Tierisch guter Balkon

  • Kleine Fläche, großer Nutzen – so wird der Balkon zum Tierparadies
  • von Bärbel Oftring
  • KOSMOS Verlag, 2022 www.kosmos.de
  • Klappenbroschur
  • Fadenheftung
  • Format: 240 x170 mm
  • 160 Farbfotos
  • 128 Seiten
  • 18,00 €
  • ISBN 978-3-440-17411-1

Tierisch guter Balkon
NATÜRLICHE  BALKONBELEBUNG

Rezension von Ulrike Sokul ©

Bereits Bärbel Oftrings Buch „Worauf fliegst du – Tierparadiese pflanzen und pflegen“ (siehe meine Rezension:  Worauf fliegst du – Tierparadiese pflanzen und pflegen ) widmete sich dem Thema, wie sich der Garten so gestalten und bepflanzen läßt, daß Tiere dort gerne einziehen und auskömmlich leben können. Ein Balkon kann ebenfalls naturgemäß eingerichtet werden, doch die Lebensbedingungen und das Kleinklima unterscheiden sich selbstverständlich von denen im Garten.

Doch zunächst stellt die Autorin verschiedene Tiere vor, die sich als Balkongäste ein-finden können: Honig- und Wildbienen, Schmetterlinge und ihre Raupen, Käfer, Schweb- und Florfliegen, Blumenwanzen, Wespen, Spinnen und Blattläuse. Hinsichtlich der Blatt-läuse bieten die Larven von Florfliegen und Marienkäfern natürliche Regulation. Und damit man die nützlichen Helferlein auch richtig erkennt, gibt es aussagekräftige Fotos. In Kurzportraits wird zudem jeweils eine überschaubare Anzahl von Wildbienen und Schmetterlingen in Wort und Bild vorgestellt.

Weitere tierische Besucher sind Vögel (hauptsächlich Amsel, Blaumeise, Kohlmeise, Rotkelchen, Haussperling, Kleiber, Grünfink), und ganz besondere Balkongäste sind Eichhörnchen und Mauereidechsen.

Auf einer Doppelseite des Buches werden Spuren gezeigt, welche die tierischen Gäste hinterlassen. So lernt man u.a. winzige Eier am Stiel kennen (Florfliegeneier), kleine tropfenförmige Gebilde zeugen von verpuppten Hain-Schwebfliegen, und kreisrunde oder ovale Löcher in Blättern stammen von Blattschneiderbienen, die mit diesen Blattstücken ihre Brutzellen auskleiden.

Auf einem Balkon können Pflanzen nur in Kübeln wachsen, und deshalb eignen sich nicht alle Pflanzen gleichermaßen für solche erdmengenmäßig eingeschränkten Gegebenheiten. Gleichwohl gibt es eine Fülle botanischer Möglichkeiten, die auch sehr gut im Topf funktionieren, wenn man einige Spielregeln beachtet. Außerdem soll die pflanzliche Topfverträglichkeit sinnvoll kombiniert werden mit Pflanzen, die für die Bedürfnisse von Tieren geeignet sind. Denn:

 »Für Tiere hingegen sind Pflanzen mehr oder weniger alles, was sie im Leben haben, denn Pflanzen sind ihre Lebensgrundlage als Lebensraum, Versteck und Unterschlupf, Nahrungsquelle, Brut- und Nistplatz sowie Jagdrevier zugleich.« (Seite 38)

Das bedeutet, daß überzüchtete, sterile und die meisten exotischen Pflanzen nicht zur naturgerechten Bepflanzung gehören. Abgesehen von der nicht unbeträchtlichen Gift- und Kunstdüngerladung, welche die konventionell gezüchteten Pflanzen enthalten, sind – man kann es nicht oft genug wiederholen – gefüllte Blütenzüchtungen nur schöner Schein. Denn solche Blüten bieten weder Nektar noch Pollen und disqualifizieren sich somit als Nahrungsquelle für Insekten.

Die Autorin stellt sowohl tabellarisch wie in bebilderten, kurzen Einzelportraits geeignete Bienenblumen vor. Dazu gehören viele pflegeleichte heimische Wildblumen, die sich leicht versamen, so daß beiläufig schon für pflanzlichen Nachwuchs gesorgt ist, und diverse Küchenkräuter, von denen praktischerweise auch der Mensch gerne nascht.

Die Pflanzenempfehlungen sind nach den unterschiedlichen Lichtgegebenheiten (sonnig, schattig, halb-schattig) von Süd-, Nord-, Ost- oder Westbalkonlage geordnet. Die unterschiedlichen  Pflanzenbedürfnisse hinsichtlich mager-trockenem oder nährstoff- reich-feuchtem Substrat werden gut erklärt. Attraktive Fotos von diversen Pflanzkombi- nationen und Balkonszenerien runden die Textinformationen anschaulich ab.

Weitere Kapitel erweitern das Pflanzenspektrum um Kletter- und Rankpflanzen, Wild- und Obststräucher sowie einige Wildrosenarten.

Neben pflanzlichen Nahrungsquellen sind Wasserstellen zum Trinken und zum Baden wichtig. Für Vögel eignen sich flache, nicht zu glatte Wasserschalen (hellfarbige Keramik erwärmt sich im Sonnenlicht nicht so schnell wie dunkle). Auch eine Sandbadestelle läßt sich mit einem etwas tieferen Kübel voll feinen Sands einrichten.

Für Bienen und Wespen füllt man eine flache Schale mit Steinen und gibt dann Wasser hinzu. So können die Insekten trinken, ohne in eine tiefe Wasserfläche zu fallen und dort unterzugehen. Ergänzend kann man auch Moospolster hinzufügen. Auch für Mini- teiche und Sumpfkübel findet sich in diesem Ratgeber eine balkongerechte Anleitung. 

