Kochbuch für den großen alten Mann

  • von Sybil Gräfin Schönfeldt
  • Verlag edition momente, September 2019 www.edition-momente.com
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 19 x 11,4 cm
  • 132 Seiten
  • Lesebändchen
  • 20,00 €, 28,90 sFr.
  • ISBN 978-3-0360-6003-3

K O C H N A C H H I L F E

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Nachdem Sybil Gräfin Schönfeldts „Kochbuch für die kleine alte Frau“ https://leselebenszeichen.wordpress.com/2020/04/14/kochbuch-fuer-die-kleine-alte-frau/ recht erfolgreich an die Frau gebracht wurde, kommen nun im Folgeband auch die alleinstehenden Männer in den Genuß einer solchen Kochnachhilfe.

Fast jeder kennt Beispiele von geschiedenen oder verwitweten Männern, die zwar des üppigen Essens kundig sind, aber von Kochen und Backen nicht den Hauch einer Ahnung haben, und dann alleinstehend je nach Finanzkraft in Imbissen, Kantinen oder Restau-rants zu Stammgästen werden oder zu Dosenköchen degenerieren. Wenn solche Manns-bilder das Glück haben, mit Sybil Gräfin Schönfeldt befreundet oder verwandt zu sein, bleibt ihnen dieses traurige Schicksal indes erspart, denn sie nimmt sie unter ihre koch-erfahrenen Fittiche und leitet sie persönlich, postalisch oder telefonisch zum Kochen und Backen an. Für alle anderen Männer gibt es nun das „Kochbuch für den großen alten Mann“.

Hier schöpft die Autorin wieder aus dem überlieferten familiären Rezepte-Fundus und serviert u.a. Frühstücks-Mehlsuppe, Kreolische Tomaten, Gelegtes Kraut, Gesottenes Rindfleisch, Meerrettich-Sauce, Kaiserschmarren, Apfel- und Zwetschgenröster, Goethes Obsttorte, Spinatsalat mit Pilzen, Mohrrübensuppe, Bunter Fisch, Toast Monsieur Henry, Karamell-Kardamom-Toast, Huhn in Wermut, Apfelpfannkuchen, Heidesand, Andere Zimtsterne, Gefüllte Paprikaschoten, Brot-Tomaten-Gemüse, Zwetschgenkuchen, Waldorfsalat, Schmelzkartoffeln, Schmortopf Mont Ventoux und Pastors Hackbraten.

Ergänzt werden die einfachen Rezepte um praktische Regeln zur organisatorischen Vorbereitung aller Zutaten und um Vorratshaltungstipps sowie küchenhandwerkliche Anleitungen, beispielsweise zum Zwiebelwürfeln, oder um Erklärungen zum nicht unwesentlichen Unterschied zwischen Dünsten und Schmoren.

Wie bereits im Vorgängerband sind die Rezepte in den erzählerischen Rahmen lebens-läufiger Kocherfahrungen eingebettet, kombiniert mit berührenden familiär- und freundschaftlich-zwischenmenschlichen Erinnerungen Sybil Gräfin Schönfeldts.

Neben den schmackhaften inneren Werten ist das „Kochbuch für den großen alten Mann“ auch mit ansprechenden äußeren Werten ausgestattet. Das fadengeheftete Buch hat ein handliches Format und ein farblich harmonierendes Lesebändchen. Die Schrift- größe ist leseangenehm, die Rezepte heben sich durch Fettdruck hervor, und die dezente graphische Gestaltung von Titelbild und Vorsatzblättern trägt die unverkenn- bare „Handschrift“ des edition-momente-Hausgraphikers Max Bartholl, augenzwinkernd ergänzt um eine Zeichnung von Jutta Bauer.

Fotografien hat dieses Kochbuch ebenfalls nicht nötig, denn Sybil Gräfin Schönfeldts Schreibstil ist lebendig, sinnlich-kulinarisch und wahrlich köstlich genug, um auch Kochmuffel zum Kochen zu bewegen. 

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.edition-momente.com/buecher/sybil-graefin-schoenfeldt-kochbuch-fuer-den-grossen-alten-mann.html

Die Autorin:

»Sybil Gräfin Schönfeldt studierte Germanistik und Kunstgeschichte und promovierte in Wien. Sie schrieb für DIE ZEIT, das ZEIT-Magazin und STERN und veröffentlichte seit den 1960er Jahren zahlreiche Kochbücher, zuletzt das Kochbuch für die kleine alte Frau (2018) sowie literarische Kochbücher über Goethe, Fontane, Thomas Mann u. a. und übersetzte Kinderliteratur. Sie war mit Astrid Lindgren befreundet. Sie lebt in Hamburg, hat zwei Söhne und ist seit zehn Jahren Witwe.«

Querverweis:

Hier entlang zur weiblichen Kochbuchergänzung „Kochbuch für die kleine alte Frau“:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2020/04/14/kochbuch-fuer-die-kleine-alte-frau/

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/

Das Taschenmesser

  • 50 geniale Knife-Hacks
  • von Matt Collins
  • mit Illustrationen von Maria Nilsson
  • Originaltitel: »50 Things to Do with a Penknife«
  • Aus dem Englischen von Anja Kootz
  • Knesebeck Verlag, Juni 2018 www.knesebeck-verlag.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 13,5 x 18,4 cm
  • 144 Seiten
  • 12,00 € (D), 12,40 € (A)
  • ISBN 978-3-95728-217-0

M E S S E R M Ö G L I C H K E I T E N      

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Dem Taschenmesser haftet immer schon der Ruf des Abenteuers und eines allzweck- tauglichen Wildnis-Überlebenswerkzeugs an.

Matt Collins gibt in seinem Buch praktische Anleitungen zum Schnitzen mit dem Taschenmesser. Dabei wird hauptsächlich mit Holz gearbeitet, aber auch mit Kork sowie mit Obst und Gemüse. Die Schnitzanweisungen sind kurz und bündig und werden von präzisen Schritt-für-Schritt-Zeichnungen begleitet.

Einführend beschreibt der Autor die wesentlichen Funktionen eines brauchbaren Taschenmessers, seine sachgemäße Handhabung und Pflege sowie sinnvolle Schutz- maßnahmen (Daumenschutz, Schnitzhandschuhe) für schwierigere Schnitzarbeiten.

Das A und O eines guten Taschenmessers ist seine Klingenschärfe und – besonders in Hinsicht auf Schnitzarbeiten – ein gerader Klingenrücken sowie eine scharfe Messer- spitze. Das Messer sollte nicht zu schwer sein und der Griff möglichst bequem und angenehm in der Hand liegen.

Es werden fünf Schnitztechniken (Stoppen, Schälen, Schieben, Ziehen, Spalten) erklärt und Hinweise zur Wahl des Holzes (Faserverlauf, Holztrockenheit, Holzarten) gegeben. Stets weist Matt Collins nachdrücklich darauf hin, achtsam mit Holz und schonend mit Bäumen umzugehen und möglichst nur bereits abgefallenen Äste und Zweige zu verwenden.

Im ersten Kapitel geht es um leichte und schnelle Schnitzarbeiten, wie beispielsweise das korrekte Anspitzen eines Bleistifts, das Schnitzen eines Türstoppers oder die Verar-beitung eines hölzernen Eisstieles zu einem Brieföffner.

Illustration von Maria Nilsson © Text von Matt Collins/Knesebeck Verlag 2018

Das zweite Kapitel konzentriert sich auf die Herstellung von Campingzubehör wie Zelt-heringe, Löffel, Gabel, Anzündhilfe, Pfannenwender, Angelhaken, Wanderstock usw.

So schnitzen wir uns von der hölzernen Häkelnadel zu Eßstäbchen, vom Knopf zur Haar-nadel und von Gardinenringen zu Kleiderhaken. Auch die Schnitzerei dekorativer und spielerischer Objekte wie Mobiles, Schiffchen, Blüten, Kreisel und Lesezeichen wird erläutert.

Eine Abzweigung zu Schnitzarbeiten mit Kork leitet an zu Tischkartenhaltern, Kopf- hörerspulen, Minipflanztöpfchen, Korkstempeln und Korksternen. Und eine weitere Abzweigung zeigt köstliche Schnitzereien aus Gemüse und Obst, u.a. eine Flöte aus Karotten, eine Blüte aus einer Zwiebelhälfte und ein Pfauenrad aus einer halbierten Zucchino.

Illustration von Maria Nilsson © Text von Matt Collins/Knesebeck Verlag 2018

Einige gärtnerische Hinweise zur Obstbaumveredelung und Gehölzvermehrung durch Stecklinge informieren über die richtigen Schnittstellen und Schnittmethoden.

Wildnisüberlebenstips wie beispielsweise die Herstellung einer Anzündhilfe aus „Holz-locken“, um ein Lagerfeuer zu entfachen, das richtige Ausnehmen und Säubern eines Fisches und das Anzapfen von Birkensaft runden die Messer- und Schnitzkunde angemessen pfadfinderisch ab.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.knesebeck-verlag.de/das_taschenmesser/t-1/724

 

Der Autor:

»Matt Collins machte eine Ausbildung beim Botanischen Garten in Wales, bevor er eine beratende Stelle im Garden Museum in London antrat. Als Chefgärtner eines privaten Anwesens konnte er schließlich seine Schnitzkünste trainieren und gab auch ein Magazin heraus.«  https://orangetip.wordpress.com/

 

Illustration von Maria Nilsson © Text von Matt Collins/Knesebeck Verlag 2018

 

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/