Die fliegenden Bücher des Mister Morris Lessmore

  • von William Joyce
  • übersetzt von Hardy Krüger jr.
  • Originaltitel:»The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore«
  • illustriert von William Joyce und Joe Bluhm
  • Boje Verlag       Februar 2013   www.boje-verlag.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • 56 Seiten
  • ISBN 978-3-414-82344-1
  • 14,99 € (D),  15,50 € (A)
  • Bilderbuch ab 5 Jahren (sowie auch ausdrücklich für erwachsene Bücherliebhaber)

B Ü C H E R B E F L Ü G E L T

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

„Die fliegenden Bücher des Mister Morris Lessmore“ beginnen mit einem einladenden Bild bibliophilen Reichtums: Ein sonnenbeschienener Balkon, zwischen hohen, bunten Bücherstapeln steht ein gemütlicher Sessel, auf dem ein junger Mann sitzt und aufmerksam etwas in ein Buch schreibt – so lernen wir Morris Lessmore kennen.

Beim Weiterblättern kommt es zu einem dramatischen Szenenwechsel: Der Himmel ist verdunkelt, ein Wirbelsturm stellt die vertraute Welt auf den Kopf, Morris besitzt nur noch sein Tagebuch und läuft ziellos durch eine Umgebung, die ausschaut wie eine vergilbte Sepiaphotographie.

Zufällig hebt er den Blick zum inzwischen wieder erblauten Himmel und sieht eine schöne junge Dame, die sich, begleitet von vielen fliegenden Büchern, in die Lüfte erhebt. Sie hält die Bücher wie Luftballons an verlängerten Lesebändchen fest, und sie schickt hilfsbereit ein Buch hinunter zu Morris.

Dieses Buch erweist sich recht lebendig und gestisch-gesprächig und führt Morris zu einem schönen Gebäude, in dem zahllose Bücher leben. Morris fühlt sich sogleich zu Hause und lauscht den verheißungsvollen Geschichtenstimmen, die leise aus den Buchseiten flüstern, welche darauf warten, gelesen zu werden.

Doch Morris bleibt nicht nur als Leser im Hause der Bücher, sondern er kümmert sich liebevoll um sie, er repariert beschädigte Exemplare und versucht, sie zu ordnen. Die Ordnung wird von den beweglichen Büchern allerdings immer wieder geändert, da sie sich gerne genreübergreifend  gegenseitig besuchen und austauschen.

Morris versinkt in Geschichten, führt sein persönliches Tagebuch weiter und verleiht Bücher an andere Menschen, die das Bücherhaus aufsuchen. Sein Credo dabei lautet:
„Jede Geschichte ist es wert, erzählt zu werden.“

Tage, Monate, Jahreszeiten, Jahre und Jahrzehnte vergehen, und Morris Lessmore wird alt und müde. Nun kümmern sich die Bücher rührend um ihn und erzählen ihm jede Nacht eine Geschichte. Schließlich schreibt Morris einen letzten Satz in sein Lebenstage-buch und verabschiedet sich dankbar von seinen Bücherfreunden. Getragen von einem fliegenden Bücherschwarm erhebt er sich ins Himmelsblau.

Sein Tagebuch hat Morris Lessmore im Haus der Bücher zurückgelassen, wo es von seinen Bücherfreunden andächtig gehütet wird. Eine Tages erscheint ein Mädchen auf der Türschwelle, und das Tagebuch fliegt zu ihm hin und öffnet sich. Das Kind beginnt, Morris Lessmores Geschichte zu lesen …

So schließt sich der Kreis, in dem sich Geschichten ins Leben fortsetzen und das Leben in Geschichten, wo man zwischen Leseleben und Lebenslese unendlich hin-und-her-blättern kann.

William Joyce und Joe Bluhm haben mit „Die fliegenden Bücher des Mister Morris Lessmore“ ein bücherparadiesisches, phantasievolles Bilderbuch gestaltet, das für Kinder und Erwachsene gleichermaßen ansprechend, ja, beeindruckend ist.

Der Erzähltext erklingt in einer leisen, poetischen Sprache mit feiner Wortempfindsamkeit. Die stimmungsvollen Illustrationen mit ihrer subtilen Farbtönung und „Belichtung“ warten mit vielen liebevollen Details auf. So ist beispielsweise das Bücherhaus aus versteinerten Büchern gebaut, es hat einen umlaufenden Zierfries aus aufgeklappten Stuckbüchern, und Morris Lessmores störrisch-abstehende Hinterkopfhaarsträhne begleitet ihn konsequent durch alle Lebens- und Lesephasen.

Dieses zeitlose Bilderbuch setzt wunderbar sensibel und märchenhaft in Szene, wie man buchstäblich in eine Geschichte hineinspaziert und wie sehr uns Bücher beflügeln.

