Pflanzen für Schmetterlinge

  • Wie Sie in Ihrem Garten ein Flattern erzeugen
  • von Jane Moore
  • Originaltitel: »Planting for Butterflies«
  • Übersetzung aus dem Englischen von Anke Wagner-Wolff
  • illustriert von James Weston Lewis
  • Gerstenberg Verlag, Mai 2020 www.gerstenberg-verlag.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • 144 Seiten
  • Format: 13,5 x 18,5 cm
  • 18,00 € (D), 18,50 €(A), 24,50 sFr.
  • ISBN 978-3-8369-2170-1

S C H M E T T E R L I N G E  F Ü T T E R N

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Wer dem dramatischen Verlust natürlicher Lebensräume und Artenvielfalt entgegen-wirken möchte, kann damit tatsächlich im eigenen Garten, ja, sogar auf dem Balkon anfangen. Es ist leicht, Pflanzen für Schmetterlinge und auch für Raupen im Garten oder auch in Pflanztöpfen anzusiedeln. Man muß nur wissen, welche Pflanzen sich dafür eignen. „Pflanzen für Schmetterlinge“ bietet einen übersichtlichen Einstieg in die Gestal-tung eines schmetterlingseinladenden Lebensraumes.

Einleitend werden uns dort Grundzüge zur Biologie der Schmetterlinge und ihrem faszinierenden Entwicklungszyklus von der Raupe über die Verpuppung bis zum Schmetterling vermittelt. Es überrascht vielleicht, daß von den rund 3700 einheimischen Schmetterlingsarten nur rund 190 zu den Tagfaltern gehören. Die Mehrheit der Falter gehört also zu den Nachtschwärmern und ist dadurch zumindest für den Laien etwas schwieriger zu beobachten. Dennoch lohnt sich beispielsweise die Anpflanzung von Nachtkerzen, die sich auf die Bestäubung durch Nachtfalter spezialisiert haben und dementsprechend auch erst zur Abenddämmerung ihre Blüten öffnen.

 

Illustration von James Weston Lewis © Gerstenberg Verlag 2020

Eine kleine Anatomie des Schmetterlings wird ergänzt um zehn wichtige Fakten über diese Falter. Beispielsweise lernen wir hier, daß Schmetterlinge mit den Füßen schmecken, daß sie kurzsichtig sind und die Farben Rosa, Lila, Gelb und Weiß bevor-zugen.

Während die Raupen meist nur ein oder zwei Futterpflanzen verspeisen, trinken Schmetterlinge den Nektar diverser Blüten. Gutes Raupenfutter bieten beispielsweise Efeu, Kapuzinerkresse, Stechpalme, Veilchen, Nachtviolen, Sauerampfer, Borretsch, Brennesseln und Brombeersträucher.

Illustration von James Weston Lewis © Gerstenberg Verlag 2020

Eine kleine Auswahl häufiger Tag- und Nachtfalter mit den jeweilig bevorzugten Raupen- und Schmetterlingsfutterpflanzen werden in Kurzportraits dargestellt. Danach folgen Portraits beliebter Schmetterlingspflanzen: Schmetterlingsflieder, Fetthenne, Skabiosen und Knautien, Patagonisches Eisenkraut, Astern, Spornblumen, Goldlack, Dost, Lavendel und Disteln.

Ergänzend sind klassische Küchenkräuter (Rosmarin, Schnittlauch, Thymian, Minze, Zitronenverbene) förderlich und – je nach Standortbedingungen – Kletterpflanzen wie Efeu, Geißblatt und Hopfen. Wer viel Platz zur Verfügung hat, kann eine Wildblumen-wiese anlegen oder zumindest einige Wildblumen (Schafgarbe, Kornblume, Schlüssel-blume, Veilchen) ins Staudenbeet integrieren oder sogar eine blühende Hecke aus Weißdorn, Brombeeren u.a. Wildsträuchern pflanzen.

