Die kleinen Wunder von Mayfair

  • Roman
  • von Robert Dinsdale
  • Originaltitel: »The Toymakers«
  • Aus dem Englischen von Simone Jakob
  • KNAUR Verlag Oktober 2018   www.droemer-knaur.de
  • gebunden mit Schutzumschlag
  • und LESEBÄNDCHEN
  • 464 Seiten
  • 20,00 € (D)
  • ISBN 978-3-426-22672-8

S P I E L R Ä U M E

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Die wunderoffene Perspektive eines Kindes kann imaginativ Unmögliches möglich machen: Aus leblosen Stofftieren werden echte Tiere, aus Puppen und Figuren echte Spielgefährten, und Bilderbücher blättern buchstäblich Geschichtenräume auf. Der Schauplatz des vorliegenden Romans ist ein Spielwarenhaus, in dem Spielsachen angeboten werden, die gekonnt zwischen technischer Perfektion und Magie changieren und damit erfolgreich das kindliche Bedürfnis nach Verzauberung befriedigen und bei Erwachsenen kindheitsnostalgische Zuneigung hervorrufen.

Die entscheidenden Zutaten für die Herstellung dieses märchenhaften Spielzeugs sind neben handwerklich-künstlerischem Geschick eine lebhafte Phantasie und die Fähig- keit, sich in die Perspektive eines Kindes zurückzuversetzen. Der Inhaber des Spiel- warenhauses, des Emporiums, ist Papa Jack, dessen Spielzeugmachergabe ihm einst das Leben und die Seele rettete. Seine beiden Söhne Kaspar und Emil erfinden und produ- zieren ebenfalls Spielsachen und wetteifern um die Anerkennung ihres Vaters, der der unübertreffliche Meister seines Fachs ist.

Im Jahre 1906 ist der Spielraum für unverheiratete Mütter sehr klein. Die fünfzehn-jährige Cathy erwartet ein Kind. Ihre Eltern beabsichtigen, Cathy in einem „Heim zur Förderung der Moral“ unterzubringen, wo sie unauffällig ihr uneheliches Kind zur Welt bringen und es anschließend zur Adoption freigeben soll, um die Schande zu vertuschen.

Doch Cathy möchte ihr Kind behalten. Zufällig entdeckt sie die unkonventionelle Stellenanzeige eines Londoner Spielwarenhändlers:

„Fühlen Sie sich verloren? Ängstlich?
Sind Sie im Herzen ein Kind geblieben?
Dann sind Sie bei uns richtig.
Das Emporium öffnet beim ersten Winter-
frost seine Tore.
Keine Erfahrung erforderlich. Kost und
Logis inbegriffen …“
(Seite 24)

Cathy flieht nach London und trifft genau zur alljährlichen Großen Eröffnungsfeier des größten Londoner Spielwarengeschäfts ein. Das Emporium öffnet seine verheißungs- vollen Pforten stets mit dem ersten Winterfrost und schließt seine Pforten, sobald das erste Schneeglöckchen aufblüht. Das ist zwar eine kurze Verkaufssaison, aber das Weihnachtsgeschäft und der zauberhafte Ruf der außergewöhnlichen Spielwaren bescheren dem Emporium in dieser Zeitspanne so viele kaufwillige und kaufkräftige Kunden, daß das Geschäft den Rest des Jahres geschlossen bleiben kann.

Papa Jack und seine Söhne Kaspar und Emil widmen sich also stets von Februar bis Oktober der Erfindung und handwerklichen Herstellung neuer und verbesserter Spiel-sachen und vom ersten Winterfrost bis zum ersten Schneeglöckchenerblühen dem Verkauf ihrer Kreationen. Für die Verkaufssaison werden viele Verkäuferinnen und Verkäufer eingestellt, die während dieser Zeit auch im Emporium wohnen.

So findet Cathy unkompliziert Aufnahme in Papa Jacks Emporium und lernt von den erfahrenen Verkäufern, den Umgang mit den außergewöhnlichen Spielwaren und die Orientierung in den verwirrend beweglichen Gängen, Etagen und verschachtelten Räumen des Emporiums.

Bei den zauberhaften Spielsachen im Emporium verwischen die Grenzen zwischen feinmechanischer Raffinesse und echter Magie. Es gibt Spielzeugtruhen, die von innen wesentlich größer sind als ihre äußere Erscheinung, Spielzeugtiere, die, obwohl sie täglich aufgezogen werden müssen, eine solch lebhafte und situationsbezogene Reaktionsweise zeigen, daß man ernsthaft an ihrem handwerklichen Ursprung zweifelt, Schaukelpferde, die, bevor sie in den Verkauf kommen, erst einmal gezähmt werden müssen, Vögel aus Pfeifenreinigern, die eigentlich unmögliche Strecken fliegen können, und aufziehbare Spielzeugsoldaten, die exerzieren, marschieren, schließen und „tot“ umfallen können und mit denen man große Schlachtformationen nachspielen kann.

Es gibt zusammengefaltete Papierbäume in kleinen Schachteln, die sich nach dem Öffnen ihrer Verpackung zu lebensgroßen Bäumen entfalten, Patchwork-Hasen, die man mit Filz- und Stoffresten und Schrauben füttern kann und die dann kleine Hasen gebären, die bei entsprechender Fütterung noch kleinere Hasen gebären.

Kaspar und Emil interessieren sich beide für die zurückhaltende Cathy, und es dauert nicht lange, bis sie ihr Geheimnis entschlüsseln und dafür sorgen, daß Cathy auch nach der Verkaufssaison im Emporium bleiben darf.

Papa Jack gewährt Cathy Zuflucht, und er gewährt ihr zudem einen tieferen Einblick in seine Herkunft und seine besonderen Fähigkeiten als Spielzeugmacher. Mit einem speziellen Diorama, das Cathy gewissermaßen leibhaftig als Zeugin in Papa Jacks Ver- gangenheit transportiert, erfährt sie, wie er ein sibirisches Arbeitslager überlebt hat. Im Arbeitslager stellte er aus einfachen Zweigen, Blättern, Kiefernzapfen, Moos und Grä- sern bewegliche kleine Figuren her, deren unerklärliche Lebhaftigkeit selbst brutalste Mitgefangene und Wärter in ihren Bann zog und sie milder stimmte.

Aus dieser schweren Zeit seines Lebens stammt Papa Jacks Credo, daß Spielzeug zwar kein Leben retten kann, aber eine Seele. „Einem Menschen können die schrecklichsten –Dinge zustoßen, aber er wird sich nie verlieren, wenn er sich immer daran erinnert, dass  er einmal ein Kind war.“ (Seite 170)

Kaspar, der ältere Sohn von Papa Jack, entwirft Spielzeug, das den magisch-imaginativen Fähigkeiten seines Vaters sehr nahe kommt. Emil, der jüngere Sohn, stellt mit begeister- ter Hingabe, die aufziehbaren Spielzeugsoldaten her, die der absolute Verkaufsschlager des Emporiums sind. Allerdings funktionieren Emils Soldaten wirklich rein mechanisch und vorhersehbar, und Emil beneidet seinen Bruder um das gewisse magische Extra, das er seinen Schöpfungen zu verleihen vermag.

Nun konkurrieren die beiden auch noch um Cathys Gunst; daß sich Cathy für Kaspar entscheidet und dessen Ehefrau wird, kränkt Emil zusätzlich. Doch zunächst leben und arbeiten alle weiter zusammen, und Cathys Tochter Martha wächst in einem geborgen- en familiären Umfeld auf. Kaspar und Emil wetteifern nach wie vor alljährlich mit ihren neuen Spielzeugerfindungen gegeneinander, und man darf Kaspar durchaus vorwerfen, daß er seine erfinderische Überlegenheit gegenüber Emil übertrieben ausspielt.

Als der Erste Weltkrieg ausbricht, wird Kaspar Soldat, und Emil, der wegen seiner Herz-schwäche nicht eingezogen wird, bleibt im Emporium und genießt die konkurrenzlose Zeit. Kaspar kehrt nach Ende des Krieges traumatisiert zurück und spielt unentwegt mit einer Spieluhr, die er im Lazarett konstruiert hat. Diese Spieluhrmelodie, versetzt den Zuhörer, solange er die Kurbel dreht, in eine glückliche Lebensphase zurück, hält ihn jedoch in dieser Zeitschleife gefangen.

