Petronella Apfelmus, Band 5

  • Hexenbuch und Schnüffelnase
  • von Sabine Städing
  • illustriert von SaBine Büchner
  • Boje Verlag  September  2017  www.boje-verlag.de
  • gebunden
  • 208 Seiten
  • 13,00 € (D)
  • ISBN 978-3-414-82488-2
  • Kinderbuch ab 8 Jahren

H E X E N H E R B S T

Kinderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Ein Wiederlesen mit Petronella Apfelmus, der kleinen großen Hexe mit dem schmack- haften Namen, verspricht stets erfreulich heiteren Lesegenuß, und auch der vorliegende fünfte Band hält sein Leseversprechen.

Petronella Apfelmus ist eine Apfelhexe, die „ganz standesgemäß in einem Apfel“ wohnt. Sie ist die Hüterin eines verwilderten Gartens, der eine alte Mühle, das dazugehörige Wohnhaus und den Mühlteich umgibt. In diesem Garten wachsen viele alte, fast ver- gessene Apfelbaumsorten, und Petronella kümmert sich mit Unterstützung einiger Apfelmännchen um den Baumbestand und das Grundstück.

Zu Petronellas Spezialitäten gehört es, daß sie sich nach Belieben und Bedarf ver- größern oder verkleinern kann. Dazu benutzt sie eine magische Strickleiter: Wenn man diese Strickleiter apfelbaumaufwärts klettert, wird man so klein, daß man bequem in einem Apfel wohnen kann, klettert man hingegen apfelbaumabwärts, nimmt man eine menschliche Größe an.

Seit dem ersten Band pflegt Petronella eine gute Nachbarschaft mit der Familie Kuchenbrand, die ins Müllerhaus eingezogen ist und in der alten Mühle ein florierendes Café führt. Und die Zwillingsgeschwister Lea und Luis pflegen eine lebhafte Freund- schaft mit Petronella. Die sympathische, ebenso naturverbundene wie weise Apfelhexe Petronella Apfelmus ist für Lea und Luis zugleich kluge Ratgeberin und anregende Spielkameradin, und sie nimmt regen Anteil an ihrem Leben und Wohlbefinden.

Illustration von SaBine Büchner © Boje Verlag 2017

Es sind Herbstferien, und das Wetter ist ziemlich ungemütlich. In Petronellas Wohnapfel hat ein Ast ein Loch geschlagen. Da sie ihr Hexenbuch verliehen hat, kann sie den Schaden leider nicht mit einem Zauber beheben – denn auch Apfelhexen können nicht alle Zaubersprüche auswendig. Und ihre Schwestern, denen sie das Buch geliehen hat, sind Wetterhexen und dementsprechend etwas unberechenbar und unzuverlässig. Es kann noch eine Weile dauern, bis sie ihr Buch zurückbekommt – ganz zu schweigen vom Ärger und der Strafe, die Petronella drohen, wenn die Oberhexe erfahren sollte, daß sie unerlaubterweise ihr Apfelhexenbuch verliehen hat.

Sie bittet die freundlichen Apfelmännchen, das Loch zu flicken. Die handwerklich geschickten Gesellen Gurkenhut, Spargelzahn, Bohnenhals, Rübenbach und Karotten- wams machen sich sogleich hilfbereits daran, fachapfelmännisch die Apfelhülle zu reparieren. Daß sie dabei heimlich beobachtet werden, bemerken sie nicht.

Illustration von SaBine Büchner © Boje Verlag 2017

Lea und Luis beklagen das schlechte Wetter, lungern im Haus herum und hüten den kleinen Hund von Leas Freundin, die ihren Bello nicht mit in den Urlaub nehmen konnte. In der Nacht gibt Bello plötzlich Bellalarm, aber niemand sieht, wer da durch den Garten schleicht und spioniert.

Obwohl Petronella mit der Herstellung von Heiltränken und Kräutersalz sowie ihrer regelmäßigen Tiersprechstunde ausgelastet ist, lädt sie die Kinder und die Apfel-männchen zum Kürbisköpfeschnitzen ein. Alle haben großen Spaß, zumal Petronella den fertigen Kürbisfratzen mit Hilfe einiger Körner Schmunzelzucker eine besonders lebhafte Mimik verleiht.

