Magnus und der Nachtlöwe

  • Bilderbuch
  • Text und Illustration von Sanne Dufft
  • Verlag Urachhaus  März 2017  www.urachhaus.com
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • 32 Seiten
  • Format: 21 x 23,5 cm
  • 13,90 € (D), 14,30 € (A)
  • ISBN 978-3-8251-5113-3
  • ab 4 Jahren

LÖWE  UND  SCHWERT

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Manchmal können symbolische Requisiten Kindern dabei helfen, der Angst mit Mut zu begegnen.

Der kleine Magnus hat einen Hut und ein Schwert, und tagsüber fühlt er sich damit groß und mutig, ja, während seiner Ritterspiele, sogar übermütig. Doch ein nächtlicher Albtraum, in dem ihm im dunklen Wald ein übergroßer Räuber sein Schwert und seinen Hut stehlen will, dämpft seine ritterliche Verwegenheit beträchtlich. Mamas liebevolle Umarmung und ihre beruhigenden Worte spenden Magnus Trost, dennoch ist er ziemlich verzagt.

Illustration Sanne Dufft © Verlag Urachhaus 2017

Am nächsten Tag schenkt ihm seine Großmutter einen Stofftierlöwen und sagt: „Weißt du, manchmal braucht man einen Löwen. Besonders wenn es dunkel ist.“ Magnus freut sich über dieses Überraschungsgeschenk und spielt den ganzen Tag mit dem kleinen Stofftier.

Illustration Sanne Dufft © Verlag Urachhaus 2017

Abends kuschelt er sich mit seinem Löwen ins Bett, und als die Angst vor dunklen nächtlichen Gestalten wiederkommt, ist Magnus nicht mehr alleine, und sein Löwe ist so groß geworden, daß er auf ihm reiten kann. Gemeinsam stellen sie sich der Gefahr und schlagen den Räuber in die Flucht.

Illustration Sanne Dufft © Verlag Urachhaus 2017

Hut und Schwert haben nicht ausgedient, aber der Löwe steckt Magnus am stärksten mit Mut an, und selbst die Dunkelheit schreckt ihn nun nicht mehr.

Illustration Sanne Dufft © Verlag Urachhaus 2017

Die einfühlsamen Illustrationen und die einfachen, kurzen Begleittexte von Sanne Dufft inszenieren die Handlung und die Gefühlsregungen auf alltäglich anschauliche Weise und bieten Kindern breiten Identifikationsspielraum.

Angst vor der Nacht, vor Dunkelheit und vor phantasierten, bedrohlichen Figuren kennt wohl fast jedes Kind. Mit diesem Bilderbuch können Kinder dazu angeregt werden, die Richtung ihrer Vorstellungskraft zu beeinflussen. Sie können von beängstigenden Vorstellungen zu ermutigenden Vorstellungen wechseln. Wenn es dazu der Unterstützung durch ein „magisches“ Stofftier bedarf, so läßt sich dies leicht herbeizaubern.

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
http://www.urachhaus.de/buecher/9783825151133/magnus-und-der-nachtloewe

 

 

Die Autorin und Illustratorin:

»Sanne Dufft, geboren 1974, absolvierte in Glencraig, Nordirland, eine Ausbildung zur Heilpädagogin. Anschließend studierte sie Diplom-Kunsttherapie in Nürtingen. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Tübingen. Ihr Debüt Der Sandelefant wurde bereits in mehrere Sprachen übersetzt.«

Querverweis:

Hier geht es zu Sanne Duffts erstem Bilderbuch „Der Sandelefant“, in dem die Macht der Phantasie ebenfalls eine tragende Rolle spielt:  https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/10/26/der-sandelefant/

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34 Kommentare zu “Magnus und der Nachtlöwe

  1. Wundervoll, liebe Ulrike!
    Wie wichtig solche Tröster sind, weiß der genau, der auch eine Erinnerung an einen hat.
    Ich hatte einen alten geerbten Bären, der wohl den 2. Weltkrieg mit überstanden hatte, kein winziges bißchen Fell hatte er mehr und nur noch ein Auge. Sonst hatte ich keinen und dachte auch nie an einen anderen *lächel*
    Heute finde ich noch manchmal auf einem Flohmarkt ein wohl nicht geliebtes Plüschtierchen und es kann sein, daß ich nicht widerstehen kann 🙂 (Es hält sich aber sehr in Grenzen)
    Eines habe ich Trudi genannt und manchmal schreibe ich eine Trudi-Geschichte *g*

