- mit Texten, Rezepten & Bildern
- Herausgegeben von Sybil Gräfin Schönfeldt
- Grafische Gestaltung von Max Bartholl
- Verlag edition momente 2022 www.edition-momente.com
- Wochenkalender
- Spiralbindung
- 60 Blätter
- mit ca. 100 vierfarbigen Fotos und Abbildungen
- Format: 31,5 x 19,2 cm
- 22,00 €, 33,50 sFr.
- ISBN 978-3-0360-4023-3
L E S E G E S C H M Ä C K E R
Kalenderrezension von Ulrike Sokul ©
Mit diesem Kalender verbindet Sybil Gräfin Schönfeldt wiederum ganz vorzüglich geistige und leibhaftige Nahrung. Der Kalendergrafiker Max Bartholl gibt den literarischen Texten und kulinarischen Rezepten in Kombination mit abwechslungsreichen Abbildungen Kalenderblatt für Kalenderblatt ein schönes, übersichtliches Bühnenbild.
Die Rezepte stammen indes nicht von den zitierten Schriftstellern, sondern aus der unerschöpflichen Rezeptespeisekammer Sybil Gräfin Schönfeldts. So serviert sie uns stets ein literarisches Zitat, das von einer Speise erzählt, kommentiert in gewürzter Kürze Leben und Werk des Autors oder der Autorin und fügt ein passendes Koch- oder Backrezept hinzu. Die literarischen Zitate dienen dabei als Stichwortgeber.
Das Jahr beginnt mit einem Wintergedicht von Georg Trakl und einem Re- zept für Paradiesäpfel, und es klingt aus mit einem Rezept für Makronen – inspiriert von Hendrik Ibsens Schauspiel „Ein Puppenheim“. Die „kleinen rosa Biskuits“ aus Virginia Woolfs Roman „Nacht und Tag“ führen zu einem Backrezept für entsprechende Biskuits, eine Szene aus Kazuo Ishiguros Roman „Damals in Nagasaki“ leitet über zu einem Rezept für ein japa- nisches Omelett, den frischen Erdbeeren, die „Kristin Lavranstochter“ im gleichnamigen Roman pflückt, folgt ein Rezept für Erdbeer-Trifle, und Martin Andersen Nexøs Beschreibung festlicher Butterbrote macht uns gleich vier Smørrebrød-Rezepte schmackhaft.
So blättern wir gleichermaßen literarisch wie kulinarisch von Edgar Selges Streuselkuchenherausforderung zu Elke Heidenreichs Liebeserklärung an die Kartoffel in allen Zubereitungsformen, von Leo Tolstois Paska, einer traditionellen Speise zum Fastenbrechen, zu Otto Ernstens Denkmal für den Palatschinken, von Manfred Kybers Speisekammer-Mäusegespräch über Aspik zu Charlotte Brontёs kalter Pastete.

Abb.: Camille Pissarro, Picking Potatoes, 1893 © Bridgeman Images; Autorenfoto: © Isolde Ohlbaum
Hinsichtlich der Nachspeisen können wir zwischen Fontanes Götterspeise, Thomas Manns Roter Grütze oder José Saramagos Feigen im Feuer wählen oder bescheiden einen von Colette angeregten Tee à la menthe trinken.
Die Mengenangaben der Rezepte beziehen sich zumeist auf vier Personen. Am Kalenderende ergänzen die Grundrezepte für Glasur, Hefe-, Knet- und Rührteig sowie für Weiße Sauce die im Jahresverlauf vorgestellten Rezepte.
Mit seinen internationalen Rezepten gibt „Der literarische Küchenkalender 2023“ einer gehaltvollen und interessanten Geschmacksvielfalt Raum und weckt darüber hinaus mit literarischen Zitaten und Kommentaren lebhaften Leseappetit.