Am nächsten Tag sind die Apfelmännchen verschwunden. Die Kinder finden einen seltsamen Fußabdruck im Uferschlamm des Mühlteichs, und in einer Hecke findet sich ein grünes Fellbüschel. Petronella inspiziert die Fundstücke und diagnostiziert eine Entführung der Apfelmännchen durch einen Waldschrat.

Mit ihrer Kristallkugel, einer Probe des Schratfells und einem Zauberspruch gelingt es Petronella, einen Ferneinblick in den Schratkobel zu bekommen. Offenbar hat der Schrat die Apfelmännchen entführt, damit sie seinen heruntergekommenen Kobel winterfest machen.

Illustration von SaBine Büchner © Boje Verlag 2017

Nun ist ein Ausflug in den Wald unerläßlich, und Lea und Luis dürfen sogar – allerdings nur angeschnallt – auf Petronellas Besen mitfliegen. Bei der Begegnung mit dem Waldschrat kommt es zu zauberhaften Komplikationen und erfolgreichen kindlichen Improvisationen. Keine Frage, daß die Befreiung der Apfelmännchen glückt …

Sabine Städing gelingt mit der Figur von Petronella Apfelmus eine amüsante Erweiterung der Wirklichkeit um eine wohltuende Zugabe von Magie. Geschickt überträgt sie beispielsweise die Zeigefingerdaumen-Zoomfunktion moderner Telefonbildschirme auf Petronellas Umgang mit ihrer Kristallkugel. Von Kristallkugel zu Kristallkugel können Hexen übrigens auch sichtbar miteinander telefonieren, was unter Hexen kugeln heißt. Beiläufig vermittelt jedes Petronella-Abenteuer gleichwohl auch Achtsamkeit und Respekt für die Natur und ihre sichtbaren und unsichtbaren Gaben.

Die Autorin schreibt in einem einfühlsam-augenzwinkernden, wortspiel- erischen Stil, mit anschaulicher Dramaturgie, lebhaften Dialogen, phanta- sievollen Details und spielerischem Tiefsinn. Die knuffigen Schwarz-weiß-Illustrationen von Sabine Büchner greifen den heiteren Tonfall auf und übertragen ihn in spannende und warmherzige Szenerien mit detailge- treuen lustigen Charakterzeichnungen.

Hier stimmen einfach alle Zutaten für ein gelungenes Kinderbuch und eine Kinderbuchreihe, von der man sich noch viele, viele Fortsetzungen wünscht. So kommen Kinder leicht auf den apfelmusischen Lesegeschmack – inklusive Schmunzelzucker zum Leselächeln!

 

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Hier finden Sie zum ersten Band von Petronella Apfelmus:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/01/07/petronella-apfelmus/
Und hier zum zweiten Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/03/25/petronella-apfelmus-band-2/
Und hier zum dritten Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/12/11/petronella-apfelmus-band-3/
Sowie zum vierten Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/06/04/petronella-apfelmus-band-4/

Die Autorin:

«Sabine Städing, wurde 1965 in Hamburg geboren und hat sich schon als Kind gerne Geschichten ausgedacht. Nach ihren drei Büchern rund um das Mädchen Magnolia Steel, das herausfindet, dass sie eine Hexe ist, schreibt sie inzwischen Bücher für jüngere Kinder. Auch in ihrer aktuellen Buchreihe steht mit Petronella Apfelmus wieder eine Hexe im Mittelpunkt.«  http://www.sabinestaeding.de/

Die Illustratorin:

»SaBine Büchner, geboren 1964, studierte Kommunikationsdesign in Wuppertal und Animation an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg. 2006 erhielt sie das Troisdorfer Bilderbuchstipendium. Sie zeichnet und lebt heute mit ihrem Sohn in Berlin.«

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Petronella Apfelmus, Band 4

  • Zauberhut und Bienenstich
  • von Sabine Städing
  • illustriert von SaBine Büchner
  • Boje Verlag Oktober 2016   http://www.boje-verlag.de
  • gebunden
  • mit gelbem LESEBÄNDCHEN
  • 208 Seiten
  • 13,00 € (D)
  • ISBN 978-3-414-82454-7
  • Kinderbuch ab 8 Jahren

APFELHEXEN-LÄCHELN

Kinderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Petronella Apfelmus ist eine Apfelhexe, und sie lebt im verwildert-verwunschenen Obst-garten des alten Mühlhauses. Sie hegt, pflegt und beschützt zusammen mit einigen handwerklich begabten Apfelmännchen die alten Apfelsorten und alles, was sonst noch wächst und gedeiht, kreucht, fleucht und atmet in einem naturbelassenen Garten nebst erquicklichem Mühlteich.