Illustration von James Weston Lewis © Gerstenberg Verlag 2020

Hinweise und Adressen zu weiterführenden und vertiefenden Informationen, Literatur-empfehlungen, Unterrichtsmaterial zum Natur- und Schmetterlingsschutz und Bezugs-quellen für Schmetterlingspflanzen runden den Wissenshorizont sinnvoll ab.

Die hübschen Illustrationen von James Weston Lewis geben Schmetterlinge und Pflan- zen in einer graphisch stilisierten und farblich reduzierten Weise wieder, was den Wiedererkennungseffekt für Anfänger leider mindert.

Gleichwohl finden sich in diesem Buch viele anschaulich-praktische Anregungen für ein ebenso ökologisch-nützliches wie ästhetisch-ansprechendes Schmetterlingsbüfett.

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.gerstenberg-verlag.de/index.php?id=detailansicht&url_ISBN=9783836921701&highlight=schmetterlinge

 

Die Autorin:

»Jane Moore ist seit 30 Jahren engagierte Gärtnerin. Einst beaufsichtigte sie den Garten einer Benediktinerabtei, später wurde sie Autorin für Gartenmagazine und Redakteurin für Gartensendungen der BBC. Moore verfügt über ein erstaunliches Pflanzenwissen, das sie mit Begeisterung an andere weitergibt.«

Querverweis:

Wer mehr Schmetterlinge nebst ihren bevorzugten Nahrungspflanzen kennenlernen möchte, möge sich in das ausführliche Buch „Wie Schmetterlinge leben“ von Elke Zippel (Text) und Johann Brandstetter (Illustrationen) vertiefen.
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2020/07/09/wie-schmetterlinge-leben/

 

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Wie Schmetterlinge leben

  • Wundersame Verwandlungen,
  • raffinierte Täuschungen und prächtige Farbspiele
  • Text von Elke Zippel
  • Illustrationen von Johann Brandstetter
  • Haupt Verlag 2019  http://www.haupt.ch
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 19 x 25 cm
  • 224 Seiten
  • 58 Bildtafeln und 250 Abbildungen
  • 34,00 € (D), 35 € (A), 39,00 sFr.
  • ISBN 978-3-258-08143-4

S C H M E T T E R L I N G S K U N S T

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

„Wie Schmetterlinge leben“ eröffnet uns ein anschauliches und informatives Panorama von Schmetterlingsarten mit ihren spezifischen Lebensbedürfnissen, Verhaltensweisen und Entwicklungsphasen. Zunächst werden unterschiedliche Lebensräume (Magerrasen, Hochmoore, Feuchtwiesen, Hochgebirge, Auwald, Tundra und Regenwald) mit den dazu-gehörigen typischen Schmetterlingen und einigen ausgewählten Futterpflanzen vorge- stellt.

Die Besonderheiten der jeweiligen Biotope und die Bedrohung dieser Refugien durch Zersiedelung, industrielle Landwirtschaft mit ihren sterilen Monokulturen sowie Gift- und Gülleeinträgen werden ebenfalls deutlich benannt. Angesichts der filigranen wech- selseitigen Abhängigkeitsbeziehungen zwischen bestimmten Pflanzen und Schmetter- lingen und der teilweise bis zu drei Jahre langen Puppenruhe bis zum Schlupf des ausge- wachsenen Schmetterlings wird greifbar, wie wichtig ungestörte Wildnisbereiche mit natürlicher Pflanzenvielfalt sind und daß eine zu aufgeräumte Landschaft (auch im eigenen Garten) für den Entwicklungszyklus von der Raupe zum Schmetterling kontraproduktiv ist.

