Leben Schreiben Atmen

  • Eine Einladung zum Schreiben
  • von Doris Dörrie
  • Diogenes Verlag, August 2019 www.diogenes.ch
  • in Leinen gebunden
  • mit Schutzumschlag
  • 288 Seiten
  • 18,00 € (D), 18,50 € (A), 24,00 sFr.
  • ISBN 978-3-257-07069-9

VOM  LEBEN  ZUM  SCHREIBEN

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Max Frisch sagte einst: „Schreiben heißt, sich selber zu lesen.“ Genau um diese Art des Schreibens kreist Doris Dörries Buch „Leben Schreiben Atmen“. Es geht hier nicht um Re- zepte für erfolgreiches schriftstellerisches Schaffen, sondern vielmehr um Schreiben als ganz alltägliches Medium, um das eigene Leben zu erkennen, sich selbst tiefer auf die Spur zu kommen, Erinnerungen zu reanimieren und infolgedessen dem ganzen Gefühls-spektrum des eigenen Erlebens Raum und Ausdruck zu geben und diese persönlichen Geschichten gegebenenfalls auch mit anderen Menschen zu teilen.

Doris Dörries Einladung zum autobiographischen Schreiben vermittelt eine ansteckende Schreiblust und Schreibneugier. Sie schreibt uns nichts vor, stellt keine Regeln auf, gibt nur Empfehlungen für Bedingungen und Geisteshaltungen, die den Schreibprozeß för-dern, sie ermutigt zur Freiheit, einfach loszuschreiben – ohne Erwartungen oder ehrgei-zige Qualitätsansprüche. 

Zunächst erklärt sie sehr einleuchtend, daß sich Inspiration nicht durch angestrengtes Nachdenken einstellt, sondern vielmehr durch einfaches – unkontrolliertes – Drauflos-schreiben. Für den Anfang genügen zehn Minuten pausenlosen, am besten handschrift-lichen Schreibens, bei dem nicht nachgedacht, zensiert oder korrigiert wird. Es ist gleich-gültig, ob wilder Blödsinn, ungeahnter Tiefsinn, kostbare Erinnerungen oder banaler All-tag dabei zum Vorschein kommen. Alles darf aufs Papier und sich uns dort buchstäblich zeigen.

Selbsterfahren listet sie weitverbreitete mentale Hindernisse auf, die uns einreden, wir könnten oder dürften nicht schreiben – erst recht nicht über uns selbst -, wir hätten nichts zu sagen, wir seien ängstlich, anmaßend, blöd, einfallslos, eitel, peinlich, unin-teressant, unfähig usw. Weg mit diesen nutzlosen Gedankenbremsen! Das pausenlose Schreiben überwindet solche sekundären Einflüsse und führt in tiefere Schichten, macht uns zum ebenso tapferen wie verletzlichen Entdecker des eigenen Lebens und Werdens.

Sollte uns wirklich einmal gar nichts einfallen, schreibe man die Zauberformel „Ich erinnere mich“ solange hintereinander auf, bis etwas ans Licht kommen will.

„Zu schreiben bedeutet, nicht vor der Wahrheit zu fliehen, sondern in sie zurückzu- finden. Jede Erinnerung, die ich wiederfinde, verbindet sich in dem Augenblick, in dem ich sie teile, mit den Erinnerungen der anderen. Woran erinnere ich Dich?“ (Seite 109)

Doris Dörrie gibt kurze Anleitungen zu befreienden Schreibübungen sowie zahlreiche Anregungen für Schreibthemen und kombiniert sie mit persönlichen biographischen Episoden, die thematisch zu den Schreibeinladungen passen.

Dabei geht sie chronologisch vor, beginnt mit Kindheitserlebnissen, geht weiter zu jugendlichen Lebensverkostungen bis hin zu erwachsenen, verantwortungsvollen Lebenslagen. Jede Zeitphase bietet reichlich Schreibanlässe: sei es ein Lieblingskleid, Lieblingsspeisen, ein Lieblingsbuch, Gerüche, Eltern und Großeltern, Licht und Dunkel- heit, Brot, Körper, Musik, Tanz, der erste Kuß, vertraute Orte und fremde Orte, Sehn- süchte, Möbel, Fußböden, Lügen, der erste Verlust, lebenstaugliche Freundschaften, besondere Begegnungen, Vorher-nachher-Momente, Reisen …  Durch das regelmäßige Schreiben finden wir ein Innehalten in der ganzen kleinen und großen, inneren und äußeren Welt, in der unser Dasein ununterbrochen geschieht. Tägliches Schreiben (mindestens zehn Minuten, gerne aber auch mehr) trainiert die „Schreibmuskeln“ und den Schreibmut.

