Das Geheimnis der Heilung

  • Wie altes Wissen die Medizin verändert
  • von Joachim Faulstich
  • Knaur Verlag  November 2012                     http://www.mens-sana.de
  • 351 Seiten
  • 10,99 €
  • ISBN 978-3-426-87483-7

Faulstich, Das Geheinis der Heilung

HEILUNG  IST  DIE  BESTE  MEDIZIN
Buchbeipackzettel von Ulrike Sokul ©

Was ist das Buch „DAS GEHEIMNIS DER HEILUNG “ und wie wird es angewendet?

„DAS GEHEIMNIS DER HEILUNG“ ist ein geistiges Arzneimittel und darf bei allen möglichen Erkrankungen und Gesundungen hilfreich und bewußtseinserweiternd zum Einsatz kommen. Die Einnahme erfolgt einfach durch aufmerksames Lesen.

Wie ist das Buch zu lesen?

Soweit nicht anders verordnet, empfehlen wir für Erstleser eine Lektüre im ganz persönlichen Lesetempo, mit wenigstens 50 Seiten täglich, so daß eine komplette Einnahme innerhalb einer Woche erfolgt.
Zur geistigen Verarbeitung der vielen neuen und konstruktiven Informationen zu bleibendem Wissen und zur neuronalen Verankerung ist eine zwei- bis dreimalige Wiederholung der Lektüre sinnvoll.
Eine Leseüberdosis ist gänzlich unbedenklich und initiiert meist einen Heilschlaf, der den Betroffenen wertvolle traumtherapeutische Hinweise vermittelt.
Wir weisen darauf hin, daß Wechselwirkungen mit Ihrer jeweiligen persönlichen Erwartungshaltung quantenphysikalisch unvermeidlich sind!

Woraus besteht „DAS GEHEIMNIS DER HEILUNG“?

Der erste Wirkstoff dieses Therapeutikums ist geistige Belichtung und die Vermittlung einer mehrdimensionalen Perspektive auf unsere Lebenswirklichkeit.

Der zweite Wirkstoff ist die erfreuliche und überraschende Nachricht, daß die Grenzen zwischen Schulmedizin und Alternativmedizin nicht mehr hermetisch abgeriegelt sind und daß bereits fließende Übergänge stattfinden.

Der dritte Wirkstoff ist eine wohltuend ausgewogene Darstellung mit Herz und Verstand und Weisheit. Bereichert wird diese ganzheitliche Sichtweise durch anrührende Fallgeschichten.

Die Trägermaterialien des Therapeutikums sind Papier und Tinte, und diese werden im Allgemeinen gut vertragen und haben sich als langlebiges Medium bereits seit Jahrhunderten bewährt.

Der Autor Joachim Faulstich offeriert mit „DAS GEHEIMNIS DER HEILUNG“ eine faszinierende Sammlung und Beschreibung  teilweise jahrtausendealter Heilungsmethoden, wie z.B. die schamanische Trancereise  oder die Macht der Imagination. Dieses alte Wissen kombiniert er mit modernen Erkenntnissen, z.B. aus der Hirnforschung, die entdeckt hat, daß es auf gehirnphysiologischer Ebene keinen Unterschied zwischen einer gedachten oder tatsächlich ausgeführten  Handlung gibt. Das wiederum ist eine wissenschaftliche Bestätigung der Wirkungsweise von Imagination.

Die Lektüre des Therapeutikums macht den Leser/die Leserin unabhängig von monokausalen, einseitigen Erklärungsmodellen. Sie eröffnet viele Wege zur Heilung, stellt sie vor und bringt sie miteinander in Verbindung.

Zusätzlich nimmt der Autor uns mit auf eine Zeitreise durch die Entwicklungsstufen des menschlichen Bewußtseins:  vom archaischen Bewußtsein der menschlichen Frühgeschichte zum magischen Bewußtsein früher Stammeskulturen, über das mythische Bewußtsein der Frühantike bis zum rationalen Bewußtsein von heute. Die Inhalte, Glaubens- und Weltsichten der älteren Bewußtseinsschichten mögen im rationalen Alltagsbewußtsein fast vergessen sein, aber sie sind unser mitmenschliches Erbe und Bestandteil unserer Hirnstruktur, und sie wirken nach wie vor mit.

