Pflanzen für ein naturnahes Leben

  • Ein Leitfaden zur Gartengestaltung
  • von Jane Moore
  • Originaltitel: »Planting for Wildlife«
  • Übersetzung aus dem Englischen von Linde Wiesner
  • Illustrationen Umschlag und Kapitelaufmacher  von James Weston Lewis
  • Illustrationen im Text von Holly Astle
  • Gerstenberg Verlag, März 2022  http://www.gerstenberg-verlag.de
  • Format: 14 x 19  cm
  • Fadenheftung
  • 144 Seiten
  • 20,00 €, 20,60 € (A), 26,90 sFr.
  • ISBN 978-3-8369-1687-5

Pflanzen für ein naturnahes Leben. 2jpg

NATURVERBUNDEN  GÄRTNERN

Rezension von Ulrike Sokul ©

Wenn Sie den Einfluß, den Sie auf die Gestaltung Ihres Gartens haben, dazu nutzen möchten, Artenvielfalt und ökologische Nischen zu fördern, dann finden Sie dafür in Jane Moores Gartenleitfaden eine sehr überschaubare und praxisnahe Anleitung.

Neben empfehlenswerten Pflanzen, die Wildtieren und Insekten sowohl Rückzugs- und Nistmöglichkeiten als auch Nahrung bieten, gibt die Autorin dienliche Hinweise auf strukturelle Gestaltungselemente, die den Lebensbedürfnissen von Wildtieren ent- gegenkommen.

So ist – sofern die Gartengröße es erlaubt – das Pflanzen zumindest eines Baumes stets  sinnvoll, da Bäume vielen Lebewesen einen guten Lebensraum und Nahrung bieten. Tot-holzhaufen geben ebenfalls vielen Mikroorganismen, Pilzen und Insekten Raum und Nahrung, und die Insekten wiederum dienen Vögeln und Kleinsäugern als Nahrung. Da grundsätzlich KEIN Kunstdünger verwendet werden soll, braucht es zudem einen Kom-posthaufen, der mit Hilfe von natürlichen Mikroorganismen organischen Dünger „herstellt“.

Generell ist eine deutlich weniger strenge Ordnung, mit ungemähten Rasenbereichen und verwilderten, ungestörten Nischen sowie der absolute Verzicht  auf tödliche Pestizide der natürlichen Lebenskraft des Gartens förderlich. 

Die Attraktivität für Wildtiere wächst zudem durch das Angebot von flachen Wasser- stellen zum Trinken und Baden und besonders durch einen Teich. Die Autorin widmet ein ganzes Kapitel der Anlage eines Teichs und empfiehlt auch passende Wasser- und Uferpflanzen.

Bei allen Gestaltungsmaßnahmen und Pflanzenempfehlungen beschreibt die Autorin, wie sich der Nutzen für Wildtiere mit praktischem gärtnerischen Nutzen und gärtne- rischer Ästhetik sinnvoll ergänzt. Ihre Pflanzenempfehlungen umfassen ein- bis mehr- jährige Stauden und Kräuter, diverse Kletterpflanzen, Sträucher, Obstbäume und Heckenpflanzen.

Pflanzen für ein naturnahes Leben. Hecken

Illustration von Holly Astle © Gerstenberg Verlag 2022

Erfreulich fand ich besonders Jane Moores Loblied auf den Efeu, der sich als guter Bodendecker eignet und als Kletterpflanze. Efeu ist immergrün, bietet vielen Tieren Unterschlupf, und seine Blätter sind für viele Schmetterlingsarten Raupenfutter. Außerdem blüht er erst im Herbst und serviert Insekten und Bienen viel Nektar und Pollen. Die entsprechend später reifenden Beeren ernähren anschließend im Winter wiederum Vögel. Diese positive Efeubilanz kann ich für meinen Garten nur bestätigen.

Einige sachdienliche Hinweise über die wichtige Rolle der Regenwürmer für die Boden-qualität, zu Igelschlupfwinkeln, Insektenhotels, Vogelfutterstellen und Vogeltränken sowie Tipps zum erfolgreichen Beobachten von Wildtieren im eigenen Garten runden das naturförderliche Informationspaket stimmig ab.

Die Illustrationen sind graphisch-stilisiert und sehr dekorativ. Für ein botanisches Bestimmungsbuch wären sie nicht angemessen präzise, indes sind sie für die hier vorliegenden Gartengestaltungsanregungen durchaus passend.

Jane Moore gelingt es mit unaufdringlicher Beiläufigkeit, daß man bei der Lektüre den eigenen Garten verstärkt aus der Perspektive eines Wildtieres wahrnimmt. Eine solcher-art angeregte Empathie erleichtert die Entscheidung für mehr Wildnis und beflügelt zum naturnahen Gärtnern. 

