Wildlife Gardening

  • Die Kunst, im eigenen Garten die Welt zu retten
  • von Dave Goulson
  • Originaltitel: »The Garden Jungle or Gardening to Save the Planet«
  • Aus dem Englischen von Elsbeth Ranke
  • Illustrationen von Nils Hoff
  • Hanser Verlag März 2019 http://www.hanser-literaturverlage.de
  • gebunden
  • mit Schutzumschlag und LESEBÄNDCHEN
  • 304 Seiten
  • 24,00 € (D), 24,70 € (A)
  • ISBN 978-3-446-26188-4

WAS  UNS  BLÜHT  UND  FRUCHTET

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Dave Goulson vermittelt uns mit seinem neuen Buch „Wildlife Gardening“ fundiertes, nachhaltiges und vielseitiges Wissenswerkzeug, um im Einklang mit der Natur und unseren pflanzlichen und tierischen Mitgeschöpfen einen ebenso schönen wie fruchtbaren Garten zu gestalten.

Anschaulich verknüpft der Autor seine Kenntnisse als Insekten- und Bienenforscher mit seiner persönlichen biologischen Gartenpraxis. Zwar stehen nicht jedem Leser Dave Goulsons 8000m²-Gartenfläche zur Verfügung, aber selbst auf nur einem einzigen Qua- dratmeter oder in einem einzigen Blumentopf lohnt es sich, mit der Natur zu gärtnern.

„Für ein erfolgreiches Naturgärtnern ist das, was man nicht tut, genauso wichtig wie das, was man tut.“ (Seite 13)

So muß man beispielsweise nicht unbedingt umständlich mit Rasenbodenabtragung, Sanduntermischung und der Aussaat von Wildblumensamen eine Wildblumenwiese gestalten, sondern man kann zunächst einfach nur den Rasen wachsen lassen und schauen, welche Stauden in Wartehaltung sich daraufhin ausbreiten, da sie endlich Gelegenheit zur Blüten- und Samenbildungsreifung haben.

Die Arten, die von Natur aus bereits am gegebenen Standort gedeihen, kann man um zusätzliche Inselpflanzungen weiterer einheimischer Wildblumen ergänzen. Gegen ein Übermaß horstiger Gräser hilft die Aussaat von Kleinem Klappertopf, einer einjährigen Wiesenpflanze, deren Sämlinge parasitisch „die Wurzeln der umliegenden Gräser anzapfen und die Nährstoffe heraussaugen…“ (Seite 47/48) Das Gras wird deutlich reduziert, und es entsteht mehr Freiraum für den Klappertopf und auch für andere Wildblumen.

Pestizide, Insektizide & Co. sowie Kunstdünger werden selbstverständlich keinesfalls benutzt. Mit durchaus gebotener Eindringlichkeit beschreibt Dave Goulson die zerstör-erischen Auswirkungen solcher „Pflanzenschutzmittel“, deren Einsatz in der indu- striellen Landwirtschaft, aber auch in privatem und kommunalem Gebrauch lebens- feindliche Teufelskreise aus stärkerem Schädlingsbefall, stärkerem Gifteinsatz und kumulierenden Giftanreicherungen im Boden, in Wasserkreisläufen und pflanzlichen, tierischen und menschlichen Nahrungsketten zur Folge haben.

Selbst als besonders bienenfreundlich etikettierte Blumen, die man im konventionellen Gartenhandel erwerben kann, sind in ihrer Aufzucht vielen Giften ausgesetzt gewesen, die sie systemisch – also im gesamten Pflanzenorganismus – über ihre Pollen und den Nektar weitergeben.

Haben Sie einen Hund oder eine Katze? Womit werden Ihre Vierbeiner gegen Flöhe behandelt? Ein häufiger Wirkstoff, mit dem Halsbänder imprägniert werden oder der in flüssiger Form auf die Hundehaut aufgebracht wird, ist Imidacloprid, ein Neonicotin- oid, dessen Bienengiftigkeit erwiesen ist. Wenn Sie Ihren Hund streicheln, kommen Sie unweigerlich in Berührung mit Neurotoxinen. Wahrscheinlich sind diese Toxine auch im Urin des Hundes und werden beim Gassigehen verteilt. Die 250 Milligramm Imadaclop- rid, mit denen ein mittelgroßer Hund gegen Flöhe „imprägniert“ wird, reichen aus, um 60 Millionen Honigbienen zu töten.