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.luebbe.com/de/die-fliegenden-buecher-des-mister-morris-lessmore/id_4071545

Hier entlang zum Kurzfilm »The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore«:

 

Der Autor und Illustrator:

»William Joyce ist ein bekannter amerikanischer Autor, Illustrator und Filmemacher. Vor allem seine Geschichten für Kinder wurden in den USA zu Bestsellern. Seinen größten Erfolg feierte er, als er 2012 für den Kurzfilm »The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore« einen Oscar gewann.«

Der Illustrator:

»Joe Bluhm ist ein preisgekrönter amerikanischer Illustrator, Designer und Karikaturist. Er hat bereits zwei Kunstbücher veröffentlicht. Dies ist sein erstes Bilderbuch.«

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Petronella Apfelmus, Band 3

  • Schneeballschlacht und Wichtelstreiche
  • von Sabine Städing
  • Mit Illustrationen von SaBine Büchner
  • Boje Verlag    November 2015   www.boje-verlag.de
  • 208 Seiten
  • gebunden
  • laminierter Pappband
  • mit zartfliederfarbenem LESEBÄNDCHEN
  • 12,99 € (D), 13,40 € (A), 18,90 sFr.
  • ISBN: 978-3-414-82427-1
  • ab 8 Jahren
    Petronella Apfelmus, Band 3 Titelbild

W I C H T E L W I R R E N

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Die Zwillinge Lea und Luis freuen sich schon sehr auf das Weihnachtsfest. Die Kinder wohnen in einem alten Müllerhaus, und ihre Eltern betreiben in der Mühle eine Backstube nebst einem sehr beliebten Café. Der weitläufige Garten der Mühle beherbergt viele alte Apfelbäume und Petronella Apfelmus, eine Apfelhexe.

Daß Petronella eine Hexe ist, wissen allerdings nur Lea und Luis, und selbstverständlich hüten sie das Geheimnis um ihre hilfreiche und zauberhafte Freundin, die sich dank einer magischen Strickleiter so klein schrumpfen kann, daß sie – standesgemäß – ihr Zuhause in einem Apfel eingerichtet hat. Die Strickleiter funktioniert so, daß man beim Aufwärtsklettern kleiner wird und beim Abwärtsklettern wieder auf normal-menschliches Maß „heranwächst“.

Petronella ist mit dem Auskurieren ihrer Erkältung und den Vorbereitungen für den weihnachtlichen Besuch ihrer drei Schwestern – allesamt Wetterhexen – beschäftigt. Lea und Luis stehen am Fenster und schauen in den dunklen, verregneten Garten und überlegen gerade, ob sie Petronella bitten können, dafür zu sorgen, daß es endlich anfängt zu schneien, da beobachten sie eine Sternschnuppe, die geradewegs in den Garten fällt. Neugierig gehen die Kinder in den Garten, finden jedoch keine Spur von der Sternschnuppe.

Petronella Apfelmus 3, Wichtel

Illustration von SaBine Büchner © Boje Verlag 2015

Enttäuscht kehren sie ins Haus zurück, heimlich gefolgt von dem, was sie für eine Sternschnuppe gehalten haben. Die Sternschnuppe ist nämlich ein frecher Weihnachtswichtel, der den Weihnachtsmann bei einem Rentierschlitten-Probeflug so geärgert hat, daß dieser ihn ausgesetze, damit er auf dem langen Fußweg in den Norden Gelegenheit hat, über seine bösen Streiche nachzudenken und sich zu besinnen.

Nisse, der Weihnachtswichtel, denkt zunächst nur daran, sich ein warmes und behagliches Plätzchen zu suchen, da kommt ihm eine Backstube gerade recht. Und aus lauter Trotz gegen seine Bestrafung und weil die Kinder ihm ahnungslos die Tür vor der Nase zugeschlagen haben, spielt er den Kindern in den nächsten Tagen einige Streiche. Er verknotet ein Schlafanzughosenbein von Luis, futtert die Schokolade aus Leas Adventskalender usw. Da sich die Geschwister gegenseitig verdächtigen, ist die Vorweihnachtsstimmung ziemlich getrübt.

Petronella Apfelmus 3, Hinzens Heinzelleute

Illustration von SaBine Büchner © Boje Verlag 2015


Währenddessen ist Petronellas Apfelwohnung unter der tatkräftigen Hilfe von „Hinzels Haushaltsheinzel GmbH“ blitzeblank geputzt und feierlich aufgeräumt worden, die ersten Schneeflocken fallen vom Himmel und die Wetterhexen treffen ein.

Nach ein paar Tagen mit dicker Luft zwischen den Zwillingsgeschwistern sieht Luis, als er nachts zur Toilette geht, den Wichtel. Er weckt Lea, und gemeinsam verfolgen sie seine Spuren und vertragen sich wieder miteinander.

Petronella Apfelmus 3, Kuchenbalance

Illustration von SaBine Büchner © Boje Verlag 2015

Nach mißlungenen Einfangversuchen mit einer magischen Koboldfalle, veräppelten Apfelmännchen, diversen Mißverständnissen, weiteren Streichen und Schabernacken sowie amüsant-gewöhnungsbedürftigen Hexenauftritten im Café droht jedoch wirkliches Unheil, als die Kerzen des Adventskranzes unbeaufsichtigt niederbrennen – da jedoch besinnt sich Nisse, weckt die Kinder und verhindert erfolgreich eine Ausbreitung des Feuers.

