Bei dir piept’s wohl!

  • Lerne mich kennen und tu was für mich
  • von Bärbel Oftring
  • KOSMOS Verlag  2019   www.kosmos.de
  • Klappenbroschur
  • Fadenheftung
  • Format: 217 x 185 x 13 mm (LxBxH)
  • 144 Seiten
  • 300 Farbfotos
  • 14,99 €
  • ISBN 978-3-440-16405-1

HEIMATLICHE VOGELKUNDE

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Bärbel Oftring bietet mit „Bei dir piept’s wohl!“ ein übersichtliches Vogelbestimmungs-buch. Ergänzende naturnützliche Hinweise auf Pflanzen und Gestaltungsmaßnahmen vermitteln praktische Anregungen, wie man den eigenen Garten und Balkon für Vögel einladender machen kann.

Mit den 95 Vogelportraits von Amsel bis Zilpzalp, inklusive einiger Wasser- und Greif- vogelarten, lernen wir nicht nur, wie die Vögel aussehen, sondern auch welche Be- dürfnisse sie in Hinsicht auf Nahrung, Schutzgehölze, Badestellen und Brutplatz haben.

Die Vögel werden jeweils in Wort und Bild auf einer Doppelseite portraitiert. Stets be-kommen wir drei Fotos zu sehen, welche die Vögel in unterschiedlichen Körper- haltungen, beispielsweise im Anflug, im Ansitz, beim Futtersuchen und -Sammeln, Kükenfüttern, beim Baden, beim Zwitschern oder manchmal auch im oder am Nest zeigen. Dies erhöht die Aussagekraft der Fotos erheblich und hilft beim späteren Wiedererkennen in Natur und Garten.

Eine Reihe von im Vorwort anschaulich erklärten Symbolen hilft bei der schnellen Einordnung: Zugvogel, Ganzjahresvogel, Körner- oder Insektenfresser, Höhlen- oder Freibrüter, Futterstellenbesucher usw…

Die kurzen, konzentriert-informativen Begleittexte beschreiben Farbe, Muster und Auffälligkeiten von Gefieder, spezifische Verhaltensweisen, Flugbewegungen, Nistbe-dingungen und Bruthäufigkeit, Standort- und Nahrungsvorlieben sowie den art- typischen Vogelgesang. Als kostenlose Zugabe gibt es eine Kosmos-Plus-App  plus.kosmos.de   https://play.google.com/store/apps/details?id=com.kosmos.plus&utm_source=global_co&utm_medium=prtnr&utm_content=Mar2515&utm_campaign=PartBadge&pcampaignid=MKT-Other-global-all-co-prtnr-py-PartBadge-Mar2515-1  für Smartphone und Tablet, die sich durch die Eingabe des bei jedem Vogelportrait eingefügten Zahlencodes abrufen läßt. So kann man die Lektüre mit echtem Vogelgezwitscher lebhaft animieren und den eigenen akustischen Horizont ornithologisch erweitern.

Weiterführende Adressen von Naturschutzorganisationen und seriösen Anbietern von Naturschutzprodukten sowie einige Literaturhinweise erleichtern entgegenkommend die Suche nach sinnvollem Zubehör für die Gestaltung einer vogelfreundlichen Umgebung.

Ein Rezept für selbstgemachte Meisenknödel und Empfehlungen zu den Mindestmaßen für ein brauchbares Vogelfutterhaus, nebst vogelgerechtem Streufutter, runden dieses wissenswerte Buch für aktive Vogelliebhaber ganzheitlich und praktisch ab.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.kosmos.de/buecher/ratgeber/natur/voegel/10112/bei-dir-piept-s-wohl

 

Die Autorin:

»Bärbel Oftring liebte es schon als Kind, durch die Feld-, Fluss- und Waldlandschaft ihrer Heimat zu streifen und die Tiere und Pflanzen darin zu erkunden. Seit über 25 Jahren setzt die Diplom-Biologin ihre Liebe zur Natur als Autorin, Redakteurin und Herausgeberin von Sachbüchern für Kinder und Erwachsene, in erlebnisreichen Naturforscheraktionen mit Kindern sowie in der Zusammenarbeit mit dem Ornithologen Prof. Dr. Peter Berthold in die Tat um. Heute lebt die engagierte Naturforscherin mit Familie und Hund bei Böblingen.«