Sie sehen schon: Man muß sehr ganzheitlich und weit vorausschauend handeln, um Giftbelastungen für die Mitwelt und für sich selbst möglichst zu vermeiden. Pflanzen und Samen aus Biogärtnereien, freundschaftlicher und nachbarschaftlicher Ableger- austausch und das Gärtnern mit den bereits vorhandenen Pflanzenschätzen sind gute Voraussetzungen, um die Welt wenigstens im eigenen Garten zu retten. 

Beim Wildnisgärtnern hält man eine maßvolle Ordnung, die ungestörte Nist- und Über-winterungsmöglichkeiten für Wildbienen, Insekten, Vögel und Kleintiere bietet, bei- spielsweise durch Insektenhotels, Steinhaufen, Totholzstapel und Schutzhecken. Stand- ortgemäße, abwechslungsreiche Nektar- und Pollenpflanzen, Gemüsemischbeete und Kräuter und – je nach Raumverfügung – auch Obstbäume, Beerensträucher sowie vielleicht sogar ein selbstgestampfter Lehmteich erhöhen die Artenvielfalt und verbessern das natürliche Gleichgewicht im Garten.

Für den Garten gilt die Grundregel: » … je mehr Vegetation, desto mehr Co₂-Speicher- ung « (Seite 249). Mehr Pflanzenvielfalt zieht mehr Insektenvielfalt an und mehr Insekten wiederum mehr Vögel.

In Dave Goulsons Obstgarten halten Ohrwürmer die Blattläuse in Schach, was ihn zu einem regelrechten Loblied auf den Ohrwurm veranlaßt und uns interessante Einblicke in das Liebesleben und die erstaunlich ausgeprägte Mutterliebe der Ohrwürminnen gewährt. Überaus köstlich ist beim Thema Obstanbau die Schwärmerei des Autors über die vielen außergewöhnlichen Apfelsorten, die er hegt und pflegt und genießt und die uns im Supermarktangebot wohl kaum jemals begegnen werden.

Wir erfahren ausführlich von der enormen Leistung, die Regenwürmer für die Boden-fruchtbarkeit, die Bodenbelüftung und Bodenlockerung erbringen. Angesichts der wesentlich höheren Regenwurmdichte in Gärten im Vergleich zu Ackerböden kann man Dave Goulsons Forderung nach einem „landesweiten Langzeit-Wurmüberwachungs-programm“ (Seite 207) zur Erforschung der besten Wurmdichtebedingungen nur zustimmen.

Empfehlungen zum Kompostieren oder wahlweise zur Installation eines kleinen Wurm-farmbehälters sowie übersichtliche Listen mit Blühpflanzen für Bestäuber und Beeren-pflanzen für Vögel runden diesen facettenreich-informativen Gartenratgeber sinnvoll ab. Die feinen Zeichnungen von Nils Hoff greifen die Thematik ebenso naturalistisch wie gelegentlich etwas augenzwinkernd-ironisch auf.

Dave Goulson leitet jedes Kapitel seines Buches mit einem Koch- oder Backrezept ein. Dies fügt sich harmonisch zur abschließenden, hoffnungsnährenden Erkenntnis, daß der Ernteertrag aus Gärten und Schrebergärten den Ertrag der konventionellen Landwirt-schaft um das Vier- bis Elffache übertrifft.

Mit „Wildlife Gardening“ gelingt Dave Goulson eine ermutigende Balance aus ökologischer Aufklärung und aufwühlender Gefahrenanalyse sowie praktisch-konstruktiven zukunftsweisenden Anregungen, die vorhandenen natürlichen Handlungsspielräume selbstwirksam im eigenen Garten und Lebensalltag zu nutzen.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/wildlife-gardening/978-3-446-26188-4/

Hier entlang zu Dave Goulsons erstem Werk Und sie fliegt doch. Eine kurze Geschichte der Hummel: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/08/09/und-sie-fliegt-doch/
sowie zu Dave Goulsons Buch „Wenn der Nagekäfer zweimal klopft. Das geheime Leben der Insekten“: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/10/07/wenn-der-nagekaefer-zweimal-klopft/

Der Autor:

»Dave Goulson, Jahrgang 1965, ist einer von Europas führenden Hummel- und Wild-bienenschützern. Bei Hanser erschienen Und sie fliegt doch (2014), Wenn der Nagekäfer zweimal klopft (2016) und Die seltensten Bienen der Welt (2017). Dave Goulson lebt in Blackboys, East Sussex, wo er seit vielen Jahren Wildlife Gardening betreibt.«
www.sussex.ac.uk/lifesci/goulsonlab
https://twitter.com/DaveGoulson

Die Übersetzerin:

»Elsbeth Ranke, geboren 1972, hat in Erlangen und Nantes Romanistik, Latein und Angewandte Sprachwissenschaft studiert. Sie übersetzt aus dem Französischen und Englischen u.a. Erin Hunter, Frédéric Lenoir, E.O. Wilson, Lewis Wolpert und Hélène Beauvoir. 2004 erhielt sie den André-Gide-Preis.«

Der Illustrator:

Seltsamerweise erfährt man vom Verlag – bis auf den Namen – nichts über den Illustrator. Deshalb verweise ich nachfolgend auf die Webseite von Nils Hoff: http://www.nilshoff.de/info/

Querverweis:

Gerne und nachdrücklich lege ich Ihnen noch Almuths bienenfleißige Webseite „Natur auf dem Balkon“ ans Herz. Dort finden sich viele praktikable Anregungen für welt- rettende (wild)bienenförderliche Lebensbedingungen, zu denen jeder etwas beitragen kann. Feine Fotos und liebevoll-informative Texte bieten jede Menge wissenswerte Nachhilfe in Hinsicht auf die Gestaltung eines bienen- und insektenfreundlichen Balkon-Ambientes. https://naturaufdembalkon.wordpress.com/

 

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/
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63 Kommentare zu “Wildlife Gardening

  1. Dank dir und Ule habe ich ja frühzeitig von diesem Buch erfahren und als eingefleischter Goulsonfan gleich zugeschlagen. Wie immer und auch, wie du es beschreibst, ein sehr informatives Buch, aus dem man viel mitnehmen kann. Der Titel ist für mich zwar etwas irreführend gewesen, weil ich zunächst viel mehr praktische Wildlife gardening-Tips erwartet hatte und er dann doch weiter ausholt über Pestizide und Giftauswirkungen etc. Gut gefallen hat mir der Schwebfliegenteich zum Züchten von Sumpfschwebfliegen 🙂 Und faszinierend fand ich, was er über den Ertrag von kleinen Gärten schrieb. Das der Ertrag von Kleingärten um ein vielfaches höher ist, als der eines Ackers. Klar, da wird ja nur eine Sorte angepflanzt, aber theoretisch könnten wir mit einem Netzwerk aus Kleingärten viel viel mehr Lebensmittel auf natürlichem Wege erzeugen, als mit diesen riesigen Monokulturen und dabei Platz für viel viel mehr Kleinstlebewesen schaffen. Was ich die Tage über den Insektenbesuch auf dem Balkon schrieb, paßt eigentlich ganz genau da rein: ein paar Quadratmeter naturbelassener Fläche und schon tobt das insektische und das Vogelleben 🙂 Es wäre so einfach! Wildgärtnerische Gutenachtgrüße vom Balkon – und danke!

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    • Verbindlichen Dank, liebste Almuth,
      für Deine mitwisserische und zugeneigte Rückmeldung zum „Wildlife Gardening“. 🙂
      Die Anregung mit den Mikroteichen für Schwebfliegen fand ich auch interessant. In meinem Garten liegt an einer schattigen Stelle ein kleiner Futter- trog aus Stein, in dem sich immer Regenwasser sammelt und der zum Teil von einem kleinblättrigen Efeu über- und durchwachsen wird. Einige Blätter und Blütenblätter landen auch immer in dem stehenden Wasser. Seit einigen Jahren finde ich im Sommer in dem flachen Minitümpel Schwebfliegenlarven mit „Schnorchel“ (Rattenschwanzlarven). Ich achte darauf, daß der Trog nicht austrocknet und füge je nach Wasserstand etwas abgestandenes Wasser hinzu. Bisher habe ich allerdings noch nicht gesehen, wie sie ausschlüpfen.
      Daß kleinteiliger, mosaikartiger, vielfältiger natürlicher Pflanzenanbau ertragreicher ist als große Monokulturen wußte ich zwar schon vor meiner Goulson-Lektüre, aber es ist wichtig, dieses Wissen weiterzusagen. Eine solche Anbaumethode ist natürlich auch mit mehr menschlicher und weniger maschineller Arbeit verbunden.
      Was Du auf Deinem Balkon schaffst, welcher Lebensfülle Du dort Raum gibst, zeigt, daß Rettung (und Selbstversorgung) möglich ist. :mrgreen:
      Naturverbundene Grüße von mir zu Dir

