Lee Raven

  • von Zizou Corder
  • Aus dem Englischen von Sophie Zeitz
  • dtv Reihe Hanser  Februar 2011   http://www.dtv.de
  • 336 Seiten
  • 8,95 € (D), 9,20 €(A)
  • ISBN  978-3-423-62475-6
  • ab 11 Jahren
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EIN  BUCHSTÄBLICH  VIELSAGENDES  BUCH

Buchbesprechung von Ulrike Sokul  ©

„Für alle, die schon einmal Schwierigkeiten mit dem Lesen hatten.“

Diese Widmung führt direkt zu Lee Raven, dessen Analphabetismus nur eine von vielen Schwierigkeiten ist, mit denen er zu kämpfen hat. Lee Raven stammt aus einer großen Familie von Kleinkriminellen und schlägt sich in London als Straßenkind und Taschen- dieb durch. Er hält sich von seiner Familie fern, um seinem gewalttätigen Vater aus dem Weg zu gehen. Eigentlich ist er nur Legastheniker und bräuchte etwas mehr geduldige Förderung, aber seine Familie ist nicht gerade das, was man als  bildungsnah bezeich- net. Dennoch ist er ein kluges Kerlchen mit  einer guten Auffassungsgabe, und trotz des diebischen Lebensunterhaltes hat er einen sozialkompetenten Gerechtigkeitssinn und bestiehlt möglichst Leute, die überflüssiges Geld haben.

 „Wären sie gute Menschen, hätten sie etwas davon für Bedürftige gespendet, für arme kleine Straßenkinder wie mich, aber so wie es stand, musste ich mich selbst bedienen. Außerdem ersparte ich ihnen die Kopfschmerzen von dem extra Bier und Schnaps, für das sie das Geld, das ich ihnen abknöpfte, andernfalls ausgegeben hätten. Genau genommen erwies ich sogar der Öffentlichkeit einen Dienst, indem ich den Wohlstand umverteilte und aktiv gegen Trunkenheit in der Öffentlichkeit eintrat.“

Eines Nachts entwendet er die Handtasche einer offensichtlich sehr reichen Frau, deren privaten Leibwächtern er nur knapp entkommt. Er verbringt eine Nacht im Park, und am nächsten Morgen sieht er  zu seinem Schrecken auf der Titelseite der Tageszeitung ein Foto, das ihn inflagranti bei diesem Taschendiebstahl zeigt. Außerdem patrouillieren immer noch Sicherheitskräfte im Stadtviertel.

Lee Raven klingelt beim erstbesten Haus und findet Einlaß beim Antiquar Mister Maggs, der ihn für einen Boten hält. In diesem Haus voller wertvoller Bücher entdeckt Lee Raven ein Garfield-Jahrbuch, das einzige Buch, aus dem seine Mutter ihm und seinen Brüdern früher vorgelesen hat. Eher beiläufig läßt er den Garfield-Band mitgehen und verkrümelt sich im Abwasserkanalsystem der Stadt.

In seinem ungemütlichen Versteck schläft Lee Raven mit dem Garfield-Jahrbuch auf dem Schoß ein und am nächsten Morgen findet er ein in Pergament gebundenes Buch vor. Verwundert berührt er das Buch, das ihm irgendwie lebendig erscheint, schlägt es erwartungsvoll auf, betrachtet buchstabenleere Seiten und hört eine Stimme: Es war einmal…“  sagen.

Das Buch liest ihm die Herkules Sage aus der griechischen Antike vor. Dankbar und begeistert hört  Lee Raven außerdem, daß er der erste Mensch ist, dem das Buch aus seinem Geschichtenschatz vorliest. Lee Raven lauscht wissensdurstig der 12000-jährigen Lebensgeschichte des Buches, bei dem es sich um das sagenumwobene Buch des Nebo“  handelt, das jedem, der es aufschlägt, genau die Geschichte schenkt, nach der er sich sehnt.

„Lieber Junge! Ich wurde aus dem Lehm geformt, aus dem der Mensch erschaffen wurde! Der Gott, der Adam das Leben eingehaucht hat, hat auch mir das Leben eingehaucht! Der Gott, der die Schrift erfunden hat, hat sie auf mir erfunden!“

Das „Buch des Nebo“ verwandelte sich von der Tontafel zum Papyrus, vom Papyrus zum Pergament, und bei Bedarf kann es sich auch in jede erwünschte Buchgestalt der Neuzeit verwandeln. Der biographische bzw. libriographische Weg begann mit der Erschaffung des Buches in Mesopo- tamien, setzte sich im alten Ägypten fort, wo es den Brand der Bibliothek von Alexandria überlebte, es überstand auch die Bücherverbrennungen des Christentums und erlebte seitdem wechselhafte Aufenthalte bei einge- weihten und uneingeweihten Büchersammlern.