Querverweis:

Für weitere vogelmäßige Augenweiden empfiehlt sich der Bildband „Vögel ganz nah“ des Fotografen Roine Magnusson und der Autoren Mats und Åsa Ottosson.
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2019/01/04/voegel-ganz-nah/

Zur Vertiefung der Vogelbeobachtung empfiehlt sich ergänzend das Buch „Federnlesen“ von Johanna Romberg. Dieser Autorin gelingt es, mit einer Kombination aus subjektiven Naturerfahrungserlebnissen und konzentrierten naturkundlichen Informationen sowohl  nützliches Wissen als auch konstruktive Anregungen zur persönlichen Mitwirkung beim Vogelschutz sowie zur Praxis der Vogelbeobachtung zu vermitteln. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/05/02/federnlesen/

Wer seinen Wortschatz gerne vielsaitig und vogelgesangsspezifisch erweitern möchte, blättere im Handwörterbuch der Vogellaute „Singt der Vogel, ruft er oder schlägt er?“ von Peter Krauss eine faszinierende und klangvolle Wörtersammlung auf.
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/10/02/singt-der-vogel-ruft-er-oder-schlaegt-er/

 

 

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/
Werbeanzeigen

Pflanzen für Honigbienen

  • Wie Sie Ihren Garten zum Summen bringen
  • von Sarah Wyndham Lewis
  • Originalausgabe: »Planting for Honeybees«
  • Aus dem Englischen von Julia Paiva Nunes
  • mit Illustrationen von James Lewis Weston
  • Gerstenberg Verlag Juni 2018 http://www.gerstenberg-verlag.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 14 x 19 cm
  • 144 Seiten, durchgehend farbig
  • ISBN 978-3-8369-2152-7
  • 16,95 € (D), 17,50 € (A), 21,90 sFr.

BIENEN-BÜFETT

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Man kann es garnicht oft genug wiederholen: Wirklich jeder kann etwas dafür tun, daß Bienen in unserer Mitwelt genug nektarspendable Blühpflanzen vorfinden. Sarah Wynd-ham Lewis serviert zur Einführung in ihr Buch „Pflanzen für Honigbienen“ zunächst einige nahrhafte, wohlportionierte Wissenshäppchen über Honigbienen und Wild- bienen, Nektar, Pollen, Bienenwachs, Honig und Propolis, die Koevolution von Bienen und Blüten sowie über die Notwendigkeit eines vielfältigen, möglichst alle vier Jahres- zeiten berücksichtigenden Pflanzenangebots.

Sie rät dringend dazu, einheimische, biologisch angebaute Pflanzen, Zwiebeln, Samen und Blumenerde zu bevorzugen, da nur diese ohne schädliche „Mitgift“ auskommen, und selbstverständlich sollte man auch selbst ökologisch gärtnern.

Vom Allgemeinen kommt sie dann zum Speziellen und empfiehlt Pflanzen für verschie-dene Örtlichkeiten: Fenstersims und kleiner Balkon, Innenhof, Veranda, Terrasse, kleine Gärten, große Gärten, Dachterrassen, begrünte Dächer und vertikale Gärten. Nach vier Jahreszeiten strukturiert, listet sie passende Pflanzen auf, die wiederum in die Katego- rien Blumen, Kletterpflanzen, Sträucher und Bäume sowie eßbare Pflanzen eingeteilt werden.

Illustration von James Lewis Weston © Gerstenberg Verlag 2018

Zusätzlich gibt sie Hinweise für Bienenpflanzen, die sich für feuchte Böden und Teich-ränder eignen, und für Naschgärten mit Kräutern, Gemüse, Weinreben, Obststräuchern sowie Obst- und Nußbäumen. Bei den Anregungen für einen wilden Rasen listet die Autorin natürlich auch einige nützliche und ausdauernde Wildblumen auf.

Für ungeduldige Leser, die sofort mit dem Pflanzen loslegen wollen, gibt es im Anschluß an den Fließtext eine tabellarische Pflanzenliste in der bewährten Aufteilung nach Blumen, Kletterpflanzen, Sträuchern, Bäumen und Blühzeiten.