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      • Da beneide ich dich um die Schwebfliegenlarven. Muß ich wohl noch mal angehen. Nur daß mit dem Austrocknen – passiert mir schon mal. Bei den Blutweiderichen hatte ich irgendwann Mückenlarven drin, die ich dann doch weggegossen habe….Ich muß mir das noch mal durch den Kopf gehen lassen. Toll, was du immer schon alles in deinem Garten umgesetzt hast. Ich staune – oder auch nicht. Schließlich bist du die Bücherfee, die alle Lebewesen im Auge hat, besonders die Kleinen 🙂 Erdige Grüße von mir zu dir!

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      • Tatsächlich war ich bei der Erstsichtung unsicher, ob es nicht irgendwelche Riesenmückenlarven sind, da diese Rattenschwanzlarven fast zwei Zentimeter lang sind. Dank Internetrecherche wurde ich dann eines Besseren belehrt, schöpfte das Wasser nicht aus und ließ die Tierchen in Ruhe.
        Mückenlarven auf dem Balkon wären mir allerdings bei aller Naturliebe doch etwas zu hautnah. 😉
        Sonnenuntergangsgrüße von mir zu Dir!

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      • ^^ Das wollte ich damit zum Ausdruck bringen. Backe an Backe mit Mücken zu leben –
        NÖ!!! Gut, daß du es rausgefunden hast. Manchmal bin ich zu vorschnellem Handeln geneigt, aber ich recherchiere dann doch lieber erst mal und es hat mir schon oft weitergeholfen. Ich sende baldige Mondscheingrüße (hier ists gerade dämmrigdunkel) 😉

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  2. Ulrike, da hast Du den ultimativen Tipp für mich geliefert. Ich danke Dir!
    Mein großes Waldgrundstück hat leider viel zu viel Rasen bzw Moos. Ich habe angefangen, es durch Inseln zu lockern, doch bislang herrscht dort fiese Grasmonokultur.
    Ich bin gespannt, was das Buch mir offenbart 🙂

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    • Es freut mich sehr, lieber Patrick,
      daß meine Buchempfehlung so gut und paßgenau bei Dir ankommt. :mrgreen:
      Ein Waldgrundstück könnte zu schattig für die Installation einer Wildblumenwiese sein, denn Wildblumen haben es gerne licht und warm.
      Doch wie auch immer – wissenswertvolle Hinweise für naturnahes Gärtnern wirst Du diesem Buch zur Genüge finden.

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  3. Der Goulson liegt in der Stabi schon für mich bereit und ich freue mich noch mehr auf das Buch. Der Vorgarten ist schon eine Bienenoase und Wildwiese und ich muss anmerken, dass es auch der Bequemlichkeit dienlich ist, nur zweimal im Jahr zu sensen. 😉
    Margeritengrüße und Maiglöckchengebimmel

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    • Lieben Dank für Deine naturverbundene Resonanz!
      Im Falle des jährlich nur zweimaligen Sensens ist das Bequeme auch das Nützliche, weil sich dadurch die Fortpflanzungszyklen von Wiesenpflanzen und Wieseninsekten besser und ungestörter vollenden können.
      Akeleiblütenrüschengrüße von mir zu Dir :mrgreen:

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    • Liebe Susanne,
      hab‘ Dank für Deine dreifache Zustimmung und Dein Entzücken für natürliches Wildnisgärtern.
      Es freut mich sehr, daß „meine“ Samen sich in Deinen Beeten gut entwickeln.
      Da mein Garten schon gefüllt ist, habe ich einen Teil der Samen, die Du mir geschickt hast, für die große Baumscheibe vor meinem Wohndoppelhaus genutzt, für deren Pflege ich im April die Patenschaft übernommen habe. Dort keimen sie nun schon munter und sind etwa im Kindergartenalter. 😉

