Ente, Tod und Tulpe

  • Bilderbuch
  • Text und Bilder von Wolf Erlbruch
  • Verlag Antje Kunstmann   Februar 2007    www.kunstmann.de
  • gebunden, Fadenheftung
  • 32 Seiten
  • 14,90 €
  • ISBN 978-3-88897-461-8
  • Miniausgabe  März  2010
  • gebunden, Fadenheftung
  • 32 Seiten
  • 9,90 €
  • ISBN 978-3-88897-657-5
  • ab 4 Jahren

FREUNDLICHE  ÜBERNAHME

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Es dient durchaus der Lebensbejahung und Lebensdankbarkeit, sich mit der eigenen Sterblichkeit anzufreunden und den Tod nicht als Feind zu betrachten.

Im vorliegenden Bilderbuch spürt Ente intuitiv das Nahen des Todes. Ente schaut sich um und erblickt den Tod. Ganz klassisch ist sein Gesicht ein knöcherner Totenschädel, und ganz unklassisch hat er die Gestalt eines kleinen Menschen, der ein kariertes Kittelkleid trägt. Der Tod begrüßt Ente freundlich und erklärt, daß er schon, solange sie lebe, in ihrer Nähe sei – „nur für den Fall“. Unfälle, ein schlimmer Schnupfen und der Fuchs gehören zu solchen Fällen, die das Leben einer Ente beenden können.

Nach dem ersten Schreck unterhalten sich die beiden, und eigentlich findet Ente den Tod sogar nett, besonders wenn er sie anlächelt. Gemeinsam gehen sie zum Teich, gründeln ein wenig und legen sich am Abend nebeneinander zum Schlafen hin.

Am nächsten Morgen erwacht Ente und stellt zufrieden fest, daß sie nicht gestorben ist. Sodann sprechen Ente und Tod über verschiedene Jenseitsvorstellungen, und der Tod widerspricht keiner Vorstellung, bestätigt aber auch keine, sondern sagt dazu nur „Wer weiß“.

Einmal klettern sie auf einen Baum, und Ente schaut sich nachdenklich ihren leeren Teich an. Den Rest der Zeit sitzen sie im Gras, schweigen viel und reden wenig. Eines Abends friert Ente und bittet den Tod, sie zu wärmen.

Am nächsten Morgen atmet Ente nicht mehr. Zärtlich streicht der Tod ihre Federn glatt und bringt sie zum Fluß. Er legt eine Tulpe auf ihren Leichnam und schaut betrübt zu, wie das Wasser Ente fortträgt.  „Aber so war das Leben.“

Wolf Erlbruch erzählt die Geschichte von „Ente, Tod und Tulpe“ mit minimalistischen Mitteln, die Illustrationen sind schnörkellos auf die Hauptfiguren konzentriert und die Worte einfach, federleicht und zugleich von enormer emotionaler Echoreichweite. Diese wunderbar unaufgeregte, berührende Bilderbuchmeditation über Leben und Tod empfiehlt sich für kindliche und erwachsene Leser gleichermaßen.

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite: http://www.kunstmann.de/titel-0-0/ente_tod_und_tulpe-529/
und zur Leseprobe: http://www.book2look.com/vBook.aspx?id=978-3-88897-461-8

PS:
Es mag kleine und große Betrachter geben, die sich an der Darstellung des knöchernen Schädels stören oder diese gruselig finden. Ich denke, daß man dem Tod mit einer unniedlichen Darstellung angemessenen Respekt entgegenbringt und daß Kinder meist wesentlich unbefangener mit der knochigen Illustration umgehen als Erwachsene. Doch je nach kindlicher Angstschwelle oder Vorbelastung sollte man von diesem Buch entweder Abstand nehmen oder es zumindest fürsorglich begleitend anschauen.

