Titus und der verwunschene Wald

  • Die Märchenabenteuer von Titus Haselschein
  • von Theodor Serapion
  • mit Illustrationen  von Mirjam Zels
  • erschienen bei der MÄRCHENAKADEMIE Bamberg www.maerchenakademie.de
  • konzipiert und herausgegeben von »Innovation durch Sprache«:
  • Dr. Martin Beyer/ Corporate Story & Creative Writing
  • gebunden, mit grünem LESEBÄNDCHEN
  • 160 Seiten
  • Format: 21,4 cm x 21,4 cm
  • 14,95 €
  • ISBN 978-3-00-052964-1
  • Altersempfehlung: 8 bis 12 Jahre
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MÄRCHEN  MITMACHEN

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Märchenakademie – das wäre etwas für mich gewesen! Doch ich bin kein Kind mehr, und so bleibt mir nur der kleine Trost, eine feenstaubige Buchbesprechung zu verfassen und beiläufig die Kunde von der Märchenakademie zu verbreiten.

Der Märchenlehrling Titus Haselschein darf – im Gegensatz zu mir – die Märchenakademie besuchen. Dies tut er mit Begeisterung schon seit zwei Jahren. Der Musterschüler kann viele Märchen auswendig, und in den Fächern Ausdauererzählen, Spannung & Gänsehaut, Richtiges Atmen, Märchenbuchbinderei und Märchengesang hat er lauter Einser. Nur in Märchentanz hat er eine Vier, da ist er einfach zu schwerfällig und zu tollpatschig.

Das dritte Ausbildungsjahr ist ein Praktisches Jahr, d.h. alle Märchenlehrlinge werden zur Erweiterung ihres Märchenhorizontes in die verwunschenen und wilden Wälder rund um die Märchenakademie geschickt. Jeder muß alleine losziehen und bekommt lediglich einen Schnurberryrucksack aus echtem Piratensegeltuch, gefüllt mit Proviant und Werkzeug, sowie einen Kompaß mit. Bücher sind im Praktischen Jahr nicht erlaubt, denn es ist Sinn und Zweck dieses Jahres, Märchen am eigenen Leibe zu erfahren.

Titus ist schon ein wenig mulmig zumute, denn der Wald birgt viele geheimnisvolle Wesen, die Nächte sind richtig dunkel, und er ist ganz auf sich alleine gestellt. Doch seine erste Begegnung mit Märchenwesen beginnt ziemlich lustig mit den Sieben Zwergen.

Als diese von Titus darüber informiert werden, daß er als Märchenlehrling unterwegs sei, um spannende Abenteuer zu erleben, warnen sie ihn eindringlich vor den Gefahren, die auf ihn lauern, und bieten ihm die freigewordene Stelle als Haushälter in ihrem Häuschen an, das nach Schneewittchens Heirat ganz schön verwahrlost sei. Dort wäre er auch sicher und geschützt, und nach einem Jahre stellten sie ihm gerne ein löbliches Zeugnis aus.

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Illustration Mirjam Zels © Märchenakademie 2016

Dankend lehnt Titus das wenig verlockende Angebot ab und wird kurzerhand von den Zwergen an die nächstbeste Kastanie gefesselt. Dort habe er Bedenk- und Befürchtungszeit genug, und wenn die Zwerge später aus dem Bergwerk von ihrer Arbeit zurückkämen, fragten sie ihn gerne noch einmal, ob er nicht doch ihr Haushälter sein wolle.

So hatte sich Titus seine ehrenvollen Märchenabenteuer nicht vorgestellt. Hilflos an einen Baum geschnürt, unerreichbaren Juckreizen ausgesetzt und – raschel, raschel, raschel – wer naht sich Titus da von oben aus dem Kastanienblätterdach? Rabea Wintergrün, eine Elfe, eine sehr schnippische Elfe, die sich vehement dem Klischee widersetzt, das Elfen schön, zart und hilfsbereit seien. Erst nachdem Titus ihr den Schneewittchen-Rap vorgesungen und ihn sogar mit ihr einstudiert hat, ist sie bereit, ihn zu befreien.

