Tante Julia und der Kunstschreiber

  • von Mario Vargas Llosa
  • HÖRSPIEL
  • Hörverlag  November 2010    http://www.hoerverlag.de
  • 10 CDs
  • Spielzeit: 723 Minuten
  • Sprecher: André Jung, Herlinde Latzko, Christoph Bantzer u.a.
  • 29,95 € (D),  29,95 (A),  41,90 sFr.
  • ISBN 978-3-86717-725-2

978-3-86717-725-2

APPLAUS!  BRAVO!!  DA  CAPO!!!

Hörbuchbesprechung von Ulrike Sokul  ©

Applaus – für  diese großartige Hörspielproduktion des Schweizer Radios DRS aus dem Jahre 2002! Acht Jahre vor der Verleihung des Literaturnobelpreises an Mario Vargas Llosa wurde seinem Roman „Tante Julia und der Kunstschreiber“ mit dieser Hörspiel- fassung  kongenial die Ehre gegeben.

Unter der Regie von Claude Pierre Salmony und der sehr originaltextnahen Hörspiel- bearbeitung und Co-Regie von Daniel Howald  ist ein geistreicher und opulenter Ohrenschmaus entstanden. Mit viel Liebe zum Detail wurden die Dialoge mit Original- aufnahmen aus Lima hinterlegt. Die Geräusche von Straßen, Cafés und Kirchen sowie gelegentliche musikalische Einstreuungen tragen sehr zur dramaturgischen Einstimmung bei und werden durch die wiederkehrende, sehr tänzerische Einspiel- melodie vor jedem neuen Kapitel ergänzt.

In „Tante Julia und der Kunstschreiber“ erzählt Vargas Llosa die autobiographisch inspirierte Liebesgeschichte von Mario und Julia. Im Lima der Fünfzigerjahre studiert Mario nachlässig Jura, arbeitet als Nachrichtenredakteur für Radio Panamericana und träumt davon, als Schriftsteller in einer Mansarde in Paris zu leben. Seine Erzählungen landen zwar meist im Papierkorb, aber Mario ist von seiner schriftstellerischen Berufung überzeugt. Er wohnt bei seinen Großeltern und ißt bei den diversen Tanten und Onkeln seines ausufernden Familienclans zu Mittag. Bei einem dieser Essen trifft er auf seine angeheiratete Tante Julia, die frisch geschieden nach Lima gekommen ist, um einen neuen Ehemann zu finden.

Am gleichen Tag hört er zudem zum ersten Mal von Pedro Camacho, dem neuen Hör- spielautoren des Radiosenders. Die leibhaftige Begegnung mit dem Hörspielwunder läßt nicht lange auf sich warten, und Mario beobachtet staunend die unglaubliche Produktionsmenge und Schnelligkeit des eigenwilligen Schreibers. Pedro Camacho verfaßt und inszeniert neun Hörspielepisoden täglich und verschafft dem Sender große Hörerzuwächse und entsprechend höhere Werbeeinnahmen.

Pedro Camacho kultiviert diverse Manierismen: er trinkt Kamillentee mit Pfefferminze, er zelebriert höfische Verbeugungen und pflegt in jedes Hörspiel gnadenlos seine persönlichen Zu- und Abneigungen einzubauen;  so ist die jeweilige Hauptfigur grund- sätzlich „ in der Blüte seiner Jahre, nämlich 50“, also genau in Pedro Camachos Alter, und immer gibt er seiner Verachtung gegenüber Argentinien Ausdruck, indem er mit irgendeiner abwertenden Bemerkung über angeblich argentinische Sitten aufwartet.

Bei der Schöpfung seiner Hörspielcharaktere scheut er kein Klischee – egal ob religiös, medizinisch, soziologisch, psychologisch oder romantisch –  je extremer und gegen- sätzlicher, desto besser, und entsprechend reißerisch und monströs entfaltet sich die jeweilige Handlung.

Des weiteren garniert er seine Seifenopern mit pathetischen Schnörkeln wie : „ -Fluch , der auf einer Familie lastet, von der nicht einmal der Name überdauern wird -“oder: „-Burschen aus der Gosse, die durch Hartnäckigkeit bis zum Nobelpreis gelangen -“ und unfreiwillig komischen Metaphern wie : „ Die Richter – Nachgiebigkeit von Zuckerrohr, das im journalistischen Winde tanzt -“ und „Blässe einer Frau, die von einem Vampir geküßt wurde.“
 
Vargas Llosa wechselt die Kapitel der wirklichen Liebesgeschichte von Mario und Julia mit den fiktiven Hörspielepisoden von Pedro Camacho ab.