Somit wäre eine neue erstrebenswerte Bewußtseinsstufe das integrale Bewußtsein als Ausgangspunkt für eine Medizin, die altes und neues Heilwissen miteinander verbindet und eine grundsätzlich ganzheitliche Betrachtungsweise von Krankheit und Heilung kultiviert.
In seinem Buch stellt der Autor einige Pioniere vor, die erste unkonventionelle Schritte auf diesem neuen Weg wagen.

Es gibt eine Klinik in Berlin, die  »Therapeutic Touch« (Heilende Berührung durch Handauflegen) im  Pflegedienst eingeführt hat. Und auch im OP-Saal legt die Anästhesistin zwischen der Monitorkontrolle ihre Hände in berührender Begleitung auf die Patienten.

Die „ Ärztlich-Schamanische Ambulanz“ in Wien bietet Krebspatienten ergänzend zu schul- und komplementärmedizinischen Therapien schamanische Behandlungen an; so werden die körperliche und die seelische Ebene behandelt und berührt.

Krankheit und Heilung stehen in einem nur teilweise sichtbaren Zusammenhang; eine maßgebliche Rolle  spielen dabei die unendlich komplexen Wechselwirkungen und Rückkopplungen zwischen Körper, Geist und Seele, aber auch die Beziehung, die Kommunikationstiefe und das Vertrauensverhältnis zwischen Heiler und Heilungssuchendem sowie die generellen Lebensbedingungen des Betroffenen.

Die wesentlichsten Zutaten für eine integrierende Heilkunde sind die geistig-seelische Aufgeschlossenheit für altes und neues Heilwissen und die Entwicklung einer möglichst vielschichtigen Bewußtseinstransparenz, die der Komplexität unseres Lebensgewebes umfassender gerecht werden.

Das Buch „Das Geheimnis der Heilung“ ist selbst das beste Beispiel für eine wertschätzende und würdigende Betrachtungsweise, bei der Spiritualität und Wissenschaft Hand in Hand gehen und den Spielraum für Heilung erweitern.

Wie ist das Buchtherapeutikum aufzubewahren?

Während der Behandlung können Sie das Buch ständig bei sich tragen oder an Ihrem bevorzugten Leseort aufbewahren. Nachts empfiehlt es sich, das Buch auf den Nachttisch oder neben das Kopfkissen zu legen, denn die geistige Ausstrahlung wirkt sogar im Schlaf heilungsunterstützend. Auch bei Traumreisen sollte es im Handgepäck nicht fehlen!
Zur dauerhaften Lagerung eignet sich ein lichtgeschütztes Bücherregal oder ein staubgeschützter Bücherschrank.

Was  müssen Sie vor Einlesung des Buches beachten?

Das Buch sollte besser nicht eingenommen werden bei Überempfindlichkeiten gegen ausgewogene Darstellungen verschiedenster Therapieformen und akuten Vorurteilen gegen Komplementärmedizin.

Bei nur gering ausgeprägter Engstirnigkeit besteht eine gewisse Aussicht auf eine Erweiterung des Denkhorizontes. Testleser aus dieser Gruppe erfuhren oft eine Auflösung starrer Glaubensmuster und entwickelten eine mehrdimensionale Perspektive auf die Wirklichkeit.

Ausgeprägte, abergläubische Wissenschaftsgläubigkeit hingegen verhindert ein Überschreiten der Geist-Hirn-Schranke und läßt keine ungewollten Erkenntnisse ins Bewußtsein dringen. Bei diesem Personenkreis kam es in seltenen Fällen zu Kopfschmerzen und Übelkeit.