Martha gibt im Gegensatz zu den Erwachsenen die Versuche nicht auf, Kaspar aus seiner Erstarrung zu holen, und sie hat damit wortwörtlich spielerischen Erfolg. Kaspar ist zwar sehr verändert, aber er nimmt wieder am Leben Anteil, arbeitet tatkräftig mit und entwirft neues Spielzeug.

Diesmal tritt er jedoch auf eine Weise in Konkurrenz zu Emil, die für Emil unverzeihlich ist. Denn es gelingt Kaspar, die Spielzeugsoldaten so umzuarbeiten, daß sie sich gegen-seitig selber aufziehen können. Diese Unabhängigkeit führt dazu, daß sie langfristig eigenwillig werden und anstelle von Waffen weiße Fahnen schwenken und schließlich eine Rebellion gegen ihren ursprünglichen „Herrscher“, Emil, planen. Der ewige Streit zwischen den Brüdern eskaliert …

Das vorliegende Buch öffnet eine Spielzeug-Wunderkammer nach der anderen und erfreut den Leser mit faszinierenden Spielzeugfantasien und verspielten Geschöpfen, denen die innige Bezugnahme und kindliche Betrachtungsweise mehr Leben einhaucht, als die eingebaute Mechanik vorsieht.

Die psychologische Tiefe der menschlichen Figuren – abgesehen von Papa Jack – und ihre Beweggründe lassen indes zu wünschen übrig. Der Autor steht zudem den männlichen Figuren wesentlich näher als den weiblichen, deren Innenleben er deutlich weniger kenntnisreich auslotet und beschreibt. Folglich erscheinen die liebesgeschichtlichen Elemente des Romans blaß und beiläufig, und die angekündigte Romantik kommt zu kurz. Das unerbittliche Wetteifern zwischen Emil und Kaspar ist der dramaturgische Handlungsantrieb, der fast alle emotionalen Vorräte für sich beansprucht.

Der Einfallsreichtum des Autors bezüglich wundervoller, ja, beseelter Spielzeuge und imaginärer Spielräume ist größer, detailverliebter und hingebungsvoller als der für seine menschlichen Charaktere.

Dies führt dazu, daß man beim Lesen schließlich mehr Anteil am Schicksal der zu Be- wußtsein gekommenen Spielzeugsoldaten nimmt als an der Entwicklung der familiären Situation zwischen den konkurrierenden Brüdern und ihrem Verhältnis zu Cathy. Tat- sächlich ist das Spielzeug – insbesondere der anhängliche Patchwork-Hund Sirius und der würdevolle Kaiserliche Rittmeister – in diesem Roman sympathischer, entwicklungs- und lebenslernfähiger als die Menschen.

Gleichwohl fasziniert dieser Roman mit der Erschaffung eines Ortes, an dem Kindheits-träume wahr werden, und man erliegt gerne dem erlesenen Charme märchenhafter Spielzeugwelten.

„Wenn man jung ist, will man Spielzeug, weil man sich älter fühlen möchte. Man tut so, als wäre man ein Erwachsener, und stellt sich vor, wie das Leben später sein wird. Aber ist man dann erwachsen, ist es umgekehrt; nun will man Spielzeug, weil man sich dadurch wieder jung fühlt. Man will zurück an den Ort, wo einem nichts schaden kann, hinein in eine Zeitschleife, die aus Erinnerungen und Liebe besteht.“
(Seite 247)

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.droemer-knaur.de/buch/9595139/die-kleinen-wunder-von-mayfair

 

Der Autor:

»Robert Dinsdale, Jahrgang 1981, wuchs in North Yorkshire auf. Er lebt mit seiner Tochter in Essex. Wenn er sie nicht gerade zur Schule fährt, geht er am Meer spazieren, arbeitet am Computer oder besucht die örtliche Bibliothek. „Die kleinen Wunder von Mayfair“ ist sein dritter Roman.«

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Manolito

  • Ein fantastischer Märchen-Roman
  • von Friedrich Hechelmann
  • Knesebeck Verlag September 2017   www.knesebeck-verlag.de
  • gebunden, mit Schutzumschlag
  • Fadenheftung
  • Format: 19,5 x 23,00 cm
  • 176 Seiten
  • mit 10 schwarzweißen Abbildungen
  • und 30 farbigen Abbildungen
  • ISBN 978-3-95728-060-2
  • 29,95 € (D), 30,80 € (A)
  • ab 10 Jahren

LE B E N S K R Ä F T E

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Friedrich Hechelmann ist Maler und Buchillustrator, und er hat für das vorliegende Buch nicht nur zum Pinsel, sondern auch selbst zur Feder gegriffen. Achtsame Liebe zur Natur, Ehrfurcht vor der Schöpfung und eine naturmagisch-poetische Perspektive lassen sich an seinen Bildern ablesen.

Mit seinem Märchen-Roman-Debüt „Manolito“ erzählt Friedrich Hechelmann in Wort und Bild ein modernes Märchen über die Bedrohung der Natur und des Lebens durch menschliche Herzenskälte und Profitgier und über eine mögliche Bewußtseinswende durch heilsame, naturgeistige Lebenskräfte.

Knuth Rabenhorst arbeitet in einem wissenschaftlichen Versuchslabor der Pharma-industrie und führt gehorsam die verlangten Versuche an den „Probanden“ durch. Des Nachts meldet sich bei ihm jedoch angesichts der Qualen der Versuchskaninchen immer häufiger das Gewissen, denn eigentlich ist Knuth ein empfindsamer Mensch – so pflegt er beispielsweise eine Fütter-Freundschaft mit einem dem Raben Kasimir, der ihn regelmäßig auf seinem Balkon besucht.

Doch erst als Knuth seine Anstellung verliert, kommt er ernsthaft  zur Besinnung. In seiner Labor-Kitteltasche findet er den heimlich entflohenen Probanden Nr. 226. Nr. 226 ist nur kichererbsenklein, er hat eine menschliche Gestalt und fleht Knuth an, ihn nicht wieder in das schreckliche Labor zurückzubringen. Knuth läßt endlich sein Mitgefühl zu und verspricht Nr. 226 Schutz und Hilfe und gibt ihm den Namen „Manolito“.

Manolito freut sich, daß er keine Nummer mehr ist, und Knuth freut sich über die anre-gende Gesellschaft Manolitos. Sie diskutieren lebhaft das menschliche, lebensfeindliche Verhalten gegenüber den natürlichen Geschöpfen, und Knuth überlegt sich berufliche Alternativen, da er sich an diesem Zerstörungswerk nicht mehr beteiligen mag.

Während sich Knuth auf Arbeitssuche begibt, erkundet Manolito sein neues Zuhause und freundet sich mit der Hausspinne Liesa und dem Raben Kasimir an. Manolito ist die körperliche Miniaturausgabe eines Menschen, indes hat er die Seele eines Elfen, und deshalb kann er mit allen Tieren sprechen. So erfährt er auch, daß sich immer mehr Tiere auf den geheimen Kontinent Aronia zurückziehen, um der menschlichen Grausamkeit und den durch Umweltverschmutzung lebensverarmten und zerstörten Lebensräumen zu entkommen.

Illustration © Friedrich Hechelmann/Knesebeck Verlag

Der Zugang nach Aronia wurde vor vielen Jahrtausenden von den Elfen hinter einer für Menschen unsichtbaren Wasserwand verborgen. Tiere finden den Weg nach Aronia jedoch instinktiv, und die wenigen Elfen, die noch als Botschafter in der Menschenwelt unterwegs sind, haben selbstverständlich ebenfalls leichten Zugang. Und so landet Manolito nach einer dramatischen Wende unvermittelt in Aronia.

Die Hummelkönigin Klara nimmt Manolito als Flugpassagier auf und zeigt ihm die wilden, menschenleeren Landschaften Aronias, in denen außer den noch in der Menschenwelt existierenden Tieren auch ausgestorbene Tiere und fast vergessene Fabelwesen leben und wirken. Im Herzen Aronias liegt der Elfenwald. Dort erfährt Manolito mehr über seine Herkunft und seine Bestimmung, und er bekommt ein wertvolles Geschenk, das ihm bei der Erfüllung seiner Aufgabe dienlich sein wird.