    Liebe Grüße von Bruni

    Gefällt 2 Personen

    • Es freut mich, daß Dich die Ermutigungsgeschichte in Wort und Bild anspricht.
      Ich war heute auch ganz mutig und habe eine ziemlich große gelbweißschwarzstreifige WESPENSPINNE im Garten besichtigt, das Netz hat einen Durchmesser von ca. 50 cm …

      Gefällt 2 Personen

      • Bis jetzt hat sie noch nichts gefangen.
        Und wenn sie eine Biene erwischt, werde ich mit ihr schimpfen. 😉
        Als ich sie entdeckte, habe ich erst einmal recherchiert, weil ich mir nicht sicher war, ob es sich um eine entlaufene exotische Spinne handelt oder um eine harmlose Spinne.

        Gefällt 2 Personen

      • Ich hab gerade mal geguckt. Ihre Ausbreitung ist ja ganz interessant. Ich hab sie noch nie gesehen (und hier oben kommen ja meist nur die dünnen Dinger vorbei 😉 Und sie soll auf Feldheuschrecken stehen – hm, ob die bei dir im Garten vorbeihüpfen, hihi 😉 ?? Na, dann noch viel Spaß mit dem Exot ! Versponnene Grüße vom Balkon

        Gefällt 1 Person

  2. Der kleine Magnus – das ist ja schon von der Namensgebung her ganz clever gewählt. Die Stärke und Größe sind bereits in ihm angelegt – es geht also „nur“ um die Frage: Wie kann man diese vorhanden Ressourcen aus ihm herauskitzeln? Hinter der Geschichte steckt meines Erachtens eine Grundfrage, mit der wir den Menschen (jeden Alters) in unserem Umfeld das größte Geschenk machen können: Wie können wir jemanden am stärksten mit Mut (letztlich Lebensmut) anstecken? 🙂
    Interessant finde ich, dass sich die Illustratorin des Sandelefanten hier nun zur Autorin und Illustratorin gemausert hat. Vielleicht erzählt sie ihre Geschichten am liebsten stark bilderbetont und möchte deshalb lieber nicht „zugetextet“ werden?

    Gefällt 3 Personen

    • Herzlichen Dank für Deine feinsinnige Resonanz! :mrgreen:
      Der Name „Magnus“ verheißt die Aussicht auf Größe, auch wenn der kleine Magnus noch dahin zu wachsen hat.
      Ich finde, genau wie Du, daß zwischenmenschliche Lebensmutansteckung ein sehr wertvolles Geschenk ist. 🙂
      Deine Vermutung zu Sanne Duffts Doppelrolle als Illustratorin und Texterin halte ich für wahrscheinlich.
      Vielleicht ist ihr diese Geschichte aber auch einfach aus der familiären Selbsterfahrung in Feder und Pinsel geflossen.

      Gefällt 5 Personen

  3. Ach wie schön……ich hatte einen Bären, einen kleinen Steiff Bären, mit Knopf im Ohr. Meine Solinger Schwester eine grosse Giraffe und die irische Schwester einen rossen, zotteligen Gorilla. Es gibt ihn immer noch, den kleinen Bären, total zerzauselt, kaum noch Holzwolle drin, die Füsse und Pfoten gestopft, die Nase neu aufgenäht…..auch brummen tut’s net mehr das Bärle, hatte als Kind zu stark auf die mechanische Brummstimihnme gedrückt….aber er sitzt in meinem Regal und schaut mir zu.
    Da das Bärchen aber nicht wirklich kuschelig war, hatte ich mir vor einigen Jahren einen weissen Husky zugelegt, eigentlich wollte ich ihn nur für mein Patenkind zu Weihnachten erstehen……doch dann gefiel er mir so gut, dass ich mir noch einen Zweiten mitnahm.
    Er war in einer Zeit grosser Traurigkeit, ein stiller Gefährte und er wurde ordentlich viel geknuddelt, hatte auch viele Tränen mit aufgesogen, Trost gespendet.
    Nun hat auch er einen Ehrenplatz, und wer mich besucht und traurig ist, zu dem möchte er immer hin…..

    Gefällt 3 Personen

  4. … als ich Vater Bär bekam war er so groß wie ich. Er hat mich durch meine Kindheit und Pubertät begleitet, was hat er alles geduldig ertragen… für meine Tochter war er die graue Eminenz der Kuscheltiere, sie bevorzugte einen kleinen bunten Gesellen der fahrenden Zunft Namens Dodo… was immer Kraft gibt… wie deine Zaubervoll bereichernden Vorstellungen Ulrike…

    Gefällt 4 Personen

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