Mein Garten summt!

  • Ein Platz für Bienen, Schmetterlinge und Hummeln
  • von Simone Kern
  • KOSMOS Verlag 2017 www.kosmos.de
  • Klappenbroschur
  • Format: 241 x 171 mm
  • 128 Seiten
  • 190 Farbfotos
  • 16,99 €
  • ISBN 978-3-440-15270-6

Mein Garten summt

L E B E N S R Ä U M E   S C H A F F E N

Rezension von Ulrike Sokul ©

Wer seinen Garten oder Balkon, ja, selbst nur eine Fensterbank insektenfreundlich gestalten möchte, findet in diesem Ratgeber gute und übersichtliche Anleitungen. Nach einer kurzen Einführung in die Relevanz der Insekten, ihrer bedeutenden Rolle für natürliche Nahrungsketten und ökologische Stoffkreisläufe sowie des Bestäubungs-dienstes für viele unserer Nahrungspflanzen geht die Autorin auf verschiedene Garten-typen von städtischer bis ländlicher Umgebung ein.

So reicht der Radius tatsächlich von einfachen Fensterbänken bis hin zu Kübeln, Balkonen, mobilen Gärten, Minigärten, Dachgärten, naturnahen Gärten, Staudengärten, Wiesen und Streuobstwiesen.

Für alle Gartentypen werden standortgerechte Pflanzen empfohlen sowie Anregungen zu Gestaltungselementen mit Steinen, Totholzelementen und Wasserstellen gegeben. Es ist wichtig, möglichst einheimische Pflanzen zu wählen, die samenfest sind. Besonders ist auf ungefüllte Blüten zu achten, da nur diese nicht überzüchteten Blüten genug Pollen und Nektar anbieten und zudem für alle Insekten gut zugänglich sind.

Generell sollte der Garten nicht steril aufgeräumt sein, sondern Wildnis bewahren. Bei-spielsweise fördert es nicht nur die Humusbildung, sondern auch die Überwinterungs-chancen diverser Insekten und Mikroorganismen, wenn das Laub liegen bleiben darf – gegebenenfalls auch zu Laubhaufen zusammengerecht. Auch abgeblühte Stauden sollten über Herbst und Winter hinweg stehen bleiben dürfen, da dort ebenfalls oft Insektennachwuchs wohnt.

»Größtmöglicher Strukturreichtum in Kombination mit standortgerechten, heimischen Pflanzen ist die beste Grundlage für Insektenvielfalt.« (Seite 50)

Trockenmauern, Lese-Steinhaufen, Kräuterspiralen, Tot- und Bruchholzhaufen, Mulch- oder Kieswege (selbstverständlich ohne Plastik- oder Unkrautvliesunterlage), Kompost-haufen, Benjes-Hecken und offene, pflanzenfreie Bereiche mit Kies, Lehm und/oder Sandangebot bieten abwechslungsreiche Strukturen, die für Insekten anziehend sind. Ergänzt werden diese Hinweise mit Empfehlungen für selbstgebaute Insektenhotels aus Halmen, Strangfals-Ziegeln und Hartholz.

Es versteht sich wohl von selbst, daß der Einsatz von Giften absolut tabu ist und daß bei der Auswahl der Pflanzen auf samenfeste Arten geachtet werden sollte, damit ein natür-licher Vegetationszyklus stattfinden kann.  

Im Anschluß an die vielfältigen insektenfreundlichen Gartengestaltungsanregungen folgen  bebilderte Kurzportraits von Bienen, Hummeln, Wespen, Schmetterlingen, Libellen und Käfern, damit man seine zukünftigen sechsbeinigen Gäste auch erkennen und benennen kann. Zusätzlich gibt es weiterführende Hinweise auf Bezugsquellen für biologisches Saatgut, Stauden und Gehölze sowie auf Naturschutzorganisationen und ergänzende Literatur zu Insekten, zum Imkern und naturnahem Gärtnern. 

