Jane Eyre

  • von Charlotte Brontë
  • Hörspiel
  • Hörspielbearbeitung und Regie: Christiane Ohaus
  • Übersetzung: Gottfried Röckelein
  • Buchvorlage: Manesse
  • Musik: Annie Whitehead, Ramesh Shotham
  • Produktion: Saarländischer Rundfunk / Deutschlandradio Kultur /
  • Norddeutscher Rundfunk / Radio Bremen 2005
  • erschienen beim Hörverlag   Januar 2016   http://www.hoerverlag.de
  • 3 CDs in Pappklappschuber
  • Laufzeit: 3 Stunden 50 Minuten
  • 19,99 € (D), 19,99 € (A), 28,50 sFr.
  • ISBN 978-3-8445-2067-5

Die Rollen und ihre Darsteller:

Jane Eyre: Sascha Icks                                      Edward Rochester: Christian Redl
Jane als Kind: Marike Petrich                            Mrs Reed: Angelika Thomas
Mr. Brocklehurst: Dietrich Mattausch            Lehrerin: Gabriele Möller-Lukasz
Miss Temple: Dorothea Gädeke                      Helen Burns: Franziska Schubert
Mrs. Fairfax: Witta Pohl                                     Adèle Varens: Lea Sanft
Lady Ingram: Uta Hallant                                  Blanche Ingram: Katharina Burowa
Richard Mason: Jens Wawreczeck                   Briggs: Siegried W. Kernen
Pfarrer Wood: Wolfgang Schenk                     St. John Rivers: Sylvester Groth
Diana Rivers: Gabriela Maria Schmeide         Miss Oliver: Verena Güntner
Wirt: Günter Kütemeyer

Jane Eyre von Charlotte Bronte

Jane Eyre von Charlotte Bronte

EMANZIPATION  DES  HERZENS

Hörbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Heute (21. April 2016) ist der 200. Geburtstag von Charlotte Brontë. Da liegt es nahe, zur Feier und zum Gedenken ihrem berühmtesten Werk, Jane Eyre, nachzulauschen. Und so können wir mit dem vorliegenden Hörspiel einige Stunden mit Jane Eyre leben, leiden, lernen und lieben.

Trotz Textkürzung ist die Essenz der Jane-Eyre-Geschichte in der Hörspielbearbeitung von Christiane Ohaus nicht verwässert, sondern sehr konzentriert wiedergegeben. Gelegentliche Ausrutscher in meiner Hörsicht nach zu moderne Redewendungen wollen wir mit Nachsicht hinnehmen, da das Hörspiel gleichwohl insgesamt weitgehend entsprechend dem Sprachstil seiner Entstehungszeit inszeniert worden ist.

Die schicksalhaften Verästelungen, maßgeblichen Beziehungsdynamiken, atmosphärischen Szenerien und aufwühlenden Herzensregungen dieser komplexen Geschichte werden in der Hörspielfassung in geschickter Raffung einbezogen und stimmungsvoll sowie musikalisch untermalt wiedergegeben.

Fast alle meine Lieblingsszenen aus Jane Eyre kommen zu Wort: Janes Widerrede an Mr. Brocklehurst, die erste Begegnung zwischen Jane und Edward und ihre spätere Diskussion über die Bedeutung von Geschenken und Schönheit, die erste berührende Annäherung mit den deutlich zarteren, zugeneigten Tönen, nachdem Jane bei einem mysteriösen, nächtlichen Zimmerbrand Edwards Leben gerettet hat, die überraschende Verwandlung eines Abschiedsgespräches in eine wahrhaftige Liebeserklärung … Ach, soviel unvergeßliches Herzklopfen …

Die Sprecherinnen und Sprecher sind hervorragend und verstimmlichen die Charaktere ausgesprochen authentisch. Besonders hervorzuheben sind Sascha Icks, die eine zugleich verletzlich-sehnsüchtige, mauerblumig-leidenschaftliche und vorwitzig-kluge Jane Eyre gib, sowie Christian Redl, dem die zynische Weltläufigkeit, brummige Nonchalance und warmherzig-herrische Wesensart Edward Rochesters stilecht gelingt. Auch Sylvester Groth läßt sich überzeugend auf seinen Rollencharakter ein und spielt einen religiös-selbstgefälligen St. John Rivers, dessen kleinkarierte Herzensgröße nur noch vom missionarischen Berufungseifer übertroffen wird.  