 

Der Autor & Illustrator:

»Wolf Erlbruch, geboren 1948, war bis 2009 Professor für Illustration an der Bergischen Universität Wuppertal. 2017 erhielt Wolf Erlbruch als erster deutscher Künstler den renommierten Astrid Lindgren Memorial Award für sein Gesamtwerk. Zudem wurde er mit dem Gutenbergpreis der Stadt Leipzig, dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises sowie mit der Hans Christian Andersen Medaille ausgezeichnet.«

 

Querverweis:

Hier entlang zu weiteren Kinderbüchern zum Thema Tod und Trauer:

Erik und das Opa-Gespenst
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/12/05/erik-und-das-opa-gespenst/ ‎
Kleiner Fuchs Großer Himmel
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/11/23/kleiner-fuchs-grosser-himmel/
Nur ein Tag
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/10/13/nur-ein-tag/
Oma trinkt im Himmel Tee
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/11/26/oma-trinkt-im-himmel-tee/
Opa Meume und ich 
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2013/02/20/opa-meume-und-ich/
Der Tod auf dem Apfelbaum
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/03/20/der-tod-auf-dem-apfelbaum/
Wie lange dauert Traurigsein?
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/12/03/wie-lange-dauert-traurigsein/

 

PPS:
Gerne reihe ich diese Bilderbuchbesprechung in Petra Pawlowskys Fundgrube für das Projekt KINDER IM AUFWIND ein:
https://pawlo.wordpress.com/home-2/fundgrube-fuer-kinder-im-aufwind/

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60 Kommentare zu “Ente, Tod und Tulpe

  1. Ich selber habe keine Kinder, aber Nichten, die ich sehr liebe. Sie wurden so erzogen, dass man über alles offen sprechen kann – auch über unangenehme Themen. Die Eltern haben hier tolle Arbeit geleistet, finde ich. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass dieses scheinbar wunderschön illustrierte Buch eine tolle Hilfe ist, den Tod zu verstehen und einem ein wenig die Angst davor nehmen kann.
    Ich werde Ihnen das Buch zumindest mal empfehlen. Danke für diese schöne Besprechung!

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    • Herzlichen Dank für Deine lebhaft interessierte Resonanz. Wenn Deine Nichten mit einer solch familiären, kommunikativen Themenoffenheit erzogen werden, wie Du es in Deinem Kommentar schreibst, dann wird ihnen und den Eltern die unaufgeregte und einfühlsame Art des Umgangs mit dem Thema Tod in „Ente, Tod und Tulpe“ wohl zusagen.

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  2. Ein schönes Buch mit tollen Illustrationen und einer Botschaft, die schonend vermittelt wird.
    Schön, dass du des Öfteren Bilderbücher besprichst. Das hat etwas sehr Herzliches und zeigt doch immer mal wieder, wie Kindern manche Dinge erklärt werden müssen, die wir für selbstverständlich halten 🙂

    Schöne Grüße.

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    • Lieben Dank für Dein positves Echo.
      Es freut mich sehr, daß Du meine Wertschätzung für Bilder- und Kinderbücher teilst. Mir ist es eine echte Herzensangelegenheit, mich der Empfehlung von Büchern für wachsende Menschlein zu widmen.
      Sonnige Grüße von mir zu Dir 🙂

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  3. Dank dir liebe Ulrike für diese tolle Buchvorstellung, ich musste mich ja die letzten Wochen mehr als sonst mit dem Thema Tod auseinandersetzen und dem was wäre wenn… Ich finde es super das es mittlerweile Bücher gibt (du hast ja schon einige vorgestellt), die sich mit dem Schrecken des Todes beschäftigen und diesen mildern können 🙂 Sei herzlichst gegrüßt, Michi ♥♥♥

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    • Danke, liebe Michi,
      für Deine persönliche Resonanz auf das vorgestellte Bilderbuch.
      Ich finde es ebenfalls sinnvoll und tröstlich, daß es inzwischen viele Bücher gibt, die eine unbefangene Annäherung an das Thema Sterblichkeit ermöglichen.
      Herzensgruß & Seelenumarmung von Ulrike ❤

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  4. Wie gut, daß er mich nicht sofort in seine mitfühlenden Arme nimmt, wenn ich mal friere *lächel*
    Ich wäre schon sooooo oft gestorben, liebe Ulrike …
    Aber ernst jetzt, ich glaube, dieses Buch werde ich mir besorgen. Es klingt so wunderschön, wie der Tod die Ente fürsorglich begleitet und sie in seinen mitleidigen Armen einschläft für immer. Ein berührender Text über eines der schwierigsten Themen überhaupt
    Liebe nächtliche Grüße von Bruni