Ein Kapitel widmet die Autorin bewundernswerten Fakten über Honigbienen, die uns ihre immense Bedeutung für die Bestäubung zahlreicher Nahrungspflanzen und die faszinierend-komplexen Fähigkeiten der freundlich-fleißigen Bienen noch einmal ganz deutlich vor Augen führen. So besuchen Honigbienen etwa für ein 450g-Honigglas „über zwei Millionen Blüten und fliegen etwa 80.000 Kilometer.“ (Seite 112)

 

Illustration von James Lewis Weston © Gerstenberg Verlag 2018

Ein alphabetisches Register der Pflanzen mit deutscher und lateinischer Bezeichnung, ein ausführliches Quellenverzeichnis mit nützlichen Literaturhinweisen und Internet-Adressen zum Thema Bienen und Imkern, Bezugsquellen für bienenfreundliche Pflanzen, Beratung zur Dachbegrünung und für vertikale Gärten sowie Hinweise auf bienenfreundliche Schaugärten in Deutschland runden diesen Ratgeber erfreulich ganzheitlich ab.   

Die charmanten Illustrationen von James Lewis Weston sind zwar farblich nicht naturge-treu, sondern dekorativ-graphisch stilisiert, dennoch haben die Abbildungen zumindest in Bezug auf die Pflanzenwuchs-, Blatt- und Blütenformen echten Wiedererkennungs- wert.

Sarah Wyndham Lewis‘ Buch ist sehr übersichtlich und systematisch aufgebaut. Es infor-miert klar, konzentriert und praxisnah. Mit den Anregungen aus „Pflanzen für Honigbie-nen“ können Anfänger ebenso wie erfahrene Gärtner ein Schlaraffenland für Bienen gestalten.

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
http://www.gerstenberg-verlag.de/index.php?id=detailansicht&url_ISBN=9783836921527

 

Die Autorin:

»Sarah Wyndham Lewis schreibt seit über 30 Jahren als freiberufliche Autorin und Jour-nalistin über verschiedene Themen. Seit 2007 führt sie zusammen mit ihrem Ehemann Dale Gibson den nachhaltigen Bienenzucht- und Imkerbetrieb »Bermondsey Street Bees« Die beiden leben in London und Suffolk, wo Sarah ihr Projekt eines bienenfreundlichen Gartens weiterhin fortführt. In London arbeiten sie mit gemeinnützigen Vereinen und Geschäftsleuten zusammen, um öffentliche Plätze mit Pflanzen für Honigbienen zu begrünen.
Als Insektenallergikerin ist Sarah zwar ein eher ungewöhnlicher Bienenfan, aber die vielen Jahre des engen Zusammenlebens mit Bienen, das Lernen, Schreiben und das Verkosten von Honig hat aus ihr eine leidenschaftliche Fürsprecherin für die Bedürfnisse dieses sanften, fleißigen Insekts gemacht.«

Querverweis:

Eine bienensummende Ergänzung zu „Pflanzen für Honigbienen“ ist das Buch „Die Stadtbienen“ von Erika Mayr. Dort wird dem geneigten Leser auch das Imkerhandwerk animierend schmackhaft gemacht. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/04/25/die-stadtbienen/

Außerdem lege ich Ihnen gerne und nachdrücklich Almuths bienenfleißige Webseite „Natur auf dem Balkon“ ans Herz. Dort finden sich viele praktikable Anregungen für (wild)bienenförderliche Lebensbedingungen, zu denen jeder etwas beitragen kann. Feine Fotos und liebevoll-informative Texte bieten jede Menge wissenswerte Nachhilfe in Hinsicht auf die Gestaltung eines bienenfreundlichen Balkon-Ambientes. https://naturaufdembalkon.wordpress.com/

 

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/

 

 

Wildbienenhelfer

  • Wildbienen & Blühpflanzen
  • von Anja Eder
  • Co-Autoren: Dirk Peters und Michael Römer
  • TiPP 4 Verlag  Januar 2018   www.tipp4.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 21,5 cm x 30,4 cm
  • 39,90 €
  • ISBN 978-3-9439691-9-1

EIN  WILDBIENENBUCH  ZUM  SCHWÄRMEN

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Anja Eders „Wildbienenhelfer“ wird Sie mit faszinierenden Fotos, hinreißend-schönen Makroaufnahmen und sachdienlichen Informationen  wildbienenkundig machen und Ihnen dabei helfen, in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon die passenden Pflanzen und Lebensbedingungen für Wildbienen zusammenzustellen.