Lee Raven findet im „Buch des Nebo“ einen Freund und Vaterersatz und will es unbe- dingt behalten und vor der machtgierigen Nigella Lurch beschützen. Nigella Lurch ist zufällig die Frau, die er um ihre Handtasche erleichtert hat und sie ist mit gnadenloser Geschäftstüchtigkeit hinter dem Buch her, um es für ihre schriftstellerischen Ambitionen auszuschlachten.

Janaki, die Pflegetochter des Buchhändlers Mister Maggs, verfolgt ebenfalls Lee Ravens Spur, wird jedoch, nachdem ihm einer seiner großen Brüder wegen der ausgesetzten hohen Belohnung das Buch abgenommen hat, zur seiner Verbündeten bei der Befreiung des Buches aus Nigella Lurchs Besitz.

Sie retten das Buch und sind wieder auf der Flucht und dann sorgt das Buch – durch eine ganz neue Verwandlung – für die Rettung der Kinder und die Vernichtung der Verfolger.

„Frau!“ donnerte Nebo mit mächtiger Stimme. „Du lächerlicher Mensch! Ich gehöre Dir nicht und werde Dir nie gehören! Ich bin nicht käuflich! Weder Geld noch Gier können die Früchte, die ich schenke, ernten!“

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht Lee Ravens, Mister Maggs‘ ‚ Janakis, des Buches und Nigella Lurchs erzählt und jeder Charakter kommt mit seinem eigenen Sprachstil zu Wort.

Lee Raven verbindet, durch die mythische Figur des „Buches des Nebo“ eine spannende äußere Handlung mit einer nicht minder spannenden Vermittlung von Schriftkulturgeschichte. Über die Abenteuergeschichte hinaus regt es sehr sympathisch dazu an, den geistigen Reichtum der Menschheit zu erkennen und wertzuschätzen.

„Nebo gab der Menschheit das Mittel, sich an alles zu erinnern, das sie je gelernt hatten, und ihr Wissen weiterzugeben, von Generation zu Generation, und die Weisheit der Vorfahren weiterzuentwickeln.“

Eine  wortwörtliche Buchbegegnung, die Lesefolgen haben kann.

Leider, leider ist dieses Buch inzwischen vergriffen, aber Sie können es vielleicht auf antiquarischem Wege noch erjagen.

 

Die Autorinnen:

»Zizou Corder ist ein Synonym für die 1960 geborene Schriftstellerin Lousia Young und ihre Tochter Isabel Adomakoh. Mit der „Lionboy„-Trilogie schrieben die beiden einen Bestseller, der in 35 Länder verkauft wurde.«

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Stich ins Wespennest

  • von D.E. Stevenson
  • Aus dem Englischen von Thomas Steger
  • MANHATTAN  Verlag, November 2011   http://www.manhattan-verlag.de
  • ISBN 978-3-442-54687-9
  • 350 Seiten, 17,99  €
  • Taschenbuchausgabe,  August 2013
  • ISBN 978-3-442-47941-2
  • 8,99 €

Stich ins Wespennest von D E Stevenson

AUS  DEM  LEBEN  GEGRIFFEN

Buchbesprechung von Ulrike Sokul  ©

Beim „Stich ins Wespennest“ handelt es sich um eine sehr geschickt konstruierte Geschichte in der Geschichte oder, kurz zitiert, umeinen Roman über eine Frau, die einen Roman über eine Frau geschrieben hat, die einen Roman geschrieben hat.“

Eine vergnügliche Lektüre, die den deutschen Leserinnen lange vorenthalten blieb, da zwischen dem Erscheinen der englischen Originalausgabe im Jahre 1934 und der deutschsprachigen Erstausgabe 2011 ganze 77 Jahre vergangen sind. Doch besser spät als nie: D.E. Stevenson, die übrigens mit dem Schatzinsel-Stevenson verwandt war, hat mit  „Stich ins Wespennest“  einen lebhaft menschenkenntnisreichen, selbstironisch konservativen und heiteren Roman verfasst, der sich sehr angenehm liest.

Auch die Buchumschlagillustration ist sehr gut und stimmig.

Der Schauplatz des Romans ist ein kleines englisches Dorf namens Silverstream zur Zeit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren. Zu Beginn folgen wir dem gedanklichen Gang der örtlichen Bäckerin durchs Dorf und lernen dabei – anhand ihres Auslieferungsplanes für die Frühstücksbrötchen – fast alle wichtigen Personen kennen: Wir sehen sie als Früh- oder Spätaufsteher, ordnen sie einer Berufstätig- oder Untätigkeit  zu und erhalten eine kurze Wohnlagenskizzierung.

