Enno Anders

  • Löwenzahn im Asphalt
  • von Astrid Frank
  • Illustrationen von Regina Kehn
  • Verlag Urachhaus  März 2017    http://www.urachhaus.com
  • gebunden, Fadenheftung
  • 160 Seiten
  • 14,90 € (D)
  • ISBN 978-3-8251-5122-5
  • ab 9 Jahren

ANDERS  ANDERS  ALS  ANDERE

Kinderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Der elfjährige Enno Anders ist ein phantasievoller Tagträumer; nicht oberflächlich, sondern gedankentief. Allerdings ist er manchmal so sehr in seine Gedankengänge vertieft, daß er eine einfache Aufgabe, wie beispielsweise den Frühstückstisch zu decken, nicht im konventionell-ordentlichen Sinne erledigt oder eine an ihn gestellte Frage nicht hört oder sie im assoziativen Zusammenhang mit der Geschichte beantwortet, die er sich gerade ausdenkt.

Enno ist nun zum zweiten Mal in der vierten Klasse, weil seine schlechten Noten eine Klassenwiederholung geboten. Seine sehr feinen Wahrnehmungsantennen machen Enno das Leben oft schwer. In der Schule irritiert ihn das laute Knacken der Heizungs- systeme und das Geschniefe seines Sitznachbarn, und es gelingt ihm nicht immer, diese für ihn sehr intensiven Reize auszufiltern und dem Unterricht konzentriert zu folgen.

Er mag keine gewalttätigen Filme und kann während der Pausen bei den angesagten Filmen, die seine Klassenkameraden gesehen haben, nicht mitreden. Auch wettbe- werbsbetonte Spiele, in denen es Verlierer und Gewinner gibt, erfüllen ihn nicht mit Freude.

Durch sein untrügliches Gespür für Wahrhaftigkeit und hat er schon so manche Täuschung – beispielsweise seiner egozentrischen Tante – entlarvt. Doch wenn er einen solchen Verdacht äußert, glaubt ihm zunächst niemand, und wenn sich dann seine Wahrnehmung offensichtlich für alle bestätigt, schaut ihn seine Familie an, als wäre er ein unheimlicher Außerirdischer mit Röntgenblick. Dabei ist es Enno unheimlich, daß die anderen nicht mitbekommen, wenn jemand lügt.

Sein bester Freund ist – ausgerechnet – der hochbegabte Nachbarsjunge Olsen, der mit seinen elf Jahren schon in die siebte Klasse geht und nebenbei noch Vorlesungen in Mathematik und Physik besucht, damit sein Superhirn besser ausgelastet ist. Beide Jungs haben gemeinsam, daß sie Außenseiter sind und wesentlich komplexer über die Dinge nachdenken. Bei Olsen fühlt sich Enno verstanden und angenommen, einfach so wie er eben ist. Olsens Mutter ist stolz auf ihren Sohn, und Enno hat den Eindruck, daß sie Olsen gerade wegen seiner Besonderheit umso mehr liebt.

Seine eigene Mutter, das spürt Enno ganz deutlich, hätte ihn gerne anders, also normaler und funktioneller, und sie sorgt sich, was aus ihrem Sohn einmal werden solle. Seine große Schwester Elena geht erfolgreich aufs Gymnasium, und Ennos Mutter wünscht sich, daß Enno dieses Bildungsziel ebenfalls erreicht. Um jedoch eine schulische Empfehlung für das Gymnasium zu bekommen, braucht Enno bessere Noten, u.a. wenigstens ein „befriedigend“ im Fach Deutsch.

Manchmal denkt Enno, daß er ein Außeririscher sei, denn so richtig zu Hause fühlt er sich in der menschlichen Gesellschaft nicht. Egal wieviel Mühe er sich gibt, die Menschenwelt mit ihren unzähligen groben Reizen, der schmerzhaften Lautstärke und den leistungsorientierten Regeln strengt ihn an, und er sehnt sich nach leiseren, langsameren, friedlicheren Gefilden.