Hier entlang zum Kalender nebst vorköstlicher Blätterprobe auf der Verlagswebseite: https://www.edition-momente.com/kalender/literarischer-kuechenkalender-2023.html
Hier sei auch darauf hingewiesen, daß der Verlag edition momente außer dem hier besprochenen Literarischen Küchenkalender noch zwei weitere bemerkenswerte Kalender publiziert:
Der Literatur Kalender 2023
Momente des Miteinander
Texte und Bilder aus der Weltliteratur
Verlag edition momente
Hier entlang zu meiner Rezension: Der Literatur Kalender 2023
Der Musik Kalender 2023
Von der Overtüre zum Finale
Verlag edition momente
Als ebenso lesens- wie hörenswertes Gesamtkunstwerk empfehle ich für den „Musik Kalender 2023“ gerne die meisterhafte Besprechung von Random Randomsen: Jahrbuch der musikalischen Momente
Klasse Kalender, hab ihn jetzt und er hängt in der Küche und wartet darauf sich in voller Tages und Wochenschönheit zeigen zu können…..und so viele tolle Rezepte darinnen, legger !
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Gerne lesehöre ich, daß Dich Sybil Gräfin Schönfeldts Küchenkalender durch das neue Jahr begleiten wird und daß er Dir so gut mundet. 😉
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Auch wenn sich mir, anders als Frau Heidenreich, die Erotik, die erotische Ausstrahlung oder auch Anwendung der durchschnittlichen Kartoffel nicht recht erschließen mag, so scheint dieser Kalender (einschließlich der Ausführungen von Fr. H., immerhin schmackhafter als Henry Millers Nahrungsaufnahme beispielsweise in Stille Tage in Clichy) doch sehr interessant zu sein – immerhin verbindet er die Kenntnis diverser bekannter Vertreter der schreibenden Zunft mit der ungewohnten Tatsache, dass auch diese essen mußten!
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Vielen Dank für Deine allgemeine literarisch-kulinarische Zustimmung zum Küchenkalender, auch wenn Dir die spezielle heidenreichsche Kartoffelausstrahlung nicht so recht mundet. 😉
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Wieder so ein interessant gestalteter Kalender, den Du hier vorstellst, liebe Ulrike. 95 Jährchen ist sie schon? Grandios, was die alte Dame immer noch schafft. Bei einem schnellen Blick in die schlauen Seiten fand ich ihren Mädchennamen und ich mußte lächeln. Sie hieß mal Sybil Schlepegrell, aber das ist lange her…
Liebe Grüße von Bruni an Dich, liebe Ulrike
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Vielen Dank, liebe Bruni, für Dein Interesse am literarischen Küchenkalender und Deine Bewunderung für Sybil Gräfin Schönfeldts unermüdliche Tätigkeitsfreude.
Nachtaktive Grüße von mir zu Dir
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Was für eine tolle Idee, liebe Ulrike, diese speziellen Rezepte mit Schriftstellern, wie Kazuo Ishiguro zu verbinden und die Leser bis nach Japan reisen zu lassen! Grazie mille 🙂
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Liebe Martina,
hab‘ Dank für Dein ausdrückliches Wohlgefallen am literarischen Küchenkalender.
Dieser Kalender ist wirklich auch eine Art Reiseführer – danke, daß Du diesen Aspekt ansprichst.
Herzensgruß von mir zu Dir 🙂
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Hat dies auf haluise rebloggt.
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Hab‘ Dank für Dein Weitersagen!
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Interessant, interessant. Danke fürs Vorstellen! 🙂
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Vielen Dank für Dein doppelmoppeliges 😉 Interesse an meiner Kalenderempfehlung.
