Löwen zählen

  • Tiere der Wildnis ganz nah
  • Illustrationen von Stephen Walton
  • Text: Katie Cotton
  • Mit einem Vorwort von Virginia McKenna
  • Originaltitel: „Counting Lions“
  • Aus dem Englischen von Brigitte Elbe
  • Verlag Freies Geistesleben  Februar 2016   http://www.geistesleben.com
  • Format: 28 x 34 cm
  • 32 Seiten
  • gebunden, Fadenheftung
  • 19,90 € (D), 20,50 € (A)
  • ISBN 978-3-7725-2790-6
  • ab 5 Jahren
    Countin_Lions_U1.indd

HIER  ZÄHLT  DAS  LEBEN

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Worte verblassen angesichts der stillen Schönheit dieser Bilder!

Stephen Walton ist ein Künstler, dem eigene und fremde Fotografien als Vorlage für seine Kohlezeichnungen dienen. Seine Tierzeichnungen sind sehr lebendig und geben die Texturen von Fell und Gefieder sowie die artspezifische Körpersprache wunderbar plastisch wieder. So echt und dreidimensional erscheinen die aufgeblätterten Tiere, daß man unwillkürlich versucht, sie zu streicheln.

Es werden keine dramatischen Szenen dargestellt, sondern ruhige, friedlich-aufmerksame Momentaufnahmen; gleichwohl haben sie eine starke Ausstrahlung ungezähmter, freier und würdevoller Wildheit.

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llustration Stephen Walton © Verlag Urachhaus 2016 „Löwen zählen“

Ehrfurcht und Staunen wachsen von Seite zu Seite. Es gibt keine Handlung, sondern einfach nur kurze, meditativ-poetische Bildbeschreibungen. Faszination und Spannung entströmen der beinahe atmenden, körperlichen Nähe zu den abgebildeten Tieren.

Gezeigt werden ein Afrikanischer Löwe, zwei Berggorillas, drei Giraffen, vier Tiger, fünf Afrikanische Elefanten, sechs Äthiopische Wölfe, sieben Kaiserpinguine, acht Unechte Karettschildkröten, neun Gelbbrustaras und zehn Steppenzebras.

Bei der Betrachtung dieser Tiere geht es indes nur beiläufig ums Zählen, sondern recht eigentlich geht es darum, Mitgefühl zu wecken.

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llustration Stephen Walton © Verlag Urachhaus 2016 „Löwen zählen“

 

Auf den letzten vier Seiten des Bilderbuches gibt es zoologische und ökologische Hintergrundinformationen zu den vorgestellten Tieren sowie deutliche Hinweise auf den jeweiligen Schutzstatus und die Bedrohung ihres Lebens und Lebensraumes durch den Menschen und weiterführende Links zu Naturschutzorganisationen. Das eindringliche Vorwort der Naturschützerin Virginia McKenna unterstreicht die Schutzbedürftigkeit der Wildtiere und die damit verbundene Verantwortung des Menschen.

Die eindrücklichste Qualität, die das vorliegende  Bilderbuch auszeichnet, liegt jedoch in der feinsinnlichen Bildersprache von Stephen Walton, der es mit ihrer intensiven Präsenz nachhaltig gelingt, große und kleine Betrachter zu respektvoller Naturverbundenheit zu animieren.

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llustration Stephen Walton © Verlag Urachhaus 2016 „Löwen zählen“

Der Illustrator:

»Stephen Walton ist Betreuer und Fotograf im Bury Art Museum in Manchester. Seine künstlerische Ausdrucksform und seine Technik haben sich parallel zu seiner Liebe für die Fotografie herausgebildet. Er wurde als Wildlife Artist des Jahres 2013 ausgezeichnet.«

Die Autorin:

»Katie Cotton, die an der Universität Oxford Englisch studiert hat, war im Bildungsbereich tätig. Bevor sie anfing, Bilderbücher für Kinder zu schreiben und herauszugeben.«

 

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55 Kommentare zu “Löwen zählen

  1. Liebende Ulrike

    Ich bewundere die Zärtlichkeit
    Die der Zeichner dem Papier
    So leichthin schenkt
    Und das Tier in mir
    Sieht sich angerührt

    Ich gehöre nicht zu den Seelen
    Die abends Schäfchen
    Zählen schlaflos im Bett
    Mir sind es Wölfe
    kraftvoll dabei nett…
    lacht

    Kannst Du gelegentlich bitte eine Buchbesprechung von

    „Ein Kurs in Wundern“

    schreiben dann freue ich mich ganz arg

    dankend
    Dir Joachim von Herzen
    Du bist gesegnet

    Gefällt 1 Person

    • Lieber, schelmischer Joachim,
      danke für Deine
      freundlich-raubtierische
      Resonanz auf „Löwen zählen“.
      „Ein Kurs in Wundern“ müßte ich erst einmal aufwendig selbst absolvieren, bevor ich ihn auch nur ansatzweise buchbesprechen könnte.
      Ich glaube, das wird bei mir in diesem Leben nix mehr.
      Herzensgruß von mir zu Dir 🙂

      Gefällt 2 Personen

  2. Liebe Ulrike, Du kannst nicht nur einzigartig Texte anderer vorstellen…..ich bin fasziniert von Deinem/Euren (flowermaid) Foto -Gedicht Projekt… ihr ergänzt euch unglaublich.
    Und zu diesem Buch… so sehe ich aus, wenn ich Hunger habe……. man hätte das Buch auch, das Leben zählen nennen können….. ich frage mal meine kleine Fachfrau.
    Liebe Grüße, Ann