Eine dieser Personen ist Miss Barbara Buncle, die aus Geldnot einen Roman  mit dem Titel „Der Störenfried“  verfasst hat und die  dabei –  da sie nach eigenem Bekunden „über keinerlei Phantasiebegabung“  verfügt – auf das in ihrem Dorf befindliche Figurenpersonal zurückgegriffen hat. Zwar hat sie die Namen verändert und den Roman unter dem Pseudonym John Smith veröffentlicht, aber ihre gute Beobachtungsgabe und scharfsinnige Menschenkenntnis – in Verbindung mit einer naiven Wahrheitstreue in der schriftlichen Wiedergabe –  führen dazu, daß sich die Personen aus dem Roman leicht den realen Vorbildern zuordnen lassen.

Das ist nicht für jeden von ihnen schmeichelhaft, und die dünkelhaftesten und selbstgerechtesten Charaktere fühlen sich besonders bloßgestellt und angegriffen. Bald gibt es nur noch ein Thema im Dorf: Wer verbirgt sich hinter dem Pseudonym des Verfassers? Es muß jemand sein, der alle kennt und den alle ebenso kennen; Versammlungen werden organisiert, Verleumdungsklagen angestrebt und sogar eine öffentliche Auspeitschung des „Störenfrieds“ ist im Gespräch.

Niemand verdächtigt die unscheinbare Miss Buncle, obwohl sie selbst in ihrem Buch auch vorkommt. Allerdings hat sie eine deutliche charmantere und selbstsichere Version ihrer Person entworfen, und das ist zunächst die beste Tarnung.

Miss Buncle, die von allen sympathischen Personen  im Dorf geschätzt und von den Unsympathischen chronisch unterschätzt wird, schreibt munter an einer Fortsetzung des „Störenfrieds“ und benutzt die aktuellen Geschehnisse als weitere Bausteine für die Geschichte. Durch den inzwischen zum Bestseller avancierten Erfolg ihres Romans bessert sich Miss Buncles finanzielle Situation, sie kann sich neu und geschmackvoller kleiden, und sie wird selbstbewußter und mutiger.

Doch der „Störenfried“ hat noch andere Folgen: Bei Colonel Weatherhead, der sich amüsanterweise selber gar nicht in dem Roman wiedererkennt, führt die Schilderung einer romantischen Liebeserklärung zu der Erkenntnis, in welche Frau er bisher unbewußt schon längst verliebt ist. So stiftet der Roman eine Ehe in der Wirklichkeit, die er in der Fiktion vorweggenommen hat. Ein anderer Ehemann wird durch die drastische Schilderung seiner Egozentrik geläutert und lernt seine duldsame Gattin dankbar schätzen. Im weiteren fließenden Übergang von Fiktion zu Wirklichkeit und umgekehrt, läuten auch schon bald die Hochzeitsglocken für Miss Buncle.

Zum Ende der Lektüre habe ich Miss Buncle so lieb gewonnen, daß ich am liebsten zu ihrer Hochzeitsfeier eingeladen worden wäre; so bleibt mir nur der Trost und die Hoffnung auf das baldige Erscheinen des Fortsetzungsromans und die dann zu erlesende Teilnahme an Miss Buncles Hochzeit und ihrem weiteren Weg durchs Bücherleben.

Zur Weckung weiteren Lektüreappetits serviere ich noch zwei mundgerechte Stückchen aus dem „Stich ins Wespennest“, die den ironischen und lebensklug gelassenen Tonfall des Buches widerspiegeln.

„Die Welt ist keineswegs perfekt“, sagte Onkel Mike, der lange genug auf der Welt war, um zu wissen, dass man das Gute nicht ohne das Schlechte haben konnte, so wie Rhabarbermarmelade zwangsläufig leicht abführende Wirkung besaß.

„Dorcas meinte, die beiden würden ein nettes – äh, ein charmantes Paar abgeben.“
„Dorcas!“ schnaubte Mrs. Carter. „Was versteht Dorcas schon davon? Es ist ein schwerer Fehler, über solche Dinge mit dem Dienstpersonal zu reden. Hören Sie nicht auf Dorcas.“
„Ich höre nur auf sie, wenn sie meiner Meinung ist“, antwortete Barbara schlicht.

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Stich-ins-Wespennest/D.-E.-Stevenson/Goldmann-TB/e422978.rhd

 

Die Autorin:

»D.E. (Dorothy Emily) Stevenson wurde 1892 in Edinburgh geboren. Sie stammte aus einer berühmten Familie von Leuchtturmbesitzern, zu der auch Robert Louis Stevenson zählte – der Autor der »Schatzinsel« war ein Cousin ihres Vaters. 1916 heiratete D.E. Stevenson und bekam später mit ihrem Mann zwei Kinder. 1923 erschien ihr erster Roman. »Stich ins Wespennest« wurde 1934 veröffentlicht, und von nun an schrieb Stevenson jedes Jahr einen Roman. »Meine Bücher sind meine Leuchttürme«, pflegte sie zu sagen. In Großbritannien und den USA erreichten ihre Romane Millionenauflagen. D.E. Stevenson starb 1973 in Moffat, Schottland.«