Die Liebesgeschichte zwischen dem 18-jährigen Mario und seiner 14 Jahre älteren Tante Julia schreitet von anfänglich nur spielerischem Flirt zu leidenschaftlicher Liebe fort und führt, gegen den Willen der Familie, bis zur illegalen Heirat.

Die Hörspielkarriere von Pedro Camacho bekommt einen katastrophalen Knick, als er  –  Opfer seines hyperkreativen Geistes  – anfängt, die Namen, Charaktere und Handlungs- fäden seiner Figuren zu verwechseln, und schließlich das gesamte Personenpotpourri durch eine apokalyptische Erdbebenepisode ins Jenseits befördert.

Der Schauspieler André Jung gibt der jungenhaften Männlichkeit Marios eine sympathische, jugendlich begeisterte und eifrige Stimme.

Tante Julia wird charmant, sinnlich und mit weiblicher Selbstironie von Herlinde Latzko gesprochen.

Christoph Bantzer verstimmlicht die Rolle des Pedro Camacho mit eindrucksvoller Treff- sicherheit. Es ist eine Meisterleistung, nur über das Medium der Stimme, die Kombi- nation aus fanatischer Selbstdisziplin, herrischer Subjektivität, hilfloser Überheblichkeit und idiosynkratischer Überspanntheit wiederzugeben!

Pedro Camachos Bemerkung  „Meine Schriften erhalten sich an einem unauslöschlicheren Ort, als Bücher es sind. Im Gedächtnis der Radiohörer.“ kann ich nur bestätigen. Ich werde nie wieder Mario Vargas Llossas Roman lesen können, ohne dabei Christoph Bantzers Stimme im Ohr zu haben.

Überdies nutzt sich die facettenreiche Geschichte auch bei mehrmaligem Hören keines- wegs ab. Ich habe mir dieses „Hörspiel-Kino“ bereits dreimal gegönnt, und jedesmal fielen mir wieder neue Raffinessen und Wortspielereien auf. Ich möchte sogar sagen, daß es mir von Mal zu Mal immer besser gefällt, was in meinen Ohren ein weiteres Zeichen für die Qualität dieses  Hörspiels ist.

Die Verpackung des Hörspiels ist dem Hörverlag sehr schön gelungen. Die graphische Gestaltung gibt den Zeitgeist der Fünfzigerjahre wieder, die Verteilung der 10 CDs auf fünf Doppelhüllen macht das Raumvolumen handlich, und der Pappschuber umrahmt ein rundherum stimmiges Werk.

Hier entlang zum Hörbuch und zur HÖRPROBE:
https://www.randomhouse.de/Hoerbuch/Tante-Julia-und-der-Kunstschreiber/Mario-Vargas-Llosa/der-Hoerverlag/e387011.rhd

 

Der Autor:

»Mario Vargas Llosa, 1936 im peruanischen Arequipa geboren, studierte Sprachen in Lima und Madrid und arbeitete dann als Journalist in Paris.
1962 erschien sein erster Roman „Die Stadt und die Hunde“, der bereits zu einem internationalen Erfolg wurde. Auch seine weiteren Romane wie „Das grüne Haus“ oder „Der Krieg am Ende der Welt“ fanden weltweit bei Kritik und Lesepublikum Beachtung. Mario Vargas Llosa erhielt 2010 den Nobelpreis für Literatur.«

 

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung

 

Werbeanzeigen

Opa Meume und ich

  • von Maggie Schneider
  • mit Bildern von Jacky Gleich
  • Tulipan Verlag  2008                                http://www.tulipan-verlag.de
  •  66 Seiten,  12,90  €
  • 978-3-939944-16-4
  • zum Vorlesen ab 5 Jahren
  • zum Selberlesen ab 8/9 Jahren
  • Juli 2011 als Taschenbuch bei dtv
  • 978-3-423-71464-8, 6,95 €

Layout 1

DAS  UNSICHTBARE  INNENDRIN

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Rührend und sehr herzlich, ja  – seelenvoll!

Emma ist ein Schlüsselkind und geht zweimal pro Woche zu Opa und Oma Meume in den dritten Stock.  Opa und Oma Meume sind nicht die Großeltern von Emma, sondern Nachbarn. Bei diesem liebevollen, seit vierundsechzig Jahren verheirateten Paar bekommt Emma altmodische Gerichte wie Königsberger Klopse  oder Himmel und Erde zum Mittagessen und Hilfe bei den Hausaufgaben. Opa Meume liest sehr gekonnt vor, und Oma Meume geht bei jedem Wetter mit Emma in den Park. Jeden Sonntag tanzen Oma und Opa Meume einen Walzer miteinander, und manchmal schaut Emma diesem schönen Beziehungsritual zu.

