Kleine Schneeflocke

  • Text und Illustration von Benji Davies
  • Originaltitel: »Snowflake«
  • Deutsche Übersetzung von Ebi Naumann
  • Aladin Verlag, September 2021 www.aladin-verlag.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 23,5 x 31,1 cm
  • 32 Seiten
  • 15,00 € (D), 15,50 € (A)
  • ISBN 978-3-8489-0196-8
  • Bilderbuch ab 4 Jahren

Kleine Schneeflocke Titelbild

S C H N E E F L O C K E N E R W A R T U N G

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Eine frische, neugeborene Schneeflocke sinkt auf die Erde herab. Sie ist noch etwas unsicher und orientierungslos und wird vom Wind hin und her gewirbelt. 

Parallel zur Reise der kleinen Schneeflocke ist ein kleines Mädchen namens Noёlle zusammen mit ihrem Großvater auf dem Nachhauseweg. Unterwegs durch die Stadt kommen sie an einem großen Schaufenster vorbei, in dem ein schön geschmückter Weihnachtsbaum mit einem leuchtenden Stern auf der Spitze steht. Noёlle äußert den Wunsch nach einem solchen Weihnachtbaum, doch der Großvater vertröstet seine Enkelin auf das nächste Jahr.

Kleine Schneeflocke Tannenbaum.

Text und Illustration von Benji Davies © Aladin Verlag 2021

Auch die Schneeflocke sieht auf ihrem Flug diesen Weihnachtsbaum, und sie wünscht sich, selbst ein solcher Stern auf einem Tannenbaum zu sein. Doch der Wind trägt die Schneeflocke weiter, und sie bekommt Gesellschaft von vielen, vielen weiteren Schnee-flocken und wirbelt und tanzt mit ihnen durch die Winterluft.

Kleine Schneeflocke Schneeflockenwirbeln

Text und Illustration von Benji Davies © Aladin Verlag 2021

Noёlle hat unterdessen kurz vor ihrem Zuhause einen verlorenen Tannenzweig gefunden und als kleinen Tannenbaum adoptiert. Sie steckt den Zweig in einen Blumentopf und bastelt bunten Weihnachtsschmuck. Diesen geschmückten Baum stellt sie nach draußen auf die Fensterbank, in der Hoffnung, daß am nächsten Tag echter Schnee ihre Weihnachtsbaumdekoration ergänzen werde.

Am nächsten Morgen merkt Noёlle sofort, daß sich die Welt leiser und weicher anfühlt, es muß also über Nacht geschneit haben. Sie läuft vorfreudig zum Fenster und bestaunt die Winterlandschaft. Und die Spitze ihres Weihnachtsbäumchens krönt eine stolze Schneeflocke, die endlich ihren Platz gefunden hat und durch die Reflektion des Morgen- sonnenlichts weithin sternenhell leuchtet.

Kleine Schneeflocke Fensterbank

Text und Illustration von Benji Davies © Aladin Verlag 2021

Benji Davies Illustrationen bieten eine stimmige weihnachts-winterliche Atmosphäre mit szenischem Wechsel zwischen Außen- und Innenräumen, der sich auch in den jeweils dunkelkühlen und lichtwarmen Farbkontrasten spiegelt. Begleitet werden die Bilder von sinnlich-konkreten Beschrei-bungen, die den Empfindungen und den Wahrnehmungen des kleinen Mädchens und der kleinen Schneeflocke Ausdruck geben.

Noёlle wohnt in einem sehr bescheidenen Haus am Stadtrand, der finanzielle Spielraum ihrer Familie ist gering – so reicht es offensichtlich nicht für den Kauf eines Weihnachtsbaumes. Gleichwohl strahlt Noёlles Zuhause warmherzige Geborgenheit und Gemütlichkeit aus. Noёlle wirkt zufrieden, denn sie hat ein Talent zur Freude an kleinen Dingen, und sie erkennt mit natürlich-kindlicher Empfänglichkeit die Schönheit des Augenblicks.

In dieser feinfühlig-friedlichen vorweihnachtlichen Geschichte verbinden sich zwei einander ergänzende erfüllte Wünsche zu einer schneeleisen gemeinsamen Freude.

Hier entlang zum Bilderbuch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.thienemann-esslinger.de/produkt/kleine-schneeflocke-isbn-978-3-8489-0196-8

Der Autor und Illustrator:

»Benji Davies, geboren und aufgewachsen in Peterborough / Großbritannien, studierte Animation. Mit den Veröffentlichungen seiner Illustrationen ging ein Kindheitstraum für ihn in Erfüllung. Heute lebt und arbeitet er in London. Vier seiner Bilderbücher sind bisher bei ALADIN erschienen, zuletzt »Nick und das Meer«. Für »Opas Insel« wurde er 2015 mit dem renommierten »AOI Illustration Award« ausgezeichnet.   «

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Herr Eichhorn und der erste Schnee

  • Text und Illustration von Sebastian Meschenmoser
  • Esslinger Verlag 2007, http://www.thienemann-esslinger.de
  • gebunden, Fadenheftung, Hochformat 22 x 17 cm
  • 64 Seiten
  • ISBN 978-3-480-22359-6
  • 9,95 € (D), 10,30 € (A), 14,90 sFr.
  • Bilderbuch ab 4 Jahren
    Herr Eichhorn und der erste Schnee

S C H N E E J Ä G E R

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Nach dem glücklich überstandenen Monddrama des ersten Herrn-Eichhorn-Bilderbuches geht es im zweiten Band um den ersten Schnee. Nachdem der Bock Herrn Eichhorn von der Schönheit des Schnees und der Schneeflocken vorgeschwärmt hat, beschließt Herr Eichhorn, seinen Winterschlaf so lange aufzuschieben, bis er wenigstens den ersten Schnee zu sehen bekommt.

