Das geheime Band zwischen Mensch und Natur

  • Erstaunliche Erkenntnisse über die 7 Sinne des Menschen,
  • den Herzschlag der Bäume und die Frage, ob Pflanzen ein Bewusstsein haben
  • von Peter Wohlleben
  • Hörbuch
  • Buchvorlage: Ludwig Verlag
  • gelesen von Peter Kaempfe
  • gekürzte Lesung
  • Produktion: der Hörverlag, August 2019 www.hoerverlag.de
  • 5 CDs in Pappschachtel
  • Gesamtlaufzeit ca. 6 Stunden, 9 Minuten
  • 22,00 € (D), 24,70 € (A), 30,90 sFr.
  • ISBN 978-3-8445-3524-2

L E B E N S W U R Z E L N

Hörbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Peter Wohllebens neues Buch „Das geheime Band zwischen Mensch und Natur“ ist ein ebenso faszinierender wie wissenswertvoller Wegweiser zur inneren und äußeren Natur. Viele Bedingungen des modernen menschlichen Daseins haben den Menschen zwar von der Natur distanziert, das heißt jedoch nicht, daß eine Wiederannäherung an die Natur unmöglich wäre. Denn wir Menschen sind alleine schon durch unsere Kör- perlichkeit ebenso sehr Natur wie ein Baum, ein Vogel, ein Fuchs oder eine Flechte.

So beginnt die Exkursion mit unseren sinnlichen Wahrnehmungsfähigkeiten. Vom Hörtest mit dem Gesang des Wintergoldhähnchens, vom evolutionären Sinn unserer Fähigkeit, die Farben Rot und Grün zu unterscheiden, bis zum Sehen mit den Händen beim Abtasten von Rindenstrukturen erschließt uns der Autor, daß die menschlichen Sinne oft nur einer gewissen Übungspraxis bedürfen, um in einer natürlichen Umgebung erstaunlich präzise zu funktionieren.

Der Autor räumt sachlich und zugleich auf unterhaltsame Weise unangemessene Wald-ängste aus dem Weg. Beispielsweise droht eine Ansteckung mit dem Fuchsbandwurm wesentlich eher bei nicht entwurmten Haustieren wie Hund und Katze, und aggressive  Wildschweine – jeder kennt die Mär von der angeblich angriffslustigen Bache mit ihren Frischlingen – sind im Wald ebenfalls nicht zu befürchten, denn die scheuen Tiere fliehen den Menschen.

Auch das immer noch häufig mißverstandene und mißbräuchlich instrumentalisierte  „Survial of the Fittest“ von Charles Darwin stellt er endlich einmal richtig. Dieses Zitat bedeutet eben nicht, daß sich die stärkste, größte oder aggressivste Art durchsetzt, sondern diejenige Art, die sich am besten an die gegebenen oder die sich verändernden Umweltbedingungen anpassen kann (von englischen to fit – passen, einfügen).

Peter Wohlleben beschreibt die kulturhistorische Verbindung des Menschen mit Bäu- men, die Nutzung von Holz und die Beherrschung des Feuers. Der einst sogar kultischen Verehrung der Bäume, der bis heute gültigen Liebe zu Bäumen und dem menschlichen Bedürfnis nach Kontakt, ja sogar Kommunikation mit Bäumen wird aufmerksam nach- gegangen. In diesem Zusammenhang bekommen wir zudem faszinierende Einblicke in die Pflanzenneurobiologie. Inzwischen ist naturwissenschaftlich erwiesen, daß Pflanzen hören können, wo Wasser fließt, und daß sie dementsprechend ihre Wurzeln ausrichten. Auch ein – sehr langsamer – Herzschlag oder eine Art Schlafrhythmus der Bäume wurde bereits entdeckt.

Sehr deutlich betont der Autor, daß unsere einheimischen Forste noch viel zu häufig reine kurzlebige Holzplantagen sind und daß wir dringend mehr wilde Wälder und Urwald wachsen lassen sollten, um die Artenvielfalt zu erhalten und um dem Klima- wandel angemessener zu begegnen. Das Beispiel der vom Aussterben bedrohten Wolfsflechte mag die Bedeutung, die alte, zeitlose Wälder haben, illustrieren. Die Wolfsflechte wächst ausschließlich auf den abgestorbenen, über lange Jahre hinweg rissig gewordenen Stämmen mehrhundertjähriger Kiefern. Holzplantagenbetreiber arbeiten nicht mit einem solch geduldigen Zeithorizont.

