Die unsichtbaren Welten mikroskopisch kleiner Tiere

  • von Hélène Rajcak und Damien Laverdunt
  • Originaltitel »Les mondes invisibles des animaux microscopiques«
  • Wissenschaftliche Berater:
  • Cédric Hubas und Christine Rollard vom
  • Nationalen Naturkundemuseum in Paris
  • Aus dem Französischen von Edmund Jacoby
  • Verlagshaus Jacoby & Stuart   Februar 2017 www.jacoystuart.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 25 x 32 cm
  • Mit 10 Ausklappseiten
  • durchgehend farbig
  • 22,00 € (D), 22,70 € (A)
  • ISBN 978-3-946593-27-0
  • Kindersachbuch ab 9 Jahren

KLEINE WELTEN – GROSSES STAUNEN

Buchbesprechung  von Ulrike Sokul ©

Dieses sorgfältig gestaltete Sachbuch gewährt uns faszinierende Einblicke in mikro-skopische Weltenräume, die mit dem bloßen Auge kaum oder gar nicht zu erkennen sind. Die präzise gezeichneten Mikroorganismen werden in bis zu 150facher Vergrößerung in ihrem jeweiligen Biotop dargestellt.

Wir besichtigen zehn verschiedene Lebensräume, in denen sich Mikroorganismen tummeln. Vom „Wasserballett des Planktons“ geht es zum Strand und von dort zum Meeresgrund. Weitere drei Lebensräume, die uns die Mikroorganismen sehr nahe bringen, sind das heimische Bett (Hausstaubmilbe & Co), die menschliche Haut und die Küche. Draußen geht es  weiter mit dem Waldboden, dem Moosbewuchs an Baum-stämmen, stillen Tümpelgewässern und dem strömenden Flußbiotop.

Mikroorganismen erfüllen unzählige lebensdienliche Aufgaben, wie beispielsweise für die Bildung von Humus (Hornmilben, Springschwänze, Rollasseln) oder die Sauerstoff-produktion (Kieselalgen). Manche sind aus menschlicher Perspektive auch lausig lästig und unangenehm (Flöhe, Krätzmilben, Zecken).

Einige Mikroorganismen, wie beispielsweise das nur 0,4 mm große Bärtierchen oder das nur 0,2 mm kleine Korsettierchen, nennt man extremophil, weil sie über eine Anpass-ungsfähigkeit verfügen, die sie extreme Temperaturen und Druckverhältnisse und sogar Sauerstoffmangel sowie absolute Dunkelheit überleben läßt.

Illustration aus „Die unsichtbaren Welten mikroskopisch kleiner Tiere“ von Hélène Rajcak und Damien Laverdunt © Verlagshaus Jacoby & Stuart 2017

Infotafel aus „Die unsichtbaren Welten mikroskopisch kleiner Tiere“ von Hélène Rajcak und Damien Laverdunt © Verlagshaus Jacoby & Stuart 2017

Anschauliche Szenenwechsel vom Makrokosmos zum Mikrokosmos führen den Betrachter von Doppelklappseite zu Doppelklappseite in verborgene Kleinstlebens- räume und ihre Bewohner ein. Deren körperlich oft bizarr anmutende Gestalten werden hier in bunter, detaillierter Formenvielfalt wiedergegeben. Ein kurzer Einführungstext erklärt das jeweilige Mikroökosystem, und numerierte informative Steckbriefbe- schreibungen der dazugehörigen Mikroorganismen helfen beim Zuordnen und Wiederfinden auf dem szenischen Wimmelbild des Minibiotops.

Die verwendete Maßstabgröße wird jedesmal deutlich angegeben und eingezeichnet. Besonders anschaulich werden die Größenordnungen jedoch illustratorisch beispiels-weise beim vergleichenden Nebeneinander eines Salzkornfelsens und einiger Staubmilbchen – das öffnet dem aufmerksamen Betrachter wirkungsvoll die Augen fürs Unsichtbare.

Ein lexikalischer Anhang erläutert alle Fachbegriffe, die zuvor zur Sprache gekommen sind, und zeigt auf Schautafeln Milben, Krebstiere und Protisten* sowie eine kleine Geschichte der Mikroskopie von mittelalterlichen Lesesteinen (Lupen) bis zum Elektronenmikroskop.

„Die unsichtbaren Welten mikroskopisch kleiner Tiere“ vermittelt durch die spannende zeichnerische Inszenierung und die leicht zugängliche Textbe- gleitung auf lebhafte Weise Wissen, Bewunderung und Respekt für die Vielfalt des Lebens, das seit eh und je vom Kleinen zum Großen und vom Großen zum Kleinen kreist.

Wenn Sie dieses Buch für Ihr Kind oder Enkelkind kaufen, kalkulieren Sie in weiser Voraussicht schon einmal die Kosten für ein Mikroskop mit ein …

 

*Protisten sind einzellige, aquatische Lebewesen, die nicht eindeutig dem Tier- oder Pflanzenreich zugeordnet werden können. Dazu gehören u.a. Amöben, Foraminiferen, Glockentierchen, Pantoffeltierchen und Rädertierchen.

