Anton und Stups

  • Text von Claire Freedman
  • Aus dem Englischen von Nina Scheweling
  • Illustrationen von Kate Hindley
  • Thienemann Verlag  Juli 2016     www.thienemann.de
  • gebunden, Fadenheftung
  • Format: 26,6 x 26,6 cm
  • 32 Seiten
  • 12,99 € (D), 13,40 € (A)
  • ISBN 978-3-522-45818-4
  • Bilderbuch ab 4 Jahren
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D R E I E C K S B E Z I E H U N G

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Freunde finden ist ein großes Thema für kleine Kinder, besonders wenn sie, etwa durch einen Umzug, in eine neue Gegend versetzt werden, wo sie außer den Familienmitgliedern noch niemanden kennen. Das Bilderbuch „Anton und Stups“ bietet ein glaubwürdiges und warmherziges Szenario vom Suchen und Finden neuer Freunde in einer fremden Umgebung.

Antons Familie ist vom Land in die Großstadt umgezogen. Anton plagt das Heimweh nach dem gewohnten ländlichen Umfeld, und er vermißt seine Freunde, die nun für ihn unerreichbar sind.

An einem regnerischen Tage rafft er sich auf und erkundet sein Stadtviertel. Niemand nimmt Notiz von ihm, und das fühlt sich ziemlich einsam für Anton an. Da entdeckt er einen kleinen, verlorenen, durchnäßten Hund auf dem Bürgersteig. Er schleift eine rote Leine hinter sich her; und als Anton sich die Hundemarke ansieht, steht da nur der Name „Stups“. Weit und breit ist kein Herrchen oder Frauchen in Sicht.

Spontan nimmt Anton die Leine in die Hand, und Stups freut sich offensichtlich über seinen neuen Begleiter. Die beiden vertragen sich gut, und Anton nimmt Stups mit nach Hause. Fröhlich spielen und kuscheln sie miteinander; nur abends wirkt Stups etwas betrübt, und er schaut sehnsüchtig aus dem Fenster.

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Illustration von Kate Hindley © Thienemann Verlag 2016

Anton ist sich darüber im Klaren, daß ihm Stups nicht gehört und daß es jemanden gibt, der ihn schmerzlich vermißt. Gewissenhaft fertigt er Steckbriefe seines Findehundes an und verteilt diese plakativ in der Nachbarschaft, in der stillen Hoffnung, daß sich gleichwohl niemand darauf melden möge.

Tatsächlich meldet sich auch niemand. Anton macht es sich mit Stups gemütlich, und er fühlt sich gar nicht mehr einsam. Einige Tage nach der Steckbriefaktion geht Anton bei Nieselregen mit Stups in der Nähe eines kleinen Parks spazieren. Plötzlich zieht Stups heftig an seiner Leine, reißt sich los und rast auf ein kleines Mädchen zu, das traurig auf einer Schaukel sitzt. Beklommen erkennt Anton, daß dies wohl die rechtmäßige Besitzerin von Stups ist.

Das Mädchen herzt den Hund, stellt sich sehr freundlich als Lisa vor und bedankt sich bei Anton dafür, daß er so gut für Stups gesorgt hat. Tapfer hält Anton seine Tränen zurück, erwidert Lisas strahlendes Lächeln und fragt schüchtern, ob Lisa ihn denn einmal besuchen wolle. Lisa geht sehr nett darauf ein und regt an, daß sie doch sofort etwas zusammen unternehmen könnten.

In diesem Augenblick hört es auf zu regnen, und die Sonne durchdringt die Wolken. Plötzlich fühlt sich Anton nicht mehr verlassen und fremd, und auch die Stadt wirkt nicht mehr so abweisend auf ihn. Zu dritt stromern sie durch die Straßen und setzen sich in ein Eiscafé, das sogar Eisnäpfchen für Hunde anbietet …

Die Autorin erzählt Antons Geschichte in einfachen Worten, die nahe am kindlichen Herzen entlang geschrieben sind und alle Empfindungen direkt benennen. In Verbindung mit den einfühlsamen, farbenfrohen Illustrationen, ihren verspielten Details und der deutlich ablesbaren mimischen Gefühlspalette wird hier ein sehr konstruktiver Umgang mit dem Bedürfnis nach sozialem Kontakt gezeigt.

„Anton und Stups“ ist eine schöne Ermutigung für alle Kinder, die sich neue Freundschaften ersehnen oder vielleicht auch einfach „nur“ einen vierbeinigen Spielgefährten.