(Bläulinge) Illustration © Johann Brandstetter

Auf die Beschreibung der Lebensräume folgt eine ausführliche Darstellung der zahl- reichen Schmetterlingsfamilien. Es gibt Gruppenportraits, die von einer gebündelten Texterklärung begleitet werden, sowie Einzelportraits mit den dazugehörigen Futter-
pflanzen wie beispielsweise der Eisenhut-Goldeule, die sich auf den Blauen Eisenhut spezialisiert hat und dessen hochgiftige Alkaloide zur Selbstverteidigung nutzt, oder dem Seerosenzünsler, dessen Raupen sich in einem luftgefüllten Köcher unter der Wasseroberfläche verstecken und später dort verpuppen. Auch der komplexe Entwicklungszyklus des Wiesenknopf-Ameisenbläulings, dem es durch Dufttarnung gelingt, seine Raupen von Ameisen durchfüttern zu lassen, wird in Wort und Bild anschaulich vorgeführt.

(Eisenhut-Goldeule) Illustration © Johann Brandstetter

Schmetterlinge sind Meister der Tarnung, Täuschung, Mimikry und Mimese, und zwar sowohl in optischer und olfaktorischer als auch in akustischer Hinsicht. So ahmt der Gebänderte Wollbär die Ultraschallaute anderer ungenießbarer, giftiger Nachtfalter nach und täuscht auf diese Weise Fledermäuse darüber hinweg, daß er eigentlich ungiftig und genießbar wäre.

Die Sachtexte von Elke Zippel vermitteln wohlportioniertes, spannend formuliertes Wissen über biologische Details und ökologische Zusammenhänge des Schmetterlings-lebens und geben dabei zahlreiche nützliche Hinweise, wie sich eine schmetterlings-freundliche Garten- und Kulturlandschaft gestalten läßt.

(Bärenspinner) Illustration © Johann Brandstetter

Ein alphabetisches Register der Pflanzen- und Falterarten sowie der Systematik der im Buch vorgestellten Arten hilft bei der gezielten Suche nach bestimmten Arten. Eine Literaturliste mit einer Auswahl empfehlenswerter Schmetterlingsbestimmungsbücher bietet weiterführende Hinweise zur thematischen Vertiefung.

Angesichts nur allzu offensichtlich schwindsüchtiger Schmetterlingsvorkommen zeigt uns dieses Buch, welche Schätze die Natur heute noch bietet und wie groß der Verlust ist, der uns droht, wenn nicht endlich wesentlich mehr Rücksicht auf die komplexen Lebensbedürfnisse von Schmetterlingen genommen wird.

(Großer Schillerfalter) Illustration © Johann Brandstetter

Johann Brandstetter fängt die natürliche Schönheit und Anmut der Schmetterlinge illustratorisch so meisterlich ein, als hätte er sie mit ihrem eigenen Flügelstaub gemalt. Die Farben wirken dank der speziellen Lasur- technik, die Johann Brandstetter verwendet, erstaunlich lebensecht. So verbindet sich zeichnerische, biologische Präzision mit Poesie und bietet uns faszinierende Schmetterlingsportraits, die wir in der vorhandenen Restnatur nur noch selten bewundern können.

Der Respekt vor der Kunstfertigkeit des Illustrators verschmilzt beim Betrachten und Eintauchen in dessen Bilder mit der Achtung vor der Natur, die eine solche Farben-, Formen- und Lebensfülle entstehen läßt.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.haupt.ch/Verlag/Buecher/Natur/Tiere/Wie-Schmetterlinge-leben.html?cur=1

 

Ergänzend gibt es zudem ein Postkartenbuch mit Illustrationen aus vorliegendem Buch – so lassen sich liebe Grüße auf Schmetterlingsflügeln versenden.

  • Schmetterlinge                                  
  • Das Postkartenbuch
  • von Johann Brandstetter
  • Haupt Verlag Oktober 2019
  • 40 Postkarten
  • Format: 12 x 16,5 cm
  • 19,90 € (D/A), 22,00 sFr.
  • ISBN 978-3-258-08144-1

Hier entlang zum Postkartenbuch und zur BETRACHTUNGSPROBE auf der Verlagswebseite: https://www.haupt.ch/Verlag/Buecher/Natur/Tiere/Schmetterlinge-Das-Postkartenbuch.html?cur=1

 

Die Autorin:

»Dr. Elke Zippel ist Kustodin der Dahlemer Saatgutbank am Botanischen Garten Berlin. Sie ist u.a. für die Sammlung und Sicherung von Wildpflanzensamen sowie für Wiederan-siedlungen seltener Pflanzenarten verantwortlich. Elke Zippel studierte an der Freien Universität Berlin Biologie mit den Schwerpunkten systematische Botanik und Zoologie, Geobotanik und Ökologie und promovierte anschließend über Moose der Kanarischen Lorbeerwälder.«

Der Illustrator:

»Johann Brandstetter, Künstler und Illustrator, wurde schon mehrfach für seine Werke ausgezeichnet. Seit 2014 zählt er zu den „200 Best Illustrators Worldwide“. Er ist spezialisiert auf Naturthemen. Schmetterlingen gilt sein besonderes Interesse – einige Schmetterling wurden nach ihm benannt. Das 2017 gemeinsam mit Josef H. Reichholf herausgegebene Werk „Symbiosen“ wurde von Bild der Wissenschaft zum „Schönsten Wissensbuch 2017“ ernannt.«

 

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Herr Eichhorn weiß den Weg zum Glück

  • Bilderbuch
  • Text und Illustration von Sebastian Meschenmoser
  • Esslinger Verlag 2009
  • Neuauflage August 2014    http://www.thienemann-esslinger.de
  • gebunden, Fadenheftung
  • Hochformat 221mm x 286 mm
  • 64 Seiten
  • ISBN 978-3-480-22544-6
  • 14,99 €
  • ab 4 Jahren
    Herr Eichhorn weiß den Weg zum Glück

R O M A N T I S C H E     N A C H H I L F E

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Im dritten Herrn-Eichhorn-Bilderbuch werden Herr Eichhorn und seine beiden Freunde, Igel und Bär, vom Frühling aus dem Winterschlaf geweckt, in den sie zum Ende des zweiten Bandes gefallen waren. Die Welt ist frisch und farbenfroh, und die Illustrationen von Sebastian Meschenmoser sind, der Jahreszeit gemäß, wesentlich bunter als in den Vorgängerbänden.

Während sich Herr Eichhorn und der Bär erst einmal ein ausgiebiges „Frühlingsfrühstück“ einverleiben, hat der Igel gar keinen Hunger, denn er hat am Ufer des Waldteiches eine „wunderschöne Igelin“ gesehen und sich schüchtern wieder zurückgezogen. Nun hat er rosarote Schmetterlinge im Bauch und sucht Rat und Tat bei Herrn Eichhorn.

Hilfsbereit erklärt dieser dem Igel, daß man sich natürlich Ruhm und Ehre durch mutige Heldentaten verdienen muß, um in den Status romantischer Unwiderstehlichkeit zu gelangen. Als erstes probiert Herr Eichhorn verschiedene heldenmäßige „Verkleidungen“ für sich und den Igel aus; schließlich müssen sie ja möglichst gefährlich aussehen, wenn sie „gefährliche Zweikämpfe“ ausfechten wollen.

Nachdem die beiden kleinen Helden eine passende, wilde und reißzahnige „Rüstung“ angelegt haben, suchen sie vergeblich nach einem Gegner. Einige Mäuse, Singvögel und Kaninchen fliehen zwar vor ihnen, aber sie stellen sich nicht dem Kampf.

Inzwischen wundert sich der Bär, wo denn Herr Eichhorn und der Igel geblieben sind. Er stellt sich auf die Hinterbeine und schaut sich nachdenklich-suchend um. Er bemerkt gar nicht, daß ihn die beiden „angreifen“, an ihm ziehen, zerren und zupfen, um ihn zu Boden zu ringen. Da er sie nicht findet, beschließt er, ein Verdauungsschläfchen zu machen, und er legt sich gemütlich nieder. Herr Eichhorn und der Igel meinen daraufhin, sie hätten den Bären besiegt.