Von nun an bestreiten Titus und Rabea die Märchenabenteuer gemeinsam, auch wenn wir das Wort bestreiten durchaus buchstäblich verstehen dürfen. Denn die beiden können sich einfach nicht darüber einigen, ob die goldene Märchenregel, daß das Gute über das Böse triumphiere und die Gerechtigkeit siege, wahr sei oder ob alles, was geschehe, reiner Zufall sei.

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Illustration Mirjam Zels © Märchenakademie 2016

Titus und Rabea begegnen einem seltsamen Hexenhausmakler (mit dem Namen Stanislaus McKimsey), Aschenputtels Stiefschwestern, diversen Prinzen und Königen, dem Bösen Wolf (der Reime reimt und Früchte verzehrt), einem Botenfrosch, Rapunzel, Dornröschen, einem überarbeiteten Schloßgärtner, dem Gestiefelten Kater, den Bremer Stadtmusikanten und mehrfach dem explosiven Rumpelstilzchen.

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Illustration Mirjam Zels © Märchenakademie 2016

Die Märchencharaktere verhalten sich meist nicht der Erwartung gemäß. Titus und Rabea müssen ganz schön improvisieren, um Gefahren zu meistern und Probleme zu lösen. Das Rumpelstilzchen ist der einzige Charakter, der unverschlechterlich so agiert, wie es im Märchenbuche steht.

Nach einem Jahr und vielen unfreiwilligen Tanzstunden mit Rabea kehrt Titus an die Märchenakademie zurück; sein Professor lobt ihn besonders dafür, daß er die Freundschaft einer Elfe gewonnen hat …

Der geheimnisvolle Autor erzählt das Märchen im Märchen vergnüglich-humorvoll und mit metafiktiven Randbemerkungen, die „interprosaische“ Dialoge zwischen dem Erzähler und Titus sowie die direkte einbeziehende Ansprache der Leser ermöglichen. Die metafiktiven Einlassungen tragen zur Verzauberung des Leseerlebnisses bei und regen zu eigenen Reflexionen an.

Stilistisch bedient sich der Autor einer sprachlichen Kombination aus klassischem Märchenton und maßvoller Umgangssprache sowie amüsanten Wortspielen, witzig-rätselhaften Wortabkürzungen und anspielungsreichen Namensschöpfungen. Für zusätzliche Spannung und Heiterkeit bürgen die überraschenden, oft untypischen Verhaltensweisen der Märchenfiguren und die Beziehungsdynamik zwischen Rabea und Titus.

Voraussetzung für diesen märchenselbstironischen Lesegenuß ist selbstverständlich, daß Kinder mit den Originalmärchen vertraut sind! Das hoffe ich jedenfalls. Denn eine Kindheit ohne Märchen ist zwar möglich, aber eigentlich eine unmögliche Kindheit.

In „Titus und der verwunschene Wald“ wird ebenso anschaulich wie anregend vorgespielt, wie vielseitig sich der klassische Märchenschatz  weiterspinnen und in andere Darstellungsformen übersetzen läßt. Das zeitlose Element der Märchen kann sich mit modernen musischen Ausdrucksformen durchaus fruchtbar verbinden, wie man an den im Buch vorgestellten Märchen-Rap-Liedtexten ablesen kann. Zwei Refrains aus dem Rapunzellied mögen dies demonstrieren:

» Rapunzel lass dein Haar herunter!
Hier draußen wär‘ dein Leben bunter.
Rapunzeldidunzeldipunzeldidu,
niemand singt so traurig wie du.