Beim Thema Bestäuberinsekten dürfen wir nicht auf  die viel zu langsamen Weichen-stellungen der Politik oder gar auf die unwahrscheinliche lebensdienliche Einsicht marktmächtiger, profitorientierter Konzerne warten, nein, wir müssen und – vor allem – wir können selber etwas tun, um das Überleben von Wildbienen zu fördern.

Die Formel ist ganz einfach: Leben die Bienen, wächst und gedeiht auch unsere Nahrung. Sterben die Bienen, wird es knapp mit der menschlichen Ernährung. Und damit ist nicht der köstliche Honig gemeint, sondern eine Vielzahl von Gemüse- und Obstsorten, Ölsaaten, Nüssen und Kräutern sowie – bei weltweiter Betrachtung – auch der beliebte Kaffee.

Balkone, Pflanzkübel, private Gärten, Baumscheiben, öffentliche Parkanlagen und Straßengrünrandstreifen usw. lassen sich in Nektar- und Pollenimbißstuben für Wild- bienen verwandeln. „Es gilt, die Herrschaft der Monokulturen aufzubrechen.“ (Seite 6) Jede Blüte zählt und hilft, und wenn Sie wissen wollen, welche einheimischen Blüten-pflanzen und Gehölze den bienenfleißigen Bestäubern im Jahreslauf Nahrung und Schutz bieten, lesen sie Anja Eders engagiertes Buch.

Nach einer kurzen Einführung in die lebensfeindlichen Auswirkungen industrieller Landwirtschaft und Monokulturen, insbesondere in die negativen Wirkungen von Neonicotinoiden auf das Nervensystem von Insekten, folgt eine kurze Erläuterung der Koevolution von Pflanzen und Bienen sowie eine anschauliche Darstellung des Bienenkörperbaus.

Sodann beginnt das Wildbienenjahr mit dem Februar, dem ersten Monat, in dem bereits frühe Wildbienen unterwegs sind. Monat für Monat werden Wildbienen und die jahres-zeitlich passenden Blühpflanzen vorgestellt. Prägnante Beschreibungen der Erkennungs-merkmale, Lebens- und Nistraumbedürfnisse und Blütenvorlieben werden durch wunderschöne, teilweise ganzseitige Makroaufnahmen der Wildbienen illustriert. Ergänzende graphische Darstellungen zeigen die Bienen in Originalgröße.

Foto: Anja Eder © Dunkle Erdhummel und Mauer-Maskenbiene

Daran anschließend folgen die entsprechenden Blühpflanzen, welche mit kurzen schriftlichen Portraits, einer vierstufigen graphischen Darstellung des Nektar- und Pollengehalts sowie anschaulichen Fotos dokumentiert werden; dabei ist der weiße Hintergrund der Pflanzendarstellungen besonders betrachterfreundlich.

Hier wird das Füllhorn natürlichen Reichtums so liebevoll und ansprechend dargestellt, daß man es kaum abwarten kann, im Rahmen der eigenen Gestaltungsmöglichkeiten für die Wildbienen aktiv zu werden. Wildbienen gibt es in der Größenordnung von 1,3 bis 30 mm, manche Arten wird man wohl erst nach dem Kennenlernen im Buch auch in der freien Wildbahn wahrnehmen und zuordnen können. Während Gartenhummeln recht groß und auffällig sind, kann man die winzigen Furchen und Maskenbienen leicht übersehen.

