Federnlesen

  • Vom Glück, Vögel zu beobachten
  • von Johanna Romberg
  • mit Illustrationen von Florian Frick
  • Lübbe Verlag  Februar 2018     http://www.luebbe.de
  • gebunden mit Schutzumschlag und LESEBÄNDCHEN
  • 304 Seiten
  • 24,00 €
  • ISBN 978-3-431-04088-3


B E F L Ü G E L N D

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Johanna Romberg erzählt uns mit „Federnlesen“ ihre persönliche ornithologische Biographie. Von Kindheit an sowie seit ihrem ersten Vogelbestimmungsbuch „Was fliegt denn da?“ ist die Autorin stets lebhaft interessiert an der Vogelbeobachtung geblieben.

Sie ist keine Ornithologin, sondern schreibt als begeisterte und engagierte Amateurin über die Vögel, denen sie begegnet ist, die für sie mit besonderen Erlebnissen, freudiger Entdeckerlust sowie naturschützerischer Sorge verbunden sind. Auch auf den Vogelge-sang – „das Beobachten mit den Ohren“ – geht sie immer wieder animierend ein.

Die Autorin stellt uns eine übersichtliche Auswahl weitgehend alltäglicher Vögel vor, damit der Lektüre schnell praktische eigene Beobachtungen folgen können. Manche Vogelportraits, wie solche von Kohl- und Blaumeisen, Heckenbraunellen, Mauerseglern, Ringeltauben, Rotkehlchen und Zaunkönig ergeben sich sozusagen vor der Haustür und im eigenen Garten. Für andere, wie beispielweise Blauracken, Bienenfresser und Elfenbeinspecht, nimmt uns die Autorin mit auf Ausflüge zu Vogelexperten, die sie interviewt, oder zu Exkursionen, wie beispielsweise zu den Scillie-Inseln vor der Südwestspitze Cornwalls, wo viele und vielfältige Zugvögel pausieren und auch so mancher vom Winde verwehter Exot strandet.

Von passionierten Vogelbeobachtern, mit denen sich die Autorin auf den Scillies aus-tauscht, lernt sie den Ausdruck „Jizz“, der die Überschrift bildet für eine kombinierte Wahrnehmung von Größe, Form und Farbgebung der Vögel sowie für die unverkennbare Körpersprache, das Flugverhalten, die Art, sich auf dem Boden zu bewegen (hüpfend oder schreitend) kleine Ticks, wie Schwanzwippen oder Knicksen. Wer durch stetes Üben einen Blick für den Jizz entwickelt hat, kann also vertraute Vogelarten durchaus im Vorübergehen bzw. -Fliegen bestimmen.

Illustration von Florian Frick © Lübbe Verlag 2018

Die Vogelbeobachtung schenkt Lebensfreude und sinnlich-meditative, angenehm-selbstvergessene Naturerlebnisse. Wer sich der Vogelbeobachtung widmet, tritt in eine Beziehung zu Vögeln und  auch zu Pflanzen, Insekten und Landschaften, welche die Lebens- und Ernährungsgrundlage für Vögel sind. Da liegen berechtige Sorgen um den drastischen Rückgang der Vogelpopulation nicht fern – Europa hat seit 1985 ein Drittel seiner Vögel verloren, in Zahlen sind das 421 Millionen.

Zu den zerstörerischen Faktoren gehören in diesem Zusammenhang die industrielle Intensivlandwirtschaft mit Gift, Gülle und Monokulturen, die allgemeine Zersiedelung und die gnadenlose Vogeljagd, die immer noch in einigen Ländern praktiziert wird sowie der Klimawandel. Tja, und beim Stichwort Klimawandel kommen wir zum Dilemma der Windkraftanlagen.