Doch dann stirbt Oma Meume und Opa Meume zieht sich ganz in seine Trauer zurück. Die neunjährige Emma läßt sich jedoch nicht so leicht abwimmeln und findet immer wieder einen Vorwand, um den einsamen Witwer aus der Reserve zu locken: mal hat sie sich ausgesperrt und muß dringend aufs Klo, mal braucht sie ein Heftpflaster und die Mathehausaufgaben werden auch nicht leichter, und zu Weihnachten wünscht sich Emma, daß Opa Meume  mit ihr und ihren Eltern feiert. Nach dem Weihnachtsbesuch organisieren Emmas Eltern einen Pflegedienst und Essen auf Rädern für Opa Meume.

Die Kombination aus äußerer Pflege durch die Altenpflegerin und innerer Pflege durch Emmas Zugewandtheit führt zu einer deutlichen Verbesserung. Sie schauen sich alte Fotos an und Opa Meume teilt die dazugehörigen Erinnerungen mit Emma, und schließlich reden die beiden auch offen über den Verlust vom Oma Meume und über ihre Gefühle, Gedanken und Fragen zum Thema Tod und Einsamkeit.

 „Ich glaube, wenn ein Mensch stirbt, bleibt das übrig, was man nicht sehen kann, das Innendrin.“

Für die Sommerferien organisiert Emma sogar eine Opa-Kind-Betreuungsvertretung. Als sie aus dem Urlaub zurückkommt, liegt Opa Meume im Krankenhaus, und Emma kann ihn noch zweimal besuchen, bevor auch  er stirbt.

Meine Eltern wollten mich zu Opa Meumes Beerdigung mitnehmen, aber dieses Mal wollte ich nicht. Die letzte Ehre erwies ich Opa Meume im Park. Ich stellte mir sein unsichtbares Innendrin auf der Parkbank vor, und dann hielt ich eine kleine Rede: „Lieber Opa Meume, es ist komisch, ich habe manchmal das Gefühl, dass du da bist und dann wieder nicht. Ich weiß nicht genau, wie man jemandem die letzte Ehre erweist…“ , an dieser Stelle verbeugte ich mich vor der Bank, „aber ich denke, irgendwie so ähnlich. Ich hoffe du kannst mich hören. Und ich hoffe, du bist jetzt wieder bei Oma Meume, und es war nicht alles nur ausgedacht, was du mir erzählt hast. Vielen Dank für alles.“ Und dann verbeugte ich mich noch einmal.“

Auch ich verbeuge mich hiermit vor Maggie Schneiders außergewöhnlich feinfühligem Kinderbuch, das keine Berührungsängste mit seinem Thema hat. Es macht aus der Begegnung mit unserer Sterblichkeit eine Anleitung zum Mitgefühl. In der Geschichte lebt Emma ihren eigenen Eltern soviel mehr an Liebe und Fürsorge für den alten Nachbarn vor, daß sie nur mühsam hinterherhinken können. Die Empathiebegabung Emmas zeigt sich in vielen kleinen Gesten, z.B. schafft sie gefühlsneutrale Weihnachtsdekoration für Opa Meume herbei, nachdem sie erkennt, daß der vertraute Weihnachtsschmuck ihn traurig macht.

Gerade weil den schmerzlichen Empfindungen Raum und Ausdruck gegeben wird, entsteht auch wieder Raum für Schmunzelsituationen, die nicht nur Opa Meume erheitern, sondern auch uns Leser.

Die schrägen Illustrationen von Jacky Gleich begleiten und bereichern den Text ausgezeichnet. Mein Lieblingsbild ist der doppelte Walzertanz von Oma und Opa Meume, der den Zeitsprung vom jungen zum alten Ehepaar lebhaft in Szene setzt.

Kurz: Ich bin des Lobes voll!

 

Die Autorin:

»Maggie Schneider ist der Künstlername von Verlegerin Mascha Schwarz. Sie wurde 1965 geboren, studierte Fotografie an der Fotoakademie in München und arbeitete danach als freie Fotografin, Regisseurin und Autorin für Film- und Fernsehproduktionen. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in München. »Opa Meume und ich« ist ihr erster Roman.«

Die Illustratorin:

»Jacky Gleich wuchs in der DDR auf und studierte Animation an der Filmhochschule in Babelsberg und in Dresden. Seit 1995 illustrierte sie rund 50 Bücher und erhielt dafür viele Auszeichnungen, darunter den Deutschen Jugendliteraturpreis, den Gustav Heinemann Friedenspreis und das Ehrendiplom Schönste Bücher der Welt. Sie lebt mit ihrer großen Familie in Mecklenburg.«

 

Dieses Buch ist 2016  in einer Neuauflage erschienen, illustriert von Eleanor Sommer.