Simone Kerns Gartenratgeber „Mein Garten summt!“ bietet eine infor- mative und animierende Einführung ins insekteneinladende Gärtnern auf kleinem und großem Raum. Attraktive Fotos veranschaulichen ebenso die natürliche Schönheit von Pflanzen und Insekten wie die vielfältigen Mög-lichkeiten gärtnerischen Gestaltens zugunsten der Natur. So kann jeder seinen ökologischen Mosaikstein zum Insektenschutz und zu einem wirklich lebendigen Garten beitragen.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.kosmos.de/buecher/ratgeber-naturfuehrer/garten/gartengestaltung/8183/mein-garten-summt

Eine thematisch vertiefende, jahreszeitlich und monatlich strukturierte Ergänzung ist zudem Simone Kerns Jahresplaner „Mein Garten summt“:

  • KOSMOS Verlag Mein Garten summt - Der Jahresplaner
  • 1. Auflage 2019
  • Klappenbroschur
  • Format: 241 x 172 mm
  • 112 Seiten
  • 173 Farbfotos
  • 16,99 €
  • ISBN: 978-3-440-16320-7

Hier entlang zum Jahresplaner nebst Leseprobe:
https://www.kosmos.de/buecher/ratgeber-naturfuehrer/garten/gartenjahr-aussaattage/10122/mein-garten-summt-der-jahresplaner

 Die Autorin:

»Simone Kern studierte Landschaftsarchitektur und hat im Allgäu ihr eigenes Planungsbüro. Schwerpunkt ihrer vielfältigen Projekte sind naturnahe Anlagen. Ein besonderes Anliegen ist ihr dabei die Schaffung von Gärten, in denen sich Menschen wohl und geborgen fühlen. Aber vor allem auch Pflanzen und Tiere sollen darin neue Lebensräume finden. Viel draußen in der Natur und im eigenen Garten sein, beobachten, Landschaften erfahren – hier holt sie sich ihre Inspiration.
Darüber hinaus engagiert sich Simone Kern seit langem im Rahmen des überregionalen „Netz- werks Blühende Landschaft“ ( https://bluehende-landschaft.de/ ) mit konkreten Projekten, insbesondere für den Schutz von Insekten. Ihr praktisches wie theoretisches Wissen gibt sie gerne in Workshops, durch Fachvorträge und Veröffentlichungen weiter.«

Querverweis:

Als nützliche Bereicherung empfehlen sich noch folgende Sachbücher von Simone Kern:
Wilde Kübel, unkompliziert, naturnah, insektenfreundlich Wilde Kübel
Der antiautoritäre Garten/Gärten, die sich selbst gestalten Der antiautoritäre Garten

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33 Kommentare zu “Mein Garten summt!

  1. Lebensbereiche für die kleinen Lebewesen zu schaffen, ist eine tolle Sache. Bisher haben wir einen ziemlich „naturbelassenen“ Garten. Aber vielleicht schaue ich mal in das obere Buch rein, um der Sache etwas zielgerichteter nachzugehen. Vielen Dank für die Vorstellung der Bücher.

    Gefällt 2 Personen

  2. Ganz mein Thema, liebe Ulrike, vielen Dank für die ausführliche, schöne Rezensur. Das Buch ist hiermit auf meiner Wunschliste 🙂 Ich hoffe, es geht dir gut und du genießt das zarte Frühlingserwachen in der Natur. Das gibt einem ja etwas Hoffnung und Auftrieb. Hab ein schönes Wochenende!

