Die Geschichte der Bienen

  • von Maja Lunde
  • Roman
  • Originaltitel: »Bienes Historie«
  • Aus dem Norwegischen von Ursel Allenstein
  • btb Verlag März 2017    www.btb-verlag.de
  • gebunden
  • Schutzumschlag
  • 512 Seiten
  • Format: 12,5 x 20,00 cm
  • 20,00 € (D), 20,60 € (A), 26,90 sFr.
  • ISBN 978-3-442-75684-1

B I E N E N E C H O

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Der Roman „Die Geschichte der Bienen“ hat das Potenzial, vielen Menschen fühlbar zu vermitteln, wie sehr unsere Existenz vom Bienenfleiß unzähliger Bestäuberinsekten abhängt.

Über einen Zeitraum von 150 Jahren erfahren wir von drei Familien, in deren Leben und Überleben Bienen eine schicksalhafte Rolle spielen.

Tao lebt im Jahr 2098 in China und arbeitet als Obstblütenbestäuberin. Es gibt seit dem weltweiten Bienenkollaps von 2045 keine Bienen mehr, und die damit verbundene Nahrungsmittelknappheit hat die Welt drastisch verändert; die Vormachtstellung Amerikas und Europas ist dahin, die Weltbevölkerung hat deutlich abgenommen. China hat sich als anpassungsfähiger an die neuen Umweltbedingungen erwiesen; dennoch herrscht auch in Taos Welt Mangel an Nahrung. Disziplin und durchorganisierte Verteilung ermöglichen das Überleben, Baumwolle ist ein Luxusartikel und das Internet nur noch eine Erinnerung.

Jeden Tag arbeitet Tao zwölf Stunden, einen Ruhetag gibt es nur alle paar Wochen, wenn die Obstplantagenpflichten erfüllt sind und die Arbeiter laut überregionalem Regierungskomitee-Beschluß eine solche Belohnung „verdient“ haben.

Mit äußerster Achtsamkeit – um keine wertvollen Äste abzubrechen – klettert Tao in die Birnbäume und bestäubt  mit einem feinen Federpinsel Blüte um Blüte um Blüte um Blüte um Blüte um Blüte um Blüte mit kostbarem Blütenstaub. Diese Arbeit erfordert großes feinmotorisches Geschick, und Tao gibt sich die größte Mühe, obwohl ihre Talente deutlich mehr im intellektuell-sprachlichen Bereich liegen und nicht im handwerklichen.

Sie freut sich auf den Feierabend, auf ihren Mann Kuan und ihren kleinen, dreijährigen Sohn Wei-Wen. Tao hofft, durch frühkindliche Förderung ihrem Kind eine andere Lebensperspektive eröffnen zu können, und unterrichtet ihn im Rahmen ihrer Möglichkeiten täglich eine Stunde. Verständlicherweise will Wei-Wen aber viel lieber spielen. Wie soll sie ihrem Kind auch begreiflich machen, daß es, wenn es keine herausragende  intellektuelle Begabung zeigt, bereits im Alter von acht Jahren unvermeidlich zum Blütenbestäuber ausgebildet werden wird? Die Sicherung der Ernährungsgrundlagen hat in Taos Welt Vorrang vor höherer Bildung.

An einem ihrer wenigen freien Tage veranstalten Tao und Kuan mit Wei-Wen ein kleines Ausflugs-Picknick, bei dem Wei-Wen einen dramatischen „Unfall“ erleidet, der das Leben und die Zukunft aller verändern wird …

William lebt im Jahr 1852 in England. Er ist eigentlich Naturforscher, jedoch erfordern seine familiären Verpflichtungen eine einträgliche Arbeit, und deshalb führt er ein Geschäft für Samenhandel. Er ist rundherum unglücklich mit seinem Dasein, mit dem Geschnatter zahlreicher Töchter, seinem schwierigen Verhältnis zum einzigen mütterlich-verwöhnten Sohn und dem Verlust seiner wissenschaftlichen Leidenschaft. Gerne würde William seinem Leben eine größere, übergeordnete Bedeutung geben und eine weltbewegende Entdeckung oder Erfindung machen.

Die Lektüre eines Buches über Bienen weckt seinen Forschergeist zu frischem Leben. Er will einen neuartigen Bienenstock entwickeln, der es ermöglicht, Honig zu ernten, ohne den Bienen und ihrer Brut Schaden zuzufügen. Außerdem solle der neue Bienenstock dem Imker besseren Einblick in den Zustand des Bienenvolks verschaffen.