Anschauliche Schritt-für-Schritt-Bauanleitungen für Wildbienennisthilfen aus Bambus, Hartholz und Himbeerstengeln erweitern das Spektrum der balkongastgeberischen Gestaltungsmöglichkeiten. Hinzu kommen Anregungen für diverse Vogelfutter- und Nistmaterialspender und eine Bauanleitung für einen Nistkasten aus Holz.

Zum guten Schluß bietet die Autorin noch einen kleinen Exkurs in die Installation eines Wurmkomposters für den Balkon.  

Bärbel Oftring bietet dem geneigten Leser gut strukturiertes, biologisches Grundlagen-wissen und einfach umzusetzende praktische Anleitungen für eine tierfreundliche Naturbalkoneinrichtung. Dieser animierende Ratgeber eignet sich hervorragend für Anfänger, doch auch bereits kundige Naturbalkongastgeber können hier gewiß noch die eine oder andere ergänzende Anregung finden.

Während der Lektüre wächst man – bei entsprechender natürlicher Aufgeschlossenheit –  immer mehr in die pflanzlich-tierische Perspektive hinein und betrachtet die Welt nicht mehr ausschließlich aus menschlicher Sicht.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.kosmos.de/buecher/ratgeber-naturfuehrer/garten/gartengestaltung/14746/tierisch-guter-balkon

Die Autorin:

»Bärbel Oftring ist Diplom-Biologin mit den Schwerpunkten Botanik, Zoologie und Paläontologie. Ihre Liebe zur Natur setzt sie heute als Autorin, Redakteurin und Heraus-geberin von zahlreichen Sachbüchern für Kinder und Erwachsene sowie in erlebnisreichen Naturforscheraktionen in die Tat um. Ihre Bücher vermitteln auf anschauliche und interessante Weise, was es alles über Tiere und Pflanzen in der Natur und im Garten zu entdecken gibt. Viele wurden bereits ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Die engagierte Naturforscherin lebt mit ihrer Familie und ihrem Hund bei Böblingen.«

Querverweis:

Ergänzend empfiehlt sich zudem noch Bärbel Oftrings Sachbuch „Worauf fliegst du/Tierparadiese pflanzen und pflegen“: Worauf fliegst du – Tierparadiese pflanzen und pflegen
und der Ratgeber  „Grüner geht’s nicht – Nachhaltig gärtnern auf dem Balkon“ von Melanie Öhlenbach Grüner gehts nicht – Nachhaltig gärtnern auf dem Balkon
sowie „Wilde Kübel – unkompliziert, naturnah und insektenfreundlich“ von Simone Kern: Wilde Kübel – unkompliziert, naturnah und insektenfreundlich

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Worauf fliegst du?

  • Tierparadiese pflanzen und pflegen
  • von Bärbel Oftring
  • KOSMOS Verlag, 1. Auflage 2021 www.kosmos.de
  • Klappenbroschur
  • Fadenheftung
  • Format: 215 x 185 x 14 mm
  • 250 Farbfotos
  • 144 Seiten
  • 18,00 €
  • ISBN 978-3-440-17263-6

Ausgezeichnet mit  dem „Deutschen Gartenbuchpreis 2022“ in der Kategorie „Tiere im Garten“

Worauf fliegst du

TIERFREUNDLICHE  INFRASTRUKTUREN

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

„Worauf fliegst du?“ bietet eine komprimierte und übersichtliche Anleitung für die tier-freundliche Gartengestaltung. Dabei kommt es nicht nur auf die Auswahl standortge- rechter einheimischer Pflanzen an, die mit einem guten Nektar-, Blütenpollen- und Früchtevorrat aufwarten, sondern auch auf diverse Kleinstrukturen, die Vögeln, Insek- ten und gegebenenfalls auch Igeln, Eichhörnchen, Siebenschläfern, Haselmäusen, Kröten, Fröschen und Molchen sowie Blindschleichen und Eidechsen einen angemessen- en Lebensraum eröffnen.

Ausreichende pflanzliche Nahrungsquellen sind lebenswichtig, doch ungestörte Rück-zugsräume beispielsweise für den Jahreslauf der Entwicklungsphasen von Insekten, frostschützende Überwinterungsgelegenheiten in Spalten und Löchern von Totholz und Schichten von Laubstreu, sind gleichermaßen wichtig, ja, notwendig für den Lebens- zyklus zahlreicher Insekten. Vögel brauchen zum erfolgreichen Nisten dichte, gerne auch dornige Gehölze und Wildsträucher, Hecken sowie Bäume. Mauer- und Wandbe- grünungen mit Efeu oder anderen Rankpflanzen bieten ebenfalls gute Nist- und Lebensräume für Vögel und Insekten. Der Garten sollte nicht von steriler Ordnung geprägt sein, sondern von einer natürlich gestalteten Wildnis.

»Eine große Vielfalt an Pflanzen genügt nicht, Tiere brauchen auch verschiedene Struk-turen, in denen sie sich verstecken, schützen und vermehren können. In jedem Garten gibt es genügend Platz für viele solche Kleinstlebensräume, die durch weniger Aufräumen auch von selbst entstehen.«

Zu den allgemeinen Empfehlungen gehört der absolute Verzicht auf Insektizide, Herbi- zide und Fungizide sowie mineralische Dünger. Außerdem wird viel Freiraum für Blumenrasen und Blumenwiesen anstelle von „ordentlicher“ Rasenmonokultur empfohlen. Verwelkte Sommerblumen, abgeblühte Stauden und Gräser sollten den Herbst und Winter über weitgehend stehenbleiben, da deren Samenvorrat noch so manchen Vogel durchfüttern kann und weil in hohlen Pflanzenstängeln viele Insek- tenlarven überwintern, die sonst beim „Aufräumen“ entsorgt werden, so daß im Früh- jahr diese neue Insektengeneration ausfällt. Außerdem schützt eine geschlossene Pflanzendecke nebst Laubstreu den Boden vor Erosion und dient den Bodenorganismen als natürlicher Dünger.