    Gefällt 2 Personen

    • Daß Dich dieses Thema anspricht, liebe Annette, habe ich mir – angesichts Deines Zaubergartens – schon gedacht.
      Es geht mir gut und ich genieße wirklich das Frühlingserwachen in der Natur. In meinem kleinen Garten werden die Schneeglöckchen nun von Lungenkraut, Schlüsselblumen und Veilchen „überblüht“ und erste Hummelköniginnen und Mauerbienenmännchen brummen und summen umher, und ich erweitere meine Trockenmauern aus Naturstein. 🙂
      Herzensgruß von mir zu Dir ❤

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    • Deine Empfänglichkeit für dieses wissenswertvolle Gartenbuch freut mich sehr, auch wenn Du deshalb gegen Deinen Vorsatz handelst, kein neues Gartenbuch mehr zu kaufen. 😉 Die Wildbienen werden es Dir ebenfalls danken. 🙂

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    • Liebe Simone, lieben Dank für Deinen interessierten Lesebesuch. In „Mein Garten summt“ wird das Problem mit dem vermehrten Aufkommen von Zecken nicht aufgegriffen, da es hier darum geht, den Garten attraktiv für Bestäuberinsekten zu gestalten.
      Soweit ich weiß, soll man sich mit Lavendel-, Rosmarin-, Schwarzkümmel- oder Zedernöl Zecken erfolgreich vom Leibe halten können, ohne mit gefährlichen Giften zu operieren.
      Nachtaktive Grüße!

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      • Danke Dir! Diese Art von natürlichen Abwehrmitteln sind leider so wenig erfolgreich wie die gegen Mücken. 😞
        Ich dachte, dass das Buch vielleicht noch weiter gefasst ist.
        Dir eine schöne Woche!

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  3. Weiß aus Erfahrung, welch unglaubliches Leben sich in und unter einem liegengebliebenen Laubhaufen entwickelt. Das wird eine richtige Stadt, die Hohlräume zwischen den kompostierenden Blättern sind Wohnungen, es bilden sich ausgetretene Wege, Versammlungsplätze … Ameisen sind dann bald überall. Faszinierend. Man sollte allerdings auch im Blick behalten, das Gekrabbel hat die Tendenz zur Landnahme. Da kennen die nichts, Putin kann von denen noch lernen. Wenn die erst mal in der Küche drin sind, sind sie gekommen, um zu bleiben. Ich hab mal Lebensmittelmotten im Küchenschrank gehabt, da hab ich es auch zuerst mit Schonung und ökologischer Bekümpfung versucht, zum Schluss hieß es, die oder ich. Ich hab dann Partei für mich ergriffen, alle Fächer mussten ausgewaschen werden, alle Lebensmittel einbruchssicher verpackt, und dann die möglichen Anflugflächen mit der (schauder! ich weiß) Chemokeule behandelt. Und selbst danach hieß es noch, Augen offen halten, denn die Puppen dieser zarten Tierchen haben die Fähigkeit, bei ungünstigen Umweltbedingungen (chemische Verseuchung) monatelang in verdeckten Ritzen – selbst in Bücherrücken! – auszuhalten und erst zu schlüpfen, wenn die Gefahr vorüber ist. Geht es dann an die Eiablage, ist so ein Mottenmädchen in der Lage, etwa innen im Gewinde eines Schraubdeckels (zum Beispiel der Dose mit dem Gries) den Windungen entlangzukriechen, bis sie drin, ist und dann werden die Eier abgelegt. Unsere sechsbeinigen Freunde machen sich um uns lange nicht so viel Gedanken wie wir um sie, und wenn wir einen Schritt vor ihnen zurückweichen, drängen sie viere hinterher. Dies aber nur als Randbemerkung, von einem treuen Leser dieser Seite.