Nun sind sie wahre Helden, und der Igel kann sich tapfer der Igelin nähern und ihr ein paar verführerische Blumen überreichen. Indes entpuppt sich die Igelin bei näherem Anschauen als etwas ganz anderes als erwartet…

Geknickt sitzt der Igel auf einem Stein am Teichufer, und Herr Eichhorn hat tröstend einen Arm um ihn gelegt. Da kommt eine Ente vorbei und weiß zu berichten, daß auch sie schon einmal auf eine Liebesillusion hereingefallen sei. Doch was soll‘s, der Frühling ist noch lange nicht vorbei.

Auch im dritten Abenteuer von Herrn Eichhorn gibt es seitenweise Bilderpassagen, die ganz selbstverständlich ohne Worte auskommen. Neben den Hauptfiguren wimmelt es von kleinem Nebengetier (Bienen, Schmetterlinge, Käfer, Schnirkelschnecken, Mäuse, Frösche, Feuersalamander, Libellen und Vögel), das wegen des naturbelassenen Zeichenstils teilweise so gut getarnt ist, daß man es erst nach und nach entdeckt.

Herrn Eichhorns Nahrungsaufnahme am „Unterholzbüfett“ ist von köstlicher Bewegungsdynamik, die verschiedenen Heldenkostümanproben sind einfach findig, der Scheinkampf mit dem großen, großen Bären und den kleinen, kleinen Helden ist zum Schmunzeln, und die ganzheitliche Körpersprache der Tiere ist zum Verlieben schön und lebendig.

Sebastian Meschenmosers Zeichenkunst und seinen spielerischen Ideenreichtum kann ich nur immer wieder bewundern und natürlich weiterempfehlen.

 

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.thienemann-esslinger.de/thienemann/buecher/buchdetailseite/herr-eichhorn-weiss-den-weg-zum-glueck-isbn-978-3-522-45805-4/

 

Der Illustrator und Autor:

»Sebastian Meschenmoser wurde 1980 in Frankfurt am Main geboren. Er studierte freie bildende Kunst in Mainz. Mit „Fliegen lernen“ hat er 2005 bei Esslinger seinen Erstling veröffentlicht. Dieses ganz besondere Buch hat in den Medien und in der Buchbranche viel Beachtung gefunden. Die Illustrationen daraus wurden auf der internationalen Kinderbuchmesse in Bologna als eine der innovativsten Neuerscheinungen präsentiert. 2006 erschien mit „Herr Eichhorn und der Mond“ das zweite Buch von Sebastian Meschenmoser, das ebenfalls große Begeisterung auslöste und für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2007, Sparte Bilderbuch, nominiert wurde.«

 

 

Querverweis:

Hier entlang zum ersten Band von Herrn Eichhorn:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/08/19/herr-eichhorn-und-der-mond/
und zum zweiten Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/08/21/herr-eichhorn-und-der-erste-schnee/
und zum vierten Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/08/28/herr-eichhorn-und-der-besucher-vom-blauen-planeten/
und zum fünften Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/09/22/herr-eichhorn-und-der-koenig-des-waldes

Die Abenteuer der Tulle-Zwerge

  • Der erste Band der Tulle-Zwerge
  • von Paul Biegel
  • Mit farbigen Illustrationen von Mies van Hout
  • Aus dem Niederländischen von Eva Schweikart
  • Verlag Urachhaus  Februar 2012    http://www.urachhaus.de
  • ISBN 978-3-8251-7802-4
  • 127 Seiten, gebunden, Halbleinen
  • 15, 00 €
  • ab 4 Jahren zum Vorlesen
  • ab 7 Jahren zum Selberlesen

M I T Z W E R G L I C H K E I T

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

So manche Lebewesen in der Natur bleiben dem menschlichen Auge verborgen, seien es kleine Krabbeltiere und zarteste Pflänzchen – oder gar kleine Zwerge. Wie gut, daß es Schriftsteller gibt, die mehr sehen können und uns davon erzählen.