Johanna Romberg zitiert die von den Forschern der PROGRESS-Studie ermittelten Zahlen der Schlagopfer an Windkraftanlagen. Die bisherigen Zählungen zeigen, daß es Vögel gibt, die den Rotoren ausweichen (dazu gehören Singvögel, Gänse, Schwäne, Kraniche und Rabenvögel sowie die meisten Zugvögel), und andere, die die Opferstatistik anführen. Den ersten Platz der „Pechvogelstatistik“ belegt die Ringeltaube, den zweiten die Stockente und den dritten der Mäusebussard, und auch der Rotmilan gehört zu den häufigen Schlagopfern.

Da Mäusebussard und Rotmilan zu den langlebigen Vögeln gehören, sind sie später geschlechtsreif und bekommen wenige Junge. In einer natürlichen Umgebung ist dies eine sinnvolle Fortpflanzungsstrategie, zumal sie als Raubvögel kaum natürliche Feinde haben. Doch die künstlichen Lebensrisikofallen bedrohen durch jeden einzelnen Todesfall den Bestand dieser Art. http://bioconsult-sh.de/de/projekte/progress/

Es wäre wünschenswert, wenn sich Naturschützer und Windkraftplaner gemeinsam auf die Suche nach Lösungen machten. Es sollte genug Gebiete ohne Windkraftanlagen geben und großzügige Mindestabstände zu Raubvogelhorsten. Zudem ist eine Reformierung der Verkehrspolitik – mehr Schienen als Autoverkehr – sinnvoll. Tatsächlich ist die Zahl der Bussarde und Milane, die beim Aasfressen auf Schnellstraßen zu Tode kommen, noch gar nicht bekannt.

Jedes Kapitel von „Federnlesen“ knüpft an eine persönliche Erfahrung der Autorin an, speist sich aus Erinnerungen an Vogelerlebnisse und führt von dort in die Gegenwart einer bestimmten Vogelart. Diese Vorgehensweise wird dem Thema und dem Anliegen des Buches gerecht. Denn nur wer die Natur und bestimmte Lebewesen der Natur kennt, wertschätzt, ja, eine persönliche Beziehung und Zuneigung zu ihnen entwickelt, wird sich dafür interessieren, daß sie weiterleben können, daß es sie in Zukunft auch noch geben wird und sich Kinder und Kindeskinder ähnlich daran erfreuen wie wir.

So streift die Erinnerung der Autorin zu den Mauerseglern, deren Brutpflege sie in ihrer Kindheit durch die Aussicht auf ein altes Backsteinhaus, dessen Fassade den Luftakro-baten Nistnischen bot, gerne und oft beobachtete. Nachdem das Haus renoviert und neu verputzt worden war, fanden die Mauersegler im nächsten Mai keinen Nistraum mehr vor und flogen tagelang suchend die Fassade des Hauses ab. Dies führte dazu, daß die Autorin als Kind einen Leserbrief schrieb und um architektonische Berücksichtigung von Mauersegler Bedürfnissen bat.

Dieser Kindheitserinnerung folgt schließlich der Bericht über eine Reise nach Frankfurt zu einer Vogelklinik, die seit ihrer Gründung darauf spezialisiert ist, verletzte und geschwächte Mauersegler zu behandeln und zu retten. https://www.mauersegler.com/society/

Illustration von Florian Frick © Lübbe Verlag 2018

Insgesamt flattern mehr als 150 Vogelarten durch dieses Buch, einige kommen nur streiflichternd als Statisten vor, andere ausführlich-beschaulich als Hauptdarsteller.

Jedes Kapitel ist mit einem sehr schönen, stimmungsvollen naturalistischen Vogelaquarell von Florian Frick illustriert, und die Vorsatzblätter werden von aquarellierten Vogelfedern geschmückt. Die hochwertige Buchge- staltung setzt sich zudem in der bemerkenswert schmeichelgriffigen Papierqualität, der lesefreundlichen Typographie und dem bordeauxroten Lesebändchen fort.