 

Oma, die Miethaie und ich

  • von Tanya Lieske
  • illustriert von Daniel Napp
  • Beltz & Gelberg Verlag  2012        http://www.beltz.de
  • gebunden, 208 Seiten
  • 12,95 €
  • ISBN 978-3-407-82018-1
  • Taschenbuchausgabe Februar 2014 bei Gulliver
  • 6,95€
  • ISBN 978-3-407-74461-6
  • ab 9 Jahren
    9783407820181.jpg Oma, die Miethaie und ich

IM  LEBEN  LESEN

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Das ist endlich wieder einmal ein Buch, das mir so gut gefällt, daß ich am liebsten seitenweise Zitate daraus wiedergeben möchte.

Kleiner Werkstattbericht gefällig, wie ich Buchbesprechungen verfasse? Während der Lektüre des Buches liegen in Griffnähe diese wunderbaren transparenten, ablösbaren Haftlesezeichen, die maßgeschneidert meine Textmarkierungsbedürfnisse befriedigen, ohne daß ich den Text mit einem Bleistift oder einem noch unauslöschlicheren Schreibutensil verunzieren muß. Wenn ich das Buch zu Ende gelesen habe, schauen mehr oder weniger bunte Lesezeichenfähnchen aus dem Buchblock heraus.

Im Falle von „Oma, die Miethaie und ich“  kamen 20 Fähnchen zusammen, das ist eine Menge bei einem Buch von 208 Seiten. Tja, da werde ich nun gnadenlos maximal 3 Stellen auswählen, die ich mir zu zitieren erlaube, der Rest muß dran glauben und darauf hoffen, bei der Lektüre des Buches vom geneigten Leser entdeckt zu werden.

Also fange ich jetzt damit an,  das Buch sprechen zu lassen:

„Ich heiße Salila. Den Namen habe ich bekommen, weil  Oma in Indien durch einen Fluss gewatet ist, als ich geboren wurde. Salila heißt » Wasser « .    …    Oma musste dann aus Indien zurückkommen, weil meine Mama bei meiner Geburt gestorben ist. Das passiert in Deutschland ganz selten. Man glaubt gar nicht, dass sich hinter 0,012 Prozent gestorbenen Leuten eine ganze Mama verbergen kann.“

Das Mädchen Salila lebt mit ihrer unkonventionellen Oma Henriette in einer schönen Altbauwohnung mit Kastanienbaumaussicht im Düsseldorfer Stadtteil Bilk. Die alleinerziehende Oma kann alles reparieren und ist im ganzen Stadtviertel für ihr handwerkliches Geschick berühmt, und so verdient sie den Lebensunterhalt durch nachbarliche Reparaturaufträge und mit der Aufarbeitung von Sperrmüllschätzen und Trödelfunden. Oma Henriette ist ausgesuchte Kaffeekennerin, sie spielt Black Jack, und sie verfügt über viel Zivilcourage.

Salila fällt das Lernen leicht, sie ist Klassenbeste, und ihr bester Freund ist Mehmet, der Neffe des türkischen Gemüsehändlers aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Multikulturelles Miteinander ist für Oma Henriette und Salila kein Sozialkundefach, sondern gelebter Alltag.

Oma Henriette ist zwar noch nie umgezogen, aber sie hat in jüngeren Jahren viele Reisen unternommen, sie hat in fremden Ländern gelebt und gearbeitet, daher spricht sie Englisch, Französisch und Spanisch, und sie  ist äußerst weltgewandt und kreativ. Von einem dieser Auslandsaufenthalte kehrte sie schwanger nach Düsseldorf  zurück und brachte ihre Tochter Linda zur Welt. Linda und Henriette wohnten in ebengenannter Altbauwohnung in Bilk, und als die Tochter erwachsen war, ging Mama Henriette nach Indien zu einem Yogameister. Linda setzte die Familientradition fort und wurde unehelich schwanger;  sie starb bei der Geburt ihrer Tochter, und Mama Henriette kam aus Indien zurück und wurde zu Oma Henriette.

Jeden Abend vor dem Einschlafen sitzt Oma bei Salila auf der Bettkante zum  „Dreierschwatz“, d.h. die beiden erzählen der verstorbenen Linda alles, was im Laufe des Tages geschehen ist und was sie vielleicht interessieren könnte: ein anrührendes Ritual und eine ausgesprochen einfühlsame Psychohygiene. Der Lebensstil von Oma Henriette ist fürsorglich, liebevoll, pragmatisch, humorvoll und manchmal weise.

