Die Schneeschwester

  • Eine Weihnachtsgeschichte in 24 Kapiteln
  • von Maja Lunde
  • Originaltitel: »Snøsøsteren«
  • aus dem Norwegischen von Paul Berf
  • Buchvorlage:  btb Verlag
  • Hörbuch Oktober 2018 der Hörverlag  www.hoerverlag.de
  • vollständige Lesung
  • Produktion: der Hörverlag 2018
  • Regie: Caroline Neven Du Mont
  • gelesen von Axel Milberg
  • Laufzeit: ca. 3 Stunden und 40 Minuten
  • 3 CDs
  • 14,99 € (D), 16,90 € (A), 21,90 sFr.
  • ISBN 978-3-8445-3246-3
  • Kinderbuch ab 10 Jahren aufwärts bis 100 Jahren

DIESSEITS  VON  WEIHNACHTEN

Hörbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

„Die Schneeschwester“ ist eine außergewöhnliche Weihnachtsgeschichte, die das Herz zum Schmelzen bringt und die Daseinsdankbarkeit wachküßt. Dieses Hörbuch ist advents-kalendermäßig in 24 Kapitel eingeteilt, bietet jedoch keine leichte Süßkost, sondern tiefberührende, gefühlsechte, ernste und heitere, schmerzliche und freudige Lebensgeschmacksvielfalt.

Julian ist ein Weihnachtskind, denn er kam am Heiligen Abend zur Welt, und da in Norwegen Weihnachten Jul heißt, trägt er den Namen Julian. Seine kleine Schwester heißt nach dieser familiären Namenstradition Augusta und seine große Schwester Juni. Julian liebt Weihnachten und das ganze stimmungsvoll-gemütliche und kulinarische Zubehör: Kaminfeuerwärme, Kerzenlicht, Pfefferkuchen, Räucherwerk, Sternchen-dekoration, Zimt, Schnee, Tannenbaum, Musik, Gesang, Geschenke und Kakao sowie das geborgene und heitere familiäre Miteinander.

Dieses Jahr wird Julian zehn Jahre alt – ein runder Geburtstag und Heilig Abend! Dies könnte eigentlich ein Anlaß für besonders viel Vorfreude sein. Doch im Sommer ist Julians große Schwester gestorben, und die Familie befindet sich in Trauererstarrung. Alle Lebensäußerungen sind gedämpft, und manchmal hat Julian den Eindruck, daß seine Eltern nur noch leblose Kopien sind, die zwar den Alltag ordentlich regeln, aber nicht wirklich da sind. In einer Woche ist nun Weihnachten, aber die häusliche Situation wirkt, als fiele das Fest dieses Jahr aus. Noch nicht einmal der Adventskerzenhalter ist bisher aufgestellt worden.

Bezüglich des großen Verlustes herrscht familiäre Sprachlosigkeit, und auch mit seinem besten Freund kann Julian nicht über das sprechen, was ihm auf dem Herzen liegt. Dabei hatten sie sich früher immer endlos viel zu sagen gehabt.

Julian dreht seine Schwimmrunden im Hallenbad. Beim Schwimmen muß er sich ganz auf seinen Atemrhythmus und die Bewegungsabläufe konzentrieren, was eine willkommene Ablenkung von den betrüblichen Gedanken und Gefühlen ist, die ihn seit Junis Tod begleiten und belasten.

Während einer Schwimmpause sieht er ein Mädchen mit rotem Mantel, das mit leuch-tenden grün-grauen Augen von draußen durch die Glaswand in die Schwimmhalle hineinschaut. Nach diesem überraschenden Blickkontakt winkt sie ihm zu, und Julian winkt spontan zurück. Daraufhin schenkt ihm das unbekannte Mädchen ein solch strahlend-offenes Lächeln, daß er das Lächeln einfach erwidern muß.

Als er nach dem Schwimmen die Halle verläßt, wartet das Mädchen am Eingang auf ihn. Sie empfängt ihn überschwenglich, stellt sich als Hedvig Hansen vor, redet wie ein Wasserfall auf ihn ein und schwärmt ihm von der Schönheit Weihnachtens vor. Sie lädt Julian in ihr Elternhaus, die Villa Mistel, ein. Dort ist schon alles weihnachtsfestlich ge-schmückt und so warmherzig eingerichtet, daß sich Julian sehr wohlfühlt. Hedvig kocht Kakao für sie, und so beginnt eine wunderbare Freundschaft, die in Julian endlich wieder zarte Fünkchen von Freude hervorruft.

Mit Hedvig kann Julian sogar über seine verstorbene Schwester reden. Hedvig scheut das schmerzliche Thema nicht und reagiert sehr einfühlsam auf alles, was Julian ihr erzählt. Ihr Mitgefühl und ihre lebensfrohe Zugewandtheit bekommen ihm gut, und die Kinder verbringen eine anregende Zeit miteinander.

Julian wundert sich gelegentlich über altmodische Worte, die Hedvig benutzt, und trotz all der verspielten Heiterkeit und eloquenten Munterkeit hat auch Hedvig ihre Verletz- lichkeiten und verschwiegenen Geheimnisse; beispielsweise kann sie nicht schwimmen. Dies gibt Julian die Gelegenheit, ihr Schwimmunterricht zu geben und dabei die Erfahrung zu machen, wie schön es sein kann, jemandem zu helfen.

Bestärkt durch die intensive Freundschaftserfahrung und Hedvigs ansteckende Lebens-lust, fühlt sich Julian dazu ermutigt, die Gefühlserstarrung seiner Eltern in Frage zu stellen und zu überwinden. Außerdem ist seine Herzensbildung inzwischen so ausge-prägt, daß er alleine schon seiner kleinen Schwester zuliebe unbedingt dafür sorgen will, daß die vertraute familiäre Weihnachtstradition fortgesetzt wird. Das ist nicht leicht und bedarf mehrerer zunächst vergeblicher Anläufe, aber schließlich gelingt es ihm, indem er seine Eltern auf sehr kreative Weise mit seiner liebevollen Erinnerung an seine Schwester Juni überwältigt.

Julian entschlüsselt nach und nach auch Hedvigs Geheimnis. Die Loslaßübung, bei der er am Ende Hedvig liebevoll unterstützt, wird auch für ihn eine tiefe, ja, transformierende Erfahrung, die sein Leben bereichert. Hier wird das Leben bejaht, ohne den Tod zu verneinen.

Das subtil übersinnliche Element, welches mit der Figur von Hedvig verknüpft ist, wird von der Autorin virtuos von Anfang an in zahlreichen Anspielungen angedeutet, die sich indes erst in der Leserückblende voll und ganz erschließen.

Maja Lunde schreibt sehr nahe und glaubwürdig am kindlichen Herzen entlang, ihre Sprache ist empfindsam, anschaulich und sehr zärtlich, die Charaktere sind lebhaft und ausstrahlungsstark und verfügen über eine reichhaltige emotionale Bandbreite. Sehr positiv aufgefallen ist mir zudem, daß die Autorin dem Unerklärlichen unausgesproch- enen Raum zwischen den Zeilen läßt.

Die Liebe zum Leben überwindet die Schwerkraft der Trauer – von nichts weniger handelt dieses bemerkenswerte Buch. Angesichts des Todes das Leben zu verneinen ist ebenso unheilsam und unsinnig wie angesichts des Lebens den Tod zu verneinen. Schmerzlichen Gefühlen sollte ebenso Ausdruck gegeben werden dürfen wie schönen Erinnerungen und der Dankbarkeit für das Gewesene. Diese Lektion begreift Julian durch die Begegnung mit Hedvig früher als seine Eltern.

Ja, diese Geschichte wird Sie zum Weinen bringen – und dennoch trösten. „Die Schnee- schwester“ gehört zu der kostbaren Sorte Kinderbuch, für die man niemals zu alt ist.

Axel Milberg liest „Die Schneeschwester“ in einem warmherzigen basso continuo, mit unaufdringlichen Gefühlsausschlägen und einfühlsamen figur- und situationsbezogenen Nuancen. Man könnte einwenden, daß eine erwachsene Stimme für den kindlichen Ich-Erzähler zu alt sei, aber in meinen Ohren klingt der Sprecher sehr wahrhaftig.