So groß, weitläufig und verborgen Aronia auch ist, es ist nicht unverwundbar. Die menschliche Gier nach Bodenschätzen unterhöhlt buchstäblich auch dieses Refugium, und es besteht die akute Gefahr, daß Aronias Schutzschleier gelüftet wird. Aronia benötigt elementare Unterstützung, um sich gegen einen Angriff und eine drohende Invasion der Menschen zu verteidigen.

Illustration © Friedrich Hechelmann/Knesebeck Verlag

Der Zentrale Rat der Vereinigten Arten Aronias beauftragt Manolito, die Hummelkönigin Klara, die Grasmücke Mathilde, die Fledermaus Philomena und weitere tierische Ver-bündete zum Meister des Windes zu reisen und um seine Unterstützung zu bitten. Die Bewohner Aronias werden ihr Refugium nicht kampflos den „Paarfüßlern“ – so werden die Menschen von den Tieren genannt – überlassen.

Es wird eine sehr abenteuerliche Reise mit harten Bewährungsproben und mit unverhofft-hilfreichen und inspirierenden Begegnungen. So weiß beispielsweise der Delphin Ody, der sie beim Überqueren des Meeres vor dem Ertrinken rettet, weitsichtige Worte über das Wasser zu sagen:

»Ich weiß es vom Wasser … Es hat die gesamte Geschichte der Erde und seiner Bewohner gespeichert. Dem Wasser kann man nichts vormachen. Was man dem Wasser antut, tut man sich selbst an. Bei Luft und Erde ist es dasselbe. Das haben die Paarfüßler nur bis heute nicht begriffen.« (Seite 111)

Die spannende, märchenhafte Handlungsinszenierung fügt sich wunderbar in die vielfältigen Landschaften, ja, eigentlich Seelenlandschaften, die Friedrich Hechelmann entwirft. Dabei eröffnet er einfühlsam Perspektiven der Tiere auf das Handeln der Menschen.

Die katastrophal-zerstörerischen Folgen lebensabgehobener Naturentfremdung werden deutlich formuliert, indes fehlt es keineswegs an weisen Anregungen zu einem Leben in naturachtsamer, wechselseitiger Verbundenheit.

Friedrich Hechelmanns phantastische Illustrationen bieten der Imagination des Lesers ein einladendes Bühnenbild voll geheimnisvoller Lebenstiefe und poetischer Vielschichtigkeit. Sein Erzählstil ist im Vergleich dazu schnörkellos und präzise sowie in den Dialogpassagen gelegentlich etwas schelmisch. Er benutzt klare Worte und kurze Sätze. „Manolito“ ist ein leseleichter, gleichwohl substanzieller und inspirierender Märchen-Roman für kleine und große Menschen, denen die Natur am Herzen liegt. Ich würde die Lesealtersangabe des Verlages dahingehend korrigieren, daß „Manolito“ eine Lektüre von 10 bis 100 Jahren ist.

Zum Ausklang lasse ich uns gerne die Hummelkönigin Klara ihre Vision ins Ohr summen:

»Ich wollte, die Menschen fänden zu ihrer Bestimmung zurück und gingen achtsam mit der Natur um, würden die Geschöpfe und alles, was lebt, bewahren und lieben. Die Erde wird auch dann kein Paradies sein. Solange der Planet um sich selbst und um die Sonne kreist, wird es Tag und Nacht geben. Jedes Ereignis, jedes Lebewesen wird eine dunkle und eine helle Seite haben. Aber im Kern jeden Lebewesens sollte der Respekt vor dem Geheimnis des Lebens stehen. Wenn es so weit ist, werden auch die Elfen ihre Isolation aufgeben und zu uns zurückkehren, zum Wohle aller.« (Seite 90)

Illustration © Friedrich Hechelmann/Knesebeck Verlag

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.knesebeck-verlag.de/manolito/t-1/594

Querverweis:

Hier entlang zu einer von Friedrich Hechelmann illustrierten Märchensammlung
Das Buch der Märchen:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/01/28/das-buch-der-maerchen/

 

Der Autor und Illustrator:

»Friedrich Hechelmann wurde 1948 in Isny im Allgäu geboren. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien und zählt seither zu den bedeutendsten Malern des Realismus. In der Kunsthalle im Schloss Isny im Allgäu, wo er heute lebt und arbeitet, hat er einen besonderen Ort gefunden, den er durch großes Engagement zu einem kulturellen Zentrum verwandelt hat. In den mit großer Liebe zum Detail restaurierten Räumen des Schlosses stellt er seine Originalwerke aus, darunter auch Buchillustrationen. Denn Friedrich Hechelmann wurde auch als Illustrator zahlreicher Bücher populär, wie Michael Endes Momo (2009), Cornelia Funkes Die Geisterritter (2011) oder Selma Lagerlöfs Nils Holgersson (Knesebeck, 2013). Manolito ist der erste Roman des Künstlers.«
Besuchen Sie Friedrich Hechelmann auf seiner Webseite: www.hechelmann.de

 

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Schnee

  • von Maxence Fermine
  • Roman
  • Die Originalausgabe erschien 1999 unter dem Titel: »Neige«
  • Aus dem Französischen von Monika Schlitzer
  • Unionsverlag  Juli  2016   www.unionsverlag.com
  • in Leinen gebunden
  • 112 Seiten
  • 18,00 € (D), 18,50 € (A), 24,00 sFr.
  • ISBN 978-3-293-00509-9
schnee-von-maxence-fermine-unions-verlag-2016

Illustration von Catharina Turk (Vogel) und Heike Ossenkop © Unionsverlag 2016

WORTE  BALANCIEREN

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Wie bespreche ich ein Buch, das so schneeleise und so beinahe weiß auf weiß geschrieben wurde? Eine in der Schwebe bleibende, fast spurlose Spur von Worten, wie Schneeflocken sanft aufs Papier getuscht …

Wer sich mit Haikus auskennt, wird wissen, was ich meine. Das Haiku ist eine japanische Gedichtform, die aus siebzehn Silben besteht, die nach der Silbenzahl 5 / 7  / 5   auf drei Zeilen verteilt werden. Gerne wird über das Haiku gesagt, daß es „im Ungesagten das Unsagbare sage“… Andeutung, Naturbetrachtung, meditative Stille und seelisch-geistige Flügelspannweite gehören zum Schreiben eines Haikus, indes auch zum Lesen und Erleben eines Haikus.

Den ersten sieben Kapiteln dieses Buches ist jeweils ein Haiku klassischer, japanischer Haiku-Dichter vorangestellt. So wird der geneigte Leser angemessen eingestimmt.

Wir schreiben das Jahr 1884. Der siebzehnjährige Yuko lebt auf der Insel Hokkaido im Norden Japans. Sein Vater ist Shinto-Priester und erwartet von seinem Sohn, sich entweder für den Beruf des Priesters oder den des Kriegers zu entscheiden, wie es die Familientradition verlange.

Doch Yuko hat nur zwei Dinge im Sinn: Haikus und Schnee; und er äußert entschlossen seinen Wunsch, Dichter zu werden. Sein Vater ist verwundert, da er die Poesie nur für einen Zeitvertreib hält, aber er gewährt seinem Sohn eine Zeit der Besinnung. Diese Zeit nutzt Yuko, um siebenundsiebzig Haikus zu verfassen und sich seiner poetischen Berufung noch sicherer zu werden.

Die Kunde von Yukos Haiku-Eifer spricht sich bis zum Meiji-Hofe herum, und der kaiserliche Hofdichter macht sich auf den Weg, um die Qualität von Yukos Haikus zu prüfen. Yukos Vater fühlt sich angesichts des Besuchs dieses kaiserlichen Würdenträgers und dessen Lobes für die Haikus seines Sohnes sehr geehrt. Doch Yuko ist noch nicht zufrieden mit seinen bisherigen Dichtungen, er hält sie für Skizzen und Vorübungen.