Voller Eifer beobachtet William das Verhalten der Bienen, zeichnet begeistert Baupläne, experimentiert mit verschiedenen Bauweisen und erfindet einen Vorläufer der heute noch üblichen Magazinbeuten mit herausnehmbaren Wabenrahmen. William ist voller Vorfreude, träumt von einem Patent für die „William-Savage-Standardbeute“, von Ruhm und Reichtum. Indes, jeder Verbesserung und Verfeinerung, die ihm einfällt, kommen stets andere Forscher in anderen Ländern mit ihren Patentanmeldungen zuvor.

George lebt im Jahr 2007 in Amerika. Er ist Berufsimker und baut seine Magazinbeuten selbst, nach einem alten Bauplan, den eine Vorfahrin seiner Familie bei der Auswande-rung nach Amerika mitgebracht hat. Seinen imkerischen Erfolg führt er u.a. auf diese liebevoll-selbstgezimmerten Bienenstöcke zurück. Dennoch ist der finanzielle Ertrag der Imkerei bescheiden, und für Investitionen braucht George Bankkredite, die abbezahlt werden müssen.

Sein Sohn Thomas studiert und möchte gerne Journalist werden. George jedoch versteift sich stur darauf, daß sein Sohn die Familientradition der Imkerei fortsetzt. Dies führt zu familiären Spannungen und Differenzen.

Als jedoch Georges Bienenvölker über Nacht vom CCD („Colony Collapse Disorder“) befallen werden und fast alle Bienen verloren sind, kommt sein Sohn auf den Hof zurück und hilft seinem Vater zu retten, was noch zu retten ist. Im Jahr 2037 wird Thomas Savage ein visionäres Buch schreiben, das sein ganzes praktisches Wissen über Bienen bündelt. Ein Buch, das Tao ein halbes Jahrhundert später lesen wird …

Maja Lunde verbindet gekonnt die Erzählung zwischenmenschlicher Beziehungen und Entwicklungen mit der Vermittlung von Wissen über Bienen. Da alle Personen um das Thema Bienen kreisen, fließen bienenbezügliche Beobachtungen, Informationen und Reflexionen selbstverständlich in die Gespräche und Gedanken der Figuren ein.

Heute ist allgemein bekannt, daß unser aller Ernährung von der unermeßlichen Bestäubungsleistung der Honig- und Wildbienen sowie diverser weiterer Bestäuberinsekten abhängt. Es gibt viele gute und wissenswerte Sachbücher und Dokumentarfilme zu diesem Thema. Damit aber dieses Wissen vom Kopf ins Herz gelangt, ist ein Roman vielleicht besser oder massentauglicher geeignet, da dieses Wissen auf eine personalisierte Weise emotional dargestellt wird.

Spannung und Abwechslung entstehen in Maja Lundes Roman durch die regelmäßig zwischen den drei Zeitebenen abwechselnden Kapitel und deren subtilen Zusammen-hänge, die sich erst nach und nach offenbaren.

Die Beschreibung  von Taos Lebensbedingungen berührt ganz unmittelbar, sie ist die Figur mit der man beim Lesen am stärksten bangt und hofft.

Den lebensgefährlichen Einflußreichtum gewisser monopolistischer Chemie- und Saatgutkonzerne auf Gesetzgebung und landwirtschaftliche Gestaltung demokratischer Staaten sowie das damit verknüpfte Verharmlosungsmarketing bezüglich bienen-gefährdender Substanzen, hätte die Autorin nach meiner Einschätzung ruhig etwas deutlicher darstellen können. Sowohl bei Taos historischen Bienenrecherchen wie bei Georges gegenwartsnahem Erzählstrang wäre in dieser Hinsicht noch informativer Spielraum gewesen.

Möge die Tatsache, daß es „Die Geschichte der Bienen“ auf Platz eins der Bestsellerliste geschafft hat, davon zeugen, daß das Bewußtsein für die essentielle Bedeutung der Bienen in der Bevölkerung gewachsen ist.

Der aufwühlende, eindringliche und bittere Vorgeschmack auf eine Welt ohne Bienen, deren Bestäubungsleistung nur begrenzt und unzureichend durch menschliche Handarbeit ausgeglichen werden kann, dürfte Warnung genug sein, um hoffentlich noch die Weichen für eine Zukunft mit Bienen zu stellen.