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
http://www.jacobystuart.de/buecher-von-jacoby-stuart/kinder-jugendsachbuch/kindersachbuch/die-unsichtbaren-welten-mikroskopisch-kleiner-tiere/

Die Autoren & Illustratoren:

»Hélène Rajcak ist 1981 geboren. Sie hat in Paris Illustration und Textildesign studiert und arbeitet dort heute als Illustratorin für die Presse und für Kinderbücher.
Damien Laverdunt ist 1978 geboren. Er hat Angewandte und Dekorative Kunst studiert, lebt und arbeitet in Paris als Autor, Zeichner und Grafiker und lehrt Angewandte Kunst an einem Gymnasium.«

 

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/

 

 

 

 

 

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56 Kommentare zu “Die unsichtbaren Welten mikroskopisch kleiner Tiere

    • Vielen Dank für Deine altersunabhängig-aufgeschlossene Betrachtungsweise.
      Selbstverständlich hast Du auch als erwachsene Leserin einen Erfahrungsgewinn, wenn Du Dich auf ein Kinder(sach)buch einläßt. Ich mache dies schließlich auch, wenn ich eine solche Buchbesprechung schreibe und habe es bisher noch nie bereut. 🙂

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  1. Hallo Ulrike,
    ein sehr informatives Buch, das eben auch den Nachwuchs für die Thematik sensibilisiert. Was mich allerdings wundert: Erwachsene reagieren oftmals dazu mit „widerlich!“, „jetzt kribbelt es bei mir überall“. Dabei gehören doch auch kleinste Individuen in unser Leben.

    Viele Leser meines derzeit letzten Artikels „Klimawandel lockt exotische Mücken und Zecken nach Deutschland“ im oekobeobachter haben sich übrigens in ihren Kommentaren ganz ähnlich geäußert.

    Dir liebe Grüße vom Paul 👍

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    • Lieber Paul,
      manche Menschen können sich wohl nicht so leicht von den anthropozentrischen Sehgewohnheiten lösen und reagieren schon auf die ungewohnte Körperlichkeit der Mikrolebewesen mit abwehrendem Fremdeln, selbst wenn sie für den Menschen und die Mitwelt lebenswichtig sind.
      Dir herzlichen Dank für Dein naturverbundenes Leseecho und liebe Grüße von mir an Dich 🙂

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      • Liebe Ulrike,
        wunderbar von Dir formuliert! So wäre mir das nicht von der Feder gegangen.
        Herzlichen Dank für Deine rasche Antwort.
        Aber Du hast Recht: leider ekeln sich manche Zeitgenossen aus ganz verständlichen Gründen vor unscheinbaren oder gefährlichen Wesen, weil sie den Bezug zu ihnen verloren haben. Und große Zusammenhänge weniger gut verstehen.
        Vielleicht gelingt es uns durch Buchbesprechungen und Artikeln zu diesen Themen, daran etwas zu ändern. Oder zumindest ein wenig deren Standpunkte zu verschieben.
        Dir noch schreibfreudige, produktive Stunden!
        Herzliche Grüße vom Paul 😃

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    • Vielen Dank für Deinen Kommentar. Es freut mich, daß ich Dir eine paßgenaue Buchempfehlung für ein Enkelkindgeschenk servieren konnte. Für Kind mit regem Interesse an Biologie ist dieses Sachbilderbuch genau richtig.

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  2. Eigentlich dürfte man sich nie einsam vorkommen bei dem Gewimmel. Mich hat das Zusammenspiel schon immer fasziniert, bis auf die Existenz der Zecke, die schon sehr viel Leid über Menschen gebracht hat, die ich kenne. Auf die könnte ich spielend verzichten. Das Buch ist definitiv was für mich. Herzallerliebste Grüsse, Ann

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    • *lach* Da ist was dran, liebe Ann,
      eigentlich sind wir nie wirklich allein, es mangelt nur an der Sichtbarkeit und an konstruktivem, kommunikativem Kontakt mit den mikroorganismischen Massen an und um uns. 😉
      Deine Abneigung gegen Zecken verstehe ich. Sie bergen ernsthafte Gesundheitsgefahren für Menschen (und Tiere), obwohl sie tatsächlich einfach nur ihr Leben leben.
      In diesem Buch befinden sich zum Glück jede Menge Mikroorganismen, die ungefährlich und sehr lebensdienlich sind.
      Herzallerliebste Grüße auch von mir zu Dir

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  3. Guten Morgen liebe Ulrike! Das Mikroskop ist vorhanden und natürlich ein Betrachtungsglas 😉 Schwerer ist es allerdings, diese kleinen Wesen abzulichten und diese zum stillhalten zu bewegen 😀 Danke für die interessante Buchvorstellung!