»Pflanzengerecht düngen heißt, Regenwürmer und alle anderen Bodenlebewesen mit organischen Materialien zu ernähren.« (Seite 6)

Weitere für Tiere einladende Gartenbedingungen sind Reisig-, Geäst und Totholzhaufen, Holzstapel, alte Wurzelstöcke, offene, möglichst trockene, sandige oder lehmige Boden-bereiche für bodennistende Wildbienen, lose Steinhaufen und Trockenmauern aus Natursteinen mit offenen Fugen und Hohlräumen und einige Wasserstellen – sei es in Form eines Teichs und/oder durch Wasserschalen -, die zahlreichen Tieren als Tränke und „Badeanstalt“ dienen.
 
Nacheinander werden im Buche die Lebensbedürfnisse von Vögeln, Insekten, Bienen und Wespen, Schmetterlingen sowie Igeln, Eichhörnchen und Co. erläutert. Übersicht- liche Einzelportraits beschreiben auf jeweils einer Doppelseite die Lebensbedürfnisse weitverbreiteter Tierarten, nebst individueller Nahrungs- und Nistplatzvorlieben und typischer Verhaltensweisen. Zahlreiche Farbfotos und eine steckbriefartige Beschrei- bung helfen bei der Tierbestimmung. Dabei wird jedem Tier eine besonders passende Pflanze zugeordnet, die ebenfalls abgebildet und mit ihren botanischen Eigenschaften vorgestellt wird.

So lernen wir über 80 Gartentiere und Pflanzen kennen und können, je nachdem welche Tiere sich vielleicht bereits im Garten gezeigt haben oder welche wir gerne noch ein- laden möchten, entsprechende förderliche botanische und gartenstrukturelle Gestaltungen vornehmen.

Ein alphabetisches Register hilft beim gezielten Nachschlagen. Einige Seiten mit Steck-briefen weiterer empfehlenswerter Gartenpflanzen sowie eine Nahrungspflanzen-Über-sichtstabelle mit aufgelistetem Bienenweidenwert für Honigbienen ergänzen das gärtnerische Wissensspektrum. 

Bärbel Oftring zeichnet sich auch bei diesem Ratgeber wieder durch einen fundierten und sehr anschaulich-lebendigen Schreibstil aus, der ökolo- gische Wissensvermittlung und praktische Informationen gekonnt mit naturliebhaberischer Motivation verbindet.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.kosmos.de/buecher/ratgeber-naturfuehrer/garten/gartenpraxis/11835/worauf-fliegst-du

Die Autorin:

»Bärbel Oftring ist Diplom-Biologin mit den Schwerpunkten Botanik, Zoologie und Paläontologie. Ihre Liebe zur Natur setzt sie heute als Autorin, Redakteurin und Heraus-geberin von zahlreichen Sachbüchern für Kinder und Erwachsene sowie in erlebnisreichen Naturforscheraktionen in die Tat um. Ihre Bücher vermitteln auf anschauliche und interessante Weise, was es alles über Tiere und Pflanzen in der Natur und im Garten zu entdecken gibt. Viele wurden bereits ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Die engagierte Naturforscherin lebt mit ihrer Familie und ihrem Hund bei Böblingen.«

Querverweis:

Eine harmonische Ergänzung mit dem Schwerpunkt auf insektenfreundliches Gärtnern bieten folgende Sachbücher von Simone Kern:

„Mein Garten summt!“ sowie der JAHRESPLANER „Mein Garten summt“
Mein Garten summt
„Wilde Kübel – unkompliziert, naturnah, insektenfreundlich“
Wilde Kübel
„Der antiautoritäre Garten/Gärten, die sich selbst gestalten“
Der antiautoritäre Garten

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Mach mich locker!

  • Wer den Boden kennt, gärtnert erfolgreich und nachhaltig
  • von Bärbel Oftring
  • KOSMOS Verlag, 2021 www.kosmos.de
  • Klappenbroschur
  • Format: 241 x 172 mm
  • 128 Seiten
  • 162 Farbfotos
  • 21 Farbzeichnungen
  • 18,00 €(D)
  • ISBN 978-440-17062-5

Ausgezeichnet mit dem „Deutschen Gartenbuchpreis 2021“- Sonderpreis in der Kategorie „Bester Einsteiger-Ratgeber“!

Mach mich locker!
MUTTER-ERDE

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Man kann es nicht oft genug wiederholen und ins menschliche Alltagsbewußtsein heben, wie elementar wichtig die lebendige Beschaffenheit des Erdbodens mit seinen unzähligen Kleintieren und Mikroorganismen ist. Tote Erde kann kein widerstands- fähiges Leben mehr hervorbringen. In Deutschland sind bereits 30 % der Böden biologisch tot.