Als kreatives Ventil dient ihm eine Geschichte, an der er schon eine Weile heimlich schreibt. In diesem fiktiven Freiraum ist Enno tatsächlich ein Außerirdischer, der das seltsame Leben der Erdmännchen und Erdweibchen erforscht und reflektiert. Die Lesekostproben, die – farblich abgesetzt – ins Buch integriert sind, offenbaren Ausdrucksstärke, Humor und Fantasie sowie einen beträchtlichen Nachholbedarf bei Rechtschreibung und Zeichensetzung.

Nachdem er seine Geschichte fertig geschrieben hat, druckt er sie für seinen Freund Olsen aus. Olsen ist begeistert und regt Enno an, den Text  bei einem Schreibwettbe- werb einzureichen, aber Enno traut sich nicht – wegen seiner schlechten Deutschnote …

Enno lebt in ständigem Konflikt zwischen seinem kindlichen Bedürfnis, von seiner Familie eine positive Resonanz auf sein Sosein zu bekommen, und dem Gefühl, sich für positive Bestätigung verstellen zu müssen. Der Konflikt spitzt sich angesichts der drohenden Empfehlungsschreiben für die weiterführende Schulart zu.

Er belauscht ein Gespräch zwischen seiner Mutter und seinem Vater. Während sein Vater der Ansicht ist, Enno müsse nicht aufs Gymnasium gehen, die Realschule täte es auch und von dort aus könne er später immer noch aufs Gymnasium wechseln, bringt seine Mutter, aufgeregt durch ein Schreiben der Klassenlehrerin, die Frage nach ADS, Entwicklungsdefiziten und sogar einer Förderschule ins Gespräch.

Auf Anregung von Olsens Mutter geht Ennos Mutter mit ihm zu Doktor Müller, dem Psychologen, der Olsens Hochbegabung festgestellt hatte. Enno ist mißtrauisch, aber der Psychologe ist sympathisch und wohlwollend. Nach einigen Tests und einfühlsamen Befragungen erklärt Doktor Müller, daß Enno über eine durchschnittliche Intelligenz mit besonderer Stärke im sprachlichen Sektor verfüge. Außerdem habe er keinerlei Entwicklungsstörungen, sondern nur eine spezielle Eigenschaft, die ihn von der Mehrzahl seiner Altersgenossen unterscheide: Er ist hochsensibel!

Ennos Mutter begreift nun, wie sehr ihre Zweifel an ihrem Sohn ihn zusätzlich belastet haben, da Hochsensible sehr genau spüren, was andere Menschen über sie denken. Die Weichen für besseres wechselseitiges Verständnis sind nun gestellt. Während Ennos Mutter die Neuigkeit für sich verarbeitet, geht Enno rüber zu Olsen, und sie recherchieren und besprechen ausführlich das Thema „Hochsensibilität“.

» „Also, du meinst, die meisten Leute sind wie Löwenzahn. Sie kommen sogar mit nicht so guten Lebensbedingungen zurecht, weil sie sich daran anpassen können. Und dann gibt es Leute, so wie mich zum Beispiel, die sind wie Orchideen. Wenn um sie herum alles total super ist, dann geht es ihnen gut und sie bringen manchmal sogar mehr zustande als die Löwenzahnmenschen.“
Olsen nickt und grinst begeistert: „Genau“, sagt er. „Aber wenn man eine Orchidee nicht gut pflegt…“ « (Seite 149)

Diese Innenansichten eines hochsensiblen Jungen bieten einen aufschlußreichen Einblick in Lebenserfahrung, Daseinsbedingungen und die besonderen zwischenmenschlichen Herausforderungen eines hochsensiblen Kindes. Die Mißverständnisse und pädagogischen Fehldeutungen, mit denen hochsensible Kinder häufig konfrontiert sind, werden deutlich thematisiert und konstruktiv korrigiert.