Besondere Vorsicht ist geboten bei chronisch positivistischer Grundhaltung und mechanistisch-reduktionistischem Welt- und Menschenbild; hier können drastische Intoleranzen und Bluthochdruck auftreten bis hin zu lesensgefährlichen Entzündungen. In freiwilligen Leseversuchen kam es jedoch nur in sehr, sehr seltenen Fällen (1:100.000) zu Buchverbrennungen.

Die Leseentscheidung liegt immer ganzheitlich in Ihrer eigenen Verantwortung!

Verkehrstüchtigkeit und Maschinenbedienung:

Selbstverständlich sollten Sie während der Lektüre weder ein Fahrzeug lenken noch eine Maschine bedienen. In den Lesepausen sind die ebengenannten Tätigkeiten ausdrücklich erlaubt.

Dauer der Anwendung:

Grundsätzlich kann „DAS GEHEIMNIS DER HEILUNG“ unbegrenzt konsumiert werden. Zur Ergänzung und beim Auftreten akuter Begeisterungssymptome empfehlen wir noch ein anderes Therapeutikum unseres Autoren: „DAS HEILENDE BEWUSSTSEIN“
ISBN 978-3-426-87330-4, 335 Seiten zu  9,99 €

Für weitergehende Lektüre und vertiefende Detailinformationen zu individuellen und speziellen Gesundheitsthemen fragen Sie bitte Ihren Arzt, Heilpraktiker oder Ihre Buchhändlerin.
In Anbetracht der immanenten Seinseinheit vertrauen wir Sie auch anderen Buchwegweisern aus koexistierenden Verlagen an.
Die Einnahme erfolgt in jedem Fall in eigener Verantwortung!

Zu Risiken und Nebenwirkungen:

Plötzliche Geistesblitze sind nicht ausgeschlossen, aber unbedenklich.

Vereinzelt kann eine vorübergehende Lesesucht entstehen, die von euphorischen Zuständen begleitet wird.

Manche Leser haben mit ihren intensiven Begeisterungssymptomen auch ihren Arzt oder Heilpraktiker angesteckt, was zu einer Verbesserung der Behandlungsbeziehung bis hin zu wechselseitigem harmonischen Einklang führen kann.

Bei Kooperativitätsresistenzen kann es aber auch zu Arztwechseln kommen.

Häufig  –  und unter der Voraussetzung geistiger Offenheit – wächst das Vertrauen in die Selbstheilungskräfte des eigenen Körpers. Auch die Achtsamkeit bezüglich der persönlichen Mitwirkung und Verantwortung an der Gestaltung der eigenen Lebenswirklichkeit  –  durch Denken, Sprechen und Handeln  –  nimmt erkennbar zu.

Eine häufig beobachtete Begleiterscheinung bei freiwilligen Testlesern ist ein erwachendes Interesse für Quantenphysik.
Bei besonderer Geistesspannweite, angeborener Herzensgröße oder karmischer Vorentlastung kommt es zu ansteckender Ausbreitung von Gefühlen der Dankbarkeit, Demut, Geborgenheit, Liebe, Mitgefühl, Verbundenheit und Zuversicht.

Kleinere und größere Spontanheilungen sind möglich, aber nicht zwangsläufig.

Danksagung:

Wir sind sehr dankbar, daß Sie sich für die Lektüre von „DAS GEHEIMNIS DER HEILUNG“ von Joachim Faulstich entschieden haben.
Wenn Sie mit unserem Therapeutikum zufrieden sind und es Ihnen geholfen hat, so empfehlen Sie uns doch bitte weiter.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie uns eine Resonanz zu Ihren Erfahrungen mit „DAS GEHEIMNIS DER HEILUNG“ geben.
Bitte senden Sie uns ein LESELEBENSZEICHEN, mit Ihrer Postanschrift, und wir übersenden Ihnen gerne eine Broschüre mit unseren Buchempfehlungen und natürlich auch eine inspirierende Leseprobe.