Zum Ausklang lasse ich gerne Hedvigs poetisches Bild der Freude zu Wort kommen:

„Es ist, als würde das Herz auf Schlittschuhen stehen
 und sich in Pirouetten drehen und drehen,
 bis mir ganz schwindelig wird – wunderbar schwindelig.“

 

Hier entlang zum Hörbuch und zur HÖRPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.randomhouse.de/Hoerbuch/Die-Schneeschwester/Maja-Lunde/der-Hoerverlag/e553153.rhd

 

Die Autorin:

»Maja Lunde wurde 1975 in Oslo geboren, wo sie auch heute noch mit ihrer Familie lebt. Ihr Roman „Die Geschichte der Bienen“ wurde mit dem norwegischen Buchhändlerpreis ausgezeichnet, in 30 Länder verkauft und sorgte auch international für Furore. Das Buch stand monatelang auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste und war der meistverkaufte Roman des Jahres 2017. Im Frühjahr 2018 erschien mit „Die Geschichte des Wassers“ der zweite Teil ihres literarischen Klima-Quartetts, das sich mit den Folgen menschlichen Handelns für die Natur beschäftigt.«

Der Übersetzer:

»Paul Berf, geboren 1963 in Frechen bei Köln, lebt nach seinem Skandinavistikstudium als freier Übersetzer in Köln. Er übertrug u. a. Henning Mankell, Kjell Westö, Aris Fioretos und Selma Lagerlöf ins Deutsche. 2005 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie ausgezeichnet.«

Der Sprecher:

»Axel Milberg war bis 1997 Mitglied des Ensembles der Münchner Kammerspiele und arbeitete mit Regisseuren wie Dieter Dorn, Thomas Langhoff oder Peter Zadek. Mitte der 90er-Jahre wandte sich der wandelbare Schauspieler verstärkt Film und Fernsehen zu. Seither war er in zahlreichen erfolgreichen Produktionen zu sehen, z. B. in „Jahrestage“ (2000), „The International“ (2009), „Ludwig II.“ (2012), „Hannah Arendt“ (2012). Seit 2003 ist Axel Milberg außerdem in seiner Heimatstadt Kiel als „Tatort“-Kommissar Klaus Borowski auf Verbrecherjagd.«

 

Die BUCHAUSGABE ist im btb-Verlag erschienen
Die Schneeschwester
von Maja Lunde
aus dem Norwegischen von Paul Berf
durchgehend farbig illustriert von Lisa Aisato
gebunden
mit Schutzumschlag
Format: 21,5 x 24,3 cm
200 Seiten
15,00 € (D), 15,50 € (A), 21,50 sFr.
ISBN 978-3-442-75827-2
Kinderbuch ab 10 Jahren aufwärts bis 100 Jahren
Hier entlang zur BUCHAUSGABE und LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.randomhouse.de/Buch/Die-Schneeschwester/Maja-Lunde/btb-Hardcover/e552755.rhd

 

 

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/
Werbeanzeigen

Petronella Apfelmus, Band 5

  • Hexenbuch und Schnüffelnase
  • von Sabine Städing
  • illustriert von SaBine Büchner
  • Boje Verlag  September  2017  www.boje-verlag.de
  • gebunden
  • 208 Seiten
  • 13,00 € (D)
  • ISBN 978-3-414-82488-2
  • Kinderbuch ab 8 Jahren

H E X E N H E R B S T

Kinderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Ein Wiederlesen mit Petronella Apfelmus, der kleinen großen Hexe mit dem schmack- haften Namen, verspricht stets erfreulich heiteren Lesegenuß, und auch der vorliegende fünfte Band hält sein Leseversprechen.

Petronella Apfelmus ist eine Apfelhexe, die „ganz standesgemäß in einem Apfel“ wohnt. Sie ist die Hüterin eines verwilderten Gartens, der eine alte Mühle, das dazugehörige Wohnhaus und den Mühlteich umgibt. In diesem Garten wachsen viele alte, fast ver- gessene Apfelbaumsorten, und Petronella kümmert sich mit Unterstützung einiger Apfelmännchen um den Baumbestand und das Grundstück.

Zu Petronellas Spezialitäten gehört es, daß sie sich nach Belieben und Bedarf ver- größern oder verkleinern kann. Dazu benutzt sie eine magische Strickleiter: Wenn man diese Strickleiter apfelbaumaufwärts klettert, wird man so klein, daß man bequem in einem Apfel wohnen kann, klettert man hingegen apfelbaumabwärts, nimmt man eine menschliche Größe an.

Seit dem ersten Band pflegt Petronella eine gute Nachbarschaft mit der Familie Kuchenbrand, die ins Müllerhaus eingezogen ist und in der alten Mühle ein florierendes Café führt. Und die Zwillingsgeschwister Lea und Luis pflegen eine lebhafte Freund- schaft mit Petronella. Die sympathische, ebenso naturverbundene wie weise Apfelhexe Petronella Apfelmus ist für Lea und Luis zugleich kluge Ratgeberin und anregende Spielkameradin, und sie nimmt regen Anteil an ihrem Leben und Wohlbefinden.

Illustration von SaBine Büchner © Boje Verlag 2017

Es sind Herbstferien, und das Wetter ist ziemlich ungemütlich. In Petronellas Wohnapfel hat ein Ast ein Loch geschlagen. Da sie ihr Hexenbuch verliehen hat, kann sie den Schaden leider nicht mit einem Zauber beheben – denn auch Apfelhexen können nicht alle Zaubersprüche auswendig. Und ihre Schwestern, denen sie das Buch geliehen hat, sind Wetterhexen und dementsprechend etwas unberechenbar und unzuverlässig. Es kann noch eine Weile dauern, bis sie ihr Buch zurückbekommt – ganz zu schweigen vom Ärger und der Strafe, die Petronella drohen, wenn die Oberhexe erfahren sollte, daß sie unerlaubterweise ihr Apfelhexenbuch verliehen hat.

Sie bittet die freundlichen Apfelmännchen, das Loch zu flicken. Die handwerklich geschickten Gesellen Gurkenhut, Spargelzahn, Bohnenhals, Rübenbach und Karotten- wams machen sich sogleich hilfbereits daran, fachapfelmännisch die Apfelhülle zu reparieren. Daß sie dabei heimlich beobachtet werden, bemerken sie nicht.

Illustration von SaBine Büchner © Boje Verlag 2017

Lea und Luis beklagen das schlechte Wetter, lungern im Haus herum und hüten den kleinen Hund von Leas Freundin, die ihren Bello nicht mit in den Urlaub nehmen konnte. In der Nacht gibt Bello plötzlich Bellalarm, aber niemand sieht, wer da durch den Garten schleicht und spioniert.

Obwohl Petronella mit der Herstellung von Heiltränken und Kräutersalz sowie ihrer regelmäßigen Tiersprechstunde ausgelastet ist, lädt sie die Kinder und die Apfel-männchen zum Kürbisköpfeschnitzen ein. Alle haben großen Spaß, zumal Petronella den fertigen Kürbisfratzen mit Hilfe einiger Körner Schmunzelzucker eine besonders lebhafte Mimik verleiht.

Am nächsten Tag sind die Apfelmännchen verschwunden. Die Kinder finden einen seltsamen Fußabdruck im Uferschlamm des Mühlteichs, und in einer Hecke findet sich ein grünes Fellbüschel. Petronella inspiziert die Fundstücke und diagnostiziert eine Entführung der Apfelmännchen durch einen Waldschrat.

Mit ihrer Kristallkugel, einer Probe des Schratfells und einem Zauberspruch gelingt es Petronella, einen Ferneinblick in den Schratkobel zu bekommen. Offenbar hat der Schrat die Apfelmännchen entführt, damit sie seinen heruntergekommenen Kobel winterfest machen.

Illustration von SaBine Büchner © Boje Verlag 2017

Nun ist ein Ausflug in den Wald unerläßlich, und Lea und Luis dürfen sogar – allerdings nur angeschnallt – auf Petronellas Besen mitfliegen. Bei der Begegnung mit dem Waldschrat kommt es zu zauberhaften Komplikationen und erfolgreichen kindlichen Improvisationen. Keine Frage, daß die Befreiung der Apfelmännchen glückt …

Sabine Städing gelingt mit der Figur von Petronella Apfelmus eine amüsante Erweiterung der Wirklichkeit um eine wohltuende Zugabe von Magie. Geschickt überträgt sie beispielsweise die Zeigefingerdaumen-Zoomfunktion moderner Telefonbildschirme auf Petronellas Umgang mit ihrer Kristallkugel. Von Kristallkugel zu Kristallkugel können Hexen übrigens auch sichtbar miteinander telefonieren, was unter Hexen kugeln heißt. Beiläufig vermittelt jedes Petronella-Abenteuer gleichwohl auch Achtsamkeit und Respekt für die Natur und ihre sichtbaren und unsichtbaren Gaben.

Die Autorin schreibt in einem einfühlsam-augenzwinkernden, wortspiel- erischen Stil, mit anschaulicher Dramaturgie, lebhaften Dialogen, phanta- sievollen Details und spielerischem Tiefsinn. Die knuffigen Schwarz-weiß-Illustrationen von Sabine Büchner greifen den heiteren Tonfall auf und übertragen ihn in spannende und warmherzige Szenerien mit detailge- treuen lustigen Charakterzeichnungen.

Hier stimmen einfach alle Zutaten für ein gelungenes Kinderbuch und eine Kinderbuchreihe, von der man sich noch viele, viele Fortsetzungen wünscht. So kommen Kinder leicht auf den apfelmusischen Lesegeschmack – inklusive Schmunzelzucker zum Leselächeln!