Lea und Luis bedanken sich bei Nisse, der ganz zerknirscht auf der Fensterbank im Kinderzimmer hockt und den Kindern tatsächlich vom Weihnachtsmann erzählt und von seiner eigenen Untauglichkeit als Weihnachtswichtel.

Petronella legt nach der guten Tat des Wichtels per Eiskristalleitung beim Weihnachtsmann ein gutes Wort für Nisse ein, und der Weihnachtsmann holt ihn – mit allem Schlitten- und Rentierzubehör persönlich ab. Zuvor bekommen Lea und Luis selbstverständlich noch ein echtes Wichtelgeschenk überreicht. Nun ist Weihnachten für alle gerettet.

Im dritten Band von Petronella Apfelmus menschelt, hexelt und wichtelt es ganz ordentlich, gleichwohl bewegen sich die dargestellten Gefühle und zwischenwichtelmenschlichen Reaktionen im Spektrum heiterer Spannung. Der Wichtel ist zwar frech, aber keineswegs bösartig, und gelegentlichen Streit zwischen Geschwistern, hätte es auch ohne die Nachhilfe des Wichtels geben können.

Sabine Städing schreibt in einem familiären, einfühlsam-augenzwinkernden und wortspielerischen Stil, mit anschaulicher Dramaturgie und phantasievollen Details. Außerdem denkt sie sich pfiffig-gereimte Zaubersprüche aus, die möglicherweise von den lesenden Kindern aufgegriffen und angewendet werden …

Bei folgendem Zauberspruch: »Nicht erst morgen, sondern heute ruf ich
Hinzens Heinzelleute!« komme ich gar selber in Versuchung …

Die knuffigen Illustrationen von SaBine Büchner übertragen den Erzähltext in humorvoll-warmherzige Bilder mit lebhafter Situationskomik und stimmungsharmonischen Charakterzeichnungen.

Hier gibt es eine kleine Leseprobe:
http://www.bic-media.com/mobile/mobileWidget-jqm1.4.html?buyButton=no&showExtraShopButton=false&fullscreen=yes&isbn=9783414824271

Querverweis:

Hier finden Sie zum ersten Band von Petronella Apfelmus:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/01/07/petronella-apfelmus/
Und hier zum zweiten Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/03/25/petronella-apfelmus-band-2/

Die Autorin:

»Sabine Städing wurde 1965 in Hamburg geboren und hat sich schon als Kind gerne Geschichten ausgedacht. Nach ihren drei Büchern rund um das Hexenmädchen Magnolia hat sie mit „Petronella Apfelmus“ eine neue Hexenfigur für jüngere Leser geschaffen. Nach „Petronella Apfelmus – Verhext und festgeklebt“ und „Zauberschlaf und Knallfroschchaos“ ist dies bereits der dritte Band rund um die kleine Hexe und ihre Freunde. Das nächste Abenteuer ist in Vorbereitung.«

Die Illustratorin:

»SaBine Büchner, geboren 1964 in Wuppertal, arbeitete als Sozialpädagogin in einem Kinderheim, bevor sie Kommunikationsdesign in Wuppertal und Animation an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg studierte. Sie hat zahlreiche Bücher illustriert und auch eigene Bilderbücher veröffentlicht. Ihre Arbeiten wurden bereits mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. «

Auch den dritten Band von „Petronella Apfelmus“ gibt es parallel als Hörbuch:
Gelesen von Nana Spier
Lübbe Audio
Hörbuch, bearbeitet
2 CDs ,148 Minuten
12,99 €
ISBN: 978-3-7857-5185-5

Hier finden Sie u.a. eine Hörkostprobe:
https://www.luebbe.de/luebbe-audio/hoerbuecher/kinderbuecher/petronella-apfelmus/id_5342866

Und als E-Buch gibt es das Buch ebenfalls:
https://www.luebbe.de/bastei-entertainment/ebooks/kinderbuecher/petronella-apfelmus/id_5445598

PS:
Auf dem Buch befindet sich ein Aufkleber, der auf die vom Verlag initiierte, einmalige GELD-ZURÜCK-GARANTIE-Aktion für das vorliegende Buch hinweist.
Wenn Ihnen oder Ihrem Kind das Buch nicht gefallen hat, können Sie es zusammen mit einer kurzen Mißfallensbegründung sowie der Angabe von Name und Kontoverbindung an den Verlag zurückschicken und sich den Ladenpreis des Buches erstatten lassen. Diese Aktion ist gültig bis September 2016.

Da muß ich doch einmal verwundert eine Augenbraue heben!

Wieso sollte ein schlichter Umtausch in ein anderes Buch nicht genügen? Ich finde diese Form der ökonomisierten Kundenbindung weder angemessen noch erzieherisch wünschenswert! Diese GELD-ZURÜCK-MANIE habe ich noch nie verstanden und dort, wo ich selber als Kunde agiere, auch noch nie praktiziert.

