pferdebetriebene Fahrzeuge allgegenwärtig und selbstverständlich. Mit der Erfindung und Verbreitung des Automobils verschwanden nach und nach Pferdefuhrwerke und berittene Berufe. Heutzutage führen Pferde und gar von echter Pferdestärke angetriebene Fahrzeuge ein seltenes und luxuriöses Nischendasein.

Nachdem uns der Autor solcherart alarmiert hat, widmet er sich seiner Liebe zum gedruckten Buch und erzählt anekdotisch, biographisch und reflektierend, was ihm Bücher bedeuten.

Er erinnert sich an seine weltenerschließenden kindlichen und jugendlichen Erfahrungen mit den gepflegten Buchbeständen der örtlichen Stadtbibliothek und an Bücherkäufe in Buchhandlungen, in Antiquariaten und auf dem Flohmarkt, er schwärmt von alten Büchern mit Widmungen, Randbemerkungen und Eselsohren ebenso wie von neuen, unberührten Büchern, er betrachtet teure und billige Bücher, Buchgeschenke, Leseexemplare, den Reiz von Erstausgaben, Lieblingsbücher, Lesebücher, Lexika, Buchkunst, er folgt Lesespuren und Leserspuren, er sinniert über Bücherregaltypen und Bibliotheken und berichtet von Lust und Last der Büchersammelleidenschaft.

Burkhard Spinnen hat sich vom Schreiner einen begeh- und besteigbaren Bücherturm bauen lassen, der auf einer Grundfläche von nur zwei Quadratmetern Platz für achtzig Regalmeter bietet – zu gerne würde ich seinen Bücherturm einmal besuchen …

„Das Buch“ ist eine eloquente, geistreiche, variationsreiche Bücherplauderei, die auf unterhaltsame und informative Weise Burkhard Spinnens Sympathie für das gedruckte Buch aufblättert. Die feinen Schwarz-weiß-Illustrationen von Line Howen bereichern den Text um stimmungsvolle Leseszenen.

Dieses Bücherbuch ist nostalgisch nah für ältere Leser (ab Jahrgang 1950) und nostalgisch fern für jüngere Leser (ab Jahrgang 2000) – leselohnenswert ist es indes generationenübergreifend für Bibliophile jeden Alters.

Außerdem regt es dazu an, sich eigene Gedanken darüber zu machen, warum wir gedruckte Bücher gegenüber Textdateien bevorzugen, wie unsere lebenslängliche Leseerfahrung uns geprägt und kultiviert hat, welche Geschenke, Erkenntnisse, Rettungen und Ermutigungen und welch erfreulich-freundschaftliche Vertrautheit wir mit sinnlich-greifbaren Büchern immer wieder erlesen und erleben.

Ich persönlich gehe zuversichtlich davon aus, daß gedruckte Bücher und elektronische Bücher gut und gerne nebeneinander leben können. Schließlich hat die elektrische Zahnbürste auch nicht die manuelle Zahnbürste verdrängt, sondern jeder kann sich aus der Fülle der Produkte das Instrument wählen, das ihm angemessen scheint.

Gleichwohl erschließe ich mir geistige Nahrung bevorzugt aus einem gedruckten Buch mit einem Körper aus Papier, Tinte, Leim und Leinen, begleitet von Blätterrascheln, beseelten Buchstaben und Sätzen, die ich streicheln kann.

 

»In der Welt der Texte sind die Bücher die Häuser.
Sie geben ihren Bewohnern Obdach und Schutz, verorten sie,
machen sie auffindbar und wiedererkennbar.
Aus seinem festen Haus schaut der gedruckte Text heute noch mitleidig,
vielleicht sogar ein wenig herablassend nach draußen
auf seine ungedruckten Brüder und Schwestern,
die als Manuskripte, Typoskripte oder Dateien frei flottieren,
obdachlos und in der ständigen Sorge spurlos zu verschwinden.
«

(Seite 17)

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.schoeffling.de/buecher/burkhard-spinnen/das-buch

 

Der Autor:

»Burkhard Spinnen, geboren 1956, schreibt Erzählungen, Romane, Kinderbücher. Essays, Glossen und Rezensionen. Für seine Werke wurde er vielfach ausgezeichnet. Er lebt in Münster.«

Die Illustratorin:

»Line Hoven lebt und arbeitet als Comiczeichnerin und Illustratorin in Hamburg. In Zusammenarbeit mit Jochen Schmidt entstanden die Bücher Dudenbrooks und Schmythologie. Ihre Arbeiten sind vor allem aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bekannt.«