 

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.luebbe.de/boje/buecher/kinderbuecher/petronella-apfelmus/id_6234985
Hier entlang zum Hörbuch und zur Hörprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.luebbe.de/luebbe-audio/hoerbuecher/kinderbuecher/petronella-apfelmus/id_6396976

 

Hier finden Sie zum ersten Band von Petronella Apfelmus:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/01/07/petronella-apfelmus/
Und hier zum zweiten Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/03/25/petronella-apfelmus-band-2/
Und hier zum dritten Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/12/11/petronella-apfelmus-band-3/
Sowie zum vierten Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/06/04/petronella-apfelmus-band-4/

Die Autorin:

«Sabine Städing, wurde 1965 in Hamburg geboren und hat sich schon als Kind gerne Geschichten ausgedacht. Nach ihren drei Büchern rund um das Mädchen Magnolia Steel, das herausfindet, dass sie eine Hexe ist, schreibt sie inzwischen Bücher für jüngere Kinder. Auch in ihrer aktuellen Buchreihe steht mit Petronella Apfelmus wieder eine Hexe im Mittelpunkt.«  http://www.sabinestaeding.de/

Die Illustratorin:

»SaBine Büchner, geboren 1964, studierte Kommunikationsdesign in Wuppertal und Animation an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg. 2006 erhielt sie das Troisdorfer Bilderbuchstipendium. Sie zeichnet und lebt heute mit ihrem Sohn in Berlin.«

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/

 

 

 

Petronella Apfelmus, Band 4

  • Zauberhut und Bienenstich
  • von Sabine Städing
  • illustriert von SaBine Büchner
  • Boje Verlag Oktober 2016   http://www.boje-verlag.de
  • gebunden
  • mit gelbem LESEBÄNDCHEN
  • 208 Seiten
  • 13,00 € (D)
  • ISBN 978-3-414-82454-7
  • Kinderbuch ab 8 Jahren

APFELHEXEN-LÄCHELN

Kinderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Petronella Apfelmus ist eine Apfelhexe, und sie lebt im verwildert-verwunschenen Obst-garten des alten Mühlhauses. Sie hegt, pflegt und beschützt zusammen mit einigen handwerklich begabten Apfelmännchen die alten Apfelsorten und alles, was sonst noch wächst und gedeiht, kreucht, fleucht und atmet in einem naturbelassenen Garten nebst erquicklichem Mühlteich.

Vor ungefähr einem Jahr war die Familie Kuchenbrand – bestehend aus Vater, Mutter und den Zwillingen Lea und Luis –  in das preiswert zu mietende Müllerhaus eingezogen. Vater Kuchenbrand hatte gerade seine Anstellung als Bäckergeselle verloren, da sein raffgieriger Arbeitgeber Bäckermeister Kümmerling alle Gesellenarbeit durch Maschinen ersetzt hatte. (siehe meine Besprechung des ersten Bandes: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/01/07/petronella-apfelmus/)

Inzwischen betreiben die Eltern der Zwillinge ein florierendes Café in der alten Mühle, und ihre Kinder pflegen eine vertraute Freundschaft mit Petronella Apfelmus. Die Erwachsenen halten Petronella für eine etwas schrullige Nachbarin; sie ahnen nicht, wie viele glückliche Fügungen sie Petronellas magischen Nachhilfezugaben verdanken.

Die Kinder wissen, daß Petronella eine Hexe ist. Gerne besuchen sie Petronella und ihren Freund und Mitbewohner, den Hirschkäfer Lucius, in ihrem Wohnapfel. Mit Hilfe von Petronellas magischer Strickleiter wird man nämlich beim Hinaufklettern immer kleiner und paßt schließlich bequem in einen Apfelinnenraum, und beim Hinabklettern wächst man wieder in seine normale Größe zurück.

Es ist Spätsommer, und es hat lange nicht mehr geregnet. Petronella verhilft dem von Wassermangel betroffenen Mühlteich mit einer Zauberquelle zu Frischwasser und bremst den übereifrigen Obsterntefleiß von Vater Kuchenbrand mit Hilfe von magisch inszenierten Gespinstmottenschleiern.

Eines Mittags klingelt ein Makler an der Tür und informiert die Familie darüber, daß der Vermieter die Mühle verkaufen wolle. Sie hätten selbstverständlich ebenfalls die Mög- lichkeit, die Mühle zu erwerben, und bräuchten dazu nur das Kaufgebot von 500 000 Euro zu überbieten.

Der großzügige Bieter ist niemand anderes als der Bäckermeister Kümmerling. Er fährt auch schon bald mit seiner schwarzen Limousine, in Begleitung seiner tollpatschigen Leibwächter vor und inspiziert mit vorfreudig-provokanten Besitzerallüren das Grund-stück und erklärt, daß er den Garten zum Parkplatz machen wolle, den Mühlteich zum Spaßbad, und was ihm sonst noch alles an profitorientierten Modernisierungen einfällt.

Familie Kuchenbrand ist empört und verzweifelt, ihre Existenz ist bedroht und ihr finanzieller Spielraum recht bescheiden. Während der Vater vergeblich Banken mit Kreditanfragen abklappert, überlegen die Kinder gemeinsam mit Petronella und den Apfelmännchen, wie man die Mühle vor dem Zugriff Kümmerlings retten könne. Hexen können zwar kein Geld herbeizaubern, aber Petronella weiß zum Glück, daß die Besitz-verhältnisse der Mühle komplexer sind, als es auf den ersten Maklerblick scheint.

Herr Kümmerling reibt sich schon die Hände, gleichwohl hat er die Rechnung ohne Petronellas magischen Einfluß und ohne die zwischenmenschliche Kompetenz der Kinder gemacht. Am Ende geht er leer aus, und die Familie Kuchenbrand bekommt die Mühle …

Auch im vierten Band von Petronella Apfelmus gelingt es der Autorin Sabine Städing, mit phantasievollen Details, situationskomischen Zauber- pannen, witzig gereimten Zaubersprüchen und ebenso kommunikativen wie magischen Problemlösungsstrategien eine herzlich-familiäre, unterhaltsam-spannende und zauberhaft-verspielte Atmosphäre zu erschaffen.

Die knuffigen, detailverliebten schwarz-weiß Illustrationen von SaBine Büchner fügen sich dramaturgisch lebhaft in den Erzählfluß ein und korrespondieren mit ihrer warmherzigen Heiterkeit und einfühlsamen, augenzwinkernden Charakterzeichnung ganz hervorragend mit dem Text.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.luebbe.de/boje/buecher/kinderbuecher/petronella-apfelmus/id_5590227

Hier entlang zum Hörbuch und zur HÖRPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.luebbe.de/luebbe-audio/hoerbuecher/kinderbuecher/petronella-apfelmus/id_5891466

Hier finden Sie zum ersten Band von Petronella Apfelmus:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/01/07/petronella-apfelmus/
Und hier zum zweiten Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/03/25/petronella-apfelmus-band-2/
Und hier zum dritten Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/12/11/petronella-apfelmus-band-3/
Zum fünften Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/10/03/petronella-apfelmus-band-5/

 

Die Autorin:

«Sabine Städing wurde 1965 in Hamburg geboren und hat sich schon als Kind gerne Geschichten ausgedacht. Nach ihren drei Büchern rund um das Mädchen Magnolia Steel, das herausfindet, dass sie eine Hexe ist, schreibt sie inzwischen Bücher für jüngere Kinder. Auch in ihrer aktuellen Buchreihe steht mit Petronella Apfelmus wieder eine Hexe im Mittelpunkt.«  http://www.sabinestaeding.de/

Die Illustratorin:

»SaBine Büchner, geboren 1964, studierte Kommunikationsdesign in Wuppertal und Animation an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg. 2006 erhielt sie das Troisdorfer Bilderbuchstipendium. Sie zeichnet und lebt heute mit ihrem Sohn in Berlin.«

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/

 

 

 

 

Mach die Biege, Fliege!

  • Text und Illustrationen von Kai Pannen
  • Tulipan Verlag Februar 2017  www.tulipan-verlag.de
  • 104 Seiten
  • Format: 24,5 x 17 cm
  • gebunden, Fadenheftung
  • 15,00 € (D), 15,50 € (A)
  • ISBN 978-3-86429-339-9
  • ab 4 Jahren zum Vorlesen
  • ab 8 Jahren zum Selberlesen


HERAUSSPAZIERT!

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Stubenfliege Bisy und Hausspinne Karl-Heinz leben seit dem letzten Weihnachtsfest in einträchtiger Wohngemeinschaft zusammen. Wie es zu dieser außergewöhnlichen Freundschaft kam, erfährt man aus dem ersten Band „Du spinnst wohl“ (siehe meine Besprechung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/11/27/du-spinnst-wohl/ ).

Es genügt zu wissen, daß Karl-Heinz Bisy zuliebe Vegetarier geworden ist und daß die Temperamente der beiden Freunde sehr unterschiedlich sind. Bisy ist quirlig, gesellig, vorwitzig, unternehmungslustig, hat ein flottes Mundwerk und kennt sich mit der Welt außerhalb des Hauses aus. Karl-Heinz ist einzelgängerisch, schüchtern, schwerfällig, vorsichtig, hat gerne seine ungestörte Ruhe und scheut Veränderungen.

Bisy wird nach den langen Wintermonaten frühjahrsmunter und sehnt sich nach mehr Aufregung und Spannung, aber Karl-Heinz hockt lieber gemütlich auf seinem Sofa und will sich von Bisy nicht zu neuen Abenteuern animieren lassen. Beide schmollen und fragen sich, ob sie auf Dauer noch zusammenpassen.

Der gnadenlos-gründliche Frühjahrsputz der Menschen zwingt die beiden zur Flucht nach draußen. Karl-Heinz reagiert zögerlich auf die Attacken von Staubwedel, Putzbürsten und Wischlappen und liest erst noch einmal in seinem „Haushaltsratgeber für Krabbeltiere“ nach, was es mit dem sogenannten Frühjahrsputz auf sich hat, und gibt sich der Illusion hin, noch ein sichereres Plätzchen im Hause zu finden.