„Federnlesen“ ist eine persönliche Naturkunde, die ihre Leser für Vogel- beobachtung begeistern und zum Vogelschutz animieren möchte – beides gelingt. Dabei ist das Buch äußerst angenehm und spannend zu lesen, ohne mit zu viel Fachwissen zu überfordern. Die Kombination aus konzentrierten klaren Informationen und subjektiver Naturerfahrung  vermittelt mit Gefühl und Verstand sowohl nützliches Wissen als auch konstruktive Anregungen zur persönlichen Mitwirkung beim Vogelschutz sowie zur Praxis der Vogelbeobachtung.

 

PS
Es gibt nur eine sprachstilistische Kleinigkeit, bei der ich der Autorin nicht zustimme. Sie regt an und praktiziert es auch gelegentlich in ihrem Text, für den deutschen Begriff der Vogelbeobachtung den im englischen Sprachraum üblichen Begriff „birding“ einzuführen. Angesichts meiner akutchronischen Anglizismenallergie stößt diese Formulierung bei mir auf einen gewissen Widerstand. Ich habe es wahrlich bedauert, daß der Begriff „vögeln“ leider, leider schon anderweitig belegt ist und sich im orinithologischen Sinne wohl nicht so leicht durchsetzen wird – außer bei Scherzvögeln.

 

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/natur/federnlesen/id_6061610

 

Die Autorin:

»Johanna Romberg, Jahrgang 1958, wuchs im Ruhrgebiet auf. Sie studierte Schulmusik und Hispanistik in Köln und Sevilla, bevor sie 1985/1986 die Henri-Nannen-Schule besuchte und sich zur Journalistin ausbilden ließ. Seit 1987 ist sie Redakteurin und Autorin des Magazin GEO. Für ihre Reportagen wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem zweimal mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis, dem Georg von Holtzbrinck-Preis für Wissenschaftsjournalismus und dem Journalistenpreis der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Johanna Romberg hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Mann in der Lüneburger Heide.«

Der Illustrator:

»Florian Frick ist ein freischaffender Künstler aus Berlin mit den beruflichen Schwerpunkten Illustration, Design und Modellieren … «
Für mehr Information lohnt ein Besuch seiner Webseite: www.monstershome.com

 

Querverweis:

Federnlesen ergänzt sich gut mit dem poetisch-philosophischen Biologie-Buch „Alles fühlt“ von Andreas Weber, in dem die wechselwirksame Verbundenheit von Mensch und Natur zu einem ganzheitlichen und demütigen menschlichen Selbstverständnis führt. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/10/01/alles-fuhlt-neuausgabe/

Und auch das Handwörterbuch der Vogellaute von Peter Krauss bietet sich zur naturverbundenen, vogelgesangsspezifisch-wortschatzerweiternden Abrundung an: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/10/02/singt-der-vogel-ruft-er-oder-schlaegt-er/

 

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/
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39 Kommentare zu “Federnlesen

  1. Ganz große Klasse!
    Das steht jetzt schon auf meiner Wunschliste.
    Danke für die Vorstellung, Ulrike. Ich bin ja ein leidenschaftlicher Vogel Sammler, was natürlich nicht jedem gefällt. Doch führt mich die Sammel Leidenschaft immer wieder auf lange Ausflüge, allein oder mit NABU Gruppen zum Beispiel.
    Ich nenne das weder ‚vögeln‘ lol, noch ‚birding‘, ich nenne das Vögel ’schnappen‘.
    Liebe Grüße und nochmal vielen Dank,
    Brigitte

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  2. Federnlesen, was für ein wundervoller Begriff, liebe Ulrike
    Es scheint mir ein ganz besonderes Buch zu sein, alleine schon, wenn ich mir die Zeichnungen ansehe, die nach sehr liebevoller Beobachtung und großem Können aussehen
    Herzliche Grüße von Bruni an Dich

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  3. Liebe Ulrike,
    besten Dank für diesen Tipp. Ich suchte nämlich ein Geburtstagsgeschenk für eine Naturfreundin. Das Buch ist sicherlich gut geeignet für sie.
    Es ist wirklich hilfreich auf deinem Blog vorbei zu fliegen und „Leckerbissen“ aufzupicken.
    So trillere ich Dir wieder mal ein Jubellied!
    Herzlich Heidrun