Die Illustratorin:

»Eleanor Sommer, geboren 1974 in Hamburg, studierte Illustration an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg. Sie ist Mitglied der Illustratorengruppe »Die Krickelkrakels« und arbeitet als freie Illustratorin für Verlage und Zeitschriften in Sichtweite des Hamburger Hafens, wo sie auch mit ihrer Familie lebt.«  Mehr auf www.eleanorsommer.de
OpaMeume und ich_NEU_72

 

Tulipan Verlag  
Format 19 x 13 cm
gebunden
10,00 €
ISBN 978-3-86429281-1

 

Hier geht es zum Titel auf der Verlagswebseite:
http://www.tulipan-verlag.de/Buecher/Opa-Meume-und-ich.html?listtype=search&searchparam=opa%20meume

Querverweis:

Hier folgen ergänzende Links zu weiteren Kinderbüchern zu den Themen: Abschied, Tod und Trauer:

Ente, Tod und Tulpe
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/06/13/ente-tod-und-tulpe/
Erik und das Opa-Gespenst

https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/12/05/erik-und-das-opa-gespenst/
Kleiner Fuchs Großer Himmel
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/11/23/kleiner-fuchs-grosser-himmel/
Nur ein Tag
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/10/13/nur-ein-tag/
Oma trinkt im Himmel Tee
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/11/26/oma-trinkt-im-himmel-tee/
Der Tod auf dem Apfelbaum
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/03/20/der-tod-auf-dem-apfelbaum/
Überall & Nirgends / Gedichte über Tod und Trauer
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2018/07/03/ueberall-nirgends/

Wie lange dauert Traurigsein?
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/12/03/wie-lange-dauert-traurigsein/

 

Mr Moonbloom

  • Roman
  • von Edward Lewis Wallant
  • Originaltitel: »The Tenants of Moonbloom«
  • Mit einem Vorwort von Dave Eggers
  • Übersetzung aus dem Englischen
  • von Barbara Schaden
  • Berlin Verlag 2012      http://www.berlinverlag.de
  • 978-3-8270-0974-6
  • 317 Seiten
  • 22,99  €
  • Taschenbuchausgabe Oktober 2013
  • 9,99 € (D), 10,30 € (A), 13,90 sFr.
  • ISBN 978-3-8333-0922-9

Layout 1

H A U S W E S E N

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Die Originalausgabe von „Mr Moonbloom“ erschien bereits 1963, doch das Warten auf eine Übersetzung ins Deutsche hat sich gelohnt.

Das Bühnenbild für den Roman „Mr Moonbloom“ begegnet uns schon bei dem überaus passenden Titelbild des Schutzumschlages: ein mindestens viergeschossiges altes Haus, Backsteinmauern, dunkle Fenster, heruntergelassene Jalousien, eine eiserne Feuertreppe mit Etagengalerien, winterliches Licht, noch nicht ganz nächtlich, aber dunkel genug, um die wenigen Lichtblicke  – ein mit einer bunten Lichterkette geschmücktes Geländer und die beiden einzigen hell erleuchteten Fenster dahinter – hoffnungsvoll hervorzuheben. Die farbenfrohen Lichtfünkchen mildern den angestaubten und heruntergekommenen Eindruck, den das Gebäude macht. Eine Szenerie wie  für einen Woddy-Allen-Film! So lasse ich mich als Leserin gerne anlocken.

Ich kann es gar nicht oft genug betonen, wie wichtig ein stimmiges Titelbild ist. Wie häufig habe ich als Buchhändlerin einen hervorragenden Text mit leidenschaftlichem Plädoyer vor seinem unpassenden Buchumschlag verteidigt. Danke, Berlin Verlag, für eine Buchumschlagsgestaltung, die wirklich mit dem Romaninhalt korrespondiert.

Norman Moonbloom ist ein 32jähriger Junggeselle; nach diversen unvollendeten Studier- experimenten arbeitet er für seinen erfolgreichen Bruder Irwin als Verwalter von vier ausgesprochen maroden Mietshäusern in Manhattan. Dem Vorwort von Dave Eggers entnehme ich, daß die im Roman beschriebenen Straßen (Mott Street, 70th Street und 13th Street) heute zu den besseren und teureren Wohngegenden gehören, was jedoch in den sechziger Jahren, in denen die Geschichte spielt, genau umgekehrt war.

Die Geschichte beginnt mit einem Telefongespräch zwischen den ungleichen Brüdern. Norman Moonbloom sitzt in seinem staubigen Kellerbüro an seinem sperrmüllreifen Schreibtisch und serviert seinem Bruder Irwin eine haarsträubende Aufzählung von reparaturbedürftigen Wohnungszuständen, ja geradezu Baufälligkeiten.

