Bertie Pom und das große Donnerwetter

  • Text und Illustration von Daniela  Drescher
  • Verlag Urachhaus, August 2021 www.urachhaus.com
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 20,8 x 23 cm
  • 24 Seiten
  • ISBN 978-3-8251-5284-0
  • 16,00 € (D), 16,50 € (A)
  • Bilderbuch ab 3 Jahren

Bertie Pom und das große Donnerwetter

MITEINANDER   STURMERPROBT

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Bertie Pom ist ein Apfelwicht, der zwischen den Wurzeln eines Apfelbaumes in seinem Wichtelhaus wohnt. Ausgestattet mit Speisekammer, Ofen und einem weichen Bett ist es dort sehr behaglich, und nette Gesellschaft hat Bertie mit den niedlichen Insekten- mitbewohnern Rüsselchen, Krabbelfuß und Pünktchen noch dazu.

„Wie jeden Morgen wird Bertie von seinem leeren Bauch geweckt.“ Wer kennt das nicht? Mit einem leckeren Frühstück fängt jeder Tag gut an. Doch bevor sich Bertie den ersten Löffel Haferbrei mit Rosinen, Äpfeln und Honig einverleiben kann, klopft der Dachs an die Haustür und warnt vor einem aufziehenden Gewitter. Bertie betrachtet den sich verdunkelnden Himmel und verkündet seinen Mitbewohnerchen, daß sie sich ange- sichts der Gewitteraussichten einfach einen gemütlichen Tag zu Hause machen sollten.

Rüsselchen, Krabbelfuß und Pünktchen tragen sogleich Spiele, Decken, Handarbeits- zeug, Bauklötze, Kissen und Knabberkram zusammen – die unerläßlichen Zutaten für einen „Gemütlichkeitstag“.

Bertie Pom und das große Donnerwetter.Interieur. png

Illustration von Daniela Drescher © Verlag Urachhaus 2021

Plötzlich fällt Bertie die alte Krähe mit dem lahmen Flügel ein, die hoch oben im Apfel-baum wohnt. Hilfsbereit geht Bertie hinaus und klettert von Ast zu Ast hinauf zur alten Krähe, deren Nest schon ganz vom Wind zerzaust ist. Nach kurzen vergeblichen Nestbe-festigungsversuchen lädt Bertie die Krähe in sein Haus ein, denn das Gewitter ist schon fast über ihnen, der Donner grollt und der Wind weht stürmisch. Auf dem Weg nach unten lädt Bertie auch gleich noch das Eichhörnchen ein, dessen Kobel vom Wind mitge-rissen wurde. Der Kauz, in dessen Baumhöhle es nun schon hineinregnet, wird ebenfalls aufgefordert mitzukommen und auch der Gartenschläfer, der erschreckt von Blitz und Donner aus seiner Asthöhle direkt in Berties Arme springt.

Bertie Pom und das große Donnerwetter.Gartenschläfer. png

Illustration von Daniela Drescher © Verlag Urachhaus 2021

In Berties Wichtelhaus ist es warm, trocken und sehr gemütlich. Als guter Gastgeber tischt Bertie seine besten Vorräte aus der Speisekammer auf, und so überstehen sie das heftige Gewitter ausgezeichnet.

Nach dem Gewitter ist der Himmel wieder ungetrübt blau. Gemeinsam sammeln die Tiere die heruntergefallenen Äpfel für Berties Speisekammer auf, reparieren das Nest der alten Krähe, flechten für das Eichhörnchen einen neuen Kobel und helfen beim Trockenwischen der Wohnhöhlen von Kautz und Gartenschläfer.

Nach diesen Freundschaftsdiensten ist es wieder Zeit für ein kleines Festessen auf der Wiese unter „dem blauesten Himmel, den du dir vorstellen kannst“.

Bertie Pom und das große Donnerwetter.Wiesenfest. png

Illustration von Daniela Drescher © Verlag Urachhaus 2021

In dieser Geschichte geht es um elementare Bedürfnisse: Geborgenheit und Schutz, Nahrung und Wärme und die Freuden des ebenso spielerisch-genüßlichen wie auch konkret hilfsbereiten, freundschaftlichen Miteinanders. Daniela Drescher stellt diese allgemein-menschlichen Bedürfnisse in eine natürliche Kulisse mit einer attraktiven Prise Naturmagie.

Ihre Illustrationen sind gleichermaßen märchenhaft wie botanisch und zoologisch präzise. Viele liebevolle und verspielte Details laden Kinder zum Entdecken ein und sensibilisieren für die Farb- und Formenvielfalt der Natur.