Paul Biegel schreibt in kurzen Kapiteln vom Leben eines Zwergenvölkchens auf der Heide. Die Tulle-Zwerge leben von Blütennektar, und für ihre Wintervorräte graben sie sich vom Bauernacker sieben Kartoffeln und dreiunddreißig Möhren aus.

Klein Pier ist der jüngste und kleinste der Tulle-Zwerge, aber auch der tapferste und fürsorglichste. Einige seiner 99 Mitzwerge necken ihn manchmal wegen seiner naiven Arglosigkeit, aber seine offene Wahrnehmungsart ermöglicht ihm oft kreative und konstruktive Lösungen für anstehende Probleme des Zwergenalltags.

Die Tulle-Zwerge pflegen soziale Beziehungen zu einem Bienenvolk, zu Schmetterlingen und zu einigen Kaninchen, dabei spielen die wechselseitige Unterstützung bei Gefahren und gemeinsame Freudenfeste eine große Rolle.

Mit Paul Biegel begleiten wir die Tulle-Zwerge durch die Jahreszeiten: Sie beschützen Schmetterlingskokons vor dem Frost, basteln eine Krone aus Goldpapier für die Bienenkönigin, brauen einen Heiltrank für ein fiebriges Kaninchen, überwinden Maschendrahtzäune, benutzen eine alte Holzpantine als Boot, entzünden kleine Freudenfeuer und feiern eine Schmetterlingshochzeit.

Alle Episoden dieser Zwergenabenteuerlein durchzieht ein herzensroter Faden und ein heiterer Ton leiser Weisheit und Lebensverbundenheit, der auch in den Illustrationen zum Ausdruck  kommt.

Zur Einstimmung ein Zitat von Ate, dem Zwergenältesten:

Ich meine, dass wir nur das suchen, was wir brauchen. Und was wir nicht brauchen, das kümmert uns nicht. Außer, wenn es von selber zu uns kommt.“  (Seite 120)

Die insgesamt 21 Kapitel der „Abenteuer der Tulle-Zwerge“ eignen sich sehr gut zum Vorlesen; sie sind nur fünf bis sechs Seiten lang und mit den ganz- und halbseitigen bunten Bildern von Mies van Hout liebevoll und anschaulich illustriert.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.urachhaus.de/Lesen-was-die-Welt-erzaehlt/Kinderbuch/Die-Abenteuer-der-Tulle-Zwerge.html

Der Autor:

»Paul Biegel (1925 – 2006) – der niederländische Michael Ende – gehört mit Tonke Dragt, Thea Beckmann und Annie M.G. Schmidt zu den ganz Großen der niederländischen Kinderliteratur. Er verfaßte über 50 Bücher, sein Werk wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter mehrfach mit dem Silbernen und Goldenen Griffel «.

Die Illustratorin:

»Mies van Hout wurde 1962 in Eindhoven geboren. Sie ist ausgebildete Kunstpädagogin und studierte Grafisches Gestalten an der Akademie Groningen. Seit 1989 arbeitet sie als freischaffende Illustratorin und Grafikerin. Sie hat bereits etliche Bilderbücher veröffentlicht und wurde für den Drentse cultuurprijs nominiert.« http://www.miesvanhout.nl

 

QUERVERWEIS:

Hier geht es zur Besprechung des zweiten Bandes der Tulle-Zwerge:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/05/31/virgilius-tulle-auf-tortenjagd/

Und hier folgt noch der Link zu einem anderen – ebenfalls sehr lesens- und liebenswerten – Zwergenkinderbuch von Wilhelm Topsch: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2013/02/14/hurz-burz-und-seine-freunde/

 

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Oma und die 99 Schmetterlinge

  • Text und Illustrationen von Anna Marshall
  • Arena Verlag  2012    http://www.arena-verlag.de
  • gebunden
  • 32 Seiten
  • Format: 21,5 x 28 cm
  • ISBN 978-3-401-09890-6
  • 12,99 €
  • Bilderbuch ab 5 Jahren

FLÜGELSTAUBBUNT

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

„Für die Schmetterlinge, die uns vorausgeflogen sind.“

So lautet die Widmung der Autorin und Illustratorin von „Oma und die 99 Schmetterlinge“, und bereits hier zeigen sich die Achtsamkeit, Würdigung und Weite, die dieses Bilderbuch auszeichnen. Es ist ein Buch mit sprechenden Bildern und mit viel Liebe zwischen den Zeilen.