Doris Dörrie rät beispielsweise dazu, spielerisch auszuprobieren, eine Erinnerung in der ersten Person und dann aus der Perspektive der dritten Person zu formulieren und dann nachzuspüren, welcher Text stimmiger ist. Bei Themen, die uns sehr nahegehen und auf-wühlen, kann das Schreiben in der dritten Person einfacher sein und gleichwohl ganz authentisch. Sie selbst wählt für die Beschreibung eines unausweichlichen zwischen-menschlichen Verlustes die Erzählperspektive der dritten Person, was der emotionalen Substanz des Textes nichts nimmt.

Freifließende Assoziationen, die sinnliche, ja, zugleich meditative Aufmerksamkeit für naheliegende Details und achtsame Gegenwärtigkeit sind wiederkehrende Refrains von Doris Dörries Schreibempfehlungen.

Ihre eigenen biographischen Einblicke illustrieren mit ihrer spontanen, lebhaften Dyna-mik, ihrem weltläufigen Bewegungsradius, der komplexen, assoziativen Korrespondenz zwischen Innen- und Außenwelt, dem abwechslungsreichen Zeitgeistkolorit sowie den schatten-schweren und licht-leichten Erfahrungen, wie beflügelnd, interessant, erkennt-nisbereichernd, schmerzlich, tröstlich, heilsam, spannend, klärend, demutweckend, dankerfüllend, beglückend und wiederbelebend autobiographisches Schreiben sein kann.

Doris Dörrie gibt viele konkrete Impulse zum Schreiben, geht mit eigenem praktischen Beispiel voran und ermutigt und ermuntert den geneigten Leser immer wieder zum Schreiben. Sie spricht uns unmittelbar an, fordert dazu auf, – JETZT genau JETZT – ein-fach zum Stift zu greifen und etwas zu schreiben, sich aus dem Leben heraus ins Leben hineinzuschreiben – von Wort zu Wort, von Satz zu Satz, von Atemzug zu Atemzug …

Auf wessen Erlaubnis warten Sie noch?

„Schreiben ist wie mit der Vergangenheit zu telefonieren und sie in die Gegenwart zu holen. Schreib deshalb möglichst nicht in der Vergangenheits-, sondern in der Gegen- wartsform. Alles wird gegenwärtig. Ist wieder da. Jetzt. (Seite 123)

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.diogenes.ch/leser/titel/doris-doerrie/leben-schreiben-atmen-9783257070699.html

 

Die Autorin:

»Doris Dörrie, geboren in Hannover, studierte Theater und Schauspiel in Kalifornien und in New York, entschloss sich dann aber, lieber Regie zu führen. Parallel zu ihrer Film-arbeit (zuletzt der Spielfilm ›Kirschblüten und Dämonen‹) veröffentlicht sie Kurzgeschich-ten, Romane und Kinderbücher. Sie unterrichtet an der Filmhochschule München ›creative writing‹ und gibt immer wieder Schreibworkshops. Sie lebt in München.«

 

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56 Kommentare zu “Leben Schreiben Atmen

  1. Kürzlich gab es wohl einen Schreibworkshop von Doris Dörrie hier in Hannover, so wie du es beschrieben hast. Ich hörte von einigen Frauen, die sehr begeistert von ihr und vom Workshop waren. Deiner Beschreibung nach nimmt sie einem auf leichte Weise die Hemmungen vor dem Schreiben. Man möchte direkt loslegen, auch wenn ich jetzt nicht zur schreibenden Fraktion gehöre. In diesem Zusammenhang frage ich mich, ob es auch von dir mal wieder etwas zu lesen gibt, aber vielleicht habe ich es auch verpaßt nachzusehen? Kreative Grüße von der Balkonfee zu dir liebe Bücherfee!