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    • Liebe Bruni,
      hab‘ Dank für Dein heiteres und geneigtes Echo auf „Ente, Tod und Tulpe“.
      Der Tod hat in diesem Bilderbuch einen sehr mitfühlenden, undramatischen Charakter, und das ist durchaus tröstlich.
      Liebe Gutenachtgrüße auch von mir zu Dir

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      • Genau das nimmt mich sehr für dieses Büchlein ein, liebe Ulrike, das Unaufgeregte und stattdessen eigentlich Liebevolle.
        Ich denke, vor allem kleineren Kindern könnte damit eine übergroße Angst genommen werden, die eine freie und offene Entwicklung zu stark beeinträchtigen könnte
        Liebe Gutenmorgengrüße von Bruni

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  5. Liebe Ulrike, schön, daß du das Buch hier so wunderbar vorgestellt hast ! Ich mag es total gern, ich finde auch die Zeichnungen sehr gelungen ! Andere Bücher von Erlbruch kenne ich noch nicht und werde mich gleich mal auf die Suche machen. Immer, wenn ich es lese, besonders diesen Satz, daß der Tod schon immer bei ihr war, finde ich das so beruhigend. Ja, er ist immer da, um uns aufzufangen, wenn wir fallen. Ich fürchte, die Angst vor dem Tod bleibt bis zuletzt, aber bei dieser Geschichte, wo er als liebevoller Freund auftritt, ist er ein Stück weniger beängstigend. Und es ist trotzdem sehr berührend, wenn die Ente gehen muß. Ich sag ja, ich finde es sehr gelungen 🙂 – Zu dem Thema ob und wann es für wen geeignet ist, kann ich mir kein Urteil erlauben bzw. ich hab da keine Erfahrung. Ich muß aber gerade an andere Kulturen denken, z.B. in Mexiko, wo dieser Tag der Toten gefeiert wird, mit Zuckergebäck in Totenkopfform und mit Picknick auf dem Friedhof ! Was für ein (spielerischer) Umgang mit dem Tod ! Oder die Ahnenverehrung in Afrika. So ganz anders als hier und heute. Früher bahrte man die Leute noch zu Hause auf. Wer sich heute sowas wünscht, fällt glatt aus dem Rahmen. Ein spannendes Thema – bis zuletzt 🙂

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  6. „Doch je nach kindlicher Angstschwelle oder Vorbelastung sollte man von diesem Buch entweder Abstand nehmen oder es zumindest fürsorglich begleitend anschauen.“
    Ich bin mir eben nicht so sicher. Mich als Kind hätte es sicher sehr geängstigt.
    Allerding kann ich mich erinnern, daß ich als Siebenjähriger das Totenzimmer der Großmutter mit meiner Mutter betreten habe.
    Später allerdings wurde ich durch die Kirche aus der Unbefangenheit komplett gerissen. Unser Pfarrer redete viel von Todsünde und dergleichen.

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    • Die Darstellung des knöchernen Totenschädels ist in unserer Kultur eher negativ und angstbesetzt. Die Kirche fügt dann noch Schuldgefühle und Höllenängste hinzu und fertig ist der skelettierte Kinderschreck.
      Andere Kulturen (z.B. Mexiko) gehen spielerischer damit um.
      Wolf Erlbruch kann mit seiner Darstellung einen neuen Blick anbieten und Berührungsängste abbauen. Wer trotzdem Angst hat oder befürchtet, dem Kind Angst zu machen, kann zu anderen Bilderbüchern greifen, die den Tod weniger direkt zeichen. Deshalb habe ich auch eine Liste mit weiteren Kinderbüchern zum Thema Tod und Trauer angefügt.
      Vielen Dank für Deine persönliche Rückmeldung!

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      • Mit der Kinderseele wurde seit jeher nicht sorgsam umgegangen. Aus einer dumpfen Resinszenierung heraus fügte man (gerne) dem sensiblen Kind den Schaden zu, den man selbst als Kind erlebt hatte.
        Es wäre an der Zeit, aus solchen Teufelskreisen auszubrechen.

        Ich musste das nochmal ansprechen.