Auch der Hofdichter beklagt das Fehlen von Farbe in Yukos ansonsten unvergleichlich schönen Versen, und er rät Yuko, beim alten Meister Soseki in die Lehre zu gehen, um seine Poesie zu vervollkommnen. Sein Hinweis: „Die Poesie ist vor allem anderen die Malerei, die Choreografie, die Musik und die Kalligrafie der Seele. Ein Gedicht ist zugleich das Bild, ist der Tanz, die Musik und die Schrift der Schönheit.“ (Seite 32), überzeugt den jugendlichen Dichter zwar nicht ganz, gleichwohl macht er sich am nächsten Tag auf den langen Weg in den Süden Japans zu Meister Soseki.

Yuko muß die japanischen Alpen überqueren und gerät in einen Schneesturm. Schicksalhaft findet er Schutz unter einem Felsüberhang und erblickt unter einer meterdicken Eisschicht die überirdisch schöne Gletscherleiche einer blonden, europäischen Frau und verliebt sich augenblicklich in sie. Tief berührt markiert er die Fundstelle und setzt seinen Weg fort.

Der erblindete Meister Soseki nimmt Yuko nach einer kurzen Prüfung als Schüler an. Er lehrt ihn das Sehen mit dem Herzen und unterweist ihn darin, daß der wahre Dichter ein „Seiltänzer der Sprache“ werden müsse…

Wie ein Haiku ist dieses Buch in drei Abschnitte gegliedert. Der erste Teil konzentriert sich auf Yukos Befindlichkeiten und Wahrnehmungen, der zweite Teil enthüllt die Vergangenheit des Meisters und seine Liebe zu einer französischen Seiltänzerin namens Neige. Nach dem tragischen und zu frühen Tod von Neige widmet sich der ehemalige Samurai Soseki nur noch der Erziehung seiner Tochter, Schneeflocke im Frühling, und den Künsten. Wieder und wieder versucht er mit jeder Kunstform, jedoch speziell mit der Malerei, die besondere Anmut und überirdische Schönheit seiner verunglückten Frau wiederzufinden. So wächst er in seiner künstlerischen Meisterschaft.

Im dritten Teil besuchen Yuko und Soseki den Fundort der Gletscherleiche; und hier am eisigen Grab seiner geliebten Seiltänzerin endet ganz friedlich auch Sosekis Lebenskreis. Für Yuko hingegen beginnt, nachdem er zu seinem Vater zurückgekehrt ist, ein neuer Lebenskreis und eine lebendige Liebe, denn er begegnet Schneeflocke im Frühling …

Zur Feinheit des Textes gesellt sich die harmonische und sehr stimmige äußere Gestaltung des Buches. Das asiatisch-minimalistische Aquarell eines kleinen Vogels, der im Schneegestöber auf einem Zweig sitzt, wurde als Titelbild direkt auf den Leinenbuchdeckel gedruckt. So gibt es kein lästiges Schutzumschlaggerutsche, sondern man faßt gleich sehr angenehm griffig den feinen stoffummantelten Buchdeckel an. Die dezente Farbgebung in Kombination mit der zarten Leinenstruktur hat zudem einen sehr attraktiven Transparenzeffekt.

„Schnee“ von Maxence Fermine balanciert – wie ein Haiku – zwischen dem Sagbaren und Unsagbaren. Es ist ein Buch zum Innehalten, zum stillen Mitschwingen und eine poetische Liebeserklärung an den Schnee und seine zauberhafte Gestaltungskraft.

 

Zum Ausklang nun noch mein Haiku zum Buch:

 

SCHNEELEISE

Flocke um Flocke

weiß auf weiß kalligraphiert

Worte fallen still

Ulrike Sokul ©
12/ 2016

 

 

Der Autor:

»Maxence Fermine, geboren 1968 in Albertville, machte mit seinem Debütroman Schnee in Frankreich auf Anhieb Furore. Das Buch erhielt glänzende Besprechungen und wurde von dem französischen Literaturpapst Bernard Pivot hoch gelobt. Nach Aufenthalten in Paris und Afrika lebt Maxence Fermine heute mit seiner Familie in Savoyen. Mittlerweile sind seine Bücher in zahlreiche Sprachen übersetzt.«

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
http://www.unionsverlag.com/info/title.asp?title_id=7520

Klangmeditationen für Körper & Seele

  • Geführte Meditationen zur Entspannung und Stärkung der Selbstheilungskräfte
  • von Bettina Steiner
  • Text und Stimme: Bettina Steiner
  • Klangschalen, Gongs, Monochord und Harfe: Bettina Steiner
  • Percussion: Martin Ruhland
  • Aufnahme, Mischung und Mastering: Rhythmus Studio Berlin, Alex Hötzinger
  • Grafikdesign: Ela Samson
  • Fotos: Monika Moosreiner
  • 1 CD in Pappklappschuber
  • Spieldauer 57:30 Min.
  • 17,80 €
  • Bezug über:
  • http://www.malamusic.de/
  • http://www.silenzio.com/
  • http://www.buecher.de/
    KLANGMEDITATIONEN CD-Titelbild

    CD Klangmeditationen © Bettina Steiner

     

GESTIMMTE  STILLE

CD-Besprechung von Ulrike Sokul ©

Für diese Heilkur brauchen Sie keinen langen Weg zurückzulegen. Sie können einfach bequem zu Hause bleiben,  Sie legen die CD ein, machen es sich im Sitzen oder Liegen gemütlich und geben sich dem Lauschen hin, und Sie können die Klangmeditationen sooft es Ihnen gefällt, wiederholen und genießen …

Bettina Steiners natürlich-sanftmütige Stimme leitet Sie nach einer kurzen Einleitung und klanglichen Einstimmung in eine geführte Körperentspannung (ca. 22 Minuten Dauer); im Anschluß daran erfolgt eine klangliche Harmonisierung und danach eine geführte Meditation zum Ursprung der Selbstheilungskräfte (ca. 20 Minuten Dauer); zum Ausklang gibt es eine kurze klangliche Harmonisierung und Aktivierung.

Die instrumentale Begleitung – musikalisch wäre zuviel gesagt, da keine Melodien erklingen –  durch Gongs, Klangschalen, Monochord, Harfe und Percussion erzeugt lange nachschwingende, leise verhallende Töne, welche die Stille einleiten.

Der CD-„Beipackzettel“ verlautet: »Folgen Sie dem Klang der Stille und kommen ganz bei sich an. Die Klänge finden ganz von selbst ihren Weg dorthin, wo sie heilsam und harmonisierend wirken können… Die Klänge der Klangschalen und Gongs entspannen und wirken auf der Körperebene wie eine feinstoffliche Massage.«

Der Wechsel von Klang, Stille und Stimme ruft ein Empfinden von Zeitlosigkeit und innerer Weite hervor. Der Raum zwischen Klang und Stille ist eine sanfte Übung des Nach-innen-Hörens.

Während die erste Meditation den Körper entspannt und „erleichtert“ und dadurch seine Präsenz und Empfänglichkeit erhöht, führt die zweite Meditation imaginativ in eine Seelenlandschaft und verbindet den Lauschenden mit seinen natürlichen Selbstheilungskräften. Dies kann uns auf eine heilsame Balance von Körper, Geist und Seele einstimmen.

Die erstaunliche Entspannungswirkung der Klangmeditationen kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Vor lauter Entspannung verschlief ich dreimal hintereinander die zweite geführte Meditation. Erst am vierten Tage war ich offenbar ausgeRUHT genug, um beiden Meditationen bewußt und aktiv zu lauschen.

Mit ihrer klaren, sympathisch-vertrauenerweckenden Stimme, in der ein Lächeln mitschwingt, mit der liebevollen Wortwahl und der dezenten Klangbegleitung gelingt es Bettina Steiner, dem Hörer harmonisierende Impulse zu vermitteln.