Eines Abends sitzen die beiden vor dem von Oma Henriette bereits sechzehnmal reparierten Schwarz-Weiß-Fernseher und sehen einen Bericht über ihr Stadtviertel. Dort werden die schönen Altbauten gepriesen, die niedrigen Mieten, der kleinteilige Einzelhandel und die interkulturelle Sozialstruktur. Der Bericht endet mit dem Hinweis, daß die Wohnungsnachfrage in diesem Stadtviertel steigen werde und daß sich mit  der steigenden Nachfrage auch die Mieten erhöhen würden. Erwachsene Leser ahnen schon: Gentrifizierung droht. Dieses schwierige Wort kommt in der Geschichte jedoch nicht vor. Oma Henriette erklärt Salila das Problem mit dem anschaulichen und  bissigen Begriff Miethai.  Ihre Definition ist so treffend, daß sie zitiert gehört: Sie kaufen die alten Häuser auf und renovieren sie, und dann werden die Wohnungen so teuer, dass nur reiche Leute sie bezahlen können. Alle anderen müssen dann raus.“

Selbstbewußt und kämpferisch verspricht Oma Henriette, daß sie niemals aus ihrer Wohnung ausziehen würden. Salila ist vorläufig beruhigt, doch dann findet sie zufällig einen geöffneten Brief, aus dem hervorgeht, daß das Haus, in dem sie wohnen, durch einen Erbfall einen neuen Eigentümer bekommen hat, der in Hamburg lebt. Als ein weiterer Brief aus Hamburg eintrifft, erfährt Salila durch ihre heimliche Lektüre, daß ihnen die Wohnung gekündigt wurde.

Seltsamerweise reagiert Oma Henriette auf die Briefe nicht, bespricht die Angelegenheit nicht mit Salila und tut so, als gäbe es keinen Anlaß zur Sorge. Auf Salilas vorsichtige Nachfragen reagiert Oma Henriette ungewohnt ärgerlich und abwehrend trotzig.

Salila ist verwirrt und traurig, und sie spürt, daß ihre Oma etwas vor ihr zu verbergen versucht. Sie vertraut sich ihrem Freund Mehmet an, und die beiden überlegen, was man gegen Miethaie unternehmen könne und warum Oma Henriette sich so merkwürdig verhält.

Mehmet ist es, der auf die Idee kommt, daß Oma Henriette vielleicht nicht lesen kann. Salila mag das zunächst nicht glauben, aber als Mehmet unbefangen von einem seiner Onkel erzählt, der außer einer krakeligen Unterschrift nicht schreiben kann, fallen Salila eine Reihe von  Omagewohnheiten ein, die zu Mehmets Vermutung passen: Oma Henriette und Salila hinterlassen sich z.B.  kleine Nachrichtenzeichnungen auf dem Küchentisch, Oma Henriette läßt sich oft Texte von ihrer Enkelin vorlesen, weil sie gerade ihre Brille verlegt habe, Omas Unterschrift unter Salilas Zeugnis sah nicht nach einer flüssigen Erwachsenenschrift aus, und kürzlich öffnete sie eine angebliche Dose mit Erbsen, die sich dann als Makkaroni in Tomatensoße entpuppten.

Die Kinder entschließen sich, einfach selber einen Brief an den neuen Hauseigentümer zu schreiben. In diesem Brief erklärt Salila kindlich ehrlich und direkt, warum sie und ihre Oma keinesfalls aus der vertrauten und preiswerten Wohnung ausziehen können.

Mehmet druckt einen Wikipedia-Artikel über Analphabeten aus, und Salila erfährt, daß schätzungsweise jeder Zehnte in Deutschland mehr oder weniger analphabetisch ist. Salila wagt es nicht, Oma Henriette diesbezüglich Fragen zu stellen, und so muß es erst zu einer dramatischen Zuspitzung der Wohnsituation kommen, bis Oma Henriette endlich gesteht, daß sie nicht lesen und gerade mal mühsam ihre Unterschrift zusammenstoppeln kann.

Nachdem die beiden sich ausgesprochen haben und die Modernisierungsmaßnahmen im Haus schon so weit fortgeschritten sind, daß die ersten Stufen des Treppenhauses abgerissen werden, bekommt Salila eine freundliche Antwort auf ihren Brief. Der neue Hausbesitzer möchte seine Mieterinnen kennenlernen und kündigt seinen leibhaftigen Besuch an. Der Herr Miethai  ist ein überraschend sympathischer Mensch, und unter dem Einfluß von Oma Henriettes überragend köstlichem Kaffee findet sich eine für alle Parteien angenehme Lösung.