Jane Eyre kennt doch wohl hoffentlich jeder – wenigstens aus einer der zahlreichen Verfilmungen? Sollte es hier tatsächlich Leserinnen geben, die ihre Geschichte nicht kennen? Nun, so will ich eine kurze ROMANtische Orientierung verfassen:

Jane Eyre ist die Frucht einer unstandesgemäßen Liebesheirat. Ihre Mutter war eine Tochter aus reichem Hause und heiratete gegen den Willen ihrer Familie einen armen Geistlichen. Sie wurde von der dünkelhaften Familie enterbt. Als Jane Eyre erst wenige Monate auf der Welt ist, sterben ihre Eltern kurz hintereinander an Typhus.

Mr. Reed, der Bruder der Mutter, nimmt das Waisenkind in seinem Hause Gateshead Hall auf. Die Tante, Mrs. Reed, duldet das Kind, aber sie hat keinen Funken Liebe oder Mitgefühl für Jane Eyre. Und auch die drei Kinder von Mrs. Reed behandeln Jane Eyre von oben herab, kaltherzig, grausam und ablehnend.

Jane Eyre ist ein eigenwilliger Charakter; äußerlich klein und unscheinbar, verfügt sie über einen wachen und erstaunlich unabhängigen Geist und eine sehr aufrichtige Art, ihre Meinungen und Ansichten zu äußeren und unbequeme Fragen zu stellen.

Dies wird von Mrs. Reed als Zeichen von Unverschämtheit und Bosheit gewertet, und nachdem Mr. Reed gestorben ist, schickt sie Jane Eyre nach Lowood, einem Internat für die strenge „Aufzucht“ und Erziehung zukünftiger Gouvernanten und Dienstmägde.

Der selbstgefällig-puritanische Leiter dieser Institution, Mr. Brocklehurst, fragt die zehnjährige Jane Eyre, ob sie wisse, daß böse Menschen und unartige kleine Mädchen nach dem Tode in die Hölle kämen und was sie zu tun gedenke, um nicht dorthin zu kommen. Sie antwortet, daß sie sich bemühen würde, gesund zu bleiben und nicht zu sterben. Mit dieser Antwort macht sie sich bei Mr. Brocklehurst nicht gerade beliebt, zeugt sie doch von unabhängigem Denken und wenig Gottesfurcht.

In Lowood findet Jane eine liebe Freundin, Helen Burns, und sie trifft immerhin auf eine mitfühlende und förderliche Lehrerin, Miss Temple, und so entwickelt sich Jane Eyre, trotz der entbehrungsreichen Lebensbedingungen, zu einer sehr guten Schülerin, und nach sechs Jahren unterrichtet sie selbst als Lehrerin an dieser Schule.

Zwei Jahre später ist die Sehnsucht, mehr von der Welt zu sehen und neue Erfahrungen zu machen, so groß geworden, daß Jane eine Stellung als Gouvernante in Thornfield Hall antritt.

Sie wird von der freundlich-mütterlichen Haushälterin Mrs. Fairfax sehr warmherzig empfangen und bekommt in dem weitläufigen, burgartigen Herrenhaus ein schönes eigenes Zimmer in der Nähe des Kinderzimmers. Für Jane ist Thornfield Hall mit seiner vornehm-luxuriösen Ausstattung und der freundlich-zugewandten Mrs. Fairfax  ein ungewohnt angenehmes Zuhause.

Für ein Jahresgehalt von 30 Pfund widmet sie sich der Erziehung und Unterrichtung der knapp zehnjährigen Adèle Varenz, der Mündeltochter des Hausherrn. Der Hausherr, Mr. Edward Rochester, ist viel auf Reisen, und die ersten Monate bekommt Jane ihn nicht zu Gesicht. Das Einvernehmen mit ihrer Schülerin ist gut, und Jane lebt sich ein.

Die erste Begegnung mit Mr. Rochester findet zufällig außerhalb von Thornfield Hall statt. Jane macht einen Spaziergang, und Mr. Rochester trabt zu Pferde auf dem gleichen Wege, das Pferd scheut und wirft seinen Reiter ab. Jane eilt dem gestürzten Herrn zu Hilfe und weiß nicht, daß sie ihren Arbeitgeber vor sich hat, und dieser stellt erst im Verlaufe ihres Gespräches fest, daß sie seine Angestellte ist, was er schmunzelnd zur Kenntnis nimmt, ohne seine Identität preiszugeben.