Das pflanzliche Immunsystem wurzelt ganz buchstäblich im Boden. Es besteht aus kom-plexen Stoffkreisläufen, der Mykorrhiza-Lebensgemeinschaft und weiteren Netzwerken und Symbiosen mit Algen, Flechten, Pilzen und Bakterien – ähnlich unserem Mikrobiom im Darm. Kunstdünger und giftige „Pflanzenschutzmittel“ zerstören dieses natürliche Immunsystem und schwächen die Pflanzen und ihre Widerstandskraft gegenüber Schäd-lingen und klimatischen Belastungen. Wird dieses Schwächeln dann wieder mit der nächsten Insektizid-Giftzugabe und/oder Kunstdünger „behandelt“, ist das Bodenleben auf Dauer zerstört.

Wenn wir gesunden Boden erhalten wollen, dürfen wir nur organisch düngen, keine Unkrautvernichtungsmittel oder Insektizide einsetzen und den Boden nicht nackt und schutzlos der Witterung aussetzen – d.h. nackte Erde wird mit standortgemäßen Boden-deckerpflanzen geschützt oder mit einer dünnen Schicht aus Pflanzenresten und Laub gemulcht. Mulch schützt die Erde vor Erosion, bietet Wärmeschutz im Winter und Schutz vor Austrocknung im Sommer. Diese Mulchschicht ist zudem artgemäße Nahrung für die Bodenorganismen.

Die Bodenlebewesen zersetzen organisches Material und bilden Ton-Humus-Komplexe, die wiederum im Verbund mit den mineralischen Bodenteilchen dem Boden die erwünschte Krümelstruktur geben. Die Krümelstruktur bietet eine gute Bodendurch- lüftung, welche die Aufspaltungsarbeit der Mikroorganismen unterstützt. So entsteht der kostbare Humus, der einerseits mit den leicht zersetzbaren Bestandteilen (Nährhumus) den Pflanzen Nährstoffe liefert und andererseits mit den schwerer zersetzbaren Substanzen (Dauerhumus) das Bodengefüge stabilisiert.

Die Autorin stellt unterschiedliche Bodenarten (Sand, Schluff, Ton, Lehm) vor und erklärt deren natürlich gegebene Fähigkeit zu Erwärmung, Feuchtgehalt, Nährstoff- speicherung und Durchlüftung. Eine farbige Übersichtskarte zeigt die Verteilung unterschiedlicher Böden und Bodenmischformen für den Lebensraum Deutschland.

Sinnlich greifbare Bodenexperimente helfen uns, den eigenen Gartenboden besser ken-nenzulernen – beispielsweise geben uns Bodenfarbe, Bodenduft sowie handfeste Finger- und Rollproben schnell und unkompliziert Auskunft über die strukturelle Beschaffen- heit unserer Gartenerde. Wer es ganz genau wissen will, findet auch eine Anleitung zur Entnahme von Bodenproben, wie man sie für eine professionelle Bodenanalyse im Labor braucht. Verschiedene Zeigerpflanzen werden vorgestellt, von denen man ebenfalls Rückschlüsse auf Nährstoff- und Humusgehalt, Trockenheit, Verdichtung, Magerkeit, Staunässe etc. des Bodens ziehen kann.

Neben dem unermüdlichen Gartengehilfen, Bodenbelüfter und Pflanzenresteverwerter namens Regenwurm werden einige weitere Bodentiere wie Springschwänze, Asseln, Tausendfüßler, Tigerschnegel, Erdläufer und einige Insektenlarven vorgestellt.

Sodann folgen praktische Hinweise – nebst den passenden Werkzeugen – auf eine Bodenbearbeitung, welche die natürliche Bodenschichtung bewahrt sowie Hinweise zur Bodenverbesserung durch Kompost, Gründüngung, Effektive Mikroorganismen, Pflan- zenjauchen, Mischkultur und Fruchtfolgeanbau sowie Methoden der Permakultur.

Bärbel Oftring beschreibt und erklärt die beachtliche Komplexität des Bodenlebens an-schaulich, übersichtlich und zutiefst wertschätzend, und zugleich vermittelt sie konkrete Praxistipps für eine lebensförderliche, ökologisch-sinnvolle und nachhaltige Behandlung der Gartenerde.

Übrigens sind Regenwurmkothäufchen ein ausgezeichneter Naturdünger:

 »Im Vergleich zum umgebenden Boden enthält er 5-mal so viel pflanzenverfügbaren Stickstoff, 7-mal mehr löslichen Phosphor, 11-mal mehr Kalium, 2- bis 3-mal mehr Magnesium und 1,5-mal mehr Kalzium. Sammeln Sie diese Häufchen auf und mischen sie unter die Erde, auch im Blumenkasten und Kübel.« (Seite 51)

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.kosmos.de/buecher/ratgeber-naturfuehrer/garten/gartenpraxis/11609/mach-mich-locker

Die Autorin:

»Bärbel Oftring ist Diplom-Biologin mit den Schwerpunkten Botanik, Zoologie und Paläontologie. Ihre Liebe zur Natur setzt sie heute als Autorin, Redakteurin und Herausgeberin von zahlreichen Sachbüchern für Kinder und Erwachsene sowie in erlebnisreichen Naturforscheraktionen in die Tat um. Ihre Bücher vermitteln auf anschauliche und interessante Weise, was es alles über Tiere und Pflanzen in der Natur und im Garten zu entdecken gibt. Viele wurden bereits ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Die engagierte Naturforscherin lebt mit ihrer Familie und ihrem Hund bei Böblingen.«

Querverweis:

Ergänzend und vertiefend empfehlen sich noch folgende Ratgeber zum Thema Erde:
„Die Humusrevolution“
Wie wir den Boden heilen, das Klima retten und die Ernährungswende schaffen
Die Humusrevolution
„Ackergifte – Nein danke! Für eine enkeltaugliche Landwirtschaft“
Ackergifte – Nein danke!
Der Regenwurm ist immer der Gärtner“ von Amy Stewart
Der Regenwurm ist immer der Gärtner

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Bei dir summt’s wohl!