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    • Toll, was Du alles vorrätig hast, lieber Arno, 😉 und vielen Dank für Deine Rückmeldung.
      Tja, wie man die kleinen Wesen zum Stillhalten und zum in die Kamera Lächeln bringt, weiß ich auch nicht – da gibt es bestimmt eine chemische Lösung oder man greift halt zum Bleistift. :mrgreen:

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  4. Auch ich reihe mich in die Begeisterung für dieses Buch mit ein. Im entsprechendem Alter ist das auch was für den Enkelfratz, der hat seine Leselupe schon jetzt immer im Einsatz und natürlich laufend verlegt. Dir einen herzlichen Gruss, Karin

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    • Liebe Karin,
      ich bin angenehm überrascht, daß sich hier ein solch großer Mikroorganismen-Fanclub auftut.
      Daß Dein Enkelfratz laufend seine Leselupe verlegt, finde ich echt putzig, wo man dieses Verhalten doch eher der älteren Generation nachsagt.
      Herzensgruß von mir an Dich

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      • Früh übt sich🤗 Ende September feiern wir seinen 4.Geburtstag bei mir, er hat es sich gewünscht und dann gehen wir zu den Dinosauriern. Ich bin gespannt, wie er die Grösse verkraftet. Dir auch einen sehr lieben Gruss in die Nacht, Karin

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  5. Wie so oft bedaure ich, daß ich als Kind kein Interesse für diese Art Buch hatte. Aber glücklicherweise ist es ja immer noch nicht zu spät, dazuzulernen (das sind bestimmt zwei Wörter, aber irgendwie gefällt es mir so).
    Ich danke Dir für eine weitere horizonterweiternde Rezension, liebe Ulrike, und hoffe, daß der Schlaf nicht zu kurz kam. 😊

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  6. Liebe Ulrike, wo du immer wieder diese kleinen feinen wunderbaren Schätze hervorzauberst, ist mir ein Rätsel. Das Buch sieht toll aus und ist bestimmt total spannend und schön anzusehen 🙂 Huch, jetzt kribbelts 😉 Zartfühlerige Grüße von mir zu dir!

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    • Liebste, nachtschwärmerische Almuth,
      es ist wohl eher so, daß die Bücher mich finden, als daß ich sie suche bzw. es ist eine unsichtbare, buchhändlerische Buchfühlerantenne 😉 , die mit jedem Jahr Berufserfahrung wächst.
      Verbindlichen Dank für Deine zugeneigte Resonanz.
      Bücherfeenstaubige Gutenachtgrüße von mir zu Dir :mrgreen:

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      • Schön, daß die Bücher dich finden. Ja, manche Dinge kommen einfach zu einem, wie es scheint. Ich sehe gerade deinen vorigen Artikel, den ich morgen noch mal in wachem Zustand ausgiebig lesen muß. Höchst spannendes Thema, auf daß ich mich schon freue 🙂 Humosige Grüße zur Nacht 🙂

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    • Herzlichen Dank für Deine Rückmeldung.
      Wie tapfer von Dir, liebe Katrin,
      daß Du trotzdem unter dieses Kribbel-Gewimmel einen Kommentar geschrieben hast. 😉 Dann solltest Du lieber Abstand halten. Lektüre sollte Dir wohltun und Dich nicht belasten. :mrgreen:

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      • Ich sehe das auch so. Obwohl… zur Zeit lese ich ja „Die Geschichte der Bienen“. Das macht Spaß zu lesen! Der Schriftsatz ist sehr angenehm zu lesen. Ich lese immer nur kurze Abschnitte. Es ist das erste „echte“ Buch nach über 5 Jahren Lesepause wegen der vielen Augenprobs wegen der Multiplen Sklerose. Ich war früher so ein Bücherwurm! *seufz*

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      • „Die Geschichte der Bienen“ habe ich letztes Jahr gelesen und ich habe die Typographie auch als recht lesefreundlich in Erinnerung.
        Das mit Deinen Augenproblemen ist wirklich ein Verlust, wenn Du früher so gerne gelesen hast. Kannst Du Dich denn mit Hörbüchern anfreunden? Das wäre doch eine Alternative, wenn das Lesen zu anstrengend ist.

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  7. Hihi, ja, ohne Mikroskop sollte man so ein Buch nicht verschenken. Ich erinnere mich gerne an Mikroskopieren als Kind, Haare und Wassertropfen waren da meine Lieblingsobjekte. Wassertropfen habe ich mir auch als Erwachsene immer gerne angesehen. Ein sehr feines Buch!

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    • Mich hat bei der Auswahl dieses Buches auch sogleich das detailreiche, farbenfrohe Titelbild angesprochen.
      Und es stimmt, daß man auch als erwachsener Leser wissensbereichert aus dieser Lektüre hervorgeht.
      Danke für Dein zugeneigtes Echo!

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  8. Oh, wie toll!! Eigentlich fühle ich mich auch wie in einem solchen Biotop, es wuselt um mich herum und einige Wusler sind sehr eigentümlich :)))). Vielen Dank; mein eines Oktoberkind liebt ‚Wisserbücher‘, da kommt das gerade recht! Seltene, aber allerbeste und -herzlichste Grüße,Wanja

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    • Liebe, seltenheitswerte 😉 Wanja,
      vielen Dank für Deine lebhafte Resonanz und die feine kindliche Formulierung „Wisserbücher“.
      Es freut mich, daß sich meine Buchempfehlung gerade gut zu Deinem Oktoberkind fügt.
      Herzensgruß von mir zu Dir ❤

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