Das kleine Weihnachtstier

  • Weihnachtsgeschichten zum Vorlesen
  • von Rudolf Herfurtner
  • Illustrationen von Ina Hattenhauer
  • Gerstenberg Verlag, September 2014         http://www.gerstenberg-verlag.de
  • gebunden
  • 128 Seiten
  • Format 16 x 21,5 cm
  • 12,95 € (D), 13,40 € (A)
  • ISBN 978-3-8369-5714-4
  • Ab 8 Jahren zum Selbsterlesen
  • Ab 5 Jahren zum Vorlesen
    Das kleine Weihnachtstier TITELBILD

GEFALLENE  ENGEL  UND  LIEBE  TEUFEL

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Hier werden uns vier Weihnachtsgeschichten der etwas anderen Art präsentiert. Es gibt keine zimtduftenden Glanzbildwelten, sondern eine augenzwinkernde, mit Humor gewürzte alltägliche Märchenhaftigkeit.

Die Geschichten „Ein Notenwart fällt vom Himmel“ und „Das Vermächtnis des Professor Pulex“ handeln zwar von der klassischen Weihnachtsgeschichte mit allem Maria-Joseph-Christkind-Krippen-Drum-und-Dran, aber die Geschichten werden uns aus ungewohnter Perspektive und recht eigenwillig erzählt, mit weniger himmlischer Perfektion und mehr menschlichen sowie engelhaften Schwächen.

Die Geschichte „Das kleine Weihnachtstier“ hat mir am besten gefallen. Der Kleine Weihnachtsteufel bekommt seinen ersten Auftrag; er soll beim Weihnachtsfest der Familie Bichlmeier Unfrieden stiften. Widerwillig hat der Alte Teufel ihm erlaubt, sich statt mit einem feurigen Besen mit einem Schlitten auf den Weg zu machen. Bevor der Kleine Weihnachtsteufel losdüsen darf, bekommt er noch einige teuflische Ratschläge; vor allem wird er an die Regel erinnert, bloß nichts Freundliches zu tun.

Begeistert saust der Kleine Weihnachtsteufel mit seinem Schlitten bergab und freut sich wie ein Kind. Gar nicht boshaft, sondern ziemlich glückselig, schließt er die Augen und kracht mit dem Schlitten in eine Fichte. Bei diesem Zusammenprall fällt nicht nur reichlich Schnee auf den Kleinen Teufel, sondern auch ein kleines, niedliches Felltierchen, das ihn allerliebst anschaut. Grundsatzvergessen und gerührt setzt er das Tierchen in einen seiner Fäustlinge, um es zu wärmen, und behauptet lautstark, daß das „aber kein Mitleid“ sei.

Gemeinsam suchen sie nun die Familie Bichlmeier heim. Nach der heimlichen Beobachtung der ganz und gar nicht bilderbuchmäßigen Familienverhältnisse und der ärgerlichen Stimmung, die dort vorherrscht, begnügt sich der Kleine Weihnachtsteufel mit kleinen Sabotageakten, denn von froher Weihnacht kann bei dieser Familie auch ohne teuflische Einmischungen nicht die Rede sein.

Wie es dann doch noch zu einer unerwartet herzerwärmenden Wendung kommt, das verrate ich hier natürlich nicht.

Die letzte Geschichte „Das gläserne Weihnachtskind“ ist ein feines Märchen über die Zerbrechlichkeit von Harmonie und über gemeinschaftliches Wirken, um das verlorene Gleichgewicht wiederherzustellen.

Die zahlreichen Illustrationen von Ina Hattenhauer mit ihrer eigenwilligen, schrägen und humorvollen Bildersprache und der zurückhaltenden Farbgebung passen sehr gut zum Stil dieser unkonventionellen Weihnachtsgeschichten.

 

Der Autor:

»Rudolf Herfurtner, geboren 1947 in Wasserburg am Inn, studierte Germanistik, Anglistik und Theaterwissenschaften in München, wo er auch heute noch lebt und arbeitet. Für seine Kinder- und Jugendbücher, Hörspiele, Drehbücher und Theaterstücke wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Großen Preis der Volkacher Akademie für Kinderbücher.«

Die Illustratorin:

»Ina Hattenhauer ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Sie studierte an der Bauhaus-Universität Weimar und am Minneapolis College of Art and Design in den USA, schloss ihr Studium 2009 als Diplom-Designerin ab und arbeitet seitdem als selbständige Illustratorin in Weimar

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