Irwin, dessen Zeit nach eigenen Angaben 50 Dollar die Stunde wert ist, verweist seinen Bruder zur Problemlösung auf den mobilen Hausmeister Gaylord, der für 40 Dollar die Woche vier Häuser zu versorgen hat. Normans Einwand, daß man von einem dermaßen unterbezahlten Helfer nicht viel erwarten könne, wird von Irwin ignoriert, aber immerhin verspricht er ihm eine Überweisung von lächerlichen 500 Dollar, um die dringendsten Mängel zu beheben. Mit heiterer Resignation zieht sich Norman daraufhin innerlich von den Erfolgsforderungs-predigten seines Bruders zurück und gibt sich der Betrachtung des Augenblicks hin:

„Er saß zwischen Tagtraum und nichts und sah sich an, was es zu sehen gab. Die Sonne musste sich bücken, um hier einzufallen. Sie kam als Widerschein vom Gehsteig über ihm und wirkte fast wie künstliches Licht. Die kopflosen Körper der Passanten bildeten eine faszinierende  Parade; vollständig waren nur die Kinder.“  (Seite 16)

Anschließend macht er sich müde auf den Weg zu seiner Arbeit, die darin besteht, die wöchentliche Miete persönlich bei jedem Mieter in bar zu kassieren und zu quittieren.

„ » Dauert keine Minute «, sagte Norman, setzte sich und stellte mit seiner kleinen, bedächtigen Handschrift, die zu wohlgeformt war, um Charaktereigenschaften preiszugeben, die Quittung aus.“  (Seite 31)

Während jeder Mietkassierrunde lauscht Moonbloom den Beschwerden über tropfende Wasserhähne, lebensgefährliche Stromleitungen, gesprungene Fliesen, verklemmte Fenster, verbotene Fahrstühle, mangelhafte Lichtquellen usw. Hinzu kommen die Klagen über Reibereien zwischen den Mietern, denn trotz der allgemein miserablen und heruntergekommenen Wohnsituation reicht die Bandbreite der mitmieterlichen Lebensarten von überkompensatorischer Hyperhygiene bis zur verwahrlosten Kakerlaken-WG. Die freundlich-unbestimmte Wesensart Moonblooms macht ihn zum Adressaten der gesammelten Schicksalsklagen und Lebensbeichten aller Mieter. So werden wir Mitleser einer bunten, meist traurigen Schicksalspalette trotzig Überlebenswilliger.

Wegen  des schmalen Etats für fällige Reparaturen und Instandsetzungen versucht es Moonbloom bei den durchaus berechtigten Klagen der Mieter mit einer verständnisvollen Verzögerungstaktik. Moonbloom geht mit einem emotionalen Schutzkokon durchs Leben und läßt weder die grausame noch die schöne Realität wirklich fühlbar an sich heran. Das gilt für die Spielarten von Einsamkeit, Enttäuschung, Verletzlichkeit, Verzweiflung, Empörung, von verzerrten Liebesgefühlen und schlimmen Kindheiten sowie für die bescheidenen Glücks- und Trostnischen, die ihm die Mieter vorführen, ebenso wie für die Wohnungsmißstände.

Das ändert sich nach einer fieberhaften Erkrankung, die ihn fünf Tage ans Bett fesselt und ihm in einer Art innerem Psychoheimkino sein bisheriges Leben vorführt. Langsam, aber unwiderruflich erkennt er, daß sein eigentliches Versagen nicht in der bescheiden- en beruflichen Situation besteht, sondern in seiner bisherigen Lebensgefühlsverweiger- ung. Er überschreitet die „Schmerzschwelle“, und wie aus einem sozialen Dornröschen- schlaf erwacht, ergreifen ihn unvermittelt Wirklichkeit, Schmerz und Schönheit des Lebens und Fühlens.

Von Erfahrungsschritt zu Erfahrungsschritt wird er Teil der Leidensgenossenschaft seiner Mieter, und es berührt ihn, daß die Wohnungen in unzumutbar schlechtem Zustand sind. Er schaut mit neuen Augen in die Welt und hört mit neuen Ohren, was die Menschen ihm erzählen; er entwickelt ungeahnte Tatkraft. Aus einem passiven, ver- träumten Erdulder wird ein zupackender, zielstrebiger und mutiger Handelnder, der Einfluß auf die Wirklichkeit nimmt.

Zusammen mit dem mobilen Hausmeister Gaylord sowie einem autodidaktischen Klempner und einem einarmigen Elektriker macht sich Norman Moonbloom daran, alle Mängel zu beheben. Er organisiert die Arbeiten nicht bloß, er arbeitet mit seinen eigenen, zwar etwas ungeschickten, aber fleißigen Händen eifrig, fast besessen mit. Daß seine handwerkliche Unerfahrenheit z.B. einmal dazu führt, daß er sich beim Auftragen von Schellack auf einen Holzboden „in eine Zimmerecke hineinlackiert“ und daß er dort 12 Stunden ausharren muß, bis der Lack getrocknet ist, trägt er mit Fassung.

