Die Maschine steht still

  • von E.M. Forster
  • Hörspiel
  • Regie und Bearbeitung: Felix Kubin
  • Produktion: NDR 2018
  • Der Audio Verlag, August 2019   www.der-audio-verlag.de
  • Sprecher: Susanne Sachsse, Achim Buch, Rafael Stachowiak u.v.a
  • Laufzeit: 1 Stunde, 14 Minuten
  • 1 CD
  • 12,00 € (D/A), 18,50 sFr.
  • ISBN 978-3-7424-0973-7
  • Buchausgabe: Verlag Hoffmann und Campe
  • Originaltitel: »The Machine Stops«
  • Übersetzung von Gregor Runge

KRITIK  DER  REINEN  MASCHINENVERNUNFT 

Hörbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

In diesem Hörspiel nach der Science-Fiction-Erzählung „Die Maschine steht still“ von E.M. Forster lebt die Menschheit weltweit in unterirdischen Etagen in sanft belichteten, wohltemperierten und belüfteten wabenförmigen Einzelzimmern. DIE MASCHINE sorgt für alle Lebensbedürfnisse, auf Knopfdruck gibt es Nahrung, warmes oder kaltes Bade- wasser, medizinische Betreuung sowie Musik und Literatur. Über ein Fernsprecher- system (die Erzählung wurde 1909 (!) publiziert) mit integriertem Bildschirm kann jeder mit jedem kommunizieren, man kann Vorträge zu Themen und Ideen eigener Wahl halten und mit seinem Publikum darüber diskutieren. Jeder hat abertausende Freunde auf der ganzen Welt, und wenn man gelegentlich keine Lust auf Gespräche, Ideen oder Vorträge hat, kann man sich durch das Drücken eines Isolationsknopfes ausklinken und ausruhen.

Das Mobiliar besteht aus einem mechanisch bewegbaren Sessel und einem Lesepult, auf dem das BUCH DER MASCHINE, eine Gebrauchsanweisung für alle erdenklichen Hand-lungserfordernisse – also Knopfdruckoptionen -, liegt.

Durch die Bewegungsarmut sind die Muskeln der Menschen wenig ausgeprägt. Es gibt Verkehrsmittel wie Röhrenzüge und oberirdische Luftschiffe, aber diese werden nur wenig in Anspruch genommen, da es kaum Anlässe für echte zwischenmenschliche Be- gegnungen gibt. Tatsächlich werden wirkliche Kontakte zu Menschen oder gar Berüh- rungen als unhygienisch betrachtet, und die Welt außerhalb der eigenen gemütlichen Wabe erscheint unattraktiv und gefährlich unkontrolliert.

Die meisten Menschen fügen sich ebenso bequem wie vertrauensvoll in den Vorsorge-mechanismus der Maschine und streben nach Ideen und weiterer Vergeistigung unter chronischer Vernachlässigung direkter Erfahrung. Wer sich nach einer anderen Lebens-form als der von der allmächtigen Maschine für die Menschen vorgesehenen sehnt und dies durch Worte oder Taten kundtut, wird als unmaschinell klassifiziert und – sofern unbelehrbar – mit Heimatlosigkeit bestraft; d.h. eine solche Person wird an der Erdober-fläche ausgesetzt und einem wahrscheinlich tödlichen Schicksal überlassen, da die Erd-oberfläche wegen der vorhergehenden Umweltkatastrophen als unbewohnbar gilt.

Die Wabenbewohnerin Vashti ist ein sehr angepaßter maschinengläubiger Mensch, und sie reagiert dementsprechend überrascht und aufgewühlt, als ihr Sohn Kuno anruft und sie sehr dringlich um einen leibhaftigen Besuch bittet. Er will ihr unbedingt etwas von Angesicht zu Angesicht und unabhängig von den Kommunikationskanälen der Maschine mitteilen.

Widerwillig macht sich Vashti auf den Weg und muß unterwegs trotzt technisch ein- wandfreier Transportabläufe mehrfach „das Grauen des direkten Erlebens“ (Seite 17) ertragen, beispielsweise unmittelbare Blickkontakte mit anderen Passagieren, den Anblick des blauen sonnenbeschienenen Himmels und des nächtlichen Sternenhimmels.