Rapunzel lass Dein Haar herunter!
Jetzt wird dein Leben endlich bunter.
Rapunzeldidunzeldipunzeldidu,
niemand singt so fröhlich wie du. «

(Seite 103/104)

Wenn eine solche Märchenzubereitung heutigen Kindern die Beschäftigung mit Märchen schmackhaft macht und sie darüber hinaus dazu animiert, sich zum Mitgestalter märchenhafter Inszenierungen „ausbilden“ zu lassen und eine Karriere als Märchenerzähler anzustreben, dann finde ich das ganz zauberhaft. So ist „Titus und der verwunschene Wald“ zugleich ein originelles, spannendes, phantasieanstiftendes und vergnügliches Kinderbuch und ein charmant-verlockender Botschafter für die Märchenakademie.

 

Eine fast zwanzigminütige Vorleseprobe kann man hier belauschen:
http://maerchenakademie.de/buch/

 

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Illustration Mirjam Zels © Märchenakademie 2016

 

Der Autor:

»Theodor Serapion ist ehemaliger Schüler der Märchenakademie. Mehr über ihn findet sich auf seiner Webseite: www.theodor-serapion.de

Die Illustratorin:

«Mirjam Zels lebt in Hamburg und illustriert und schreibt preisgekrönte Kinderbücher, unter anderem für Carlsen und für die Märchenakademie. www.mirjamzels.de «

Die Märchenakademie:

Die Märchenakademie gibt es wirklich. Sie hat ihren Sitz in Bamberg.
»Die Märchenakademie bildet aus! Schülerinnen und Schüler der 3. bis 6. Schulklassen können bei der Märchenakademie mitmachen und sich zu wunschpunschgenialen Märchenexperten ausbilden lassen: in Workshops, auf der Webseite und in weiteren Spiel- und Lernformen, die an der Universität des Saarlandes entwickelt werden!
Alle Informationen darüber gibt’s auf unserer Webseite www.maerchenakademie.de

 

PS:
Die Künstlerin Petra Pawlowsky hat auf ihrer Webseite „da sein im Netz“ https://pawlo.wordpress.com/ das Projekt KINDER IM AUFWIND initiiert.

In ihren eigenen Worten: »Fragt Ihr Euch auch manchmal, wie unsere Kinder all das verkraften, was an Nachrichten auf sie einstürzt?  Wie sie mit dem anspruchsvollem Leistungsdruck, der Hetze im Alltag, den Medien, den stumpfen Blicken vieler Erwachsener um sie herum zurechtkommen? Wie wir ihnen eine Basis geben können, gelassen, selbstsicher und hoffnungsvoll zu leben und in die Zukunft zu schauen? Eben im Aufwind zu bleiben…«

https://pawlo.wordpress.com/2016/08/18/kinder-im-aufwindchildren-upwind/

Sie lädt weitere Blogger dazu ein, thematisch passende Texte, Bilder, Fotos, Musik, Gemälde, digitale Kunst, Gedichte, Lieder, Zitate usw. per Linkhinweis ergänzend hinzuzufügen.

Da ich der kindheitsselbsterfahrenen Überzeugung bin, daß Märchen ein elementarer Bestandteil heilsamer Herzensbildung sind und daß der kindliche Geist von Märchen beflügelt wird, reihe ich meine Rezension von „Titus und der verwunschene Wald“ gerne bei KINDER IM AUFWIND ein.

 

 

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58 Kommentare zu “Titus und der verwunschene Wald

  1. Wieso hat man mir bei der Berufsberatung damals nichts von der Märchenakademie erzählt ?!! Wie schade. Oder sollte es doch noch nicht zu spät sein ? Das klingt sooo toll 🙂 Eine schöne Geschichte hast du uns da beschrieben und wie du sagst: eine Kindheit ohne Märchen ist eigentlich keine Kindheit !! Danke für die vielen märchenhaften Anregungen. So manches Märchen hab ich im Laufe der Zeit jedoch vergessen. Da kenne ich nur noch die Titel, aber wie die Geschichten gehen…..ich muß wohl mal wieder ins Märchenbuch gucken. Märchenhafte Grüße !