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      • Liebe Ulrike
        das Buch kam endlich bei einer persönlichen Begegnung „an die Frau“. Die Freude war groß! Was ich nicht wusste war, dass sie sich ganz neu den Vögeln zugewandt hatte, mit Nistplätzen im Garten etc. Es passte also Spitze! So ein Volltreffer freut mich natürlich riesig!
        Liebe Grüße von Heidrun

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  4. Das hört sich nicht nur nach einem sehr schönen Buch an, das sieht auch so aus. Was für wunderschöne Darstellungen!! Mir rutscht zwar auch schon immer öfter was Englisches heraus, aber sonst gehts mir wie dir, man muß doch nicht alles „einenglischen“. Ich schließe mich an: „Federn lesen“ wäre eine schöne Bezeichnung 🙂 Auch im doppelten Sinne. Gefällt mir ausnehmend gut! Vielen Dank für diesen schönen Ausflug in die Vogelwelt, so treffend von dir in Worte gefaßt 🙂 Nächtlich-verzauberte Grüße von hier!

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    • Herzlichen Dank für Deine harmonisch-nachtschwärmerische Resonanz zum Federnlesen und Federn lesen! 😉
      Gerne bestätige ich Dir, daß bei diesem Buch Verpackung und Inhalt angenehm korrespondieren.
      Es freut mich, daß Dir meine Empfehlung ebenso gut gefällt wie das Empfohlene.
      Beflügelte Gutenachtgrüße von mir zu Dir! :mrgreen:

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  5. Liebe Ulrike, ich bin sehr dankbar dafür, dass wir in und um Marburg Falken, Milane, Bussarde und Eulen haben und die jederzeit beobachten kann. Hin und wieder bekomme ich welche vor die Linse, aber fast alle Vögel sind weghuschende Schatten und man sollte schon Geduld mitbringen, um die Nachkommen der Dinosaurier in Ruhe beobachten zu können. Es lohnt sich aber auf jeden Fall und ist nie Zeitverschwendung! Danke für die wunderbare Buchvorstellung.

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    • Lieber Arno,
      verbindlichen Dank für Dein vogelfreundliches, fotogenes Echo auf meine Buchbesprechung!
      Falken, Milane und Bussarde haben wir in Solingen ebenfalls, wahrscheinlich auch Eulen, aber die sind nachtaktiv und nicht so offensichtlich.

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  6. Von einem Tag auf den anderen den mannigfaltigen Gesang der Vögel im Garten wahrnehmen – das ist wahrer Luxus und der Auslöser eines beglückenden Frühlingsgefühls. Vögel beobachten, das ist eine Sache – die ich auch gerne mache – aber den Kopf in den Nacken legen, die Augen schließen und in die Vogelwelt hineinhören – das ist für mich wichtiger, da wir, glaube ich, im Alltag dem Hören (und dem Riechen) nicht so viel Beachtung schenken.

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    • Vielen Dank für Deine akustische Resonanz.
      Vogelgesang ist wahrlich ein wesentlicher Bestandteil eines beglückenden Frühlingsgefühls, da stimme ich Dir gerne zu.
      Hören kann ich stets besser, wenn ich die Augen schließe, also geHÖRT das Lauschen für mich ebenfalls zur Vogelwahrnehmung dazu.

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  7. Deine Begeisterung für dieses schöne Buch hat mich mal wieder angesteckt. Zudem hat mich die Zeichnung auf dem Buchtitel gepackt. Da werde ich mich gleich mal auf der Homepage des Illustrators umschauen.
    Mir kräuseln sich übrigens auch etwas die Fußnägel bei allzu vielen Anglizismen, wobei „birding“ wirklich ein ganz niedliches Beispiel für die Schwierigkeiten im Umgang mit Sprache und passende Übersetzungen ist.
    Herzliche Grüße
    Agnes