    Gefällt 7 Personen

    • Vielen Dank für Deine ausführliche Rückmeldung.
      Einerseits sind uns Insekten überlegen, andererseits machen wir ihnen das Leben durch die menschliche Mitweltgestaltung schwer.
      Ameisen kann man meiner Erfahrung nach gut mit Lavendelöl davon abhalten, das Haus oder die Küche zu betreten. Der starke Duft stört ihre Duftkommunikationsmarkierungen.
      Bei Lebensmittelmotten wird es allerdings komplizierter, wie Du lebhaft beschrieben hast. Ich lagere Getreide und Reis in Gläsern mit Klammer- verschluß, seit ich einmal das Vergnügen mit possierlichen Reiskäfern im Vorratsschrank hatte.
      In meinem örtlichen Bioladen werden Lebensmittelmotten mit den passenden Schlupfwespen erfolgreich in Schach gehalten. Vielleicht gibt es diese natürlichen insektischen Gegenspieler auch in haushaltsüblichen Mengen. 😉

      Gefällt 5 Personen

      • Will jetzt hier keine umständliche Diskussion lostreten, dafür ist eine Bücherecke auch nicht der richtige Platz, aber diese Lagemeldung aus dem örtlichen Bioladen stimmt mich skeptisch. Lebensmittelläden werden ja nicht nur von Insekten heimgesucht, sondern auch vom Gewerbeaufsichtsamt, und wenn die in den Beständen Lebensmittelmotten entdecken, ist Ärger angesagt. Ich vermute deshalb mal, auch der Bioladen verbirgt, bei allem ökologischen Tugendwillen, die Chemokeule unter der Ladentheke. („Die Chemokeule unter der Ladentheke“ – ist das mal ein Krimititel, oder was?)

        Gefällt 3 Personen

      • Als Krimititel lasse ich die „Chemokeule unter der Ladentheke“ gerne gelten.
        Vielleicht hätte ich mich in meinem vorhergehenden Kommentar präziser ausdrücken sollen. Der Bioladen setzt die Schlupfwespen prophylaktisch aus und nicht erst nach der Feststellung eines Befalls. Ich vermute jedenfalls bei „meinem“ Bioladen keine Chemotherapie unter der Ladentheke.
        Nachtaktive Grüße 🙂

        Gefällt 3 Personen

  4. Man kann ja kaum genug betonen, wie wertvoll hier jeder kleine Beitrag ist. Man könnte schon fast sagen: jede Blüte zählt. Auch wenn es nur kleine oder kleinste Oasen sind – es SUMMiert sich. Und ein dichtes Netzwerk kleiner Futterplätze ist letztlich wertvoller als größere Flächen, die zu sehr isoliert sind. Wobei natürlich auch naturnahe Großflächen nicht zu verachten wären. In meiner Vorstellung ist eine Sommerwiese bunt und hat einen Klang. Dergleichen findet man heute aber leider selten. Am Zustand vieler landwirtschaftlicher Flächen erkennen wir, wie teuer billig ist…

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    • Verbindlichen Dank für Deine zustimmende Resonanz und Dein wortspielerisches SUMMieren. 🙂
      Es zählt in der Tat jede Blüte und jede kleine Nistmöglichkeit. Ein Mosaik solcher Oasen ergänzt große Flächen und bildet Brücken zwischen verschiedenen Lebensräumen.
      Deshalb verschenke ich in meinem unmittelbaren Umfeld auch gerne selbstgezogene Ableger und Samen. Meist kommen diese Gaben auch gut an und erfreuen die Beschenkten durch Blütenschönheit, Duft, Insektenbesuch und ihre natürliche Vermehrungsfähigkeit.
      Die Todesstille mancher landwirtschaftlichen Flächen ist erschreckend. Letzten Sommer kam ich bei einer Wanderung an einem riesigen Rapsfeld vorbei, da flog kein Insekt und es summte nichts.
      In meinem kleinen Garten und der nahegelegenen Wildblumenwiese klingt das erfreulich anders.

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      • Ja, das kann ich mir lebhaft vorstellen, dass solche Gaben Anklang finden – das bedeutet ja in mehrfacher Hinsicht: Leben schenken. 🙂
        Samenfeste Arten haben ja nebenbei noch den Vorteil, dass sich die Pflanzen ihre Lieblingsplätze nach und nach selber aussuchen können. 😀

        Gefällt 2 Personen

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