Ganz besonders gelungen ist die Darstellung der hohen Empathie des hochsensiblen Kindes sowie seine Schwierigkeit, die eigenen Gefühle und die des Gegenübers auseinanderzuhalten. So spürt Enno sehr wohl, daß seine Mutter ihn liebt, aber ebenso, daß sie von ihm enttäuscht wäre, wenn er beispielsweise nicht aufs Gymnasium käme. Diese Gefühlsmelange aus eigener Traurigkeit und der Traurigkeit über die Traurigkeit des anderen wird sehr anschaulich und anrührend in Szene gesetzt.

Normalsensiblen Kindern, Eltern und Betreuern kann diese Lektüre eine Ahnung von der Wahrnehmungsintensität, Denkkomplexität und Empathie- begabung hochsensibler Menschen vermitteln.

Dieses Kinderbuch bietet für hochsensible Kinder breite Identifikations- möglichkeiten und es stärkt auf einfühlsame, humorvolle und kindgerechte Weise Selbstverständnis und Selbstwertschätzung für das individuelle Anderssein sowie Vertrauen in das intuitive, hochsensible Wahrnehmungs- spektrum und die damit verbundene feinsinnig-empfindsame zwischenmenschliche Kompetenz.

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
http://www.urachhaus.de/buecher/9783825151225/enno-anders

Die Autorin:

»Astrid Frank, geboren 1966, verdiente ihr erstes eigenes Geld noch zu Schulzeiten als Tellerwäscherin in einer Krankenhausküche. Später studierte sie Biologie, Germanistik und Pädagogik und arbeitete bereits während des Studiums als Lektorin und Übersetzerin für mehrere deutsche Verlage und schreibt seit 1999 Geschichten für Kinder und Jugendliche. Sie lebt mit ihrer Familie in Köln. Im Verlag Urachhaus ist bereits ihr Jugendbuch Unsichtbare Wunden erschienen.«   http://www.astridfrank.de

PS:
Diese Buchbesprechung widme ich gerne und aus hochsensibler Selbster- fahrung und Überzeugung Petra Pawlowskys Fundgrube KINDER IM AUFWIND: https://pawlo.wordpress.com/home-2/fundgrube-fuer-kinder-im-aufwind/

Querverweis auf ergänzende Bücher:

Für Sachbuchstoff zum Thema Hochsensibilität linsen Sie bitte unter die nachfolgenden Links: Eliane Reichhardt: Hochsensibel
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/06/20/hochsensibel/
Sylvia Harke: Hochsensibel ist mehr als zartbesaitet
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/06/23/hochsensibel-ist-mehr-als-zartbesaitet/

Querverweis auf weiterführende Webseiten zur Hochsensibilität:

Informations- und Forschungsverbund Hochsensibilität,
IFHS e.V. in Deutschland, Österreich und der Schweiz:
http://www.hochsensibel.org/
www.zartbesaitet.net
www.ifhs.ch
(Berufs-)verband pro Sensitivität und Empathie im Beruf,
VSEB e.V.:  www.vseb.org
Hilfe für hochsensible Kinder und Jugendliche: www.hochsensiblehilfe.de

Wer gerne wissen möchte, ob er hochsensibel ist, kann den nachfolgenden kleinen Test absolvieren. HSP-Test-Fragebogen: http://www.zartbesaitet.net/survey/site.php?a=su_onepage&su_id=1

 

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45 Kommentare zu “Enno Anders

  1. Liebe Ulrike, ich freue mich sehr, dass es einen weiteren Schatz von dir für die Fundgrube gibt! Ich wollte mir heute ordentlich Zeit für diesen deinen Beitrag nehmen und habe ihn dann regelrecht verpasst. Um so froher bin ich, dass du selbst aktiv geworden bist! …Gleich werde ich den Link in die Inhaltsangabe und unter „Neueste Beiträge“ setzen. Lieben Dank, liebe Bücherfee! 🌸🌸🌸