Auf diesem Wege vertiefen wir auch den EINKLANG mit unserer Seele…

Direktlink zur CD nebst Hörproben:
http://www.malamusic.de/praxis-cds/klangmeditationen-f%C3%BCr-k%C3%B6rper-und-seele/

 

Die Klangkünstlerin:

»Bettina Steiner wirkt als Licht- und Klangheilerin. Sie gibt Einzelsitzungen, veranstaltet Klangmeditationen sowie Klangreisen und leitet Seminare zu den Themen Medialität, Licht- und Klangheilung. Sie empfindet Licht und Klang als die Ursprünge unserer Schöpfung und somit als liebevolles und wirkungsvolles Instrument der Heilung.«
mehr unter: www.herz-und-seele.com
www.lichtklaenge.com

Außerdem pflegt Bettina Steiner das sehr empfehlenswerte, liebevoll inspirierende WordPress-Blog:
HERZUNDSTERNENKIND      https://herzundsternenkind.wordpress.com/
Hier finden sich energetische „Erste Hilfe“-Anregungen, Meditationen, kleine Geschichten aus dem Allgäu, herzerfüllte musikalische Kostproben und heilsame Rezepte sowie berührende Lichtimpulse und ein poetischer Sternenspaziergang

 

 

 

Fünf Meditationen über den Tod und über das Leben

LEBENSWACH  UND  TODESMUTIG

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

In weiser Gelassenheit, schicksalserprobter Demut und mit großer kultureller Flügelspannweite umkreist François Cheng in seinem Buch Leben und Tod aus. Das Werk entstand aus philosophischen Gesprächen mit Freunden, und so wird auch der Leser stets zu Beginn jeden Kapitels mit in den Freundeskreis eingeladen, um zu leselauschen, hinzuspüren und sich dem Thema zu stellen.

Vertraut mit fernöstlichen sowie westlichen poetisch-philosophischen Traditionen stellt François Cheng beispielsweise Rilke-Gedichte sowie Tagebucheinträge von Etty Hillesum neben Weisheiten Laozis und weist auf ihre korrespondierenden Sichtweisen bezüglich Sein und Werden, Ewigkeit und Vergänglichkeit, Gott und Religion, Gut und Böse, Leben und Tod hin.

Es geht dem Autor in seiner Darstellung keineswegs um Todessehnsucht, sondern um eine achtungsvolle Akzeptanz der Sterblichkeit, die eine zugewandte Haltung zur kostbaren Einmaligkeit des Lebens verstärkt. Anstatt vom Leben aus ängstlich auf den Tod zu blicken, schaut François Cheng vom Tode aus mutig auf das Leben.

„Den Tod in unsere Sicht eingliedern, heißt, das Leben als ein Geschenk von unschätzbarer Großzügigkeit zu empfangen.“
(Seite 37)

Des weiteren wird in den insgesamt fünf Kapiteln über Körper, Geist und Seele, Eros und Liebe, Leere und Fülle, Kunst und Transzendenz, Trost und Verantwortung sowie Zeit und Augenblick reflektiert. Dabei bezieht sich der Autor u.a. auf Stendhal, Michelangelo, Marcel Proust, Simone Weil, Victor Hugo, Teilhard de Chardin, Pascal, Meister Eckhart, Friedrich Nietzsche, auf den Daoismus und Konfuzianismus sowie auf viele Dichter, u.a. Keats, Shelley, Wang Wei und immer wieder Rilke.

„Jedes Kunstwerk ist in seinem erhabensten Zustand Einklang der Seele mit der Seele der anderen und mit dem SEIN. Auf diese Weise sucht jeder Schöpfer Raum und Zeit zu überwinden, Trennung und Tod zu transzendieren. Er strebt nicht nach Kommunikation, sondern nach Kommunion.“
(Seite 89)

Gerade die Schmerzempfindlichkeit und Vergänglichkeit des Lebens taucht seine Schönheit und Einmaligkeit in ein besonders intensives Licht. Erst das Bewußtsein des Todes lehrt uns die Kostbarkeit des Lebens.

Im Verlaufe der ersten vier Kapitel ergänzen und illustrieren zitierte Verse und Gedichtstrophen sowie Tagebucheinträge den philosophisch-meditativen Diskurs. Das fünfte Kapitel indes enthält eine Auswahl von François Chengs eigenen Gedichten und verläßt sich schließlich ganz auf die Poesie, als das Instrument, das sich am besten für ein letztes Wort eignet.

So wähle ich zum poetischen Ausklang auch ein paar Verse von François Cheng aus und übergebe sie dem Augenblick.

„ … Inmitten der überwältigenden Sternenunermesslichkeit?
Aufblitzen dieses winzigen Herzens, das da schlägt,
An diesem Nachmittag einer Sommersonnenwende …
Dank sei dem Wunder, das bewirkt, dass dies ist…“      (Seite 159)

François Cheng ©

 

Der Autor:

»François Cheng, geb. 1929 in China, siedelte bereits mit 19 Jahren nach Frankreich über. Er hat zahlreiche Romane, Gedichtsammlungen sowie Arbeiten über das chinesische Denken und die chinesische Kunst verfasst und ist darüber hinaus ein berühmter Kalligraph. Seit 2002 ist er Mitglied der Académie française.
Bei C.H. Beck ist 2013 vom ihm außerdem erschienen: Fünf Meditationen über die Schönheit.«

 

Das Decamerone

  • von Giovanni Boccaccio
  • Aus dem Italienischen von Karl Witte
  • Hörbuch gelesen von
  • Gert Westphal, Beate Lenders, Ingeborg Kallweit,
  • Thessy Kuhls, Steffy Helmar, Maria Körber,
  • Inken Sommer, Monika Söhnel, Christian Rode,
  • Uwe Friedrichsen, Ernst-August Schepmann und Joachim Nottke
  • Produktion: NDR 1984
  • Textauswahl und Texteinrichtung : Hanjo Kesting
  • Laufzeit: 11 Stunden, 47 Minuten
  • erschienen am 2.12.2013 bei »der Hörverlag«            http://www.hoerverlag.de
  • (zum 7oo. Geburtstag Boccaccios)
  • 10 CDs, 39,99 €
  • ISBN 978-3-8445-1172-7
    Das DECAMERONE Hörbuch

EINE  KULTIVIERTE  AUDITÜRE

Hörbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Sprachkunst und Sprechkunst finden sich in diesem Hörbuch zu beiderseitigem, befruchtendem Entzücken vorzüglich zusammen!

Wohlan denn: Es ist mir ein Fest, vom Genusse dieses Klassikers Kunde zu geben. Obwohl ich mich ansonsten in meiner Lektürewahl nicht vom Mittelalter verlocken lasse, mache ich für große Klassiker gerne eine Ausnahme.

Giovanni Boccaccios Decamerone gilt als maßgebliche Stilikone der Novellengattung und als literarischer Geschichtenfundus, aus dem sich viele nachfolgende Schriftsteller von Shakespeare über Swift bis Lessing bedient haben.

Der Titel Decamerone lautet übersetzt Zehntagewerk. Zehn junge Menschen vornehmer Abstammung fliehen im Jahre 1348 vor der Pest, die sich in Florenz gnadenlos ausbreitet, auf ein Landgut. Dort wollen sie das Leben feiern und der Bedrohung der tödlichen Seuche entkommen sowie für eine Weile Abstand zu Angst und Trauer gewinnen. Es sind sieben junge Damen und drei junge Herren, die freundschaftlich und verwandtschaftlich miteinander verbunden sind.

Täglich wird eine oder einer aus der Gruppe zur Königin bzw. zum König des Tages gewählt und mit einem Lorbeerkranze gekrönt. Dieses Oberhaupt bestimmt einen Themenkreis, zu dem alle zehn je eine Geschichte erzählen sollen, so daß am Ende ein Fundus von 100 Geschichten entsteht.

Behaglich und bequem bedient vom Seneschall des Landgutes, umgeben von lieblich-idyllischer Natur und nur unterbrochen von Schlaf und heiterstem spielerischen Müßiggang, werden vielerlei und vielfältige Geschichten erzählt: glückliche und unglückliche Liebesgeschichten, Geschichten von Rache und Vergebung, Gier und Großzügigkeit, Hochmut und Demut, Gefahren und Rettungen, Lohn und Strafe, Eifersucht und Treue, Tugend und Laster, Willkür und Gnade, Eitelkeit und Edelmut.