»Eine naturnahe und ökologische Gartengestaltung hilft Ihnen dabei, dass nach und nach eine stabile Nahrungskette und im Garten ein eigenes Ökosystem entsteht.«
(Seite 46)

»Wildtiere schätzen Gärten, in denen sie Schutz und Deckung, gute Nahrungs- und Wasserquellen und einen sicheren Schlafplatz finden.« (Seite 88)

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.gerstenberg-verlag.de/Erwachsenenbuch/GartenLust/Pflanzen-fuer-ein-naturnahes-Leben.html?noloc=1

Die Autorin:

»Jane Moore ist seit 30 Jahren engagierte Gärtnerin. Einst beaufsichtigte sie den Garten einer Benediktinerabtei, später wurde sie Autorin für Gartenmagazine und Redakteurin für Gartensendungen der BBC. Moore verfügt über ein erstaunliches Pflanzenwissen, das sie mit Begeisterung an andere weitergibt.«

Querverweis:

Ergänzend weise ich zudem gerne noch auf Jane Moores Buch „Pflanzen für Schmetterlinge“ hin: Pflanzen für Schmetterlinge

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34 Kommentare zu “Pflanzen für ein naturnahes Leben

  1. Neben dem Inhalt sind auch hier die Illustrationen was fürs Auge. Der Efeu wird oft unterschätzt. Ich las mal, daß es mindestens 10 Jahre dauert, bis er blüht. Also muß man wohl Geduld haben. Bei der Trockenheit ist so ein Baum- oder Bodendecker bestimmt zusätzlich eine gute Idee. Überhaupt viele wertvolle Tips. Ein Buch zum Verschenken würde ich sagen 🙂 Danke für die schöne Rezension!

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    • Verbindlichen Dank, liebe Almuth, für Dein Lese- und Betrachtungsecho und Deine Buchgeschenkwilligkeit. 🙂
      Die Illustrationen haben einen ganz eigenen graphischen Landhausstil-Charme, finde ich.
      Mit Efeu mache ich schon seit zwanzig Jahren gute gärtnerische Erfahrungen. Ich habe das Efeu an meinem Holunderstrauch hochwachsen lassen, so daß inzwischen ein „Efeuzelt“ entstanden ist, das einen kleinen schattigen Naturraum bildet, und der Efeu blüht natürlich auch, da er alt genug dafür ist.

      Gefällt 1 Person

      • Das hört sich toll an. Ich würde deinen geheimen Elfengarten zu gerne einmal sehen. Du scheinst jedenfalls alles möglich zu machen in deinem kleinen Reich. Die Tierwelt wirds dir danken 🙂💕 Hab noch einen angenehmen Tag! LG von der Balkonfee

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  2. Scheint mir ein wunderfeines Buch zu sein mit vielen Tips, von denen man viele beherzigen kann, liebe Ulrike. Bei mir ist es ein bissel wild und ein bissel südlich 🙂

    Bei Dir ist auch so viel Werbung zu sehen *seufz*, wenigstens von mir hier am Läppi

    Ganz herzlich, Bruni

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    • Liebe Bruni,
      lieben Dank für Dein Gefallen an meiner Buchempfehlung. Es hört sich gut an, daß Dein Garten wild und südlich ist. 🙂
      Ich nutze eine kostenlose WordPress-Version, deshalb kann WP soviel Werbung verteilen, wie es will.
      Wenn Du allerdings auf Deinem Blog eingeloggt bist und gleichzeitig von Deinem E-Postfach aus auf meine Beiträge zugreifst, müßte die Werbung weg sein. Jedenfalls ist das bei mir so. Ich gehe nie über den WP-Reader, sondern nur über die Mail-Beitragsbenachrichtigung auf andere WP-Blogs, und dort befinden sich dann stets keine störenden Werbeeinblendungen. Auch wenn ich von einem zum anderen WP-Blog herumklicke, sind dann keine Werbungen da – vorausgesetzt ich bin gleichzeitig auf meiner eigenen Seite angemeldet.
      Mit einem nachtkerzenblütenduften Gutenachtgruß von mir zu Dir

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      • Ich bin aber auf meinem blog angemeldet, liebe Ulrike Sitze wieder am Läppi und habe die Werbung vor mir. .. Ich gehe auch so gut wie nie über den Reader. Da ist mir alles ein bissel zu kleinformatig.
        Na ja, mal sehen, wie es werbemäßig weitergeht.