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  2. Ein Buch fürs Enkelchen. Sein Weg ist Ennos ähnlich.
    Auch knisternder Badeschaum, knisternde Federbetten, zu viele Stimmen im Raum, all das und das leise Gesumme in der Klasse stören ihn sehr und wo seine Begabungen liegen, wird nun ziemlich klar. Er ist mittlerweile in der dritten Klasse und seitdem er mitbekommen hat, daß er eine Mathearbeit nicht dann abgeben kann, wenn er keine Lust mehr drauf hat, sondern sie abarbeiten sollte bis zum Ende, ist die Note rasant in die Höhe geklettert *lach*
    Bei ihm halfen dann auch besonders hübsche Kopfhörer im Klassenraum. So viel ich weiß, braucht er sie nicht mehr.
    Also ein Buch fürs Enkelchen, liebe Ulrike

    Lieber Gruß von Bruni

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  3. Das liest sich auffallend lebensecht. 🙂 Generell ist es ja erfreulich, wenn etwas Licht in ein Thema gebracht wird, das wohl erst in den vergangenen zwei Jahrzehnten zumindest einige Krümelchen Aufmerksamkeit bekommen hat. Und wenn sich das auch noch realitätsnah liest, ist das ein besonderer Pluspunkt. Das ist ja ein echter Spagat, wenn jemand alle themenrelevanten Punkte abdecken möchte, ohne dass Personen und Handlung nach Konstrukt riechen. So ein Buch ist bestimmt ein Segen für Hochsensible, die hier (endlich) einer realitätsnahen literarischen Identifikationsfigur begegnen können. Und es kann Normalsensiblen eine ganze Reihe aufschlussreicher Aha-Erlebnisse bescheren, wenn ein „HSP-Innenleben“ so geschildert wird, dass es zumindest ansatzweise nachvollziehbar wird.

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    • Verbindlichen Dank für Deine feinfühligen Betrachtungen. 🙂
      Die erzählerische Dramaturgie ist durchaus lebensecht. Ich habe mich nicht in allen Facetten von Ennos Hochsensibilität wiedererkannt, aber das ist gut so. Denn auch Hochsensible unterscheiden sich in den Schwerpunkten ihrer Sensibilität und in ihren Handlungs- und Kompensationsstrategien.
      Diese Geschichte vermittelt auf jeden Fall einfühlsam und anschaulich Identifikationsmöglichkeiten für Betroffene und vermittelt Normalsensiblen eine gewisse AHNUNG vom Wahrnehmungsdrama des Hochsensiblen.
      Belichtete Grüße von mir zu Dir 🌠 🌠 🌠

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      • Ja, zum Glück gibt es keine HSP-Norm, nach der alle Hochsensiblen seriengefertigt werden. 😉 Die Bandbreite ist ganz und gar bemerkenswert, hängt von zahlreichen Faktoren ab.
        „Eine gewisse Ahnung“ ist ja, über den Daumen gepeilt, schon ein ganz guter Wert. Oft ist es schlimmer, wenn jemand Dinge ganz genau weiß, von denen er keine Ahnung hat. 😉
        Mit einem erlauchten (husthust) Abendgruß 🐻

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      • Die Bandbreite der sensiblen Fühlerantennen ist wahrlich weit.
        Vielen Dank auch für Deinen ahnungsvollen Wortgespielsatz: „Oft ist es schlimmer, wenn jemand Dinge ganz genau weiß, von denen er keine Ahnung hat.“
        Mit harmonisch-lächelndem Gutenachtgruß 🙂

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  4. Hallo Ulrike.
    Ich habe vieles wieder erkannt in der Geschichte. Mein Sohn gehört wohl zu dieser Gruppe. Leider hat er es dadurch mehr als schwer. Scheitert oft am Unverständniss der Außenwelt. Dieses Schubladendenken macht viel kaputt. Ich mach mal den Test mit ihm. Vielen Dank für diesen Tipp.
    LG, Nati

