Lächeln ist die beste Antwort

  • 88 Wege asiatischer Gelassenheit
  • von Bernhard Moestl
  • KNAUR Verlag April 2015                   www.droemer-knaur.de
  • gebunden
  • 255 Seiten mit LESEBÄNDCHEN
  • und mit zahlreichen japanischen Vignetten
  • 14,99 € (D), 15,50 € (A)
  • ISBN 978-3-426-65561-0
    Lächeln ist die beste Antwort

K(R)AMPFLOSES  SIEGERLÄCHELN

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

In seinem Buch „Lächeln ist die beste Antwort“ beschreibt Bernhard Moestl in 88 kurzen, eingängigen Kapiteln seine theoretischen und praktischen Erfahrungen mit der fernöstlichen Weltsicht und Menschenanschauung und vergleicht sie mit der westlichen (europäischen) Lebensauffassung.

Der pendelnde Blick vom Westen in den Osten und vom Osten in den Westen ist interessant und lehrreich und zugleich kurzweilig. Wie tief mögliche Einsichten und lebensphilosophische Anregungen sinken, bleibt dem Leser unaufdringlich selbst überlassen.

Der Autor schöpft aus dem Fundus seiner langjährigen Aufenthalte und häufigen ausgiebigen Reisen durch viele asiatische Länder (China, Kambodscha, Laos, Malaysia, Thailand, Vietnam). So dienen oft Reiseerlebnisse und alltägliche harmonische oder ärgerliche zwischenmenschliche Situationen und Mißverständnisse als Einstieg in eine konzentriert-pragmatische Reflektion über die asiatische Geisteshaltung zu äußeren Gegebenheiten.

Dabei behandelt Bernhard Moestl die Relativität von Schwäche und Stärke sowie Sieg und Niederlage, die Übung des Nichts-Tuns, spezielle asiatische Dienstleistungshaltungen, die Freuden der Absichtslosigkeit, Fragen der Samurai-Ehre, Erfolg, Führungsstilvarianten, einleuchtende Zenmeister-Anekdoten, die Energieeffizienz der Shaolin-Kampfkunst, Gedankendisziplin, Achtsamkeit, Kommunikationswege, den Nutzen der Langsamkeit, den unschätzbaren Wert des Lobens und noch viele Themen mehr.

Da jedes Kapitel mit einer Frage an den Leser ausklingt, wird durch die geöffnete Fragetüre jeder dazu eingeladen, den Lesestoff auf das eigene Leben anzuwenden und den gewöhnlichen Wahrnehmungsblickwinkel zu erweitern oder sogar zu ändern.Wenn man den Fragen vertiefend nachgeht, die einen besonders ansprechen, kann sich die Tür zu einigen ganz neuen Antworten und frischen Selbsterkenntnissen öffnen.

Nun einige Beispiele zur Inspiration:

„Was bedeutet »unmöglich« ?“ (Seite 35)

„Wobei verlieren Sie den Geist des Anfängers am ehesten?“ (Seite 43)

„Welches Wort gibt Ihnen die meiste Kraft?“ ( Seite 86)

Wie fördern Sie Ihre größte Stärke?“ (Seite 108)

„Womit winken Sie Ihren Erfolg herbei?“ (Seite 119)

„Wann hätten Sie das letzte Mal die Tür zu Ihrem Bewusstsein besser geschlossen gelassen?“ (Seite 122)

„Was könnte ich lernen, wenn ich Sie nachahmte?“ (Seite 129)

„Welche vermeintliche Schwäche ist Ihre größte Stärke?“ (Seite 181)

Selbst wenn Sie keine endgültigen Antworten auf Ihre Fragen finden, so wird doch wenigstens das vertraute Gedankenmobile tüchtig in Bewegung versetzt, und vielleicht geschieht in absichtsloser Gelassenheit doch eine Umordnung des Geistes.

Und zum guten Schluß noch ein lächelndes Lob für die ästhetisch-stimmige „Verpackung“ des vorliegenden Buches. Der karpfengemusterte Buchumschlag verspricht reichen geistigen Fang und harmoniert vollkommen mit den schönen hell- und dunkelblauen japanischen Vignetten, die jedes Kapitel dezent schmücken. Und das feine dunkelblaue LESEBÄNDCHEN ist eine praktische und bereichernde Zugabe.

 

Der Autor:

»Bernhard Moestl, geboren 1970 in Wien, ist Vortragsredner und Business-Coach mit den Schwerpunkten Bewusstsein und Führung. Er ist Autor erfolgreicher Sachbücher, in denen er die Erfahrungen zugänglich macht, die er bei Aufenthalten in Asien gesammelt hat, wo er u.a. im Shaolin-Kloster die Kampfkunst der Mönche erlernt hat. Diese Erkenntnisse nutzt er für seine Bücher und Seminare.«
www.bernhardmoestl.com

PS
Am Ende des Buches folgt eine umfängliche und freundlich-aufmerksame Danksagung,  u.a. auch an alle Buchhändler. Daraus ergibt sich für mich – als Buchhändlerin – folgende Frage:
Wie verträgt sich dies mit der Tatsache, daß der Autor auf seiner Webseite die Werbung  für seine Bücher direkt mit Amazon verlinkt?
Und zweite Frage: Wie lange wird es noch lokale Buchhandlungen geben, wenn nicht nur all die Bequemlichkeitskonsumenten, sondern auch immer mehr Verlage und Autoren zu willigen Handlangern und Dienern von Amazon werden?