Vor ungefähr einem Jahr war die Familie Kuchenbrand – bestehend aus Vater, Mutter und den Zwillingen Lea und Luis –  in das preiswert zu mietende Müllerhaus eingezogen. Vater Kuchenbrand hatte gerade seine Anstellung als Bäckergeselle verloren, da sein raffgieriger Arbeitgeber Bäckermeister Kümmerling alle Gesellenarbeit durch Maschinen ersetzt hatte. (siehe meine Besprechung des ersten Bandes: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/01/07/petronella-apfelmus/)

Inzwischen betreiben die Eltern der Zwillinge ein florierendes Café in der alten Mühle, und ihre Kinder pflegen eine vertraute Freundschaft mit Petronella Apfelmus. Die Erwachsenen halten Petronella für eine etwas schrullige Nachbarin; sie ahnen nicht, wie viele glückliche Fügungen sie Petronellas magischen Nachhilfezugaben verdanken.

Die Kinder wissen, daß Petronella eine Hexe ist. Gerne besuchen sie Petronella und ihren Freund und Mitbewohner, den Hirschkäfer Lucius, in ihrem Wohnapfel. Mit Hilfe von Petronellas magischer Strickleiter wird man nämlich beim Hinaufklettern immer kleiner und paßt schließlich bequem in einen Apfelinnenraum, und beim Hinabklettern wächst man wieder in seine normale Größe zurück.

Es ist Spätsommer, und es hat lange nicht mehr geregnet. Petronella verhilft dem von Wassermangel betroffenen Mühlteich mit einer Zauberquelle zu Frischwasser und bremst den übereifrigen Obsterntefleiß von Vater Kuchenbrand mit Hilfe von magisch inszenierten Gespinstmottenschleiern.

Eines Mittags klingelt ein Makler an der Tür und informiert die Familie darüber, daß der Vermieter die Mühle verkaufen wolle. Sie hätten selbstverständlich ebenfalls die Mög- lichkeit, die Mühle zu erwerben, und bräuchten dazu nur das Kaufgebot von 500 000 Euro zu überbieten.

Der großzügige Bieter ist niemand anderes als der Bäckermeister Kümmerling. Er fährt auch schon bald mit seiner schwarzen Limousine, in Begleitung seiner tollpatschigen Leibwächter vor und inspiziert mit vorfreudig-provokanten Besitzerallüren das Grund-stück und erklärt, daß er den Garten zum Parkplatz machen wolle, den Mühlteich zum Spaßbad, und was ihm sonst noch alles an profitorientierten Modernisierungen einfällt.

Familie Kuchenbrand ist empört und verzweifelt, ihre Existenz ist bedroht und ihr finanzieller Spielraum recht bescheiden. Während der Vater vergeblich Banken mit Kreditanfragen abklappert, überlegen die Kinder gemeinsam mit Petronella und den Apfelmännchen, wie man die Mühle vor dem Zugriff Kümmerlings retten könne. Hexen können zwar kein Geld herbeizaubern, aber Petronella weiß zum Glück, daß die Besitz-verhältnisse der Mühle komplexer sind, als es auf den ersten Maklerblick scheint.

Herr Kümmerling reibt sich schon die Hände, gleichwohl hat er die Rechnung ohne Petronellas magischen Einfluß und ohne die zwischenmenschliche Kompetenz der Kinder gemacht. Am Ende geht er leer aus, und die Familie Kuchenbrand bekommt die Mühle …

Auch im vierten Band von Petronella Apfelmus gelingt es der Autorin Sabine Städing, mit phantasievollen Details, situationskomischen Zauber- pannen, witzig gereimten Zaubersprüchen und ebenso kommunikativen wie magischen Problemlösungsstrategien eine herzlich-familiäre, unterhaltsam-spannende und zauberhaft-verspielte Atmosphäre zu erschaffen.