    Gefällt 2 Personen

  3. Liebe Ulrike, da ich ja auch Kinderbücher sammele, musste ich dieses Kleinod nach Erscheinen sofort ordern, es ist einfach zauberhaft. Kennst Du Quint Buchholz, der ähnlich fotorealistische Bilder malt und wunderschöne Kinderbücher veröffentlicht hat?
    Ich freue mich schon jetzt, irgendwann mit dem Enkel auf Bücherschatzsuche zu gehen.
    Lieber Gruß an Dich und Dank für das Vorstellen hier.
    Karin

    Gefällt 4 Personen

  4. Wundervolle Bilder, Zeichnungen so schön, als könne man/frau sie so gar nicht hinbekommen.
    Ein irres Talent schlummert in diesem Mann, aber hier hat es nicht mehr geschlummert, er zeigt es, und schon bei den wenigen Zeichnungen bei Dir, liebe Ulrike, ist es so deutlich zu erkennen. Wie muß erst das Buch damit geschmückt sein, und wie ich Deinen Worten entnehme, ist auch der Text künstlerisch passend und poetischer Natur.
    Ein Buch nach meinem Herzen.

    LG am Abend zu Dir von Bruni

    Gefällt 4 Personen

  5. Mir gefallen diese Kohlezeichnungen sehr, Ulrike, und ich bewundere dabei gleichzeitig enorm die Fähigkeit des Illustrators, jedem seinerLebewesen einerseits so eine Lebendigkeit zu schenken, diese Intensität einzuhauchen (man spürt die Blicke und sieht förmlich den Puls schlagen) und andererseits zu erreichen, dass dennoch eine unglaubliche Ruhe ausgestrahlt wird. Diesen – wie du es auch nennst – friedlich anmutenden und „meditativ-poetischen“ Charakter, der stets zu finden ist. Toll!
    Offenbar noch mehr als nur ein Bilderbuch, wenn gleichzeitig noch wertvolle Information mitgeliefert wird.
    Eine wieder einmal sehr informative und ansprechende Rezension und eine feine Wahl!

    LG Michèle

    Gefällt 4 Personen

    • Liebe Michèle,
      auch ich war eine unmittelbare BLICKGEFANGENE dieser besonderen, atmenden Kohlezeichnungen.
      Danke für Deine reges Interesse und Deine lobende Zustimmung!
      Gutenachtgruß von Ulrike

      Gefällt mir

    • Danke für Deine Hochachtung, lieber Arno!
      Da Du selber zeichnest, hast Du wohl den Kennerblick für die Mühe des „Handwerks“.
      Stephen Walton erwähnt in der künstlerischen Notiz am Ende des Buches, daß er sehr viel Zeit für eine Zeichnung braucht und, daß er gerne daran arbeitet, „die besonderen Eigenschaften der Kohle herauszuarbeiten“…

      Gefällt 3 Personen

      • Meine praktische Erfahrung mit Kohle beschränkt sich auf eine frühe Kindheit mit Kohleofen (heimelige Wärme übrigens), gleichwohl kann ich den Kohlezeichnungen den Schattierungsfarbenreichtum ansehen.
        (Welche Korrektur 😉 ? Kann doch mal passieren beim Tippeditippen … )

        Gefällt 1 Person

  6. Staunstaun! Es lässt sich nicht nur mit Kunst Kohle machen, sondern auch mit Kohle Kunst machen. Und es ist sicher auch eine Kunst, mit Kohle Kunst zu machen, mit der man zumindest so viel Kohle machen kann, dass man weiter mit Kohle Kunst machen kann.
    Was ich aber eigentlich sagen wollte: Die Schneehühner sind ja so richtig knuddelig. 🙂
    Und die ganz besondere Kunst des Stephen Walton ist – Kohle hin oder her – das, was du die feinsinnliche Bildersprache nennst. Während Fotografien zwar sehr präzise sind, gleichen sie doch irgendwie einem ungespielten Notentext – diese Zeichnungen dagegen sind eine persönliche und sehr lebendige Interpretation. Die dargestellten Tiere sind nicht einfach imposante oder hübsche Motive – sie werden in ihrer beseelten Wesentlichkeit gezeigt.

    Gefällt 5 Personen

    • *schmunzelschmunzel*
      Danke für Deinen amüsant- wortverspielten Kommentar und Deine feinsinnige BildbetrachtungsWEISE, die mir aus der Seele spricht.

      Manchmal habe ich das Gefühl, daß Du mir irgendwie (telepathisch?) beim Rezensionenschreiben schon über die Schulter gelinst hast … 😉

      Gefällt 3 Personen

      • Es freut mich immer wieder, wenn die Dinge so wunderbar zusammenpassen. Dass es zufällig genau dann, wenn eine neue Buchbesprechung erschienen ist, konveniert, ein Wörterl mitzureden. Und dass dies zufällig noch so ausfällt, dass eine harmonische Resonanz entsteht. 🙂
        [Das mit dem telepathisch über die Schulter linsen sollte eigentlich ganz unauffällig und ergo unentdeckt geschehen. Aber bei Menschen mit sensiblen Antennen ist es nicht so leicht (um nicht zu sagen äußerst unleicht), unbemerkt zu bleiben.]

        Gefällt 3 Personen

Sie dürfen gerne ein Wörtchen mitreden, wenn's konveniert!

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