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  7. Ja, auch den Tod bringst du sehr behutsam und achtsam rüber ! Und das scheint auch in diesem Buch der Fall zu sein. Deswegen versuch ich’s wieder mit: Wie wär es, diesen Beitrag dem Projekt „Kinder im Aufwind“ zu widmen? Auch mit der angehängten Bücherliste können sich Eltern für ihre Kinder das Richtige zum Thema aussuchen. Und auch die Zeit ist ja freigestellt, wenn Kinder danach fragen oder wenn alle entspannt genug dafür sind…oder eben doch bei einem traumatischen Todeserleben…Ich würde mich sehr freuen und es könnte in der einen oder anderen Situation hilfreich sein. Liebe Grüße, Petra

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  8. Liebe Ulrike, vielen Dank für diesen stillen, innerlichen Moment des Lesens deiner Rezi. Tod und Kinder kenne ich im Kontext leider zu gut und auch wenn es unverständlich erscheint, ich würde Kindern erst etwas über den Tod erzählen wenn es notwendig wird und keine Sekunde früher. Dann aber wäre das Buch sicher eine Hilfe.

    Gefällt 4 Personen

    • Lieber Arno,
      hab‘ Dank für Dein berühtes Echo zu meiner Besprechung.
      Ich würde das Thema Tod auch keinem Kind aufdrängen, aber wenn es nachfragt oder wenn ein Todesfall im näheren oder weiteren Umfeld geschieht oder absehbar naht, dann würde ich es auch nicht verdrängen, sondern hinschauen und einfühlsam ansprechen. Und dabei helfen Bücher, wie das hier empfohlene.

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  9. Liebe Ulrike,
    nicht nur deine Buchvorstellung finde ich wieder groß, auch die Kommentare zum Umgang mit dem Tod, wenn man mit Kindern über ihn spricht und liest, beeindrucken mich sehr. Ich glaube auch, dass man Kinder unterschätzt und durch die Vermeidung oder Verkitschung schwieriger Themen ihre Klugheit beleidigt.
    Wolf Erlbruch verehre ich zutiefst, in meinen Bücherschränken stehen noch einige weitere Bücher, die in deiner Liste nicht enthalten sind (alle Titel sprengten auch einen WP-Beitrag). Eines liebe ich besonders, das sich um das SichSorgenMachen dreht: Frau Meier, die Amsel.

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  10. Liebe Ulrike, gerade gestern schrieb ich in einem Kommentar, dass der Wert des Lebens darin besteht, dass es endet. Ich glaube nach Kafka?? (Ich denke, dass weißt Du als Expertin besser).
    Daraus resultiert, dass mir eigentlich fast täglich meine Endlichkeit bewusst ist. Was werde ich heute tun? Und ist mir das tatsächlich wichtig? Ich glaube, dass die tiefe Annahme des Todes erst ein erfülltes Leben ermöglicht, denn eine Lebensspanne. Was ist das schon?
    Das Buch muss sehr berührend sein. Viele Grüße Simone

    Gefällt 3 Personen

    • Liebe Simone,
      Kafka ist nicht gerade mein Speziallesefachgebiet, deshalb kann ich das Zitat zwar inhaltlich bejahen, aber nicht seine „kafkaeske“ Urheberschaft bestätigen.
      Ich empfinde es auch so, daß die tiefe Akzeptanz der Sterblichkeit die Lebendigkeit WESENTLICH vertieft.
      Vielen Dank für Deine Resonanz. 🙂

      Gefällt 2 Personen

  11. Liebe Bücherfee, liebsten Dank für diesen Schatz. Mit Deiner achtsamen Buchbesprechnung hast Du mich sehr berührt. Es ist so wichtig, den Tod aus der Tabu-Ecke zu holen. Denn dieser gehört zum Leben, egal wie alt wir sind. Es ist immer mit Schmerz verbunden, wenn wir einen geliebten Menschen verlieren. Es wird dennoch leichter, wenn wir den Tod nicht als Feind betrachten, der uns den geliebten Menschen entreißt. Kinder sind meiner Erfahrung nach sehr offen und interessiert, wenn es um den Tod geht. Für sie ist es wichtig, dass der Verlust nicht verdrängt wird, sondern einen Platz bekommt und bewusst und liebevoll begleitet wird. Ich durfte mich auch schon einmal mit dem Tod unterhalten und kann sein liebevolles Lächeln nur bestätigen 😊. Liebe Herzensgrüße von mir zu Dir