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  5. … wer zuhören kann, braucht kein Punktesystem für Sensibilität… nicht in die Norm zu passen ist einer der schwersten Wege vom Kind zum Erwachsenen… Wortzwischentöne klingen nach, wie dieses Buch und deine feine Wortintonation Ulrike…

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  6. Danke für den tollen Buchtipp. Ich bin selbst hochsensibel wie ich mittlerweile weiß. In allen Tests, die man so machen kann ist das Ergebnis mehr als deutlich. Knapp 40 Jahre lang habe ich gedacht, ich müsste härter werden, mich abhärten, irgendwie stumpfer werden. Jetzt komme ich so langsam dahin, mich so zu akzeptiere wie ich bin ..,

    Ich nehme an, dass meine Tochter auch eine Portion Hochsensibilität abbekommen hat. Ab welchem Alter ist das Buch denn zu empfehlen? Sie ist gerade sechs und Idötzchen geworden und momentan lese ich gern Urmel, Luzie der Schrecken der Straßen oder auch Erich Kästner (Das fliegende Klassenzimmer z.B.) vor. Könnte das Buch auch schon passen?
    Liebe Grüße, plejade

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    • Liebe Plejade,
      danke für Deine ausführliche Rückmeldung. Die nächsten 40 Jahre kannst Du ja jetzt Deine Sensibilität und Deine Selbstfürsorge pflegen. 🙂 Nicht wir HSP müssen härter werden, sondern die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sollten mitfühliger, feinsinniger und solidarischer werden!

      Dieses Kinderbuch ist zum Selberlesen ab 9 Jahren, doch Du kannst es selbstverständlich auch schon Deiner sechsjährigen Tochter vorlesen.

      Sei herzlich gegrüßt von
      Ulrike

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    • Liebe Tanja,
      herzlichen Dank für Deine Empfänglichkeit.
      Es freut mich sehr, wenn meine Buchempfehlung für jemanden ein hilfreicher Wegweiser werden kann.
      Ja, der botanische Vergleich ist ansprechend und auch besonders alltäglich-anschaulich für Kinder. :mrgreen:

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  7. Schade, dass man das früher nicht schon wusste. Aber ich finde es klasse, dass die Autorin und auch du hier, dieses Thema aufgegriffen habt. Es ist in der heutigen Welt ein wichtiges Thema. Und nicht jeder kennt diese Hochsensibilität.
    Ich schleppe das schon ein Leben lang mit mir herum. Und hatte diesen Test schon einmal gemacht und heute wieder, geändert hat sich da nichts. Ich bin eben, so wie ich bin.

    „HSP Test
    Sie haben 253 Punkte

    Punkteanzahl von 188 bis 300

    Sie sind mit an Gewissheit grenzender Sicherheit hochsensibel. Hochempfindlichkeit beginnt bei 163 Punkten. Je weiter Ihre Punkte-Anzahl über 200 liegt, umso mehr sollten Sie darauf achten, sich nicht in ein Schneckenhaus zu verkriechen. Sie werden zwar sicher glücklicher und leistungsfähiger sein, wenn Sie nicht versuchen zu leben wie ein nicht-HSP. Aber achten Sie trotzdem darauf, sich nicht zu sehr zurückzuziehen. Arbeiten Sie daran, Wege und Möglichkeiten zu finden, um in einer Ihnen angenehmen Weise Kontakt mit unterschiedlichen Menschen zu halten. Die Welt braucht Sie und Ihre Empfindsamkeit. Sie sind eine Bereicherung.“

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    • Herzensdank für Deinen betroffenen Kommentar.
      Ich hätte auch gerne schon früher in meinem Leben gewußt, wie sich meine geistig-seelische Wesensart nennt, gleichwohl hatte ich meist das Glück ähnlich „gestrickte“ Menschen im nahen Lebenraum zu haben und dadurch durchaus positive Resonanz auf mein Sosein zu bekommen.
      Meine Punktzahl beim HSP-Test bewegt sich ebenfalls gleichbleibend um 280 Punkte.
      Inzwischen bin ich sehr selbstbewußt und selbstverständlich so, wie ich eben bin und spreche (und schreibe) das Thema Hochsensibiliät immer wieder gerne an.