  • Lerne mich kennen und tu was für mich
  • von Bärbel Oftring
  • KOSMOS Verlag 2020  www.kosmos.de
  • 144 Seiten
  • mit 320 Farbfotos
  • Format: 216 x 185 x 14 mm (LxBxH)
  • Klappenbroschur
  • 15,00 € (D)
  • ISBN 978-3-440-16892-9

I N S E K T E N F R E U N D L I C H

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Wenn Sie gerne mehr über einheimische Insekten wissen wollen und zudem praktische Informationen über insektenfreundliche Gartengestaltung brauchen, sind Sie mit dem Ratgeber „Bei dir summt’s wohl“ an der richtigen Adresse.

Einleitend bietet die Autorin einige grundlegende Kenntnisse über Insekten, etwa ihren körperlichen Aufbau, ihre Entwicklungszyklen (Ei, Larvenstadien, Puppe, Imago), ihre lebenswichtige Bedeutung und Funktion als Bestäuber, Destruenten und Nahrungs- mittel für andere Tiere.

Das massenhafte Insektensterben geht zu einem großen Teil auf die buchstäblich giftige Industrialisierung der Landwirtschaft mit artenarmer Monokulturbewirtschaftung zurück. 50 % der Fläche Deutschlands wird industriell und intensiv beackert. Aber auch private Gärten (4 % der deutschen Landesfläche) sind meist viel zu „aufgeräumt“ und versiegelt, mit dem Mäher ordentlich „frisiert“, mit überzüchteten, exotischen oder nicht standortgerechten Pflanzen bestückt, und unerwünschte „Schädlinge“ werden auch hier noch oft mit der Chemiekeule vernichted.

Gleichwohl steht es jedem frei, den eigenen Garten natürlich und dementsprechend insekten- und tierfreundlich zu gestalten. Insektizide kommen selbstverständlich nicht zum Einsatz! Bevorzugt gepflanzt werden möglichst vielfältige heimische Wildstauden, Sträucher und Gräser sowie Wildkräuter. Gemäht wird maßvoll, damit möglichst viele Blumen- und Wieseninseln sowie Grasland als ungestörte Rückzugsgebiete übrig bleiben. Beständige Kleinstrukturen durch Totholz, Reisig-, Laub- und Komposthaufen, Trockenmauern, Steinhaufen, kleine Sandflächen und sandige Fugen zwischen Tritt- steinen machen den Garten zum attraktiven Lebensraum für Insekten.

Selbstverständlich sollte sich auch der Blick auf scheinbar unordentliche, verblühte und verwelkte Pflanzen richten, denn diese sind ebenfalls wichtige Rückzugsräume für Insekten und Überwinterungsquartiere für viele Eier, Larven und Puppen. Zumindest über den Winter hin sollten abgeblühte und verdorrte Pflanzen konsequent stehen bleiben, um die ruhende nächste Generation und in Stengeln, Samenkapseln und Laubstreu überwinternde Insekten zu erhalten.

Doppelseitige Einzelportraits stellen gängige heimische Insekten mit anschaulichen Fotos, Steckbriefstichworten, typischen Merkmalen und komprimierter Fließtext- begleitung hinsichtlich Lebens- und Verhaltensweise, Nahrungsvorlieben, Repro- duktionszyklen und ökologischer Aufgabe sowie gelegentlicher individueller Besonderheiten vor. Da krabbeln, flattern, schwirren und summen Eintagsfliegen, Florfliegen, Ohrwürmer, Blumenwanzen, Laufkäfer, Zikaden, Maikäfer, Rote Gartenameisen, Schlupfwespen, Wildbienen, Fliegen, Marienkäfer, Leuchtkäfer, Wespen, Hummeln, Schwebfliegen, Heuschrecken, Springschwänze, Nachtfalter, Tagfalter und was es noch so an sechsbeinigen Gartengesellen gibt.

Die Aufteilung der vorgestellten Insekten nach Farbgruppen (braune und schwarze, schwarz-gelbe und schwarz-rote sowie bunte und weiße Insekten) bietet eine anwen- dungsfreundliche Nachschlagestruktur für die schnelle Zuordnung und Bestimmung.  

Mit etwas über 150 Insekten machen wir in diesem Buch Bekanntschaft. Das ist eine sehr übersichtliche Menge, wenn man bedenkt, daß bisher weltweit über eine Million Insekten-arten bestimmt worden sind und es vermutlich noch weitere sechs Millionen bislang unbestimmter Insekten gibt.

Übrigens, falls Sie zufällig Glühwürmchen und Leuchtkäfer anlocken möchten, empfiehlt sich neben den bereits zuvor erwähnten Kleinstrukturen noch ein Gartenteich und der konsequente Verzicht auf automatische Gartenbeleuchtung (selbst wenn sie mit Solar-zellen betrieben wird), denn künstliches Licht stört die Lichtsignalwirkung bei der glüh-würmlichen Partnersuche und führt auch bei Nachtfaltern zu Orientierungsirritationen.

„Bei dir summt’s wohl!“ bietet übersichtliche und leichte Insektenbestimmungshilfe und praktische, einfach umzusetzende ökologische Gartengestaltungstipps für wachsenden Insektenreichtum und Artenvielfaltsförderung in Ihrem Garten. 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.kosmos.de/buecher/ratgeber-naturfuehrer/natur/tiere/10811/bei-dir-summts-wohl

Die Autorin:

»Bärbel Oftring ist Diplom-Biologin und setzt ihre Liebe zur Natur als Autorin und Redakteurin von Sachbüchern, Naturführern und Ratgebern sowie in Vorträgen in die Tat um. In diesem Buch spricht sie für die Insekten und lädt uns ein, mehr für diese überaus wichtigen Tiere zu tun.«

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Bei dir piept’s wohl!