Erst am Abend stellt Mrs. Fairfax offiziell Mr. Rochester und Jane Eyre einander vor und lauscht erstaunt dem schlagfertigen Dialog der beiden, als Mr. Rochester scherzhaft bemerkt, seine Verstauchung verdanke er Jane Eyre, die wie eine Feengestalt aus der Märchenwelt plötzlich auf seinem Heimweg aufgetaucht sei.

Mr. Rochester, der schon einige schmerzliche zwischenmenschliche Enttäuschungen hinter sich hat und eine verbitterte Welt- und Menschensicht pflegt, hat oft einen schroffen, befehlsgewohnten Umgangston, aber er ist gleichwohl ein verantwortungsbewußter und im tiefsten Herzen warmherziger Mensch.

Jane Eyre neigt nach wie vor dazu, unverblümt ihre Meinung zu vertreten, und sie ist bei aller Dienstbarkeit keineswegs unterwürfig oder eingeschüchtert. Ihre selbstbewußte Eigenwilligkeit, ihr Scharfsinn, ihre spröde Würde, stolze Unabhängigkeit, ihre Zartheit und ihre echte Herzensgüte beeindrucken Edward Rochester.

Jane und Edward liefern sich regelmäßig unkonventionell-offene und dezent-schelmische Wortgefechte. Zwischen den beiden wächst – trotz des Rang- und Altersunterschieds –  eine tiefe, unausgesprochene Nähe. Jane fühlt sich von Edward angenommen und geachtet.

Der Hausherr und die Gouvernante sind wechselseitig voneinander fasziniert und seelenverwandtschaftlich angezogen. Doch bis zum erfüllten Liebesglück ist es noch ein beschwerlicher Weg; familiäre Verstrickungen und ein plötzlich aufgedecktes Geheimnis verhindern ihre geplante Heirat abrupt vor dem Traualtar.

Denn Edward Rochester ist an eine verrückte Ehefrau gebunden, die in einem Turmzimmer auf Thornfield lebt und von einer Pflegerin bewacht wird. In jungen Jahren war Mr. Rochester aus mitgiftlichen Gründen von seinem Vater in eine arrangierte Ehe mit der Tochter eines Geschäftsfreundes aus Jamaica hineinmanövriert worden. Erst nach der Heirat wurde ihm die Geistesgestörtheit seiner Gattin offenbart.

Nach dem Tode seines Vaters kam Edward zurück nach England und brachte seine Frau unter strengster Geheimhaltung in Thornfield Hall unter. Auf ausgedehnten Reisen durch Europa machte er sich erfolglos auf die Suche nach Liebe, nahm sich schöne Maitressen und kehrte schließlich ernüchtert, verbittert und tief enttäuscht nach Thornfield zurück und traf auf dem Heimweg am Wegesrand auf Jane Eyre.

Edward fleht Jane an, ihn nicht zu verlassen, sondern unehelich mit ihm auf seinem Gut in Südfrankreich zu leben. Doch bei aller Liebe erlaubt dies Janes moralische Integrität nicht.

Jane verläßt Thornfield und den Mann ihres Herzens überstürzt und mittellos. Sie strandet entkräftet an der Haustüre eines jungen Geistlichen, St. John Rivers. Er nimmt sie in sein Haus auf, und seine beiden Schwestern pflegen Jane gesund und freunden sich herzlichst mit ihr an.

Indessen legt Edwards Frau in einem unbewachten Moment ein Feuer; Edward will sie aus dem brennenden Haus retten, doch sie stürzt sich vom Dach aus tödlich in die Tiefe, und Edward wird schwerverletzt aus den Trümmern von Thornfield Hall geborgen.

St. John Rivers vermittelt Jane eine Stelle als Lehrerin an einer kleinen, bescheidenen Dorfschule. Er selbst strebt eine Karriere als Missionar in Indien an und meint, in Jane eine tüchtige, eheliche Gehilfin für seine Berufung gefunden zu haben. Sein nüchtern- rationaler Heiratsantrag wird jedoch von Jane abgelehnt.