Vermutlich dient diese Aktion ohnehin nur Marktforschungszwecken sowie einer Konsumentenlaunenmessung und sonstigen Datenerhebungsunerheblichkeiten; Statistiker wollen schließlich beschäftigt sein 😉

 

Das Supertalentier

  • Lunas großer Auftritt
  • Text von Christian Matzerath
  • Illustrationen von Max Fiedler
  • Boje Verlag März 2014                    www.boje-verlag.de
  • gebunden, Fadenheftung
  • LESEBÄNDCHEN in bordeauxrot
  • 192 Seiten
  • 12,99 €
  • ISBN: 978-3-414-82359-5
  • ab 6 Jahren (laut Verlag)
  • meiner Einschätzung nach:
  • ab 5 Jahren zum Vorlesen
  • ab 8 Jahren zum Selbsterlesen
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Käferklein und käfergroß

Kinderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Käfereltern haben es nicht leicht, aber Käferkinder auch nicht, wovon die kleine Luna ein Lied singen kann. Ihr wurde schon im Eistadium der Segen eines Zaunkönigs zuteil, was sehr außergewöhnlich ist, da Vögel Käfer meist eher als zwischenmahlzeitliche Nachbarn schätzen, aber es sind nicht alle Vögel gleich gefräßig.

Luna ist die Tochter von General Hermann Theodor Alexander Friedrich Aptinus Bombardier und seiner Frau Yolanda. Ihre Familie gehört zur Gattung der Bombardierkäfer, die zu ihrer Selbstverteidigung stinkende Pupse abfeuern können. Während Lunas Brüder schon mit Begeisterung ihre Selbstverteidigung trainieren, ist Luna verträumter und musischer unterwegs und verfeinert ihr Talent, mit den Händen Schattentiere zu formen. Außerdem will sie einfach nicht glauben, daß Vögel, die doch so schön singen können, die natürlichen Freßfeinde von Insekten seien.

Als Luna einmal tagsüber erwacht (Bombardierkäfer sind nachtaktiv), klettert sie heimlich auf das Dach ihres Elternhauses (einem Kieselstein), bewundert die leuchtende Buntheit der Umgebung und lernt eine Zikade kennen, die gerade ihre Gesangsübungen absolviert. Die Zikade erzählt Luna vom DST: „Das.Super.Talentier.“, einem Talentwettbewerb für alle Tiere.

Luna ist sogleich „infiziert“ und möchte daran teilnehmen, und tatsächlich findet bereits in der nächsten Schulnacht eine Vorauswahl von Talenten statt, die beim DST mitmachen dürfen. Ein Pupstalent ist allerdings nicht sehr erfolgversprechend, und Luna läßt schon traurig ihre Fühler hängen.

Zum Glück hat sie sich jedoch mit Johannes, einem charmanten Leuchtkäfer, angefreundet, der zusammen mit seinen Kumpels für die Beleuchtung der Talentshow zuständig ist. Johannes „entführt“ Luna per Tandemflug zum Schauplatz des Wettbewerbs und ermuntert sie dazu, ihre Schattenfiguren auf der Bühne vorzuführen.

Begeistert und neidlos schaut Luna den Darbietungen der anderen Teilnehmer zu und wartet auf ihren Auftritt. Wir erleben einen singenden Esel, eine Ukulele spielende Kröte … Doch langsam zeigt sich, daß etwas an der Veranstaltung ziemlich faul ist und die schafspelzige Jury keine freundlichen Absichten verfolgt.

Da hat Luna eine großartige Idee, und gemeinsam mit vielen kleinen und großen tierischen Kandidaten und einigen bühnentechnischen Spezialeffekten kommt es zu einem überwältigenden Auftritt, den die Jury wohl nie vergessen wird …

Nachdem diese nicht ganz ungefährliche Herausforderung durch kooperatives Handeln gemeistert worden ist, sind sich alle einig, daß einfach sämtliche Teilnehmer supertalentiert seien und niemand besonders hervorzustechen brauche.

„Das Supertalentier“ ist eine unterhaltsame Geschichte mit beiläufig nachdenklichen Zwischentönen. Christian Matzerath hat die mikrokosmische Käferperspektive feinfühlig, lustig und spannend in Szene gesetzt. Die Charaktere sind lebhaft und stimmig, und es gibt viel Dialogwitz und Situationskomik, aber auch Familiensinn und sogar Käferromantik.

Die zeichnerische Interpretation des Illustrators Max Fiedler gibt den Figuren individuelle Persönlichkeit und gestaltet die insektenspezifischen Details und dramatischen Szenerien ebenso dynamisch wie sorgfältig. Selten werden Kindern Käfer & Co so sympathisch und heiter nahegebracht.

In dieser Geschichte geht es nicht um Wettbewerbsverherrlichung, sondern um die Würdigung individueller Fähigkeiten und letztlich um den Sieg kooperativen Verhaltens im Kontrast zu Egoüberbetonung.