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    • Wie schön, liebe Agnes,
      daß ich Dich mit dem „Federnlesen“ infizieren konnte.
      Ich finde die Zeichnungen auch ganz ausgezeichnet! 😉
      Die Autorin verwendet keineswegs viele Anglizismen, nur eben dieses „birding“, das im englischsprachigen Raum üblich ist und das sie wegen seiner prägnanten Kürze bevorzugt.
      Herzliche Grüße auch von mir zu Dir
      Ulrike

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  8. Liebe Ulrike,

    Um andere Vögel als Amseln oder Meisen zu beobachten muss ich inzwischen immer tiefer in den Wald – die Vogelpopulationen nehmen kontinuierlich ab. Darum erscheint mir Fee so ein Vogelbeobachtungs-Buch inzwischen wie ein Märchenbuch. Vor ein paar Tagen träumte ich, ich sei eine uralte Feefrau und ich saß auf einem Berg mit einem Kind und ich zeigte ihm ein Buch wie dieses. Es war im Traum Frühling so wie jetzt doch der Himmel war leer und still. Der kleine Junge lief um zu spielen, ich saß und betrachtete wehmütig die Vogelbilder, erinnerte mich an die Vögel, die ich noch kannte bevor alle ausstarben.
    Der Junge kehrte aufgeregt zurück. Ich stand mühsam auf und folgte ihm. Er zeigte auf ein Gebüsch. Darin hockte ein Vogel, etwa so groß wie eine Amsel und so bunt wie ich nie einen Vogel sah – doch das Schönste für mich war, dass er noch lebte.
    Es war ein Wunder wie es nur Träume können.
    Liebe Morgengrüße von der Fee 🧚‍♀️🌀✨

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    • Liebe Fee,
      hab‘ Dank für Deine naturverbunden-märchenhafte Resonanz und das Mitteilen Deines Traumes.
      Zwar sind in meiner näheren Umgebung (ich wohne am Stadtrand) neben Amseln und Meisen noch Rotkehlchen, Gartenrotschwanz, Zaunkönig, Heckenbraunelle, Distelfink, Grünfink, Specht, Baumläufer und Star anzutreffen, dennoch gab es von all diesen Vögeln einst deutlich mehr.
      Immerhin wird in meinem Garten jedes Jahr gebrütet! 🙂
      Liebe Abendsonnengrüße von der Bücherfee 🍀

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  9. Huhu, na,das ist ja ganz nach meinem Geschmack – bin ich doch leidenschaftliche Vogelbeobachterin! Vermutlich wirke ich immer schon etwas schrullig, wenn ich auf dem Weg in die Stadt bestimmte Bäume anstiere, in der Hoffnung einen Gartenbaumläufer zu erspähen 😉 Deshalb danke für die ausführliche Besprechung.
    Habe schon häufiger gelesen,dass Windräder eine echte Gefahr für Vögel und auch für Fledermäuse darstellen. Das stimmt mich traurig, da Windenergie ja eigentlich eine gute Sache ist. Offenbar können wir nichts auf der Erde tun, ohne anderen Lebewesen etwas wegzunehmen…

    Zum Ende hin nachdenkliche Grüße
    Alex

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    • Liebe Alex,
      vielen Dank für Dein ausführliches Echo und die nette Beschreibung Deiner vogelliebhaberischen Schrulligkeit. 😉
      Ich stimme Dir zu, das Thema Windenergie zeigt wieder einmal, wie überaus komplex wir die Lebensbedürfnisse und Verhaltensweisen unserer Mitgeschöpfe bei unseren Einmischungen in die Natur miteinbeziehen müssen, um möglichst wenig bis keinen neuen Schaden anzurichten.
      Naturverbundene Grüße von
      Ulrike

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  10. Liebe Ulrike. Danke für den tollen Tipp! Ich werde (!) das Buch lesen und vor allem der Aspekt der Windkraftanlagen spricht mir aus der Seele. Sind es doch u.a. auch viele Naturschützer, die immer mehr davon fordern. Aber auch ohne diesen Aspekt spricht mich das Thema „birding“ sehr an (sorry 😉 ). Liebe Grüsse, Ulrike