Besonders hervorheben möchte ich noch die wohldosierten Prisen Spiritualität, die der Geschichte zusätzlichen, unaufdringlichen Tiefsinn verleihen. So lernt Salila z.B., daß es beim Formulieren von Wünschen nicht sinnvoll ist, mit sprachlichen Verneinungsformen zu arbeiten, sondern daß nur die ausdrücklich positive Betonung des Erwünschten zum Ziel führt:

„Ich mache die Augen zu und  wünsche mir, dass wir nicht ausziehen müssen.» Ein Wunsch mit  >nicht<  drin geht nicht. «Ich brauchte einen Augenblick, bis ich verstanden habe, was sie meint. Dann mache ich die Augen zu und wünsche mir, dass wir hierbleiben dürfen, in unserer Wohnung unter dem Dach.“

„Oma, die Miethaie und ich“  zeichnet sich aus durch zwischenmenschliche Vielschichtigkeit, lebendige Figuren, Wortwitz, liebevolle Details und eine durchgehend erfreulich konstruktive und einfühlsame Behandlung sozialer Probleme. Die Sprache ist ausdrucksvoll, feinsinnig und kindgerecht.

Die Illustrationen von Daniel Napp passen vortrefflich und geben insbesondere die Charakterzüge und Stimmungen der Figuren ausgezeichnet wieder.


Die Autorin:

»Tanya Lieske ist Autorin und Literaturkritikerin. Sie schreibt Bücher für Kinder und Erwachsene. Im Deutschlandfunk (Köln) moderiert sie die Literatursendung Büchermarkt. Tanya Lieske lebt mit ihrer Familie in Düsseldorf, ein zweiter Schreibtisch steht in Irland.«
Weitere Informationen:       http://www.tanyalieske.de

 

 

Der gute Dieb

PEDANTISSIMO

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

So einen Dieb kann man sich nur wünschen!

Martin geht mit Einkaufszettel auf Diebestour, und da stehen meist keine großartigen Wertsachen drauf, sondern viele Dinge des täglichen Bedarfs wie Salatsoße, Käse, Butter, Obst, Gemüse,  Konserven, Waschpulver, Zahncreme, Druckerpapier, Briefmarken, Nudeln, eine Flasche Wein etc.

Martin hat langjährige „Kunden“, deren Häuser, Lebensläufe und Gewohnheiten er mit millimeterpapierener Präzision auskundschaftet, er arbeitet überaus methodisch und hinterläßt nie Spuren, denn er ist ein Hygienefanatiker und arbeitet mit OP-Handschuhen, Haarnetz und Plastiküberschuhen.

Er katalogisiert die Inhalte von Schränken, Speisekammern und auch Schmuckkästchen. Martin ist so durch und durch organisiert, daß er  sogar meist über Nachschlüssel für Vorder- und Hintertüren verfügt. Aufgrund Hunderter Übungsstunden an 30 verschiedenen Schließsystemen knackt er im Handumdrehen jedes  Schloss.  Wenn er gelegentlich ein wertvolleres Stück mitgehen läßt, so z.B. einen einzelnen, selten getragenen Ohrring, vermutet die Besitzerin, sie hätte das Teil verlegt oder verloren, und erst Monate später entwendet er den zweiten Ohrring und vertickt ihn bei eBay. Oder er entdeckt bei zweien seiner Kunden identische Handtuchgarnituren, jeweils im 12er Set, und so nimmt er jeweils 3 Handtücher pro Haushalt mit, und auch dieser bescheidene Verlust wird nicht bemerkt.

Bei seinen „Besuchen“ lernt er seine Kunden kennen und sogar schätzen, man begreift buchstäblich, was Schrank- und Schubladeninhalte, Kalender, Kontoauszüge und Computer ohne Passwortschutz alles über einen Menschen verraten. Einmal spielt er sogar erfolgreich  den Eheretter, indem er einem unaufmerksamen Ehemann einen anonymen Brief mit romantischen Anregungen schickt.

Doch auch die perfekteste Planung kann eine kleine Panne nicht verhindern. Als Martin im Bad einer Kundin den Spiegelschrank inspiziert, fällt eine Zahnbürste in die offene Kloschüssel. Er fühlt sich verpflichtet, eine neue, saubere Zahnbürste zu beschaffen, und das bringt seinen Zeitplan völlig aus dem Gleichgewicht und führt zu sehr dramatischen und aus Leserperspektive amüsanten Schwierigkeiten.

Von da an eskalieren seine unfreiwilligen Eingriffe in das Leben seiner Ernährer, und es wird richtig kriminell, als er bei  einem seiner Beutezüge einen verdächtigen Unbekannten aus dem Hause seines Kunden kommen sieht. Nun steigert er sich sogar zum Privatdetektiv und  kann dank seiner Erkenntnisse  erfolgreich ein Gewaltverbrechen verhindern.

Die Spannung  der Geschichte  entsteht aus  der detailliert beschriebenen Zwanghaftigkeit, der wirklich mikroskopisch genauen und minutiösen Systematik und wirklich fast alle Eventualitäten einkalkulierenden Komplexität, mit der unser Held an die Arbeit geht. Martins neurotischer Hygienefimmel sorgt zusätzlich für situationskomischen Stoff, und man wartet und hofft die ganze Zeit darauf, daß er doch endlich mit dem echten, unkontrollierten Leben in Berührung kommen möge.