Weitere Abzweigungen befassen sich mit den Themen Waldbaden und Naturapotheke, den Auswirkungen durch globale Warenströme und Tourismus eingeschleppter Arten auf bestehende Ökosysteme, dem Engagement lokaler und internationaler Wald- schützer …

Der Autor bewahrt stets eine souveräne Balance zwischen lebensdienlichem Naturschutzappell, fundierter Kritik an konventioneller Forstwirtschaft, Jagd und politischen Fehlentscheidungen und sehr konstruktiven Hand- lungsimpulsen für eine natürlichere Waldpflege. Seine Achtung und sein ausdrücklicher Respekt vor der Natur sind beispielhaft.

Peter Wohlleben gelingt es, naturwissenschaftliche Erkenntnisse und seine persönliche langjährige Erfahrung als Förster und Naturschützer anschau- lich zu verknüpfen und beim Leser/Hörer sozusagen immergrünes Interesse und lebhafte Anteilnahme zu wecken. So tragen seine Sachbücher lebendig und wirkungsvoll dazu bei, einen wesentlich enkeltauglicheren und sensib- leren Umgang mit der Natur in das Bewußtsein und Handeln der Menschen zu pflanzen.

Der Vorleser Peter Kaempfe liest mit einer sonoren Warmherzigkeit und ausdrucksvollen Gelassenheit, die sehr gut zu den im erzählerischen Ton formulierten Sachtexten von Peter Wohlleben passen.

 

Hier entlang zum Hörbuch und zur HÖRPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.randomhouse.de/Hoerbuch/Das-geheime-Band/Peter-Wohlleben/der-Hoerverlag/e562095.rhd

Hier entlang zur BUCHAUSGABE und LESEPORBE auf der Verlagswebseite:
https://www.randomhouse.de/Buch/Das-geheime-Band-zwischen-Mensch-und-Natur/Peter-Wohlleben/Ludwig/e515827.rhd

Peter Wohlleben           

Das geheime Band
Erstaunliche Erkenntnisse
über die 7 Sinne des Menschen,
den Herzschlag der Bäume und die Frage,
ob Pflanzen ein Bewusstsein haben
LUDWIG Verlag, August 2019
Gebunden
Format: 12,5 cm x 20 cm
240 Seiten
22,00 € (D), 22,70 € (A), 30,90 sFr.
ISBN 978-3-453-28095-3

 

Querverweis zu vier weiteren wissenswerten Werken von Peter Wohlleben:

Das geheime Leben der Bäume https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/02/06/das-geheime-leben-der-baeume/
Das geheime Netzwerk der Natur https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/01/13/das-geheime-netzwerk-der-natur/
Die Geheimnisse der Natur https://leselebenszeichen.wordpress.com/2019/01/20/geheimnisse-der-natur/
Das Seelenleben der Tiere https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/01/30/das-seelenleben-der-tiere/

Der Autor:

»Peter Wohlleben, Jahrgang 1964, wollte schon als kleines Kind Naturschützer werden. Er studierte Forstwirtschaft und war über zwanzig Jahre lang Beamter der Landesforstverwaltung. Um seine ökologischen Vorstellungen umzusetzen, kündigte er und leitet heute einen umweltfreundlichen Forstbetrieb in der Eifel. Außerdem hat er Wohllebens Waldakademie gegründet, um den Gedanken des Waldschutzes und der nachhaltigen Waldnutzung weiter zu verbreiten (Informationen und Projekte unter www.waldakademie-huemmel.de ). Peter Wohlleben ist aber auch Autor von Büchern rund um Wald und Naturschutz: Mit seinen Bestsellern „Das geheime Leben der Bäume“, „Das Seelenleben der Tiere“ und „Das geheime Netzwerk der Natur“ hat er Menschen auf der ganzen Welt begeistert.« https://www.wohllebens-waldakademie.de/

Der Sprecher:

»Peter Kaempfe, seit 43 Jahren erfolgreicher Theater- und Filmschauspieler, startete seine Karriere mit Engagements in Tübingen, München und Hamburg. Er war Gründungsmitglied der Bremer Shakespeare Company und erhielt mit dem Wintermärchen den Förderpreis der Akademie der Künste, Berlin. Seine ausdrucksstarke Stimme ließ ihn zum erfolgreichen Kommentarsprecher in mehr als 800 Fernsehdokumentationen für alle deutschen Sendeanstalten werden. Außerdem ist er zu hören in über 300 Hörspielen und Hörbüchern, dazu immer wieder in vielen Live-Lesungen und Solo-Programmen.«

 

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55 Kommentare zu “Das geheime Band zwischen Mensch und Natur

  1. Lang hat’s gedauert, bis ich wirklich kapiert habe, dass ein Baum eine komplexe Lebensform ist. Diese Erkenntnis kam sehr plötzlich und irgendwann nachdem ich mich fast ein Leben lang gewundert habe, warum ich Bäume so liebe…und nun sprechen sie zu mir die Bäume. In eben der Sprache, die ihre Lebensform mit sich bringt. Und sie haben wirklich etwas mitzuteilen. Die Bäume. Und auch Autoren, die sich ihnen und der Natur nähern. Ihnen und der Rezensentin ein Danke.

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  2. Das klingt sehr interessant, zumal ich 1. ebenfalls dafür bin, dass wir Menschen einen respektvollen Umgang mit der Natur pflegen sollten, in Dankbarkeit und Demut. Und 2. liebe ich den Kontakt mit Bäumen. Bäume zu umarmen, oder einfach nur die Hände auf den Stamm zu legen gibt Kraft und erdet.
    Im Garten unserer Wohnanlage gibt es einen Baum, den ich besonders schätze, ja sogar offiziell als „Baumfreund“ bezeichne. 😉
    Danke für diesen Hörbuchtipp. Ich werde es mir sicher bestellen.

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    • Es freut mich, liebe Jacqueline,
      daß Dich meine Buchempfehlung anspricht.
      Ich pflege auch schon seit meiner Kindheit Baumfreundschaften. 🙂
      Vielen Dank für Deinen Lesebesuch und Dein interessiertes Leseecho.

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  3. Da ich keine Hörbücher mag, mir fehlt die Geduld beim Zuhören von gesprochenen Texten, nicht aber die beim Selbstlesen, steht natürlich auch dieser Wohlleben bereits ausgelesem in meinem Naturkundenregal. Natürlich schreibt er populärwissenschaftlich, aber so lesen die Leute seine Bücher wenigstens und auch in den Schulbibliotheken sind sie ab und an schon zu finden. Nur auf diese Art erreicht er viele Menschen und sensibilisiert sie für das Naturgeschehen, von dem viele Menschen in ihren Lebensräumen nichts mehr mitbekommen.
    Trotz ihrer Naturverbundenheit, dem Leben im Waldkindergarten, als Vegetarier habe ich den Kindern diese Bände bisher auch geschenkt; Martin als Fachmann liegt nicht mit allem auf seiner Linie, aber auch er empfiehlt die Lektüre.
    Sei wie immer herzlich gegrüßt von mir ; ich freue mich schon auf all Deine für 2020 geplanten Buchvorstellungen, Karin

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    • Herzlichen Dank, liebe Karin,
      für Deine selbsterlesene Bestätigung meiner Buchempfehlung.
      Ich bin wie Du der Ansicht, daß Wohllebens Bücher einen wirkungsvollen Beitrag zur Reanimierung der Naturverbundenheit leisten und zu einem AUFGEKLÄRTEN von GEFÜHL & VERSTAND geleiteten Verhalten gegenüber Pflanzen, Tieren und Landschaften führen kann.
      Manche mögen in Detailaspekten anderer Ansicht als Wohlleben sein, aber der rote Faden von Wohllebens Büchern ist eine ausdrücklich lebensliebevolle Haltung zur Natur, was mir persönlich sehr aus dem Herzen spricht.
      Und es ist von großem Vorteil, daß sein eingängiger und lebendiger Schreibstil viele Leserschichten anspricht, die ein rein naturwissenschaftliches Buch nicht lesen würden oder es sich nicht zutrauen.
      Ich danke Dir für Deine Vorfreude auf meine zukünftigen Buchvorstellungen und grüße Dich von Herzen
      Ulrike