Wenn alle Leser von „Die Geschichte der Bienen“ wortwörtlich vor der eigenen Haustür den Schritt vom Lesen zum Pflanzen nektarreicher Blumen und Kräuter beschritten, würde tatsächlich HOFFNUNG gesät.

Jede Biene und jede Blüte zählt …

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.randomhouse.de/Buch/Die-Geschichte-der-Bienen/Maja-Lunde/btb-Hardcover/e492023.rhd

 

Die Autorin:

»Maja Lunde wurde 1975 in Oslo geboren, wo sie auch heute noch mit ihrer Familie lebt. Sie ist eine bekannte Drehbuch- sowie Kinder- und Jugendbuchautorin. Die Geschichte der Bienen ist ihr erster Roman für Erwachsene, der zunächst national und schließlich auch international für Furore sorgte. Er stand monatelang auf der norwegischen Bestsellerliste und wurde mit dem Norwegischen Buchhändlerpreis ausgezeichnet.«

 

Querverweise:

Bienenperspektivisch ergänzend empfiehlt sich der Roman „Die Bienen“ von Laline Paul.
Dieser Roman ist ein speziesübergreifender erzählerischer Annäherungsversuch an die komplexe Lebensform eines Bienenschwarms, übersetzt in menschliche Gefühlskategorien. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/05/16/die-bienen/

Zum Thema Bienen und Mitweltschutz empfehle ich zusätzlich dringend das aufklärerische Büchlein von Ute Scheub: »Ackergifte? Nein danke! Für eine enkeltaugliche Landwirtschaft«. https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/03/12/ackergifte-nein-danke/

Wer anspruchsvolle Sachbuchlektüre braucht, findet bei Randolf Menzels und Matthias Eckholdts Buch „Die Intelligenz der Bienen“ ebenso faszinierenden wie hochkonzentrierten Wissensnektar.
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/05/24/die-intelligenz-der-bienen/

Und für alle, die nicht nur lesen, sondern auch konkret und konsequent bienenförderlich handeln möchten, empfehle ich von ganzem Herzen die überaus praktikablen botanischen Anregungen, die Almuth auf ihrer bienenfleißigen Webseite „Natur auf dem Balkon“ anschaulich (feine Fotos) und liebevoll (informativ-schwärmerische Texte) vorlebt.
https://naturaufdembalkon.wordpress.com/

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62 Kommentare zu “Die Geschichte der Bienen

  1. Liebste Bücherfee. erst jetzt habe ich deine wunderbare Rezension entdeckt ! Ich kann mich den anderen Kommentaren nur anschließen und hoffen, daß davon bei immer mehr Menschen etwas hängen bleibt und damit auch Einfluß auf ihr gärtnerisches Handeln nimmt ! Der Roman hört sich spannend an und ich werde ihn auf meine Ulrikes-Bücher-Liste setzen :-).Ich bin schon sehr gespannt und Eulenschwinge hat mir das Buch ja auch schon empfohlen. Bei zwei so netten Empfehlungen kann ich kaum widerstehen ! Vielen Dank auch für deine freundliche Verlinkung !! Deinen Biogarten würde ich zu gerne mal sehen. Das scheint mir ein ganz zauberhafter Ort für viele Lebewesen zu sein ! – Der Weiderich macht sich schon ganz gut. Ich kann dir sicher bald die Saat schicken 🙂 Summende + blütenstaubgepuderte Grüße vom Balkon

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    • Liebste Almuth vom Bienenbalkon,
      es freut mich, daß Dir meine Besprechung zusagt und wir gemeinsam hoffen, daß ein solches Buch konstruktiven Einfluß auf das naturgemäße Handeln der Menschen hat.
      Mit Vergnügen verlinke ich auf Deine feine und wissenswerte Webseite und führe Dir damit hoffentlich noch einige Mitleser mehr zu. 🙂
      Ja, mein Biogarten ist auch ein bißchen ein Zaubergärtlein, das vermutest Du schon richtig.
      Vielleicht raffe ich mich im nächsten Jahr zu einer kleinen Fotostaffel auf, damit Du etwas davon zu sehen bekommst. 😉
      Ich kann übrigens mit Samen vom „Raukenblättrigen Greiskraut“ https://de.wikipedia.org/wiki/Raukenbl%C3%A4ttriges_Greiskraut dienen … Das habe ich im Frühjahr aus der Wiese gerettet und seine zahlreichen, gelben, süß duftenden Blüten sind eine sehr beliebte Nektarlandebahn bei Bienen, Hummeln und Schwebfliegen. Es blüht auch jetzt noch eifrig.
      Windige Grüße von Deiner
      Bücherfee