Bisy drängt Karl-Heinz zur Eile und schwärmt ihm von der großen, weiten Welt des Gartens vor, von Freiheit, Frischluft und Pflanzenfülle. Erst als das Dröhnen des Staubsaugers immer näher kommt, rafft sich Karl-Heinz widerwillig auf und folgt Bisy zum Fenster und von dort aus in den Garten.

Auf der Suche nach einem geeigneten Plätzchen für ein neues Wohnnetz krabbelt der naturbanausige Karl-Heinz zum ersten Mal in seinem Leben durch Wiesengras, hört es überall rascheln und flüstern und wird von Bisy über die Lebensgefahr durch Vögel aufgeklärt. Das Wetter ist feuchtkalt und windig, und Karl-Heinzens Laune ist nicht sehr wetterfest.

Sie begegnen einer revierverteidigenden Wespenkönigin, hilfsbereiten Kellerasseln, einer Truppe preußischer Ameisensoldaten und einem Regenwurm, der das feuchte Wetter als ganz vorzüglich lobt und vor einer Aufheiterung des Wetters warnt.

Illustration © Kai Pannen Tulipan Verlag 2017

Schließlich finden sie eine Buchenhecke, in deren Geäst Karl-Heinz ein unkonventionelles Netz knüpft. Die Regenwolken verziehen sich, und die Sonne scheint auf das neue Heim der ungleichen Freunde. Kaum haben sie sich „häuslich“ eingerichtet, da kreuzt eine griesgrämige Blattwanze auf und verlangt eine Baugenehmigung.

 

Bisy macht sich über das beamtische Gehabe lustig, und Karl-Heinz überlegt, ob er sich eine Ausnahme im vegetarischen Speiseplan erlauben könne – natürlich nur bei nervigen Mitinsekten, zumal Blattwanze doch ziemlich nach Gemüse klinge.

Illustration © Kai Pannen Tulipan Verlag 2017

Während Bisy einen größeren Erkundungsausflug unternimmt und beinahe von einer Libelle gefangen wird, macht Karl-Heinz in der obersten Etage der Buchenhecke Bekanntschaft mit Constanze, einer molligen, kapriziösen Schmetterlingsraupendiva, die ihn „dicker Herr Spinnerich“ nennt.

Außerdem entdeckt Karl-Heinz in der näheren Umgebung den Bonbonmarkt der  Blattläuse. Sie fabrizieren aus süßen Pflanzensäften  Ahorndrops, Birkenlutscher, Efeuschlotzer, Fliederbonschen, Holunderpastillen, Kirschstangen, Ligusterheckenkamellen, Rosengutsle … So langsam findet Karl-Heinz das Leben in der Wildnis ganz attraktiv.

Illustration © Kai Pannen Tulipan Verlag 2017

Er strickt für Bisy einen Wespenanzug, damit er keine Angst mehr vor Libellenangriffen haben muß, und  Bisy bastelt für Karl-Heinz ein Skateboard für seine körperliche Ertüchtigung.

Illustration © Kai Pannen Tulipan Verlag 2017

Bisy organisiert heimlich eine Geburtstagsfeier für Karl-Heinz, es gibt heftigen Streit, ja, sogar Freundschaftsverrat wegen Constanze. Bisy zieht aus dem Netz aus und sucht vergeblich eine anderweitige Bleibe. Nach einigem Hin und Her und lehrreichen zwischeninsektischen Erfahrungen finden die beiden jedoch wieder zueinander.

Illustration © Kai Pannen Tulipan Verlag 2017

Und das mit der Baugenehmigung klappt dann übrigens auch noch!

Sowohl zeichnerisch als auch sprachlich wartet „Mach die Biege, Fliege!“ mit einfühlsamen, farbenfröhlichen, phantasievollen und witzigen Details auf. Die 23 Einzelkapitel sind zwischen drei bis fünf Seiten lang und großzügig illustriert. Der Lesespaß dürfte somit für Vorlesenehmer, Vorlesegeber und Selbstleser garantiert sein.

Die Beziehungsdynamik zwischen den beiden schrägen Insektentypen speist sich aus ihren sehr unterschiedlichen Charakteren, ihrer gegenseitigen Anhänglichkeit und den Reaktionen der Mitwelt auf ihre ungewöhnliche Verbindung. Vordergründig ist dies amüsant, skurril und oft situationskomisch. Zwischen den Zeilen enthält diese Geschichte indes gänzlich unaufdringlich eine Riesenportion beispielhafter Toleranzübung, kommunikativer Kompetenz und Herzensbildung.

 

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://tulipan-verlag.de/mach-die-biege-fliege/

Und als Hörbuch gibt es den versponnenen Spaß (2 CDs zu 14,95 €)  auch noch:
http://www.headroom.info/neu-2-cds-mach-die-biege-fliege.html

 

Der Autor und Illustrator:

»Kai Pannen wurde am Niederrhein geboren. Er studierte Malerei und Film in Köln und arbeitet seitdem als Illustrator und Trickfilmer. In den letzten Jahren hat er zahlreiche Bücher für verschiedene Verlage illustriert. An der Animation School Hamburg war er Dozent für Animation und Storyboard. Daneben betätigt er sich als Produzent für animierte Kinder-Kurzfilme. Kai Pannen lebt mit seiner Familie in Hamburg.«
Mehr auf www.kaipannen.de.

Querverweis:

Hier entlang zum ersten Band mit Bisy und Karl-Heinz: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/11/27/du-spinnst-wohl/

 

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/

Man wird doch wohl mal wütend werden dürfen

  • Kinderbuch
  • Illustrationen: Marc Boutavant
  • Text: Toon Tellegen
  • Übersetzung aus dem Niederländischen von Mirjam Pressler
  • Carl Hanser Verlag 2015 www.hanser-literaturverlage.de
  • gebunden,  Fadenheftung
  • Format: 19 x 27 cm
  • 80 Seiten
  • durchgehend farbig illustriert
  • 14,90 € (D), 15,40 € (A), 21,90 sFr.
  • ISBN 978-3-446-24677-5
  • ab 6 Jahren zum Selbsterlesen
  • ab 4 Jahren zum Vorlesen
    Tellegen_24677_Umschlag_DruckNEU.indd

MUT  ZUR  WUT

Kinderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Wut hat viele Gesichter und Ausdrucksformen, einige davon werden in den zwölf Geschichten des Bilderbuches „Man wird doch wohl mal wütend werden dürfen“ anschaulich vorgeführt.

Da können sich Käfer und Regenwurm nicht darüber einigen, wer von ihnen am wütendsten ist, und geraten darüber so richtig feurig-wetteifernd in Rage. Doch nachdem sie sich ausgetobt haben, können sie sich auch wieder miteinander vertragen.

Die Grille nimmt beim Käfer Nachhilfeunterricht im Wütendsein. Sie lernt den intensiv funkelnden Blick, die passende Mimik und Körperhaltung, aber sie kann sich einfach keine bösen Gedanken ausdenken. Schließlich provoziert der Käfer die Grille, indem er sie und ihr Grillenzirpen als häßlich bezeichnet. Da wird die Grille wirklich wütend und verpaßt dem Käfer eine Ohrfeige, die ihn umwirft. Freundlich hilft die Grille dem Käfer wieder auf, denn ihre bösen Gedanken sind schon wieder verflogen, und sie ist nicht nachtragend. Allerdings ist jetzt der Käfer beleidigt …

Der Elefant ist wütend auf sich selbst, weil er bei seinem Konflikt zwischen Gefühl und Verstand eine schmerzliche Erfahrung – wider besseres Wissen – wiederholt …

Der Igel hingegen wundert sich, daß er das Gefühl der Wut noch nie selbst empfunden hat und es nur aus der Beobachtung anderer Tiere kennt …

Der Klippschliefer ist wütend auf die Sonne, die jeden Abend untergeht und nicht wenigstens einmal für den Klippschliefer eine Ausnahme macht. Doch egal wie sehr er tobt und schimpft: Die Sonne macht, was sie will, und kümmert sich nicht um den Wunsch des Klippschliefers. Ja, wahrscheinlich hört sie ihm noch nicht einmal zu, gleichgültig wie böse er auf sie wird …

Das Eichhörnchen läßt sich von den Unverschämtheiten der wütenden Spitzmaus nicht zu einer Wutreaktion verleiten. Trotz der heftigen Wortattacken und Beleidigungen bleibt es  gelassen, was die Spitzmaus zum enttäuschten Rückzug veranlaßt.

Nilpferd und Nashorn begegnen sich auf einem schmalen Weg, und keines von beiden will ausweichen und den anderen vorbeilassen. Nachdem sie drohend klargestellt haben, daß keines von ihnen nachzugeben bereit ist, setzen sie sich erst einmal hin und schweigen. Dann teilen sie ihren Proviant, schließlich tanzen sie sogar miteinander, und am Abend verabschieden sie sich freundlich und versprechen sich gegenseitig gutgelaunt, einander beim nächsten Treffen auf keinen Fall aus dem Wege zu gehen.

Der Krebs kommt mit einem Musterkoffer voller Wut zur Maus ins Maleratelier und bietet seine Ware an. Die Maus entgegnet, daß sie ganz gut von alleine wütend sein könne, wenn sie das wolle, aber sie läßt sich dennoch das ganze Sortiment zeigen: „leichte, hellrote Wut, runzliger grauer Ärger, grünlicher Zorn und schneeweiße Raserei“.