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  4. Liebe Ulrike, oh, welch wunderbare Werke du da immer wieder aufstöberst!. Klingt ganz nach einem Buch für mich. Ich liebe die Natur von Klein auf und ohne die Umarmung eines Baums gehe ich nicht aus dem Wald. Ich bin immer wieder fasziniert von der Schönheit und Mächtigkeit der Bäume und ihrem geheimen Wissen. Für mich sind die Bäume auch eine wichtige Kraftquelle, die mich erden. Ihre unterschiedlichen Rinden zu ertasten mache ich auch sehr gerne oder den Vogelstimmen lauschen oder den Duft von Moos und Kräutern riechen. Besonders der Duft von Bärlauch im Frühjahr und die köstlichen Holunderblüten sind immer wieder höchster Genuss für mich und locken mich in den Wald.

    Alles Liebe und ein erfolgreiches Jahr 2020 mit vielen tollen Büchern

    Caroline

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    • Liebe Caroline,
      verbindlichen Dank für Deine zugeneigte Resonanz und die guten Wünsche zum Jahr 2020!
      So wie Du Deine Naturverbundenheit beschreibst, bin ich mir sicher, daß Du mit diesem Buch glücklich sein und Dich positiv bestätigt fühlen wirst.
      Ich teile Deine natürlichen Vorlieben, ziehe allerdings den Duft der filigranen Holunderblüten dem Duft von Bärlauch vor.
      Schau doch zusätzlich einmal unter den Link zum ersten Buch von Peter Wohlleben, das ich besprochen habe, dort findest Du unter der Buchbe- sprechung noch ein Poem, das mir meine Lieblingsbuche eingegeben hat. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/02/06/das-geheime-leben-der-baeume/

      Herzensgruß von mir zu Dir

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  5. Ich kenne auch den Grossteil der Pflanzen, die mir unterwegs begegnen und habe eine recht gute Naturapotheke in meinem Garten. Wie nahe man der Natur ist bzw. kommt, bestimmt man ja selber. Das einzige, was mir in meiner Umgebung fehlt, ist ein Schmerzmittel. Wenn man Cannabis anbauen dürfte, wäre das Problem auch behoben … 😉
    Die Bücher werde ich mir anschauen, die hören sich sehr interessant an. Vielen Dank für’s Vorstellen!

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    • Wie schön, Du bist mir eine Verwandte im Geiste der Natur! :mrgreen:
      Pflanzliche Schmerzmittel außer dem verbotenen Cannabis und Schlafmohn kenne ich auch nicht.
      Vielen Dank für Deine lebhafte Aufgeschlossenheit für die von mir empfohlenen Bücher Peter Wohllebens

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  6. Nach fünf Wochen im Schwarzwald bin ich jetzt in Bäume verliebt! Mich haben sie in einer schwierigen Zeit beruhigt, geschützt, geerdet. Da passt dieses Buch perfekt, ich werde es bestellen. Hab mich bisher immer gefragt, ob Wohllebens Bücher wohl sachlich fundiert sind oder mehr die Verkaufszahlen im Blick haben. Nach deiner Rezension vermute ich jetzt ersteres und danke für den Tipp! 🙂

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    • Vielen Dank für Deine interessierte Rückmeldung.
      Ich habe schon seit meiner Kindheit ein Liebesverhältnis zu Bäumen, und ich war untröstlich als damals Nachbarn im hausgemeinschaftlich genutzten Garten „meinen“ schönen, großen alten Kirschbaum gefällt haben, weil er nur noch wenige Früchte trug.
      Peter Wohllebens Bücher sind selbstverständlich sachlich fundiert und er ist authentisch. Seine Bücher waren nicht von Anfang an Bestseller, sondern zunächst Nischenbücher. Erst seit einigen Jahren und seit seine Bücher in der Verlagsgruppe Randomhouse erscheinen, sind sie die Bestsellerliste hinaufgeklettert. Dies geschah ohne massive Buchwerbemaßnahmen,
      was vielleicht/hoffentlich ein Zeichen für einen Bewußtseinswandel in der Gesellschaft ist.
      Es freut mich, daß ich Dich mit meiner Empfehlung nun zu Deinem Erstlesekontakt mit Peter Wohlleben führen konnte. 🙂