Und als Hörbuch gibt es das Ganze auch noch:

Das Supertalentier                                                                            Talentier-Hörbuch
Hörbuch (bearbeitet)
gelesen von Nana Spier
152 Minuten
12,99 €
ISBN: 978-3-7857-4975-3
Lübbe Audio März 2014
Unter nachfolgendem Link gibt es u.a. eine HÖRPROBE:
https://www.luebbe.de/luebbe-audio/hoerbuecher/kinderbuecher/das-supertalentier-lunas-grosser-auftritt/id_3283068

 

Im Anhang des Buches befinden sich Informationen über Apps zum Buch:

» Mit den Luna-Apps können auch die Kleinsten noch tiefer in die Welt der Insekten abtauchen – und zwar interaktiv!
Dabei stehen die Apps unter den Mottos:
Jeder ist etwas Besonderes!
Freundschaft ist wichtig!
Gemeinsam sind wir stark! «

Hier finden Sie mehr Infos dazu:
https://itunes.apple.com/de/app/luna-das-supertalentier/id714876226?mt=8&ign-mpt=uo%3D4

 

Meine persönliche SEINSAKTIVE Applikationsempfehlung zum Buch wäre allerdings die folgende:
Gehen Sie mit Ihren Kindern raus in den Garten, in den Park, in den Wald und beobachten Sie gemeinsam mit achtsamer Neugier, was da so alles kreucht und fleucht und seinen kleinen, natürlichen Lebenslauf vollzieht.

 

supertalentier Käfer-VollmondtaufeSupertalentier Schattenspiel

Illustrationen von Max Fiedler aus : Das Supertalentier von Christian Matzerath (Text)
erschienen im Boje-Verlag   http://www.boje-verlag.de
(Anklicken vergrößert die Bilder)

 

Der Autor:

»Christian Matzerath, geboren 1965 in Düsseldorf, ist verheiratet und hat zwei Töchter. Er hat Germanistik, Philosophie und Grundschullehramt studiert. Heute schreibt er Drehbücher und Bücher für Kinder, erfindet Quizfragen (u. a. für Wer wird Millionär?) und denkt sich Spiele aus.«

Der Illustrator:

»Max Fiedler ist freiberuflicher Illustrator, Comiczeichner und Gamedesigner. Er zeichnet sehr viel und sehr gern, am allerliebsten auf Papier. An der Fachhochschule Düsseldorf hatte er einen Lehrauftrag im Bereich interaktive Systeme/Animation & Gamedesign.«

 

Petronella Apfelmus, Band 2

  • Zauberschlaf und Knallfroschchaos
  • von Sabine Städing
  • Mit Illustrationen von SaBine Büchner
  • Boje Verlag    März 2015                              http://www.boje-verlag.de
  • 208 Seiten
  • gebunden
  • laminierter Pappband
  • mit grünem LESEBÄNDCHEN
  • 12,99 € (D), 13,40 € (A), sFr. 18,90
  • ISBN 978-3-414-82415-8
  • ab 8 Jahren
    978-3-414-82415-8-Staeding-Petronella-Apfelmus, 2. Band-org

Z I R K U S Z A U B E R

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Frühling – genau die passende Jahreszeit für eine neue zauberhafte Geschichte von der kleinen großen Hexe mit dem wohlschmeckenden Namen „Petronella Apfelmus“.

Die positiven Wendungen, zu denen es – auch dank Petronellas magischer Nachhilfe – am Ende des vorhergehenden Abenteuers für die Familie Kuchenbrand gekommen ist, haben sich bewährt. Wer vom ersten Band noch nichts weiß, möge sich bitte an meiner ersten Besprechung kundiglesen:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/01/07/petronella-apfelmus/

Die Zwillingsgeschwister Lea und Luis fühlen sich wohl und geborgen im Müllerhaus. Das Café, das ihre Eltern in der alten Mühle eröffnet haben, entwickelt sich zum beliebten Ausflugsziel. Der große Garten mit den vielen alten Apfelbäumen und seiner geheimen Hüterin, Petronella Apfelmus, ist nach wie vor zauberschön. Lea und Luis wissen natürlich, daß Petronella eine Apfelhexe ist, und sie besuchen ihre Hexenfreundin immer wieder gerne und suchen ihren Rat.

Mit Hilfe einer magischen Strickleiter kann sich Petronella nach Belieben so verkleinern, daß sie ihr Zuhause in einem Apfel einrichten kann. Für Verkleinerungs- oder Vergrößerungsbedarf bei Ausflügen in die Umgebung besitzt sie eine Dose mit Zauberapfelkernen. Wenn Petronella die Kerne mit der linken Hand schüttelt, wird sie ganz klein, und wenn sie sie mit der rechten Hand schüttelt, wird sie groß.

Wenn Petronella sich in der Öffentlichkeit zeigt, nimmt sie ihre menschliche Hexengröße an und verkauft auf dem Wochenmarkt köstliche Brombeermarmelade, heilsame Kräutersalben und Hexen-Apfelstreuselkuchen.

Kurz: Es herrschen Friede, Freude, Apfelkuchen – jedenfalls vorläufig. Petronella schaukelt gemütlich in der Hängematte zwischen den Zweigen ihres Apfelbaumes, an dem die ersten grünen Blättchen sprießen, und gibt sich Wolkenphantasien hin; da meldet ihr ein Apfelmännchen, daß sich der dicke Karpfen im Mühlteich im Netz eines Keschers verfangen hat.

Um den Karpfen zu befreien, muß sich Petronella gestaltwandelzauberisch in einen Hummer verwandeln, was zur Folge hat, daß bei der Rückverwandlung in die eigene Gestalt eine Zeitlang ein Stückchen Restverwandlung übrig bleibt – so behält sie vorläufig eine Hummerschere anstelle ihrer linken Hand als Andenken.