  • Lerne mich kennen und tu was für mich
  • von Bärbel Oftring
  • KOSMOS Verlag  2019   www.kosmos.de
  • Klappenbroschur
  • Fadenheftung
  • Format: 217 x 185 x 13 mm (LxBxH)
  • 144 Seiten
  • 300 Farbfotos
  • 14,99 €
  • ISBN 978-3-440-16405-1

HEIMATLICHE VOGELKUNDE

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Bärbel Oftring bietet mit „Bei dir piept’s wohl!“ ein übersichtliches Vogelbestimmungs-buch. Ergänzende naturnützliche Hinweise auf Pflanzen und Gestaltungsmaßnahmen vermitteln praktische Anregungen, wie man den eigenen Garten und Balkon für Vögel einladender machen kann.

Mit den 95 Vogelportraits von Amsel bis Zilpzalp, inklusive einiger Wasser- und Greif- vogelarten, lernen wir nicht nur, wie die Vögel aussehen, sondern auch welche Be- dürfnisse sie in Hinsicht auf Nahrung, Schutzgehölze, Badestellen und Brutplatz haben.

Die Vögel werden jeweils in Wort und Bild auf einer Doppelseite portraitiert. Stets be-kommen wir drei Fotos zu sehen, welche die Vögel in unterschiedlichen Körper- haltungen, beispielsweise im Anflug, im Ansitz, beim Futtersuchen und -Sammeln, Kükenfüttern, beim Baden, beim Zwitschern oder manchmal auch im oder am Nest zeigen. Dies erhöht die Aussagekraft der Fotos erheblich und hilft beim späteren Wiedererkennen in Natur und Garten.

Eine Reihe von im Vorwort anschaulich erklärten Symbolen hilft bei der schnellen Einordnung: Zugvogel, Ganzjahresvogel, Körner- oder Insektenfresser, Höhlen- oder Freibrüter, Futterstellenbesucher usw…

Die kurzen, konzentriert-informativen Begleittexte beschreiben Farbe, Muster und Auffälligkeiten von Gefieder, spezifische Verhaltensweisen, Flugbewegungen, Nistbe-dingungen und Bruthäufigkeit, Standort- und Nahrungsvorlieben sowie den art- typischen Vogelgesang. Als kostenlose Zugabe gibt es eine Kosmos-Plus-App  plus.kosmos.de   https://play.google.com/store/apps/details?id=com.kosmos.plus&utm_source=global_co&utm_medium=prtnr&utm_content=Mar2515&utm_campaign=PartBadge&pcampaignid=MKT-Other-global-all-co-prtnr-py-PartBadge-Mar2515-1  für Smartphone und Tablet, die sich durch die Eingabe des bei jedem Vogelportrait eingefügten Zahlencodes abrufen läßt. So kann man die Lektüre mit echtem Vogelgezwitscher lebhaft animieren und den eigenen akustischen Horizont ornithologisch erweitern.

Weiterführende Adressen von Naturschutzorganisationen und seriösen Anbietern von Naturschutzprodukten sowie einige Literaturhinweise erleichtern entgegenkommend die Suche nach sinnvollem Zubehör für die Gestaltung einer vogelfreundlichen Umgebung.

Ein Rezept für selbstgemachte Meisenknödel und Empfehlungen zu den Mindestmaßen für ein brauchbares Vogelfutterhaus, nebst vogelgerechtem Streufutter, runden dieses wissenswerte Buch für aktive Vogelliebhaber ganzheitlich und praktisch ab.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.kosmos.de/buecher/ratgeber/natur/voegel/10112/bei-dir-piept-s-wohl

 

Die Autorin:

»Bärbel Oftring liebte es schon als Kind, durch die Feld-, Fluss- und Waldlandschaft ihrer Heimat zu streifen und die Tiere und Pflanzen darin zu erkunden. Seit über 25 Jahren setzt die Diplom-Biologin ihre Liebe zur Natur als Autorin, Redakteurin und Herausgeberin von Sachbüchern für Kinder und Erwachsene, in erlebnisreichen Naturforscheraktionen mit Kindern sowie in der Zusammenarbeit mit dem Ornithologen Prof. Dr. Peter Berthold in die Tat um. Heute lebt die engagierte Naturforscherin mit Familie und Hund bei Böblingen.«

Querverweis:

Für weitere vogelmäßige Augenweiden empfiehlt sich der Bildband „Vögel ganz nah“ des Fotografen Roine Magnusson und der Autoren Mats und Åsa Ottosson.
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2019/01/04/voegel-ganz-nah/

Zur Vertiefung der Vogelbeobachtung empfiehlt sich ergänzend das Buch „Federnlesen“ von Johanna Romberg. Dieser Autorin gelingt es, mit einer Kombination aus subjektiven Naturerfahrungserlebnissen und konzentrierten naturkundlichen Informationen sowohl  nützliches Wissen als auch konstruktive Anregungen zur persönlichen Mitwirkung beim Vogelschutz sowie zur Praxis der Vogelbeobachtung zu vermitteln. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/05/02/federnlesen/

Wer seinen Wortschatz gerne vielsaitig und vogelgesangsspezifisch erweitern möchte, blättere im Handwörterbuch der Vogellaute „Singt der Vogel, ruft er oder schlägt er?“ von Peter Krauss eine faszinierende und klangvolle Wörtersammlung auf.
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/10/02/singt-der-vogel-ruft-er-oder-schlaegt-er/

 

 

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Bist du noch zu retten?