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      • Ich kenne Peter Wohlleben bisher nur aus Talk Shows, ein sympathischer Mann mit interessanten Informationen über Bäume. Nur manchmal kann man es fast nicht glauben, was er da so erzählt. Jedenfalls werde ich mir nun eins seiner Bücher vornehmen. 🙂

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    • Mir ist „Das geheime Leben der Pflanzen“ schon lange bekannt. :mrgreen:
      Wohlleben geht auch kurz auf dieses Buch ein und erläutert, daß es wegen seiner esoterischen Aura und seinem Hippieflair damals leider einer fortgesetzten naturwissenschaftlichen Erforschung des Pflanzenbewußtseins eher abträglich war.

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      • Schade. Mit meinen Hauspflanzen habe ich ein sehr schoenes Verhaeltnis. Oft sehe ich sie in einem Traum und sehe dann am Morgen, dass sie Wasser brauchen. Ich habe auch ein Buch von Wohlleben.

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      • Zu meinen Zimmerpflanzen und zu Pflanzen im allgemeinen habe ich eine sehr achtsame Beziehung. Allerdings sind mir meine Zimmerpflanzen noch nicht bis in den Traum „nachgewachsen“. Schön, daß Deine Hauspflanzen diesen traumhaften Weg gefunden haben, Dich über ihren Wasserbedarf zu informieren.

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  7. Sicher ein wichtiges Thema, nur habe ich leider wenig Hoffnung, dass wir noch der allfälligen Zerstörung unserer „Rest-Natur“ etwas ernsthaft entgegensetzen könnten – zu stark die Lobby der Auto-, Bau- und Agrarindustrie, zu stark schon die völlige Entfremdung breiter Bevölkerungsschichten von der Natur. Leider… 🙄

    Gefällt 4 Personen

  8. Wohlleben ist in aller Munde. Wir besitzen auch zwei Bücher und ich habe meiner Frau auch ein Magazin von ihm geschenkt.
    Wie so oft, steht er auch natürlich in Kritik.
    Allgemein ist aber sicher, dass er eine der wichtigen Stimmen in Sachen Umwelt ist.

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    • Die Kritik an Peter Wohlleben bezieht sich meist darauf, daß er lebhaft engagiert und mit GEFÜHL formuliert, d.h. er wird genau von denjenigen kritisiert, denen es an wirklicher LIEBE zur Natur eklatant mangelt. Eine solche Kritik läßt mich kalt. Denn gerade die künstliche Trennung zwischen Denken und Fühlen führt zu dem schrecklich empathielosen und rücksichtslos ausbeuterischen Verhalten gegenüber der Natur und Tieren.
      Mir sprechen alle Bücher Wohllebens sowohl inhaltlich als auch stilistisch sehr aus dem Herzen!

      Gefällt 5 Personen

      • So viel weiss ich nicht, liebe Ulrike !
        In der Materie bin ich nicht völlig zuhause.
        Wie auch?
        Hoffen wir nur, dass es Lösungen gibt. Nur ist es wohl im Vergleich zu den Siebzigern ungleich schwieriger.

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  9. Da stellst du uns einmal mehr ein wertvolles und notwendiges (zumindest besteht Hoffnung, dass es Not wenden möge) Buch vor. Der Titel erscheint mir höchst zutreffend. Denn das Band zwischen Mensch und Natur ist doch [obschon von Natur aus offensichtlich 😉 ] in vielfältiger Weise geheim. Zum einen ist Wissen verloren gegangen, das frühere Generationen gepflegt und weitergereicht haben. Zum anderen hat man sich (wohl oft schlichtweg der Not gehorchend) auf das konzentriert, was dem Menschen nützlich erschien (ob es das auch immer war, ist eine andere Frage). Vor diesem Hintergrund wäre es wünschenswert, wenn die in diesem Buch präsentierten Erkenntnisse zu einem grundsätzlich neuen Verständnis der Beziehung zwischen Natur und Mensch beitragen könnte.
    Für einmal entgehe ich hier einer Zwickmühle. Denn so sehr ich Hörbücher schätze, so wenig kann ich mich mit gekürzten Ausgaben anfreunden. Da trifft es sich gut, dass ich eine sehr großzügige (weil vollständige) „Leseprobe“ zuhause habe. 😉