Dies geschieht in einer schönen, sehr stilvollen Sprache, mit filigran ziseliertem Satzbau, so daß eine Geschichtenschatztruhe erdichtet wird, mit feinen Intarsien aus Poesie, Humor, Sinnlichkeit, Komik, Tragik, Lebensfreude, Liebeslust, Glück und Leid, Seufzern und Tränen, Körper und Seele, Weisheit und Dummheit, Wahrheit und Lüge, Sein und Schein – kurz: vielgestaltig, lebensbunt und mitmenschlich.

Selten habe ich es mehr bedauert, die italienische Sprache nicht zu beherrschen. Wieviel musikalischer muß das Original klingen, wenn schon die Übersetzung ins Deutsche (von Karl Witte) so sprachbeflügelt erscheint.

Der Personenreigen, der in diesen Erzählungen auftritt, kommt aus allen Gesellschaftsschichten, wir treffen Adlige und Bauern, Herren und Diener, Mönche und Kardinäle, Nonnen und Äbtissinnen, Ärzte, Richter, Kaufleute, Handwerker, Ritter und Jungfrauen.

Boccaccio spart nicht mit deutlichen Hinweisen auf die kirchliche Doppelmoral. Er exemplifiziert dies mit deftigen Szenen, in denen Vertreter des geistlichen Standes die Gelegenheiten zu unkeuschen Vergnügungen oder raffgierigen Bereicherungen gerne, eifrig und raffiniert ausnutzen.

Erstaunlich ist der demokratische und humanistische Gehalt so mancher seiner Aussagen und Beschreibungen. Ich hatte nicht erwartet, von einem vor 700 Jahren geborenen Schriftsteller Sätze wie die folgenden zu hören:

Ich aber ziehe den Mann, der des Reichtums entbehrt, dem Reichtume vor, der des Mannes entbehrt.“
„Doch Armut beraubt niemanden des Adels, sondern nur des Besitzes.“

Hinzu kommt, daß er diese Worte Frauen in den Mund legt, die sich einen Mann oder Geliebten erwählt haben, der nicht standesgemäß ist. Das klingt überraschend modern. Auch mit seinem Bekenntnis zu irdischem Glücksanspruch ist Giovanni Boccaccio seiner Zeit weit voraus.

In der vorliegenden Hörbuchlesung wird uns eine Auswahl von 46 Novellen aus dem Decamerone vorgestellt.

Alle Sprecher und Sprecherinnen dieser – bisher vollständigsten – Lesung des Decamerone treffen ganz wunderbar und sehr fein nuanciert den schelmisch-burlesken sowie den empfindsamen Tonfall Boccaccios. Besonders hervorzuheben sind der »König der Vorleser« Gert Westphal, der die Rahmenhandlung liest und die besondere Gestimmtheit des Decamerone ganz unvergleichlich evoziert, und Uwe Friedrichsen, der – frivol, kecklich und augenzwinkernd – die Rolle des Dioneo spricht.

Ich habe mir diesen fast zwölf Stunden währenden Erzählreigen lächelnden Mundes und hingegeben lauschend vergnüglich einverleibt. Besonders großes Gefallen fand ich an den erlesenen Liebeslektionen, die von zeitlosem Reiz sind und auch noch nach 700 Jahren delikaten Genuß bereiten.

 

PS:
Verpackung und Inhalt harmonieren gut miteinander, die 10 CDs liegen in einer feinen Pappschachtel, geschmückt mit einem Gemälde von Sandro Botticelli (Portrait der Simonetta Vespucci). Das beiliegende Informationsheftchen liefert sinnvolles Hintergrundwissen zu Werk und Rezeption des Decamerone und zu Boccaccios Biographie.

Nur das Inhaltsverzeichnis hätte ich mir ausführlicher gewünscht, es listet nur die Erzähltage auf, jedoch nicht die einzelnen Novellen; das macht ein Wiederfinden bestimmter Textpassagen mühsam. Ich habe mir selbst ein handschriftliches Register angelegt, was eine geringe Anstrengung war, wenn man bedenkt, daß Giovanni Boccaccio das 1000-seitige Decamerone gut 100 Jahre vor der Erfindung des Buchdrucks geschrieben hat. Gerne habe ich dem Meister auf diese Weise die Ehre gegeben.

Der Autor:

»Giovanni Boccaccio (1313 – 1375) wuchs in Florenz auf und absolvierte in Neapel eine kaufmännische Lehre. Aus Widerwillen gegen den Kaufmannsberuf begann er ein Jurastudium, das er jedoch nicht abschloss. In Neapel verkehrte er am Hof des Königs. 1340 kehrte Boccaccio nach Florenz zurück und arbeitete dort als Richter und Notar. Unterbrochen von zahlreichen Reisen mit seinem Freund Petrarca und Aufenthalten in Mailand, Venedig, Neapel und Rom verbrachte er den Rest seines Lebens zurückgezogen auf seinem Landgut bei Certaldo unweit von Florenz

Heilung braucht Wahrheit

  • Was du nicht lebst, lässt dich nicht leben
  • von Klaus Konstantin
  • Sheema Medien Verlag 2011                              http://www.sheema-verlag.de
  • gebunden, 195 Seiten
  • ISBN 978-3-931560-42-3
  • 23 €
    Heilung braucht Wahrheit

EINE  HEILSLEERE  OHNE  HEILIGEN  BIMBAM

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

„Heilung braucht Wahrheit“  ist eine im besten Sinne ENTtäuschende Lektüre:
Keine Heiligenscheinverpackung für Egowünsche, kein Erleuchtungswettbewerb, keine Karmakonkurrenz, also auch keine Karmalorbeeren, keine Engelsschwingen, keinerlei Beweihräucherung, sondern die nackte Wahrheit, kein Kuschelstoff, sondern eine bittersüße Medizin, gleichwohl herausfordernd und befreiend ego-auflösend.

Um es gleich schonungslos vorwegzunehmen: Der Superporsche als krönende Belohnung für ein geheiltes Mangelbewußtsein kommt in diesem Ratgeber nicht vor. Solche Heilswerbebotschaften können Sie sich ungetrost abschminken.

 „Es gibt keine Heilung für das Ich, sondern nur eine Heilung von der Illusion eines Ichs.“
(Seite 8)

Eigentlich ist mit diesem Satz schon alles gesagt, aber unser Egoverstand hat es gern etwas ausführlicher, und Wiederholungen und Illustrationen des Lebenslernstoffes dienen durchaus der Vertiefung und der Befreiung.

Klaus Konstantin betont, daß unsere Wirklichkeit stets ein vollkommener Spiegel unseres Bewußtseins ist und daß es aus der umfassenderen Seelenperspektive an diesem Sosein nie und nimmer etwas zu bemängeln, zu verbessern oder abzulehnen gibt.

„Da alles Äußere nur dazu da ist, dich auf einen Aspekt deiner selbst zurückzuwerfen, ist alles genauso, wie es ist, vollkommen in Ordnung. Sonst wäre es nämlich anders.“
 (Seite 77)

Alles, was in deinem Leben geschieht, ist jederzeit perfekt auf die Erkenntnisprozesse abgestimmt, die nötig sind, um dich zurück in deine innere Ordnung zu bringen.“
 (Seite 177)

Um in Einklang mit der „eigenen“ Seelenessenz zu kommen, ist es heilsam, die inkarnations-üblichen Ich-Strukturen als illusionäre, vom Wesentlichen ablenkende Vor- bzw. Verstellungen zu erkennen und abzulegen wie Kleidungsstücke, mit denen man sich lediglich verkleidet hat.

Der Kreislauf von der Selbstvergessenheit zur Selbsterinnerung sowie die Gegebenheiten der Polarität bieten unendliche Erfahrungs- und Entfaltungsmöglichkeiten und lehrreiche Perspektivenwechsel  –  für die Seele ein Kinderspiel  –  für das Ego ein Drama. So gehört der Kontrast zwischen grenzenlosem Bewußtsein und beschränktem Egoradius zu den Requisiten jedes Schicksalsdrehbuches.

Der Seele mehr Ausdruck zu geben verlangt radikales Vertrauen, bedingungsloses EINVERSTANDENSEIN mit der individuellen – wie auch immer gearteten – „seelischen Kernessenz“  und die innere Bereitschaft, mit seelischer Tiefenschärfe Egoballast abzuschälen.