  • Pflanzenkrankheiten & schädliche Insekten erkennen und das Richtige tun
  • von Bärbel Oftring
  • KOSMOS Verlag    www.kosmos.de
  • Klappenbroschur
  • Fadenheftung
  • 144 Seiten
  • Format: 216 x 185 x 14mm (LxBxH)
  • 336 Farbfotos
  • 6 Farbzeichnungen
  • 16,99 € (D), 17,50 € (A)
  • ISBN 978-3-440-15968-2

ERSTE-HILFE-KURS  FÜR  PFLANZENSCHUTZ

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

In Bärbel Oftrings Vorgängerbuch „Wird das was – oder kann das weg?“ (siehe meine Besprechung:  https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/05/08/wird-das-was-oder-kann-das-weg/) ging es darum, im frühzeitigen Wachstumsstadium zu erkennen, welche Pflanze sich im Garten angesiedelt hat, und dementsprechend zu entscheiden, ob und in welchem Ausmaße diese Pflanze erwünscht sei oder eher nicht. In ihrem neuen Buch „Bist du noch zu retten?“ thematisiert sie die präzise Früherkennung und Behandlung von Krankheiten, Mangelerscheinungen, Insekten- und Pilzbefall an und in Pflanzen.

Dabei führt uns Bärbel Oftring auf ganzheitliche Weise durch den Garten und vermittelt kein simples Schwarz-Weiß-Bild von Nützlingen und Schädlingen, sondern eine komplexe Betrachtungsweise, die Bodenbeschaffenheit, richtige und falsche Pflanzen- standorte, Lichtverhältnisse, Feuchtigkeit, Trockenheit und Überdüngung sowie den ökologischen Sinn natürlicher Pflanzenzersetzung mit einbezieht.

Auf generelle Hinweise zum ökologischen Gärtnern und naturgemäßen Pflanzenschutz folgen steckbriefartige Darstellungen verschiedener Krankheiten und Schäden durch Mangelerscheinungen, Frost, Sonnenbrand, Insekten, Pilze und Bakterien. Fotos und kurze informative Diagnosebeschreibungen sowie praktische Empfehlungen zur Behandlung – bzw. gegebenenfalls auch Entfernung – der erkrankten Pflanze sowie Hinweise auf resistente Alternativpflanzen helfen bei der korrekten Bestimmung der Krankheit und der Wahl der naturgemäßen Pflanzenschutzmaßnahme.

Beschrieben werden u.a. Stickstoffmangel, Stickstoffüberschuß, Kali-, Magnesium- und Eisenmangel, Frostschäden und Staunässe, Apfelschorf, Birnengitterrost, Echter Mehl- tau und Falscher Mehltau, Grauschimmel, Monila, Kohlhernie, Himbeerrutenkrankheit, Rostpilze, Rußtaupilze, Kräuselkrankheit, Borkenkäfer, Dickmaulrüßler, Drahtwürmer, Gallmilben, Haselnußbohrer, Minierfliegen, Möhrenfliege, Nacktschnecken, Spinn- milben, Trauermücken, Wanzen, Blattflöhe und Blattläuse sowie die hochgefährliche  Bakterienkrankheit Feuerbrand, die sogar beim Pflanzenschutzamt meldepflichtig ist.

Verschiedene Piktogramme zeigen auf den ersten Blick, ob eine Krankheit oder ein Insektenbefall harmlos und zu tolerieren ist oder ob eine aufmerksame Kontrolle und Entwicklungsbeobachtung bzw. ein radikales Entfernen und Entsorgen befallener Pflanzen im Restmüll erforderlich sind. Ein weiteres Piktogramm weist auf Pflegefehler (falscher Standort, zuviel oder zuwenig Feuchtigkeit oder Trockenheit, Überdüngung) hin, die leicht zu beheben sind.

Ein alphabetisches Register erleichtert das Nachschlagen bei bereits diagnostizierten Schäden, und die detaillierten Fotos nebst der eingängigen, sinnvoll strukturierten Begleittexte helfen zuverlässig beim Bestimmen noch unbekannter Krankheiten und bei der Behandlung und Stärkung betroffener Pflanzen.

Für fast alle Krankheiten und Probleme bietet die Autorin natürliche Lösungen und biologische Stärkungsmittel an. Bezugsadressen für biologische Pflanzenpflegeprodukte und Nützlinge runden dementsprechend diesen anschaulichen Erste-Hilfe-Kurs für Pflanzenschutz praktisch ab.

Bärbel Oftring schreibt in einem sehr sympathischen, naturliebhaberischen Stil, der von ihrer respektvollen, achtsamen Sicht und ihrer lebendigen Erfahrung mit der Natur zeugt.

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.kosmos.de/buecher/ratgeber/garten/gartenpraxis/9445/bist-du-noch-zu-retten

 

Querverweis:

Hier entlang zu Bärbel Oftrings Buch „Wird das was oder kann das weg?:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/05/08/wird-das-was-oder-kann-das-weg/

Die Autorin:

»Bärbel Oftring ist Diplom-Biologin und setzt ihre Liebe zur Natur als Autorin, Redakteurin und Herausgeberin von Sachbüchern und Ratgebern in die Tat um. In ihrem neuesten Buch zeigt sie, welche Ursachen es haben kann, wenn Pflanzen einen ungesunden Eindruck machen und was dann zu tun ist. «

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Wird das was – oder kann das weg?