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      • Liebste Bücherfee, das ist ein schönes Angebot, was ich gerne annehmen würde, aber ich bin komplett voll. Sozusagen. Kein Platz mehr für irgendwas, seufz. Ich hatte mir vorgenommen, nächstes Jahr etwas weniger anzupflanzen auf dem Balkon, wovon ich nicht weiß, ob es mir gelingen wird 😉 Eine Fotostaffel fände ich prima, nach allem, was du erzählt hast mit Totholz und so ! Also wie gesagt, vielen Dank für das Angebot, auch wenn es so verlockend klingt. Außerdem hast du mich ja schon mit dem tollen Bambus beglückt 🙂 Stürmische Grüße von der Balkonfee (jetzt ist es ruhiger, war ja heftigst heute nachmittag !)

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  2. Da möchte man doch gleich noch ein paar Blumen und Bäume pflanzen!

    Mein Vater hatte sich in diesem Jahr übrigens eine Beute in den Garten gestellt, weil er auch schon festgestellt hatte, dass es in Ostbrandenburg an Bienen mangelt, und er trotzdem bisschen Obst an seinen Bäumen wollten.

    Ein interessantes, praktisches Buch zum Thema Bienen und Menschen habe ich schon vor Jahren gelesen: „Stadtbienen“ von Erika Mayr. Wie sich eine Frau in der Stadt als Imkerin durchzusetzen lernt. Vielleicht kennst du das schon.

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  3. Ich lese das Buch auch gerade, und es stimmt, es ist ein hochaktuelles Thema. Leider ist es der Autorin in meinen Augen nicht gelungen, den Stoff/das Thema wirklich fesselnd zu verweben und herüberzubringen. Ich bin nun bei S. 300 und frage mich gähnend, ob jemals etwas ‚passiert‘. Für mich ein Buch, das halt durchs Raster gefallen ist, wobei ich sicher nicht die Einzige bin, die sich fragt warum. Trotzdem danke für die Rezension, Geschmäcker sind eben verschieden. Schönen Sonntag 🙂

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    • Danke, liebe Annette,
      für die Mitteilung Deiner Lesemeinung.
      Ich finde, daß die Qualität des Buches darin liegt, die Bienenthematik zu personalisieren und eine emotionale Bewußtseinsbildung beim Leser anzustupsen.
      Es ist kein kriminalistischer Spannungsroman, sondern eine Kombination aus Familiengeschichten, Imkerwissen und ökologischer Dystopie mit Hoffnungsschimmer.
      Doch wie Du schon sagtest – Lesegeschmäcker sind verschieden und dürfen dies auch gerne sein.
      Schönen Montag :mrgreen:

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  4. Ein hochbrisantes Thema. Ich stimme Dir zu, dass es sich mit einem Roman sicher eher auf der Gefühlsebene vermitteln lässt als Dokumentationen es vielleicht können.
    Das Verweben der drei Handlungsstränge hört sich nach einer gekonnten schriftstellerischen Arbeit an. Es lohnt sich bestimmt dieses Buch zu lesen.
    Summende Grüße
    Belana Hermine

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    • Liebe Belana Hermine,
      „Die Geschichte der Bienen“ ist eine lohnende Lektüre, die den Leser für die elementare Bedeutung der Bienen sensiblisieren kann.
      Die drei Zeitebenen, die Figuren und ihre Verbindungspunkte sind von der Autorin strukturell sehr fein verflochten worden.
      Ich danke Dir für Deine positive Resonanz und sende summsummende Grüße. 🙂

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  5. Hallo Ulrike. Da hast du ja schon wieder ein Buch für mich. Erst das Buch über Brennessel und jetzt dieses. Die Beschreibung stärkt mich noch mehr darin in meiner hinteren Ecke des Gartens das Unkraut und die Wildblumen stehen zu lassen. Auch wenn manche darüber die Nase rümpfen und es für sie nicht „gepflegt“ aussieht. Vielen Dank für die Buch Beschreibung. LG, Nati

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    • Liebe Nati,
      danke für Deine begeisterte Rückmeldung.
      Ich lasse in meinem Biogarten auch viel Wildnis als Refugium für Tiere, und ich pfeife auf die Fraktion“Steriler-Gärtnern“. Gerne verweise ich Vertreter dieser zwangsneurotischen und naturbewußtlosen Gattung darauf, daß ich einer enkeltauglichen Gartengestaltung den Vorzug gebe. Und die bunte, vielgestaltige Vielfalt, die sich in meinem kleinen Garten zeigt, ist mir eine wahre Herzenslust.
      Naturverbundene Grüße 🙂