        Lieber Gruß aus der Hitze an Dich

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      • Tja, liebe Bruni, da habe ich keine Erklärung für. Offensichtlich arbeitet WP willkürlich mit Werbeeinsätzen.
        Ich sehe auf anderen Blogs stets nur die lästige Werbung, wenn ich unangemeldet und über das Wischofon digital unterwegs bin.
        Mit einem lieben Gutenachtgruß an Dich

        Gefällt mir

  3. liebe ulrike,
    hab dank für den hinweis auf dieses buch; sehr geeignet zum verschenken, wie ich finde: es kommt auf meine liste.
    weinen könnt ich manchmal, wenn ich so steril gestutzte gärten sehe! meine erfahrung ist, dass jedes noch so kleine fleckchen boden zu einer erquicklichen, lebendigen oase für mensch und tier werden kann, wenn es aus einer entsprechend reflektierten und – ja: respektvollen inneren haltung heraus bearbeitet und gepflegt wird.
    herzliche grüße:
    pega

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    • Liebe Pega,
      verbindlichen Dank für Deine harmonische Resonanz auf meine Buchempfehlug. Es freut mich, daß Du dieses Buch Deiner Geschenkeliste zufügst.
      Ja, sterile und frisierte Gärten finde ich auch stets betrüblich.
      Ich teile Deine Erfahrung, daß man mit einer liebevollen Einstellung zur Natur viele lebendige Oasen für Pflanzen, Tiere und Menschen entstehen lassen kann. Meist stellt sich so nach und nach eine gewisse selbstorganisierende, lebendige Ordnung ein.
      Herzensgruß von Ulrike ❤

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  4. Liebe Ulrike, danke für die schöne Buchbesprechung. In unserem Efeu summt und brummt es auch ordentlich zum Herbst hin. Ich habe gestern viele Schmetterlinge beobachtet und schau mir mal das Schmetterlingsbuch an. Neuerdings schaut auch ein Taubenbschhwänzchen bei uns vorbei. Das habe ich noch nie gesehen. Liebe Grüße, Susanne

    Gefällt 4 Personen

    • Liebe Susanne, vielen Dank für Deinen Lesebesuch, für Dein Interesse an meinem Querverweis zu Jane Moores Buch „Pflanzen für Schmetterlinge“ und für Deine Bestätigung des Efeulobs. Taubenschwänzchen habe ich in meinem Garten bisher noch nicht gesichtet, aber anderenorts hatt ich schon gelegentlich das Vergnügen.
      Herzensgruß von mir zu Dir

      Gefällt 1 Person

  5. Liebe Ulrike,
    das ist ein schönes und zeitgemäßes Buch mit einer wichtigen Nachricht. Allerdings muß ich sagen, daß, je nach Größe des Gartens, diese Art des Gärtnerns sehr zeitaufwendig ist. Ich verbringe Stunden mit Unkrautjäten und kann verstehen, warum manche Menschen das nicht wollen oder können und sich mit Herbiziden aushelfen. Und wie wir aus eigener Erfahrung kennen, würden ohne Eingriff einige „Unkräuter“ die Überhand gewinnen und alle anderen Pflanzen verdrängen.
    Wir versuchen aber nach und nach, ein Gleichgewicht zu erreichen, so daß wir nicht mehr so oft eingreifen müssen.
    Lieben Gruß,
    Tanja

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    • Liebe Tanja, hab Dank für Deine Buchzustimmug.
      Diese Art des Gärtnerns ist gewiß zeitaufwenig, das merke ich sogar bei meinem 64m²-Gärtlein. Dennoch kommt für mich der Einsatz von Herbiziden und Insektiziden nicht in Frage. Man kann sich viel durch kluges Mulchen, Bodendeckerpflanzen und gutes Gartenwerkzeug erleichtern. Doch bei Gehölzkeimlingen und bei bestimmten durchsetzungsfreudigen „Unkräutern“ (beim mir waren das Kriechender Hahnenfuß und Giersch) muß man sehr konsequent jäten, Wurzeln ausgraben und vorallem keine Samenbildung zulassen.
      In einem anderen Buch „Der antiautoritäre Garten“ Der antiautoritäre Garten, das ich vor drei Jahren rezensiert habe, wird diese Vorgehensweise anschaulich dargestellt.
      Herzlich grüßt Dich
      Ulrike

      Gefällt 1 Person

  6. Mich nimmt bereits das Umschlagbild sehr für sich ein. Für mein Empfinden strahlt es viel vom Zauber eines wildtierfreundlichen Gartens aus. 🦎 Das ist insofern bemerkenswert, als es streng genommen fast zu wohlgeordnet wirkt. 😉
    Aus deiner inhaltlichen Beschreibung spricht mich ganz besonders die von dir hervorgehobene „wildtierfreundliche Perspektive“ an. Eine schöne Form der Gast-Freundschaft. Freundschaft mit jenen Wesen, die, wie wir, Gäste auf dieser Erde sind. 🌸🪲🌸

    Gefällt 6 Personen

    • Verbindlichen Dank für Deine zugeneigte Resonanz. Das Titelbild hat zwar eine illustratorisch-geometrische Ordnung, gleichwohl enthält es diverse mehr oder weniger offensichtliche Wildtiere, was die wildtierfreundliche Ausstrahlung des Buchumschlagbildes erklären könnte. 😉
      Für mich ist ebenfalls die „wildtierfreundliche Perspektive“ der Autorin und ihre naturgastgeberische Einstellung besonders ansprechend. 🌿 🙂 🌿

      Gefällt 5 Personen

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