Sie ist empört über St. Johns lieblose, puritanisch-pflichterfüllende Eheauffassung und spürt überdeutlich, daß seine Herzensqualitäten ihrem Gefühlsreichtum keineswegs ebenbürtig sind. Jane Eyre will einen Mann, der „Herz von ihrem Herzen sei“ und das ist nicht St. John, der alle natürlich-menschlichen Herzensregungen seinem missionarischen Ehrgeiz und einer überirdischen Gottgefälligkeit unterordnet.

Jane erbt überraschend 20.000 Pfund von einem kinderlosen Onkel aus Madeira. Diesen Onkel aus der väterlichen Linie hatte Janes Tante, Mrs. Reed, aus Mißgunst vor Jane geheimgehalten.

Nun ist Jane Eyre eine reiche Frau, und zu ihrer geistigen Unabhängigkeit gesellt sich finanzielle Unabhängigkeit. Auf einen geheimnisvollen Herzensruf hin reist sie zurück nach Thornfield und „rettet“ Mr. Rochester. Endlich dürfen die beiden Liebenden und Seelenverwandten heiraten, zusammen leben und sich aneinander erfreuen.

So etwas kommt in den besten Romanen vor und hat bis heute nicht an Liebesstrahlkraft verloren!

Die Gefühlsintensität und zwischenmenschliche Qualität von Charlotte Brontës Sprache und ihre lebendigen, glaubwürdigen Dialoge erscheinen dem heutigen Leser anrührend, empfindsam und stilvoll, vor 200 Jahren waren sie indes beinahe skandalös freizügig.

Das Besondere und zeitlos Faszinierende an der Figur Jane Eyres ist ihre Eigenwilligkeit, Tapferkeit, ihr weiter Geist, ihre Empfindsamkeit und ihre unbestechliche Menschen-kenntnis, die nicht auf äußeren Schein hereinfällt. Das zur Entstehungszeit des Romans Revolutionäre und Bewundernswerte und das gleichwohl auch heutzutage noch überaus Ansprechende an Jane Eyre ist ihr ausdrücklicher Wunsch nach ebenbürtiger Liebe, nach Gefühlstiefe und echter Verbundenheit, nach vertrauensvoller Hingabe und Gleichberechtigung.

Hier gibt es eine Hörkostprobe:
http://www.randomhouse.de/Hoerbuch/Jane-Eyre/Charlotte-Bronte/der-Hoerverlag/e493048.rhd

Die Autorin:

»Charlotte Brontë wurde am 21.April 1816 in Thornton, Yorkshire, als drittes Kind des Reverend Patrick Brontë und seiner Frau Maria, geb. Branwell, geboren. Ihre beiden älteren Schwestern verstarben im Kindesalter an Tuberkulose. Gemeinsam mit ihren drei jüngeren Geschwistern Branwell, Emily und Anne begann sie schon als Kind zu schreiben.
Die Kinder wurden daheim unterrichtet. In Roe Head trat Charlotte Brontë 1835 eine Stelle als Lehrerin an. Von 1839 bis 1841 arbeitete sie als Gouvernante und reiste 1842 zusammen mit ihrer Schwester Emily nach Brüssel, um dort im Pensionat de Demoiselles der Madame Heger ihre Französischkenntnisse zu verbessern. Ihre unerwiderte Liebe zu Monsieur Heger wurde Thema ihres Romans The Professor, der aber erst posthum veröffentlicht wurde. Zusammen mit ihren Schwestern gab sie unter dem (männlichen) Pseudonym Ellis (Emily), Acton (Anne) und Currer (Charlotte) Bell einen Gedichtband heraus.
Der literarische Durchbruch kam jedoch erst mit dem Roman Jane Eyre (1847), ebenfalls unter Pseudonym veröffentlicht. Die Zeitgenossen vermuteten zuerst einen männlichen Autor. Als Charlotte Brontë ihre Identität preisgab, wurde sie in die Londoner literarischen Kreise eingeführt und genoss eine kurze Zeit des Ruhms. 1854 heiratete sie Arthur Bell Nicholls, den Hilfspfarrer ihres Vaters. Sie starb am Karsamstag 1855 an Tuberkulose.«

CINEASTISCHE  RANDBEMERKUNG:

Die beste Jane-Eyre-Verfilmung, die ich kenne – und ich habe einige gesehen –, ist die von 1995 unter der Regie von Franco Zeffirelli. Kleine drehbuchdramaturgisch bedingte Abweichungen und geraffte Handlungsstränge sind dabei Kennzeichen jeder Verfilmung; in der Verfilmung von Franco Zeffirelli  werden die Schauspieler William Hurt (als Edward Rochester), Charlotte Gainsbourg (als erwachsene Jane Eyre), Anna Paquin (als kindliche Jane Eyre) und Joan Plowright (als Mrs. Fairfax) den literarischen Charaktervorlagen am glaubwürdigsten gerecht und verkörpern sie in einer ausgesprochen roman-symmetrischen Darstellung.

Querverweis:

Wie geradezu archetypisch die literarische Figur Jane Eyres inzwischen ist, können Sie bei Jasper Fforde in seinem ersten Thursday-Next-Band „Der Fall Jane Eyre“ metafiktiv-vergnüglich nachlesen:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2013/05/01/thursday-next-band-1-5/

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36 Kommentare zu “Jane Eyre

  1. Ich meine, diese Produktion schon als Vorab-Sendung beim Hessischen Rundfunk 2 gehört zu haben – das machen die öfters. Da wird dann am Ende auch immer auf das Erscheinungsdatum des Hörbuchs hingewiesen. Auf jeden Fall sehr empfehlenswert, da sorgfältig produziert und bis in die Nebenrollen prominent und gut besetzt. Ich mag die von dir genannte Verfilmung nicht so, da ich kein großer William Hurt Fan bin – Charlotte Gainsbourg hat ihre Sache aber gut gemacht… 🙂

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    • Ja, diese Radiovorverkostungen werden wohl häufig praktiziert.
      Welche Verfilmung gefiel Dir denn besser?
      Die mit Mia Wasikowska und Michael Fassbender unter der Regie von Cary Fukunaga?
      Es gibt auch eine alte Verfilmung von 1983 mit Timothy Dalton und Zelah Clarke, in der Timothy Dalton eine äußerst irritierende Ähnlichkeit mit Roy Black hat, die kaum auszuhalten ist. 😉

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      • Mir gefiel die neue Adaption von Fukunaga ausgesprochen gut, bin ich doch ohnehin ein großer Michael Fassbender Fan. Der Mann kann ja alles spielen, ich kenne gar keinen schlechten Film mit ihm. Diese Version ist deutlich entschlackt und gestrafft und trotzdem angemessen düster. Die junge Australierin macht ihre Sache dann auch sehr ordentlich.

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      • Mir hat die Fukunaga-Version auch gut gefallen, aber SEHR gut hat mir die Verfilmung von Zeffirelli gefallen. Ich finde in dieser Adaption die Beziehungsdynamik und die feinen Schattierungen der Annäherung besonders gelungen und buchgetreu inszeniert.

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  2. Danke für die Jane Eyre-Vorstellung! Ich kannte sie wirklich noch nicht und mir wird klar, dass ich etwas verpasst zu haben scheine. Was ich generell loswerden mag: Mir gefällt deine warme, herzliche Art, wie du schreibst – das macht Freude beim Lesen!

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  3. Das Buch steht hier leider seit Ewigkeiten im Regal des Nachbarzimmers, aber den Film fand ich damals unheimlich wundervoll… St. John hatte es mir damals trotz Priester Daseins irgendwie angetan, ich weiß leider nicht mehr weshalb.

    Ich wünschte wir würden soetwas im Englischunterricht lesen…

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  4. Ach, liebe Ulrike, da werden Jugenderinnerungen wach.
    Wer hat sie nicht gelesen und danach die Sturmhöhe und wie habe ich gebibbert, gelitten und mir rote Backen gelesen *schmunzel*.
    Ich muß mir beide mal wieder vorholen und bei Gelegenheit neu lesen.
    Es ist so lange her. Ich hätte die Geschichte nicht so aus dem Stehgreif nacherzählen können… *hüstel*
    Gut, daß Du mir die Mühe erspart hast 🙂

    Damals hatte das Schreiben einen ganz anderen Stellenwert als heute.
    Als Frau zu schreiben bedeutete sehr starken Willen und Durchsetzungsvermögen und jedes Menge geschicktes Taktieren…