Sich der inneren Führungskraft der Seele hinzugeben ist keine Garantie für Zuckerschlecken, sondern für mehr Wahrhaftigkeit. Die Selbsterkenntnis, die hier geschehen kann, ist
vollkommen offen und jenseits von Gut und Böse.

„Wahre Freiheit ist die innere Gewissheit, dass du genau so, wie du bist, vollkommen in Ordnung bist, und zu jeder Zeit am richtigen Ort. In dieser radikalen Selbstakzeptanz löst sich das Ich-Empfinden in grenzenlose Liebe auf.“
(Seite 20)

Klaus Konstantin erKLÄRT in seinem Buch ausführlich, einleuchtend und provokant seine BetrachtungsWEISE der Selbst-Erinnerung, der seelischen Essenz, des Polaritätsprinzips, des Spiegelprinzips, und er geht ein auf die Themen: Gefühl, Bewußtsein, Liebe, Macht, Schatten, Angst, Ego-Demontage und Vertrauen.

Ein vom Autoren empfohlenes Erkenntniswerkzeug ist der Wechsel von der Ich-Identifikation zur Beobachterposition. Ich erkenne, daß sich mein Lebensfilm auf der Leinwand von Raum und Zeit sowie unter den Bedingungen der Polarität zeigt und daß dabei bestimmte ersehnte und gefürchtete Gefühlsrollen von meiner Persönlichkeit erfahren werden. Ich kann dagegen Widerstand leisten, ich kann mich aber auch dem Geschehen hingeben – es ist gleich-gültig, denn es gibt keinen Karma-Oskar für die erleuchtetste Schicksalsinszenierung  zu gewinnen.

„Die Verlagerung deines Bewusstseins von der Ich-Wahrnehmung zur Wahrnehmung des Ichs ist das größte Glück, das du auf Erden erfahren kannst. Im Gegensatz dazu sind mystische Zustände und spirituelle Gipfelerlebnisse nur vorübergehende Erscheinungen, die du vielleicht in die spirituelle  Vitrine stellen kannst, die dir im täglichen Leben jedoch nicht wirklich weiterhelfen.“
(Seite 114)

„Heilung braucht Wahrheit“  zu lesen ist wahrlich keine Streicheleinheit fürs Ego, aber es öffnet und erweitert  –  wenn man sich darauf einlassen kann   –  den inneren Horizont!

 „Verstehen ist kein Wissen, sondern die Klarheit, die zurückbleibt, wenn sich die Täuschung auflöst. Und so kannst du deine Fragen nur beantworten, indem du mehr und mehr selber zur Frage wirst – in einer Haltung des wertfreien, neugierigen Hinschauens und einer offenen Wahrnehmung, die weder an äußeren Objekten noch an irgendwelchen Vorstellungen von Wahrheit und Entwicklung anhaftet. Und indem du selber zur Frage wirst, gibst du dir auch gleich selber die Antwort – in Gestalt deines eigenen Lebens.“
(Seite 172)

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
http://www.sheema-verlag.de/verlagsprogramm/heilung-braucht-wahrheit/

Der Autor:

»Klaus Konstantin leitet zusammen mit Ursula Maria Auktor das Clarius-Institut  für Bewußtseinsforschung und Potenzialentwicklung in der Schweiz. Sie sind Begründer des Bewußtseinstrainings  Remember-Prozess®, der darauf aufbauenden Visionsarbeit Pana-Experience®  und der verdeckten medialen Aufstellungsarbeit Klar-Stellung. Daneben bieten sie Einzel- und Paarberatungen an.«

Weitere Informationen:       http://www.clarius-institut.info

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Das Geheimnis der Heilung

  • Wie altes Wissen die Medizin verändert
  • von Joachim Faulstich
  • Knaur Verlag  November 2012                     http://www.mens-sana.de
  • 351 Seiten
  • 10,99 €
  • ISBN 978-3-426-87483-7

Faulstich, Das Geheinis der Heilung

HEILUNG  IST  DIE  BESTE  MEDIZIN
Buchbeipackzettel von Ulrike Sokul ©

Was ist das Buch „DAS GEHEIMNIS DER HEILUNG “ und wie wird es angewendet?

„DAS GEHEIMNIS DER HEILUNG“ ist ein geistiges Arzneimittel und darf bei allen möglichen Erkrankungen und Gesundungen hilfreich und bewußtseinserweiternd zum Einsatz kommen. Die Einnahme erfolgt einfach durch aufmerksames Lesen.

Wie ist das Buch zu lesen?

Soweit nicht anders verordnet, empfehlen wir für Erstleser eine Lektüre im ganz persönlichen Lesetempo, mit wenigstens 50 Seiten täglich, so daß eine komplette Einnahme innerhalb einer Woche erfolgt.
Zur geistigen Verarbeitung der vielen neuen und konstruktiven Informationen zu bleibendem Wissen und zur neuronalen Verankerung ist eine zwei- bis dreimalige Wiederholung der Lektüre sinnvoll.
Eine Leseüberdosis ist gänzlich unbedenklich und initiiert meist einen Heilschlaf, der den Betroffenen wertvolle traumtherapeutische Hinweise vermittelt.
Wir weisen darauf hin, daß Wechselwirkungen mit Ihrer jeweiligen persönlichen Erwartungshaltung quantenphysikalisch unvermeidlich sind!

Woraus besteht „DAS GEHEIMNIS DER HEILUNG“?

Der erste Wirkstoff dieses Therapeutikums ist geistige Belichtung und die Vermittlung einer mehrdimensionalen Perspektive auf unsere Lebenswirklichkeit.

Der zweite Wirkstoff ist die erfreuliche und überraschende Nachricht, daß die Grenzen zwischen Schulmedizin und Alternativmedizin nicht mehr hermetisch abgeriegelt sind und daß bereits fließende Übergänge stattfinden.

Der dritte Wirkstoff ist eine wohltuend ausgewogene Darstellung mit Herz und Verstand und Weisheit. Bereichert wird diese ganzheitliche Sichtweise durch anrührende Fallgeschichten.

Die Trägermaterialien des Therapeutikums sind Papier und Tinte, und diese werden im Allgemeinen gut vertragen und haben sich als langlebiges Medium bereits seit Jahrhunderten bewährt.

Der Autor Joachim Faulstich offeriert mit „DAS GEHEIMNIS DER HEILUNG“ eine faszinierende Sammlung und Beschreibung  teilweise jahrtausendealter Heilungsmethoden, wie z.B. die schamanische Trancereise  oder die Macht der Imagination. Dieses alte Wissen kombiniert er mit modernen Erkenntnissen, z.B. aus der Hirnforschung, die entdeckt hat, daß es auf gehirnphysiologischer Ebene keinen Unterschied zwischen einer gedachten oder tatsächlich ausgeführten  Handlung gibt. Das wiederum ist eine wissenschaftliche Bestätigung der Wirkungsweise von Imagination.

Die Lektüre des Therapeutikums macht den Leser/die Leserin unabhängig von monokausalen, einseitigen Erklärungsmodellen. Sie eröffnet viele Wege zur Heilung, stellt sie vor und bringt sie miteinander in Verbindung.

Zusätzlich nimmt der Autor uns mit auf eine Zeitreise durch die Entwicklungsstufen des menschlichen Bewußtseins:  vom archaischen Bewußtsein der menschlichen Frühgeschichte zum magischen Bewußtsein früher Stammeskulturen, über das mythische Bewußtsein der Frühantike bis zum rationalen Bewußtsein von heute. Die Inhalte, Glaubens- und Weltsichten der älteren Bewußtseinsschichten mögen im rationalen Alltagsbewußtsein fast vergessen sein, aber sie sind unser mitmenschliches Erbe und Bestandteil unserer Hirnstruktur, und sie wirken nach wie vor mit.

Somit wäre eine neue erstrebenswerte Bewußtseinsstufe das integrale Bewußtsein als Ausgangspunkt für eine Medizin, die altes und neues Heilwissen miteinander verbindet und eine grundsätzlich ganzheitliche Betrachtungsweise von Krankheit und Heilung kultiviert.
In seinem Buch stellt der Autor einige Pioniere vor, die erste unkonventionelle Schritte auf diesem neuen Weg wagen.