Besonders erheiternd ist eine kleine Episode, in der Martin eine öffentliche Toilette aufsuchen muß und durchaus beachtenswerte Betrachtungen anstellt.

Der gute Dieb ist ein unterhaltsamer, sehr detailverliebter Krimi für Leser, die Spannung ohne große Blutverluste, erleben möchten.

 

Der Autor:

»Matthew Dicks hat am Trinity Colllege in Hartford, Connecticut, studiert und arbeitet als Grundschullehrer. Aus Deutsch erschienen Der gute Dieb (2009) und 99 Sommersprossen (2010) und Der beste Freund den man sich denken kann (2013) . Er lebt mit seiner Frau, zwei Kindern, einem Hund und einer Katze in Newington, Connecticut.«

http://www.matthewdicks.com

PS:
Hier folgt der Link zu meiner Besprechung von Matthew Dicks Roman „Der beste Freund den man sich denken kann„:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2013/06/26/der-beste-freund-den-man- sich-denken-kann/

Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

  • von Lauren Oliver
  • Übersetzung aus dem Englischen von  Katharina Diestelmeier
  • Carlsen Verlag  2010                          http://www.carlsen.de
  • 978-3-551-58231-7
  • 447 Seiten
  • 19,90  €
  •  ab 14 Jahren
  • Taschenbuchausgabe, Carlsen Verlag  März 2013
  • 978-3-551-31200-6
  • 8,99 €
    9783551582317_0.jpg Wenn du stirbst zieht

ANPROBE  FÜR  VIELE  LEBEN

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Samantha Kingston, die Icherzählerin dieses Jugendromans, bereitet die Leser bereits im Prolog darauf vor, daß sie hier von ihrem letzten Lebenstag erzählt. Sie tut das in einem selbstironisch-lakonischen und unkonventionellen Tonfall, der Neugier weckt und zum Weiterlesen animiert, obwohl wir wissen, wie die Geschichte enden wird.

Im ersten Kapitel lernen wir Samantha als hübsche, 16-jährige Schülerin kennen, allgemein beliebt, bewundert, aber auch gefürchtet, denn sie gehört  zu der angesagten Mädchenclique an ihrer Schule. Ihre Hauptsorge gilt der Anzahl der Rosen, die sie zum Valentinstag bekommen wird, und es gibt eine latente Unsicherheit bezüglich ihres  Entjungferungsvorhabens. Zwar ist sie mit dem ebenfalls allgemein umschwärmten Rob zusammen, aber der Impuls zum ersten Mal geht wesentlicher stärker vom Gruppenzwang ihrer Freundinnen und vom Drängen des Jungen aus als von wirklichem Begehren ihrerseits.

Am Morgen ihres letzten Lebenstages wird sie von ihren drei besten Freundinnen mit demAuto abgeholt. Lindsay, die Fahrerin und tonangebende Persönlichkeit der Mädchenclique, überholt dreist den Wagen einer anderen Schülerin und besetzt den letzten Parkplatz, der in unmittelbarer Nähe zum Haupteingang der Schule liegt.

Es ist Valentinstag, und auf dem Weg zum Unterricht begegnen ihnen einige als Liebesboten festlich kostümierte Schülerinnen der unteren Jahrgänge. Diese Liebesboten verteilen im Laufe des Schultages die Rosen und Grußkärtchen an die älteren Jahrgänge.  Die Anzahl der Rosen, die man bekommt, illustriert, in welchen Bereich des Beliebtheitsspektrums man sich einordnen darf.

Während dieses Schulalltages wird deutlich, wie normiert sich Samantha verhält, wie sie ihren sozialen Rang in der Schülerhierarchie  ängstlich überwacht und ausgesprochen oberflächlich damit beschäftigt ist, die richtigen Klamotten zu tragen, coole  Bemerkungen zu machen,  sich von den Außenseitern fernzuhalten oder sich mit ihren Freundinnen über die „Freaks“ lustig zu machen. Eine Schülerin namens Juliet ist ganz besonders Zielscheibe des Gruppenspotts, einfach deshalb, weil Lindsay eine persönliche Abneigung gegen dieses Mädchen hat.

Samantha ist eine Mitläuferin, die ihre wahren Empfindungen opfert um dazuzugehören; das geht sogar so weit, daß sie bereit ist, mit ihrem Freund Rob zu schlafen – dabei haßt sie schon die Art, wie er sie küßt!

Eine der Rosen, die Samantha bekommt, stammt von Kent. Kent ist ein selbstbewußter, kreativer Individualist und fällt somit auch in die abzuwertende Freak-Kategorie. Er gibt jedoch am Abend eine Party, und gönnerhaft beschließen die Freundinnen dort hinzugehen, denn Kent sieht immerhin gut aus, wenn er sich auch eigenwillig kleidet.