„Das mystische Denken, zu dem er jetzt neigte, hatte ihn zu der Überzeugung geführt, dass die Sorgen der Menschen in die Wände und Böden ihrer unmittelbaren Umgebung eindringen, weshalb die neuen Mieter neue Leinwände bekommen sollten, auf denen sie ihr Leben malen konnten. Folglich hatte er die Räume in seiner Lieblingsfarbe gestrichen, Weiß…“ (Seite 271)

Wie Norman Moonbloom nach Vollendung seines Renovierungsplans seine eigene neue Lebensleinwand bemalen wird, das verrät uns der Roman nicht mehr. Doch angesichts der menschlichen Reife und der Lebensoffenheit, zu der Moonbloom erwacht ist, können wir ihn ganz zuversichtlich seinem unbeschriebenen Schicksal überlassen.

Die besondere Gabe des Autors, Edward Lewis Wallant, liegt in der zugleich einfühlsamen wie schonungslosen Beschreibung der verschiedenen Charaktere, die seinen Roman bevölkern. Es ist bewundernswert, wie er es schafft, mit wenigen Sätzen, manchmal sogar nur mit einem einzigen Satz und einer kurzen Dialogszene einen Charakter und eine dazugehörige biografische Entwicklung in glaubwürdige Erscheinung treten zu lassen.

Nehmen wir z.B. den jungen Chinesen Jerry Wung, der den jungfräulichen Moonbloom stets mit ausführlichen Berichten über seine sexuellen Ausschweifungen nervt:

„Diese tiefen, geschwungenen Konturen eines nordchinesischen Gesichts in Kombination mit dieser Stimme erweckten den Eindruck, als sei eine Ming-Vase an einen Verstärker angeschlossen worden.“ (Seite 58)

Oder der Italienischlehrer Basellecci, der sich durch zeremoniellen Kaffegenuß und die Liebe zu den Feinheiten der Sprache kulturell über Wasser hält:

„Basellecci war ein Mann in jenem langen Lebensanschnitt, der nicht jung und nicht alt ist…Mr Baselleccis Finger, in Liebe zu den Vokalen gekrümmt, verharrten schwebend in der Luft… In der einen Hand die Kaffeetasse, während die andere seiner Passion Gestalt gab, stand er zwischen seiner heiligen und seiner profanen Liebe, und sein sachliches Gesicht kam der Verklärung so nah, wie es ihm möglich war.“ (Seite 55)

Ein Satz zu Sarah Lublin, die zusammen mit ihrem Ehemann Aaron das KZ überlebt hat:

„Ihr Gesicht war derart charakterstark, dass es keine Schminke  brauchte.“ (Seite 41)

Und auch wie Norman Moonbloom in den Augen der unterschiedlichen Mieter erscheint, kommt nicht zu kurz und wird treffend und dialogdramaturgisch geschickt in Szene gesetzt, z.B. als er bei den Jazzmusikern Stan Katz und Sidone die Miete abholt und die beiden um rücksichtvollere  musikalische Übungszeiten bittet:

„ »Wie geht’s, wie steht’s, Moonbloom? Sieh ihn dir an, Stan, wie friedlich er aussieht, wie natürlich! Man rechnet fast damit, dass er sich bewegt. Ach, diese Einbalsamierer, das sind doch Genies! « ” (Seite 35)

Oder der frustrierte  Lehrer Wade Johnson, der Moonbloom bei jedem Besuch mit alkoholisierten Poesierezitationen traktiert und dennoch die Veränderung bemerkt, die mit Moonbloom geschehen ist:

„Wade Johnson kniff unerwartet die Augen zusammen und musterte ihn. » Na so was,  Norman, Sie kleiner Kloß, Sie haben sich ja auf einmal ein Gesicht wachsen lassen. « ”
(Seite 285)

Es liegt an der ausdrucksvollen, einprägsamen Figurenzeichnung, daß man trotz der vielen Personen nie den Faden verliert. Sie sind nicht alle sympathisch, aber in ihrer Größe und ihrer Kleinheit kommen sie dem Leser nahe und spiegeln Facetten menschenmöglichen Daseins unter bedrückenden Bedingungen. Dazwischen erblüht hier und da eine melancholische, schicksalsironische Heiterkeit und aufrichtige Mitmenschlichkeit, ganz ähnlich der auf dem Titelbild gegen die Finsternis anleuchtenden Lichterkette.