Weitere Informationen und Bücher rund um die  Themen „Spirituelle Heilmethoden“ und „Körper, Geist und Seele“  finden Sie im Internet unter www.knaur-mens-sana.de

Darreichungsformen bei gleichbleibendem Inhalt:

DAS GEHEIMNIS DER HEILUNG
Wie altes Wissen die Medizin verändert
von Joachim Faulstich
Originalausgabe gebunden, 351 Seiten           19,99 €
ISBN 978-3-426-65655-6

Taschenbuchausgabe                                      10,99 €
ISBN  978-3-426-87483-7
Klinikpackungen ab 10 Exemplaren 😉

gleichnamige DVD zum Buch                     16,99 €
ISBN: 978-3-426-65710-2
http://www.droemer-knaur.de/buch/7778716/das-geheimnis-der-heilung

Der Autor:

»Joachim Faulstich ist Buchautor und Regisseur wissenschaftlicher Fernsehdokumentationen. Für seine Arbeit wurden ihm zahlreiche Preise verliehen. Seit 20 Jahren beschäftigt er sich mit alternativen Heilverfahren und aktueller Bewusstseinsforschung.«

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Oma, die Miethaie und ich

  • von Tanya Lieske
  • illustriert von Daniel Napp
  • Beltz & Gelberg Verlag  2012        http://www.beltz.de
  • gebunden, 208 Seiten
  • 12,95 €
  • ISBN 978-3-407-82018-1
  • Taschenbuchausgabe Februar 2014 bei Gulliver
  • 6,95€
  • ISBN 978-3-407-74461-6
  • ab 9 Jahren
    9783407820181.jpg Oma, die Miethaie und ich

IM  LEBEN  LESEN

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Das ist endlich wieder einmal ein Buch, das mir so gut gefällt, daß ich am liebsten seitenweise Zitate daraus wiedergeben möchte.

Kleiner Werkstattbericht gefällig, wie ich Buchbesprechungen verfasse? Während der Lektüre des Buches liegen in Griffnähe diese wunderbaren transparenten, ablösbaren Haftlesezeichen, die maßgeschneidert meine Textmarkierungsbedürfnisse befriedigen, ohne daß ich den Text mit einem Bleistift oder einem noch unauslöschlicheren Schreibutensil verunzieren muß. Wenn ich das Buch zu Ende gelesen habe, schauen mehr oder weniger bunte Lesezeichenfähnchen aus dem Buchblock heraus.

Im Falle von „Oma, die Miethaie und ich“  kamen 20 Fähnchen zusammen, das ist eine Menge bei einem Buch von 208 Seiten. Tja, da werde ich nun gnadenlos maximal 3 Stellen auswählen, die ich mir zu zitieren erlaube, der Rest muß dran glauben und darauf hoffen, bei der Lektüre des Buches vom geneigten Leser entdeckt zu werden.

Also fange ich jetzt damit an,  das Buch sprechen zu lassen:

„Ich heiße Salila. Den Namen habe ich bekommen, weil  Oma in Indien durch einen Fluss gewatet ist, als ich geboren wurde. Salila heißt » Wasser « .    …    Oma musste dann aus Indien zurückkommen, weil meine Mama bei meiner Geburt gestorben ist. Das passiert in Deutschland ganz selten. Man glaubt gar nicht, dass sich hinter 0,012 Prozent gestorbenen Leuten eine ganze Mama verbergen kann.“

Das Mädchen Salila lebt mit ihrer unkonventionellen Oma Henriette in einer schönen Altbauwohnung mit Kastanienbaumaussicht im Düsseldorfer Stadtteil Bilk. Die alleinerziehende Oma kann alles reparieren und ist im ganzen Stadtviertel für ihr handwerkliches Geschick berühmt, und so verdient sie den Lebensunterhalt durch nachbarliche Reparaturaufträge und mit der Aufarbeitung von Sperrmüllschätzen und Trödelfunden. Oma Henriette ist ausgesuchte Kaffeekennerin, sie spielt Black Jack, und sie verfügt über viel Zivilcourage.