    Gefällt 1 Person

  11. Liebe Ulrike,
    wenn ich Dich jetzt etwas ärgern wollte würde ich behaupten, Du hättest mit dieser Vorstellung einen Home-run erzielt, doch das werde ich Dir nicht antun. 🙂
    Das Buch möchte ich unbedingt lesen, werde vielleicht diesen Sommer in Deutschland dazu kommen!
    Ich tu mir auch immer etwas schwer, „birding“ ins Deutsche zu übersetzen und benutze oft scherzhaft das von dem Nomen „Vögel“ abgeleitete Verb, doch konsterniert das einige Nichtganzsovogelbegeisterte. 🙂

    Gefällt 3 Personen

    • Liebe Tanja,
      Du darfst mich gerne ein bißchen mit Anglizismen ärgern, ich bin da nicht dogmatisch, aber konsequent in der Liebe und Anhänglichkeit an meine Muttersprache (obwohl die strenggenommen sogar Englisch wäre, da meine Mutter aus England stammt). Deutsch ist die Sprache, in der ich einfach zu Hause bin und mich am besten auskenne.
      Es freut mich, daß Dir das vom Nomen „Vögel“ abgeleitete Verb ebenfalls scherzhaft über die Lippen kommt, und ich danke Dir für Dein lebhaftes Leseinteresse. 🙂

      Gefällt 1 Person

      • Ich bin einsprachig aufgewachsen – tatsächlich hätte ich sogar dreisprachig aufwachsen können, da mein Vater aus der Türkei stammt. Aber damals (ich bin Jahrgang 1964) glaubte man noch, es verwirre Kinder, wenn sie mit mehreren Sprachen groß werden. Manchmal bin ich betrübt über dieses pädagogische Versäumnis, doch dann fällt mir die ganzheitliche Horizontweite und die farbenfrohe, kulturelle Vielfalt, die mir meine Eltern vermittelt haben, ein und ich bin wieder zufrieden.

        Gefällt 2 Personen

  12. Aufgrund deiner Beschreibung ist dieses Buch so interessant wie sein Titel wohlklingend. 🙂 „Was fliegt denn da?“ ist ein Klassiker, den ich natürlich auch kenne und schätze (wie zahlreiche andere Titel des Kosmos-Verlags). Aber eine „ornithologische Autobiographie“ ist gewiss eine wunderbare Ergänzung zu reinen Bestimmungsbüchern. Da wird der sachkundige Nährwert gewissermaßen mit Erlebensgenuss verleckert. 🙂
    Auch wenn ich, was Anglizismen angeht, ziemlich hemmungsfrei bin, finde ich, dass sich „birding“ in einem Buch mit einem so klangschön-sprachfeinen Titel wie „Federnlesen“ hochgradig dissonant ausnimmt. 😉 Allerdings klingt „Vogelbeobachtung“ für mein Sprachempfinden auch wieder recht umständlich. Irgendwie nach einem Tollpatsch, der mit allerhand geräuschvollen Missgeschicken die zur Beobachtung ausersehenen Vögel regelmäßig verscheucht. 😀 Vielleicht könnte der Ausdruck „Federnlesen“ ja mehr sein als „nur“ ein Titel?

    Gefällt 4 Personen

    • Verbindlichen Dank, werter Maestro,
      für Deine lesezugeneigte Resonanz. 🙂
      Ja, dieses Buch ist eine feine Ergänzung zu rein sachlichen Bestimmungsbüchern, das kann ich ausdrücklich bestätigen.
      Deiner heiter-klangvollen Betrachtung bzw. Hinlauschung zu meiner Kritik am Anglizismus „birding“ stimme ich gerne zu.
      Mit dem Wort „Federnlesen“ für „Vogelbeobachtung“ befinde ich in sprachharmonischem Einklang. 🎶 :mrgreen: 🎶

      Gefällt 3 Personen

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