  • Erwünschte & unerwünschte Gartenpflanzen erkennen
  • von Bärbel Oftring
  • Kosmos Verlag Februar 2017   www.kosmos.de
  • Klappenbroschur
  • Fadenheftung
  • 144 Seiten
  • 307 Farbfotos
  • 10 Farbzeichnungen
  • Format: 21,5 cm x 18,5 cm
  • 16,99 € (D), 17,50 € (A)
  • ISBN 978-3-440-15303-1

PFLANZENKINDERGARTEN

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

„Wird das was – oder kann das weg?“ ist ein anschaulicher, interessanter und nützlicher Gartenratgeber, der uns hilft die einheimische Flora, die sich uneingeladen im eigenen Garten ansiedelt, frühzeitig richtig einordnen und besser wertschätzen zu können. Dabei lernen wir zudem ganz ent- spannt Wildwuchs zu genießen und teilweise auch einfach zu verspeisen.

Eine ausgewachsene Pflanze mit einem Bestimmungsbuch richtig einzuordnen ist verhältnismäßig leicht. Die meisten Pflanzenratgeber zeigen „erwachsene“ Pflanzen, eventuell noch Blüten, Früchte, Samen und Wurzeln – doch wie schauen die Sämlinge aus?

Diese botanische Wissenslücke füllt nun das Buch „Wird das was – oder kann das weg?“.
Übersichtlich, gut strukturiert und kompetent stellt Bärbel Oftring 100 der häufigsten Pflanzen vor, die sich gerne von selbst im Garten einfinden und ihn meist sinnvoll bereichern.

Jedes Pflanzenportrait zeigt die Pflanze in drei Wachstumsphasen: frisch ausgetrieben, halbwüchsig nach zwei bis sechs Wochen und ausgewachsen blühend.

Sieben Piktogramme illustrieren auf den ersten Blick den ökologischen Wert als Nektar- und Pollenquelle für Bienen & Co, die Heilkraft, Eßbarkeit sowie Giftigkeit für den Menschen, die Blühfreudigkeit, den Ausbreitungsradius sowie – gelegentlich – den Alarmknopf für Pflanzen, die man unbedingt und möglichst frühzeitig entfernen sollte (Riesen-Bärenklau, Beifuß-Traubenkraut).

Viele Bewohner meines Gartens fand ich trefflich beschrieben und sehr gut erkennbar fotografiert: Acker-Schachtelhalm, Akelei, Berg-Flockenblume, Fingerhut, Gänseblüm- chen, Gänsefingerkraut, Hirtentäschel, Jungfer im Grünen, Kornblume, Löwenzahn, Ringelblume, Schnittlauch, Spitzwegerich, Vergißmeinnicht, Persischer Ehrenpreis, Pfennigkraut, Schafgarbe, Stockrose, Stinkender Storchschnabel …

Weitere Pflanzen kannte ich vom Sehen, und einige wenige waren mir noch unbekannt: Acker-Hellerkraut, Echtes Labkraut, Guter Heinrich und Spornblume.

Auf jeweils einer Doppelseite findet sich ein Steckbrief mit den wichtigsten botanischen Daten der Pflanze. Die jeweils drei Fotografien haben präzise Begleittexte mit kurzen, konzentrierten Zusatzinformationen. Ein etwas ausführlicherer Fließtext mit weiteren botanischen Details sowie ergänzenden Hinweisen zu Blühfreudigkeit, Heilwirkungen, ökologischer Relevanz und Pflegetipps rundet jedes Portrait ab. So lassen sich beispiels- weise die Blätter des Spitzwegerichs als „Erste-Hilfe-Pflaster bei Wunden oder Blasen verwenden“ (Seite 63).

Die wenigen wirklich invasiven Pflanzen kann man nun dank Früherkennung sofort entfernen. Wenn man ihnen maßvoll Raum geben möchte, läßt sich die Ausbreitung dieser Wildkräuter durch Rückschnitt nach der Blüte (um die Aussamung zu verhindern)  oder durch Wurzelsperren minimieren.

Die Autorin schreibt in einem sehr sympathischen, naturliebhaberischen Stil, der von ihrer respektvollen, achtsamen Sicht auf die Natur zeugt. In der Einleitung betont sie den Wert und die konstruktiven Konsequenzen pflanzlicher Vielfalt:

„So bringt jede neue heimische Pflanze zehn neue heimische Tiere in Ihren Garten – und das ist nicht nur gut, sondern angesichts der Rückgänge bei Insekten, Vögeln und anderen heimischen Tierarten in Größenordnungen von 80 % innerhalb der letzten 50 Jahre äußerst wichtig.“ (Seite 9/10)

Das spornt mich nun dazu an, die Pflanzenpalette meines Gartens noch unbedingt um Königskerzen, Nachtkerzen und Glockenblumen zu erweitern.

Sowohl Gartenanfänger wie Gartenerfahrene können mit diesem kennt- nisreichen und ganzheitlich orientierten Ratgeber ihren Pflanzenhorizont praktisch, sinnvoll und lebensdienlich erweitern.

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.kosmos.de/buecher/ratgeber-naturfuehrer/garten/gartenpraxis/10791/wird-das-was-oder-kann-das-weg

Die Autorin:

»Bärbel Oftring ist Diplom-Biologin mit den Schwerpunkten Botanik, Zoologie und Paläontologie und setzt ihre Liebe zur Natur als Autorin, Redakteurin und Herausgeberin von Sachbüchern und Ratgebern in die Tat um. In ihrem neuesten Buch zeigt sie, welche Pflanzenkinder es im Garten zu entdecken gibt.«

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