Irgendwo in der Tiefe gibt es ein Licht

  • Eine Erzählung über das Geheimnis der Höhlen
  • von Andreas Pflitsch und Dirk Steinhöfel
  • Arena Verlag, Juni 2014               www.arena-verlag.de
  • ISBN 978-3-401-06877-0
  • 48 Seiten
  • Format: 25,8 cm / 32,7 cm / 1,3 cm
  • gebunden
  • Fadenheftung, abgerundete Buchecken
  • 19,99 € (D), 20,60 € (A)
  • ab 9 Jahren
    Irgendwo in der Tiefe gibt es ein Licht

SEHEN  UND  STAUNEN

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Dies ist ein Abenteuersachbuch, das nicht nur Kinder in seinen Bann zu ziehen vermag.

Der Höhlenforscher Prof. Dr. Andreas Pflitsch hat gemeinsam mit dem Illustrator Dirk Steinhöfel eine faszinierende Einführung in das Thema Höhlenforschung geschrieben. Hier wird auf spannende Weise Wissen vermittelt und mit beeindruckendem Bildmaterial Forscherdrang und Entdeckerfreude geweckt.

Die fundierten Kenntnisse und die wunderbaren Photos des Höhlenforschers bilden in diesem Sachbuch eine überwältigende Synthese mit dem magischen Realismus der graphischen Bildgestaltung des Illustrators.

Jonas und seine kleine Schwester Sophie fliegen von Deutschland nach Amerika, um ihren Urgroßvater, den Höhlenforscher Elias Hope, zu besuchen. Nachdem die Kinder mit großem Interesse allerlei im Hause gelagerte geologische Fundstücke und Photographien von Höhlenexpeditionen betrachtet haben, sind ihre Neugier, ihr Wissensdurst und ihre Abenteuerlust nicht mehr zu bremsen.

Elias beantwortet die vielen Fragen von Sophie und Jonas geduldig, ausführlich und anschaulich, und so breitet er Schritt für Schritt und Frage um Frage in klarer, verständlicher Sprache Grundlagenwissen über Höhlen, Höhlenarten, Höhlenentstehung und Erdgeschichte aus.

Es gibt Horizontalhöhlen, Schachthöhlen, Eishöhlen, Kalksteinhöhlen, Lavahöhlen, Brandungshöhlen und Tropfsteinhöhlen. Der Unterschied zwischen Korrosion (chemische Verwitterung) und Erosion (mechanische Verwitterung) wird einfach und einleuchtend erklärt, ebenso die Entstehung der Tropfsteine und ihre Unterscheidung nach Wuchsrichtung (Stalaktiten, Stalagmiten).

Die vielfältige Wechselwirkung zwischen Wasser, Gestein, Kohlensäure, Kohlendioxyd und Mikroorganismen bei der Auflösung und Neuentstehung von Gesteinen und der Entstehung und Gestaltung von Höhlen wird sehr plastisch beschrieben, und man bekommt eine zarte Ahnung von den „geduldigen“ erdgeschichtlichen   Z   e   i   t   r   ä   u   m   e   n , die sie in Anspruch nehmen.

Schließlich folgt nach der Theorie auch die Praxis, und Elias, Jonas und Sophie unternehmen eine richtige kleine Höhlenexkursion. Dabei erfahren sie zufällig, welch ein schönes Lichtschauspiel der Vollmond in eine Höhle zaubern kann.

Die Geschichte wird von phantastischen Photographien, imaginativen Illustrationen und einem raffinierten, computergraphisch montierten Layout untermalt. Es entsteht der Eindruck eines alten Forschertagebuches, mit dokumentierten Fundstücken, Erläuterungsnotizen und einleuchtenden Graphiken. Ein alphabetisches Register hilft dabei, die wichtigsten höhlenkundlichen Fachbegriffe nachzuschlagen und wiederzufinden.

Ergänzt werden die Sachinformationen außerdem mit vier empfehlenswerten Internetadressen zum Thema Höhlenforschung und zu Schauhöhlen, die man in Deutschland, Österreich und der Schweiz besuchen kann.

Diese erzählte Form der Wissensvermittlung, kombiniert mit einem Abenteuererlebnis, eingebettet in die familiäre Interaktion zwischen Großvater und Enkelkindern, wirkt sehr lebendig.

Die Illustrationen und Photographien bleiben – bei aller Anschaulichkeit und Detailverliebtheit – geheimnisvoll. Sie lassen viel Spielraum zum Staunen, und im Lichte dieses Staunens leuchtet das Wissen besonders schön und unvergeßlich auf.

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
http://www.arena-verlag.de/artikel/irgendwo-der-tiefe-gibt-es-ein-licht-978-3-401-06877-0

Der Autor:

»Prof. Dr. Andreas Pflitsch wurde 1958 geboren.
Er lehrt in den Bereichen Geografie und Sicherheitsforschung und arbeitet als Spezialist für Höhlen- und U-Bahn-Klimatologie. Neben Arbeiten in Alaska, den Rocky Mountains und dem Mittleren sowie Süd-Westen der USA baut er das Froschungszentrum zur Lava- und Eishöhlenforschung „Akeakamei“ auf Hawaii auf.«

Der Illustrator:

»Dirk Steinhöfel wurde 1964 geboren.
Als freiberuflicher Illustrator und Autor im Bereich Kinder- und Jugendliteratur entwickelt er vor allem detaillierte Graphic Novels sowie Cover für Fantasyliteratur und Dystopien.«

 

Querverweis:

Und hier ist ein weiteres von Dirk Steinhöfel illustriertes Buch: Die kleine Meerjungfrau
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/07/23/die-kleine-meerjungfrau/

 

 

 

 

 

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3 Kommentare zu “Irgendwo in der Tiefe gibt es ein Licht

  1. Das Cover sieht ja schon sehr gelungen aus! Das Buch ist bestimmt sehr schön,da Erdgeschichte doch sehr spannend und einfach „irdisch“ ist. Wunderbar, wenn das durch so ein tolles Buch Kindern vermittelt wird. Alles ist ja entstanden und war nicht ruck zuck plötzlich so da.
    War mir jetzt auch neu,dass es so viele verschiedene Arten von Höhlen gibt. Edelsteinhöhlen fand ich als Kind natürlich toll – und ähnlich der Höhlen-Pyramiden! Ist zwar nicht das Gleiche, aber alles „Geheime“!

    Gefällt 2 Personen

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