Die knuffigen, detailverliebten schwarz-weiß Illustrationen von SaBine Büchner fügen sich dramaturgisch lebhaft in den Erzählfluß ein und korrespondieren mit ihrer warmherzigen Heiterkeit und einfühlsamen, augenzwinkernden Charakterzeichnung ganz hervorragend mit dem Text.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
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Hier entlang zum Hörbuch und zur HÖRPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.luebbe.de/luebbe-audio/hoerbuecher/kinderbuecher/petronella-apfelmus/id_5891466

Hier finden Sie zum ersten Band von Petronella Apfelmus:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/01/07/petronella-apfelmus/
Und hier zum zweiten Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/03/25/petronella-apfelmus-band-2/
Und hier zum dritten Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/12/11/petronella-apfelmus-band-3/
Zum fünften Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/10/03/petronella-apfelmus-band-5/

 

Die Autorin:

«Sabine Städing wurde 1965 in Hamburg geboren und hat sich schon als Kind gerne Geschichten ausgedacht. Nach ihren drei Büchern rund um das Mädchen Magnolia Steel, das herausfindet, dass sie eine Hexe ist, schreibt sie inzwischen Bücher für jüngere Kinder. Auch in ihrer aktuellen Buchreihe steht mit Petronella Apfelmus wieder eine Hexe im Mittelpunkt.«  http://www.sabinestaeding.de/

Die Illustratorin:

»SaBine Büchner, geboren 1964, studierte Kommunikationsdesign in Wuppertal und Animation an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg. 2006 erhielt sie das Troisdorfer Bilderbuchstipendium. Sie zeichnet und lebt heute mit ihrem Sohn in Berlin.«

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Petronella Apfelmus, Band 2

  • Zauberschlaf und Knallfroschchaos
  • von Sabine Städing
  • Mit Illustrationen von SaBine Büchner
  • Boje Verlag    März 2015    http://www.boje-verlag.de
  • 208 Seiten
  • gebunden
  • laminierter Pappband
  • mit grünem LESEBÄNDCHEN
  • 13,00 € (D), 13,40 € (A), sFr. 18,90
  • ISBN 978-3-414-82415-8
  • ab 8 Jahren
    978-3-414-82415-8-Staeding-Petronella-Apfelmus, 2. Band-org

Z I R K U S Z A U B E R

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Frühling – genau die passende Jahreszeit für eine neue zauberhafte Geschichte von der kleinen großen Hexe mit dem wohlschmeckenden Namen „Petronella Apfelmus“.

Die positiven Wendungen, zu denen es – auch dank Petronellas magischer Nachhilfe – am Ende des vorhergehenden Abenteuers für die Familie Kuchenbrand gekommen ist, haben sich bewährt. Wer vom ersten Band noch nichts weiß, möge sich bitte an meiner ersten Besprechung kundiglesen:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/01/07/petronella-apfelmus/

Die Zwillingsgeschwister Lea und Luis fühlen sich wohl und geborgen im Müllerhaus. Das Café, das ihre Eltern in der alten Mühle eröffnet haben, entwickelt sich zum beliebten Ausflugsziel. Der große Garten mit den vielen alten Apfelbäumen und seiner geheimen Hüterin, Petronella Apfelmus, ist nach wie vor zauberschön. Lea und Luis wissen natürlich, daß Petronella eine Apfelhexe ist, und sie besuchen ihre Hexenfreundin immer wieder gerne und suchen ihren Rat.

Mit Hilfe einer magischen Strickleiter kann sich Petronella nach Belieben so verkleinern, daß sie ihr Zuhause in einem Apfel einrichten kann. Für Verkleinerungs- oder Vergrößerungsbedarf bei Ausflügen in die Umgebung besitzt sie eine Dose mit Zauberapfelkernen. Wenn Petronella die Kerne mit der linken Hand schüttelt, wird sie ganz klein, und wenn sie sie mit der rechten Hand schüttelt, wird sie groß.

Wenn Petronella sich in der Öffentlichkeit zeigt, nimmt sie ihre menschliche Hexengröße an und verkauft auf dem Wochenmarkt köstliche Brombeermarmelade, heilsame Kräutersalben und Hexen-Apfelstreuselkuchen.