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    • Liebste Almuth,
      hab‘ dank für Deinen ausführlichen Kommentar und den Bericht über Doris Dörries‘ Schreibkurs in Hannover. Ihre Anleitungen können jeden zum Schreiben „enthemmen“, der sich darauf einlassen will.
      Ich finde durchaus, daß Du zur schreibenden Zunft gehörst, denn Deine einfühlsam-amüsanten Bildbegleittexte empfinde ich als sehr lebendig und flüssig!
      Persönliche Primärtexte von mir gibt es hier keine neuen, denn ich bin momentan nicht in poetischer Verfassung. Gleichwohl habe ich viel Freude an der Pflege meiner sekundärliterarischen Tugenden in Form von Buchbesprechungen.
      Herzensgruß von Bücherfee zu Balkonfee! 🙂

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      • Danke für das Kompliment liebe Ulrike, aber ich sehe mich da eher als Bildbegleittexteschreiberin 😉 Schade, daß die Poesie gerade ruht, aber daß gehört im Leben dazu. Kommt Zeit, kommt Poesie 🙂 Deine sekundärliterarischen Texte sind wunderbar und ich freue mich, daß wir sie bei dir so ausgiebig genießen dürfen. Ich lasse mir deine phantasievollen Wortschöpfungen gerne auf der Zunge zergehen 🙂 Herzensgrüße zu dir!

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  2. Hm, da entblößt sich die immer wiederkehrende Frage Ob ich nicht doch einmal damit anfangen sollte?
    Die Frage ist sogar recht aktuell aufgetaucht und heute lese ich es hier. Die Herangehensweise, nämlich eine selbst Schreibende als Motivierende zu Wort kommen zu lassen, sich einzulassen, finde ich gerade sehr schön.
    Danke wieder einmal für den feinen Hinweis!
    Übrigens ist der Liebste hochbeglückt, da er mir nun den Knigge endlich vorlesen kann. Deine Empfehlung hatten wir angenommen und nun lausche ich den Worten zum Umgang mit den Menschen.

    Beste Grüße,
    Syntaxia

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    • Liebe Syntaxia,
      vielen Dank für Dein interessiertes Leseecho. Es freut mich, daß meine Buchempfehlung zufällig Dein aufkeimendes Schreibenwollen „bewässert“.
      Was für ein schöner Luxus, daß Du in Deinem Liebsten einen persönlichen Vorleser hast. Knigge würde es wohlgefallen, daß ein „Frauenzimmer“ solcherart vom „Hausherrn“ belehrt 😉 wird.
      Nachtschwärmerische Grüße von Ulrike

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  3. Welch eine Lebendigkeit tritt hier allerseits zutage. Es kommt mir so vor wie nach einem langen kalten Winter, wo bei den ersten warmen Sonnenstrahlen sich zuerst nur einige Blumenknospen hervorwagen, dann aber mehr, mehr, schneller, plötzlich, explosionsartig fast, doch zugleich sanft, frisch, seidig-weich, strahlend-schön, vielfarbig, duftend, bienenumsummt, vogelgezwitscher-begleitet… eine Art Revolution entfaltet, eine friedliche, freudige! 🌷🌸🌻🌼🌞

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  4. Das ist ja großartig, was ich hier lese: Diese Art zu schreiben, von Ulrike. Na, diese Art der Anteilnahme, dieses Einfühlen, Mitempfinden, diese Munterkeit, diese Vielfalt…. Ach, es ist einfach eine Freude, diese Buchbesprechungen zu lesen. Das ist doch bereits ein allerschönstes Beispiel dafür, wie so ein (pausenloses?) Schreiben aussehen kann. Ich habe gerade eine Pause eingelegt beim pausenloses Schreiben, musst erst einmal tief durchatmen und mich evtl. neu orientieren. Ja, um sich schauen und in sich lauschen, beides, wie beim Atmen.