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    • Lieben Dank für Deine zustimmende und bestätigende Resonanz zur elementaren Not-Wendigkeit einer wirksamen Wiederbelebung des Bandes zwischen Mensch und Natur. :mrgreen:
      Ich denke auch, daß die fazinierenden neuen Erkenntnisse und Anregungen aus diesem Buch/Hörbuch ein besseres Verständnis der Beziehung zwischen Natur und Mensch fördern.
      Diesmal bist Du also meiner Buchempfehlung zuvor gekommen und hast bereits eine vollständige Leseprobe 😉 zur Verfügung.

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      • Leider ist das Nutzdenken irgendwann zum Ausnutzdenken mutiert – was in letzter Konsequenz nur dazu führen kann, dass es sich irgendwann aus-genutzt hat. Was wir heute in unserer Beziehung zur Natur vielleicht am dringendsten brauchen, ist DeMUT – und da ist es ja ein guter Anfang, sich von diesem Krone-der-Schöpfung-Gehabe zu verabschieden.
        Tatsächlich war das eines der (zum Glück) wenigen Bücher, die ich letztes Jahr erworben habe. Ich war sogar in Versuchung, es dir zur Rezension zu empfehlen. Allerdings dachte ich mir: wozu Edelstahlmesser nach Solingen tragen? Und siehe da… 😀

        Gefällt 6 Personen

      • DeMUT gegenüber der wunderschönen Komplexität der Natur ist allerdings angebracht, und in Anbetracht unseres zwar gewachsenen Wissens über natürliche Zusammenhänge sollten wir auch demütig unsere nach wie vor vorhandenen Wissenslücken in Erwägung ziehen.
        Da diese Rezension schon ein Weilchen in der Publizierungswarteschleife ruhte, wäre ein deinerseitiger Buchhinweise auf den neuen Wohlleben ein „Edelstahlmesser nach Solingen tragen“ gewesen … 😀 ⚔ ⚔ ⚔ 😀

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  10. Eigentlich sollten das alles keine Neuigkeiten sein… Ist doch alles Leben auf der Erde aus einer Handvoll Stoffen entstanden. Deshalb wird inzwischen sogar der IQ von Gemüse gemessen, der wohl höher als der von Obst sein soll.
    Eine Banane hat eine 55%ige Übereinstimmung mit der menschlichen DNA.

    Gefällt 9 Personen

    • Da die gegenwärtigen Daseinsbedingungen vieler Menschen von Natur- und der damit verbundenen Selbstentfremdung geprägt sind, kann die Botschaft des „Bandes zwischen Mensch und Natur“ nicht oft genug wiederholt und belegt werden, um diese Naturverbundenheit zu reanimieren.
      In Peter Wohllebens Buch wird u.a. auch in Frage gestellt, daß der Mensch „die Krone der Schöpfung“ sei und es wird für ein nicht hierarchisches Nebeneinander von Pflanzen, Tieren und Menschen plädiert.
      Wie wird denn der IQ von Gemüse und Obst gemessen?

      Gefällt 4 Personen

    • Jetzt ist mir klar, weshalb ich bereits in meiner Kindheit Bananen zum Fressen gern hatte und noch heute lege ich unregelmäßig wiederkehrende NurBananen-Tage ein. Leider kann man sie nicht aufheben, um sie einige Tage zu kosen – und nach dem Kosten liebe ich sie eben jedesmal wie siehe oben 😉