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  4. Oh wie cool, liebe Ulrike. Das brauch ich. Wir haben zwar zur Zeit nur zwei Balkone – aber auf längere Frist gesehen, brauchen wir unbedingt (wieder) einen Garten. Was Ohrwürmer angeht … vor denen habe ich mich als Kind regelrecht gefürchtet … aber die gab es im Garten meiner Oma zuhauf. Vielen Dank für diesen tollen Tipp – und die liebevolle Präsentation!! Liebe Grüße aus dem endlich anhaltenden Regen, Bri

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  5. Mit dem Nagekäfer habe ich angefangen und passe jetzt immer auf, ob ein neues Werk von ihm erscheint. Auch wenn ich Vieles nicht selber umsetzen kann, so ist das Wissen darum wichtig, denn man kann es weiterreichen und vor allem auch auf Deine Beschreibung und Empfehlung hinweisen. Das mit den Flohhalsbändern wissen wahrscheinlich die wenigsten Leute.

    Lieber Abendgruß an Dich, Karin

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    • Liebe Karin,
      der Kommentarverlauf offenbart mir heute eine erfreulich große Dave-Goulson-Begeisterung. 🍀
      Ich teile Deine Auffassung, daß man solch wertvolles Wissen sinnvoll weiterreichen kann und soll und ich danke Dir für Deine zugeneigte Leseresonanz!
      Mit einem herzlichen Abendgruß von mir zu Dir

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  6. Sehr gespannt war ich darauf, was du über dieses Buch schreiben würdest, das ich vor etwa sechs Wochen gelesen habe, liebe Ulrike. Äußerst motivierend und überzeugend (wie in all seinen Büchern) kommt er bei mir an und sorgt in meinem Garten sofort für Folgen. Rasen teilweise nicht mehr mähen? Aber bitte, gern! Das sieht tatsächlich sehr interessant und hübsch aus, unser Vorgarten trägt jetzt einen Irokesenstreifen, in dem wilde Veilchen mehr und mehr werden. Das Experiment kann ich wärmstens empfehlen.
    Was mir in deiner Beschreibung ein kleines bisschen zu kurz kommt, ist der liebenswerte Witz, mit dem Goulson schreibt. Über seine Anekdoten habe ich während deren Lektüre ganz oft schallend gelacht.
    Jedenfalls ist dies ein Buch, das (wie alle von dir ausgewählten, natürlich) verdient gelobt und gelesen zu werden. Und befolgt 😊.

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    • Vielen Dank, liebe Ule,
      für Deine differenzierte Rückmeldung.
      Aus meiner persönlichen Gartenpraxis weiß ich, daß sich wilde Veilchen, wenn sie Gelegenheit zum Aussamen bekommen, eifrig ausbreiten. 🌿 🌿 🌿
      Da meine Rezension ohnehin schon recht umfangreich geraten ist, habe ich den amüsanten Schreibstil und die Anekdoten von Dave Goulson vernachlässigt. Doch da Du sie hier noch einmal lobend hervorhebst, kommen sie auf diesem Umwege doch noch zu Wort. 🙂
      Deine Schlußfolgerung, daß es dieses Buch verdient, gelesen, gelobt und befolgt werden, kann ich nur bestätigen. 🍀

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      • O, ich hatte gar nicht vermutet, dass du so adressatenorientiert denkst 😊. Ich sehe da allerdings auch keinen Gegensatz zum Schreiben, wovon das Herz voll ist. Deine Gefolgschaft beweist es ja immer wieder.

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      • Beim Schreiben einer Buchbesprechung konZENtriere ich mich voll und ganz auf das Buch selbst und bemühe mich die wesentlichen ESSENZEN herauszudestillieren und klar zu formulieren.
        Gleichwohl kenne ich inzwischen einige Blog-Mitleser so wie ich früher meine Stammkunden in der Buchandlung kannte, und dann weiß ich schon im Voraus, wer wahrscheinlich auf ein Buch oder ein besonderes Detail fliegt oder nicht.