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  2. Das klingt nach einem märchenhaftcoolen Bilderbuch. Dass hätte mir sicherlich auch Spaß gemacht zu lesen… So ein Märchenabenteuerjahr hätte ich auch gerne gehabt, wenn schon Hogwarts nicht funktioniert hat 😉

    Gefällt 1 Person

    • Ja, genau! Ich plädiere für ein altersunabhängiges freiwilliges Märchenjahr (incl. bedingungslosen Grundeinkommens) zur Verfeinerung und Reifung der Herzensbildung und Selbsterkenntnis. 😉

      PS:
      „Titus und der verwunschene Wald“ ist kein Bilderbuch, sondern schon ein Kinderbuch mit viel Text und nur einigen Bildern!

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  3. Soviele hübsche Sterntaler-Kommentare in deinem Schürzchen, liebe Ulrike! ich glaub, es reicht dir für heute, sonst gehst du noch in die Knie. Aber schöööön wars, bei dir in der Märchenstunde. (ich habe diese Woche drei mal „es war einmal“ im Mitmachblog gesagt).

    Gefällt 2 Personen

    • „Sterntaler-Kommentare“ – das hast Du SEHR schön und trefflich ausgedrückt, liebe Gerda.
      Die märchenhafte Kommentarresonanz ist wirklich überwältigend und erfüllt mein Herz mit Dankbarkeit und Sinn!
      Herzensgruß von mir zu Dir ❤

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  4. Liebe Ulrike, von wegen feenstaubig! Wie immer hast Du mich direkt verzaubert und in die Welt der Märchenakademie eintauchen lassen. Du beschreibst dieses wundervoll-fröhlich-nachdenkliche Werk wie immer sehr lebendig. Die Worte schwingen sich auf und werden zu Bildern und am Ende hast Du einen ganzen Film gedreht 😉 (jedenfalls in meinem Kopf und Herzen). Danke für Deinen herzensbildenden, beflügelnden Bücherfeen-Beitrag! Nicht nur die Kinder werden es Dir danken :-). Herzlichste Märchengesänge für Dich 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Bettina,
      danke, daß Du mich zur Regisseurin und Drehbuchschreiberin befördest und hier so beschwingt mein Loblied singst!
      Märchen liegen mir einfach.
      Freudig feenflügelflatternde Grüße von der Bücherfee an die Klangfee 🙂

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      • Liebe Bücherfee, wenn ich das so feenfrech behaupten darf – Märchen liegen Dir nicht nur, Du erweckst sie zum Leben :-)! Ich singe gerne immer wieder ein neues Loblieb auf Deine Vielsaitigkeit :-). Herzlichste Grüße von mir zu Dir 🙂

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    • Liebe Belana Hermine,
      ich danke Dir für Deine harmonische Resonanz auf die Märchenthematik.
      Ganz besonders herzerfreut mich, daß Dir mein Fazit: „Eine Kindheit ohne Märchen ist zwar möglich, aber eigentlich eine unmögliche Kindheit.“ besonders gefällt. Dies ist für mich im Zusammenhang mit dieser Rezension ein Schlüsselsatz.

      Gefällt 2 Personen

  5. Sehr hübsche Illustrationen. Den gestiefelten Kater mag ich am liebsten, oder gehört er zusätzlich zu den Bremer Stadtmusikanten? 🙂
    Ach, manchmal wünschte ich mich wieder in diesem Alter zurück. Danke für diesen märchenhaften Kurztrip 😉

    Gefällt 2 Personen

  6. Liebe Ulrike,
    die Kunst der märchenhaften Vorstellung und Zusammenfassung – nicht nur von Kinderlektüre – verstehst du gar meisterlich! Die Akademie hattest du also nicht nötig, derweil du wahrscheinlich als Kind des nachts von Feen, Elfen und Zwergen Privatunterricht bekommen hast. Dein Foto zeigt einen deutlichen Hang zum Reich der Nymphen! Deine Buchauswahl scheint von hilfreichen Naturgeistern inspiriert und feinsinnigst und vergnüglich für uns aufbereitet zu werden.
    Der Feenstaub lässt meine Augen schon
    zum Dornröschenschlaf sich schließen.
    Drum will ich
    aus der Ferne dich
    noch schnell ganz herzlich grüßen.
    😉 Heidrun