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      • Ich hatte keine ähnlich gestrickten Menschen um mich, und lebte ständig unter diesen Druck.
        Heute bin ich auch wesentlich selbstbewusster, aber da fehlt noch ein Stückchen. Aber ich habe irgendwann gelernt, mich selbst so zu akzeptieren. Es ist eben nun mal so.

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  8. Mit Sicherheit ein wichtiges Buch. Danke für Deine Vorstellung.
    Neben der Beschreibung dessen, wie es hochsensiblen Menschen geht, finde ich die Message wichtig, dass eben jede/r seine/ihre Stärken und Schwächen hat und man nicht voreilig urteilen sollte. Und eigentlich auch für die Eltern der Hinweis, nicht voreilig mit Ritalin etc. nachzuhelfen.

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    • Verbindlichen Dank für Deinen differenzierten kommentar.
      Ja, dieses Kinderbuch klärt gut, kindgemäß und auch mit Humor über die intensive hochsensible Weltwahrnehmung auf. Größeres Wissen über das Thema Hochsensibilität führt hoffentlich dazu, daß sich anstelle pädagogischer Fehleinschätzungen und Nachhilfen wie Ritalin mehr Verständnis und Achtung für die empfindsameren Eigenarten hochsensibler Kinder verbreitet.

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  9. Unsere jüngere Tochter war hochsensibel. Vieles erkenne ich wieder. Es war ihr unerträglich, sich zu konzentrieren, wenn Tischnachbarn Krümel auf dem Tisch hatten usw. Auch die sichere, glasklare Einschätzung anderer Menschen und die Weigerung, sich mit ihnen zu befassen, kann ich bestätigen. Eine dieser unehrlichen Personen war unglücklicherweise ihre Lehrerin in der ersten Klasse. Es ist wichtig, für diese Menschen eine Lanze zu brechen. Danke für die Vorstellung des Buches.

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    • Liebe Caroline,
      ich danke Dir für Deine persönliche und anschauliche Rückmeldung und Deine Zustimmung.
      Das Thema Hochsensibilität liegt mir sehr am Herzen und als „gereifte“ Hochsensible, breche ich gerne eine Lanze für den zarten hochsensiblen Nachwuchs.

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    • Liebe Ariana,
      vielen Dank für Deine zustimmende Resonanz und Dein empfindsames Leseinteresse. Sowohl erwachsene als auch kindliche Hochsensible werden in diesem Kinderbuch viele psychologische Facetten nachlesen, die ihnen – trotz individuell variierender Schwerpunkte – wohlvertraut sein dürften.
      Herzensgruß von mir zu Dir 🙂

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  10. Sehr schön Ulrike, dass da die Astrid Frank das Thema HSP aufgegriffen hat.
    Ich habe einen guten Freund in München und zwei Freundinnen im Bekanntenkreis, die solch Sensible sind…..es ist ein Graus für die Menschen durch die Innenstadt einer Großstadt zu flanieren, da der Lärm und die vielen unterschiedlichen Eindrücke sie förmlich erschlagen. In meinem Beruf der Pflege kann so ein Mensch kaum arbeiten, da er sich nicht so weit distanzieren kann von dem was vor seinen Augen geschieht, vor allem emotional ihn berührt.
    Ich werde es den Menschen gerne weiterreichen….

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    • Liebe Marietta,
      hab‘ Dank für Dein zustimmendes Echo zum Thema HSP.
      Ja, ich weiß aus eigener Erfahrung, daß es für Hochsensible eine Herausforderung ist, nicht von der Umgebungsgefühlsmelange und der allgemeinen Lärmbelastung überwältigt zu werden.
      Schön, daß Du meine Buchempfehlung weiterreichen magst. 🙂

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