Weltweit gibt es bis zu 30 000 Arten von Wildbienen, in Deutschland sind es 560 Arten, von denen 30 bereits vom Aussterben bedroht sind. Viele Wildbienen leben und brüten solitär oder nur in kleinen Brutkolonien zusammen. Manche Arten sind bezüglich des Blütenpollenangebots nicht wählerisch, und sie bedienen sich bei vielen Blühpflanzen. Solchen polylektischen Wildbienen stehen die oligolektischen Wildbienen gegenüber, die nur wenige, manche sogar – wie beispielsweise die Blutweiderich-Sägehornbiene, die Eisenhut-Hummel, die Efeu-Seidenbiene, die Glänzende Natternkopf-Mauerbiene und die Lauch-Maskenbiene – nur auf eine einzige Pflanzenart spezialisiert sind. Verschwindet die Pflanze, verschwindet auch die symbiotische Biene.

Foto: Anja Eder © Efeu-Seidenbiene

Das großzügige DIN-4-Format des Buches mit dem hochwertigen LuxoArt Samt 15og/m² FSC-Papier wird den meisterhaften Fotografien, die fast alle von Anja Eder stammen, besonders gut gerecht und offenbart Einblicke in faszinierende, feinste Einzelheiten von Bienen und Blütenpflanzen. Die Betrachtung der zahlreichen Fotos schult das Auge für die Details des Bienenkörpers. So konnte ich kürzlich im März stolz wiedererkennen, daß es sich bei der gehörnten Mauerbiene in meinen Krokussen um ein Männchen handelte, da es weißes Kopfhaar und einen weißen Bart hatte, körperliche Merkmale, welche die Weibchen nicht haben.

Foto: Anja Eder © Rostrote Mauerbiene

Einige Hinweise zur Gartenpflege runden dieses nützliche und schöne Buch kompetent ab. Den selbstverständlichen Verzicht auf Insektengifte und Kunstdünger vorausgesetzt, braucht es unaufgeräumte Bereiche, in denen Laub und Tothölzer liegen bleiben dürfen; Steinhaufen, Trockenmauern und unbefestigte Gartenwege  bieten vielen Wildbienen Rückzugsorte und Nistnischen. Es empfiehlt sich zudem, abgestorbene Staudenstengel stehenzulassen, weil in den markhaltigen Stengeln oft Wildbienenbrut untergebracht wird. All diese Maßnahmen bieten außerdem auch viele geschützte Winterrückzugs-möglichkeiten für Hummeln, die vom Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr Winterschlaf halten.

Foto: Anja Eder © schlafende Florentiner Wollbiene

Anja Eder weist deutlich darauf hin, daß viele käufliche Insektenhotels für Wildbienen nutzlos sind, da sie mehr der geschäftstüchtigen Resteverwertung von Hölzern und Lochziegeln dienen als den biologischen Notwendigkeiten einer Wildbienennistnische. So sind die Niströhren oft ausgefranst und versplittert, was für die zarten Hautflügel große Verletzungsgefahren mitbringt, oft sind die Röhrendurchmesser viel zu groß und die Röhrenlänge zu klein usw.

Als Nisthilfe besser geeignet sind dickwandige Bambusröhren mit abgeschliffenen Rändern. Bohrlöcher für Niströhren sollten nur in die Längsseite eines gut abgelagerten, harzfreien Hartholzstammes (Esche, Apfel, Pflaume, Birne, Haselnuß, Eiche) gebohrt werden, um winterliche Frostrisse zu vermeiden. Ein Schutz durch Kaninchendraht, damit Meisen und Spechte sich nicht an diesem Bienenlarvenbufett bedienen, ist ebenfalls empfehlenswert.

Mit den Informationen und Anleitungen aus diesem wertvollen Buch kann jeder zum Wildbienenhelfer werden. Also ran an die Lektüre und den animierenden Genuß fantastischer Bienenfotos und dann raus in die Praxis, um die erlesenen Kenntnisse ins Handeln zu übersetzen und ein Refugium für Wildbienen zu schaffen.