Kurz: Es herrschen Friede, Freude, Apfelkuchen – jedenfalls vorläufig. Petronella schaukelt gemütlich in der Hängematte zwischen den Zweigen ihres Apfelbaumes, an dem die ersten grünen Blättchen sprießen, und gibt sich Wolkenphantasien hin; da meldet ihr ein Apfelmännchen, daß sich der dicke Karpfen im Mühlteich im Netz eines Keschers verfangen hat.

Um den Karpfen zu befreien, muß sich Petronella gestaltwandelzauberisch in einen Hummer verwandeln, was zur Folge hat, daß bei der Rückverwandlung in die eigene Gestalt eine Zeitlang ein Stückchen Restverwandlung übrig bleibt – so behält sie vorläufig eine Hummerschere anstelle ihrer linken Hand als Andenken.

Währenddessen haben die Kinder ganz andere Aufregungen und Sorgen. Auf dem Weg zur Schule entdecken sie, daß im Stadtpark ein Zirkus sein Zelt aufgeschlagen hat. Allerdings ist das Zelt nicht kunterbunt, sondern ganz schwarz, und beide könnten schwören, daß sie zwischen den Zirkuswagen ganz kurz einen aufrecht gehenden Wolf in blauerLatzhose gesehen haben.

In der Schule bekommt ihre Klasse Schülerzuwachs: Stella und Aaron vom „Mondscheinzirkus“. Die beiden sind sehr blaß und ganz schwarz gekleidet. Luis ist davon überzeugt, daß sie Vampire seien, und fragt nachmittags bei Petronella nach, woran man echte Vampire erkennen könne. Petronella empfiehlt ihnen, darauf zu achten, ob die neuen Schüler Schluckauf bekämen, wenn man ihre Namen rückwärts ausspricht. Doch als Lea von der Klassenlehrerin dazu aufgefordert wird, den Zirkuskindern Lesenachhilfe zu geben, und die Kinder sich dabei richtig kennenlernen, verfliegt der Vampirverdacht ganz schnell.

Stella und Aaron laden Lea und Luis zu einer Probenvorstellung ihrer Trapeznummer in den Zirkus ein, und fast alles scheint mit rechten Dingen zuzugehen. Nur der stellvertretende Zirkusdirektor und Magier Spitzbartrix erweckt bei den Kindern Mißtrauen. Der Direktor selbst, Herr Eisbein, liegt im Dauerschlaf und ist leider nicht wach zu bekommen.

Während Lea und Luis sich mit den Zirkuskindern anfreunden, forscht Petronella gemeinsam mit den hilfreichen Apfelmännchen dem hinterhältigen Fischdieb nach, der inzwischen schon zweimal Fische aus dem Mühlteich gefangen hat. Dabei kommt es zu weiteren lustigen Verwandlungszauberpannen und nebelgeistigen Mißverständnissen, aber leider fangen sie keinen Fischräuber.

Nachdem die Geschwister Petronella von ihren Beobachtungen im Zirkus, von dem unfreundlichen Spitzbartrix und dem schlaftrunkenen Zirkusdirektor erzählt haben, vermutet Petronella den manipulativen Einfluß schwarzer Magie – für die man wohl auch Fischlebertran benötigt.

Petronella besucht gemeinsam mit den Kindern die Abendvorstellung und findet diverse Bestätigungen für ihren Verdacht. Auf der Suche nach dem Wohnwagen des Zirkusdirektors kommt ihr ein Zentaur zu Hilfe, der sie freundlich darüber aufklärt, daß der schlaftrunkene Direktor vielen magischen Wesen Zuflucht in seinem Mondscheinzirkus gewähre. Leider spiele sich inzwischen Spitzbartrix als Direktor auf, und der angebliche „Hellwachtrunk“, den er dem Direktor verabreiche, wirke überhaupt nicht.

Nach einer Inspektion dieses Trankes weiß Petronella, was sie zu tun hat. Sie braut einen Gegenzaubertrank und stellt sich am nächsten Tag tapfer einem gefährlichen Zauberduell mit Spitzbartrix. Keine Frage, daß Petronella – natürlich mit tatkräftiger Unterstützung der Apfelmännchen – als Siegerin daraus hervorgeht und der „Schreckschräubling“ als Hase von dannen hoppelt.