      Gefällt 4 Personen

      • Es hat mich vorallem die Übereinstimmung überrascht. Bei Schweinen kann ich es mir besser vorstellen, weil es doch auch ein organisches Wesen ist aus Fleisch und Hirn – und eine Pflanze auch ? Sehr interessant. Das spricht doch eine deutliche Sprache, wie sehr alles Wesentliche miteinander verknüpft ist… vielleicht bedeutet in die Hölle zu kommen, zu einem Stein zu werden irgendwo im Universum, um danach eeeewig warten zu müssen, bis man zur Lava wird, weil genau unterhalb von einem ein Vulkan entsteht, aus der erkalteten Lava ein Baum wächst und man eine Banane darauf wird – dann hat manfrau bereits erneut 55% zur Menschwerdung geschafft, so ähnlich wie die Geschichte mit den Ameisen, Du weißt schon… nur in der Evolutionsgeschichte weit früher und ja: es gibt nix Neues unter der Sonne… wenn ich das dem Safier geschrieben hätte, machte der glatt ein neues Buch draus … 😉

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      • Gerne, liebe Ulrike … wie bestimmt zu bemerken ist, hat mir jemand eine Portion Schalk in die Wiege gelegt und der ist oft spürbar, ich kann/will nicht anders 😉 … zuweilen ist er ein wenig spöttisch und wird daher fallweise als bösartig eingestuft – das bedaure ich zwar jedesmal wenn es so ist, aber bei Barbara ist die Gefahr klein, wir kennen einander ein bißchen aus dem Bloggerdorf und die Sache mit Casanova und den Ameisen habe ich auf ihrer Webseite auf Anfrage aufgeklärt. An dieser Stelle bedanke ich mich für die freundliche Aufnahme hier und die Positiv-Klicks auf meinen Seiten. Zugleich freue ich mich über Deine unkonventionellen Wortkreationen, welche mich sicherer machen gegenüber jenen, meist selbsternannten Spezialisten, welche die meinen bekritteln bzw. nicht verstehen können wollen … 😉
        Ich bekenne mich zu Herrndorf, der in seinem Vermächtnis u. A. schrieb: „Laß‘ niemals Germanisten an deine Texte… “ – in diesem Sinne fühle ich mich auf Augenhöhe mit all jenen, zu deren Sprachstil es gehört, die Wortverbindungen so niederzuschreiben wie sie die Synapsen kreativ aussagend zusammenstoppeln … zuletzt bemerkt bei Handkes Die Obstdiebin, siehe z.B. „sommertaggeträumt“ oder „Dichtwaldterrasse“ – sogar der dürfte bereits von mir gelernt haben … möglicherweise aber Herrndorf von ihm … 😉

        Gefällt 2 Personen

  11. Wohlleben hat natürlich nicht unrecht, aber es gab eine längst vergangene Zeit, da war das Band nicht geheimnisvoll, sondern die Beziehung zwischen Natur und Mensch war von verstehen geprägt. Davon sind leider viele Sachen verloren gegangen. Wer weiß heute schon noch, welche Pflanzen am Wegesrand stehen und dann noch wozu sie gut wären? So lange uns alles mundgerecht verpackt angeboten wird, sind da kaum Änderungen zu erwarten. Vielleicht sind die Bücher von Wohlleben ein erster Schritt zum besseren Verständnis liebe Ulrike!

    Gefällt 7 Personen

    • Verbindlichen Dank für Deinen Kommentar, lieber Arno.
      Gewiß war das Band zur Natur in früheren Zeiten von viel mehr alltäglicher Erfahrung und intuitivem Verstehen oder Einfühlen geprägt. Wenn man da alleine das verbrannte Wissen heilkundiger Kräuterfrauen einbezieht, könnte man wohl Bände damit füllen.
      Ich kenne viele Pflanzen, die am Wegesrand stehen und weiß auch meist, wofür sie sich eignen. Botanik hat mich schon als Kind interessiert. Dafür kann ich nur sehr vereinzelt Automarken zuordnen, weil mich Autos weniger als peripher interessieren. 😉
      Die von Dir angesprochene „mundgerechte Verpackung“ trägt dazu bei, daß Menschen vergessen, daß Nahrung nicht im Supermarktregal wächst, sondern in der Erde.
      Peter Wohllebens Bücher, die auch erfreulicherweise stets auf der Bestsellerliste landen, bieten jedenfalls einen praktikablen Einstieg in mehr Naturverbundenheit und Naturwissen.

      Gefällt 4 Personen

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