Es gibt eine Klinik in Berlin, die  »Therapeutic Touch« (Heilende Berührung durch Handauflegen) im  Pflegedienst eingeführt hat. Und auch im OP-Saal legt die Anästhesistin zwischen der Monitorkontrolle ihre Hände in berührender Begleitung auf die Patienten.

Die „ Ärztlich-Schamanische Ambulanz“ in Wien bietet Krebspatienten ergänzend zu schul- und komplementärmedizinischen Therapien schamanische Behandlungen an; so werden die körperliche und die seelische Ebene behandelt und berührt.

Krankheit und Heilung stehen in einem nur teilweise sichtbaren Zusammenhang; eine maßgebliche Rolle  spielen dabei die unendlich komplexen Wechselwirkungen und Rückkopplungen zwischen Körper, Geist und Seele, aber auch die Beziehung, die Kommunikationstiefe und das Vertrauensverhältnis zwischen Heiler und Heilungssuchendem sowie die generellen Lebensbedingungen des Betroffenen.

Die wesentlichsten Zutaten für eine integrierende Heilkunde sind die geistig-seelische Aufgeschlossenheit für altes und neues Heilwissen und die Entwicklung einer möglichst vielschichtigen Bewußtseinstransparenz, die der Komplexität unseres Lebensgewebes umfassender gerecht werden.

Das Buch „Das Geheimnis der Heilung“ ist selbst das beste Beispiel für eine wertschätzende und würdigende Betrachtungsweise, bei der Spiritualität und Wissenschaft Hand in Hand gehen und den Spielraum für Heilung erweitern.

Wie ist das Buchtherapeutikum aufzubewahren?

Während der Behandlung können Sie das Buch ständig bei sich tragen oder an Ihrem bevorzugten Leseort aufbewahren. Nachts empfiehlt es sich, das Buch auf den Nachttisch oder neben das Kopfkissen zu legen, denn die geistige Ausstrahlung wirkt sogar im Schlaf heilungsunterstützend. Auch bei Traumreisen sollte es im Handgepäck nicht fehlen!
Zur dauerhaften Lagerung eignet sich ein lichtgeschütztes Bücherregal oder ein staubgeschützter Bücherschrank.

Was  müssen Sie vor Einlesung des Buches beachten?

Das Buch sollte besser nicht eingenommen werden bei Überempfindlichkeiten gegen ausgewogene Darstellungen verschiedenster Therapieformen und akuten Vorurteilen gegen Komplementärmedizin.

Bei nur gering ausgeprägter Engstirnigkeit besteht eine gewisse Aussicht auf eine Erweiterung des Denkhorizontes. Testleser aus dieser Gruppe erfuhren oft eine Auflösung starrer Glaubensmuster und entwickelten eine mehrdimensionale Perspektive auf die Wirklichkeit.

Ausgeprägte, abergläubische Wissenschaftsgläubigkeit hingegen verhindert ein Überschreiten der Geist-Hirn-Schranke und läßt keine ungewollten Erkenntnisse ins Bewußtsein dringen. Bei diesem Personenkreis kam es in seltenen Fällen zu Kopfschmerzen und Übelkeit.

Besondere Vorsicht ist geboten bei chronisch positivistischer Grundhaltung und mechanistisch-reduktionistischem Welt- und Menschenbild; hier können drastische Intoleranzen und Bluthochdruck auftreten bis hin zu lesensgefährlichen Entzündungen. In freiwilligen Leseversuchen kam es jedoch nur in sehr, sehr seltenen Fällen (1:100.000) zu Buchverbrennungen.

Die Leseentscheidung liegt immer ganzheitlich in Ihrer eigenen Verantwortung!

Verkehrstüchtigkeit und Maschinenbedienung:

Selbstverständlich sollten Sie während der Lektüre weder ein Fahrzeug lenken noch eine Maschine bedienen. In den Lesepausen sind die ebengenannten Tätigkeiten ausdrücklich erlaubt.

Dauer der Anwendung:

Grundsätzlich kann „DAS GEHEIMNIS DER HEILUNG“ unbegrenzt konsumiert werden. Zur Ergänzung und beim Auftreten akuter Begeisterungssymptome empfehlen wir noch ein anderes Therapeutikum unseres Autoren: „DAS HEILENDE BEWUSSTSEIN“
ISBN 978-3-426-87330-4, 335 Seiten zu  9,99 €

Für weitergehende Lektüre und vertiefende Detailinformationen zu individuellen und speziellen Gesundheitsthemen fragen Sie bitte Ihren Arzt, Heilpraktiker oder Ihre Buchhändlerin.
In Anbetracht der immanenten Seinseinheit vertrauen wir Sie auch anderen Buchwegweisern aus koexistierenden Verlagen an.
Die Einnahme erfolgt in jedem Fall in eigener Verantwortung!

Zu Risiken und Nebenwirkungen:

Plötzliche Geistesblitze sind nicht ausgeschlossen, aber unbedenklich.

Vereinzelt kann eine vorübergehende Lesesucht entstehen, die von euphorischen Zuständen begleitet wird.

Manche Leser haben mit ihren intensiven Begeisterungssymptomen auch ihren Arzt oder Heilpraktiker angesteckt, was zu einer Verbesserung der Behandlungsbeziehung bis hin zu wechselseitigem harmonischen Einklang führen kann.

Bei Kooperativitätsresistenzen kann es aber auch zu Arztwechseln kommen.

Häufig  –  und unter der Voraussetzung geistiger Offenheit – wächst das Vertrauen in die Selbstheilungskräfte des eigenen Körpers. Auch die Achtsamkeit bezüglich der persönlichen Mitwirkung und Verantwortung an der Gestaltung der eigenen Lebenswirklichkeit  –  durch Denken, Sprechen und Handeln  –  nimmt erkennbar zu.

Eine häufig beobachtete Begleiterscheinung bei freiwilligen Testlesern ist ein erwachendes Interesse für Quantenphysik.
Bei besonderer Geistesspannweite, angeborener Herzensgröße oder karmischer Vorentlastung kommt es zu ansteckender Ausbreitung von Gefühlen der Dankbarkeit, Demut, Geborgenheit, Liebe, Mitgefühl, Verbundenheit und Zuversicht.

Kleinere und größere Spontanheilungen sind möglich, aber nicht zwangsläufig.

Danksagung:

Wir sind sehr dankbar, daß Sie sich für die Lektüre von „DAS GEHEIMNIS DER HEILUNG“ von Joachim Faulstich entschieden haben.
Wenn Sie mit unserem Therapeutikum zufrieden sind und es Ihnen geholfen hat, so empfehlen Sie uns doch bitte weiter.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie uns eine Resonanz zu Ihren Erfahrungen mit „DAS GEHEIMNIS DER HEILUNG“ geben.
Bitte senden Sie uns ein LESELEBENSZEICHEN, mit Ihrer Postanschrift, und wir übersenden Ihnen gerne eine Broschüre mit unseren Buchempfehlungen und natürlich auch eine inspirierende Leseprobe.

Weitere Informationen und Bücher rund um die  Themen „Spirituelle Heilmethoden“ und „Körper, Geist und Seele“  finden Sie im Internet unter www.knaur-mens-sana.de

Darreichungsformen bei gleichbleibendem Inhalt:

DAS GEHEIMNIS DER HEILUNG
Wie altes Wissen die Medizin verändert
von Joachim Faulstich
Originalausgabe gebunden, 351 Seiten           19,99 €
ISBN 978-3-426-65655-6

Taschenbuchausgabe                                      10,99 €
ISBN  978-3-426-87483-7
Klinikpackungen ab 10 Exemplaren 😉

gleichnamige DVD zum Buch                     16,99 €
ISBN: 978-3-426-65710-2
http://www.droemer-knaur.de/buch/7778716/das-geheimnis-der-heilung

Der Autor:

»Joachim Faulstich ist Buchautor und Regisseur wissenschaftlicher Fernsehdokumentationen. Für seine Arbeit wurden ihm zahlreiche Preise verliehen. Seit 20 Jahren beschäftigt er sich mit alternativen Heilverfahren und aktueller Bewusstseinsforschung.«