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  6. … deine Bücher Seele ist wie ein Kompass für die Bedürfnisse der Welt, abseits von Wirtschaft auf Teufel komm raus… denn ’nach uns die Sintflut‘ kann nicht für unsere Kinder und tierischen Schutzbefohlenen gelten… eine Buchvorstellung, die runtergeht wie Blütenpollen auf Bienen, Hummel und selbst Wespenhaar…

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  7. Deine Buchbesprechung liest sich wieder seeeehr interessant, liebe Ulrike, für MICH kein Wunder, dass dieser Roman in Norwegen lange Zeit die Buchhitliste zierte…
    Klarer Fall von MUSS HER *g*
    512 Seiten sind ja garnix im Vergleich zum Sammlerroman des Jaume Cabre, den ich vor kurzem begeistert abgeschlossen habe *lächel*
    Dir ein schönes Wochenende!
    Herzliche Grüße vom Lu

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    • Lieber Lieblingslu,
      vielen Dank für Deine Resonanz und Dein Kompliment zu meiner aktuellen Besprechung. 🙂

      Ja, verglichen mit dem „Schweigen des Sammlers“ sind die 512 Seiten hier überschaubar. 😉 Es wundert mich nicht, daß Dich der Roman von Jaume Cabré begeistert hat, seine musisch-philosophische Komplexität dürfte ganz nach Deinem Gusto sein.
      Ich wünsche Dir ein herzerfülltes Wochenende und sende herzliche Grüße ❤

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      • Inzwischen habe ich sowohl dieses interessante Buch wie auch deine Rezension dazu noch einmal gelesen, liebe Ulrike, und muss dir insbesondere hier zustimmen:
        „Den lebensgefährlichen Einflußreichtum gewisser monopolistischer Chemie- und Saatgutkonzerne auf Gesetzgebung und landwirtschaftliche Gestaltung demokratischer Staaten sowie das damit verknüpfte Verharmlosungsmarketing bezüglich bienen-gefährdender Substanzen, hätte die Autorin nach meiner Einschätzung ruhig etwas deutlicher darstellen können. Sowohl bei Taos historischen Bienenrecherchen wie bei Georges gegenwartsnahem Erzählstrang wäre in dieser Hinsicht noch informativer Spielraum gewesen.“
        Denn… genauso ist es!
        Seitenweise gibt es stattdessen völlig unnötige, ja teilweise triviale Dialoge, die ich im lu-schen Schnelllesemodus überlesen musste um mich nicht zu sehr zu langweilen, auch ist vieles in dem Buch repetitiv…
        Ansonsten: eine gute schriftstellerische Leistung der Norwegerin (und von circa hundert Co-Autorinnen und -Autoren, die sie ja alle am Ende des Buches aufführt…),
        die aber in keinster Weise mit etwa derjenigen eines Jaume Cabré gemessen werden kann!
        Dir einen schönen Tag!
        Herzlich, Lu

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      • Lieber Lu,
        hab‘ Dank für Deine sorgfältige Nachleserückmeldung.
        Ja, ich hatte mir hier auch deutlich mehr gesellschafts- und wirtschaftspolitisch kritische Anmerkungen und Aufklärungen zum Thema Bienen und Naturschutzversäumnissen erhofft.
        Das Repetitive des Schreibstils hat mich nicht besonders gestört, aber ich habe diverse Rezensionen gelesen, die dieses „Stilmittel“ ebenfalls in Frage gestellt haben.
        Maja Lundes Roman kann selbstverständlich einem Vergleich mit der hochliterarischen Sprache, subtilen TEXTur und Komplexität eines Jaume Cabré Romans nicht standhalten.
        Dir einen gemütlichen Abend!
        Von Herzen, Ulrike 🙂

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      • Das Thema ist ja derzeit sehr aktuell. Allein schon das allgemeine Sterben der Insekten. Man merkt es auch daran, wenn man lange mit dem Auto unterwegs ist, dass die Windschutzscheibe viel sauberer bleibt als früher. Und gestern auf der Fahrt hatten wir das Thema und uns darüber unterhalten.
        Daher interessiert mich das Buch sehr, das Cover gefällt mir auch, obwohl es ziemlich traurig aussieht mit der liegenden Biene.
        Ein schönes Wochenende wünsche ich dir.