Ganz unten im Koffer zieht etwas Hellblaues die Aufmerksamkeit der Maus auf sich. Das sei Wehmut, sagt der Krebs, und diese sei eigentlich unverkäuflich. Die Wehmut schaut aus wie ein halbdurchsichtiger Schal, und den wickelt sich die Maus um den kleinen Hals, und schon sagt sie seufzend „Ach…“

Die Ameise erklärt der wütenden Kröte, was sie mit ihrer Wut machen könne. Sie könne die Wut wegpusten, begraben, vergessen, aufessen, ins Meer werfen, sie wegsingen, übermalen, mit ihr tanzen, aber sie könne sie auch hegen und pflegen – doch am besten würfe sie die Wut einfach weg. Also wirft die Kröte die Wut weg, und danach unterhalten sich die beiden über die Zufriedenheit, mit der man nämlich „nie etwas tun müsste.

Die in diesem Kinderbuch versammelten Wutepisoden zeigen, daß Wut (oder sogenannte böse Gefühle und Gedanken) zum Empfindungsspektrum des Daseins gehören. Die vorgestellten Wutszenarien sind nicht todernst, sondern lustig, selbstironisch und leise philosophisch. Die Wut ist keine unausweichliche Naturgewalt, sondern sie ist beherrschbar, dosierbar und sogar verwandelbar.

Die  ausdrucksvollen Zeichnungen von Marc Boutavant geben den Figuren und ihren wechselvollen Gefühlen glaubwürdige Gestalt.

Der Autor Toon Tellegen plaudert nicht alles plakativ aus, sondern deutet an, läßt offen und weckt ein psychologisch-poetisch-philosophisches Nachspürecho, das der Reflexion und Akzeptanz eigener Wuterfahrungen dienlich sein kann. Mit diesem Bilderbuch können Kinder lernen, der eigenen und der fremden Wut mitfühlend zu begegnen und sie etwas schelmischer zu betrachten. Die zwölf Wutgeschichten eignen sich auch als Impuls, um mit Kindern über Wut und Wutanfälle zu sprechen, deren Ursachen zu entdecken und konstruktive Umgangsformen mit der Wut zu finden.

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/man-wird-doch-wohl-mal-wuetend-werden-duerfen/978-3-446-24677-5/

 

Der Illustrator:

»Marc Boutavant, 1970 im französischen Dijon geboren, lebt und arbeitet in Paris. Er zählt zu den stilprägenden Illustratoren seiner Generation und ist insbesondere für seine farbenfrohen Werke für Kinder bekannt. Die Geschichten um seinen Bären Mouk und den Esel Ariol wurden beide für das Fernsehen verfilmt. Im Hanser Kinderbuch erschien nach Die große Reise des kleinen Mouk (2008) das von ihm illustrierte Kinderbuch „Man wird doch wohl mal wütend werden dürfen (2015).«

Der Autor:

»Toon Tellegen, am 18.11.1941 in Den Briel, Niederlande geboren, studierte Medizin in Utrecht, arbeitete als Arzt in Kenia und ließ sich als Lyriker in Amsterdam nieder. Heute ist er einer der bekanntesten Schriftsteller der Niederlande. 1997 erhielt er den Theo Thijssenprijs für Literatur, 2004 den Österreichischen Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur, den Goldenen Griffel bekam er 1988 und 1994, den Silbernen Griffel 1990, 1994, 1997 und 1999. Im Hanser Kinderbuch erschienen sind Josefs Vater (1994), Richtig dicke Freunde (1999) sowie Briefe vom Eichhorn an die Ameise (Hanser 2001). 2015 folgte das von Marc Boutavant illustrierte Kinderbuch „Man wird doch wohl mal wütend werden dürfen“.«

Querverweis:

Hier geht es zu einem weiterem Kinderbuch von Toon Tellegen: Ein Garten für den Wal
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/03/27/ein-garten-fuer-den-wal/

PS:
Da der konstruktive Umgang mit Gefühlen ein wesentlicher Bestandteil  heilsamer kindlicher Herzensbildung ist, reihe ich meine Rezension von „Man wird doch wohl mal wütend werden dürfen“ gerne bei  Petra Pawlowskys Projekt KINDER IM AUFWIND ein. Die Künstlerin Petra Pawlowsky hat auf ihrer Webseite „da sein im Netz“ https://pawlo.wordpress.com/ das Projekt KINDER IM AUFWIND initiiert:
»Fragt Ihr Euch auch manchmal, wie unsere Kinder all das verkraften, was an Nachrichten auf sie einstürzt?  Wie sie mit dem anspruchsvollem Leistungsdruck, der Hetze im Alltag, den Medien, den stumpfen Blicken vieler Erwachsener um sie herum zurechtkommen? Wie wir ihnen eine Basis geben können, gelassen, selbstsicher und hoffnungsvoll zu leben und in die Zukunft zu schauen? Eben im Aufwind zu bleiben…«

https://pawlo.wordpress.com/2016/08/18/kinder-im-aufwindchildren-upwind/

Sie lädt weitere Blogger dazu ein, thematisch passende Texte, Bilder, Fotos, Musik, Gemälde, digitale Kunst, Gedichte, Lieder, Zitate usw. per Linkhinweis ergänzend hinzuzufügen. Die bisherigen gesammelten Beitragslinks der anderen aufwindigen Teilnehmer finden sich – thematisch geordnet – hier: https://pawlo.wordpress.com/home-2/fundgrube-fuer-kinder-im-aufwind/

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/

Giesbert in der Regentonne

  • Text und Illustrationen von Daniela Drescher
  • Kinderbuch
  • Verlag Urachhaus August 2016  www.urachhaus.com
  • 112 Seiten
  • gebunden, Fadenheftung
  • Format: 17 x 24 cm
  • 17,90 € (D)
  • ISBN 978-3-8251-7988-5
  • ab 5 Jahren
    giesbert-in-der-regentonne-titelbild

W A S S E R T R E U

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Daniela Dreschers neues Kinderbuch lädt uns in Wort und Bild in ihren eigenen Garten ein. Ob es der echte Garten oder der Garten ihres Herzens ist, kann ich nicht beurteilen, aber es gefällt mir zauberhaft gut darin.

Die Autorin erzählt, wie eines Regentages Giesbert, ihr hauseigener Regenrinnen-Wicht, so heftig durch die Regenrinne ins Regenfaß gespült wird, daß dabei seine Flöte zerbricht. Giesbert ist untröstlich und weint und klagt und jammert und schreit,  bis ihm der alte Holundergeist, der im Holunderstrauch neben der Regentonne wohnt, eine neue Flöte schnitzt. Da kehrt wieder Ruhe ein, und Giesbert spielt überglücklich eine lustige Danke-schön-Melodie für den alten Holundergeist.

giesbert-in-der-regentonne-schnittlauchbrot

Illustration von Daniela Drescher © Verlag Urachhaus 2016

Außer fürs Flötespielen hat der Regentonnen-Wicht eine Vorliebe für selbstgemachte Gedichte, Schnittlauchbrot und Wasserstreiche. Im Kontakt mit den Tieren des Gartens erweist er sich als ebenso hilfsbereit wie verspielt.

 

giesbert-in-der-regentonne-schneckenschub

Illustration von Daniela Drescher © Verlag Urachhaus 2016

Er füttert ein verletztes Rotkehlchen, er veranstaltet ein Schneckenwettkriechen, er hilft einem vergeßlichen Eichhörnchen beim Wiederfinden von Haselnußverstecken, er diszipliniert feuchtfröhlich einen aufdringlichen Waschbären, er ärgert den Kater und verträgt sich wieder mit ihm, er kämpft mit dem verstopften Gartenschlauch, er rettet eine Goldfischdame und begleitet den Quakgesang eines Froschprinzenfroschs mit der Flöte …

Die Heilpflanzengeister (Huflattich und Spitzwegerich) heilen Giesberts Husten, und ein lebenserfahrener Igel hilft ihm, seinen Liebeskummer wegen der unerreichbaren Blumenelfe Gisela zu überwinden.

giesbert-in-der-regentonne-kapuzinerkresse

Illustration von Daniela Drescher © Verlag Urachhaus 2016

Die Menschen unterstützt Giesbert – wie der Name schon andeutet – beim Gießen der Pflanzen, und die Regentonne ist immer gefüllt, auch wenn seit langem kein Regen mehr gefallen ist. So ein Regentonnen-Wicht ist halt nur im Wasser ganz in seinem Element. Allerdings kann er – wenn er sehr wütend wird – jedes Wasser zum Überlaufen bringen. Das kommt jedoch nur selten vor, und er hilft auch reumütig beim Aufwischen, wenn es in der Küche oder im Bad zu kleinen Überschwemmungen kommt. Denn sonst hätte die Autorin Giesbert gewiß nicht dazu eingeladen, den Winter in ihrer häuslichen Badewanne zu verbringen. Während draußen das Wasser in der Regentonne vereist und im Garten die Schneeflocken tanzen und wirbeln, sitzt Giesbert gemütlich am Fenster und dichtet:

»Leise fallen Sterne nieder.
Tausend fallen immer wieder!
Jeder bringt uns einen Traum
aus dem großen Weltenraum.
Tausend Träume – immer wieder –
fallen als Schneeflocken nieder.
Und ein Traum, der ist sicherlich
ganz allein und nur für mich

Daniela Drescher ©
  (Seite 110)

Giesberts heiter-umtriebiges Wesen und Wirken wird in kurzen Kapiteln erzählt, die mit einem Umfang von vier bis acht Seiten eine angenehme Vorleselänge haben. Die zahlreichen märchenhaft-schönen – teilweise ganzseitigen –  Begleitbilder sind eine anregende Augenweide.