 

Querverweis:

Hier geht es zu Edward Lewis Wallants zweitem Roman: Der Pfandleiher:
https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/01/13/der-pfandleiher

Der Autor:

»Edward Lewis Wallant wurde 1926 in New Haven, Connecticut, geboren. Nach dem Kriegsdienst studierte er in New York Gestaltung und arbeitete in der Werbung. Mit The Human Season (1960) und The Pawnbroker (1961) zählte er rasch zu den bedeutensten Autoren seiner Generation – neben Philip Roth, Norman Mailer und Saul Bellow. Noch vor der Veröffentlichung seines dritten Romans Mr Moonbloom, mit nur 36 Jahren, verstarb er überraschend an einem Gehirnschlag.«

PS:
Unwillkürlich empfindet man Bedauern, wenn man im Klappentext die Information erhält, daß der Autor im Alter von nur 36 Jahren durch einen Gehirnschlag gestorben ist und die Veröffentlichung von  „Mr  Moonbloom“  posthum erfolgte. Bleibt zu hoffen, daß die zwei anderen Romane von Edward Lewis Wallant auch noch ins Deutsche übersetzt werden. Ich jedenfalls läse sie sehr gerne – und wohl nicht nur ich.

PSS:
Die Taschenbuchausgabe ist im Oktober 2013 im selbigen Verlag erschienen – allerdings mit einem anderen Titelbild, das aber auch gut zum Inhalt paßt.

4cc8474d99.jpg Mr Moonbloom Tb

http://www.berlinverlag.de/buecher/mr-moonbloom-isbn-978-3-8333-0922-9

 

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/

Das Graveyard Buch

  • von Neil Gaiman
  • Originaltitel: »The Graveyard Book«
  • Übersetzung aus dem Englischen von Reinhard Tiffert
  • Umschlagillustration von Chris Riddell
  • Arena Verlag   2009    http://www.arena-verlag.de
  • 310 Seiten, 14,95 €
  • 978-3-401-06463-5
  • Klappenbroschur  9,99 €   Juni 2011
  • ISBN 978-3-401-50273-1
  • inzwischen sind die Buchausgaben vergriffen und
  • es gibt nur noch das elektronisch Buch zu 7,99 €
  • ISBN 978-3-401-80051-6
  • ab 10 Jahren
    978-3-401-50273-1.jpg Graveyard Buch

B   E   G   E   I   S   T   E   R   U   N   G

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

„Sei Staub, sei Wind, sei Traum, sei Nacht,
Sei alles, was unsichtbar macht,
Lern schleichen, schlüpfen, schweben,
Über, unter, zwischen, neben.“
(Seite 131)

Dieser magische Reim ist Teil einer Nachhilfestunde im Unsichtbarwerden, die Nobody Owens von der kecken Hexe Liza bekommt. Er hat auch noch andere Lehrer, liebevolle Adoptiveltern und Spielkameraden, die alle eines gemeinsam haben: sie sind Geister und „leben“ auf einem uralten Friedhof.

Der Handlungs- und Bewegungsradius der Toten ist auf den Friedhof beschränkt, wo sie in einer Parallelgesellschaft, für die lebenden Menschen meist unsichtbar, ganz gemütlich ihr Geisterdasein verbringen, sich gegenseitig besuchen, diskutieren, ihre Gräber und Grüfte bewohnen, tanzen gehen und sogar Staub wischen.

Mrs. Owens, eine rundliche Geisterdame –im Leben wie im Tode, seit über zweihundertfünfzig Jahren verheiratet“  (Seite 17) mit Mr. Owens – trifft bei einem nächtlichen Spaziergang auf ein Kleinkind, das von einem Mörder verfolgt wird. Kurzentschlossen und mitfühlend rettet sie das Kind und setzt in der darauffolgenden Friedhofsbewohnerversammlung durch, daß dieses Kind als Friedhofsehrengast bleiben darf. Organisatorische und moralische Unterstützung erhält sie von Silas, einem weiteren Ehrengast. Silas übernimmt die Vormundschaft für das Kind und gibt ihm den Namen Nobody Owens, kurz Bod genannt.

Bods Vormund ist ein Vampir, der zu einer geheimnisvollen Ehrengarde gehört, welche die Grenzbereiche zwischen Leben und Tod vor negativen Einflüssen schützt. Da er den Friedhof verlassen kann, kümmert er sich um die Besorgung der materiellen Lebens- notwendigkeiten (Nahrung, Kleidung, Bücher etc.) und steht dem Kind Nacht für Nacht mit Rat und Tat zur Seite. Er erklärt Bod auch, daß er nur auf dem Friedhofsterritorium vor seinen Verfolgern sicher ist. Sollte er diesen geschützten Raum verlassen, könnte seine von den Geistern vernebelte Spur wieder aufgenommen werden.

Die Mitglieder einer schwarzmagischen Bruderschaft  – „Die Schurkenschaft“  –  trachten dem Kind nach dem Leben, weil es einer alten Prophezeiung  zufolge dazu bestimmt ist, die böse Herrschaft dieser Bruderschaft zu beenden.