Auch Herr Eisbein kommt dank Petronellas Gegenzaubertrank endlich wieder zu Sinnen und bietet Petronella sogleich begeistert eine Anstellung im Mondscheinzirkus an. Doch eine Apfelhexe hat ihr Zuhause dort, wo ihre Apfelbäume stehen…

Auch im zweiten Band von „Petronella Apfelmus“ versteht es die Autorin Sabine Städing, eine heiter-familiäre Atmosphäre, spielerische Spannung und viele zwischenmenschliche Qualitäten in die Apfelhexenabenteuer zu zaubern.

Die knuffigen Illustrationen von SaBine Büchner bereichern den Text um lebhafte, detailgetreue und warmherzige Charakterzeichnungen und sehr gut gelungene zeichnerische Inszenierungen situationskomischer Augenblicke.

Die Vorfreude auf den zweiten Band von „Petronella Apfelmus“ hat sich auf jeden Fall gelohnt. Und – alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei – der dritte Band ist schon in Vorbereitung…

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.luebbe.de/boje/buecher/kinderbuecher/petronella-apfelmus/id_2875206

Querverweis:

Hier finden Sie zum ersten Band von Petronella Apfelmus:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/01/07/petronella-apfelmus/
Und hier zum dritten Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/12/11/petronella-apfelmus-band-3/
Hier zum vierten Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/06/04/petronella-apfelmus-band-4/
Zum fünften Band:

https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/10/03/petronella-apfelmus-band-5/

 

Die Autorin:

»Sabine Städing wurde 1965 in Hamburg geboren und hat sich schon als Kind gerne Geschichten ausgedacht. Nach ihren drei Büchern rund um das Hexenmädchen Magnolia hat sie mit „Petronella Apfelmus“ eine neue Hexenfigur für jüngere Leser geschaffen. Nach „Petronella Apfelmus – Verhext und festgeklebt“ ist dies bereits der zweite Band rund um die kleine Hexe und ihre Freunde. Das dritte Abenteuer ist in Vorbereitung. «

Die Illustratorin:

»SaBine Büchner, geboren 1964 in Wuppertal, arbeitete als Sozialpädagogin in einem Kinderheim, bevor sie Kommunikationsdesign in Wuppertal und Animation an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg studierte. Sie hat zahlreiche Bücher illustriert und auch eigene Bilderbücher veröffentlicht. Ihre Arbeiten wurden bereits mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.«

 

Auch den zweiten Band von „Petronella Apfelmus“ gibt es zusätzlich als Hörbuch.

 

PS:
Gerne möchte ich noch darauf aufmerksam machen, daß der Verlag im Impressum auf das Thema der BUCHPREISBINDUNG eingeht, denn man kann es gar nicht oft genug wiederholen:

»Ein verlagsneues Buch kostet in Deutschland und Österreich jeweils überall dasselbe. Damit die kulturelle Vielfalt erhalten und für die Leser bezahlbar bleibt, gibt es die gesetzliche Buchpreisbindung. Ob im Internet, in der Großbuchhandlung, beim lokalen Buchhändler, im Dorf oder in der Großstadt – überall bekommen Sie Ihre verlagsneuen Bücher zum selben Preis.«

Petronella Apfelmus

  • Verhext und festgeklebt
  • von Sabine Städing
  • mit Illustrationen von SaBine Büchner
  • Boje Verlag   Juli 2014    www.boje-verlag.de
  • 207 Seiten
  • gebunden, mit Lesebändchen
  • 13,00 € (D)
  • ISBN 978-3-414-82399-1
  • ab 8 Jahren
    978-3-414-82399-1-Staeding-Petronella-Apfelmus-org

A P F E L Z A U B E R

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

„Zirrbli, Zurrbli, Schnirkelschneck – nichts rührt sich mehr von seinem Fleck!“ (Seite 177)
So – mit diesem Zauberspruch habe ich Sie nun an den Text gefesselt, und Sie kommen erst wieder frei, wenn Sie ihn gelesen haben: Mit besonderem Vergnügen stelle ich Ihnen Petronella Apfelmus vor, die große kleine Hexe und Namensgeberin einer neuen Kinderbuchreihe von Sabine Städing.