Daniela Dreschers aquarellierte Illustrationen sind sehr atmosphärisch und zeugen – in ihrer botanischen sowie zoologischen Stimmigkeit – von sehr tiefer Naturverbundenheit und einer entsprechenden Beobachtungsgabe.

giesbert-in-der-regentonne-garten

Illustration von Daniela Drescher © Verlag Urachhaus 2016

„Giesbert in der Regentonne“ bietet unbeschwerte, warmherzige Vor- lesekost. In jeder Episode finden sich für Kinder leicht mitzuempfindende Gefühle und Regungen sowie konstruktive Interaktionen und Problem- lösungen.

Der Regentonnen-Wicht, zahlreiche sprechende Tiere und knollennasig-knuffige Pflanzengeister-Wichtel garantieren hier die Verzauberung des Gartenalltags und die Beflügelung der kindlichen Phantasie. Der augenzwinkernd-witzige, sich in die kleinen Nöte und großen Freuden des Regentonnen-Wichts einfühlende Erzählton trägt zusätzlich zur gelungenen Vorlesegeborgenheit bei.

Und ich werde mich nun einmal nach einer Regentonne für meinen Garten umschauen …

 

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlags-Webseite:
https://www.urachhaus.de/Lesen-was-die-Welt-erzaehlt/Kinderbuch/Giesbert-in-der-Regentonne.html

 

Die Autorin und Illustratorin:

»Daniela Drescher, geboren 1966 in München, ist durchihre Illustrationen inzwischen weltweit bekannt. Von den USA über ganz Europa bis China sind ihre Bücher in den Kinderzimmern zu Hause – eine Künstlerin, die ihr Spektrum immer wieder erweitert und sich neu erfindet. Daniela Drescher gestaltet die Kinderseite im Lebensmagazin a tempo. Sie ist verheiratet und hat vier Kinder.«
http://www.danieladrescher.de

Querverweis:

Hier entlang zu Daniela Dreschers erstem und ebenfalls sehr lesens- und sehenswertem Erzählbuch „Abenteuer mit Ungeheuer“: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/11/16/abenteuer-mit-ungeheuer/
»Eine romantisch-poetisch gestimmte und gelungene Symbiose aus Abenteuerlust, Naturverbundenheit und Märchen.«

Und hier entlang zum 2. Band mit dem Regenrinnen-Wicht Giesbert:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/10/10/giesbert-hoert-das-gras-wachsen/

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/

Vom mutigen Manxmaus Mäuserich

  • Kinderbuch
  • von Paul Gallico
  • Aus dem Englischen von Adolf Himmel
  • mit durchgehend farbigen Illustrationen von Linde Faas
  • Verlag Urachhaus     August 2015   www.urachhaus.de
  • gebunden, fadengeheftet
  • 205 Seiten
  • 15,90 € (D)
  • ISBN 978-3-8251-7938-0
  • ab 7 Jahren
  • zum Vorlesen ab 5 Jahren
    Manxmaus-Mäuserich Titelbild

F R O H G E M U T

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Kann es sagenhafte Mäuse geben? Das ist ein weites Feld. Sicher jedenfalls ist, daß eine solche Maus bzw. ein Mäuserich in der Geschichte von Paul Gallico eine ganz zentrale Rolle spielt. An diesem zauberhaften Mäuseabenteuer können wir erlesen, daß Mut keine Frage der körperlichen Kraft ist, sondern eine Frage der Herzensgröße und Lebenszugewandtheit.

Der schöpferische Geburtshelfer von Manxmaus-Mäuserich ist ein Keramiker, der sich auf das Modellieren von Mäusen spezialisiert hat. Er lebt und wirkt in dem kleinen Dorfe Buntingdowndale, und obwohl er sehr naturgetreue Mäuse fabriziert, ist er nie ganz zufrieden mit seinem Werk. Er strebt mit unermüdlicher Hingabe danach, das Wesentliche, das in seiner mäusezugeneigten Sichtweise absolut „Mäusliche“ darzustellen.

Doch eines Nachts, nach einer feuchtfröhlichen Hochzeitsfeier, kommt er so beschwingt und beschwipst nach Hause, daß er spontan und irgendwie verzaubert eine Mäusefigur modelliert. All sein Wissen, sein Können, seine Hoffnung und seine Lebens- und Liebeskonzentration fließen in dieses Mäusemeisterwerk. Beglückt schiebt er die Mäusefigur in den Brennofen und legt sich freudig-erschöpft schlafen.

Manxmaus-blau

Illustration Linde Faas ©

(Anklicken vergößert die Bilderansicht)

Am nächsten Morgen betrachtet er das Ergebnis seines nächtlichen Schaffensrausches und traut seinen Augen kaum. Der Körper seiner Meistermaus gleicht einem dicken kleinen Opossum, die Hinterbeine sehen aus wie von einem Känguru, die Ohren erinnern an Kaninchenohren, das Fell ist blau, und da, wo ein langer Mäuseschwanz hingehört hätte, befindet sich nur ein kleiner Knubbel. Gleichwohl hat das blaue Geschöpfchen eine Mäuseausstrahlung und einen überaus zärtlichen Gesichtsausdruck. Der Kunsthandwerker nimmt es mit Humor und stellt die Figur auf sein Nachtschränkchen.
Na schön, dann habe ich also eine Manxmaus gemacht“, schmunzelt er in Anspielung auf die schwanzlosen Katzen der Insel Man, die Manxkatzen genannt werden.

Manxmaus-Laternenlichtkegel

Illustration Linde Faas ©

In der Nacht wird der Manxmaus-Mäuserich lebendig und verläßt das Haus. Er läuft durch das Dorf und trifft als erstes einen Klatterbampf. Ein Klatterbampf ist etwas, das erst dann Gestalt annehmen kann, wenn man eine Angstvorstellung hat; dann zeigt es sich in genau der Gedankenform, die der Angst entspricht. Es ist die Berufung eines Klatterbampfes, andere Wesen zu erschrecken – doch dies funktioniert nur, wenn jemand eine schreckliche Angstvorstellung hat.

Manxmaus-Mäuserich kennt jedoch keine Angst, und der Klatterbampf bleibt vollkommen unsichtbar. Also versucht der Klatterbampf, durch gruselige Geräusche auf sich aufmerksam zu machen und vielleicht doch irgendeine Furcht auszulösen. Als das nicht funktioniert, stellt sich der Klatterbampf dem Mäuserich vor, gibt mit seinem Gruselexamen an und erkundigt sich diensteifrig, ob er denn keine Angst habe, nicht einmal vor Katzen. Manxmaus-Mäuserich verneint freundlich und entschuldigt sich damit, noch nicht lange genug dazusein und vieles von der Welt noch nicht zu kennen.

Der Klatterbampf ist zwar in seiner Ehre gekränkt, weil er nicht einmal einer Maus einen Schrecken einjagen kann, aber er gibt Manxmaus gleichwohl den Rat, sich vor dem Manxkater zu hüten.

Wenig später wird der Mäuserich von einem alten Kater gefangen und fast verspeist, aber eben nur fast; denn als der Kater sieht, daß er eine Maus ohne Schwanz vor sich hat, nimmt er sofort Abstand von seinem Vorhaben und entschuldigt sich sogar ausdrücklich. Er erklärt dem Mäuserich, daß eine Manxmaus nur vom Manxkater gefressen werden dürfe.

Manxmaus-Mäuserich findet das ziemlich verwirrend; aber auch der Frosch, dem er am Teich begegnet, wiederholt, daß es ein Gesetz sei, daß eine Manxmaus nur von einem Manxkater verspeist werden dürfe.

Manxmaus-Zweig

Illustration Linde Faas ©

Ein flugbegeisterter Habicht greift sich Manxmaus-Mäuserich, schaut ihn an und frißt ihn ebenfalls nicht. Er stellt sich ein bißchen selbstherrlich-angeberisch als Kapitän Habicht vor, spricht in Pilotenjargon, lädt den kleinen blauen Mäuserich gönnerhaft auf eine Flugreise nach London ein und hält während des Fluges einen sehr anschaulichen Vortrag über Thermik.

Manxmaus trifft auf seinem Weg noch viele große und kleine Tiere, gütige und gierige Menschen, und stets sagt man ihm, daß er dem Manxkater gehöre. Nun bekommt er doch ein bißchen Angst vor dem Manxkater und dem prophezeiten Verschlungenwerden.

Doch nach einer Besinnungsrunde in Madame Tussauds Wachsfiguren-Kabinett kommt Manxmaus zu dem Schluß, sich besser mutig seinem Schicksal zu stellen, und macht sich tapfer auf den Weg zur Insel Man, wo er bereits vom Manxkater erwartet wird.