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  7. Mit Dave Goulson (durch die höchlich empfehlenswerten Leselebenszeichen kennen gelernt) habe ich auch schon sehr bereichernde Leseerfahrungen gemacht. 🙂
    Dieses Buch scheint mir ein sehr willkommenes und notwendiges Gegengewicht zu den immer noch häufig anzutreffenden Vorstellungen zu sein, bei denen ein “gepflegter Garten” sozusagen nach Wohnzimmermassstäben beurteilt wird. Da ist dann auf Teufel komm raus (und der lässt sich nicht zwei Mal bitten) buchstäblich jedes Mittel recht. :/
    Ganz besonders wertvoll scheint mir hier der Hinweis, dass das “Wildlife Gardening” auch auf Klein- und Kleinstflächen möglich ist (auch wenn man beim Blumentopf halt vielleicht schweren Herzens auf die Obstbäume verzichten muss). Gerade für “Nektarinen” sind solche Kleinflächen sogar sehr wertvoll, weil sie eine Vernetzung ermöglichen, die mit größeren aber isolierten Biotopen nicht möglich ist.

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    • Verbindlichen Dank für Deine ausführliche, heiter zustimmende Resonanz und Deine belesene Dave-Goulson-Mitwisserschaft. 🙂
      „Wildlife Gardening“ ist wahrlich ein anregender Gegenpol zum – wie ich es gerne nenne – sterilen Gärtnern. 😉
      Gut, daß Du das Thema Vernetzung erwähnst. Gewiß können auch Klein- und Kleinstflächen für Insekten als wertvolle Nahrungs- und Unterschlupfüber-brückung dienen, solange, bis sie hoffentlich ein angemessen großes Biotop finden.

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      • Ja, steriles Gärtnern trifft es ganz genau.
        Mich faszinieren die Möglichkeiten und Auswirkungen solcher Kleinflächen zunehmend. Und ich finde es auch wichtig, dass darauf auch immer wieder hingewiesen wird. Denn es gibt viele Menschen, die zwar guten Willens sind, aber das Potenzial blühender Fensterbänke, Balkone und Dachgärten unterschätzen.

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  8. Danke für diesen neuerlichen und im doppelten Sinne Apetit anregenden Beitrag. Ich bin sehr glücklich mit meinem großen Garten (Ackerboden) mit alten Apfelsorten, Birnen- und Pflaumenbäumen, Obststräuchern und zwei Weinstöcken in Töpfen. Nichts davon wird gedüngt und der Geschmack des Obstes ist unvergleichlich. Auch Salat und Gemüse pflanze ich an. Und dennoch kann auch ich noch einiges verbessern- Also ist das ein Buch für mich.
    Mein Rasen ist eine Wiese, gedüngt werden nur die Terrassenpflanzen ganz früh vor dem Blühen mit Spezialdünger für Marihuana-Pflanzen, denn die sind sehr empfindlich – ich hab nur! den Dünger. Für die Blumenkästen nutze ich Kaffeesatz. In diesem Jahr habe ich Blumenwiese auch in große Töpfe gesät.
    Wenn dann der Regen mal aufhört, werde ich meinen Garten genießen.

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    • Vergnüglichen Dank, liebe Caroline,
      für Deinen berauschenden Kommentar!
      Was es doch nicht alles für spannende Düngemittel gibt … 😉
      Die Beschreibung Deines reichhaltigen Gartens klingt sehr sympathisch.
      Es freut mich, daß ich Dir das neue Buch von Dave Goulson schmackhaft machen konnte.

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  9. Das mit den Halsbändern wusste ich auch noch nicht. Allerdings versuchen wir ohne diese Gifte auszukommen. Da meine „Vorfahren“ alle schon gern und viel gegärtnert haben, hat sich da ein grosser Wissensschatz angesammelt. Ohrwürmer hausen gern im Stroh in umgedrehten Blumentöpfen auf Stangen die man genau da hinstellen kann, wo man die Nützliche benötigt. Kaffeekannen gehen übrigens auch (gleich mit Insektentränke dabei). Lustige Zaungäste aus Ton ebenso…
    Liebe Grüße
    Nina

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    • Vielen Dank für Deine naturgärtnerisch- erfahrene und kreativ-ohrwürmerfreundliche Rückmeldung, liebe Nina.
      Das mit den Halsbändern habe ich ausdrücklich erwähnt, weil ich mir dachte, daß es doch einige Mitleser betreffen könnte. Gewiß gibt es auch ungiftigere Flohabwehrmittel.
      Liebe Grüße 🙂