Petronella Apfelmus ist eine Apfelbaumhexe, die „ganz standesgemäß in einem Apfel“ wohnt.
Sie ist die Hüterin eines verwilderten Gartens, der eine alte Mühle und das dazugehörige Wohnhaus umgibt. Im Garten wachsen viele alte – fast vergessene und fast ausgestorbene – Apfelbaumsorten, und Petronella pflegt, hegt und beschützt mit Unterstützung einiger Apfelmännchen diesen Baumbestand.

Zu Petronellas Spezialitäten gehört es, daß sie sich nach Belieben und Bedarf vergrößern oder verkleinern kann. Dazu benutzt sie eine magische Strickleiter: Wenn man diese Strickleiter apfelbaumaufwärts klettert, wird man so klein, daß man bequem in einem Apfel wohnen kann, klettert man hingegen apfelbaumabwärts, nimmt man eine menschliche Größe an.

Menschen, die Bäume fällen wollen oder Insektengifte versprühen, sind bei Petronella nicht beliebt und ganz und gar nicht erwünscht. Wenn es sein muß, werden solche Eindringlinge mit magischen Inszenierungen vergruselt und vergrault. Da kennt Petronella kein Pardon.

Mißtrauisch beäugt sie durch ihr goldenes Piratenfernrohr den Einzug einer Familie mit zwei Kindern in das alte Müllerwohnhaus. Sie berät sich mit Lucius, ihrem Hirschkäferfreund und Flugchauffeur, was sie tun könnten, um die lästigen Menschen zu vertreiben.

Die ausgeschickten Spinnen zum Erschrecken der Kinder, ein herbeigerufener Sturm, Wespenschwärme und ein monstermäßiges Schattenspiel sollten fürs erste genügen. Die neuen Bewohner bekommen zwar wirklich einen Schrecken nach dem anderen, aber sie bleiben.

Die Kinder, ein Zwillingspaar namens Lea und Luis, erkunden den wilden Garten und besonders Lea ist von der Märchenhaftigkeit dieses Fleckchens Erde überzeugt. Luis tut diese Schwärmerei zwar als Mädchenkram ab, aber heimlich ist auch er fasziniert.

Petronella beobachtet die Kinder genau; sie erweisen sich als tierlieb, neugierig und eigentlich ganz sympathisch, und die Hexe bekommt langsam ein schlechtes Gewissen wegen ihrer Vergraulaktionen.

Es dauert nicht lange, da entdecken die Kinder Petronellas Strickleiter im Apfelbaum und klopfen an ihre Apfelwohnungstür. Petronella empfängt den unerwarteten Besuch zunächst etwas widerwillig, doch schließlich freunden sich Lea, Luis, Petronella und Lucius sowie später auch noch die Apfelmännchen miteinander an.

Die Kinder erzählen Petronella, daß ihr Vater seine Arbeit als Bäcker verloren habe, weil sein Chef die Bäckergesellen durch teure Maschinen ersetzt hat. Da die Familie nun mit wenig Geld haushalten muß, sind sie in das preiswerte Mühlhaus eingezogen. Leider wäre es kalt und zugig, aber der Garten sei wunderbar.

Die Apfelbaumhexe veranlaßt daraufhin die Apfelmännchen, die zugigen Stellen des alten Hauses mit Spezialkitt zu isolieren. Langsam wird es richtig gemütlich im Wohnhaus, und die Kinder sind dankbar, erfreut und begeistert von ihrer geheimen Hexenfreundin.

Als in der Stadt ein Kuchenbackwettbewerb ausgeschrieben wird, erhoffen sich Lea und Luis, daß ihr Vater durch die Teilnahme und den möglichen Preisgewinn vielleicht aufgemuntert werden könnte.

Hilfsbereit stellt Petronella ihr zauberhaftes Apfelkuchenrezept zur Verfügung, und so nehmen – trotz einiger aufregender Zwischenfälle – die Dinge für alle Beteiligten einen immer erfreulicheren Verlauf.

Auf Petronellas gutes Herz ist absolut Verlaß, und wenn die Wirklichkeit hier und da einen magischen Schubs braucht, schwenkt sie ihren Zauberstab und organisiert glückliche „Zufälle“ für ihre lieben Nachbarn, die sie gar nicht mehr missen möchte.