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    • Verbindlichen Dank, liebe Gisela,
      für Deine sehr zugeneigte Resonanz.
      Meine Buchbesprechungen schreibe ich zwar zunächst ganz munter drauflos in meinem Word-Progamm, aber anschließend werden sie – ausgedruckt – sorgfältig von mir korrigiert, abgeschliffen und in Hinsicht auf Klarheit des Ausdrucks überarbeitet und geordnet.
      Meiner nicht unbescheidenen Schreiberfahrung nach, ist es sehr dienlich, einen Text über Nacht oder auch einige Tage ruhen zu lassen und sich dann erneut damit zu befassen. Nach dieser geistigen Kompostierung wird der Text meist fruchtbarer. 😉

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  5. Das klingt sehr spannend! Gut finde ich Dörries Ratschläge hier, da es durchaus verschiedene Anlässe bzw. therapeutischen Ansätze dazu gibt.

    Ich darf hier angeben, daß ich immer schon Tagebuch führte, strikt dann von 1999 bis etwa 2017. Meine Methodik dabei war sicherlich eine lineare und selbstgewählte.

    Ich erinnere mich, daß ein guter Freund sich als Medium bezeichnete und er auf meinen Wunsch hin fast kopflos 2 Seiten über mich schrieb.
    Ich konnte diesem Text nichts entnehmen, aber es war eben ein neugieriger Versuch.

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    • Vielen Dank für Dein Leseecho.
      Jeder findet auf seinem Wege zum Schreiben oder eben auch zum Nichtschreiben.
      Doris Dörries Buch will dazu ermuntern zu schreiben und wird damit gewiß besonders die Menschen erreichen, die sich an der Schwelle zum Schreiben befinden und noch einen kreativen Impulsschubser brauchen, um sich zu trauen.
      Wenn man spielerisch damit umgeht und verschiedene Methoden – und dazu kann ja auch mediales Schreiben gehören – ausprobiert und sich frei und „unverschämt“ ausdrückt, kann man in den natürlichen Schreibfluß kommen und wird wahrscheinlich ganz unerwartete Texte formulieren.
      Ich persönlich kenne den angenehmen Zustand, in dem nicht ICH schreibe, sonderen das Schreiben schreibt!

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  6. Es scheint ein tolles und sehr interessantes Buch zu sein. Eigentlich steht ihr Name schon für Güte und hier geht es außerdem um ein tolles Thema, liebe Ulrike.

    Lieber Gruß von Bruni

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    • Herzlichen Dank, liebe Bruni,
      für Deine zugeneigte Resonanz zum Buch und zum Thema. Gerne stimme ich deiner Einschätzung von Doris Dörries Schreibgüte zu.
      Gutenachtgruß von Ulrike

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  7. Vielen Dank für Deine Rezension. Aus diesem Buch kann ich sicher viel Nützliches für mich lernen. Meine Wanderungen bringen immer (Auto-)Biografisches hoch und das würde ich gern im Einklang rüberbringen können.

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  8. Liebe Ulrike, ich habe mir eben die Leseprobe angeschaut. DD schubst einen ja regelrecht zum Schreiben. Es wirkt frisch und ehrlich.
    Ich behalte jedoch lieber meine Gedanken und kleinen Geheimnisse nur für mich.😉

    Trotzdem klingt das Buch auf mich sehr interessant und sicherlich überzeugend und hilfreich. Liebe Grüße an Dich, Barbara

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    • Liebe Barbara,
      Doris Dörrie hat in der Tat eine lebhafte und sympathisch eigenwillige Art, den Leser zum Schreiben zu ermuntern.
      Du kannst einfach für Dich selbst schreiben, denn es geht hier in erster Linie um Schreiben als Spurensicherung und Selbstentdeckung und nicht um Schreiben, um berühmt zu werden. 😉
      Sonnenuntergangsgrüße von hier und mir zu Dir

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      • Das war mir schon klar….selbst das Tagebuch war fähig, mich zu überzeugen. Da jedes Schreiben zumindest etwas Seelenstriptease ist, bin ich noch nicht dazu bereit. Aber ich habe ja noch ein paar Jährchen.
        Herz allerliebste Grüße bei goldenem Himmel zurück
        PS: Der liebste Schreibanlass, den ich damals bei meinen Schülern hatte, war, einer Person des jeweiligen Werkes, das gerade gelesen wurde, einen Brief zu schreiben.