    We gerne habe ich damals diese Romane gelesen. Vermutlich habe ich sie fast in einem Rutsch verschlungen, wie ich es heute kaum noch tue *lächel* und rote Ohren hatte ich bestimmt auch noch 🙂

    Mit roten Ohren und roten Backen
    Bruni in der frühen Nacht

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    • Danke, liebe Bruni,
      für Deinen nostalgisch-schwärmersichen Brontë-Rückblick.
      Auch ich habe einst alle Brontë-Romane in einem Lesezug hintereinander inhaliert und auch noch die feine Biographie über die Brontë-Schwestern von Elsemarie Maletzke zum Lesenachtisch verputzt.

      Zur Entstehungszeit der Romane bedeutete es schon einen Konventionenbruch, wenn Frauen überhaupt schriftstellerische Ambitionen pflegten; geschweige denn, daß sie literarische Wesen entwarfen, die Charakterstärke, authentische Gefühlskraft und Eigenwilligkeit für weibliche Charaktere in Anspruch nahmen. Das traute man Frauen nicht zu oder man fürchtete anregende Vorbilder.
      Mondvoller Gutenachtgruß von mir zu Dir 🙂

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      • *schmunzel*, ich muß auf die Suche gehen, aber ich weiß ziemlich genau, wo ich sie suchen muß 🙂
        Unglaublich, diese Schwestern, was für ein Potential war da versammelt!
        Ja, lesende oder gar schreibende Frauen, die waren gefährlich – da mußte man gleich einen Riegel vorschieben!

        Gutenmorgengrüße von Bruni an Dich 🙂

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  5. Es gibt nicht viele Menschen, denen ich die Aussage abkaufen würde, Jane Eyre lasse sich in knapp vier Stunden Hörspielzeit unverwässert wiedergeben. Dies gleich als kleines Kompliment (im Großformat) vorab. 🙂
    Mit Jane Eyre habe ich mich zunächst überhaupt nicht anfreunden können. Irgendwie stand das Buch bei uns zuhause herum wie das Männlein im Walde – und ich habe mir das relativ früh gekrallt… und konnte der Geschichte nicht viel abgewinnen. Jahre später war mir ein Roman von Emily Brontë (den Titel werde ich nicht nennen, man hat ja so seine Geheimnisse) ein ungleich größeres Lesevergnügen. Erst nach dem der Emily-seitige Brontë-Lesevorrat erschöpft war, bin ich notgedrungen auf die Schwestern ‚losgegangen‘. Damit hat auch Jane Eyre ein Comeback gefeiert. Als Buch und Hörbuch – aber bisher nicht als Hörspiel.
    Die beim Hörverlag verfügbare Hörprobe gibt nicht furchtbar viel her. Man müsste dem Hörverlag also nahezu taub vertrauen. Ich denke, der Verlag darf sich in Dankbarkeit vor dir verneigen – deine Zeilen vermitteln ein wesentlich lebendigeres Bild als die Hörprobe.

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    • Danke für Dein Vertrauen in meine literarische Urteilskraft und danke für den Einblick in Deine persönliche Brontë-Lesegeschichte! Daß Dir der stürmische Roman von Emily Brontë besser gefällt als Jane Eyre läßt ja tief blicken 😉 …
      In der NZZ ist übrigens ein interessanter Artikel von Susanne Ostwald über die Brontë-Geschwister und ihre wechelseitigen, schriftstellerisch-biographischen Einflußnahmen erschienen: http://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/zum-200-geburtstag-von-charlotte-bronte-im-herzen-tobt-ein-sturm-ld.14212

      Ich stimme Dir zu, daß die Hörprobe nicht besonders vielsagend ist. Man hätte eine lebhaftere und vielleicht auch etwas längere Szene auswählen können, z.B. eine der delikaten Diskussionen zwischen Jane Eyre und Mr. Rochester oder die nächtliche Liebeserklärungsszene.
      Aber mich haben sie ja nicht zu Rate gezogen ;-).

      Indes freue ich mich, daß meine Beschreibung der hörspielerischen Sprecherqualitäten einen lebhaften Eindruck evozieren.