Während ihres Besuches berichtet Kuno seiner Mutter von seinem heimlichen Ausflug an die Erdoberfläche und von seinen dort gesammelten Erkenntnissen. Außerhalb der Maschinenarchitektur habe Kuno zum ersten Mal Stille erfahren. Denn DIE MASCHINE durchpulst ihre unterirdischen Herrschaftsgebiete mit einem ununterbrochenen Summen.

Kuno berichtet fasziniert und begeistert von der durchaus lieblichen, grashügeligen Landschaft (Wessex), die er erblicken konnte, und er kritisiert DIE MASCHINE: „Wir haben sie erschaffen, uns zu dienen, aber sie dient uns nicht mehr. Sie nimmt uns das Gefühl für den Raum und den Sinn für Berührungen, sie betäubt alle zwischen- menschlichen Beziehungen …“ (Seite 48/49)

Vashti ist entsetzt über Kunos Maschinen-Blasphemie und überzeugt, er werde schon bald vom Maschinen-Gremium zur Heimatlosigkeit verurteilt. Kuno hingegen kann es kaum erwarten, der Maschinenwelt zu entkommen. Vashti bricht nun den Kontakt zu ihrem Sohn ab und widmet sich wieder – ungestört vom verrückt-rebellischen Aber-glauben ihres Sohnes – der Vergeistigung ihrer Persönlichkeit und der Anbetung DER MASCHINE.  

Indes kommt es nach und nach zu ersten maschinellen Fehlfunktionen. Es beginnt mit harmlosen musikalischen Mißtönen, Beleuchtungsschwankungen und Kommunika- tionslücken; dann werden die Ausfälle und Maschinenfehler dramatischer und führen schließlich zum Zusammenbruch des gesamten Maschinensystems …

Die kommunikative Infrastruktur, die E.M. Forster in seiner Erzählung „Die Maschine steht still“ beschreibt, ist erstaunlich gegenwärtig. Wie konnte er so weit voraus- schauen? Wurde doch diese Erzählung im Jahre 1909 publiziert, als es noch garkeine Computer, geschweige denn Internet oder Facebook gab!

Die Hörspielinszenierung setzt neben guten Sprechern auf eine starke akustische Ku- lisse, welche die Omnipräsenz DER MASCHINE sehr eindrücklich wiedergibt. Die Disso-nanzen darin sind für meine Ohren zwar oft unangenehm, erscheinen mir gleichwohl ein sehr passendes Darstellungsmedium für die maschinensystematische Alltags-durchdringung. Abweichend von der Buchvorlage fügt der Regisseur Felix Kubin den Figuren einige Sprachcodes in Maschinensprache hinzu, und er läßt auch DIE MASCHINE selbst monologisch zu Wort kommen.

„Die Maschine steht still“ ist eine hochaktuelle Warnung vor unmensch- licher Maschinengläubigkeit. Der Autor denkt diese devote Maschinenab- hängigkeit konsequent zu Ende und führt uns lebhaft vor Augen, wie entsinnlicht, entfremdet und völlig erfahrungsabstrahiert ein solches Scheinleben wäre. CHAPEAU – vor E.M. Forsters gesellschaftskritischer und technischer Hell- und Weitsicht! Jeder, der sich Gedanken zu einer digitalen Ethik macht, sollte dieses Hörbuch hören oder dieses Buch lesen.

 

Hier entlang zum Hörbuch und zur HÖRPROBE auf der Verlagswebseite:

Die Maschine steht still

 

Zur BUCHAUSGABE:


E.M. Forster
Die Maschine steht still
Originaltitel: »The Machine Stops«
Übersetzung von Gregor Runge
Verlag Hoffmann und Campe
, Oktober 2016
Gebunden
Pappband
80 Seiten
15,00 € (D), 15,50 € (A), 20,50 sFr.
ISBN 978-3-455-40571-2
Hier entlang zur BUCHAUSGABE auf der Verlagswebseite: http://www.hoffmann-und-campe.de/buch-info/die-maschine-steht-still-buch-8040/

Der Autor:

»E.M. Forster, geboren 1879 in London, gestorben 1970 in Coventry, ist einer der bedeu- tendsten englischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Werke wie „Zimmer mit Aussicht“ (1908) oder „Wiedersehen in Howards End“ (1910) sind Klassiker der Moderne. In „Maurice“ befasste er sich mit dem damals tabuisierten und kriminalisierten Thema Homosexualität. Forster hielt den Roman, der erst 1971 posthum erschien, fast ein halbes Jahrhundert unter Verschluss. Mit „Auf der Suche nach Indien“ (1924) gelang ihm sein internationaler Durch- bruch. Die meisten seiner Werke wurden erfolgreich in den 1980er- und 90er-Jahren verfilmt. Seine dystopische Erzählung „Die Maschine steht still“ (1909) ist erst vor Kurzem im englisch- sprachigen Raum von Lesern wiederentdeckt und 2016 ins Deutsche übertragen worden.«

 

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49 Kommentare zu “Die Maschine steht still

  1. Danke für diesen Buchtipp. Naja, auch wenn ich lieber positive Zukunftsgeschichten lese, sind die Dystopien oftmals viel zutreffender.
    Und: Darf mit auf Euer intergalaktisches Raumschiff zu einer low-technology-Welt?

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  2. Liebe Ulrike,
    ich finde es erstaunlich, wie viele von den dystopischen Visionen früherer Schriftsteller Wirklichkeit geworden sind. Noch erstaunlicher ist es, daß wir damit heutzutage überhaupt keine Probleme zu haben scheinen.
    Liebe Grüße von einer, die weder auf Facebook, Twitter oder Instagram unterwegs ist, die noch nie ein E-Buch gelesen oder online Banking gemacht hat, und noch immer hauptsächlich mit Bargeld zahlt. Wenn das nicht mehr möglich ist, muß ich wohl in ein anderes Universum auswandern.
    Besorgte Grüße,
    Tanja

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    • Liebe Tanja,
      Deinem Kommentar kann ich nur in jeder Hinsicht lebhaft zustimmen!
      Schön, daß Du so hoffnungsvoll altmodisch bist und all die Dinge sein läßt, die ich ebenfalls gerne sein lasse. Ich befasse mich auch nicht mit FB, Zwitscher 😉 , Instagram, lese prinzipiell keine E-Bücher, mache kein online-Banking und bezahle fast immer mit Bargeld.
      Ich sehe schon, daß wir uns dann in dem intergalaktischen Raumschiff treffen, das uns in ein anderes Universum transportiert. 😉

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    • Vielen Dank für Dein Leseinteresse und Deine Betrachtung zur zeitlosen menschlichen Neigung zur Hörigkeit. Aufgeklärte, bewußte, mündige und wirklich individuelle Menschenwesen hatten wohl schon immer Seltenheitswert.

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    • Hab‘ Dank für Dein Kompliment über die Aussagekraft und Qualität meiner Rezensionen. Du weißt allerdings nicht, was ich trotz meiner Neigung zur konzentrierten Ausführlichkeit gleichwohl verschweige … 😀

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    • Nun… wie du letztens im Falle der liebenswerten und engagierten, doch höchst untalentierten Schweizer Autorin bemerken mußtest, gibt es Unterschiede in der Qualität der Texte, jedenfalls für mich. Manche sind einfach unlesbar, linkisch und derart rosamundepilcherisch, daß sie mir buchstäblich Magenschmerzen bereiten. Den Inhalt einer Geschichte alleine zu kennen, ist vordergründig und wenig aussagekräftig – für mich jedenfalls; da zählt dann schon sehr stark auch die Umsetzung – finde ich … 😉

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      • Das stimmt, aber ich habe aufgegeben, jemanden missionieren zu wollen, der beratungsresistent ist. Wer die Hybris besitzt, etwas schreiben zu wollen, was allen gefällt, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen. Und wer nicht erkennt, dass er hundertmal wiedergekäuten Kitsch verfasst und dies für quasi nobelpreisverdächtig hält, dem auch nicht. Wer hat ihr nur so ein unerschütterliches Selbstvertrauen gegeben? Das ist kein Selbstvertrauen, das ist absoluter Größenwahn. Aber größenwahnsinnige Kitschbuchautorinnen sind mir hundertmal lieber als GRÖFAZE. Also, wie sacht der Berliner? Allet juut!