Manxmaus-Teatime

Illustration Linde Faas ©

Ob und wie sich die Prophezeiung erfüllt, dürfen Sie sich gerne selbst erlesen. Ich will nur soviel verraten, daß Prophezeiungen oft nur halbe Sachen sind und durch beherztes Handeln ganz unerwartete Erfüllung finden können …

Der ganz besondere Charme dieser Geschichte geht von der liebenswerten Wesensart des Manxmaus-Mäuserichs aus. Seine große Hilfsbereitschaft steht in rührendem Kontrast zu seiner körperlichen Kleinheit, gleichwohl gelingt es ihm oft wesentlich größere Tiere zu ermutigen. Schließlich lernt er auch seine eigene Angst kennen, er ergibt sich der Angst jedoch keineswegs, sondern nutzt sie, um seinen Mut daran zu schärfen.

Der Autor erzählt die Abenteuer des Manxmaus-Mäuserichs in einer warmherzigen, schelmisch-poetischen Sprache und mit lebenserprobter Dramaturgie. Die zahlreichen, einfühlsamen und gewitzten Illustrationen von Linde Faas fügen sich sehr harmonisch in den Text ein.

Meiner Einschätzung nach ist Manxmaus-Mäuserich ein ideales Vorlesebuch ab fünf vielleicht auch schon ab vier Jahren, der lebendige Erzählfluß und die interessanten Dialoge rufen geradezu nach einer Vorlesestimme. In Anbetracht der umfänglichen Textmenge empfehle ich es zum kindlichen Selberlesen erst ab acht Jahren.

Selten habe ich ein Kinderbuch genossen, daß so gekonnt Heiterkeit mit Tiefsinn verknüpft und ganz spielerisch Lebensweisheit – auch noch für den erwachsenen Leser – vermittelt. Ich glaube fast, ich habe mit Paul Gallico einen neuen Lieblingsschriftsteller für mich entdeckt …

Manxmaus-Pfote in Pfote mit Manxkater

Illustration Linde Faas ©

 

Der Autor:

»Paul Gallico, (1897 – 1976) wurde als Sohn eines italienischen Pianisten und einer österreichischen Violinistin in New York geboren. Bis zu seinem 40. Lebensjahr verdiente er seinen Unterhalt als Journalist, der jedoch nicht aufhörte, von einem Leben als Schriftsteller zu träumen.
1936 gelang es ihm, ein Drehbuch an eine Filmproduktionsfirma zu verkaufen – das Honorar nutzte er, um nach England zu gehen und dort als freier Schriftsteller zu leben.
Neben seinen zahlreichen Romanen und Erzählungen machte er sich auch als Autor von Kinderbüchern einen Namen. Seitdem J.K. Rowling verlauten ließ, dass Manxmaus zu ihren drei Lieblingsbüchern gehört, wurde das Buch auch in den USA mit großem Erfolg neu aufgelegt. Im Verlag Urachhaus erschienen bereits Die Liebe der kleinen Mouche und der Erzählungsband Pepino/Die Schneegans. Paul Gallico starb 1976 in Antibes an der Côte d’Azur.«

Die Illustratorin:

»Linde Faas,1985 geboren in Zeist / Niederlande studierte Animation an der St. Joost-Kunstakadamie in Breda. Sie schloss ihr Studium (Bachelor of Fine Arts) mit dem von ihr gezeichneten Animationsfilm Volgens de vogels (Den Vögeln zufolge) mit Prädikat ab. Dieser Film erhielt verschiedene Preise auf internationalen Filmfestivals.
Heute arbeitet sie hauptsächlich als Illustratorin von Kinderbüchern und als freie Künstlerin mit den Schwerpunkten Grafik und Zeichnung.«

PS:
Manxkatzen gibt es übrigens wirklich, sie entstammen einer Genmutation, die sich bei den Katzen der Insel Man, u.a. aufgrund der isolierten Lage (Genetischer Flaschenhals) entwickelt hat. https://de.wikipedia.org/wiki/Manx_%28Katze%29

 

 

Annabel und Anton

  • Tür an Tür in Haus Nr. 9
  • von Sigrid Zeevaert
  • Illustrationen von Eva Muszynski
  • Gerstenberg Verlag  Januar 2015   www.gerstenberg-verlag.de
  • 128 Seiten
  • Format: 16 x 21,5 cm
  • gebunden
  • 12,95 € (D), 13,40 € (A), 18,60 sFr.
  • ISBN 978-3-8369-5848-6
  • ab 7 Jahren zum Selbsterlesen
  • ab 5 Jahren zum Vorlesen
    Anabel und Anton

K L O P F Z E I C H E N

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Einfühlsam und authentisch beschreibt die Autorin Sigrid Zeevart im ersten Kapitel, wie Annabel sich von ihrer Familie ungerecht behandelt fühlt, weil sie immer die einzige ist, die ihr Zimmer aufräumen muß. Außerdem hätte sie viel lieber ein Pony oder ein Pferd und KEINE zwei kleinen Brüder. Nachdem sie ausgiebig ihren Kater, die Möbel, den Teddy und ihre Puppe ausgeschimpft und immer noch nicht genug Wut abgeleitet hat, schleicht sie sich heimlich aus der Wohnung und wandert nach Afrika aus – allerdings nicht ganz, zuvor will sie doch noch einmal auf den nahegelegenen Spielplatz gehen und schaukeln.

Nachdem sie eine zukünftige berufliche Karriere als Schaukelprüferin in Erwägung gezogen und sich danach leider beim Abspringen von der Schaukel einen Fuß und ein Knie leicht verletzt hat, verschiebt sie ihre Reise nach Afrika vorläufig und humpelt wieder nach Hause. Die Welt ist zwar ungerecht zu Annabel, aber die mütterlichen Pfannkuchen schmecken trotzdem vorzüglich.

Illustration von Eva Muszynski © Gerstenberg Verlag 2015

Am nächsten Tag sieht die Welt schon wieder etwas rosiger aus, Annabel hat ein paar brüderfreie Frühstücksminütchen mit ihrer Mutter, und in die leere Wohnung von nebenan ist eine neue Familie mit einem Kind eingezogen. Daß dieses Kind ausge- rechnet ein Junge in ihrem Alter ist, findet Annabel jedoch wieder ungerecht – schließlich hat sie mit ihren kleinen Brüdern genug Jungs, die sie nur ärgern.

Illustration von Eva Muszynski © Gerstenberg Verlag 2015

Zunächst freut sie sich jedoch auf den Abend, denn da kommt Lena, um auf die Kinder aufzupassen, während Annabelas Eltern ins Konzert gehen. Annabel bewundert Lena und stellt sich vor, später auch als Babysitterin zu arbeiten. Doch diesmal hat Lena schlimmen Liebeskummer und schläft weinend auf dem Sofa ein. Vorbildlich lieb und leise spielen Annabel und ihre Brüder Mensch-ärgere-dich-nicht – bis sich doch einer ärgert und das Spielbrett vom Tisch fliegt und eine Bodenvase anstößt, die daraufhin mit großem Getöse zu Bruch geht.

Nun sind alle wach und alle weinen. Zum Glück klingelt die neue Nachbarin besorgt und hilft Lena, die Scherben zusammenzufegen und die Kinder zu beruhigen.

Annabels Eltern verlangen am folgenden Tag von ihren Kindern eine originelle und – wie ich finde – sehr empfehlenswerte Art und Weise der Wiedergutmachung: Was, wenn sich jedervoneuch etwas einfallen lässt, womit er anderen eine Freude macht?“ ( Seite 43)

Illustration von Eva Muszynski © Gerstenberg Verlag 2015

Die Kinder sind begeistert, und Annabel beschließt, den Hund eines alten, schwer- hörigen Nachbarn auszuführen und Anton zu fragen, ob er vielleicht mitkommen mag. Dann kann sie ihm auch gleich die nähere Umgebung zeigen und erklären, denn schließlich kennt er sich ja noch nicht aus. Anton nimmt Annabels Kontaktangebot freundlich an. Sie besichtigen den Spielplatz und die örtliche Bäckerei. Danach hilft Annabel Anton beim Auspacken der Umzugskartons. Schließlich schenkt Anton ihr auch noch einen glitzernden Stein, den er einmal in einer Höhle gefunden hat. Von Stund‘ an ist dieser Stein für Annabel ein ganz besonderer Wunschstein…

Illustration von Eva Muszynski © Gerstenberg Verlag 2015

Die wachsende Verbundenheit mit Anton tut Annabel gut, sie kann über so manche Ungerechtigkeit hinwegsehen und fühlt sich besser wahrgenommen. Die beiden können einträchtig den Kopf schütteln über Lenas Liebeskummer und Wiederverliebung, sie finden den entlaufenen, schwerhörigen Hund des alten, schwerhörigen Nachbarn wieder, sie schmieden Weltreisepläne, und sie erkunden gemeinsam die geheimen Schätze des Dachbodens. Sie gehen zusammen zur Schule, und abends vorm Einschlafen geben sie sich heimlich Klopfzeichen von Wand zu Wand. Ein bißchen Herzklopfen ist auch mit dabei – doch das ist nur eine Nebenwirkung des Glücks.

Illustration von Eva Muszynski © Gerstenberg Verlag 2015Bei diesem Kinderbuch wird man als erwachsener Leser ganz wunderbar in die kindliche Perspektive versetzt, und als Kind fühlt man sich gewiß wunderbar verstanden und erkannt. Die erzählerische Inszenierung der kindlichen Weltsicht, der Gefühle und Gedanken ist hervorragend gelungen. Die Ausdrucksweise ist glaubwürdig und anrührend sowie zum Schmunzeln, nimmt jedoch – bei aller Heiterkeit – die kindlichen Bedürfnisse ernst.

