Alice in der Tinte

  • Bilderbuch
  • Illustrationen von Pawel Pawlak
  • Text von Gianni Rodari
  • Übersetzung von Adam Jaromir
  • Gimpel Verlag      November 2007   http://www.gimpel-verlag.de
  • 36 Seiten
  • gebunden, Fadenheftung
  • 12,90 € (D), 13,30 € (A), 23,70 sFr.
  • ISBN 978-3-9811300-2-7
  • ab 4 Jahren

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E I N F A L L S R E I C H

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Mit der Vorfreude, die ich in der Besprechung meines ersten Buches »Ojemine!«
( https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/07/31/ojemine/ ) aus dem ERLESENEN, kleinen Gimpel-Verlag äußerte, widme ich mich nunmehr einem zweiten und gewiß nicht letzten der entdeckenswerten Bilderbuchschätze aus der Büchervorratskammer des Gimpel-Verlages.

„Alice in der Tinte“ von Gianni Rodari enthält kurze Geschichten von einer kleinen Heldin mit großer Phantasie.

Man könnte sagen, die kleine Alice geht den Dingen wirklich auf den Grund, denn wenn sie sich konzentriert mit etwas beschäftigt, fällt sie in die Dinge hinein und erforscht sie von innen. Ihre Familie ist mit diesem Phänomen bestens vertraut, und die Suche nach Alice, die wieder irgendwo hineingefallen ist, gehört zum Alltag.

Mal fliegt sie mit einer großen Seifenblase über die Dächer ihrer Stadt und landet unversehrt auf einer Terrasse, mal spaziert sie durch ein Märchenbuch und verwirrt diverse Märchenfiguren, bis der gestiefelte Kater sie energisch vor die Buchtüre setzt. Beim Schwimmen im Meer fällt sie in eine gähnende Muschel, und an ihrem Geburtstag fällt sie in ihre eigene Torte und nascht.

Als sie einmal ins Tintenfaß fällt, schwimmt sie dort zwischen sehr mitteilungsbedürftigen Wörtern umher und ist froh, als sie wieder hinausgeklettert ist und ihre Ruhe hat.

In acht kurzen Kapiteln erleseleben wir Alices „Reinfälle“ und schmunzeln über ihre neugierige und vorwitzige Wesensart und die alltäglichen Wunder, in die sie hineinstolpert.

In diesen Geschichten wird das Alltägliche zu etwas Besonderem, einfach weil die Perspektive augenzwinkernd variiert wird und weil es dem Autor gelingt, in einem Tonfall heiterer Verspieltheit die Grenzen der gewöhnlichen Wahrnehmung märchenhaft zu dehnen. Genau diese Phantasiezugaben machen die kleinen Abenteuer von Alice zu idealen Gutenachtgeschichten, welche die kindlichen Träume beflügeln können. Indessen empfehlen sich diese Episoden mit dem gleichen Argument auch als PhantasieAUFWECKgeschichten zum Tagesbeginn.

Die schönen Illustrationen von Pawel Pawlak sind von einer fröhlich-eigenwilligen Unbeschwertheit, die ganz ausgezeichnet mit der warmherzigen Erfahrungsbuntheit des Textes übereinstimmt.

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(Anklicken vergrößert die Bilder)

Der Autor:

»Gianni Rodari (1920-1980) gehört neben Carlo Collodi und Edmondo De Amicis zu den populärsten Kinderbuchautoren Italiens. Sein Werk umfasst phantastisch-surrealistische Märchen und Fabeln, Comics und Nonsensverse, die auch die moderne Technik und Problematik unserer Zeit mit einbeziehen. Im Jahre 1970 erhielt Gianni Rodari den Hans-Christian-Andersen-Preis.
Nur wenige Menschen besaßen einen fröhlicheren, großzügigeren und strahlenderen Humor als Gianni Rodari. ITALO CALVINO«

Der Illustrator:

»Schon als kleiner Junge ließ Pawel Pawlak sein zeichnerisches Talent − und dies nicht immer zur Freude seiner Lehrer − deutlich erkennen. Umso größer war das Glück, als er später in der Breslauer Schule für Bildende Kunst einen Ort finden sollte, an dem seine Kreativität auch die Zeit zwischen den beiden Pausen füllen durfte. Mittlerweile gehen über fünfzig Kinderbücher sowie zahlreiche Szenographien fürs Puppentheater auf das Konto des polnischen Künstlers. Seine Bücher, erschienen in Frankreich, Großbritannien, Kanada und Südkorea, erfreuen sich eines wachsenden Erfolgs und wurden vielfach mit internationalen Preisen ausgezeichnet. So erhielt er für seinen Dideldum den begehrten Goldenen Apfel (Internationale Biennale der Illustrationen, Bratislava 2005). Seine Illustrationen zu Alice in der Tinte wurden 2003 mit der Auszeichung “Buch des Jahres” (IBBY, Polen) bedacht

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