 

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Der literarische Katzenkalender 2018

  • Herausgegeben von Julia Bachstein
  • Wochenkalender
  • 56 Blatt
  • Format: 24 x 32 cm
  • Spiralbindung
  • Verlag Schöffling & Co.  http://www.schoeffling.de
  • 22,95 € (D/A)
  • ISBN: 978-3-89561-752-2

JAHRESRUNDE   KATZENKUNDE

Kalenderbesprechung von Ulrike Sokul ©

In Ermangelung einer echten Katze tröste ich mich seit Jahren mit dem Literarischen Katzenkalender über das Fehlen samtpfotiger Mitbewohner hinweg. Beim Besuch bekatzter Freunde und Freundinnen wird mir indes die eine oder andere Katzenstreicheleinheit gewährt, und während dieser langen Augenblicke harmonischer Anschmiegsamkeit und aufmerksamer Betrachtung begreife ich stets, daß diese eigenwilligen Wesen der fotografischen und literarischen Inspiration formvollendet dienen können.

So bündeln sich im Literarischen Katzenkalender schon seit über zweiundzwanzig Jahren immer wieder neue, fein gewählte, katzen- kennerische Zitate, die von der Herausgeberin Julia Bachstein mit „sprechenden“ Schwarz-weiß-Fotografien von Katzen überaus trefflich kombiniert werden. Woche für Woche blättert sich uns eine neue Katze nebst ihrer literarischen Huldigung auf.

Gleichermaßen erstaunt und erfreut immer wieder die Variationsbreite der Katzenkörpersprache, die sich auf den Fotos zeigt, sowie die hingebungs- volle Wortfindigkeit der Schriftsteller beim Beschreiben der Katzen- persönlichkeiten. Kater und Katzen sind offensichtlich gleichermaßen Meister der Muße wie meisterhafte Musen.

Die fotografischen und textlichen Stimmungen sind abwechslungsreich. Da gibt es Anmut und Eleganz, Gelassenheit und Wildheit, Konzentration und Spiel, Anhänglichkeit und Distanz, Bewegung und Ruhe, Kratzbürstiges und Niedlichkeiten …

Dieser Wochenkalender zeichnet sich außerdem durch sein klares, unverwechselbares Markendesign aus: Cremeweißes Papier, deutliche Kalenderziffern in schwarzer Tinte für normale Wochentage, graue Ziffern für Feiertage und rote Ziffern für die Sonntage. Die typographische Gestaltung der Texte greift die Farbgebung der Kalenderziffern auf, und die rote Spiralbindung rundet das Katzengesamtkunstwerk blickfängerisch vorzüglich ab.

Wer mehr als Wandschmuck sucht, findet beim Verlag Schöffling & Co. zudem noch weitere Katzenwürdigungswerke, z.B. einen Katzentaschenkalender, literarische Katzenkarten, ein Katzenlexikon und verschiedene literarisch-fotografische und zeichnerische Katzenbücher.

Wenn Sie hinter diesen Link linsen, finden Sie mehr: http://www.schoeffling.de/buecher/katzen

Hier entlang zum Kalender auf der Verlagswebseite:
https://www.schoeffling.de/buecher/k-k/der-literarische-katzenkalender-2018/kalender
Hier entlang zur Leseblätterprobe:
https://www.schoeffling.de/book2look/813

Foto: Sonja Krebs © Verlag Schöffling & Co. 2017

Der literarische Katzenkalender 2017

  • Herausgegeben von Julia Bachstein
  • Wochenkalender
  • erschienen im Verlag Schöffling & Co.   http://www.schoeffling.de
  • 56 Blätter
  • Spiralbindung
  • Format: 24 x 32 cm
  • 22,95 € (D/A)
  • ISBN 978-3-89561-751-5
    der-literarische-katzenkalender-2017

KATZENKINO  MIT  LITERARISCHEN  UNTERTITELN

Kalenderbesprechung von Ulrike Sokul ©

Beim literarischen Katzenkalender führen eindeutig Katzen die Regie. Es gibt da zwar eine zweibeinige Herausgeberin, aber seien wir doch mal ehrlich: Ohne uns Katzen könnte sie gar nichts machen!

Na gut, da gab es menschliche Fotografen und schriftstellerisch begabte Katzenliebhaber und -Liebhaberinnen, die uns bewundert, beschrieben, besungen, bedacht und bedichtet haben; aber gäbe es uns Katzen nicht, schauten Sie jetzt auf leere Kalenderseiten, und Ihre Zeitplanung fände ohne Katzeninspiration statt.