    Gefällt 5 Personen

    • Liebe Klangfee,
      ich danke Dir für Dein einfühlsames Echo auf meine Buchbesprechung.
      Tod und Leben gehen Hand in Hand, und Bilderbücher wie dieses illustrieren dies mit einer gelassen-gefühlvollen Alltäglichkeit, die der Allgegenwart des Todes die Ehre gibt.
      Herzensgrüße von mir zu Dir 🙂

      Gefällt 3 Personen

      • Von Herzen gerne. Ja, Bücher können uns ganz eigene, heilsame Räume schenken. Wunderschön, dass Du ganz besondere immer wieder für uns aus dem großen Büchermeer „heraus fischst“ und so liebevoll aufbereitest. Sei ganz herzlich zurück gegrüßt 😊

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    • Liebe Petra,
      vielen Dank für Deine Zustimmung.
      Wolf Erlbruch ist wirklich ein sehr eigenwillig-origineller Illustrator, der gerne und erstaunlich erfolgreich Außenseiterthemen beackert.
      Es freut mich, daß ich Dir noch etwas „Neues“ von ihm vorstellen konnte. 🙂

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  12. Danke für die einfühlsame Vorstellung dieses Buches. Es ist bestimmt ganz wichtig, dass es solche Bücher gibt. Sie helfen den möglicherweise unsicheren, unbeholfenen Erwachsenen, den Kindern ganz wichtige Themen näherzubringen.
    Schön finde ich, wenn die Jenseitsvorstellungen offen gelassen werden und nicht mit Macht eine einzige Vorstellung als bindend vermittelt wird. Dann bleibt vielleicht auch eine Möglichkeit der weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema zwischen Eltern und Kind.
    Lieben Dank.

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    • Liebe Belana Hermine,
      diese in Wort und Bild freibleibene, nicht festlegende, Antwortspielräume öffnende Darstellung ist eine besondere Qualität dieses Bilderbuches. Dies kann Ausgangspunkt für weiterführende eigene Ahnungen, Betrachtungen, Vermutungen und Wunschvorstellungen sowie Gespräche zwischen Eltern und Kindern sein.
      Herzensdank für Deine Rückmeldung.

      Gefällt 3 Personen

  13. Irgendwie gibt es ja bei den Menschen eine große Tradition, den Tod zu tabuisieren oder um den heißen Brei zu reden. Und die Redewendung „was Hänschen nicht lernt…“ trifft eben auch beim Umgang mit dem Tod ins Schwarze. Sicher muss man behutsam vorgehen und die Kinder nicht „überfahren“. Aber dieses „nur für den Fall“ scheint mir ein wichtiger Satz zu sein. Insbesondere bei einem Thema an dem wir nicht vorbeikommen. Ich frage mich, ob der grassierende Jugendwahn nicht auch zu einem guten Teil mit Todesverdrängung zu tun hat. In der klassischen Vorstellung ist der Tod ja doch etwas für alte Leute – und so lange man „jung spielt“ dürfte man doch einigermaßen auf der sicheren Seite sein.
    [In Wirklichkeit ist das natürlich Unsinn, wie das gerne der Fall ist, wenn man etwas Unausweichliches verdrängt.]
    Du hast ein besonderes Händchen für Kinderbücher, liebe Bücherfee. Und dass da eben auch Bücher zu schwierigen Themen dabei sind, macht deine Auswahl noch wertvoller. Übrigens wird auch dieses wohl schwierigste aller Themen etwas entschärft, wenn man selber den Zeitpunkt wählen kann, um mit Kindern darüber zu reden.

    Gefällt 8 Personen

    • Lieben Dank für Deine differenzierte Resonanz und Deine harmonische Zustimmung zu meiner Kinderbuchauswahl.
      Der grassierende Jugendwahn und die damit zwangsläufig verbundene geistig-emotionale, gesellschaftliche und individuelle Unreife hat gewiß mit Todesverdrängung zu tun.
      Wenn ich alleine daran denke, wie oft man mir beim Coiffeur das Färben meiner Silberhaare angeboten hat, mit dem dämlichen Argument, ich könne zehn Jahre jünger aussehen … Klar, mit giftiger Färbechemie auf der Kopfhaut werde ich zwar sehr wahrscheinlicher todkrank, sehe dann aber scheinbar jugendlicher aus.
      Ich habe auf dieses alberne Ansinnen stets geantwortet, daß man mir meine Lebenserfahrung ruhig ansehen dürfe … 🙂
      Deshalb ist es ausgesprochen lebensdienlich, daß es solche Bilder- und Kinderbücher gibt – so lernen Kinder, die vielen Schattierungen des Daseins hoffentlich wertzuschätzen.