Die quirligen Zeichnungen von Eva Muszynksi mit ihrem gefühlsbetonten mimischen Ausdruck spiegeln die psychologische Dramaturgie dieser Freundschaftsgeschichte überaus stimmig wider.

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
http://www.gerstenberg-verlag.de/index.php?id=detailansicht&url_ISBN=9783836958486&highlight

 

Annabel und Anton-Nudeln

Illustration von Eva Muszynski © Gerstenberg Verlag 2015

 

Die Autorin:

»Sigrid Zeevaert, geboren 1960, lebt mit ihrer Familie in Aachen. Schon während des Lehramtsstudiums begann sie mit dem Schreiben. Ihr erstes Buch (Max, mein Bruder) entstand als Teil der Abschlussprüfungen. Weitere Bücher folgten, und so führte sie ihr Weg statt in die Schule in die schriftstellerische Selbstständigkeit. Neben zahlreichen Kinder- und Jugendbüchern, die in viele Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet wurden, entstanden Texte für den Hörfunk, für Anthologien, ein Drehbuch und mehrere Kindertheaterstücke. Für ihr Gesamtwerk erhielt sie den Friedrich-Bödecker-Preis. Bei Gerstenberg ist von ihr erschienen: Liebe, liebe Fanni.«  www.sigridzeevaert.de

Die Illustratorin:

»Eva Muszynski wurde 1962 in Berlin geboren und studierte Grafikdesign an der Hochschule der Künste Berlin. Früher zeichnete sie Comics für Erwachsene, seit 1997 illustriert sie Kinderbücher, zu denen sie auch eigene Geschichten schreibt. Bei Gerstenberg ist von ihr erschienen: Gilberts grausiges Getier

 

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/

Hurz Burz und seine Freunde

  • von Wilhelm Topsch
  • Illustrationen von Annette Swoboda
  • Thienemann Verlag 1996, 136 Seiten, ca. 10,- €
  • ISBN 3-522-16967-0
  • zum  Vorlesen ab 4 Jahren
  • zum Selberlesen ab 8 Jahren
  • Taschenbuchausgabe dtv junior  1999, ca. 5,– €
  • ISBN 3-423-70525-6
  • Zu meinem untröstlichen Bedauern sind beide Ausgaben leider vergriffen und auch antiquarisch nur mit viel Geduld zu finden!

Hurz Burz

NACHRUF AUF EIN VERGRIFFENES KINDERBUCH

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

„Hurz Burz  und seine Freunde“  ist eines der zauberhaftesten Kinderbücher, die ich je gelesen habe. Ich  kann es nur jedem, egal ob Kind oder Erwachsener, ans Herz legen!

Hier stimmt einfach alles: die Geschichte ist wundervoll, die graphische Gestaltung  ist abwechslungsreich, und die Illustrationen sind genauso warmherzig, feinsinnig und von leisem Humor durchleuchtet wie der Text.

Hurz Burz, der Schnurz von der Wurz, ist ein Zwerg, und er lebt im Wald, in einer Höhle unter der Wurzel eines alten Baumes. Am Waldrand steht ein von einer Familie bewohntes Haus, und manchmal beobachtet der Burz heimlich das Leben dieser Menschen. So kommt es eines Nachts zu einer Begegnung zwischen dem Familienvater (und Autor des Buches) und dem Hurz Burz.

„Er war kleiner als das kleinste Kind und älter als der älteste Mann, den ich kannte. Und weil er so alt, aber trotzdem noch so klein war oder weil er so klein und trotzdem schon so alt war, wußte ich nicht so recht,  wie ich ihn ansprechen sollte.  „Wer bist du?“  fragte ich schließlich verlegen. „ Ich bin Hurz Burz, der Schnurz von der Wurz“, sagte er, nahm seine Zipfelmütze ab und verbeugte sich.“

Freundlich lädt der Mensch den Burz zu Butterbrot und Rotwein ein, und das ist der Beginn einer schönen Freundschaft.

Hurz Burz besucht die Menschenfamilie fast täglich und lernt das Menschenleben kennen und erzählt seinerseits von seinem geheimnisvollen Burzenleben. Auf die Frage, was er denn den ganzen Tag so mache, antwortet er: „Hab ich´s mir gedacht. Groß wie sieben Tulpenstengel, aber hat noch nichts von Burzen gehört. Es gibt viel Arbeit im Wald, die von Burzen gemacht wird.“ Und weiter berichtet er davon, wie er den Vögeln beim Nest- bau hilft, Regenwasservorräte für trockene Tage anlegt  „Hast du noch nie an alten Bäumen oder Wurzeln kleine Löcher voller Wasser gesehen?“  –  und von weiteren Tätig- keiten, die jedoch Burzengeheimnis sind und bleiben. Vater, Mutter, Tochter Kati und Hurz Burz erforschen neugierig ihre unterschiedlichen Lebenswelten und Gewohnheiten.

Für die Menschen ist der Burz märchenhaft und faszinierend, jedoch sind die Menschen und die vielen seltsamen Dinge und Maschinen, die sie besitzen, genauso märchenhaft für den Burz. Insbesondere verfügen sie über Himbeersaft, den der Hurz Burz bisher nur aus den Märchen seines Großvaters kannte.

Vor einer aufdringlichen Besucherin muß der Hurz natürlich geheim bleiben und wird zum Glück nur als Gartenzwerg wahrgenommen, und einmal gibt es einen Streit und eine sehr lustige, gelungene Versöhnung.

Als die Familie erfährt, daß der Burz bald seinen 105. Geburtstag feiert und daß bei den Burzen die Anzahl der vollendeten Lebensjahre der Anzahl der geladenen Gäste ent- spricht, schenken sie ihm eine sehr himbeerbetonte Bewirtung seiner Gäste. Da die eingeladenen Burze äußerst menschenscheu sind, können die Menschen zunächst nicht mitfeiern. Ein plötzlich einsetzender starker Regen läßt die Burzenverwandtschaft schließlich ihre Scheu überwinden, und sie kommen zum Trocknen ins Haus und machen es sich mit den Menschen durchaus gemütlich.

Auch der Hurz Burz macht der Familie ein besonderes Geschenk: er malt ihnen ein Naturbild, auf dem im Sommer die Sonne scheint und im Winter Schnee fällt.

Immer abwechselnd werden die gemeinsamen Erlebnisse, Gespräche und Beobach- tungen einmal aus der menschlichen Sicht dargestellt und anschließend, in den Briefen, die der Hurz Burz auf Blätter an seinen Großvater schreibt, aus der Zwergenperspektive.

Für die vom Burz geschriebenen Kapitel wird der Text in einer gut lesbaren Handschrif- tentypographie auf ein eingezeichnetes Blatt verteilt und mit kleinen Zeichnungen menschlicher Alltagsgegenstände, die den Burz erstaunen, angereichert.

„Hurz Burz und seine Freunde“  eignet sich sehr gut zum Vorlesen, da der Text – durch die 10 Kapitel und 9 Burzenblattbriefe – schön auf kleine, aber gehaltvolle Portionen verteilt ist.

Dem Autor gelingt das Kunststück, mit einfachen Worten Sprachmagie hervorzurufen. Allein nur die Namensnennung  „Hurz Burz, der Schnurz von der Wurz“ stimmt die meisten Kinder schon heiter und läßt sie interessiert aufhorchen.

Ich bin mir sicher, daß Wilhelm Topsch sein Kinderbuch mit großer Freude geschrieben hat. Aber ich bin mir nicht sicher, ob er den Hurz Burz wirklich erfunden hat – denn woher hätte er sonst wohl diese zauberhafte Inspiration?


Der Autor:

»Wilhelm Topsch wurde 1941 geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Dörfern und kleinen Städten. Er war zwar kein guter Schüler, aber er mochte die Schule, und die Schule mochte ihn. Später zog er in eine Großstadt. Dort lernte er, wie man Kabel verlegt und Telefone repariert. Er lernte auch, wie man sich durchs Leben schlägt. Nebenbei besuchte er eine Abendschule und wurde schließlich Lehrer. Heute arbeitet er an einer Universität und hat eine Familie. Von Zeit zu Zeit schreibt er auch ein Kinderbuch, weil er Kinder mag und weil es ihm Spaß macht.«

Die Illustratorin:

»Annette Swoboda, geboren 1961, malte ihr erstes Bilderbuch mit neun Jahren. Sie hatte so viel Spaß dabei, dass der Wunsch entstand, mehr davon zu machen. Sie studierte Kunst in Frankreich und Grafik-Design in Mannheim und war viel auf Reisen. Aber nach wie vor ist für sie das Spannendste, Sprache und Fantasie in Bilder zu übersetzen.«  www.annette-swoboda.de

 

PS:
Meine Bitte an alle Kinderbuchverlage, die ich hoffentlich mit dieser Buchbesprechung in Versuchung führen konnte, den Erwerb der Druckrechte für dieses wertvolle Buch zu erwägen: Drucken Sie einfach eine Vampirgeschichte weniger und lassen Sie stattdessen den  „Hurz Burz“  druckfrisch wiederauferstehen!