Als die Mädchen zur Party in Kents Elternhaus  erscheinen, ist schon reichlich Alkohol geflossen, und es kommt zu einer sehr häßlichen Szene zwischen der Clique und ihrem Lieblingsopfer Juliet. Kent stellt Samantha deshalb zur Rede, und sie ist aufgewühlt, weil sie spürt, wie anziehend er auf sie wirkt; und seine Kritik an ihrem Verhalten gegenüber Juliet trifft sie sehr.

Samanthas Gefühlchaos ist perfekt, das Projekt Entjungferung entfällt wegen Robs Trunkenheit, also verlassen die Mädchen schließlich in weiblichem Einvernehmen die Party. Auf der Rückfahrt geschieht schließlich der Autounfall, bei dem Samantha stirbt.

Im zweiten Kapitel erwacht Samantha morgens  in ihrem Bett, und es ist wieder Valentinstag. Irritiert vergleicht sie ihre Erinnerung an den tödlichen Autounfall mit ihrem offensichtlich lebendigen Erwachen. Handelt es sich um ein besonders ausgedehntes Déjà-vu?

Wieder wird sie von ihren Freundinnen abgeholt, es gibt jedoch, bedingt durch Samanthas Verwirrung, ein kleine Zeitverzögerung, und diesmal bekommen sie nicht den gleichen Parkplatz, was wiederum für die Schülerin, die jetzt den Parkplatz nutzen kann, positive Folgen hat, da sie pünktlich zum Unterricht erscheint und sich somit eine andere Wirkungskette entfaltet. Auch Samantha hofft durch ihre Kenntnis des Tagesablaufes und eine bewußte Verhaltensänderung, vielleicht diesmal ihr Leben retten zu können.

Siebenmal erwacht sie am gleichen Tag und nimmt kleinere und größere Änderungen vor. Samantha ist ganz auf sich selbst zurückgeworfen, was dazu führt, daß sie nach und nach ihren eigenen Empfindungen folgt und viele Selbstverständlichkeiten ihres bisherigen Daseins hinterfragt. Schöne Fassaden werden brüchig, sie entdeckt Geheimnisse und Zusammenhänge, die ihre Perspektive  dramatisch verändern: „ Ich schaudere, als ich daran denke, wie leicht  man sich vollkommen in Leuten täuschen kann – man sieht einen winzigen Teil und verwechselt das mit dem Ganzen, man sieht die Ursache und denkt, es ist die Wirkung oder andersrum.“

Ihr Wissensvorsprung gegenüber ihren Mitmenschen macht sie einsam, zugleich bringen jedoch das Wissen um ihre eigene Sterblichkeit und der damit verbundene Abschiedsblick eine seelische Tiefenschärfe und reifende Selbsterkenntnis, die in bemerkenswertem Kontrast zu ihrer vorherigen Oberflächlichkeit stehen. Sie entwickelt mehr Dankbarkeit, Liebe und Wertschätzung für die vielen Gaben und Genüßlichkeiten des Lebens;  so entdeckt sie  z. B. staunend, daß ihre kleine Schwester ein bewundernswertes Vorbild an souveräner Eigenwilligkeit verkörpert.

Ließ  Samanthas  Herzensbildung sowohl in Bezug auf  sich selbst als auch in Bezug auf andere Menschen anfangs deutlich zu wünschen übrig, absolviert sie in diesen sieben Tagen einen Intensivkurs in echter Menschenkenntnis, achtsamer Wahrnehmung und Mitgefühl. Samantha ändert ihre Wertekoordinaten und wird von Wiederholungstag zu Wiederholungstag sympathischer und wesentlicher.

Das Leben, das Samantha dann am letzten Tag wirklich rettet, ist nicht ihr eigenes, doch hiermit ist sie vollkommen im Einklang.

„Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ ist ein ungewöhnliches Buch, mit einer mutigen Herangehensweise an schmerzliche und schwierige Themen und mit einer Sprache, die den jugendlichen Ton trifft. Ernste, lustige, alberne, tiefsinnige, einfache und komplexe Gefühle, Wahrnehmungen und Erkenntnisse werden in bunter Wortvielfalt, durch lebhafte Dialoge und mit flotter Dramaturgie  wunderbar gefühlsecht dargestellt.

 

Die Autorin:

»Schon als Kind hat Lauren Oliver leidenschaftlich gern Bücher gelesen und dann Fortsetzungen dazu geschrieben. Irgendwann wurden daraus ihre eigenen Geschichten. Sie hat Philosophie und Literatur studiert und kurz bei einem Verlag in New York gearbeitet. Lauren Oliver lebt in Brooklyn.«