Wie meist in solchen Geschichten führen ausgerechnet die Vernichtungsversuche, die eine Erfüllung der Prophezeiung verhindern sollen, zu den Umständen, die den Helden darin unterstützen, genau die Fähigkeiten und Stärken auszubilden, die ihn seine Gegner besiegen lassen.

So reift Nobody Owens zu einem Jugendlichen heran, der neben Ernsthaftigkeit, Mut und Gerechtigkeitssinn auch über gewisse mehrdimensionale Qualitäten verfügt.

Er bekommt von den zahlreichen Lehrern, die der Friedhof beherbergt, umfangreiche „Geisterstunden“, die die üblichen Schulfächer um übersinnliche Fähigkeiten, wie im Dunkeln sehen, durch Wände gehen und Traumwandeln, ergänzen. Miss Lupescu, eine strenge Werwölfin, die Silas gelegentlich vertritt, unterrichtet den Jungen in magischer Selbstverteidigung und Astronomie. Hinzu kommen noch die unterschiedlichen Umgangsformen mehrerer Jahrhunderte aus dem „Kompendium für den jungen Gentleman nebst zusätzlichen Lektionen für die Verstorbenen“.

Natürlich sehnt sich Bod nach Kontakt zu lebenden Menschen, was die böse Bruder- schaft nutzt, um ihn in sein ehemaliges Elternhaus zu locken. Doch Bod ist nach jahrelanger, „geisterreicher“ Erziehung und seinen Erfahrungen mit zwielichtigen Wesen gut gewappnet und entkommt. Er lockt seine Verfolger auf den Friedhof, wo er sie geschickt unschädlich macht.

So wie Nobody Owens zu Anfang Abschied von den Lebenden nehmen muß, um zu überleben, muß er, nachdem er seine Bestimmung erfüllt hat, Abschied von den liebgewonnenen Toten nehmen, um ganz ins Leben zurückzukehren.

„Ein Lächeln umspielte seine Lippen, allerdings ein  verhaltenes Lächeln, denn die Welt ist weiter als ein kleiner Friedhof auf einem Hügel. Es gab Gefahren, aber auch Geheimnisse, es galt, neue Freunde zu finden und alte wiederzufinden, Fehler zu machen und viele Wege zu gehen, bis er dann am Ende auf den Friedhof zurückkehren… würde.

Aber zwischen jetzt und dereinst lag das Leben, und Bod ging ihm entgegen mit offenen Augen und mit weitem Herzen.“
 
(Seite 310)

Ein Kinderbuch, dessen Hauptschauplatz ein Friedhof ist, ein kinderloses Geisterehepaar (im 18. Jahrhundert verstorben), das ein lebendiges  Kind adoptiert, und ein kultivierter Vampir als Vormund: Das ist schon eine ungewöhnliche Inszenierung, aber eine, die keineswegs in eine Horrorgeschichte mündet, sondern in eine spannende und lebenskluge Entwicklungsgeschichte.

Neil Gaimans Sprachstil, der mit leiser Ironie und dezenten Andeutungen auskommt, diese zwischen den Zeilen schwebende, elegante Transparenz paßt zu Nobody Owens Abenteuern im Zwischenreich und gibt den durchaus dramatischen und gefährlichen Bewährungsproben des Jungen eine unerwartete Nonchalance.

Es hat auch einen amüsanten Reiz, wenn einige Friedhofsbürger durch das Zitieren ihrer Grabinschrift vorgestellt werden: „Hat ihr Lebtag keiner Menschenseele etwas zuleide getan, kannst du, lieber Leser, selbiges von dir behaupten?“ (Seite 103)

Lobend erwähnen möchte ich außerdem die Illustration des Buchumschlages von Chris Ridell, die mit dem subtilen Charakter der Geschichte hervorragend korrespondiert.

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
https://www.arena-verlag.de/artikel/das-graveyard-buch-978-3-401-80051-6

Der Autor:

»Neil Gaiman, 1960 in Portland (England) geboren, arbeitete zunächst in London als Journalist und wurde durch seine Comic-Serie „Der Sandmann“ bekannt. Im „Dictionary of Literary Biography“ wird er als einer der wichtigsten lebenden Autoren der Postmoderne aufgeführt – in England und den USA ist Neil Gaiman längst ein Superstar. Seine Romane und Comics sind mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, u.a. mit dem World Fantasy Award und der Newbery Medal. Er lebt seit einigen Jahren mit seiner Familie in den USA.«
http://www.neilgaiman.com

 

Leselebenszeichen-Datenschutzerklärung: https://leselebenszeichen.wordpress.com/datenschutzerklaerung/