Daniela Dreschers warmherziger Erzählstil spricht Kinder ganz unmittelbar – gleichsam auf Herzenshöhe – an. Der Fließtext erscheint auf jeder Bilderbuchseite in einer anderen Farbe, die stets harmonisch mit der Farbtönung der jeweiligen Illustrationen abge- stimmt ist.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.urachhaus.de/Lesen-was-die-Welt-erzaehlt/Daniela-Drescher/Bertie-Pom-und-das-grosse-Donnerwetter.html

 

Die Autorin und Illustratorin:

»Daniela Drescher, geboren 1966, ist eine international gefeierte Illustratorin und Autorin. Ihre Bilderbücher und illustrierten Kinderbücher bestechen durch einen Stil, der Kinder und Erwachsene weltweit anspricht. In ihren mittlerweile über 40 Büchern vermittelt sie ihren jungen Leserinnen und Lesern einen unmittelbaren Zugang zur Natur sowie zu sozialen Themen. Darüber hinaus setzt sie sich regelmäßig für Naturschutzorganisationen ein.« www.danieladrescher.de

Querverweis:

Hier entlang zu einer weiteren sympathischen, naturgeistigen Figur aus Daniela Dreschers Feder und Pinsel und Nachbarschaft: Giesbert, der Regentonnenwicht.

„Giesbert in der Regentonne“ (Band 1) Giesbert in der Regentonne
„Giesbert hört das Gras wachsen“ (Band 2) Giesbert hört das Gras wachsen
„Giesbert und der Gluckerbach“ (Band 3) Giesbert und der Gluckerbach

 

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/

21 Kommentare zu “Bertie Pom und das große Donnerwetter

  1. Ich denke, ein Jährchen sollte ich warten, dann hört sie vielleicht aufmerksam dieser liebevoll bezaubernden Geschichte zu, die auch durch ihre wunderschönen Bilder bestrickt.
    Belehrend sollte diese Geschichte natürlich nicht klingen, aber leise hinweisend durch die Geschichte selbst.
    Ganz herzlich, Bruni

    Gefällt 2 Personen

    • Vielen Dank, liebe Bruni, für Deinen zugeneigten Kommentar. Ich denke auch, daß dieses Bilderbuch in einem Jahr für Dein neues Enkelchen geeignet sein wird.
      Die leise Vermittlung von natürlichen und zwischenmenschlichen Werten ist eine Spezialität von Daniela Dreschers Geschichten.
      Herzensgruß von mir zu Dir 😀

      Gefällt 1 Person

  2. Ja wie süß ist das denn !!!!!! Bin sofort angetan von dem kleinen Wichtl und ich denke mir das wird ein nettes Geschenk für eine kleine Wichtelin fernen Landen.

    Übrigens hatte ich selber mal Kontakt mit kleinen Feuerwichteln.
    Ich bin mir nicht sicher ob ich es hier schon mal erwähnt hatte? Wenn nicht isses doppelt vorhanden. 🙂

    Es begab sich vor vielen Jahren, ich glaube es war 1995, da bezog ich in der Mitte des großen Landes eine neue Wohnung. Sie war komplett neu gestaltet, sogar ein neuer großer Balkon zierte das Schmuckstück einer hellen Altbauwohnung mit hohen Decken und viel Lichteinfall.
    Nachdem ich mich wohnlich eingerichtet hatte, spürte ich aber dennoch ein gewisses Unbehagen, fühlte mich auch irgendwie beobachtet, was sich nicht genau definieren konnte…
    Dann besuchte mich eine damalige Freundin, die sich seit vielen Jahren in den Künsten der weisen Frauen alter Zeiten geschult hatte, auch sie bemerkte da etwas, was da nicht mehr hingehört. Sie bot mir an, eine Räuchern der Räume durchzuführen, um sie zu reinigen von der Altenergie.

    Gesagt getan, zum nächst passenden Vollmondtermin rückten sie und ihr „Hexenkessel “ an und wir begannen die Zeremonie, die so ungefähr eine halbe Stunde dauert.
    Ich war äusserst skeptisch, bin ich doch nicht so wirklich eine Anhängerin solcher Künste gewesen. Kam mir zu Beginn auch ziemlich albern vor 😉
    Wir räucherten, was dat Zeugs hielt, vor allem in die Höhe, da wir das Gefühl hatten, da müsse der reinigende Rauch hin.

    In der Nacht räumte ich:
    Ich schaute auf die Fußleisten in meinem Schlafzimmer, die in ein bläulich schimmerndes sanftes Licht getaucht waren… darin befanden sich ca. 5 bis 6 kleine Flammenwichtel, gekleidet in ein rotes Wämslein, aus dem die Flammenhändchen und Beinchen hervorzüngelten bei jeder Bewegung. Auf ihren Köpfen waren blau-rote Flammenhüte und in ihren Händen hielten sie eine Art Reisigbesen mit dem sie fegten. Dazu sangen sie ein lustiges Liedchen, ich weiß den Text noch wie heute. 😉

    „Wir fegen, wir fegen, wir fegen alles rein… die Wohnung von Marietta, die wird bald sauber sein…“

    Ich wurde dann wach, weil ich so laut lachen musste und schaute ob ich noch welche erhaschen könnte, so real waren sie …

    Am nächsten Tag erhielt meine Freundin eine Sprachnachricht „Es funktioniert, die Flammengeister haben alles noch erledigt, was wir vergessen haben.“

    Es war nämlich so gewesen, daß wir nur nach oben geräuchert haben, aber die unteren Bereiche, Fußleisten nebst Ecken total vergessen hatten.
    Die Natur kümmert sich gern um diese Dinge, wenn wir den Auftrag ins Feld geben und um Unterstützung bitten.