Währenddessen haben die Kinder ganz andere Aufregungen und Sorgen. Auf dem Weg zur Schule entdecken sie, daß im Stadtpark ein Zirkus sein Zelt aufgeschlagen hat. Allerdings ist das Zelt nicht kunterbunt, sondern ganz schwarz, und beide könnten schwören, daß sie zwischen den Zirkuswagen ganz kurz einen aufrecht gehenden Wolf in blauerLatzhose gesehen haben.

In der Schule bekommt ihre Klasse Schülerzuwachs: Stella und Aaron vom „Mondscheinzirkus“. Die beiden sind sehr blaß und ganz schwarz gekleidet. Luis ist davon überzeugt, daß sie Vampire seien, und fragt nachmittags bei Petronella nach, woran man echte Vampire erkennen könne. Petronella empfiehlt ihnen, darauf zu achten, ob die neuen Schüler Schluckauf bekämen, wenn man ihre Namen rückwärts ausspricht. Doch als Lea von der Klassenlehrerin dazu aufgefordert wird, den Zirkuskindern Lesenachhilfe zu geben, und die Kinder sich dabei richtig kennenlernen, verfliegt der Vampirverdacht ganz schnell.

Stella und Aaron laden Lea und Luis zu einer Probenvorstellung ihrer Trapeznummer in den Zirkus ein, und fast alles scheint mit rechten Dingen zuzugehen. Nur der stellvertretende Zirkusdirektor und Magier Spitzbartrix erweckt bei den Kindern Mißtrauen. Der Direktor selbst, Herr Eisbein, liegt im Dauerschlaf und ist leider nicht wach zu bekommen.

Während Lea und Luis sich mit den Zirkuskindern anfreunden, forscht Petronella gemeinsam mit den hilfreichen Apfelmännchen dem hinterhältigen Fischdieb nach, der inzwischen schon zweimal Fische aus dem Mühlteich gefangen hat. Dabei kommt es zu weiteren lustigen Verwandlungszauberpannen und nebelgeistigen Mißverständnissen, aber leider fangen sie keinen Fischräuber.

Nachdem die Geschwister Petronella von ihren Beobachtungen im Zirkus, von dem unfreundlichen Spitzbartrix und dem schlaftrunkenen Zirkusdirektor erzählt haben, vermutet Petronella den manipulativen Einfluß schwarzer Magie – für die man wohl auch Fischlebertran benötigt.

Petronella besucht gemeinsam mit den Kindern die Abendvorstellung und findet diverse Bestätigungen für ihren Verdacht. Auf der Suche nach dem Wohnwagen des Zirkusdirektors kommt ihr ein Zentaur zu Hilfe, der sie freundlich darüber aufklärt, daß der schlaftrunkene Direktor vielen magischen Wesen Zuflucht in seinem Mondscheinzirkus gewähre. Leider spiele sich inzwischen Spitzbartrix als Direktor auf, und der angebliche „Hellwachtrunk“, den er dem Direktor verabreiche, wirke überhaupt nicht.

Nach einer Inspektion dieses Trankes weiß Petronella, was sie zu tun hat. Sie braut einen Gegenzaubertrank und stellt sich am nächsten Tag tapfer einem gefährlichen Zauberduell mit Spitzbartrix. Keine Frage, daß Petronella – natürlich mit tatkräftiger Unterstützung der Apfelmännchen – als Siegerin daraus hervorgeht und der „Schreckschräubling“ als Hase von dannen hoppelt.

Auch Herr Eisbein kommt dank Petronellas Gegenzaubertrank endlich wieder zu Sinnen und bietet Petronella sogleich begeistert eine Anstellung im Mondscheinzirkus an. Doch eine Apfelhexe hat ihr Zuhause dort, wo ihre Apfelbäume stehen…

Auch im zweiten Band von „Petronella Apfelmus“ versteht es die Autorin Sabine Städing, eine heiter-familiäre Atmosphäre, spielerische Spannung und viele zwischenmenschliche Qualitäten in die Apfelhexenabenteuer zu zaubern.

Die knuffigen Illustrationen von SaBine Büchner bereichern den Text um lebhafte, detailgetreue und warmherzige Charakterzeichnungen und sehr gut gelungene zeichnerische Inszenierungen situationskomischer Augenblicke.

Die Vorfreude auf den zweiten Band von „Petronella Apfelmus“ hat sich auf jeden Fall gelohnt.Und – alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei – der dritte Band ist schon in Vorbereitung…

Die Autorin:

»Sabine Städing wurde 1965 in Hamburg geboren und hat sich schon als Kind gerne Geschichten ausgedacht. Nach ihren drei Büchern rund um das Hexenmädchen Magnolia hat sie mit „Petronella Apfelmus“ eine neue Hexenfigur für jüngere Leser geschaffen. Nach „Petronella Apfelmus – Verhext und festgeklebt“ ist dies bereits der zweite Band rund um die kleine Hexe und ihre Freunde. Das dritte Abenteuer ist in Vorbereitung. «

Die Illustratorin:

»SaBine Büchner, geboren 1964 in Wuppertal, arbeitete als Sozialpädagogin in einem Kinderheim, bevor sie Kommunikationsdesign in Wuppertal und Animation an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg studierte. Sie hat zahlreiche Bücher illustriert und auch eigene Bilderbücher veröffentlicht. Ihre Arbeiten wurden bereits mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. «

Auch den zweiten Band von „Petronella Apfelmus“ gibt es zusätzlich als Hörbuch.