Doch das Warten auf die ersten Schneeflocken wird ganz schön lang, und die Müdigkeit „übereichhörnt“ ihn immer wieder. Da hilft nur „Bewegung an der frischen Luft“, sagt sich Herr Eichhorn und wuselt und kapriolt dermaßen wortwörtlich springlebendig um seinen Schlafbaum herum, daß einem beim Bilderbuchanschauen ganz schwindelig wird.

Der Igel wird von Herrn Eichhorns Bewegungsdrang aufgestört und von der Sehnsucht, die erste Schneeflocke zu sehen, angesteckt. Allerdings ist der Igel nicht so bewegungswillig, und so singen die beiden Schneejäger „raue Seemannsweisen“, um wach und munter zu bleiben.

Bei diesem Eichhörnchen-Igel-Duett findet der Bär wahrlich keinen Winterschlaf, und so regt er an, daß sie zu dritt nach der ersten Schneeflocke suchen sollen. Es könnte doch möglich sein, daß sie unbemerkt schon längst irgendwo im Wald herumliegt.

Nun machen sich die Drei auf die Suche. Der Bock hatte den Schnee als „weiß und nass und kalt und weich“ beschrieben. Der Igel findet eine weiße Zahnbürste, Herr Eichhorn findet eine geöffnete Weißblechdose, doch nur der Bär findet ein Objekt, das alle vier Suchkriterien des Schneesteckbriefes erfüllt: eine weiße, nasse, kalte und WEICHE Socke.

Bär, Igel und Eichhörnchen sitzen staunend im Kreis um die Socke herum, und sie kippen fast um vor Müdigkeit, da fällt eine echte Schneeflocke vom Himmel. Hellwach und begreifend schauen die Tiere auf und bewundern den ersten Schneefall. Sie bauen einen Schneemann und ziehen sich dann zum gemeinsamen Winterschlaf in die Bärenhöhle zurück.

Auf dem hinteren Vorsatzblatt sehen wir dann noch, daß die Tiere den Schneemann mit den falschen Schneeflocken-Fundstücken gekonnt garniert haben – zum Erstaunen zweier Holzfäller, die gerade des Weges kommen, und zum Schmunzeln des Lesers bzw. Betrachters.

Es ist bemerkenswert, daß dieses Bilderbuch seitenweise ganz ohne Text auskommt, die Illustrationen von Sebastian Meschenmoser sprechen einfach für sich selbst – das ist eine hohe Kunst. Natürlich wird die Geschichte auch mit Worten erzählt, aber mit Worten geht Herr Meschen- moser emotional stimmig sowie auf das Wesentliche konzentriert um.

Die textfreien Seiten eröffnen beim Vorlesen anregende Spielräume für die kindliche Äußerung eigener Beobachtungen und Vermutungen über den weiteren Verlauf der Geschichte. Dies dürfte die Anteilnahme der Kinder am Schicksal von Herrn Eichhorn und Co wesentlich erhöhen.

Meine Lieblingsszenen sind die Bilderfolgen, in denen Herr Eichhorn und der Igel immer wieder fast einschlafen; das ist so überzeugend, warmherzig und humorvoll gezeichnet, daß ich mich daran gar nicht sattsehen kann.

Eine weitere Besonderheit aller Herr-Eichhorn-Bände ist, daß die Vorsatzblätter in die jeweilige Geschichte mit einbezogen werden. Die Vorsatzblätter sind die Doppelseiten am Anfang und am Ende eines Buches, die den Buchblock (also alle Buchseiten) mit dem Buchumschlag verbinden. Herr Meschenmoser nutzt das vordere Vorsatzblatt für eine erste, wortlose, rein zeichnerische Einstimmung in die Geschichte und das hintere Vorsatzblatt für eine letzte – wortlose – Pointe.

 

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.thienemann-esslinger.de/thienemann/buecher/buchdetailseite/herr-eichhorn-und-der-erste-schnee-isbn-978-3-522-45804-7/

 

Der Illustrator und Autor:

»Sebastian Meschenmoser wurde 1980 in Frankfurt am Main geboren. Er studierte freie bildende Kunst in Mainz. Mit „Fliegen lernen“ hat er 2005 bei Esslinger seinen Erstling veröffentlicht. Dieses ganz besondere Buch hat in den Medien und in der Buchbranche viel Beachtung gefunden. Die Illustrationen daraus wurden auf der internationalen Kinderbuchmesse in Bologna als eine der innovativsten Neuerscheinungen präsentiert. 2006 erschien mit „Herr Eichhorn und der Mond“ das zweite Buch von Sebastian Meschenmoser, das ebenfalls große Begeisterung auslöste und für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2007, Sparte Bilderbuch, nominiert wurde.«

 

Querverweis:

Hier entlang zu weiteren Herr-Eichhorn-Bänden:

Band 1: HERR EICHHORN UND DER MOND
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/08/19/herr-eichhorn-und-der-mond/
Band 3: HERR EICHHORN UND DER BESUCHER VOM BLAUEN PLANETEN
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/08/28/herr-eichhorn-und-der-besucher-vom-blauen-planeten/
Band 4: HERR EICHHORN WEISS DEN WEG ZUM GLÜCK
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/08/26/herr-eichhorn-weis-den-weg-zum-gluck/
Band 5: HERR EICHHORN UND DER KÖNIG DES WALDES
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/09/22/herr-eichhorn-und-der-koenig-des-waldes/

 

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