Die Autorin, Sabine Städing, erzählt diese originelle Apfelhexengeschichte in leichtem, heiterem Tonfall mit spielerischem Tiefsinn und großer Warmherzigkeit.

Die knuffigen, detailverliebten Illustrationen von SaBine Büchner fügen sich dramaturgisch lebhaft in den Erzählfluß ein und harmonieren – mit ihrer warmherzigen Heiterkeit und einfühlsamen, augenzwinkernden Charakterzeichnung – ganz hervorragend mit dem Text.

Lobend erwähnen möchte ich noch das leuchtend orangefarbene LESEBÄNDCHEN,
eine nützliche Zier, die ich stets erfreut begrüße, wenn sie mir bei einem Buch begegnet.

Was braucht man für ein gelungenes Kinderbuch? Das Rezept verrät die Autorin indirekt durch eine Bemerkung von Petronella Apfelmus: „Du brauchst vor allen Dingen ein offenes Herz. Und einen Verstand, der bereit ist, auf dein Herz zu hören.“ (Seite 88)

So – nun dürfen Sie sich von meinem Text entfernen und sich in die nächste örtliche Buchhandlung begeben und dieses schöne Kinderbuch erwerben – für Ihr Kind, Ihren Enkel, Ihre kleine Schwester, Ihre Nichte oder Ihren Nachbarn, der alte Apfelbäume bewahrt …

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.luebbe.de/boje/buecher/kinderbuecher/petronella-apfelmus/id_3291649

Die Autorin:

»Sabine Städing wurde 1965 in Hamburg geboren und hat sich schon als Kind gerne Geschichten ausgedacht. Nach ihren drei Büchern rund um die Hexe Magnolia hat sie jetzt das erste Abenteuer aufgeschrieben, dass die kleine Hexe Petronella Apfelmus zusammen mit ihren Freunden erlebt. Die Autorin sitzt schon an der Fortsetzung der Reihe.«

Die Illustratorin:

»SaBine Büchner, geboren 1964 in Wuppertal, arbeitete als Sozialpädagogin in einem Kinderheim, bevor sie Kommunikationsdesign in Wuppertal und Animation an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg studierte. Sie hat zahlreiche Bücher illustriert und auch eigene Bilderbücher veröffentlicht. Ihre Arbeiten wurden bereits mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.«

 

PS:
Neben dem Buch zum Lesen gibt es eine schöne „Vorlesung“ des Buches von Nana Spier, der deutschen Synchronstimme von Drew Barrymore und Sarah Michelle Gellar u.v.a.
Lebhaft akzentuiert interpretiert sie die unterschiedlichen Charaktere. Je nach Bedarf artikuliert sie sehr nuancenreich, mal kindlich, aufgeregt, quengelig, besorgt, heiter, aufgeregt, mal selbstgefällig, besonnen, sinnlich, verschmitzt, herzlich, zauberhaft und sogar „huhnisch“.

978-3-7857-5003-2-Staeding-Petronella-Apfelmus-2CD-75-org

erschienen bei Lübbe Audio      http://www.luebbe.de/luebbe-audio
2 CDs
Laufzeit 14o Minuten,
aufgeteilt in 27 Abschnitte
ISBN 978-3-7857-5003-2
13.00 € (D)

Hier entlang zum Hörbuch und zur Hörprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.luebbe.de/luebbe-audio/hoerbuecher/kinderbuecher/petronella-apfelmus/id_3130108

PPS:
Es gibt schon Anlaß zur Fortsetzungsvorfreude:
Der zweite Band von Petronella Apfelmus erscheint am 12.März 2015 und heißt „Zauberschlaf und Knallfroschchaos“. Selbstverständlich werde ich auch die zauberhafte Fortsetzung besprechen …

Querverweis:

Hier geht es zum zweiten Band von Petronella Apfelmus:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/03/25/petronella-apfelmus-band-2/
Und hier zum dritten Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/12/11/petronella-apfelmus-band-3/
Sowie zum vierten Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/06/04/petronella-apfelmus-band-4/
Zum fünften Band:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/10/03/petronella-apfelmus-band-5/