    Gefällt 1 Person

    • Verbindlichen Dank, liebe Marietta, für Deine Wichtelbegeisterung und für Deinen ausführlichen und spannenden Bericht über die hilfreichen Feuerwichtel. Wenn man für solche feinstofflichen Elementarwesen aufgeschlossen ist, kann sich gelegentlich die märchenhafte Vielschichtigkeit der Wirklichkeit zeigen. Deine Beschreibung ist jedenfalls sehr anschaulich und das Reinigungsverslein ist wirklich beschmunzelnswert.
      Herzensgruß von mir zu Dir 😀

      Gefällt 1 Person

  3. Wie unterschiedlich Kinder sind: Lars kann ich solche Bücher schon mit 2 Jahren anbieten, er liebt z.B. schon jetzt Mozart und Robinson), während Falk immer noch Schwierigkeiten hat . Lars wäre auch von diesem Buch begeistert und ich werde es ihm zum Nikolaus schenken. Den Weihnachtswichtel mag zwar Falk auch, der bringt ihm jedes Jahr zu jedem Adventssonntag eine Figur zu seiner Ostheimer Krippe, für Lars muß ich mir da noch etwas einfallen lassen – Bücher aus dem Bestand oder neu wären vielleicht eine Idee.
    Lieber Gruß zu Dir, Karin

    Gefällt 3 Personen

    • Liebe Karin,
      lieben Dank für den Einblick in die unterschiedliche Bilderbuchansprechbarkeit Deiner beiden Enkelkinder. Die bevorzugten Wahrnehmungsschwerpunkte sind ja auch bei Erwachsenen sehr unterschiedlich ausgeprägt.
      Jedenfalls freue ich mich, daß ich Dir mit meiner Bilderbuchempfehlung ein Nikolausgeschenk schmackhaft gemacht habe.
      Die dreibändige Bilderbuchreihe mit Mozart und Robinson ( Mozart und Robinson und der Zauber des Käsemonds ) mag ich ebenfalls sehr gerne und ich finde es bedauerlich, daß bisher keine weiteren Fortsetzungen davon erschienen sind.
      Herzlich grüßt Dich, Ulrike

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  4. Da hat die Realität das Bilderbuch doch eingeholt.
    Aber es ist ja nur ein Beispiel und ganz wunderschön illustriert und ich musste an „Es klopft bei Wanja in der Nacht“ denken 🙂
    Hier gibt es aber allein so viel zu entdecken in den Bildern und der Wichtel geht ja aktiv los.
    Notiert
    Liebe Grüße
    Nina

    Gefällt 1 Person

    • Vielen Dank, liebe Nina, für Deine interessierte Rückmeldung. Deine Assoziation zu „Es klopft bei Wanja in der Nacht“ liegt nahe, auch wenn es in dieser Geschichte der Apfelwicht ist, der die Tiere ausdrücklich zu sich nach Hause einlädt, während die Tiere in der anderen Geschichte bei Wanja anklopfen und um Schutz bitten.
      Liebe Grüße von mir zu Dir 🙂

      Gefällt 1 Person

  5. Das ist ja ganz geschickt gestrickt. Denn so lebenswesentlich die Thematik ist, kann das doch bös daneben gehen, wenn das plump-moralinsauer aufgedrängt wird. Hier wird dies sozusagen in eine hübsche Geschichte auf für Kinderaugen neutralem Terrain eingeflochten. Und es bietet der „Illustrautorin“ Gelegenheit, einen beachtlichen tierweltlichen Reigen ins Spiel zu bringen. Und diese Bilder sind in verschiedener Hinsicht ganz bezaubernd. Ein wahres Füllhorn, das höchst ausdrucksstark (etwa die charakteristischen Gesichtsausdrücke im letzten hier gezeigten Bild) und auch humorvoll (beispielsweise das sich am windverwehten Mützenzipfel festklammernde Marienkäferchen auf dem Titelbild) erscheint. Das lädt auch unabhängig von der Geschichte zu ausgiebiger Bildbetrachtung ein. 🙂

    Gefällt 4 Personen

    • Verbindlichen Dank für Deine zugeneigte Resonanz und Deine aufmerksame Beachtung der vielsaitigen heiteren und charakterstarken Details, mit denen Daniela Drescher ihre Illustrationen ausstattet.
      Ich finde ebenfalls, daß die Moral dieser Geschichte unaufdringlich, ja, eher beiläufig vermittelt wird und dabei ist sie auch noch ausgesprochen appetitlich verpackt. 🙂

      Gefällt 2 Personen

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