 

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf Anja Eders Webseite:
https://www.wildbienen-garten.de/wildbienen-buch/

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
http://www.tipp4.de/e288/e1963/index_ger.html?preview=preview

Ein Euro des Verkaufspreises wird gespendet an das Projekt „Zukunft für Wildbienen & Co“ der Deutschen Umwelthilfe: http://www.duh.de/wildbiene

 

Die Autorin:

»Anja Eder ist selbständige Gafik-Designerin. Mit ihrem Partner Michael Römer führt sie unter dem Namen picnic-design ein Büro für  visuelle Kommunikation. 2010 erhielten Anja Eder und Michael Römer für ihren Entwurf der Leuchtserie „Moonjelly“ den reddot design award.«

 

Querverweise:

Zum Thema Bienen und Mitweltschutz empfehle ich zusätzlich dringend das aufklärend-informative Buch von Ute Scheub: »Ackergifte? Nein danke! Für eine enkeltaugliche Landwirtschaf. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/03/12/ackergifte-nein-danke/

Wer sich auf anspruchsvolle Sachbuchlektüre einlassen mag, findet bei Randolf Menzels und Matthias Eckholdts Buch „Die Intelligenz der Bienen“ ebenso faszinierenden wie hochkonzentrierten Wissensnektar. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/05/24/die-intelligenz-der-bienen/

Des weiteren lohnt sich ein ausführlicher Besuch auf Almuths bienenfleißiger Webseite
„Natur auf dem Balkon“: https://naturaufdembalkon.wordpress.com/
Dort läßt sich lebhaft besichtigen und erlesen, wieviel weltrettende Wildbienenpflege alleine auf einem Balkon möglich ist.

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/

 

Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte

  • von Luis Sepúlveda
  • Aus dem Spanischen von Willi Zurbrügge
  • Mit Bildern von Sabine Wilharm
  • deutsche Erstausgabe: Fischer Taschenbuchverlag 1997
  • Neuausgabe: Fischer Verlag  November 2009    http://www.fischerverlage.de
  • 144 Seiten
  • 9,99 € (D)
  • ISBN 978-3-596-80919-6
  • zum Selbsterlesen ab 8 Jahren
  • ansonsten jedoch eine vollkommen alterslose Geschichte
    978-3-596-80919-6.325854.jpg Wie Kater Zorbas

KATZENPERSPEKTIVE  UND  VOGELPERSPEKTIVE

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Der dicke, schwarze Kater Zorbas lebt in Hamburg, im Hafenviertel, und er ist mit einigen interessanten Katerpersönlichkeiten gut verkumpelt und befreundet. Er lebt bei dem freundlichen Jungen, der ihm einst das Leben gerettet hat, in einer Wohnung mit Balkon und schöner Aussicht auf den Hamburger Hafen.

Es sind Sommerferien, und der Junge ist mit seiner Familie verreist; einmal am Tag kommt ein Freund der Familie in die Wohnung, wechselt die Streu im Katzenklo aus, stellt Katzenfutter bereit, und nach einer kurzen Streicheleinheit ist Kater Zorbas wieder allein. Das ist ihm ganz recht, denn Kater gehen gerne eigenwillige Wege, und Menschen sind da manchmal hinderlich.

Zorbas nimmt gerade ein behagliches Sonnenbad auf seinem Balkon, als eine Möwe mit ölverklebtem Gefieder genau auf dem Balkon notlandet. Hilfsbereit will sich Zorbas gleich auf den Weg machen, um Rat und Hilfe von seinen Katerfreunden zu holen. Doch die Möwe weiß, daß ihr nicht mehr viel Lebenszeit bleibt, und hat einen ganz anderen Wunsch – sie will noch ein Ei legen und nimmt dem Kater drei Versprechen ab:

1. das Ei nicht aufzuessen,
2. das Ei auszubrüten,
3. dem geschlüpften Möwenküken das Fliegen beizubringen.

Kater Zorbas, der von edler Gesinnung ist, gibt der Möwe aus Mitgefühl und bei seiner Katerehre alle drei Versprechen und sucht sodann seine Katerkumpel auf: Colonello und Secretario sind „Untermieter“ eines italienischen Restaurants, Schlaumeier wohnt in einem riesigen Trödelbazar, und er ist sehr belesen, und dann ist da noch Hein Reling, ein Schiffskater, der in einem herrlichen maritimen Jargon miaut.

In Zorbas Abwesenheit legt die Möwe ihr Ei und stirbt. Die Kater begraben und betrauern die Möwe angemessen – eine Silbermöwe übrigens, wie der Schlaumeier kundzutun weiß. Dann beginnt für Zorbas eine anstrengende Zeit des Eibebrütens; doch Katerehrenwort ist Katerehrenwort und wird gehalten.