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      • Nachdem die Katze eh aus dem Sack ist (was ihr wohl bekommen möge), darf ich sogar sagen, dass der sturmerfüllt-erhebende Roman von Emily Brontë zu meinen ganz großen Lieblingsbüchern gehört. Den habe ich wirklich schon rauf und runter gelesen und gehört. 🙂
        Danke für den Link zum Artikel. Sehr viel spannende Information – glasklar und ansprechend formuliert.
        Besonders für ein Hörspiel wäre ein vielsagender Ausschnitt wichtig. Bei einem ‚einstimmigen‘ reinen Vorlese-Hörbuch läge die Sache ja ein wenig anders. Aber vielleicht arbeitet man beim Verlag nach der Devise: Bloß nicht zu viel Aufwand treiben mit der Hörprobe – die Bücherfee wird’s dann schon richten. 🙂

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      • „Sturmhöhe“ ist deutlich emotionsgeladener und extremer als „Jane Eyre“ und mit seiner abgründigen Verstrickungsthematik auch ziemlich unheimlich. Gleichwohl ist „Sturmhöhe“ ein außerordentlich faszinierender Roman, der eine wiederholte Lektüre durchaus verdient.

        Was die Verlags-Devisen betrifft, so sollte ich mir langsam ernsthaft Gedanken über Tantiemen machen … 😉

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      • Für mich als sterbenslangweilig-staubtrockener Knochen ist die Sturmhöhe halt eine schöne Fundgrube, um an völlig wesensfremden Charakterzügen (insgeheim freudvoll) erschaudernd ein wenig zu schnuppern. 🙂
        Bei diesen Hörbuch würde ich den Pannenhilfe-Tarif einfordern – immerhin hast du ja hier den Karren aus dem Dreck gezogen. 😉

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      • Zwar glaube ich Dir nicht, daß Du ein „sterbenslangweilig-staubtrockener Kochen“ bist, aber ich verstehe den Empathiefaktor beim „Einlesen“ bzw. sich einlassenden Einlesen in Charakterzüge, die einem wesensfremd oder wesensfern sind.

        Wegen des Pannenhilfe-Tarifs werde ich mich beim Hörverlag erkundigen. Bin gespannt, wie sie reagieren. 😉

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      • Wesensfern ist wahrscheinlich der bessere Ausdruck. Literarische Charaktere können ja oft genau deswegen so attraktiv wirken, weil sie uns nicht völlig fremd sind, aber weit über das hinausgehen, was wir in uns selbst erkennen. Und irgendwann im Verlauf der Lektüre stellt sich auch die Frage, ob dieses Ferne mehr Wunsch als Wirklichkeit ist – ob die fern-fiktive Figur nicht vielleicht ein Spiegel dessen ist, was man, unter gegebenen Umständen, vielleicht selber wäre (vielleicht nicht 100%ig, aber auf erschreckende Weise nicht unähnlich).

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  6. Ich mag die Geschichte ja, auch wenn ich die Frau auf dem Dachboden schwierig finde. Ich weiß nicht, ob ich möchte, dass die pyromanische Exfrau meines Manns bei uns auf dem Speicher lebt. Davon abgesehen empfehle ich wärmstens „Die weite Sargassosee“ von Jean Rhys, was die Vorgeschichte eben jener pyromanischen Exfrau ist. Und deiner Empfehlung der Thursday Next-Reihe schließe ich mich vorbehaltlos an. Super witzige Reihe für alle Fans englischer Klassiker!

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  7. Ich habe dieses Buch vor langer, langer Zeit gelesen und habe es immer noch in meiner Bibliothek. Der folgende Satz gefällt mir ganz besonders: Sie antwortet dem puritianischen Leiter auf seine angstmachenden Voraussagungen, daß sie sich bemühen würde, gesund zu bleiben und nicht zu sterben. Ich glaube ich muss das Buch wieder einmal zur Hand nehmen. Herzlichen Dank und cari saluti Martina

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    • Cara Martina,
      meine erste Romanlektüre von „Jane Eyre“ ist auch mindestens 20 Jahre her. Doch im Zusammenhang mit meiner Hörbuch-Auditüre und dem Verfassen der Rezension habe ich gerne auch wieder meine Manesse-Ausgabe von 1992 (Übersetzung von Paola Meister-Calvino) zur Hand genommen und erneut begeistert in Lesestichproben geschwelgt.

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