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7 Kommentare zu “Lächeln ist die beste Antwort

  1. Liebe Kommentierende,

    ich habe mich lange geweigert, auf amazon zu verlinken, da unter anderem auch meine Cousine Buchhändlerin ist. Der Grund, warum ich es dennoch tue ist, dass ich (so gierig das dem allwissenden Kai auch scheinen mag, der offensichtlich von seinem Frust, im Leben nichts erreicht zu haben, ein Magengeschwür bekommt), meine Bücher auch verkaufen möchte. Und da ist nun einmal ein Link auf der Homepage notwendig. Ich hatte eine Zeit lang auf managementbuch.de verlinkt aber dafür so viele Beschwerden bekommen, dass ich es wieder gelassen habe. Was ist denn die Alternative? Gerne verlinke ich woanders hin wenn ich erfahre wo. Dafür, dass die Kunden heute in keine Buchhandlung mehr gehen kann ich nichts und dafür muss ich mich auch mit Sicherheit nicht beschimpfen lassen.
    Danke an Ulrike für die tolle Rezension!

    Bernhard Moestl

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Ulrike,
    hier habe ich vor allem Dein PS geliked (was für ein scheussliches Wort), denn dem und allem, was saetzeclaudio und Du in den Kommentaren sagt, ist eigentlich nix mehr hinzuzufügen.
    Na ja, ausser vielleicht, dass ich mich ein bisschen wundere, dass Du Dich wunderst. Ich meine der Typ ist selbsternannter Top-Speaker und Bestseller-Autor, dessen Vorträge den Wow-Effekt gaaarannntieren!!! Alles (fast-)Original-Zitate von seiner Webseite. Und so interessant ich asiatisches Denken auch finde (als ehemaliger Reiseleiter ist er natürlich auch Top-Shaolin-Experte), habe ich hier mit dieser merkwürdigen Vermischung Philosophie (im allerallerweitesten Sinne) mit Geschäftsgebaren doch so meine Probleme. Insbesondere, weil ich nach durchforsten seiner Webseite denke, dass es eigentlich ausschliesslich ums Geld verdienen geht, nicht um die Sache.
    Liebe Ulrike, bitte verzeih mir meinen kleinen, sarkastischen Ausbruch über den Reiseleiter, aber ich komme gerade von dieser besagten Webseite – und da hat man die Antwort auf Deine Fragen – und ich krieg sonst ein Magengeschwür.
    Lächle es einfach weg – oder lösch es auch gerne.
    Liebe Grüsse
    Kai

    Gefällt 1 Person

    • Lieber Kai,
      selbstverständlich bleibt Dein deftiger und engagierter Kommentar hier schön leserlich stehen, schließlich befinden wir uns in einem virtuellen Raum des herrschaftsfreien Diskurses – zumindest solange bis Amazon die Weltherrschaft über den Einzelhandel noch nicht erreicht hat 😉
      Du hast schon recht damit, Dich über meine Verwunderung zu wundern. Ich bin einfach zu idealistsich, und ich hätte vielleicht erst die Webseite begutachten sollen, bevor ich das Buch las …
      Lächelnde Grüße
      Ulrike

      PS:
      Indes tust Du Herrn Moestl unrecht, wenn Du ihn als „selbsternannten“ Bestsellerautor bezeichnest. Um der Wahrheit und Herrn Moestl die Ehre zu geben, möchte ich darauf hinweisen, daß er wirklich Bestsellerautor mit einer sehr beachtlichen Auflagenhöhe ist. Dies ist keine Angeberei, sondern schlicht und einfach eine Angabe von Tatsachen.
      Und es ist wichtig, die eigenen Qualitäten ausdrücklich zu würdigen und gegebenenfalls auch werbetextlich damit Kunden herbeizuwinken 🙂

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    • Ein nachhaltiges Wirtschaftsverhalten ist dies nicht. Es enttäuscht mich immer noch, daß selbst die lesende und schreibende Bevölkerungsminderheit zu großen Teilen über ein solch geringes gesellschaftspolitisches und ökonomisches Bewußtsein verfügt und Demokratie mit Bequemokratie verwechselt.

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      • Vor allem, weil es keinen schlüssigen Grund gibt, bei amazon zu kaufen – es gibt kein Buch, das mir mein Buchhändler am Ort nicht ebenso bestellt, ich kann ihm die Bestellung per Internet in den Warenkorb legen oder per Email senden, und wenn ich ganz „leutscheu“ bin, würde der mir es auch noch nach Hause schicken.

        Gefällt 1 Person

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