In diesem Bilderbuch erzählt die kleine Enkelin liebevoll von ihrer Oma. Die beiden machen es sich auf dem Sofa oder mit dicken Kissen auf dem Boden gemütlich, und die Großmutter teilt ihre zerstreuten Erinnerungen mit der Enkelin. In kindlicher Selbst- verständlichkeit bewertet die Enkelin die Vergeßlichkeit und Verwirrung ihrer Oma nicht, sondern läßt sie einfach so sein.

Sie schauen sich alte Fotos und Urlaubsandenken an, und die Oma erzählt, daß sie einst als Schulmädchen heimlich Schmetterlinge gezüchtet habe. Manchmal verliert sie den Faden, aber die Enkelin folgt ihr auf den Flügeln der Phantasie einfach in die vermischten Zeiträume.

Die Illustrationen zum Text greifen die Überschneidungen dieser Zeiträume bildge- stalterisch auf;  so wird z.B. die Erinnerung der  Großmutter an die Freilassung der Schmetterlinge im einstigen Klassenzimmer mit kleinen, in die bunten Zeichnungen eingefügten Sütterlinschriftstückchen kombiniert.

Im Verlauf der Geschichte verliert sich die Großmutter immer mehr. Die Enkelin begleitet sie weiterhin mit offenem Herzen, und sie ahnt auch, daß der endgültige Abschied von ihrer Oma nicht mehr fern ist. Aber sie verfügt zugleich über die innere Gewißheit, daß sie ihre Oma immer in bester schmetterlingsbunter Erinnerung behalten wird, und so endet die Geschichte mit einer seelischen Flügelspannweite, die tröstlich stimmt.

Anna Marshalls Mischtechnik aus bunten Zeichnungen mit vereinzelten, sehr geschickt eingearbeiteten Collagenelementen und der etwas schrägen Perspektive ist außer- gewöhnlich reizvoll. Die dezent bunte Farbgebung, die ich in Anlehnung an das Schmetter- lingsmotiv gerne flügelstaubbunt nennen möchte, paßt sehr schön zur empfindsamen, zarten und schwebenden Sprache der Geschichte.

Hier ist die Harmonie von Tiefsinn und Leichtigkeit sowie von Bilder- sprache und Erzählton wunderbar gelungen.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.arena-verlag.de/artikel/oma-und-die-99-schmetterlinge-978-3-401-09890-6

Die Autorin & Illustratorin:

»Anna Marshall wurde 1980 in Bielefeld geboren. Seit ihrem Designstudium an der FH Münster mit Schwerpunkt Illustration (2000 bis 2006) zeichnet sie für verschiedene Kinderbuchverlage und schreibt auch gerne selbst Geschichten. Zusammen mit ihrem Mann lebt und arbeitet sie in Karlsruhe. Besonderen Spaß macht es ihr, verschiedene Techniken und Materialien miteinander zu kombinieren und immer wieder Neues auszuprobieren.« www.annamarshall.de

PS:
„Oma und die 99 Schmetterlinge“ gewann 2011 den Meefisch-Preis. Alle zwei Jahre wird von der Stadt Marktheidenfeld der Meefisch-Preis für das beste unveröffentlichte Bilderbuch im deutschsprachigen Raum verliehen. Der Arena-Verlag ist seit 2009 der offizielle Kooperationspartner des Meefisch-Preises und veröffentlicht den Siegertitel. So kam es, daß dieses feine Bilderbuch den Buchmarkt überhaupt erst erreichen konnte. Gut so!

 

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