        P.S.: Du kannst auch an beliebiger Stelle auf meinem Blog was schreiben, ich krieg das auf jeden Fall mit. Dann brauchen wir nicht Ulrikes Blog zuzuspammen. Schulligung 😌

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      • Es stört mich keineswegs, daß Ihr beiden hier über ein anderes Buch diskutiert. Ich wüßte bloß gerne, um welches Buch und welche Autorin es sich handelt??
        Neugierige Grüße von der Bücherfee :mrgreen:

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      • Deine Großmut ehrt dich, liebe Ulrike 😉 ! Es geht um ein Erstlingswerk, welches vorerst zu einem kleinen Mißverständnis zwischen natuerlichnackt und mir geführt hat, obwohl wir in der Sache offenbar ähnlicher Meinung sind – hier entlang zum Buch bitte, wo in den Kommentaren auch die Erklärung/Aufklärung für den Grund (und jenen der ‚Beurteilung‘) zu finden ist: https://mirjam-wicki.com/2020/01/16/mein-buch-ist-top/#comments

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      • In Anbetracht meines legendären Rufs als „Lektorin-Rabiata“ schwanke ich zwischen „eine Fingerbreite entfernt vom Groschenroman“ bis „eine Haarbreite entfernt vom Groschenroman“. 😉

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  3. Liebe Ulrike, eine fantastische Besprechung und ein Thema, was mich in meiner Jugend beschäftigt hat, denn ich las die gesammelten Werke meines Vaters, der ein Science Fiction Anhänger war, so wie ich. Wer sich ein wenig mit den Klassikern auskennt, erkennt wieviel Voraussicht, auch im technischen Bereich, in diesen Geschichten steckt. Da gibt es Handys, Fernseher und schwebende Fahrzeuge, als ob die Schreiber Zeitreisende gewesen wären. Ein wahres Füllhorn für jede Fantasie. Danke dafür!

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    • Verbindlichen Dank, lieber Arno,
      für Dein begeistertes Wohlgefallen an Stil und Inhalt meiner Besprechung.
      Mein Vater schwärmte für die Science-Fiction-Klassiker von Jules Verne und wir haben von Anfang an die Fernsehserie Star Trek mit regem Interesse geguckt und diskutiert.
      Als ich vor einigen Jahren die restaurierte Fassung des Films „Metropolis“ (1927) von Fritz Lang sah, war ich auch sehr überrascht über die moderne Bildsprache dieses alten Films. https://de.wikipedia.org/wiki/Metropolis_%28Film%29
      Ich habe ebenfalls immer den Verdacht, daß die Autoren entweder eine Zeitreise unternommen haben oder Einblick in eine Art Raumzeitfernrohr mit Zukunftsperspektive gehabt haben.

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      • Metropolis war für mich ebenfalls ein beeindruckendes Erlebnis. Ich durfte es im Wiener Konzerthaus sehen, wobei das Klangforum Wien für die musikalische Untermalung nach einer Komposition zum Film von Martin Matalon sorgte. Großartige Sache.

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    • Ich erwarte täglich die Ankunft des arkonidischen Kugelraumers (Beiboot) in der Sahara, denn mit der Uneinigkeit der Menschheit kann es nicht so weitergehen. Ob Mr. Rhodan oder Reginald dann das Sagen haben werden, ist mir ziemlich egal – Hauptsache, sie kommen bald.
      Anm.: ich las noch die Originalbücher des K.H.Scheer der ersten Auflage in der Vorpubertät 😉

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    • Liebe Nina,
      SF ist SEHR viel mehr als reine Unterhaltung, das gilt sogar für SF-Fernsehserien wie beispielsweise Star Trek & Co.
      „Die Maschine steht still“ bietet sich als Hörbuch an, weil man damit diese in sich geschlossene Welt akustisch untermalen kann. Für meine empfindlichen Ohren ist diese gelungene maschinelle Hintergrundakustik allerdings auch unangenehm gewesen.
      Liebe Grüße auch von mir zu Dir 🙂