Salila fällt das Lernen leicht, sie ist Klassenbeste, und ihr bester Freund ist Mehmet, der Neffe des türkischen Gemüsehändlers aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Multikulturelles Miteinander ist für Oma Henriette und Salila kein Sozialkundefach, sondern gelebter Alltag.

Oma Henriette ist zwar noch nie umgezogen, aber sie hat in jüngeren Jahren viele Reisen unternommen, sie hat in fremden Ländern gelebt und gearbeitet, daher spricht sie Englisch, Französisch und Spanisch, und sie  ist äußerst weltgewandt und kreativ. Von einem dieser Auslandsaufenthalte kehrte sie schwanger nach Düsseldorf  zurück und brachte ihre Tochter Linda zur Welt. Linda und Henriette wohnten in ebengenannter Altbauwohnung in Bilk, und als die Tochter erwachsen war, ging Mama Henriette nach Indien zu einem Yogameister. Linda setzte die Familientradition fort und wurde unehelich schwanger;  sie starb bei der Geburt ihrer Tochter, und Mama Henriette kam aus Indien zurück und wurde zu Oma Henriette.

Jeden Abend vor dem Einschlafen sitzt Oma bei Salila auf der Bettkante zum  „Dreierschwatz“, d.h. die beiden erzählen der verstorbenen Linda alles, was im Laufe des Tages geschehen ist und was sie vielleicht interessieren könnte: ein anrührendes Ritual und eine ausgesprochen einfühlsame Psychohygiene. Der Lebensstil von Oma Henriette ist fürsorglich, liebevoll, pragmatisch, humorvoll und manchmal weise.

Eines Abends sitzen die beiden vor dem von Oma Henriette bereits sechzehnmal reparierten Schwarz-Weiß-Fernseher und sehen einen Bericht über ihr Stadtviertel. Dort werden die schönen Altbauten gepriesen, die niedrigen Mieten, der kleinteilige Einzelhandel und die interkulturelle Sozialstruktur. Der Bericht endet mit dem Hinweis, daß die Wohnungsnachfrage in diesem Stadtviertel steigen werde und daß sich mit  der steigenden Nachfrage auch die Mieten erhöhen würden. Erwachsene Leser ahnen schon: Gentrifizierung droht. Dieses schwierige Wort kommt in der Geschichte jedoch nicht vor. Oma Henriette erklärt Salila das Problem mit dem anschaulichen und  bissigen Begriff Miethai.  Ihre Definition ist so treffend, daß sie zitiert gehört: Sie kaufen die alten Häuser auf und renovieren sie, und dann werden die Wohnungen so teuer, dass nur reiche Leute sie bezahlen können. Alle anderen müssen dann raus.“

Selbstbewußt und kämpferisch verspricht Oma Henriette, daß sie niemals aus ihrer Wohnung ausziehen würden. Salila ist vorläufig beruhigt, doch dann findet sie zufällig einen geöffneten Brief, aus dem hervorgeht, daß das Haus, in dem sie wohnen, durch einen Erbfall einen neuen Eigentümer bekommen hat, der in Hamburg lebt. Als ein weiterer Brief aus Hamburg eintrifft, erfährt Salila durch ihre heimliche Lektüre, daß ihnen die Wohnung gekündigt wurde.

Seltsamerweise reagiert Oma Henriette auf die Briefe nicht, bespricht die Angelegenheit nicht mit Salila und tut so, als gäbe es keinen Anlaß zur Sorge. Auf Salilas vorsichtige Nachfragen reagiert Oma Henriette ungewohnt ärgerlich und abwehrend trotzig.

Salila ist verwirrt und traurig, und sie spürt, daß ihre Oma etwas vor ihr zu verbergen versucht. Sie vertraut sich ihrem Freund Mehmet an, und die beiden überlegen, was man gegen Miethaie unternehmen könne und warum Oma Henriette sich so merkwürdig verhält.