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Ah, da ist er ja, der Küchenkalender. Ich denke einer davon wird an eine meiner Wände finden 🙂
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Das lesehöre ich gerne! Vielen Dank für Deine zugeneigte Kalenderaufmerksamkeit. 😀
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Eine ansprechende Kalenderidee, die eindrücklich demonstriert, dass Buchstabensuppe durchaus nicht das einzige Bindeglied zwischen Literatur und Küche sein muss. 😀
Eine ganz hübsche Bandbreite eröffnet sich da sowohl auf literarischer, als auch kulinarischer Ebene. Dein Einblick hat bei mir übrigens die Lust auf Polenta wachgekitzelt. Auch darin liegt ja durchaus ein Vorzug des Kalenders, dass er „lang ist’s her Gerichte“ in Erinnerung rufen kann.
Lieben Dank für den erneuten Hinweis auf meine musikkalendarische Besprechung. Ich hoffe nur, dass im literarischen Küchenkalender kein Rezept mit Judasohren vorkommt. Sonst wäre ja der Ohrenschmaus auch ohne den musikalischen Kalender abgehakt. 😉
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Verbindlichen Dank für Deine wortverspielte Resonanz! 😀
In der Tat hebt uns „Der literarische Küchenkalender“ neben den literarischen Lockhäppchen auch vergessene Gerichte wieder ins Bewußtsein. Ein Rezept mit Judas-Ohren-Pilzen ist mir allerdings im Küchenkalender nicht zu Ohren gekommen. 😉
Selbstverständlich habe ich gerne weiterempfehlend auf Deine Musik-Kalender-Rezension hinverlinkt. 🎶🎶🎶
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Da ich Sybil Gräfin Schönfeld schon als Kind in der Bibliothek meiner Mutter kennengelernt habe, kam mir eben der Gedanke, mal nachzuschauen, wie alt sie schon ist. (Jahrgang 1927)
Ich glaube, hier verkauft man mit ihrem guten Namen 😉
Aber das soll kein Meckern sein, nur eine Beobachtung. Die Kombi Kochen und internationale Literatur finde ich wiederum eine kreative Idee. Der Kalender ist sicherlich ein schönes Weihnachtsgeschenk.
Und kurze Anmerkung zu den sockenlosen Schuhen. Das ist ein Trend aus den südlichen Ländern. Inzwischen hat man zum Glück ja Socken erfunden, die man nicht sieht. 😁
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Vielen Dank für Deine interessierte Rückmeldung.
Wie schön, daß Du schon als Kind Sybil Gräfin Schönfeldt kennengelernt hast – ich nehme jedoch an nur in Buchform und nicht leibhaftig. 😉
Die Gräfin ist den Verlegerinnen des Verlags edition momente schon lange freundschaftlich verbunden, und auch die verlegerischen Damen arbeiten noch in einem Alter, in dem andere längst im Ruhestand verweilen.
Hinter dem berühmten Namen steht also nicht bloß die gute „Marke“, sondern tatsächlich die Auswahl- und Schreibarbeit Sybil Gräfin Schönfeldts.
Sockenlose Schuhe passen besser in warme Gefilde, was die Trendherkunft aus dem Süden erklärt. Und wie Du schon anmerktest, gibt es inzwischen die „unsichtbaren“ Söcklinge. 😀
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Das nenne ich dann mal eine respektable Leistung der Gräfin. Mit 95 Jahren noch aktiv!
Meine Mutter sammelt Kochbücher bzw sammelte. Unter allen fielen die Werke der Gräfin mit schon als Kind bzw Jugendlicher auf.
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Gefallen tut mir solch Wissen und Können ja sehr, im Prinzip… und doch halt‘ ich’s lieber mit Frau Heidenreich – deren Geschmackssinn genügt auch mir schon durchaus für ein ausgewogenes, lukullisch befriedigendes Leben… Schwarze Schuhe ohne Socken allerdings … Igitt !!
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Hab‘ Dank für Deine der heidenreichschen Kartoffelliebe zugeneigten Rezeptwahl. 😉
Bei schwarzen Schuhen ohne Socken hegte ich die Befürchtung, daß das Leder direkt auf die Füße abfärbt, aber das sieht man ja erst, wenn man die Schuhe auszieht.
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*lach*
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