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      • Ja, das Thema ist in jeder Hinsicht hochaktuell und es stimmt leider, daß es deutlich weniger Insekten gibt.
        Ich freue mich, daß ich Dein Leseinteresse für „Die Geschichte dr Bienen“ wecken konnte.
        Herzlichen Dank für Dein Echo! 🙂

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  8. Werde ich lesen, denn das Thema liegt mir am Herzen. Meine Frau warveine Zeit lang Hobby-Imkerin und den Bienen beim Arbeiten in unserem Garten zuzusehen immer ein Freude. Der Einsatz von Chemie auf den benachbarten Äckern hat mit zum Tod unserer Völker beigetragen und wir haben den Standort aufgeben müssen.

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  9. Wir haben seit einigen Jahren Wildblumen im Garten und es macht mich glücklich wenn es dort summt und brummt. Aber ich habe leider keinen direkten Einfluß auf solche Krankheiten wie Colony Collapse Disorder.
    Noch ein Gedanke nebenbei – die Autorin names Maja mußte wohl über Bienen schreiben, das war ihre Bestimmung! 🙂

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    • Liebe Tanja,
      herzlichen Dank für Deine naturverbundene Zustimmung. Wie überaus leseaufmerksam von Dir, daß Du den Vornamen der Autorin ansprichst. Ich mußte dabei auch sofort an das Kinderbuch von Waldemar Bonsels „Die Biene Maja“ denken – nomen est omen! :mrgreen:

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  10. Oh, vielen Dank für die Empfehlung. Haben seit Anfang diesen Jahres begonnen, unseren Garten naturnah und vor allem Bienen-, Hummel- und Schmetterling-freundlich umzugestalten. Und seitdem bin ich an dieser Thematik äußerst interessiert. Das kommt gleich mal auf den Merkzettel! LG Stefan

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    • Wie schön, daß sich diese Besprechung gerade gut in Dein Leben fügt, lieber Stefan. Bei meinen Querverweisen am Ende der Rezension wirst Du noch mehr zum Thema Bienen & Co finden, da ich schon seit zwei Jahren von diesem Thema umgetrieben werde. 😉

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      • Schaue ich mir gleich mal näher an, danke. Und es gibt schlechtere Hobbys denen man sich widmen könnte. 😉 Wenn man sieht, wie es um die Natur im Allgemeinen bestellt ist, hilft jeder, der dafür zumindest ein bisschen ein Bewusstsein entwickelt. Schönes WE wünsch ich Dir!

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      • Schön, daß Du auch abseits Deiner kriminalistischen Lesespezialisierung schmökerst und offen für belletristische Bienenbewußtseinsbildung bist. 😉
        Ein schönes Wochenende wünsche ich Dir ebenfalls!

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  11. Ich freue mich immer wieder, wenn du Bienen und andere Kleinstlebewesen liebevoll und wertschätzend in der Vordergrund rückst. Danke! Eine Welt ohne Bienen ist für mich undenkbar und doch hat die Autorin eben diese Welt so genau unter die Lupe genommen, im futuristischen Teil des Buches. Möge uns das erspart bleiben!

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    • Ich danke Dir für Deine naturverbundene Resonanz und Deine Wertschätzung meiner Buchauswahl.
      Eine Welt ohne Bienen ist nicht wünschenswert, spätens nach der Lektüre dieses Roman dürfte das sonnenklar sein.
      Ich kann Dich also nur bestätigen: Möge uns das erspart bleiben!

      Gefällt 3 Personen

  12. Wie schön, hier Deine Empfehlung zu finden! Ich lese das Buch gerade. Und teile Deine Ansicht, dass ein Roman vielleicht mehr Bewusstsein für die Thematik schaffen – und damit etwas bewegen – kann, als manches Sachbuch. Wäre vielleicht auch zu hoffen, dass das Buch bald verfilmt wird, damit noch mehr Menschen erreicht werden…

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    • Lieben Dank für Deine bestätigende Resonanz!
      Ja, es ist einfach so, daß Romane für mehr Menschen einen Lesezugang bieten als Sachbücher. Und die emotional-personalisierte Darstellung wühlt vielleicht noch mehr auf und führt zu konsequenten Handlungsimpulsen. Eine gelungene Verfilmung hätte sogar einen noch umfangreicheren multiplikatorischen Effekt auf die Achtsamkeit gegenüber Bienen & Co.

      Gefällt 5 Personen

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