      Gefällt 5 Personen

      • Ja, das ist schon komisch (oder vielleicht auch tragikomisch). Würde man im Personalausweis mit dem Alter „tricksen“ wäre das wohl Urkundenfälschung oder sonst was Strafbares. Aber wenn es um den Tempel der Seele geht, scheint Etikettenschwindel salonfähig zu sein. Der Gang zu einem „promovierten Messerhelden“ scheint für viele zu einem ganz normalen Lebenslauf dazuzugehören. :/
        Der Tod ist ja nicht nur einfach das Lebensende, sondern oft auch ein schwerwiegender Eingriff in Leben, die weitergehen – aber nie mehr so, wie früher. Das ist ja auch ein Aspekt, den man nicht unterschätzen darf. Und letztlich mag ein klares Bewusstsein um die eigene Endlichkeit auch die Erkenntnis fördern, dass das Leben mehr sein kann, als lediglich die Zeit zwischen Geburt und Tod irgendwie „abzusitzen“.

        Gefällt 4 Personen

  14. “ 14,90€ aber wenn wir die MINNI-ausgabe nehmen … sparen wir 5€ , Papa! “ schlägt die jüngste tochter ambitioniert vor …

    “ guter ansatz,liebes kind … aber da steht sicher auch weniger drin. “

    wir lernen … der fehler liegt in diesem fall eindeutig in der erziehung des VATERS …

    DENN … er hörte von OMA noch sprüche wie …

    * was nichts kostet … TAUGT AUCH NICHTS … *

    Gefällt 2 Personen

  15. Mich hast du, liebe Ulrike, mit deiner Buchbesprechung berührt. Danke!
    Würde ich das Buch mit einer Vierjährigen betrachten? Hm… dazu fehlt mir gerade die Erfahrung mit diesem Alter. Jedoch, vielleicht suchen wir nach einer Unterstützung, wenn ein Kind dem Tod im nahen Umfeld begegnet? Könnte es dann nicht eine Hilfe sein, um darüber ins Fühlen und sprechen zu kommen?

    Gefällt 3 Personen

    • Herzlichen Dank für Dein berührtes Echo, liebe Heidrun.
      Dieses Bilderbuch bietet auf gelassene Weise Anregungen, über dasThema Tod zu sprechen und sich ihm gefühlsmäßig anzunähern. Dies gilt für Kinder und Erwachsene gleichermaßen.

      Gefällt 2 Personen

    • Liebe Ulrike, mir erging es wie Heidrun, das Buch hat mich sehr beruehrt. Leider hatte ich vor kurzem den 2. Todesfall in meiner Familie und habe meinen Fehler erkennen muessen, erst dann zu reagieren. Was ich damit sagen moechte ist, dass es wesentlich besser ist, mit Kindern den Tod zu thematisieren, wenn die eigenen Gefuehle vorne vorstehen. Dieses ausgezeichnete Buch sollten alle Eltern sich besorgen. Und was das Alter angeht, denke ich, dass nur wenige 4jaehrige alles verstehen, muessen sie aber auch nicht. Herzensgruss an Dich, liebe Ulrike….Ann

      Gefällt 6 Personen

      • Hab‘ Dank für Deinen persönlichen Kommentar und Deine harmonische Bestätigung der Bilderbuchqualität, liebe Ann.
        Es gibt unterschiedliche Anlässe, um mit Kindern den Tod zu thematisieren. Manchmal stellen sie auch einfach aus heiterem Himmel metaphysische Fragen, und manchmal ist schon der Tod eines Haustiers Anlaß genug, tiefere Fragen zu stellen. Traurige Gefühle, Verlust und Vergänglichkeit müssen wir alle – unabhängig vom Lebensalter – verschmerzen lernen.
        Bücher, wie das hier vorgestellte, sind dabei eine dienliche Unterstützung.
        Herzensgruß von mir an Dich 🙂

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