Mehmet ist es, der auf die Idee kommt, daß Oma Henriette vielleicht nicht lesen kann. Salila mag das zunächst nicht glauben, aber als Mehmet unbefangen von einem seiner Onkel erzählt, der außer einer krakeligen Unterschrift nicht schreiben kann, fallen Salila eine Reihe von  Omagewohnheiten ein, die zu Mehmets Vermutung passen: Oma Henriette und Salila hinterlassen sich z.B.  kleine Nachrichtenzeichnungen auf dem Küchentisch, Oma Henriette läßt sich oft Texte von ihrer Enkelin vorlesen, weil sie gerade ihre Brille verlegt habe, Omas Unterschrift unter Salilas Zeugnis sah nicht nach einer flüssigen Erwachsenenschrift aus, und kürzlich öffnete sie eine angebliche Dose mit Erbsen, die sich dann als Makkaroni in Tomatensoße entpuppten.

Die Kinder entschließen sich, einfach selber einen Brief an den neuen Hauseigentümer zu schreiben. In diesem Brief erklärt Salila kindlich ehrlich und direkt, warum sie und ihre Oma keinesfalls aus der vertrauten und preiswerten Wohnung ausziehen können.

Mehmet druckt einen Wikipedia-Artikel über Analphabeten aus, und Salila erfährt, daß schätzungsweise jeder Zehnte in Deutschland mehr oder weniger analphabetisch ist. Salila wagt es nicht, Oma Henriette diesbezüglich Fragen zu stellen, und so muß es erst zu einer dramatischen Zuspitzung der Wohnsituation kommen, bis Oma Henriette endlich gesteht, daß sie nicht lesen und gerade mal mühsam ihre Unterschrift zusammenstoppeln kann.

Nachdem die beiden sich ausgesprochen haben und die Modernisierungsmaßnahmen im Haus schon so weit fortgeschritten sind, daß die ersten Stufen des Treppenhauses abgerissen werden, bekommt Salila eine freundliche Antwort auf ihren Brief. Der neue Hausbesitzer möchte seine Mieterinnen kennenlernen und kündigt seinen leibhaftigen Besuch an. Der Herr Miethai  ist ein überraschend sympathischer Mensch, und unter dem Einfluß von Oma Henriettes überragend köstlichem Kaffee findet sich eine für alle Parteien angenehme Lösung.

Besonders hervorheben möchte ich noch die wohldosierten Prisen Spiritualität, die der Geschichte zusätzlichen, unaufdringlichen Tiefsinn verleihen. So lernt Salila z.B., daß es beim Formulieren von Wünschen nicht sinnvoll ist, mit sprachlichen Verneinungsformen zu arbeiten, sondern daß nur die ausdrücklich positive Betonung des Erwünschten zum Ziel führt:

„Ich mache die Augen zu und  wünsche mir, dass wir nicht ausziehen müssen.» Ein Wunsch mit  >nicht<  drin geht nicht. «Ich brauchte einen Augenblick, bis ich verstanden habe, was sie meint. Dann mache ich die Augen zu und wünsche mir, dass wir hierbleiben dürfen, in unserer Wohnung unter dem Dach.“

„Oma, die Miethaie und ich“  zeichnet sich aus durch zwischenmenschliche Vielschichtigkeit, lebendige Figuren, Wortwitz, liebevolle Details und eine durchgehend erfreulich konstruktive und einfühlsame Behandlung sozialer Probleme. Die Sprache ist ausdrucksvoll, feinsinnig und kindgerecht.

Die Illustrationen von Daniel Napp passen vortrefflich und geben insbesondere die Charakterzüge und Stimmungen der Figuren ausgezeichnet wieder.


Die Autorin:

»Tanya Lieske ist Autorin und Literaturkritikerin. Sie schreibt Bücher für Kinder und Erwachsene. Im Deutschlandfunk (Köln) moderiert sie die Literatursendung Büchermarkt. Tanya Lieske lebt mit ihrer Familie in Düsseldorf, ein zweiter Schreibtisch steht in Irland.«
Weitere Informationen:       http://www.tanyalieske.de