  • Gelesen von Nana Spier                           U1 Städing - Petronella II.indd
  • Hörbuch, bearbeitet, 157 Minuten
  • Lübbe Audio   12.3.2015                              http://www.luebbe.de/luebbe-audio
  • 2 CDs
  • ab 8 Jahren
  • 12,99 €
  • ISBN: 978-3-7857-5093-3

PS:
Gerne möchte ich noch darauf aufmerksam machen, daß der Verlag im Impressum auf das Thema der BUCHPREISBINDUNG eingeht, denn man kann es gar nicht oft genug wiederholen:

»Ein verlagsneues Buch kostet in Deutschland und Österreich jeweils überall dasselbe. Damit die kulturelle Vielfalt erhalten und für die Leser bezahlbar bleibt, gibt es die gesetzliche Buchpreisbindung. Ob im Internet, in der Großbuchhandlung, beim lokalen Buchhändler, im Dorf oder in der Großstadt – überall bekommen Sie Ihre verlagsneuen Bücher zum selben Preis.«

Petronella Apfelmus

  • Verhext und festgeklebt
  • von Sabine Städing
  • mit Illustrationen von SaBine Büchner
  • Boje Verlag, Juli 2014                                              www.boje-verlag.de
  • 207 Seiten
  • gebunden, mit Lesebändchen
  • 12,99 €
  • ISBN 978-3-414-82399-1
  • ab 8 Jahren
    978-3-414-82399-1-Staeding-Petronella-Apfelmus-org

A P F E L Z A U B E R

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

„Zirrbli, Zurrbli, Schnirkelschneck – nichts rührt sich mehr von seinem Fleck!“ (Seite 177)
So – mit diesem Zauberspruch habe ich Sie nun an den Text gefesselt, und Sie kommen erst wieder frei, wenn Sie ihn gelesen haben: Mit besonderem Vergnügen stelle ich Ihnen Petronella Apfelmus vor, die große kleine Hexe und Namensgeberin einer neuen Kinderbuchreihe von Sabine Städing.

Petronella Apfelmus ist eine Apfelbaumhexe, die „ganz standesgemäß in einem Apfel“ wohnt.
Sie ist die Hüterin eines verwilderten Gartens, der eine alte Mühle und das dazugehörige Wohnhaus umgibt. Im Garten wachsen viele alte – fast vergessene und fast ausgestorbene – Apfelbaumsorten, und Petronella pflegt, hegt und beschützt mit Unterstützung einiger Apfelmännchen diesen Baumbestand.

Zu Petronellas Spezialitäten gehört es, daß sie sich nach Belieben und Bedarf vergrößern oder verkleinern kann. Dazu benutzt sie eine magische Strickleiter: Wenn man diese Strickleiter apfelbaumaufwärts klettert, wird man so klein, daß man bequem in einem Apfel wohnen kann, klettert man hingegen apfelbaumabwärts, nimmt man eine menschliche Größe an.

Menschen, die Bäume fällen wollen oder Insektengifte versprühen, sind bei Petronella nicht beliebt und ganz und gar nicht erwünscht. Wenn es sein muß, werden solche Eindringlinge mit magischen Inszenierungen vergruselt und vergrault. Da kennt Petronella kein Pardon.

Mißtrauisch beäugt sie durch ihr goldenes Piratenfernrohr den Einzug einer Familie mit zwei Kindern in das alte Müllerwohnhaus. Sie berät sich mit Lucius, ihrem Hirschkäferfreund und Flugchauffeur, was sie tun könnten, um die lästigen Menschen zu vertreiben.

Die ausgeschickten Spinnen zum Erschrecken der Kinder, ein herbeigerufener Sturm, Wespenschwärme und ein monstermäßiges Schattenspiel sollten fürs erste genügen. Die neuen Bewohner bekommen zwar wirklich einen Schrecken nach dem anderen, aber sie bleiben.

Die Kinder, ein Zwillingspaar namens Lea und Luis, erkunden den wilden Garten und besonders Lea ist von der Märchenhaftigkeit dieses Fleckchens Erde überzeugt. Luis tut diese Schwärmerei zwar als Mädchenkram ab, aber heimlich ist auch er fasziniert.

Petronella beobachtet die Kinder genau; sie erweisen sich als tierlieb, neugierig und eigentlich ganz sympathisch, und die Hexe bekommt langsam ein schlechtes Gewissen wegen ihrer Vergraulaktionen.

Es dauert nicht lange, da entdecken die Kinder Petronellas Strickleiter im Apfelbaum und klopfen an ihre Apfelwohnungstür. Petronella empfängt den unerwarteten Besuch zunächst etwas widerwillig, doch schließlich freunden sich Lea, Luis, Petronella und Lucius sowie später auch noch die Apfelmännchen miteinander an.