Doch – *SCHNURR SCHNURR SCHNURR* – ich will gnädig sein, ein kleines bißchen an diesem Kalender ist – ganz im Dienste der Katzenhuldigung – doch Menschenwerk.

Also übergebe ich der Rezensentin, die mich soeben mit schmeichelndem Streicheln und Luxusleckerlis von der Tastatur weglockt, das weitere Wort; aber ich werde streng und mit gezückter Kralle korrekturlesen …

Es geht doch nichts über das unbestechliche Urteil einer Katze, also werde ich mich hüten, ihr zu widersprechen.

Der literarische Katzenkalender aus dem Verlag Schöffling  & Co. ist ein Klassiker und kann schon auf mehr als 20 Jahre erfolgreiche katzenkundige Tradition zurückblicken. Einen Klassiker erkennt man daran, daß man ihn nicht nachmachen kann. Zwar gibt es zahllose (mehr oder weniger dreiste) Nachahmungsversuche, aber sie bemühen sich –jedenfalls in meinen Katzenaugen – vergeblich.

Hervorragende Katzenfotos in Schwarzweiß werden Blatt für Blatt mit kurzen, konzentrierten literarischen Texten über Katzen kombiniert. Die Stimmungspalette der Bilder und Zitate ist breitgefächert: anschmiegsam, philosophisch, niedlich, kratzbürstig, schelmisch, kabarettistisch, skurril, selbstgefällig, ernst, heiter, frech, meditativ, poetisch, verspielt, anmutig, charmant und hoheitsvoll.

Alljährlich kann man nur immer wieder staunen, daß der Kalender- herausgeberin Julia Bachstein und ihrer redaktionellen Mitarbeiterin Lea Petrenz weder die gelungenen Fotos noch die katzenkennerischen Zitate ausgehen, ganz zu schweigen vom katzensinnigen Feingefühl, mit dem die Bilder und Texte zusammengestellt werden.

Dieser Kalender zeichnet sich außerdem durch sein klares, unverwechsel- bares Design aus: Cremeweißes Papier, deutliche Kalenderziffern in schwarzer Tinte für normale Wochentage, graue Ziffern für Feiertage und rote Ziffern für die Sonntage. Die typographische Gestaltung der Texte greift die Farbgebung der Kalenderziffern auf, und die rote Spiralbindung rundet das Katzengesamtkunstwerk blickfängerisch vorzüglich ab.

Was will man mehr?

Vielleicht noch eine echte Katze, denn nach einem Jahr in Begleitung des literarischen Katzenkalenders beschleicht einen das Gefühl, ohne katzenartige Lebensgefährten etwas Wesentliches zu verpassen.

Ja, z.B. Katzenhaare an allen möglichen und unmöglichen Stellen… (Ich wurde mit gezückter Kralle dazu überredet, den vorletzten Satz zu schreiben und die Katzenhaarpassage durchzustreichen.)

Wenn Katzen korrekturlesen, macht man was mit. 😉

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Foto: Oliver Arnold © Verlag Schöffling Co.

 

Hier können Sie ein wenig im Kalender blättern:
http://www.schoeffling.de/book2look/773

Wer mehr als Wandschmuck sucht, findet beim Verlag Schöffling & Co. noch weitere Katzenwürdigungswerke, z.B. einen Katzentaschenkalender, literarische Katzenkarten, ein Katzenlexikon und verschiedene literarisch-fotografische und zeichnerische Katzenbücher.
Wenn Sie hinter diesen Link linsen, finden Sie mehr: http://www.schoeffling.de/buecher/katzen

 

 

 

 

Mein innerer Elvis

  • von Jana Scheerer
  • Verlag Schöffling & Co  2010      http://www.schoeffling.de
  • gebunden
  • farbiges Metallic-Leinen mit Schriftprägung
  • 245 Seiten
  • 17,95 € (D), 18,50 € (A)
  • ISBN 978-3-89561-351-7

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IT’S   NOW   OR   NEVER

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

„Das Glück ist wie das Licht, es braucht den Schatten des Leides!“

Das ist mein Lieblingssatz aus Jana Scheerers Buch:„Mein innerer Elvis“. Diese Weisheit leitet eine sehr amüsante Szene ein, bei der Antje von ihrer kleinen, sechsjährigen Schwester Klara dazu aufgefordert wird, mit ihr „Paartherapie“ zu spielen.