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  10. Also dies Buch klingt wie gemacht für mich. Sagt es doch, dass die Natur eh besser weiß, was zusammenpasst.🤓
    Und Flohhalsbänder sind auch für Menschen Gift…hatte ich nie.
    Die Details werde ich mir nochmal genauer anschauen. Liebe verregnete Grüße, Barbara

    Gefällt 4 Personen

  11. Das ist ein Buch nach meinem Geschmack, liebe Ulrike. Einiges setze ich in meinem Garten schon um, aber soviel mehr wäre noch möglich, scheint mir… Ich will ein Retter werden! 😏
    Danke für diesen schönen Lese- und Anpacktipp! Liebe Grüße, Birgit

    Gefällt 4 Personen

    • Es freut mich, liebe Birgit,
      daß ich Deinen Geschmack getroffen und Deinen gärtnerischen Weltrettungsspielraum vergrößert habe. 😉
      Herzlichen Dank für Deine anpackungswillige Resonanz!
      Naturverbundene Grüße von mir zu Dir :mrgreen:

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  12. Liebe Ulrike,
    auch für mich war diesen neue Buch von Dave Goulson wieder eine Bereicherung, wie ich in meinem Blog bereits ausgeführt habe: https://www.elementareslesen.de/dave-goulson-wildlife-gardening/
    Mir gefielen vor allem seine Erläuterungen zu den nützlichen und schönen Nachtfaltern. Zum Glück habe ich eine Wildblumengärtnerei entdeckt, die alle meine Wünsche erfüllen konnte, um Goulsons Tipps zur Falterförderung umzusetzen!
    Herzliche Grüße, Petra

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    • Liebe Petra,
      hab‘ dank für Deine bereichernde Rezensionszugabe und die Erwähnung der Nachtfalter. Ich habe letztes Jahr für die Nachtfalter Nachtkerzen ausgesät und sie haben sich schon gut vermehrt.
      Wie gut, daß Du eine Wildblumengärtnerei in der Nähe hast. Ich greife immer zu samenfestem Bingenheimer Saatgut (DEMETER-Qualität), mit dem ich schon lange sehr gute und reproduktive Erfahrungen mache. https://www.bingenheimersaatgut.de/
      Naturverbundene Grüße von mir zu Dir :mrgreen:

      Gefällt 3 Personen

    • Lieben Dank für Deine Rückmeldung!
      Wie schön, daß meine Rezension sich auf ganz konkrete Weise auf Dich und Deinen unenglischen Rasen auswirkt.
      Ich kann von Rasendünger nur abraten, jedenfalls wenn Du wenigstens stellenweise insektenfreundliche Wildblumen haben möchtest, denn die meisten Wildwiesenblumen sind auf magere Böden spezialisiert.
      Alternativ könntest Du an den Stellen, wo Du mehr Rasengrün sehen möchtest, gezielt und in haushaltsüblichen Mengen Kaffeesatz ausbringen, der düngt auch und kostet nichts.

      Gefällt 3 Personen

  13. Liebe Ulrike,

    ein sehr spannendes Thema! Ich finde ja, für Bienen, Hummeln und Co. kann man nie genug tun. 🙂 Und hier sind ja tatsächlich auch noch viele Punkte drin, die selten angeführt werden und an die der Otto-Normal-Gärtner absolut nicht denkt, z. B. der Punkt mit dem Anti-Floh-Mittel von Hund und Katz. Ich selbst habe keinen Garten, aber sollte ich irgendwann in der fernen Zukunft einmal einen besitzen, werde ich mich hoffentlich an solche relevanten Punkte erinnern. 🙂 Danke dir also für die – wie immer sehr detaillierte und anschauliche – Vorstellung!

    Viele Grüße
    Kathrin

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    • Verbindlichen Dank, liebe Kathrin,
      für Dein aufmerksames und natürlich-aufgeschlossenes Lesen und Deine Wertschätzung meiner Rezensionsqualität! :mrgreen:
      Mir ist die ausgesprochen ganzheitlich-umfassende Betrachtungsweise des Autors zum Bienenschutz ebenfalls sehr positiv aufgefallen.
      Regentropfige Grüße von
      Ulrike

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