    Gefällt 3 Personen

    • Danke, liebe Heidrun,
      für Deinen einfühlsamen Kommentar und Deine Wertschätzung meiner Buchbesprechungen.
      Mein Gravatarfoto zeigt mich am Ufer des Marmara-Meeres in zarten Alter von vier Jahren…

      Tatsächlich hatte ich als Kleinkind regelmäßig kurz vorm Einschlafen Besuch von einem Zwerg, der sich ganz feundlich-ernsthaft mit mir unterhielt, und wenn er mich am Ohr kitzelte, schlief ich sanft ein.

      Einen herzlichen Gutenachtgruß sendet Dir die Bücherfee 🙂

      Gefällt 4 Personen

  7. Liebe Ulrike, allein deine Beschreibung hat mich schon gefesselt. Ich waere uebrigens selber gern auf eine solche Maerchenakademie gegangen, allein schon um eine schnippische Fee zu treffen.. Liebe Grüsse von mir zu dir.

    Gefällt 3 Personen

  8. Da fällt mir so gut wie spontan der schöne Satz von Frank Zappa ein: «Jazz ist not dead, it only smells funny.» Irgendwie lässt sich der ja auch in die Märchenwelt übertragen. Nichts gegen die traditionell überlieferten Märchen und Sagen. Ich verfüge selber über eine vieltausendseitige Sammlung davon, die ich nicht missen möchte und in die ich immer wieder gerne eintauche. Aber es kommen da doch sehr viele Klischees vor, denen ein unerquicklicher Verwesungsduft anhaftet. Und die armen Protagonisten befinden sich zu oft in Geiselhaft der allgemeinen Vorstellung, dass sie so und nicht anders zu sein hätten. Eine ordentliche Brise frischen Windes kann da nur willkommen sein. Wer möchte schon an einem verschimmelten Uraltlebkuchenhäuschen „knuspern?“ Also sämtliche Daumen hoch für dieses Buch – und für die Märchenakademie.
    Eine wunderbar erfrischende und anregende Buchbesprechung. Dafür gibt’s eine Auszeichnung von der Bärchenakademie:
    🐻 🐻 🐻 🐻 🐻

    Gefällt 8 Personen

    • Vielen Dank für Deinen ganz und gar nicht knusperknausrigen Kommentar, Dein lebhaftes Leselob und für die ausgezeichneten Blumen – ähm- Bärchen. 🙂
      Es ist schön, daß Du Dich auch für die Idee der Märchenakademie begeistern kannst!
      Feenflügelflatternde Grüße von der Bücherfee 🙂

      Gefällt 4 Personen

      • Das bärige Lob ist absolut verdient. Sowohl für die Hinweise auf Buch und Akademie, als auch die feinfein gewebte Rezension. 🙂
        Die Fähigkeit zu Erzählen und Fabulieren gehört meines Erachtens zu jener Art von Zivilisation, die tief im Herzen der Menschen wurzelt. Sie hat also eine ganz andere Qualität als die potemkinschen Dörfer, die uns oft unter dem Schwindeletikett der Zivilisation verkauft werden. Vor diesem Hintergrund ist eine Märchenakademie eine wahrhaft WELTbewegende Idee.
        Mit einem honigsüßen* Abendgruß… 🙂
        [*der vielleicht nicht nur die Bären frohlocken lässt…]

        Gefällt 6 Personen

      • Die Kenntnis von Märchen und auch der spielerische Umgang mit ihnen gehört unbedingt zur weltbewegenden HERZENSBILDUNG, das sehe ich wie Du. Und ich kann es aus eigener Erfahrung bestätigen.