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    • Vielen Dank für Deinen Lesebesuch und das Weitersagen meiner Buchbesprechung.
      „Lesen Schreiben Atmen“ eignet sich auch sehr gut als Reiselektüre, dann kannst Du unterwegs schon gleich „Mitschreiben“. 😉

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    • Was Doris Dörrie über das Schreiben schreibt, deckt sich auch weitgehend mit meiner lebenslangen Schreiberfahrung.
      Vielen Dank, liebe Caroline,
      für Deine Zustimmung und das Weitersagen meiner Buchempfehung auf Deiner Wortwebeseite.

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  9. Ja, das klingt nun durchaus sehr anregend. Und es trifft genau einen Punkt, an dem bei Schreibenmöchtenden* oft ein Mangel herrscht. Die Animation, einfach mal loszulegen und den Schreibfluss lebendig zu halten. Erinnerungen sind dabei, wie mir scheint, ein Kreativitätskochtopf besonderer Güte. Denn Erinnerungen sind von Natur aus dynamische Kompositionen. D.h. wir sind ja pausenlos kreativ und schaffen aus Wirklichkeitsimpulsen Erlebnisse. Wenn wir uns also schreibend an Erlebnisse erinnern, packen wir damit ein ganzes Kreativitätsbündel aus. 😀

    * Ich verwende hier bewusst den Ausdruck „Schreibenmöchtende“. Denn viele möchten zwar, aber wenige wollen wirklich. Wenn man aber erst anfängt zu tun, was man möchte, bekommt das Wollen oft wie von selbst Raum und Dynamik zur Entfaltung. 😉

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    • Verbindlichen Dank für Deine zugeneigte und schreiberfahren-weise-wohlformulierte Resonanz. 😀
      Deiner Fußnote zu den „Schreibenmöchtenden“ kann ich nur lebhaft zustimmen. Wer sich traut, mit dem Schreiben anzufangen, erreicht nach und nach den Punkt des Warmgeschriebenseins, aus dem der Kreativitätsfluß ganz unwillkürlich und natürlich quillt.
      Wer wirklich will, fängt einfach an und öffnet dadurch einen inneren Raum, der viel größer und bereichernder ist, als man zuvor ahnte. 🙂

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      • Meiner Erfahrung nach können Gefühle zu einer tieferen Wahrheit führen.
        Bei einem Sachbuchtext mag dies nicht unbedingt passen, aber für das autobiographische Schreiben als Spurensuche, wie es in vorliegendem Buch angeregt wird, sind Gefühle – neben der sinnlichen Achtsamkeit – ein wesentliches Element der Erinnerungsrekonstruktion.
        Außerdem glaube ich nicht, daß Denken und Fühlen sehr weit vonein- ander entfernt sind. Zumindest bei mir gehen Denken und Fühlen stets Hand in Hand, sogar beim Schreiben von Rezensionen. Die persönlichen Wertekoordinaten fließen stets – bewußt oder unbewußt – im Text oder zwischen den Zeilen mit.

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  10. Das klingt nach einem Buch, welches auf meine Wunschliste muss!
    Ich habe schon öfter davon gehört, ich glaube, damit macht man nichts falsch, wenn man sich für Schreiben interessiert. Und welches Schreiben ist schon völlig unautobiografisch?
    Liebe Grüße
    Christiane 😁❤️👍

    Gefällt 8 Personen

    • Vielen Dank für Dein Leseinteresse, liebe Christiane.
      Ich denke auch, daß dieses Buch mit seinem nützlichen und praktischen Schreibhandwerkszubehör nach Deinem Gusto ist.
      Liebe Grüße auch von mir zu Dir 😀

      Gefällt 2 Personen

  11. Hallo, liebe Ulrike,
    vielen Dank für die Rezension zu dem Buch von Doris Dörrie. Ich werde es mir kommende Woche kaufen, weil ich dann auf einer ihrer Lesungen bin, und Deine Empfehlung ist eine wunderbare Einstimmung vertieft meine Vorfreude.
    Herzliche Grüße
    von Ryka

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Ryka,
      es freut mich sehr, daß ich mit meiner Buchempfehlung Deine Vorfreude auf „Leben Schreiben Atmen“ und Doris Dörries Lesung vertiefen konnte.
      Herzlich grüßt Dich
      Ulrike

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