Antje wird bald 16 und hat am gleichen Tag wie Elvis Geburtstag, und sie liebt Elvis und seine Musik. Und sie will nach Graceland, um selbst herauszufinden, ob Elvis noch lebt oder nicht. Diesbezüglich gibt es viele dokumentierte Verschwörungstheorien und Wunschträume.

Antjes Vater ist Dozent und sehr dick, vielleicht sogar fett. Das Thema Übergewicht spielt eine ungewisse Rolle in der weiteren Geschichte, denn ich war mir nie ganz sicher, ob Antje und ihr Vater wirklich sooo fett sind oder ob Antjes Wahrnehmung übertrieben ist.

Die  schlanke Mutter ist Psychologin und wartet ein wenig zu häufig mit psychologischen Erklärungen auf, die meist eine eher peinliche, als hilfreiche Wirkung haben, aber in der töchterlichen Reflexion sehr treffend ironisch gebrochen werden.

Die Familie verbringt ihren Sommerurlaub in Amerika und besucht einen ehemaligen Kollegen des Vaters, der vor einigen Jahren an einem Forschungsprojekt in Deutschland teilgenommen hat und dessen Tochter Nelly ein Jahr mit Antje zur Schule gegangen ist. Nelly soll die deutsche Familie während der Reise begleiten, um „das eigene Land mit den Augen von Ausländern zu sehen.“

Die pädagogisch verordnete Freundschaft funktioniert in beiderseitiger Ablehnung kein bißchen. Nelly spottet bei jeder Gelegenheit wirklich gemein über Antjes Übergewicht, und Antje hat heimlich schlimme Selbsthaßattacken und unternimmt ein paar verzweifelte Diätanstrengungen. Außerdem geht die familiäre Reiseroute für Antje in die falsche Richtung, sie will immer noch nach Graceland, steht jedoch an den Niagarafällen. Dort verschwindet Nelly plötzlich, und Antjes Eltern beschließen, getrennt nach Nelly zu suchen.

Das ist die Gelegenheit für Antje, ebenfalls zu verschwinden, und sie macht sich, mit Rucksack und Gitarre, in ihrer typischen Kombination aus Tapferkeit,Verletzlichkeit und Selbstironie alleine auf die Suche nach Nelly. Sie fährt mit dem Bus zum Erie State Park, schließt unterwegs Freundschaft mit einem hilfsbereiten und ebenfalls elvisbegeisterten Jungen, der mit ihr zusammen in Endlosschleife  „In The Ghetto“ singt.

Antje findet Nelly unversehrt im Nationalpark, die Mädchen raufen sich wortwörtlich zusammen und beschließen, gemeinsam nach Graceland zu fahren. Auf dieser abenteuerlichen Reise kommt es zu ziemlich bunten Begegnungen, doch die jungen Heldinnen entwickeln viel kreativen Erfindungsgeist, u.a. erspielen und ersingen sie sich die letzte Busstrecke mit Elvis-Liedern.

Am 16. August, exakt zu Elvis‘ und Antjes Geburtstag, erreichen die Freundinnen Graceland, nehmen, in erprobter Harmonie, an einem Elvis-Song Contest teil und gewinnen „ den Publikumspreis für den berührendsten Auftritt“.

Außerdem erfreut uns das Buch mit sehr gelungenen, scharfsinnigen Kommentaren zur unterschiedlichen deutschen und amerikanischen Mentalität. Dazu sei mir noch ein Zitat erlaubt:

„… die Leute schüttelten den Kopf und schauten uns an, als würden sie uns gerne einen Vogel zeigen und es nur lassen, weil man in Amerika nie weiß, ob die Verrückten nicht vielleicht Schusswaffen dabei haben.“

„Mein innerer Elvis“  ist ein sehr origineller Roman, der durchaus auch als Jugendbuch zu empfehlen ist. 

 

Die Autorin:

»Jana Scheerer, geboren 1978 in Bochum, lebt in Berlin. Nach ihrem Studium der Germanistik, Amerikanistik und Medienwissenschaft arbeitet sie jetzt als akademische Mitarbeiterin am Institut für Germanistik der Universität Potsdam. Sie war Stipendiatin der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin und wurde 2004 für ihr erstes Buch MEIN VATER, SEIN SCHWEIN UND ICH mit dem Literaturpreis Prenzlauer Berg ausgezeichnet.«

http://www.janascheerer.de