        Ich habe als Kind sehr gerne Märchen nachgespielt. Die Rollen der sieben Zwerge, der bösen Stiefmutter und des Prinzen übernahm meine Mutter, und ich mußte natürlich die Prinzessin bzw.Schneewittchen sein.
        Meine Mutter schmunzelt mir noch heute davon vor, wie überzeugend ich nach dem Biß in den Apfel dahinsank, um wieder wachgeküßt zu werden.

        Mit meiner Mutter habe ich die klassischen, europäischen Märchen „wiedergekäut“, und mein Vater hat mir Märchen aus Tausend-und- einer-Nacht nacherzählt und sich für mich eigene Abenteuergeschichten ausgedacht und sie mir in Episoden erzählt.

        So gesehen, bin ich einfach prädestiniert für die Märchenakademie!

        Mit einem apfelkauenden Abendgruß
        die Bücherfee 😉

        Gefällt 3 Personen

      • Lieben Dank fürs anschauliche Erzählen deiner lebendigen Märchenerinnerungen. Deine Affinität zu Kinderbüchern und natürlich ihren Inhalten ist also so etwas wie ein roter Faden in deinem Lebensgewebe.
        Wie ich das sehe, braucht es dringend eine Märchenakademie mit Zugang für Jedermensch. Sozusagen dem alterslos-unsterblichen inneren Kind gewidmet. 🙂

        Gefällt 5 Personen

  9. Liebe Ulrike,

    Du hast nun schon so viele Märchen so herrlich besprochen und ich wartete immer auf den Augenblick, wann du sie dem Projekt “ Kindern im Aufwind “ widmest…Die Bereitschaft vielleicht noch mal etwas bei den „Kindern im Aufwind“ beizutragen, hattest du ja bereits signalisiert…
    Das hier ist nun eine ganz besonders großartige Gelegenheit, weil es ja nicht nur um ein bestimmtes Märchen geht, sondern auch um Märchen allgemein und um Märchenkenntnisse, vielleicht sogar um das Mitmachen bei der Akademie! Magst du es nicht mit dem Projekt verlinken? Lass Dich nicht lange bitten! 😉
    Ich habe auch gerade etwas Neues „Aufwindiges“ veröffentlicht und es folgt gleich noch ein, wenn nicht ein weiterer Beitrag dazu, so dass das Augenmerk jetzt wieder mehr darauf gerichtet ist. Bist du dabei??? Ich würde mich sehr freuen und so manches Kind hätte vielleicht ein schönes Weihnachtsgeschenk!?

    Liebe Grüße, Petra

    Gefällt 5 Personen

      • Liebe Ulrike,

        nun hast du dir auch noch Mühe mit deiner einleitenden Präsentation und Werbung für das Projekt gemacht! Da auch ich von der Kraft der Märchen überzeugt bin, freue ich mich, dass hier eine Brücke zwischen dem, was nicht mehr zeitgemäß ist, und dem, was „zeitlos und universal“ daran ist, gebaut wird. Die phantasievolle, farbenprächtigen Seelenbilder, poetische Erfahrungsschätze und Grundmotive in den Märchen können bei Groß und Klein die Seele heilen, nähren und stärken und tun das weltweit.. Ja, wir können Kinder auffordern, ihre eigenen Märchen zu schreiben, was ich z.B. immer wieder mal getan habe… als Hilfe in Krisenzeiten…
        In diesem Sinne noch einmal ganz, ganz herzlichen Dank!

        Gefällt 2 Personen

      • Gern geschehen, liebe Petra.
        Und die einleitende Präsentation finde ich – auch als Wiederholung – wichtig, damit „Kinder im Aufwind“ sich herumspricht und weitere Kreise ziehen kann.
        Vielleicht finden sich so unter meinen Blogbesuchern noch andere Mitmacher für Dein löbliches Projekt oder die Leser klicken sich durch die gesammelten Links und finden Kinderseelennahrung.
        Herzensgruß von mir zu Dir 🙂

        Gefällt 1 Person

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