Nachdem das niedliche Küken geschlüpft ist und Zorbas mit Mama anspricht, wird es von der Katergemeinschaft feierlich auf den Namen „Afortunada“ getauft und in den weitläufigen Räumlichkeiten des Bazars versteckt, fürsorglich gefüttert und großgezogen. Bloß mit dem Flugunterricht hapert es. Schlaumeiers Vorlesungen zur Aerodynamik führen leider nicht zum gewünschten Erfolg.

Nach diversen mißglückten Flugversuchen bittet Zorbas darum, die Hilfe eines Menschen in Anspruch nehmen zu dürfen. Dazu muß er das Tabu – niemals in Menschensprache zu miauen – brechen. Dies ist ein großes Risiko, da die Menschen intelligente Tiere durch alberne Kunststückchen demütigen oder grausame und dumme Experimente mit ihnen machen.

Nach langer Beratung und sorgfältiger Überprüfung einiger in Frage kommender Menschen schlägt Zorbas einen Menschen vor, der Dichter ist undder mit seinen Wörtern fliegen kann.

Zorbas miaut den Dichter in Menschensprache an, und dieser ist nach anfänglicher Irritation sehr kooperativ. Er hat eine ebenso poetische wie praktische Idee, wie man der kleinen Möwe ihr luftiges Element schmackhaft machen könne …

Der besondere Reiz dieser Geschichte liegt in der vogel-und katzenperspektivischen Welt- und Menschensicht. Beispielsweise erinnert sich die ölverseuchte Möwe an kleine Schiffe, die in den Farben des Regenbogens bemalt waren und die große Schiffe daran hinderten, ihre Öltanks ins offene Meer auszuleeren – eine schöne „tierische“ Hommage an Greenpeace.

Luis Sepúlveda beschreibt die unterschiedlichen Katzenpersönlichkeiten wunderbar lebendig; und in Verbindung mit den ausgesprochen charakterstarken Illustrationen von Sabine Wilharm bekommen wir hier eine ganz außergewöhnliche Inszenierung von Text und Bild geboten.

„Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte“ ist eine heiter-tiefsinnige, sehr warmherzige Geschichte, deren eigenwilliger Charme kindliche und erwachsene Leser gleichermaßen anspricht. Es ist eines dieser seltenheitswertigen Bücher, die man immer wieder zur Hand nimmt und die sich kein bißchen abnutzen!

Und dieses Buch mit seinen herrlichen Katzencharakterzeichnungen ist auch ein geeignetes Geschenk für alle Katzenliebhaber- und Liebhaberinnen.

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.fischerverlage.de/buch/wie_kater_zorbas_der_kleinen_moewe_das_fliegen_beibrachte/9783596856824

Der Autor:

»Luis Sepúvelda, geboren 1949 in Nordchile, ging nach politischem Engagement in der Studenten- und Gewerkschaftsbewegung ins Exil nach Ecuador, gründete Theatergruppen in Peru, Ecuador und Kolumbien, arbeitete als Journalist. Er lebt heute in Spanien. Luis Sepúlveda schreibt Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Hörspiele und Essays. Sein Werk wurde mit mehreren literarischen Preisen ausgezeichnet.«

Die Illustratorin:

»Sabine Wilharm, geboren 1954, studierte Illustration an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg und arbeitet als freie Illustratorin vorwiegend für Kinderbuchverlage.
Für Fischer hat sie u.a. auch Luis Sepúlvedas KInderbuch „Wie der Kater und die Maus trotzdem Freunde wurden“ illustriert.«

Der Übersetzer:

»Willi Zurbrüggen, geboren 1949 in Borghorst, Westfalen, absolvierte eine Sparkassenlehre und arbeitete bei einer Investmentbank in Frankfurt am Main. Er bereiste den Maghreb und den Vorderen Orient, bevor er zwei Jahre in Mexiko und Mittelamerika lebte .Seit 1980 ist er freier Literaturüber-setzer aus dem Spanischen. Für seine Übersetzungen wurde er mehrfach ausgezeichnet.«

 

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/