Die Kinder erzählen Petronella, daß ihr Vater seine Arbeit als Bäcker verloren habe, weil sein Chef die Bäckergesellen durch teure Maschinen ersetzt hat. Da die Familie nun mit wenig Geld haushalten muß, sind sie in das preiswerte Mühlhaus eingezogen. Leider wäre es kalt und zugig, aber der Garten sei wunderbar.

Die Apfelbaumhexe veranlaßt daraufhin die Apfelmännchen, die zugigen Stellen des alten Hauses mit Spezialkitt zu isolieren. Langsam wird es richtig gemütlich im Wohnhaus, und die Kinder sind dankbar, erfreut und begeistert von ihrer geheimen Hexenfreundin.

Als in der Stadt ein Kuchenbackwettbewerb ausgeschrieben wird, erhoffen sich Lea und Luis, daß ihr Vater durch die Teilnahme und den möglichen Preisgewinn vielleicht aufgemuntert werden könnte.

Hilfsbereit stellt Petronella ihr zauberhaftes Apfelkuchenrezept zur Verfügung, und so nehmen – trotz einiger aufregender Zwischenfälle – die Dinge für alle Beteiligten einen immer erfreulicheren Verlauf.

Auf Petronellas gutes Herz ist absolut Verlaß, und wenn die Wirklichkeit hier und da einen magischen Schubs braucht, schwenkt sie ihren Zauberstab und organisiert glückliche „Zufälle“ für ihre lieben Nachbarn, die sie gar nicht mehr missen möchte.

Die Autorin, Sabine Städing, erzählt diese originelle Apfelhexengeschichte in leichtem, heiterem Tonfall mit spielerischem Tiefsinn und großer Warmherzigkeit.

Die knuffigen, detailverliebten Illustrationen von SaBine Büchner fügen sich dramaturgisch lebhaft in den Erzählfluß ein und harmonieren – mit ihrer warmherzigen Heiterkeit und einfühlsamen, augenzwinkernden Charakterzeichnung – ganz hervorragend mit dem Text.

Lobend erwähnen möchte ich noch das leuchtend orangefarbene LESEBÄNDCHEN,
eine nützliche Zier, die ich stets erfreut begrüße, wenn sie mir bei einem Buch begegnet.

Was braucht man für ein gelungenes Kinderbuch? Das Rezept verrät die Autorin indirekt durch eine Bemerkung von Petronella Apfelmus: „Du brauchst vor allen Dingen ein offenes Herz. Und einen Verstand, der bereit ist, auf dein Herz zu hören.“ (Seite 88)

So – nun dürfen Sie sich von meinem Text entfernen und sich in die nächste örtliche Buchhandlung begeben und dieses schöne Kinderbuch erwerben – für Ihr Kind, Ihren Enkel, Ihre kleine Schwester, Ihre Nichte oder Ihren Nachbarn, der alte Apfelbäume bewahrt …

Die Autorin:

»Sabine Städing wurde 1965 in Hamburg geboren und hat sich schon als Kind gerne Geschichten ausgedacht. Nach ihren drei Büchern rund um die Hexe Magnolia hat sie jetzt das erste Abenteuer aufgeschrieben, dass die kleine Hexe Petronella Apfelmus zusammen mit ihren Freunden erlebt. Die Autorin sitzt schon an der Fortsetzung der Reihe.«

Die Illustratorin:

»SaBine Büchner, geboren 1964 in Wuppertal, arbeitete als Sozialpädagogin in einem Kinderheim, bevor sie Kommunikationsdesign in Wuppertal und Animation an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg studierte. Sie hat zahlreiche Bücher illustriert und auch eigene Bilderbücher veröffentlicht. Ihre Arbeiten wurden bereits mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.«

 

PS:
Neben dem Buch zum Lesen gibt es eine schöne „Vorlesung“ des Buches von Nana Spier, der deutschen Synchronstimme von Drew Barrymore und Sarah Michelle Gellar u.v.a.
Lebhaft akzentuiert interpretiert sie die unterschiedlichen Charaktere. Je nach Bedarf artikuliert sie sehr nuancenreich, mal kindlich, aufgeregt, quengelig, besorgt, heiter, aufgeregt, mal selbstgefällig, besonnen, sinnlich, verschmitzt, herzlich, zauberhaft und sogar „huhnisch“.

978-3-7857-5003-2-Staeding-Petronella-Apfelmus-2CD-75-org

erschienen bei Lübbe Audio             http://www.luebbe.de/luebbe-audio
2 CDs
Laufzeit 14o Minuten,
aufgeteilt in 27 Abschnitte
ISBN 978-3-7857-5003-2
12,99 €

PPS:
Es gibt schon Anlaß zur Fortsetzungsvorfreude:
Der zweite Band von Petronella Apfelmus erscheint am 12.März 2015 und heißt  „Zauberschlaf und Knallfroschchaos“. Selbstverständlich werde ich auch die zauberhafte Fortsetzung besprechen …

Hier geht es zum zweiten Band von Petronella Apfelmus:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/03/25/petronella-apfelmus-band-2/