Der liebste Wolf der Welt

  • Bilderbuch
  • Text von Agnès Lestrade
  • Illustrationen von Constanza Bravo
  • Übersetzung aus dem Französischen von Marcel Glück
  • Hanser Verlag  2008                                http://www.hanser.de
  • Format: 21 x 26 cm
  • 32 Seiten, 12,90 €
  • ab 5 Jahren
    Der liebste Wolf der Welt

DER  WOLF  IM  GEMÜSEPELZ   

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Der Wolf will seinen Speiseplan abwechslungsreicher gestalten, er mag sich nicht mehr so einseitig von Kaninchen und Maulwürfen ernähren, er hat Appetit auf Menschenfleisch. Also zieht er vom Wald in die Stadt, und dort läuft ihm auch gleich ein wohlgenährtes Mädchen über den Weg.

Doch anstatt sich, gelähmt vor Schreck, fressen zu lassen, hält ihm das vorwitzige Mädchen einen Vortrag über Ernährung, ungesundes tierisches Eiweiß und Blutfettwerte sowie über die Gesundheitskraft von Gemüse.

Nun ist der Wolf  fast gelähmt vor Schreck und läßt sich dazu überreden, die Großmutter des Mädchens zu besuchen, die den „schönsten Gemüsegarten weit und breit“  besitzt. Außerdem, so denkt sich der Wolf, könnte er ja das Kind und die Großmutter auffressen, falls das mit dem Gemüseessen nicht funktionieren sollte.

Nach ein paar vegetarischen Tagen nennt ihn das Mädchen den „liebsten Wolf der Welt“. Doch die viele Gartenarbeit, die er für die Großmutter verrichtet, macht ihn ganz schön hungrig, und obwohl die großmütterlichen Gemüsespeisen sehr lecker sind, sättigen sie den Wolfshunger nicht.

Eines Nachts kann er sich nicht mehr beherrschen und frißt alle Kaninchen aus dem Kaninchenstall, in der folgenden Nacht sind die Hühner aus dem Hühnerstall dran, und schließlich will er auch das wohlgenährte Mädchen verspeisen, aber dieses überlistet ihn dermaßen, daß er wieder in den Wald zurückkehrt und die Menschen endgültig satt hat.

„Der liebste Wolf der Welt“ ist eine pfiffige, ernährungslehrreiche Abwandlung des Märchens vom Rotkäppchen.

Die Illustrationen von Constanza Brava spiegeln den augenzwinkernden, ironischen Tonfall der Geschichte durch schräge Perspektiven, ungewöhnliche Proportionen und plakatives Mienenspiel.

Und die Moral von der Geschicht‘:  Der Wolf läßt sich vielleicht zähmen, aber der Wolfshunger nicht!

Die Autorin:

»Die Schweizerin Agnès de Lestrade, wurde früh zum Geschichtenerzählen inspiriert – von ihrer Großmutter, die ihr gern die Geschichte von Rotkäppchen und dem bösen Wolf erzählte.«

Die Illustratorin:

» Constanza Bravo, ist Schweizerin chilenischer Abstammung und studierte an der Hochschule für bildende Künste in Genf, wo sie heute als freie Künstlerin und Illustratorin lebt.«

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9 Kommentare zu “Der liebste Wolf der Welt

  1. Noch eine originelle Rotkäppchenversion, ob man nun Fleisch isst oder nicht.

    Rotkäppchens Oma hat bestimmt keine Massentierhaltung mit unnötigen Medikamenten betrieben und die Kaninchen, bzw. Hühner hatten eine Superqualität. Kein Wunder, dass der Wolf da zugeschlagen hat.

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    • Also für mich war tatsächlich ein Buch der endgültige Auslöser für die Entscheidung, kein Fleisch mehr zu essen.
      Es war aber kein lustiges, ernährungsironisches Bilderbuch, wie das oben besprochene, sondern das Sachbuch „Ernährung für ein neues Jahrtausend“ von John Robbins.

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      • ich esse Fleisch zu gern und mag die Anti Fleisch Esser Gruppe nicht, die einen immer religiosmässig bekehren will. Das nervt mich so sehr, dass ich allein aus Trotz schon nicht aufhören würde. Mir schmeckt es, es bringt ökologisch keinen wirklichen Nutzen, ich bin einfach nicht dazu bereit, obwohl ich nicht viel Fleisch esse…

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      • Für mich ist dies ein Mosaikstein von vielen, aber es würde eine SEHR lange Liste werden aufzuzählen, was ich noch alles tue bzw. einfach LASSE …
        Um zu leben, verbrauche ich anderes Leben, das ist eine natürliche Bedingung unseres irdischen Daseins.
        Aber die industrielle Landwirtschaft und die MassenQUALtierhaltung zerstören u.a. die Humusschicht mit ihren unzähligen Mikroorganismen, die für ein gesundes und fruchtbares Pflanzenwachstum unverzichtbar sind, bringen z.B. tonnenweise Antibiotika, diverse Giftcocktails und Hormone in den Wasserkreislauf …
        Kannste mal hier nachlesen:
        https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/03/12/ackergifte-nein-danke/

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