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  4. Er darf sich einreihen bei Kollegen wie Jules Verne oder George Orwell,
    die ähnlich weitsichtig waren – ich denke, wir sind auf dem besten Weg
    in die Katastrophe, wenn alles verwirklicht wird, was technisch möglich
    ist. Aber die Menschheit wird da reinschlittern, wie die Lemminge. 🙄

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    • Mit dieser Erzählung kann sich E.M. Forster wirklich bei Jules Verne, George Orwell oder auch H.G. Wells einreihen.
      Wir sind schon weit auf dem Weg. Bedenkt man Siri oder Alexa, die für manche Menschen schon jetzt alltägliche „Gesprächspartner“ und Einsamkeitsassistenten sind …

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      • Mich erstaunt auch immer wieder mit welcher Sorglosigkeit die Leute sich solche Geräte in die Wohnung stellen oder bereitwilligst ihr ganzes Leben bei Facebook oder Instagram ausbreiten – mir völlig unverständlich ! Zumal ja die Konzerne nicht mal verbergen, was sie dann mit den Daten so alles treiben… 🙄

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  5. In der Tat ein bemerkenswertes Fundstück. Die Kürze des Hörspiels (wie auch der Erzählung) habe ich mit unvergleichlichem Scha(r)fsinn zunächst dem Umstand zugeschrieben, dass ja die Maschine still steht. 😉 Aber nein: offensichtlich wird da ganz einfach ein reichhaltiger Inhalt sehr kompakt erzählt. Der Autor kommt mit seiner Erzählung unserer Gegenwart beklemmend nahe. Und nun frage ich mich natürlich, wie er so etwas voraussehen konnte. An einen fantasievollen Zufallstreffer mag ich nicht glauben. Ist es vielleicht einfach so, dass er die zu seiner Zeit bekannten Entwicklungen der Industrialisierung konsequent weiter gedacht hat?

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    • Verbindlichen Dank für Deine aufmerksame Leseresonanz! 🙂
      Angeblich war E.M. Forsters Erzählung „Die Maschine steht still“ eine Reaktion auf H.G. Wells Roman „Die Zeitmaschine“.
      Es ist in der Tat beklemmend, wie nahe die maschinellen Daseinsbedingungen, die Forster vor 110 Jahren in dieser Erzählung beschrieben hat, der Gegenwart nahe kommen. Es gibt in dieser maschinengelenkten Gesellschaft sogar elektronische „Körperfunktionsreferenten“, die schon stark an diverse heutige Smartphone-Gesundheits-Kontroll-Apps erinnern.
      Ebenso wie Du vermute ich, daß der Autor, die zu seiner Zeit absehbaren industriellen Entwicklungen drastisch weitergedacht hat.

      Gefällt 3 Personen

  6. Hallo Ulrike.
    Bei Science-Fiction dachte ich erst ‚ach nee‘, nach dem Lesen wirkt es doch recht interessant. Ich bin nur etwas über die Länge irritiert. 1Std.14 oder 80 Seiten.
    Etwas kurz geraten, klingt es vom Lesen her doch nach einer großen Geschichte.
    LG, Nati

    Gefällt 3 Personen

    • Liebe Nati,
      hab‘ Dank für Deine Rückmeldung und Deine Nachfrage zur Kürze des Textes.
      Da „Die Maschine steht still“ eine Erzählung ist, werden die Figuren und Ideen nicht in romanhafter Breite ausgeführt. Gewiß hätte der Autor noch mehr aus diesem interessanten Stoff herausholen können. Doch Science Fiction war nicht sein übliches Genre, und deshalb vermute ich, daß er es bei einer kurzen Fingerübung belassen hat.

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    • Vielen Dank, liebe Rhiannon,
      für Dein interessieres Leseecho. Ja, gute Autoren haben ein weitreichendes Vorstellungsvermögen, besonders im Science-Fiction-Genre; Jules Verne ist ein besonders anschauliches Beispiel dafür. Doch bei dieser Erzählung von E. M. Forster, die nun schon 110 Jahre alt ist, war ich doch sehr überrascht, ja, fast erschüttert.

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      • Bei manchen glaubst echt, die können in die Zukunft sehen.

        Kennst du die Geschichten „Kallocain“ und „Wir“?
        Vielleicht könnten sie dir gefallen – secondhand sollten sie zu bekommen sein.

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