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
http://www.thienemann-esslinger.de/thienemann/buecher/buchdetailseite/anton-und-stups-isbn-978-3-522-45818-4/

Die Autorin:

»Claire Freedman verließ mit sechzehn die Schule und arbeitete anschließend als schlechteste Sekretärin aller Zeiten, Verkäuferin bei Harrods und als Zahnarzthelferin. Dann entdeckte sie endlich ihren Traumberuf und wurde Schriftstellerin. Seitdem verfasste sie über 50 erfolgreiche Bilderbücher. Sie lebt mit ihrem Mann in Essex.«

Die Übersetzerin:

»Nina Scheweling war schon während ihres Studiums der Anglistik, Germanistik und Neueren Geschichte als Literaturübersetzerin tätig. Nach ihrem Abschluss entdeckte sie ihre Liebe fürs Kinderbuch und arbeitet seitdem als freie Übersetzerin und Lektorin in Freiburg und Stuttgart.«

Die Illustratorin:

»Kate Hindley, Jahrgang 1986, studierte Illustration am Fallmouth College of Art. Heute lebt und arbeitet sie in Birmingham – neben einer Schokoladenfabrik.«

Querverweis:

Hier entlang zu einem weiteren amüsanten Bilderbuch mit Illustrationen von Kate Hindley: „Wie man ein Wollmammut wäscht“: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/10/29/wie-man-ein-wollmammut-waescht/

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/
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Wie man ein Wollmammut wäscht

  • Text von Michelle Robinson
  • Übersetzung aus dem Englischen
  • von Andreas Steinhöfel
  • Illustrationen von Kate Hindley
  • Gerstenberg Verlag   Januar 2015     http://www.gerstenberg-verlag.de
  • 32 Seiten
  • Format: 26 x 26 cm
  • gebunden, Fadenheftung
  • 12.95 € (D), 13,40 € (A), 18,60 sFr.
  • ISBN 978-3-8369-5808-0
  • Bilderbuch ab 4 Jahren
    Wie man ein Wollmammut wäscht

S E I F E N S C H E U

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Ein Bad lohnt sich erst so richtig, wenn man schön schmutzig ist.

Das kleine Mädchen, das in dieser Bilderbuchgeschichte sein müffelndes Wollmammut in die Wanne locken will, macht dank der Verzögerungstaktik des Mammuts genau diese Erfahrung.

Wollmammut schieben

Illustration von Kate Hindley © Gerstenberg Verlag 2015

Doch das Mädchen gibt nicht auf, und Schritt für Schritt und mit Geduld kommt sie dem erwünschten Badeziel näher. Im übrigen hat sie wirklich ganz duftes Badezubehör (Lockenzähmer, Muskelschmalz, Wiesenfrisch) sowie das angemessene Fingerspitzengefühl für ihr kitzelempfindliches und seifenscheues Wollmammut.

Das Waschen der Kopfbehaarung versüßt sie ihrem Badetier durch das lustige Ausprobieren neuer Frisuren, und schließlich steigt sie schaumvergnüglich gemeinsam mit ihm in die Wanne.

Wollmammut Frisurenvariationen

Illustration von Kate Hindley © Gerstenberg Verlag 2015

 

Die in lustigem Plauderton erzählte Schritt-für-Schritt-Wollmammut-Waschanleitung wird von witzigen, bunten Bildern mit vielen kleinen, spaßigen Details in Szene gesetzt.

„Wie man ein Wollmammut wäscht“ garantiert Schmunzelgenuß und Badespaß für groß und klein.

Ach, Sie haben gar kein Wollmammut zu Hause? Na, das macht nichts, diese Waschanleitung eignet sich auch für kleinere Haustiere und sogar für Menschenkinder.

Wollmammut kuscheln

Illustration von Kate Hindley © Gerstenberg Verlag 2015

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
http://www.gerstenberg-verlag.de/index.php?id=detailansicht&url_ISBN=9783836958080&highlight

Die Autorin:

»Bevor Michelle Robinson Kinderbuchautorin wurde, arbeitete sie als Werbetexterin für Firmen wie Coca Cola, Guiness und Cadburys. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Frome, England.«

Der Übersetzer:

»Andreas Steinhöfel, geb. 1962 in Hessen, hat zahlreiche Kinder-, Jugend- und Drehbücher verfasst und ist außerdem als Übersetzer tätig. Seine eigenen Werke und seine Übersetzungen sind vielfach ausgezeichnet worden. Im Jahr 2013 erhielt er den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für sein Gesamtwerk als Autor.«

Die Illustratorin:

»Kate Hindley, geboren 1986, hat 2008 ihr Studium an der School of Art in Falmouth erfolgreich abgeschlossen. Sie lebt in Worcestershire.«

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